Chronischer Rückenschmerz. Diagnostik, Therapie und Prävention


Projektarbeit, 2015
28 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

1. Anatomie und Physiologie des Rückens
1.1 Die Wirbelsäule
1.2 Die Rückenmuskulatur
1.3 Das Rückenmark

2. Pathophysiologie und Ätiologie des Rückenschmerzes

3. Die Diagnostik des chronischen Rückenschmerzes

4. Die Therapie des chronischen Rückenschmerzes
4.1 Nicht-medikamentöse Behandlung
4.2 Medikamentöse Therapie
4.3 Operative und invasive Maßnahmen

5. Typische Patientengeschichte

6. Prävention

7. Verhinderung von Rezidiven und Chronifizierung
7.1 Training und Bewegung
7.2 Rückenschulen und Informationskonzepte
7.3 Hilfsmittel
7.4 Ergonomische Intervention

8. Abrechnung (fiktive Patientin Annika B.)

9. Epidemiologie chronischer Rückenschmerzen

10. Ökonomische Aspekte

11. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsquellen

Vorwort

Rückenschmerzen sind eine große Herausforderung für Gesellschaft und Gesundheitssystem. Nahezu jeder leidet im Laufe seines Lebens mindestens einmal unter Rückenschmerzen. Insbesondere der unspezifische chronische Rückenschmerz stellt bereits heute eines der größten Probleme dar.

1. Anatomie und Physiologie des Rückens

1.1 Die Wirbelsäule

1 Die Wirbelsäule (Columna vertebralis2 ) bildet ein Achsenskelett.

Sie besteht aus

- 7 Halswirbelkörpern (Vertebrae cervicales) C I-VII
- 12 Brustwirbelkörpern (Vertebrae thoracicae) Th I-XII
- 5 Lendenwirbelkörpern (Vertebrae lumbales) L I-V
- dem Kreuzbein (Os sacrum) S I-V und
- dem Steißbein (Os coccygis) Co I-V.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Knöcherne Wirbelsäule Quelle: Schünke et al. (2011), S. 102

Das Bauprinzip der Columna vertebralis stellt einen Kompromiss aus Stabilität und Beweglichkeit dar. Die 24 einzelnen Wirbelkörper sind über 23 Synchondrosen (Verbindungen zweier Knochen durch hyalinen Knorpel3 ) miteinander verbunden.

An der Bildung der Synchondrosen sind Zwischenwirbelscheiben (Disci intervertebrales = Bandscheiben) beteiligt. Sie bestehen jeweils aus einem festen äußeren Faserring (Anulus fibrosus) aus kollagenen Fasern und einem Gallertkern (Nucleus pulposus). Die Bandscheiben bewirken eine gleichmäßige Druckverteilung auf benachbarte Wirbelkörperdeckplatten und begrenzen die Bewegung der einzelnen Wirbel gegeneinander.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Aufbau eines Discus intervertebralis

Quelle: Schünke et al. (2011), S. 116

Die einzelnen Wirbel übertragen die Last des suprapelvinen (oberhalb des Beckens gelegenen) Teils des Körpers über den Beckenring auf die Beine. Daher tragen untere Wirbelsäulenabschnitte höhere Lasten und weisen aus diesem Grund größere Wirbelkörper auf als die der oberen Wirbelsäulenabschnitte.

Mit Ausnahme des 1. und 2. Halswirbels sind alle Wirbel einheitlich aufgebaut und bestehen aus

- einem Wirbelkörper (Corpus vertebrae)
- einem Wirbelbogen (Arcus vertebrae)
- einem Dornfortsatz (Proc. spinosus)
- zwei Querfortsätzen (Procc. transversi bzw. costales) und
- vier Gelenkfortsätzen (Procc. articulares)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Wirbel

Quelle: Reha-Prophy

Aus den Gelenkfortsätzen werden die paarigen Wirbelbogengelenke gebildet, welche je nach Wirbelsäulenabschnitt für ein bestimmtes Ausmaß und eine festgelegte Richtung der Bewegung ausgelegt sind. Wirbelkörper und -bogen umschließen das Wirbelloch (Foramen vertebrale). Dabei entsteht aus der Gesamtheit aller Wirbellöcher der Wirbelkanal (Canalis vertebralis), in welchem das Rückenmark verläuft. Die Dorn- und Querfortsätze der Wirbelkörper sind Ansatzpunkte für Bänder und Muskeln.

In der Seitenansicht (Sagittalebene) der Wirbelsäule sind vier Krümmungen erkennbar, durch welche die typische Doppel-S-Form gebildet wird. Nach dorsal (Richtung Rücken) konvexe Krümmungen werden als Kyphosen, nach ventral (Richtung Bauch) konvexe Krümmungen als Lordosen bezeichnet (s. Abbildung 3). Die Krümmungen der Wirbelsäule haben sich im Laufe der Evolution entwickelt, um bei aufrechter Fortbewegung Stöße abzudämpfen und das Gehirn vor Erschütterung zu schützen.

Beim Neugeborenen ist nur eine kyphotisierte Wirbelsäule vorhanden. Die charakteristischen Krümmungen bilden sich erst nach der Geburt vollständig aus, wobei die Lendenlordose ihre endgültige Form in der Pubertät annimmt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Abschnitte und Krümmungen der Wirbelsäule

Quelle: Schünke et al. (2011), S. 103

1.2 Die Rückenmuskulatur

4 Entwicklungsgeschichtlich wird die Rückenmuskulatur eingeteilt in die autochthone (tiefliegende/primäre) Rückenmuskulatur und in die oberflächlich liegenden nicht autochthonen (sekundären) Rückenmuskeln.

Die autochthone Muskulatur liegt unmittelbar auf der Wirbelsäule auf und unterstützt die Bewegungen der Wirbelsäule sowie die aufrechte Körperhaltung.

Die nicht autochthonen Muskeln wirken als inspiratorische Atemhilfsmuskeln und erlauben die Bewegung der oberen Extremitäten (Schultern, Arme).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Medialer Trakt der autochthonen Rückenmuskulatur

Quelle: Schünke et al. (2011), S. 149

1.3 Das Rückenmark

Das Rückenmark (Medulla spinalis) als Teil des zentralen Nervensystems5 verläuft im Spinalkanal und wird entsprechend den Austrittsstellen der Spinalnerven in 5 Abschnitte mit insgesamt 31 Segmenten gegliedert:

- Zervikalmark (Segmente C I - VII) Beachte: 7 Wirbel, 8 Nervenpaare!
- Thorakalmark (Segmente Th I - XII)
- Lumbalmark (Segmente L I - V)
- Sakralmark (Segmente S I - V)
- Kokzygealmark (Segment Co I)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Lage und Einteilung der Rückenmarkssegmente

Quelle: Schünke et al. (2011), S. 82

Das Rückenmark reicht beim Erwachsenen nur etwa bis zum 1. Lendenwirbelkörper. Den Rückenmarkssegmenten entsprechen auf der Körperoberfläche Dermatome (Areale, deren Hautsinnesrezeptoren mit ihren Afferenzen in ein Rückenmarkssegment ziehen), so dass bei einer Sensibilitätsstörung festgestellt werden kann, auf welcher Höhe des Rückenmarks die Störung vorliegt.

2. Pathophysiologie und Ätiologie des Rückenschmerzes

Rückenschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Die genaue Entstehung der Schmerzen und eine pathophysiologische Abgrenzung des Krankheitsbildes der Rückenschmerzen sind noch nicht eindeutig und ausreichend wissenschaftlich belegt.6 Gründe hierfür sind u.a. die komplizierte Biomechanik der Wirbelsäule, die komplexe Innervation, die damit verbundene erschwerte Lokalisation des tiefliegenden Schmerzes und psychosoziale Faktoren.7 Es wird angenommen, dass somatische, psychische und soziale Faktoren erheblich zur Entstehung des Rückenschmerzes und zu dessen Dauer beitragen.8

Trotz teilweise unklarer Ätiologie wird der Rückenschmerz klassifiziert nach Ursache, Dauer, Schweregrad und Chronifizierung 8.

Klassifizierung nach der Ursache

- Nicht spezifischer Rückenschmerz: keine eindeutigen Hinweise auf die Ursache
- Spezifischer Rückenschmerz: feststellbare Ursache ➔ Klassifizierung nach der Dauer

Klassifizierung nach der Dauer

- Akuter Rückenschmerz: Schmerzepisoden dauern weniger als 6 Wochen an
- Subakuter Rückenschmerz: Schmerzepisoden dauern mehr als 6 Wochen an
- Chronischer/chronisch rezidivierender Rückenschmerz: Symptome halten mehr als 12 Wochen an

Klassifizierung nach dem Schweregrad

- Grad 0: keine Schmerzen in den vergangenen 6 Monaten
- Grad I: geringe schmerzbedingte Funktionseinschränkung (weniger als 3 Punkte) und niedrige Intensität (weniger als 50)
- Grad II: geringe schmerzbedingte Funktionseinschränkung (weniger als 3 Punkte) und höhere Intensität (über 50)
- Grad III: mittlere schmerzbedingte Funktionseinschränkung (3 bis 4 Punkte) unabhängig von der Intensität des Schmerzes
- Grad IV: hohe schmerzbedingte Funktionseinschränkung (5 bis 6 Punkte) und abhängig von der Schmerzintensität

Klassifizierung nach Chronifizierungsstadien9

Nach dem Mainzer Stadienmodell der Schmerzchronifizierung verläuft die ärztliche Beurteilung entlang von 4 Achsen. Dabei wird der Patient genau einem Stadium zugeordnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Auswertungsformular Mainzer Stadienmodell der Schmerzchronifizierung

Quelle: Gerbershagen et al. (o.J.)

[...]


1 Vgl. Aumüller et al. (2014), S. 248ff

2 Vgl. Sobotta, Anatomie des Menschen (2007), S. 262

3 Vgl. Aumüller et al. (2014), S. 227

4 Vgl. Aumüller et al. (2014), S. 270ff.

5 Vgl. Aumüller et al. (2014), S. 201

6 Vgl. http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/kreuzschmerz/nvl-kreuzschmerz-lang.pdf S. 40 (Stand: 17.10.2014)

7 Vgl. Zenz/Jurna (2001), S. 579

8 Vgl. http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/kreuzschmerz/nvl-kreuzschmerz-lang.pdf S. 41 (Stand: 17.10.2014)

9 Vgl. http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/kreuzschmerz/nvl-kreuzschmerz-lang.pdf S. 41 (Stand: 17.10.2014)

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Chronischer Rückenschmerz. Diagnostik, Therapie und Prävention
Hochschule
Fachhochschule Rosenheim
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
28
Katalognummer
V341400
ISBN (eBook)
9783668311398
ISBN (Buch)
9783668311404
Dateigröße
1450 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
chronischer, rückenschmerz, diagnositik, therapie, prävention
Arbeit zitieren
Max Schmidberger (Autor), 2015, Chronischer Rückenschmerz. Diagnostik, Therapie und Prävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341400

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