Lieferantenmanagement. Ziele, Aufbau und Variationen für verschiedene Lieferantentypen


Ausarbeitung, 2014

13 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Definition des Lieferantenmanagements

2. Ziele des Lieferantenmanagements

3. Aufbau des Lieferantenmanagements

4. Anpassungen an die verschiedenen Lieferantentypen
4.1 Die verschiedenen Lieferantentypen
4.2 Klassifizierung der Lieferantentypen
4.3 Lieferantenmanagement für Teilefertiger
4.4 Lieferantenmanagement für Produktionsspezialisten
4.5 Lieferantenmanagement für Entwicklungs- und Wertschöpfungspartner

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Abbildungsverzeichnis

Einführung

Mit der zunehmenden Globalisierung und dem Trend zum Outsourcing sind auch die Zuliefernetzwerke vieler Unternehmen immer globaler geworden. Dabei spielen auch und vor allem Schwellenländer eine immer gröβere Rolle. Die Entwicklung neuer Technologien schreitet rasant voran und erfordert von den Unternehmen Dynamik und Flexibilität. All dies bringt in Bezug auf das Beschaffungswesen Chancen, aber auch viele Herausforderungen mit sich. Die traditionellen Einkaufsabteilungen müssen einen Wandel vollziehen, ihre Aufgaben und Kompetenzen müssen erweitert werden. Es geht nicht mehr nur um die reine Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen, sondern darum, die Zulieferer zu Partnern zu machen, aktiv in den Wertschöpfungsprozess einzubinden und so Prozesse effizienter zu gestalten. “Dies führt weg vom Wettbewerb zwischen einzelnen Unternehmen, hin zum Wettbewerb ganzer Wertschöpfungsnetzwerke”1. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit eines ganzheitlichen und effizienten Lieferantenmanagements. Im Folgenden soll dargestellt werden, was Lieferantenmanagement ist und wie es auf die verschiedenen Arten von Lieferanten angepasst werden sollte.

1. Definition des Lieferantenmanagements

“Das Lieferantenmanagement umfasst die Gestaltung, Lenkung und Entwicklung von Lieferantenportfolios und -beziehungen.”2 Im Gegensatz zu früheren Definitionen umfasst das Lieferantenmanagement heute weit mehr als nur die traditionelle Zulieferer-Abnehmer-Geschäftsbeziehung. Der Blickpunkt liegt auf der Optimierung der Lieferantenbeziehungen und -qualität, sowie den dazu notwendigen Maβnahmen.3 Der Schwerpunkt wird dabei auf die Interaktion und die Beziehung zwischen Lieferanten und Abnehmer gelegt.4

Ein ganzheitliches Lieferantenmanagement erfüllt sechs Qualitätsmerkmale, an Hand deren seine Wirksamkeit und sein Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bewertet werden können. Demnach ist ein ganzheitliches Lieferantenmanagement partnerschaftlich, zielt also auf langfristige Kooperationen ab, wodurch Prozess- und Kostenoptimierungen erreicht werden können. Des Weiteren ist ein ganzheitliches Lieferantenmanagement bereichsübergreifend. Indem Maβnahmen gegenüber den Lieferantenüber alle betroffenen Fachbereiche hinweg koordiniert werden, kann die Notwendigkeit für Sondermaβnahmen reduziert werden. Die frühe Identifizierung von Lieferantendefiziten und Initiierung geeigneter Gegenmaβnahmen sind der präventive Bestandteil eines ganzheitlichen Lieferantenmanagements. Im gleichen Zug werden Ursachen solcher Lieferantendefizite dauerhaft behoben, um ein erneutes Auftreten zu vermeiden. Ein ganzheitliches Lieferantenmanagement ist also nachhaltig. Nicht zuletzt ist es auch standardisiert, mit etablierten und effizienten Vorgehensweisen, und zentral, was zur Optimierung interner Geschäftsprozesse führt.5

Das Lieferantenmanagement kann in strategisches und operatives Lieferantenmanagement unterteilt werden. Das strategische Lieferantenmanagement hat die Zielsetzung, „den Aufbau, die Pflege und die Nutzung von Potenzialen auf den Beschaffungsmärkten (Kosten, Qualität, Zeit und Agilität) sicherzustellen und das Know-How und Innovationspotenzial der Lieferanten bestmöglich auszunutzen.”6

Beim operativen Lieferantenmanagement steht die Funktion im Mittelpunkt, Vorgaben die sich aus dem normativen und den Programmen des strategischen Lieferantenmanagements ergeben, in operative Prozesse, wie die Beschaffungsmarktforschung oder die Lieferantenbewertung, umzusetzen.7

Obwohl diese beiden Komponenten getrennt betrachtet werden können, ist ihre effiziente Interaktion von grundlegender Bedeutung, um den ganzheitlichen Erfolg des Lieferantenmanagements zu gewährleisten.

2. Ziele des Lieferantenmanagements

“Ziele des Lieferantenmanagements sind die Verringerung der Risiken in der Lieferkette, Kostensenkungen, Verringerung der Fehlmengen und Lagerhaltungskosten, Verringerung des Prüfaufwandes bei der Wareneingangs- und Qualitätsprüfung.”8 Auβerdem soll die Anzahl von Teilelieferanten zugunsten weniger Baugruppen-, Modul- bzw. Systemlieferanten zunehmend verringert werden.9

Ein nicht weniger wichtiges Ziel des Lieferantenmanagements ist es, “den Zugang zu Innovationen zu sichern”10. Auf Grund begrenzter interner Ressourcen sind Unternehmen oft nicht in der Lage, ihren Innovationsbedarf selbst zu decken. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Marktentwicklungen kontinuierlich zu verfolgen, und durch Lieferantenmanagement innovative Lieferanten als Partner zu gewinnen.11

3. Aufbau des Lieferantenmanagements

Das Lieferantenmanagement setzt sich aus mehreren Prozessschritten zusammen, die aufeinander aufbauen. Eine vollständige und systematische Implementierung aller Elemente ist daher Voraussetzung für den Erfolg und die Wirkung des Lieferantenmanagements.

Abbildung 1 zeigt die acht Komponenten eines ganzheitlichen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Übersichtüber die Bestandteile des Lieferantenmanagements12

Das Lieferantenmanagement entscheidet, welche Lieferanten die gestellten Anforderungen erfüllen, bewertet deren Leistungsfähigkeit und stellt so das Zuliefernetzwerk zusammen. Von groβer Bedeutung ist bei einem ganzheitlichen Lieferantenmanagement die Identifikation von Lieferantenrisiken und die Implementierung entsprechender Maβnahmen, um diese zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Gleichzeitig werden Lieferanten durch Know-How-Transfer und andere Methoden weiterentwickelt und in die Wertschöpfungskette des Unternehmens integriert. Dabei liegt das Augenmerk auch auf der Nachhaltigkeit der Zulieferer-Abnehmer-Beziehung. Grundlage für ein effizientes Lieferantenmanagement ist ein leistungsfähiges Informationsmanagement, um Lieferantendaten zu verwalten und sie zeitnah als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung stellen zu können. Kontinuierlich müssen das Leistungs- und Technologieniveau der Lieferantenüberprüft werden, um die Qualität des Wertschöpfungsnetzwerkes aufrecht zu erhalten und ggf. korrigierende Maβnahmen einzuleiten.

Nur wenn alle Elemente des Lieferantenmanagements implementiert sind und ineinander greifen, kann die Qualität des Zuliefernetzwerks und damit die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gewährleistet werden.

4. Anpassungen an die verschiedenen Lieferantentypen

Unternehmen müssen zunehmend Wert darauf legen, mit den Lieferanten zusammenzuarbeiten, die ihre Anforderungen optimal erfüllen. Eine der grundlegenden Aufgaben in diesem Zusammenhang besteht darin, die verschiedenen Lieferantentypen zu identifizieren und sie im richtigen Verhältnis im Lieferantenportfolio zu berücksichtigen.13 Darauf aufbauend kann das Lieferantenmanagement entsprechend gestaltet werden.

4. 1 Die verschiedenen Lieferantentypen

Im Allgemeinen wird zwischen vier verschiedenen Lieferantentypen unterschieden: Teilelieferant, Komponentenlieferant, Modullieferant und Systemlieferant.

Der Teilelieferant besitzt Kompetenz in Werkstofftechnologie und rationeller Fertigung von Einzelteilen. Entwicklungsleistungen sind hierbei nicht herstellerspezifisch. Letzteres gilt auch für den Komponentenlieferant, der zusammengesetzte Teile liefert, die er vorab selbst zusammengebaut hat. Ein Modullieferant montiert Funktionsgruppen und liefert somit ein einbaufähiges Modul. Die Entwicklungsleistung obliegt jedoch maßgeblich dem Kunden. Ein Systemlieferant hingegen entwickelt spezifische, funktional abgrenzbare Systeme und liefert sie direkt an den Abnehmer. Dabei steuert und koordiniert er andere Lieferanten und trägt zur Produkt- und Prozessinnovation bei.14

4. 2 Klassifizierung der Lieferantentypen

Die vier klassischen Lieferantentypen lassen sich, wie Abbildung 2 zeigt, gemäß ihrer Kompetenz und Leistungsumfang in Teilefertiger, Produktionsspezialist, Entwicklungspartner und Wertschöpfungspartner einteilen.

[...]


1 Dust 2009, Vorwort.

2 Wagner 2002b, S. 22.

3 Vgl. Hildebrandt 2006, S. 15 f.

4 Vgl. Maurer 2012, S. 18.

5 Der Absatz folgt Dust 2009, S. 2.

6 Wagner 2001, S. 179.

7 Vgl. Maurer 2012, S.142.

8 Hartmann 2008, S. 20.

9 Vgl. Vahrenkamp 2007, S. 111.

10 Maurer 2012, S. 21.

11 Vgl. ebenda.

12 Vgl. Stadelhofer 2011, S. 15 (eigene Darstellung).

13 vgl. Wagner, 2002a, S. 83.

14 der Absatz folgt: Straube 2009, S. 44.

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Details

Titel
Lieferantenmanagement. Ziele, Aufbau und Variationen für verschiedene Lieferantentypen
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V341463
ISBN (eBook)
9783668424159
ISBN (Buch)
9783668424166
Dateigröße
623 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
e-book-lieferantenmanagement, ziele, aufbau, variationen, lieferantentypen, lieferantenmanagement
Arbeit zitieren
Jan Wokittel (Autor), 2014, Lieferantenmanagement. Ziele, Aufbau und Variationen für verschiedene Lieferantentypen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341463

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