Frühkindliche Sprachförderung von Migranten. Förderprojekt "Rucksack" und das Konzept der integrativen Sprachförderung


Hausarbeit, 2012
18 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Frühkindliche Sprachförderung
2.1 Theoretische Grundlagen der Sprachförderung bei Migranten

3. Das Projekt Rucksack - Sprachförderung im Kindergarten

4. Das Konzept der integrativen Sprachförderung

5. Vergleich
5.1 Vergleich der Theorie und ihrer Umsetzung im Projekt Rucksack
5.2 Vergleich der Theorie und ihrer Umsetzung im Konzept zur integrativen Sprachförderung
5.3 Vergleich von Rucksack und dem Konzept der integrativen Sprachförderung

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Internetquellenverzeichnis

1. Einleitung

Die frühkindliche Sprachförderung ist in den letzten Jahren zu einem immer bedeutenderen Instrument der Integration geworden. Das Integration nur durch Sprache, beziehungsweise durch das Sprechen der Sprache des Gastlandes möglich ist, ist keine unbekannte Tatsache mehr. Auch die Politik hat erkannt, dass Sprache eine Notwendigkeit für eine erfolgreiche Teilhabe ist. So sieht der Nationale Aktionsplan Integration der Bundesregierung, als einen von elf Punkten, die frühkindliche Bildung, und hier vor allem die Sprachförderung als absolut notwendig für eine möglichst frühzeitige Integration und die Schaffung von Chancengleichheit an (vgl. Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, 2011, S. 33).

Ziel dieser Arbeit ist es, die Frage zu klären, welche grundlegenden Faktoren für eine erfolgreiche Sprachförderung im Kindergartenbereich im Fall von Kindern mit Migrationshintergrund notwendig sind, um sprachliche Defizite zu minimieren und so im Umkehrschluss die Bildungschancen zu erhöhen.

Zu diesem Zweck wird im Anschluss an diesen Abschnitt zunächst einmal geklärt werden, was man unter dem Begriff Sprachförderung im Allgemeinen zu verstehen ist und welche Ziele eine frühkindliche Sprachförderung langläufig verfolgt. Daran anschließend soll eine Betrachtung der grundlegenden Faktoren erfolgen, welche für eine erfolgreiche Sprachförderung wichtig sind. Der Schwerpunkt wird dabei auf der Betrachtung von Faktoren liegen, die für eine Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund wichtig sind.

Dieser Abschnitt dient dabei dem Schaffen eines Überblicks über das Thema frühkindliche Sprachförderung für Migranten im Kindergartenalter. Im darauf folgenden Kapitel wird der Fokus auf die Vorstellung des frühkindlichen Sprachförderungsprogramm „Rucksack“ gelegt werden. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf dem Schaffen eines Überblicks und dem Herausarbeiten der zugrundeliegenden Konzeption des Programms, sowie der Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse. Der vierte Abschnitt wird das Konzept der integrativen Sprachförderung, wie es im BLK Programm FörMig beschlossen wurde, am Beispiel des Landes Brandenburg dargestellt werden. Hierbei soll der Schwerpunkt auf der Vorstellung der Konzeption und Zielsetzung des Programmes liegen.

Der fünfte Abschnitt umfasst einen Vergleich der vorgestellten Konzepte zur Sprachförderung mit den herausgearbeiteten theoretischen Grundlagen, welche für eine frühkindliche Sprachförderung immanent sind, sowie eine abschließende Gegenüberstellung der beiden Sprachförderungsprogramme. Den Abschluss der Arbeit bildet ein zusammenfassendes Fazit, in dem die Erkenntnisse der Arbeit dargestellt und offen gebliebene Fragen formuliert werden.

Das Themengebiet Sprachförderung hat in den letzten Jahren eine so große Aufmerksamkeit erfahren, dass klar sein muss, dass es in dieser Arbeit nicht möglich ist ein vollständiges Bild des Bereichs der Sprachförderung zu zeichnen. Deshalb erhebt diese Arbeit auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bildet lediglich einen Ausschnitt zur Sprachförderung dar.

2. Die Frühkindliche Sprachförderung

Unter frühkindlicher Sprachförderung versteht man im Allgemeinen Methoden, die es Kindern mit Sprachschwierigkeiten ermöglichen den sprachlichen Entwicklungsstand Gleichaltriger zu erreichen. Dabei beschränkt sich die Sprachförderung nicht nur auf Kinder mit Migrationshintergrund, sondern auch auf Kinder deren Muttersprache Deutsch ist und die einen, für ihr Alter geringen Wortschatz oder Probleme in der Grammatik haben. In der Regel handelt es sich bei der Sprachförderung um eine Erweiterung des Wortschatzes, welcher zu einem besseren Sprachverständnis verhilft (vgl. Heger, 2010, S. 32).

Aus dieser Definition ergeben sich im Grunde auch schon die Ziele der frühkindlichen Sprachförderung. Das große Ziel jeder Sprachförderung ist das Angleichen eines geringeren Leistungsniveaus eines Kindes an das Leistungsniveau von Gleichaltrigen ohne Sprachschwächen.

Darüber hinaus gibt es außerdem weitere Ziele, die mit der Sprachförderung verfolgt werden. Zum einen soll Sprachförderung schulvorbereitend wirken und Kindern mit Migrationshintergrund den Einstieg in die Zweitsprache erleichtern. Zusätzlich kann Sprachförderung auch gezielt als Mittel zur Erkennung von Sprachnachteilen und allgemeinen Entwicklungsdefiziten eingesetzt werden, sozusagen als präventive Maßnahme (vgl. Adler, 2006, S. 7).

Hierbei muss natürlich darauf geachtet werden, dass es sich nur um allgemeine Ziele handelt. Je nach Projekt oder Konzept können diese Ziele sich verändern oder auch neue Ziele hinzukommen.

2.1 Theoretische Grundlagen der Sprachförderung bei Migranten

Dieser Abschnitt ist den allgemeinen theoretischen Grundlagen der frühkindlichen Sprachförderung gewidmet. Der Schwerpunkt liegt dabei jedoch auf den Faktoren, welche für den Erwerb einer Zweitsprache wichtig sind. Dabei soll sich jedoch nur auf die Hauptfaktoren beschränkt werden, ohne die eine erfolgreiche Sprachförderung nicht möglich ist. Es ist nicht das Ziel, eine umfassende Darstellung aller entwicklungspsychologischen und lerntheoretischen Zusammenhänge, darzubieten.

Für eine erfolgreiche Sprachförderung sind mehrere Ebenen zu beachten. Zum einen die Ebene des Zweitsprachenerwerbs, womit gemeint ist, dass es von besonderer Bedeutung ist, dass die Zweitsprache eben nicht wie die Muttersprache erlernt wird, sondern als sogenannte Lernersprache erlernt werden muss. Eine weitere Ebene, welche für einen erfolgreichen Spracherwerb angesprochen werden muss, ist die Ebene der sozial-emotionalen Entwicklung. Unter dieser versteht man zusammengefasst die Ebene der Muttersprache und die Entwicklung, welche mit dem Erlernen ebendieser einhergeht. Die dritte zu beachtende Ebene ist die allgemein-sprachliche Entwicklung. Jedes noch so ausgeklügelte Konzept ist zwangsläufig weniger erfolgreich, wenn es dem sprachlichen Niveau des Kindes nicht angepasst ist. Und als letzte Ebene die, der kognitiven Entwicklung. Diese Ebene bezieht sich dabei auf das altersentsprechende Lernverhalten. Für Kinder im Kindergartenalter, also in einem Alter zwischen drei und sechs Jahren ist diese Ebene vor allem durch das anschauliche Lernen gekennzeichnet. Dieses Lernen basiert also auf den gemachten Erfahrungen und nicht auf einem abstrakten Denkmechanismus, welcher zu diesem Alter noch nicht ausgebildet ist. Das Lernen muss dabei so Tätigkeits- und Erfahrungsgebunden wie möglich ablaufen damit dieses zu einem erfolgreichen Sprachgebrauch führt (vgl. Müller u. Rösch, 1985, S. 107-109).

Darüber hinaus ist vor allem die Möglichkeit, in der Muttersprache wie auch in der Zweitsprache, einen elaborierten, also genügend hoch entwickelten Sprachstand zu erreichen, ausschlaggebend für den Erfolg von Sprachförderung. Hierbei ist vor allem das Vermeiden von Halbsprachlichkeit von Bedeutung. Anders gesagt, die Einbeziehung des sozialen Umfelds des Kindes (im Schwerpunkt die Familie) ist von eminenter Bedeutung. Hier muss dem Umfeld verdeutlicht werden, dass sowohl die Zweitsprache, aber vor allem die gut ausgeprägte Muttersprache für den Lernerfolg wichtig ist, da die Kinder beim Erwerb der Lernersprache zwangsläufig auf die gemachten Erfahrungen in der Muttersprache zurückgreifen. Ohne das Eine kann das Andere nicht gelingen (vgl. Schründer-Lernzen, 2010, S.179-180).

Somit kommt vor allem den Eltern bei der Sprachförderung eine Schlüsselrolle zu, da nur durch die Mitarbeit der Eltern eine erfolgreiche Sprachförderung möglich ist. Dabei reicht es jedoch in der Regel nicht aus, die Eltern über die gegebenen Sachverhalte zu informieren, sondern es ist erforderlich sie aktiv in die Sprachförderung, wenn möglich, einzubeziehen (vgl. Schründer-Lernzen u. Felger-Pärsch, 2010, S.131-132).

Folgende Kernfakten können also im Folgenden als notwendig, für eine erfolgreiche Sprachförderung, zusammengefasst werden.

Die Sprachförderung muss verschiedene Ebenen beachten, zum einen muss die Förderung selbst dem altersentsprechenden Lernverhalten angepasst sein. Darüber hinaus ist es ebenfalls von Bedeutung, dass das Programm so aufgebaut ist, dass es der sprachlichen Entwicklung der Teilnehmer gerecht wird. Für eine erfolgreiche Sprachförderung ist außerdem zu beachten, dass die Zweitsprache anders als die Muttersprache erlernt wird, und dass die Muttersprache als Ausgangspunkt zum Erlernen der Zweitsprache genutzt wird. Neben diesen Ebenen welche von Bedeutung sind, kommt vor allem dem sozialen Umfeld des Kindes eine wichtige Rolle zu. Die Sprachförderung wird nicht erfolgreich sein, wenn die Eltern und die Familie nicht mit eingebunden werden und sie dabei unterstützt werden dem Kind ein Umfeld zu schaffen, in dem es ihm möglich ist, sowohl die Zweitsprache als auch die Muttersprache auf ein ausreichend hohes sprachliches Niveau zu bringen.

3. Das Projekt Rucksack - Sprachförderung im Kindergarten

Dieses Kapitel dient der Darstellung des Sprachförderprogramms Rucksack. Im Folgenden sollen zunächst die Leitfragen und Ziele dargestellt werden. Im Anschluss werden die einzelnen Akteure sowie der Ablauf des Programms beschrieben werden, bevor mit der Darstellung der Ergebnisse des Sprachprogramms ein Abschluss gefunden wird. Ziel ist es nicht jedes Detail darzustellen, sondern lediglich die Gründe, Funktionsweise und die Ergebnisse des Sprachprogramms aufzuzeigen.

Das Projekt Rucksack ist ein mehrdimensionales Programm zur Förderung der Mehrsprachlichkeit. Ursprünglich entwickelt wurde dieses Programm zur Sprachförderung in den Niederlanden[1].

[...]


[1] Erdoğan-Reichstein, Gülbahar: Das Rucksackprojekt in Bochum. URL: http://www.bochum.de/C125708500379A31/vwContentByKey/W2769FVX279BOLDDE [Stand: 22.04.12]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Frühkindliche Sprachförderung von Migranten. Förderprojekt "Rucksack" und das Konzept der integrativen Sprachförderung
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (--)
Veranstaltung
--
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V341650
ISBN (eBook)
9783668314351
ISBN (Buch)
9783668314368
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frühkindliche Sprachförderung, frühkindliche Förderung, kindliche Förderung, Projekt Rucksack, Migranten, integrative Förderung, integrative Sprachförderung
Arbeit zitieren
Alexander Klipphahn (Autor), 2012, Frühkindliche Sprachförderung von Migranten. Förderprojekt "Rucksack" und das Konzept der integrativen Sprachförderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341650

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