Umgang mit Schreibblockaden und Methoden, diese zu überwinden


Hausarbeit, 2016

14 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Schreibblockaden
2.1 Relevanz des Umgangs mit Schreibblockaden
2.2 Definition zentraler Begriffe

3. Die wichtigsten Erscheinungsformen einer Schreibblockade

4. Mögliche Ursachen für eine Schreibblockade

5. Möglichkeiten zur Überwindung von Schreibblockaden
5.1 Überwindung von Schreibblockaden aus eigener Kraft
5.2 Überwindung von Schreibblockaden mit professioneller Hilfe

6. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Beispiel einer Mind Map zur Strukturierung eigener Gedanken und Ideen

1. Einleitung

Seit Jahrhunderten wird unser umfassendes Wissen über die ganze Welt mithilfe der Schrift zusammengetragen und gespeichert. Dank des Geschriebenem ist der Mensch somit in der Lage, bereits gewonnene Informationen abzurufen und weiter zu verwenden. Aufgrund der im Vergleich zu früheren Zeiten heutzutage eher unbedeutenden Anzahl von Analphabeten, ist das Funktionieren der meisten Gesellschaften ohne Schrift kaum vorstellbar. (vgl. Haarmann 2011, 10) Durch die Erweiterung des Schriftgebrauchs über die Informationsspeicherung hinaus ist mittlerweile die Entwicklung der Kulturen von dem Einsatz der Informationstechnologie abhängig (ebd. 16). Die Schriftkultur ist somit über den gesamten Globus hinweg ein „alternativloses zivilisatorisches Idealbild“ (Haarmann 2011, 10). „Weil die Schrift eine Voraussetzung unserer heutigen Kultur ist, wird das Schreiben als ‚Kulturtechnik’ bezeichnet (Girgensohn et al. 2012, 7).“ Doch entgegen der Annahme, dass man sich beim Erlernen der Schrift zwangsläufig auch die Tätigkeit des Schreibens aneignet, ist klarzustellen, dass es sich beim Schreiben als Kulturtechnik um jahre- oder sogar jahrzehntelange Übung handelt (ebd.). Dies ist den meisten Menschen aufgrund des profanen Gebrauchs von Schrift und Geschriebenem oftmals nicht klar. Schreiben wird als etwas ganz Normales angesehen. Doch obwohl wir im alltäglichen Leben darauf angewiesen sind, wird das Schreiben als solches nicht ausreichend thematisiert. In der Schule wird zwar gelehrt, wie ein Text aussieht, jedoch wird nicht ausreichend darüber gesprochen, auf welche Art und Weise Texte entstehen können, wie der Umgang mit leeren Blättern gestaltet werden kann und wie somit eigene Ideen zu Papier gebracht werden können. (vgl. Girgensohn et al. 2012, 7f.) Die aus den „unzureichenden handwerklichen Kenntnissen“ resultierenden Schreibprobleme oder Schreibblockaden (vgl. Püschel) sind besonders bedenklich vor dem Hintergrund, dass das (wissenschaftliche) Schreiben sowohl für Studierende und den Erfolg ihres Studiums als auch für Journalisten und den Verdienst ihres Lebensunterhaltes unentbehrlich ist.

Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, welches die wichtigsten Erscheinungsformen von Schreibblockaden sind. Weiterhin werden die möglichen Ursachen von Schreibproblemen aufgezeigt. Abschließend stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten es zur Überwindung solcher Schreibblockaden sowohl aus eigener Kraft als auch mithilfe professioneller Unterstützung gibt.

2. Grundlagen der Schreibblockaden

2.1 Relevanz des Umgangs mit Schreibblockaden

Das regelmäßige Schreiben als solches, unabhängig von Beruf und Werdegang, kann durch den großen Vorteil, eigene Gedanken ordnen und optimieren zu können, positive Effekte haben. Schreiben als Gewohnheit verspricht beispielsweise eine Verbesserung der eigenen Kommunikationsfähigkeit, der Verarbeitung von Ereignissen und es unterstützt Lernprozesse und das Gedächtnis. (vgl. Warkentin 2015)

Vom Schreiben hängt aber insbesondere der Erfolg oder Misserfolg von Autoren ab (vgl. Warkentin 2015). Daneben kann das wissenschaftliche Schreiben wesentlicher Erfolgsfaktor für das Studium und die darauf aufbauende Karriere von Akademikern sein (vgl. Kruse 2000, 11).

Die Möglichkeit, das Schreiben als ideenreichen Prozess kennenzulernen und als spannende Konfrontation mit Themen und sogar mit seiner eigenen Persönlichkeit zu erleben, stellt die Relevanz des Umgangs mit Schreibblockaden und ihrer Bewältigung außer Frage (vgl. Pyerin 2001, 9).

2.2 Definition zentraler Begriffe

Schreiben

Das Schreiben ist eine Tätigkeit, welche der Verfassung von Texten dient (vgl. Bensberg 2013, 4). Die Funktionen des Schreibens sind sehr unterschiedlich. Durch das Schreiben kann Wissen erworben, strukturiert und weitergegeben werden. Dabei werden oftmals auch neue Ideen und erkannte Zusammenhänge generiert. Die soziale Leistung erbringt der Verfasser durch die Selbstwahrnehmung und die daraus resultierende Erfahrung über die eigene Persönlichkeit. (vgl. Pyerin 2001, 13)

Durch das Schreiben können unterschiedlichste Texte entstehen, dessen Formen Gabriele Bensberg in verschiedene Kategorien unterteilt:

- Private Texte sind eher informell und umfassen dabei das Schreiben von Notizen, die Verfassung von elektronischen Kurzmitteilungen wie beispielsweise E-Mails und Chatnachrichten sowie das Schreiben von persönlichen Briefen und Tagebüchern (ebd. 4f.).
- Vor dem Hintergrund formaler Kriterien gehören zum Schreiben auch das Verfassen offizieller Schriftstücke sowie beispielweise das Ausfüllen von amtlichen Formularen und Anträgen (vgl. Bensberg 2013, 6ff.).
- Studienrelevante Texte werden von Studierenden verfasst und bilden den Rahmen für Mitschriften von Vorlesungen, von wissenschaftlicher Literatur und Protokollen.
- Darüber hinaus sind prüfungsrelevante Textformen abzugrenzen, die beispielsweise das Verfassen von Handouts, Aufsätzen und Präsentationen sowie das Schreiben von Seminar- und Abschlussarbeiten beinhalten. (ebd. 8 – 12)

Schreibblockade

Die Schreibblockade wird als die „Unfähigkeit mit dem Schreiben zu beginnen oder es fortzuführen“ definiert (vgl. Girgensohn et al. 2012, 42). Dabei steht nicht nur der psychische und emotionale Aspekt der Störung im Fokus, sondern auch eine kognitive Dimension (ebd.). Schreibblockaden verursachen typischerweise Angst, Stress und Frust bei den Autoren und lassen für diesen das Schreiben zu einer Art „Qual“ werden. Schwierigkeiten beim Schreiben treten insbesondere während des Studiums sehr häufig auf und sind keine Ausnahmeerscheinung. (vgl. Pyerin 2001, 40)

3. Die wichtigsten Erscheinungsformen einer Schreibblockade

Eine Schreibblockade äußert sich im ersten Schritt und in den meisten Fällen mit dem Auftreten von Angstgefühlen (vgl. Püschel). Diese sind feststellbar, wenn es dem Verfasser ganz offensichtlich Schwierigkeiten bereitet, schon zu Beginn des Textes einleitende Worte zu finden (vgl. Kruse 2000, 24).

Zudem stellt die wachsende Selbstkritik eines Verfassers eine Erscheinungsform einer Schreibblockade dar, indem das geschriebene Ergebnis nicht dem eigenen Ideal oder einer vorher entwickelten Vorstellung entspricht (vgl. Kruse 2000, 23). Während des Schreibens kann der Verfasser daher unter einer ständigen Angespanntheit leiden (vgl. Bensberg et al. 2014, 232).

Hat der Verfasser mit dem Schreiben begonnen, werden Schreibprobleme erkennbar, sobald begonnene Texte immer wieder unterbrochen, anschließend neu geschrieben werden und kein Vorankommen in der Entstehung des Textes feststellbar ist (vgl. Püschel).

Blockaden beim Schreiben machen sich in der Praxis oftmals bemerkbar, wenn dem Verfasser die unangenehmen Pflichten wie beispielsweise die Arbeit im Haushalt plötzlich als sehr reizvoll erscheinen (vgl. Dirr 2014). Diese problematische Verhaltensweise wird oft als „Aufschieberitis“ bezeichnet oder im Fachjargon auch „Prokrastination“ genannt (vgl. Bensberg 2013, 27). Bleibt die Arbeit dabei komplett nebensächlich und unangetastet auf dem Schreibtisch liegen, spricht man von einer totalen Blockade (vgl. Keseling 2004, 14).

Darüber hinaus sind bei einer Schreibblockade offensichtliche Unkonzentriertheit zu erkennen. Dies führt dazu, dass der Verfasser einst vorgesehene Arbeitszeiten regelmäßig verkürzt, sich schnell ablenken oder von zum Schreiben alternativen Handlungen schnell verlocken lässt. (vgl. Püschel) Schreibblockaden können neben allgemeinen Konzentrationsproblemen sogar durch körperliche Beschwerden sichtbar werden (vgl. Bensberg 2013, 28).

4. Mögliche Ursachen für eine Schreibblockade

Eine der wichtigsten Ursachen für Schreibblockaden ist die „Angst vor dem leeren Blatt“ (vgl. Kruse 2000, 24). Der Druck, der bei dem Anblick eines leeren Blattes, das zu füllen ist, entstehen kann, löst oftmals ungeordnete Gedanken und Gefühle im Kopf aus. Diese können meist nur noch sehr schwer in einen roten Faden umgewandelt werden und lassen eine Überlastungssituation für den Verfasser entstehen. (ebd.)

Ungeordnete Gedanken sind ursächlich mangelndem Wissen zuzuordnen (vgl. Kruse 2000, 24). Die Auffassung, dass im ersten Schritt unbedingt das klare und strukturierte Denken dem erfolgreichen Schreiben vorangeht, ist weit verbreitet, mittlerweile jedoch durch die Forschung widerlegt (vgl. Pyerin 2001, 13).

Eine weitere Ursache einer Schreibblockade ist die Anforderung an sich selbst, hervorragende Werke, die man in den Bibliotheken finden kann, ohne weiteres genauso gut schreiben zu können. Dabei wird oftmals nicht beachtet, dass die meisten Publikationen sehr viele Lern- und Arbeitsschritte vor der finalen Veröffentlichung erfordern. (vgl. Kruse 2000, 23) Dies macht deutlich, dass es insbesondere Studierenden an Kenntnissen über die die Anforderungen der Universitäten und über die notwendigen Arbeitstechniken mangelt (vgl. Püschel). Antworten auf die Frage nach einer guten Vorbereitung und der schrittweisen Entwicklung eines Textes sind bis dato oftmals unbekannt (vgl. Kruse 2000, 24).

Hinzu kommt, dass die zu verfassenden Texte beispielsweise im Studium oftmals von einer mächtigen, höheren Instanz, zum Beispiel durch den verantwortlichen Dozenten bewertet werden. Damit kann bereits im Vorfeld die Angst eines Misserfolgs durch diese einzige Bewertung hervorgerufen werden. (vgl. Bensberg 2013, 13) Die dadurch entstehenden Blockaden und Hemmungen spiegeln erneut wider, welche Angst der Verfasser davor haben kann, sich nicht klar und deutlich und für den Leser verständlich über seine eigenen Gedanken ausdrücken zu können (vgl. Kruse 2000, 24). Aufgrund der Beachtung der bevorstehenden Meinung anderer kann somit eine große Vorsicht, Zurückhaltung und sogar Mutlosigkeit hervorgerufen werden (vgl. Kruse 2000, 25).

5. Möglichkeiten zur Überwindung von Schreibblockaden

5.1 Überwindung von Schreibblockaden aus eigener Kraft

Im ersten Schritt können Schreibblockaden aus eigener Kraft überwunden werden, indem das Bewusstsein für die Komplexität des Schreibens gestärkt wird. Dieses Bewusstsein schafft eine Sensibilität für die Anforderungen an sich selbst und für die Zeit, die zur Entwicklung der eigenen Schreibmöglichkeiten schlichtweg notwendig ist. Insbesondere Studierende sollten das Schreiben nicht als erforderliche Voraussetzung, sondern vielmehr als eine Qualifikationsmöglichkeit über mehrere Jahre ansehen. (vgl. Kruse 2000, 23) Für die Überwindung von Schreibblockaden aus eigener Kraft ist es somit unabdingbar, ausreichend Zeit für das sukzessive Erlernen des Schreibens einzuplanen (vgl. Püschel). Dabei ist es sehr wichtig zu beachten, dass der Fortschritt beim Schreiben ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist. Das Überarbeiten eines Textes, welches bereits in den Anfängen des Schreibens praktiziert wird, kann den Verfasser am Vorankommen hindern. (vgl. Dirr 2014)

Um Fortschritte beim Schreiben machen zu können, sollte der geplante Inhalt des Textes unbedingt das Interesse des Verfassers erfahren. Ratsam ist es also, sich zu verschiedenen Zeitpunkten, auch außerhalb der Schreibzeiten, mit den Themen, über die der Verfasser schreiben möchte, zumindest gedanklich zu beschäftigen. (vgl. Bensberg 2013, 16) Geht es dann in die praktischen Anstrengungen, sorgt eine übersichtliche Gliederung für die notwendige Struktur (vgl. Bensberg 2013, 16). Um Schreibblockaden aus eigener Kraft bewältigen zu können, sind auch die allgemeinen Gegebenheiten für das Schreiben zu beachten. Der Verfasser sollte selbst ein Bewusstsein dafür entwickeln wie viel Zeit das Schreiben in Anspruch nehmen darf und wie viel Zeit danach oder auch zwischendurch für andere Aktivitäten einzuplanen ist. (vgl. Bensberg et al. 2014, 236) Auch der Austausch mit anderen ist wichtig, um Allgemeines aber auch die Themen, die der angestrebte Text behandelt, besprechen zu können (ebd.).

Neben den erforderlichen Kenntnissen und Denkleistungen des Autors geht es vor allem auch um Gefühle, die den Schreibprozess begleiten und sogar steuern können (vgl. Pyerin 2001, 9). Über all die methodischen Vorgehensweisen und der Sensibilität für die Herausforderungen des Schreibens hinaus, helfen am Ende oftmals nur Mut (vgl. Kruse 2000, 25), „einfach drauflos zu schreiben“ (Pyerin 2001, 9) und eine gesunde Gelassenheit an den Tag zu bringen (ebd.).

5.2 Überwindung von Schreibblockaden mit professioneller Hilfe

Für die Überwindung von Schreibblockaden mittels professioneller Hilfe bieten Beratungsstellen an Universitäten, sogenannte Schreibzentren oder Schreiblabore, Abhilfe. Das Angebot der Schreibberatung richtet sich nicht nur an Verfasser mit akuten Schwierigkeiten, sondern kann auch bei trivialen Dingen wie das Finden von Themen oder der angemessenen Ausdrucksweise behilflich sein. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Beratungsstellen, den Verfassern die Angst vor deren Dozenten als „einziger Leser des Textes“ zu nehmen. (vgl. Dirr 2014)

Am Beispiel eines Schreiblabors werden mögliche Fragestellungen bei der Beratung von blockierten Autoren deutlich: Wie gehen die Autoren vor Beginn des Schreibens vor? Wie kommen sie mit dem Schreiben zurecht? Welche Verzögerungen gibt es? Wie wird das Schreiben empfunden? Welche Gefühle werden beim Schreiben hervorgerufen? Und welche Rolle spielt der Leser beim Schreiben des Textes? Auf der Grundlage der beantworteten Fragen entstehen Blockadetypen, mit denen man in, wenn notwendig, nachfolgenden Sitzungen arbeitet. (vgl. Keseling 2004, 29ff.)

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Umgang mit Schreibblockaden und Methoden, diese zu überwinden
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
2,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V341751
ISBN (eBook)
9783668315679
ISBN (Buch)
9783668315686
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umgang, schreibblockaden, methoden
Arbeit zitieren
Lena Andrikowski (Autor), 2016, Umgang mit Schreibblockaden und Methoden, diese zu überwinden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341751

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