Grundlagen des Ingredient Branding. Definitionen, Voraussetzungen, Chancen und Risiken


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016
18 Seiten, Note: 1,3
Julia R. (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition des Ingredient Branding
2.1 Begrifflich- systematische Grundlegung
2.2 Ziele
2.3 Charakteristische Funktionsweise
2.4 Kommunikationspolitik

3 Voraussetzungen

4 Chancen

5 Risiken

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Management Summary

In der folgenden Arbeit wird die Ingredient Branding-Strategie erläutert. Der erste einleitende Teil beschäftigt sich mit der Definition des Ingredient Branding. Diese besteht aus der Begrifflich- systematischen Grundlegung, den Zielen, der charakteristischen Funktionsweise und der Kommunikationspolitik. Der Begriff des Ingredient Branding wird wie folgt, im ersten Teil definiert. Dabei handelt es sich um eine marktstufenübergreifende Markenpolitik (Branding) für eine integrierte Produktkomponente (Ingredient). Das übergeordnete Ziel des Ingredient Branding ist es, gegenüber dem Endkunden wahrgenommen zu werden. Es soll dabei einen Mehrwert darstellen und so eine erhöhte Kundenloyalität erreichen. Außerdem soll durch die Strategie der Substitutionsgefahr entgegengewirkt werden. Für die charakteristische Funktionsweise müssen Märkte und Wettbewerber analysiert werden. Als Grundprinzip dient dabei die Push- und Pull-Strategie. Die Strategie stellt die Möglichkeiten der Absatzförderung dar. Der Kommunikationspolitik dienen mehrere Kommunikationsansätze. Der Ingredient Branding-Hersteller wendet dabei das autonome und das kooperative Vorgehen an. Bei beiden Vorgehen steht eine Vielzahl von Standardinstrumenten der Vermarktung zur Verfügung. Die Voraussetzungen werden im zweiten Teil erläutert. Dabei ist wohl die wichtigste Voraussetzung, dass das Vorprodukt ein wesentlicher Bestandteil des Endprodukts sein muss. Zusätzlich ist es von Vorteil, auf einen nicht erschlossenen Markt einzutreten. Die Chancen werden im dritten Teil aufgezeigt. Das Vorprodukt würde ohne die Strategie nicht wahrgenommen werden. Deswegen ist die größte Chance für den Hersteller aus der Anonymität austreten zu können. Dem gegenüber stehen jedoch zahlreiche Risiken, die im vierten Teil ausgeführt werden. Dabei spielt vor allem der hohe Kosten- und Zeitaufwand eine Rolle. Der Schluss, welcher aus dieser Arbeit gezogen werden kann, ist das die Ingredient Branding-Strategie eine einmalige Chance darstellt und sie zu enorm wirtschaftlichen Erfolg führen kann

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Push- und Pull-Prinzip des Ingredient Branding

Abbildung 2: Marktteilnehmer

Abbildung 3: Chancen für Ingredient Branding-Hersteller

Abbildung 4: Risiken für Ingredient Branding-Hersteller

1 Einleitung

In Anbetracht der Globalisierung und des damit einhergehenden Wettbewerbsdruck, wird es für Unternehmen zunehmend schwieriger sich den allgemeinen sowie den branchenspezifischen Marktbedingungen zu behaupten. Dies gilt vor allem für Vorprodukthersteller. Sie sind durch den zunehmenden Preisdruck und der Austauschbarkeit der Produkte besonders wettbewerbs- und hersteller-abhängig. Um dem entgegenzuwirken, wenden Vorprodukthersteller die Strategie des Ingredient Branding an. Durch die Markenstrategie werden die verbauten Produkte in den Wahrnehmungsbereich der Endkunden gerückt. Mithilfe dieser treten die integrierten Hersteller aus der Anonymität und entgehen der Austauschbarkeit. Sie grenzen sich von der Konkurrenz ab und sichern sich einen Wettbewerbsvorteil. Da die Strategie jedoch sehr kosten- und zeitaufwendig ist, stellt sich die Frage für Vorprodukthersteller, ob es für sie überhaupt lohnenswert ist. Vor ab muss sich deswegen der Produktkomponentenhersteller fragen, ob nicht seine Produkte auch ohne Strategie ausreichend abgesetzt werden können und ob es sich überhaupt für ihn lohnt, aus der Anonymität auszutreten. Dahin gehend beschäftigt sich das Hauptziel der Arbeit, die Möglichkeiten des Ingredient Branding-Konzepts darzustellen und auf dessen Reichweite hin zu untersuchen. Nachfolgend soll die Arbeit Einblick in das Thema Ingredient Branding geben. Eingangs wird der Begriff des Ingredient Branding näher beleuchtet, um sich anschließend mit den Grundlagen und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie zuzuwenden. Dabei werden Abbildungen ausgewertet und auf Erfolgsbeispiele eingegangen. Bei dem Unternehmensbeispiel Intel wurde dabei auf persönliche Erfahrung, entstehend aus dem Praxissemester, zurückgegriffen. Anschließend werden Chancen und Risiken erläutert und abgewägt.

2 Definition des Ingredient Branding

2.1 Begrifflich- systematische Grundlegung

Ingredient Branding stammt ursprünglich aus dem Englischen und bedeutet wortwörtlich: die Markierung von Bestandteilen. Dabei handelt es sich um eine marktstufenübergreifende Markenpolitik (Branding) für eine integrierte Produktkomponente (Ingredient).[1] Bei der mehrstufigen Markenpolitik werden alle Nachfrager der folgenden Marktstufen in das Marketing eines Vorprodukts einbezogen. In dieser Weise reichen sie bis hin zum Endkunden.[2] Die Produktkomponente wird durch die Weiterverarbeitung in das Endprodukt verbaut. Dadurch ist sie ein wesentlicher Bestandteil von diesem. Aufgrund dessen bleibt das Ingredient Produkt auf nachfolgenden Stufen für den Abnehmer eigentlich unsichtbar.[3] Folglich muss es dem Zulieferunternehmen durch die mehrstufige Markenstrategie gelingen, von dem Endnachfrager wahrgenommen zu werden. Um als wichtiger Bestandteil des Gesamtproduktes in der Nutzenwahrnehmung relevant zu werden.[4] Das Ingredient Branding agiert dabei auf der vertikalen Absatzstufe. Zulieferer und Endprodukthersteller, von Unternehmen auf vor- und nachgelagerter Wertschöpfungsstufe, Kooperieren dabei zusammen. Daher wird die Ingredient Branding-Strategie auch als mehrstufige Markenstrategie bezeichnet.[5] Beispielhaft ist die Marke (Brand) Intel als Ingredient Brand. Intel ist Hersteller eines Vorprodukts (Hersteller für Mikrochipprozessoren) die neben dem Hauptprodukt (zum Beispiel Acer, als Endprodukt des Notebooks) als zusätzliche Markierung für den Endnachfrager deutlich zu erkennen ist.[6]

2.2 Ziele

Die Zielsetzung des Ingredient Branding besteht darin, die Marke in der Psyche der Nachfrager zu verankern. Dabei soll die Marke, mit einer bestimmten Markeneigenschaft, eine dominierende Stellung einnehmen. Der Endkunde soll so, bewusst auf das einbaute Produkt achten und dieses spezifisch Nachfragen.[7] Strategisch schafft das Wahrnehmungs- und Wertpräferenzen, bei der jeweiligen Zielgruppe. Der Aufbau von Kundenloyalität steht dabei im Fokus.[8] Zudem soll die Verringerung der Preissensibilität aufseiten der Kunden erfolgen. Die Verringerung der Substitutionsgefahr und die Schaffung von Eintrittsbarrieren sollen einen Wettbewerbsvorteil sichern.[9] Als Ziel daraus, resultiert die Möglichkeiten der differenzierten Marktbearbeitung.[10]

2.3 Charakteristische Funktionsweise

Das Unternehmen muss bestimmte charakteristische Funktionsweisen beachten, um erfolgreich in den Markt einzutreten. Vor der Strategiefindung müssen dafür zahlreiche unternehmensexterne Einflussfaktoren berücksichtigt werden. Anhand derer erkennt man schon vorab, ob die Implementierung und Anwendung einer Ingredient Branding-Strategie langfristig überhaupt sinnvoll wäre. Zu den zwei wichtigsten Faktoren zählen dabei die Branche, in der das Unter-nehmen tätig ist und die Intensität des Wettbewerbs. Zusätzlich wirkt eine tragende Funktion hinsichtlich der dabei der zugesicherten Eigenschaft und der Leistung des jeweiligen Endprodukts darauf ein.[11] Dabei ist der Hauptfaktor die Schlüsselfunktion, der den Mehrwert des Produktes darstellt. So ist beispielsweise die Leistungsfähigkeit eines Computers in erster Linie von dem eingebauten Prozessor abhängig. Jedoch ist die Schlüsselfunktion bei einem Auto schwierig zu bestimmen. Ausschlaggebend ist dabei, die Produktkomplexität und die Anzahl der Einzelteile. Der Kunde kann sich bei der Wichtigkeit und Bedeutung der verbauten Produkte nicht für den entscheidenden Mehrwert festlegen. Denn sowohl Bremsen also auch Airbag oder die Innenraumausstattung sind entscheidend.[12] Der Erfolg der Strategie ist demzufolge maßgeblich an der Branche, den geringen Zulieferherstellern und dem darzustellenden Mehrwert des Endprodukts festzulegen. Als Grundlage des Ingredient Branding dient die Push- und Pull-Strategie. Das Grundprinzip bilden dabei die Marktstimulierung und die Absatzförderung.[13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Push- und Pull-Prinzip des Ingredient Branding

Quelle: Julia Röß in Anlehnung an: Pförtsch, W.; Müller, I., 2006, S. 24.

Wie in Abbildung 1 zu entnehmen ist, wird mithilfe der Push-Strategie ein Angebotsdruck von dem Ingredient Branding-Hersteller auf den Hauptprodukt-hersteller ausgeübt. Der Vorprodukthersteller will dabei mit monetären und nicht monetären Anreizen zur Abnahme der Produkte schaffen. Monetäre Anreize können dabei, beispielsweise eine Entlohnung bei Produktintegration, Entlohnung bei Abnahmemengen oder auch geteilte Marketingkosten bei Marketingkampagnen darstellen. Beide Hersteller können auch durch die nicht monetären Anreize voneinander profitieren. Da es meist wenig Ingredient Branding-Hersteller in einer Branche gibt, kann durch einen Zusammenschluss der Wettbewerb beschränkt werden. Zudem können beide Seiten vom jeweiligen technologischen Fortschritt und Image des anderen, sich einen Vorteil verschaffen. Nachfolgend wird dann mit der Push-Strategie ein Angebotsdruck gegenüber dem Endkunden ausgeübt, damit der Kunde zum Kauf bewegt wird. Dabei kann nicht nur der Hauptprodukthersteller allein, sondern auch, in Kooperation mit dem Ingredient Branding-Hersteller, das Produkt bewerben. Verkaufsfördernde Maßnahmen wären dabei alle Produktspezifische Werbemaßnahmen, wie beispielsweise Produktwerbespots in der Fernsehwerbung. Bei der Pull-Strategie soll durch verkaufsfördernde Maßnahmen, eine Nachfrage der Marke entstehen. Dabei wirbt der Ingredient Branding-Hersteller mit seinen Produkten oder mit seiner Marke selbst. Durch die Intel Inside Kampagne in den 90er Jahren entstand so, zum Beispiel eine Nachfrage an der Marke Intel und deren Produkten.[14] Die Nachfrage löste dementsprechend einen nachgelagerten Nachfragesog aus. Ebendieses hat zur Folge, dass der Hauptprodukthersteller aufgrund des großen Nachfragedrucks dazu gedrängt wird, die Zulieferer Komponente in sein Hauptprodukt einzubauen. Beide Prinzipien dienen dem Ziel, Einfluss auf die Kaufentscheidungen der Endkunden zu nehmen.

2.4 Kommunikationspolitik

Zur geeigneten Strategiewahl stellt die Kommunikationspolitik ein weiteres Entscheidungskriterium dar. Für die Vermarktung der Ingredient Branding Produkte stehen dem Vorprodukthersteller dabei verschiedene Vertikalketten zur Verfügung. Die Vermarktung erfolgt gemäß der angebotenen Leistung, in mehrstufigen Märkten. Vertikalketten können sich aus weiterverarbeitenden Herstellern, zwischengeschalteten Handelsstufen, Endproduktherstellern und den Endabnehmern zusammensetzen. Entscheidungen über die vertikale Reichweite des Markenkonzepts sind dabei richtungsweisend.[15] Generelle Kommunikationsziele bestehen gegenwärtig in der Schaffung von Aufmerksamkeit, dem Wecken von Bedürfnissen, einer hohen Markenbekanntheit, ein starkes Markenimage sowie der Schaffung von Markenvertrauen.[16] Aufgrund dessen soll eine emotionale Bindung zwischen den Endkunden und der Ingredient Brand aufgebaut werden. Zudem sind zwei zentrale Herausforderungen in der Kommunikationspolitik relevant. Die Herausforderungen bilden die Sicherstellung der Wahrnehmung und die Erhöhung der Endkundenrelevanz dar.[17] Um den Herausforderungen entgegenzuwirken, stehen der Strategie Standardinstrumente zur Verfügung. Zu den Standardinstrumenten der Kommunikationspolitik zählen hauptsächlich vier Ansätze. Zum einen die Werbung. Sie beinhaltet Werbung in Hörfunk, Plakat, Fernsehen sowie Onlinewerbung. Außerdem zählen Anzeigen in Fach- und Publikumszeitschriften dazu.[18] Zudem werden mit der Verkaufsförderung beziehungsweise Sonderaktionen geworben. Es handelt sich dabei um kurzfristige absatzfördernde Kaufanreize. Zum Beispiel spezielle Warenpräsentationen, Sonderrabatte und Sonderwerbeaktionen. Ein weiterer Ansatz ist die persönliche Präsentation. Die Produkte werden direkt gegenüber den Kaufinteressenten vorgestellt. Außerdem fördert die Öffentlichkeitsarbeit das Image und Auftreten des Unternehmens in der Öffentlichkeit.[19] Bei der Auswahl der Standardinstrumente stehen dem Ingredient Branding-Hersteller optional zwei vorgehen, zur Umsetzung der Kommunikationspolitik, zur Verfügung. Das Autonome und das kooperative Vorgehen, in Zusammenarbeit mit dem Herstellerunternehmen.[20] Ob die Strategie mit oder ohne Partner realisiert wird, hängt unter anderem von der aktuellen Produktwerbung der Hersteller ab. Je nachdem wie und welche Endprodukte die Hersteller mit wem gerade vermarkteten. Bei der autonomen Kommunikation wirbt nur der Ingredient Branding-Hersteller mit seiner Marke oder Produkten und Technologien. Bei dem kooperativen Vorgehen werben die Hersteller zusammen für ein Produkt. Dabei stehen zwei Kommunikationsmaßnahmen für die Vorgehensweise zur Verfügung. Zum einen die Herausstellung von Hauptprodukten in der eigenen Kommunikation des Ingredient Branding-Herstellers. Dabei wirbt beispielsweise Intel für einen Endhersteller. Bei der zweiten Maßnahme stellt der Endprodukthersteller das Vorprodukt in der eigenen Kommunikation vor.[21] Beispielsweise ist es häufig bei der Fernsehwerbung von Notebookherstellern der Fall. Diese werben mit dem Produkt und fügen den Zusatz ein, dass ein Intel Prozessor verbaut ist. Zudem führen sie die jeweiligen Eigenschaften auf. Bei der kommunikativen Umsetzung ist die Präsentation der Ingredient Brand für die Identifizierbarkeit beim Endkunden entscheidend. Für die Kennzeichnung der Produkte werden dabei Etiketten, Anhänger und Aufkleber an diesen angebracht.[22] Die Markierung von GORE-TEX erfolgt durch die auffällige Größe des angebrachten Etiketts an den Textilien wie bei Jacken. Die Etiketten sind dabei größer als die der Endproduktmarken. Somit kann der Endkunde sofort die eingebaute Ingredient Brand erkennen und verbindet die Marke wieder mit Qualität.[23] Jede Kommunikationsmaßnahme muss den Zielen der Kommunikation dienen und zum Erhalt beziehungsweise zur Steigerung des Markenwerts der Ingredient Brand beitragen.[24]

3 Voraussetzungen

Gerade im Konsumgüter- als auch im Industriegüterbereich haben vor allem Komponentenhersteller es schwer sich im Wettbewerb zu profilieren. Um der Austauschbarkeit und Anonymität entgegenzuwirken, eignet sich daher das Konzept des Ingrediens Branding.[25] Dabei ist es von Vorteil, wenn das Unternehmen bei der Ingredient Branding-Strategie der Erste auf dem neu erschlossenen Markt ist. Man kann Markteintrittsbarrieren folglich entgegenwirken.[26] Für die Strategie müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Unabdingbar ist dabei die Tatsache, dass das Vorprodukt ein wesentlicher Bestandteil des Endprodukts sein muss.[27] Zudem ist es notwendig die Wünsche und Bedürfnisse der Endverbraucher auf den unterschiedlichen Marktstufen zu kennen. Produktvorteile können so bestmöglich kommuniziert werden.[28] Die Unique Selling Proposition (USP) des Ingredient Brand-Anbieters stellt dabei die Basis der Voraussetzungen dar. Sie kann sich beispielsweise, durch eine überdurchschnittlich hohe Produktqualität, einem signifikanten Technologievorsprung, einem speziellen Know-how oder einer erfolgreichen Unternehmensgeschichte auszeichnen.[29] Erforderlich dabei ist, dass der Endkunde den USP erkennt und diese für ihn einen Mehrwert darstellt. Nur so wird er sich dann auch zukünftig für den Ingredient Brand entscheiden. Wie schon vorher erläutert findet der Endkunde einen solchen Mehrwert in der atmungsaktive Textilstruktur von der Marke GORE-TEX wieder. Der Mehrwert ist in dem technologischen Vorteil wiederzufinden. Die Materialien sind sowohl wasser- und winddicht als auch atmungsaktiv.[30] Beim Einkauf von wetterfester Kleidung lässt sich der Endkunde nur mit der Tatsache, dass in dem gewünschten Produkt GORE- TEX verbarbeitet ist vom Kauf überzeugen. Die Marke des Ingredient Branding-Herstellers dient ihm dabei als ausreichender Qualitätsindikator.[31] Eine weitere Voraussetzung für den Erfolg der Ingredient Branding-Strategie ist die Realisierung einer Win-Win-Situation für alle beteiligten Partner.[32] So ist mit größter Sorgfalt die Prüfung des jeweiligen Partners durchzuführen. Sowohl von Vorprodukt- als auch von Endproduktherstellerseite.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Marktteilnehmer

Quelle: Julia Röß in Anlehnung an: Pförtsch, W.; Müller, I., 2006, S. 33.

Wie aus Abbildung 2 zu entnehmen ist, müssen zwei Bedingungen gegeben sein. Zum einen muss eine einer hohen Anzahl der Endprodukthersteller am Markt bestehen, zum anderen dürfen nur wenige Vorprodukthersteller als Marktteilnehmer im Markt agieren. Dementsprechend sind Ingredient Branding Produkte ungeeignet, die wenig Endproduktherstellern und vielen Vorproduktherstellern im Markt ausgesetzt sind. Durch die hohe Anzahl der Hauptprodukthersteller ist, wie bereits vor ab erörtert, es wichtig eine genaue Prüfung des Partners vorzunehmen. Von dem jeweiligen Partner hängen, zu gleichermaßen, alle Erfolgsfaktoren ab. Dabei ist es sehr wichtig, dass der Ingredient Branding-Hersteller so wenig Wettbewerb wie möglich ausgesetzt ist. Nur so kann er seinen Markenwert steigern. Er muss sich deswegen gut überlegenen, mit wem er langfristig zusammenarbeitet. Um den Wert der Marke nicht zu gefährden. Ein Hauptprodukthersteller würde davon natürlich profitieren. Dies kann jedoch auch zu einem einseitig dominierten Machtverhältnis vonseiten des Vorproduktherstellers führen. Tetra Pak ist beispielsweise ein führender Anbieter von Verpackungssystemen für flüssige Nahrungsmittel. Dabei ist es weltweit das einzige Unternehmen die Komplettlösungen für die Milch- und Getränkeindustrie anbieten.[33] Durch den technologischen Vorteil sind viele Endprodukthersteller auf die Zusammenarbeit mit Tetra Pak angewiesen. Um auch den Qualitätsanspruch ihrer Endkunden erfüllen zu können. Aufgrund der Abhängigkeit, die dadurch entsteht, müssen sich die Hersteller beiderseitig vertrauen. Nur so kann ein Nutzen generiert werden. Der Nutzen hat dann eine positive Auswirkung auf die Steigerung der Markenbekanntheit. Ebendies generiert dann wiederum auf beiderseits höhere Absatzzahlen.

[...]


[1] Vgl. Mattmüller, R.; Irion, T.; Götting, P., 2009, S. 12.

[2] Vgl. Pförtsch, W.; Müller, I., 2006, S. 13.

[3] Vgl. Kleinaltenkamp, M., 2001, S. 263.

[4] Vgl. Burmann, C.; Launspach, J., 2010, S. 171.

[5] Vgl. Burmann, C.; Launspach, J., 2010, S. 170.

[6] Vgl. Tunder, R.; Behre, S., 2010, S. 246.

[7] Vgl. Burmann, C.; Launspach, J., 2010, S. 171.

[8] Vgl. Mattmüller, R.; Irion, T.; Götting, P., 2009, S. 10.

[9] Vgl. Pförtsch, W.; Müller, I., 2006, S. 34.

[10] Vgl. Mattmüller, R.; Irion, T.; Götting, P., 2009, S. 10.

[11] Vgl. Pförtsch, W.; Müller, I., 2006, S. 31.

[12] Vgl. Pförtsch, W.; Müller, I., 2006, S. 32.

[13] Vgl. Pförtsch, W.; Müller, I., 2006, S. 23.

[14] Vgl. Pförtsch, W.; Müller, I., 2006, S. 1.

[15] Vgl. Baumgarth, C.; 2009, S. 136.

[16] Vgl. Esch, F.; Honal, A., 2009, S. 75.

[17] Vgl. Baumgarth, C.; 2009, S. 137.

[18] Vgl. Pförtsch, W.; Müller, I., 2006, S. 61.

[19] Vgl. Pförtsch, W.; Müller, I., 2006, S. 62.

[20] Vgl. Esch, F.; Honal, A., 2009, S. 79.

[21] Vgl. Esch, F.; Honal, A., 2009, S. 80.

[22] Vgl. Baumgarth, C.; 2014, S. 474.

[23] Vgl. Nufer, G.; Anton, K.; Rennhak, C., 2012, S. 119.

[24] Vgl. Esch, F.; Honal, A., 2009, S. 83.

[25] Vgl. Mattmüller, R.; Irion, T.; Götting, P., 2009, S. 10.

[26] Vgl. Pförtsch, W.; Müller, I., 2006, S. 34.

[27] Vgl. Nufer, G.; Anton, K.; Rennhak, C., 2012, S. 113.

[28] Vgl. Esch, F., 2014, S. 508.

[29] Vgl. Tunder, R.; Behre, S., 2010, S. 254.

[30] Vgl. Tunder, R.; Behre, S., 2010, S. 250.

[31] Vgl. Tunder, R.; Behre, S., 2010, S. 251.

[32] Vgl. Baumgarth, C.; Hohmann, J., 2009, S. 217.

[33] Vgl. Schnedlitz, P.; Zopf, S., 2009 (Internetquelle), Stand: 17. April 2016.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Grundlagen des Ingredient Branding. Definitionen, Voraussetzungen, Chancen und Risiken
Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V342114
ISBN (eBook)
9783668318786
ISBN (Buch)
9783668318793
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundlagen, ingredient, branding, definitionen, voraussetzungen, chancen, risiken
Arbeit zitieren
Julia R. (Autor), 2016, Grundlagen des Ingredient Branding. Definitionen, Voraussetzungen, Chancen und Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342114

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