Franz Kafkas "Das Stadtwappen" als Prag-Text


Seminararbeit, 2015

18 Seiten, Note: 1,3


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Inhalt

Einleitung

1. Tripolis Praga und Kafkas Babylon
1.1. Das Stadtwappen
1.2. Schwellenstadt
1.3. Dreivölkerstadt

2. Das Stadtwappen in jüdischem Kontext
2.1. Die Prager Juden
2.2. Der Turmbau als Streben nach dem Göttlichen

3. Mythen und Sagen
3.1. Magisches Prag
3.2. Prag und Babylon
3.3. Das Stadtwappen als Antimythos

Fazit

Literatur

Franz Kafkas' Das Stadtwappen als Prag-Text

„Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld, ein vorzeitiges Abbrechen des Methodischen, ein scheinbares Einpfählen der scheinbaren Sache.“

(Franz Kafka)[1]

Einleitung

Der 1883 in Prag geborene Franz Kafka ist ein Schriftsteller, dessen Faszination man sich nur schwer entziehen kann. Sein Werk, fundamental anders als das anderer Autoren seiner Zeit, umstritten und einzigartig, gibt Literaturwissenschaftlern aus der ganzen Welt seit Jahren Rätsel auf und wird in der Sekundärliteratur nicht selten als vollkommen unverstehbar gewertet.[2]

Die wahrscheinlich 1920 entstandene und posthum veröffentlichte Erzählung Das Stadtwappen handelt von dem erfolglosen Versuch, einen Turm zu bauen, der bis in den Himmel reichen würde. Im Gegensatz zu anderen Prager deutschsprachigen Autoren wie Gustav Meyrink, Paul Leppin oder Oskar Wiener, die in ihren Werken teilweise eine detailgetreue Topographie Prags nachzeichnen, ist die Landschaft bei Kafka anonym gehalten. Während sich im Prozeß eine Szene im namentlich erwähnten Prager Dom abspielt, fehlen im Stadtwappen geographische Anhaltspunkte dieser Art komplett. Dies ist auch der Anknüpfungspunkt dieser Seminararbeit: Es wird herausgearbeitet, welche Parallelen zwischen dem von Kafka geschilderten fiktiven Handlungsort des Stadtwappens und dem realen Prag seiner Zeit bestehen und inwiefern sich die interpretativ aus dem Text gewonnenen Erkenntnisse auf die soziale, kulturelle und religiöse Situation in Prag anwenden lassen.

Nach Kafkas Selbstauffassung war das Leben eines Autors kaum von dessen Werk zu trennen. Da sich mit Hilfe der Tagebücher und Briefe in seinen Erzählungen, Romanen und Kurzgeschichten viele Analogien zu seinem Leben erkennen lassen, wird seine Biographie oft zum Verständnis seiner literarischen Texte herangezogen.[3]

Prag, zu dem er ein ambivalentes Verhältnis hatte, war für ihn lebenslang ein Ort, der ihn nicht losließ. Er schrieb selbst in einem Tagebucheintrag vom 9. März 1914: „Von Prag weggehen. Gegenüber diesem stärksten menschlichen Schaden, der mich je getroffen hat, mit dem stärksten Reaktionsmittel, über das ich verfüge, vorgehen.“[4]

Obwohl eine Deutungsweise, die sich allzu einseitig auf das Hinzuziehen biographischer Daten stützt, immer kritisch betrachtet werden sollte, ist nicht zu bezweifeln, dass das Werk Kafkas stark von seinem Lebens- und Schaffensumfeld geprägt wurde. Daher werden zur Erschließung des Textes biographische und kulturelle Aspekte hinzugezogen, neben denen vorwiegend textanalytisch gearbeitet wird.

Obwohl mittlerweile die Anzahl der Sekundärliteratur die der Primärtexte Kafkas weit übersteigt, hat die Forschung bis heute noch nicht zu einem einigen Kafka-Bild gefunden.

„Es ist das Schicksal und vielleicht auch die Größe dieses Werkes, daß es alle Möglichkeiten darbietet und keine bestätigt.“[5], schrieb Albert Camus über das Werk Kafkas, und so ist es auch bei der Deutung des Stadtwappens schwer, sich nicht in Spekulationen zu verlieren. Für eine umfassende Interpretation der Erzählung reichen die Kapazitäten dieser Arbeit in keinster Weise aus, weswegen der Schwerpunkt darin liegt, Parallelen zu Prag um 1900 herauszuarbeiten. Hierbei stütze ich mich auf die Eigenschaft Prags als Vielvölkerstadt, gehe auf den jüdischen Diskurs in Kafkas Werk ein und werde zuletzt die Verbindung von Prag und Babylon aufzeigen.

1. Tripolis Praga und Kafkas Babylon

1.1. Das Stadtwappen

Das Stadtwappen greift die Geschichte des babylonischen Turmbaus aus dem alten Testament auf und verknüpft sie mit der Motivik einer Faust im Wappen der Stadt. Der von Kafka dargestellte Turmbau ging, im Gegensatz zu seiner biblischen Vorlage, sehr langsam voran. Die Menschen schenkten dem Unternehmen selbst nicht allzu viel Aufmerksamkeit und verbrachten die Zeit stattdessen mit „Wegweisern, Dolmetschern, Arbeiterunterkünften und Verbindungswegen“.[6] Da dem grundlegenden Gedanken an den Turmbau mehr Wert beigemessen wurde als dem materiellen Bauprozess, verlagerte sich das Bauvorhaben immer weiter in die Zukunft. „Das Wissen der Menschheit steigert sich […] eine Arbeit, zu der wir ein Jahr brauchen, wird in hundert Jahren vielleicht in einem halben Jahr geleistet werden. […] Warum also schon heute sich an die Grenze der Kräfte abmühn?“[7] Streitigkeiten unter den Arbeitern, ausgelöst durch das Verlangen eines jeden, das ästhetisch ansprechendste Quartier zu haben, führten zu blutigen Kämpfen, die den Turmbau weiter entschleunigten. Die zweite und dritte Generation nach dem Beginn des Baus hatte die Sinnlosigkeit des Unterfangens zwar schon erkannt, jedoch war die gesamte Gesellschaftsstruktur bereits auf den Turmbau ausgerichtet und die Menschen waren zu sehr mit der Stadt verbunden, um sie zu verlassen. Da sie aus der diffizilen Situation keinen Ausweg sahen, äußerten sie in all ihren Liedern und Sagen die Sehnsucht nach einem prophezeiten Tag, an dem die Stadt von einer Riesenfaust zerstört werden würde. Hierfür stünde auch die Faust im Stadtwappen.[8]

1.2. Schwellenstadt

„Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, des Spitze bis an den Himmel reiche, daß wir uns einen Namen machen! denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.“[9], heißt es im alten Testament im 11. Kapitel des 1. Buch Mose. Der Turm von Babel ist hier für die Menschen ein Versuch, Himmel und Erde zu verbinden. Der Name „Babel“ wird ihnen schließlich nach der Sprachverwirrung von Gott gegeben: „Daher heißt ihr Name Babel, daß der HERR daselbst verwirrt hatte aller Länder Sprache und sie zerstreut von dort in alle Länder.“[10]

Der Name bedeutete, so Martin Luther, „Auff Deudsch/ Ein vermischung oder verwirrung“, nach einer anderen Herleitung meint er „Gottespforte“.[11]

Die Allegorie von Prag als einem „modernen Babel“ passt also auch in seiner Eigenschaft als Schwellenstadt. Dies geht schon auf die Gründung Prags zurück, da sich der tschechische Name „Praha“ etymologisch vom Wort „práh“ herleiten lässt, was „Schwelle“ bedeutet.[12] Heute spricht man auch oft von der „Mitte Europas“, da Prag eine Schwelle zwischen östlichem und westlichem Kulturkreis markiert.[13] Die Literaturwissenschaftlerin Susanne Fritz sieht Prag nicht nur auf einer geographischen Schwelle in dem Sinne, dass es durch die Moldau geteilt wird und an einem Ort gegründet wurde, wo sich eine Handelsstraße aus Mähren, Schlesien und Polen mit einer weiteren aus Wien kreuzte. Vielmehr spricht sie von einer geistig-esoterischen Schwellenlage, durch die Prag die Schwelle zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt markiere, auf literarischer Ebene sogar, wie Babel, die Welt der Menschen mit der Welt Gottes verbinde.[14]

1.3. Dreivölkerstadt

Prag zu Zeiten Kafkas war mit etwa 230.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt der Habsburger Monarchie. Die 32.000 Deutschen darunter stellten einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar, waren jedoch auch Mitursache jahrelanger erbitterter sozialer Unruhen. Die „Tripolis Praga“, in der Tschechen, Juden und Deutsche jahrhundertelang neben- und miteinander lebten, brachte viele Reibereien, Macht- und Geltungskämpfe mit sich, jedoch auch großen kulturellen Gewinn und eine der interessantesten Literaturen Europas.[15]

Im Gegensatz zum biblischen Turmbau zu Babel, an dessen Ende die Sprachverwirrung als Strafe Gottes steht, wird diese bei Kafkas Rezeption schon zu Anfang durch „Wegweiser“ und „Dolmetscher“ angedeutet.[16] Sie stellt jedoch keine Unterbrechung der städtischen Ordnung dar, vielmehr wird sie durch eine Ordnung ausgelöst, die „vielleicht zu groß“ war.[17] Demnach ist die Sprachverwirrung hier von Anfang an vorhanden und gehört zum Alltag der Bewohner.

Eine weitere Parallele lässt sich an der zeitlichen Unbegrenztheit dieses Zustandes festmachen. Bei Kafka zieht er sich zumindest durch mehrere Generationen: „Keine der folgenden war anders.“[18]

In der Geschichte Prags kann man eine ähnliche Beständigkeit ausmachen: Seit der Gründung des Bistums Prag im 10. Jahrhundert lebten (meist christliche) Tschechen, Deutsche und Juden, die entweder Deutsch oder Tschechisch sprachen, auf engem Raum zusammen.[19]

Auch die im Stadtwappen erwähnten „Streitereien“ und „blutigen Kämpfe“ können auf Kafkas Realität übertragen werden. So erlebte er beispielsweise als Kind die Aufstände, die die von dem österreichischen Ministerpräsidenten Kasimir Graf Badeni 1897 vorgeschlagene Sprachverordnung hervorrief. Die Verordnung, nach der das Tschechische im Amtsgebrauch dem Deutschen gleichgestellt werden sollte, scheiterte, woraufhin Prag infolge der ausbrechenden Badeni-Krise von einer Pogrom-Welle erschüttert wurde.[20]

In Bezug auf die gesellschaftliche Nicht-Zugehörigkeit und Suche nach Identität deutscher Juden in Prag warf der Prager Germanist Pavel Eisner die umstrittene These des „Dreifachen Ghettos“ auf. Er schrieb: „Es war ein religiöses Ghetto ohne Gott, ein nationales Ghetto vom Deutschtum losgelöster deutscher Dichter, ein soziales Ghetto entbürgerlichter Bürger, eine Künstlerexistenz, in der der wahre Glaube an die Kunst zumindest in Frage gestellt war.“[21]

Kafka erlebte zwar keinen babylonischen Turmbau, jedoch viele andere architektonische Änderungen Prags mit. Ein Aufschwung im Handel und in der Industrie führte zu einer Verkehrsrevolution und somit zum weitläufigen Ausbau des Straßenbahnnetzes, was die Atmosphäre des öffentlichen Raumes maßgeblich veränderte. Außerdem konnte er miterleben, wie Prag 1894 erstmals mit elektrischem Licht beleuchtet wurde. Kinos und Musikhäuser wurden gebaut und der technische Fortschritt muss überall zu spüren gewesen sein.[22]

Eine drastische architektonische Neuerung stellte die vollständige Assanierung des Prager Viertels Josefov dar. Nachdem 1848 die Judenstadt als fünfter Stadtteil an Prag angegliedert und zu Ehren des aufgeklärten Kaisers Joseph II. in Josefstadt umbenannt wurde, verließen viele reiche Juden das Viertel und es wurde vor allem von armen Christen meist tschechischer Herkunft bevölkert. Das Viertel wurde zum Ghetto mit fürchterlichen Lebensbedingungen und einer hohen Kriminalitätsrate, in der Literatur bot es die Kulisse für die Darstellung der Ausgestoßenen und sozial Schwachen. Im Rahmen des 1893 verabschiedeten Assanierungsgesetzes wurde ein Großteil der uralten Gebäude, nicht fern von Kafkas Geburtshaus, abgerissen und von Grund auf erneuert. Viele Bewohner konnten sich dort nicht mehr zurechtfinden und es entstand ein verlorener Ort, der in der Literatur oft zum Handlungspunkt mythischer und traumartiger Erlebnisse wurde.[23]

„Das Wesentliche des ganzen Unternehmens ist der Gedanke, einen bis in den Himmel reichenden Turm zu bauen. Neben diesem Gedanken ist alles andere nebensächlich.“[24]

Das Wesentliche im Stadtwappen gelingt nicht, weil man sich mit anderen Sachen ablenkt. Man steht vor einer Aufgabe, die nicht in einer Generation vollbracht werden kann. Es gibt kein konkretes Ziel, „der Himmel“ ist kein klar definierter Raum. Es „war auf keine Weise zu erwarten“[25], dass der Turm in einer Generation aufgebaut werden kann.

Im Stadtwappen beschreibt Kafka, wie die eigentliche Aufgabe, nämlich der Turmbau, der aus dieser Sicht für den gesellschaftlichen Aufstieg der Stadt stehen könnte, immer weiter in die Zukunft verlegt wird, da sich die Bewohner an Verständigungsproblemen und Machtkämpfen abarbeiten. Diese Probleme sind vom Beginn des Unterfangens an schon vorhanden und werden zum eigentlichen Lebensinhalt.

2. Das Stadtwappen in jüdischem Kontext

2.1. Die Prager Juden

Der Mythos des babylonischen Turmbaus wird in der Prager Literatur vor allem von deutsch-jüdischen Schriftstellern aufgegriffen, die sich in der Gesellschaft in Kafkas Generation häufig als die „ewig anderen“ wahrnahmen und sich nur schwer assimilieren konnten.[26]

Kafka selbst wurde in eine jüdische Familie hineingeboren, die ihren Glauben größtenteils aufgegeben hatte und einzig an den hohen Feiertagen die Synagoge besuchte. Allerdings lebte er den Großteil seines Lebens in der Nähe der Prager Altstadt und des ehemaligen jüdischen Viertels, wodurch er regelmäßig mit jüdischer Religion und Kultur in Kontakt kam.[27] Obwohl viele seiner jüdischen Zeitgenossen, darunter auch Kafkas enger Freund Max Brod, sich aus Sehnsucht nach Zugehörigkeit dem Zionismus zuwandten, lässt sich Kafka nicht in ein starres Dogma pressen. Es ist anzunehmen, dass das Judentum, trotz, oder vielleicht sogar wegen seiner Versuche, sich mit ihm zu identifizieren, einen großen Einfluss auf Kafka gehabt hat: „Die 'Selbstwehr'[28] las er treu jede Woche, seine Schwester Ottla ermutigte er, Landwirtschaft zu lernen, und zumindest im letzten Lebensjahr war er entschlossen – so entschlossen, wie eben Kafka je war – nach Palästina auszuwandern.“[29]

Die ihm verschlossene Religion seiner Vorfahren übte auf Kafka eine Anziehungskraft aus, der er sich nur schwer entziehen konnte. So habe er einmal dem Prager Schriftsteller Gustav Janouch gegenüber geäußert: „In uns leben noch immer die dunklen Winkel, geheimnisvollen Gänge, blinden Fenster, schmutzigen Höfe, lärmenden Kneipen und verschlossenen Gasthäuser. Wir gehen durch die breiten Straßen der neu erbauten Stadt. Doch unsere Schritte und Blicke sind unsicher. Innerlich zittern wir noch so wie in den alten Gassen des Elends. Unser Herz weiß nichts von der durchgeführten Assanation. Die ungesunde alte Judenstadt in uns ist viel wirklicher als die hygienische Stadt in uns.“[30]

2.2. Der Turmbau als Streben nach dem Göttlichen

Sich keiner ethnischen und religiösen Gruppe vollkommen zugehörig fühlend, arbeitete sich Kafka an seiner ganz persönlichen Sprachverwirrung ab: Im Juni 1921 schilderte er in einem Brief an Max Brod die „Unmöglichkeit, nicht zu schreiben, […] Unmöglichkeit, deutsch zu schreiben, (und) […] Unmöglichkeit, anders zu schreiben.“[31]

Es ist daher wenig verwunderlich, dass er von der Thematik des babylonischen Turmbaus fasziniert war. Hartmut Binder spricht in Bezug auf jenes Bild sogar von einem zentralen Motiv in Kafkas Werk.[32] Zumindest sicher kann man sagen, dass das Stadtwappen nicht das einzige Werk ist, das Bezug auf Babylon nimmt. Die 1917 entstandene fragmentarische Erzählung „Beim Bau der chinesischen Mauer“ ähnelt dem „Stadtwappen“ in vielen Punkten: Auch hierbei geht es um ein generationenübergreifendes Bauvorhaben, welches die Grundlage der Gesellschaft bildet. Der Bau der chinesischen Mauer wird vom Erzähler als „Leistung, die wenig hinter dem Turmbau von Babel zurücksteht“[33] gewertet. Des Weiteren zitiert er einen Gelehrten, der die These vertreten habe, dass der Turmbau in Wirklichkeit an der Schwäche des Fundamentes gescheitert sei und die chinesische Mauer nun, Jahrhundert später, da die Baukunst maßgeblich reformiert wurde, ein neues Fundament für einen weiteren babylonischen Turmbau würde schaffen können.[34] Hierbei entsteht eine direkte Parallele zum „Stadtwappen“, wo man „überhaupt davor zurückschrecken (konnte) […], die Fundamente zu legen.“[35], aus dem Grund, dass man darauf wartete, dass sich die Baukunst weiterentwickeln und der Bau schneller und besser vorangehen würde. Liest man den Text sehr genau, stellt man sogar fest, dass niemals konkret die Rede davon ist, dass mit dem Turmbau begonnen wird. Die Menschen haben zwar den „starken Wunsch, […] den Turm zu Ende zu bauen“[36], von diesem Ende weiß man jedoch nur, dass es im unklar definierten Himmel sein soll. Ähnlich verhält es sich mit dem Anfang: „Anfangs war beim babylonischen Turmbau alles in leidlicher Ordnung“.[37] Das „Anfangs“ möge den biblischen Bezug („Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“[38] ) verstärken, umfasst jedoch im Gegensatz zum Letzteren, welches einen konkreten „Anfangspunkt“ feststellen lässt, wie das Ende auch einen weiteren Rahmen, der nicht klar definiert ist. Nimmt man in Betracht, dass auch die Ordnung nicht vollkommen, sondern nur „leidlich“ war, könnte man meinen, der Erzähler meide konkrete Angaben. Auf den ersten Blick möge er wie ein auktorialer Erzähler erscheinen, seine Allwissenheit wird jedoch gleich nach dem ersten Teilsatz relativiert, indem er bemerkt, dass die Ordnung des Turmbaus „vielleicht zu groß“ gewesen sei.[39] Im Laufe seiner Erzählung beginnt er selbst zu spekulieren, als er glaubt, die Menschen arbeiteten so, „als habe man Jahrhunderte freier Arbeitsmöglichkeiten vor sich“.[40] Die hohe Akkumulation von Konjunktiven wirkt, als verliere er sich in seinen Spekulationen, ähnlich wie die Menschen bei ihrem Turmbau, sodass die Wahrheit schließlich nicht mehr erfasst werden kann. Und darum geht es letztendlich; die Spekulationen. Nicht der materiellen Turmbau an sich ist von Bedeutung, sondern der Gedanke an den Bau. Vom materiellen Turm wurden ja nicht einmal die Fundamente gelegt.

Geht man also davon aus, dass mit den am Anfang genannten „Wegweisern“ und „Dolmetschern“ religiöse Führer gemeint sind, kommt man schnell zurück auf den Versuch, eine Brücke zwischen Himmel und Erde, irdischer und transzendenter Sphäre zu schlagen. So wie allein der Gedanke an den Turmbau nicht mehr aus den Köpfen der Menschen verschwinden könne, ist auch die Suche nach göttlicher Transzendenz nicht an die materielle Welt gebunden, sondern muss auf geistiger Ebene vonstatten gehen. Die beschriebenen Kämpfe können demnach als Auseinandersetzungen der jüdischen Religionensrichtungen oder allgemein der Religionen interpretiert werden, die den Weg zum Göttlichen blockieren. Auch durch weltliche Leidenschaften, wie der von Kafka beschriebene Wunsch nach ästhetisch ansprechenden Unterkünften, werden die Menschen von ihrem Streben abgelenkt. Weiterführende Interpretation hin zu einem Porträt des Prager Judentums in Kafkas Zeit oder seiner eigenen Suche nach Transzendenz und dem ihm verloren gegangenen Judentum sind denkbar, sollen hier jedoch nicht weiter ausgeführt werden.

Die Menschen im Stadtwappen haben, nachdem sie die Sinnlosigkeit ihres Vorhabens erkennen, zwei Möglichkeiten: Sich weiterhin von ihren immanenten Leidenschaften ablenken lassen, oder zu einer zunächst ungewöhnlich scheinenden Alternative zu greifen – der kompletten Zerstörung.

Britta Becker zieht von dieser Geschichte des Scheiterns vom Streben nach Göttlichkeit eine Parallele zu anderen Werken Kafkas. Jene eben genannten Möglichkeiten hätten, so Becker, auch Gregor Samsa aus der „Verwandlung“ und Joseph K. aus dem „Prozeß“ offengestanden.

„Da sie – ihrer inneren Verhaftung bzw. tiefen Sehnsucht gemäß – nicht mehr zu den ablenkenden und oberflächlichen, nichtigen 'Freuden' des früheren Lebens zurückfinden können, ihnen aber auch der Zugang zu den transzendenten Gesetzen und damit zu einem erfüllteren Leben verstellt scheint, akzeptieren auch sie resignierend die eigene Auslöschung.“[41]

3. Mythen und Sagen

3.1. Magisches Prag

„Alles was in dieser Stadt an Sagen und Liedern entstanden ist, ist erfüllt von der Sehnsucht nach einem prophezeiten Tag, an welchem die Stadt von einer Riesenfaust in fünf aufeinanderfolgenden Schlägen zerschmettert werden wird.“[42]

Dieser Satz schafft insofern Parallelen zur Stadt Prag, als dass auch in deren Geschichte Sagen, Lieder und Prophezeiungen eine große Rolle spielen.

Primär zu nennen wäre hier natürlich der Gründungsmythos um die sagenhafte Přemislidenfürstin und Seherin Libuše, die der Stadt Prag einen Ruhm voraussagte, der „bis an die Sterne“ reichen wird.[43] Während dieser Ursprungsmythos vor allem im 19. Jahrhundert eine große Bedeutung für die Bildung eines tschechischen Bewusstseins gespielt hat, konnte sich die deutschsprachige Bevölkerung nur schwer mit ihm identifizieren.[44]

Es liegt nahe, im Turmbau zu Babel eine Allegorie zu dem weisgesagten Ruhm zu sehen, der aber durch die vorgezogene Sprachverwirrung unerreicht bleibt.

Des Weiteren gibt es eine Vielzahl anderer Sagenkreise in der Prager Literatur, etwa jener um die Herrscher Karl IV. und Rudolf II. mit seinen sagenhaften Alchimisten, die Erzählungen über das Hussitentum, vor allem den legendären Feldherren Jan Žižka z Trocnova, und zuletzt natürlich den jüdischen Sagenkreis um Rabbi Löw, den Golem und Dr. Faustus.[45]

Die Mythen, die sich um Prag ranken, befinden sich jedoch nicht nur in der Vergangenheit der Stadt.

„Franz Kafka wurde in der Hauptstadt des Königreiches Böhmen geboren. Hinter dieser Bezeichnung stand die Welt des alten Österreich und damit ein Symbol für Vergehendes, Rückständiges, Totes.“[46]

Prag als eine Stadt des Gestern, eine „tote Stadt“, deren Bewohner sich noch immer sehnsüchtig nach der goldenen Vergangenheit sehnen, wird in der Literatur zu einer Stadt der Träume und Mythen stilisiert. In der Prager Literatur, vor allem der Prager deutschsprachigen Literatur, werden lokale Konflikte und Charakteristiken zu Themen in eben jener Literatur erhoben, wodurch sowohl die Stadt als literarischer Mikrokosmos, als auch deren Mitglieder und soziokulturellen Dispositionen mythisiert werden.

Der Germanist Claudio Magris schreibt hierzu:

„Die Definitionen und Beschwörungen des hunderttürmigen „magischen“ oder „unheimlichen“ Prag, des Schmelztiegels verschiedener Völker und Kulturen, stellen einen der reichsten Themenkataloge der modernen Literatur dar, eine Fundgrube auswechselbarer Zeugnisse mit von Mal zu Mal verschiedenen Nuancierungen, einen Vorrat an literarischen topoi, die mit unermüdlicher Treue und unerschöpflicher Phantasie immer wieder aufgegriffen und abgewandelt werden, aber in ihrer repititio variata im wesentlichen statisch bleiben.[47]

Die Entstehung des Prager Mythos hat verschiedene Ursachen. Laut Magris spiegelten sich sowohl die Konfliktgeladenheit der ethnischen Zusammensetzung als auch die, oft bewusste, Isolation der deutschsprachigen Schriftsteller in deren Themenwahl wieder. Da die Autoren sich einer Reihe scheinbar unlösbarer Konflikte gegenübergestellt sahen, verlagerten sich soziale und kulturelle Widersprüche in das einzige Medium, in dem sie angreifbar schienen: Die Literatur. In jener suchten sie sowohl Zuflucht als auch Identität, schufen eine mythische, fiktive Welt, die negative Aspekte als einen Teil des Mythos integrierte.[48]

So ist die Stadt Prag von ihrer Gründung bis heute mit ihren Mythen und Sagen eng verbunden.

3.2. Prag und Babylon

Die Allegorie von Prag als einem zweiten Babylon ist nicht erst durch Kafka in die Literatur eingeführt worden, im Gegenteil ist der Mythos von Babel bereits seit dem 12. Jahrhundert mit der Stadt Prag verbunden. Verschiedene Chroniken, wie die Chronica Bo ë morum des Prager Dekans Cosmas, beziehen sich bereits auf den Turmbau. Des Weiteren fand dieser auch sein Vorkommen in Kriegsgesängen der Hussiten, die jedoch Babylon auf den Hradschin und Jerusalem in die Prager Altstadt verlegten.[49]

Selbst im öffentlichen Raum war der babylonische Mythos 1907 präsent, als der Prager Germanist Arnošt Kraus in der „Čechischen Revue“ gegen die Integration „kleiner Sprachen“ in einen größeren sprachlichen und kulturellen Kontext polemisierte. Babel als ältester überlieferter Mittelpunkt einer internationalen Kultur, in der verschiedene Sprachen gesprochen wurden, stellte für ihn kein Monument des Misserfolges, sondern einen utopischen Segensort dar.[50]

3.3. Das Stadtwappen als Antimythos

In der Erzählung Das Stadtwappen rezipiert Kafka nicht nur den Mythos des babylonischen Turmbaus, er interpretiert ihn auch fulminant um.

Der biblische Turmbau im ersten Buch Mose kann in folgende Schritte unterteilt werden:

1. Die Menschen, die alle eine Sprache sprechen, lassen sich in einer „Ebene im Lande Schinar“ nieder und beschließen, einen Turm bis in den Himmel zu bauen, damit sie nicht „zerstreut in alle Länder werden“.
2. Gott wird des Turmes gewahr und erkennt, dass sie ihr Ziel erreichen würden und „es ihnen nichts mehr verwehrt werden“ könne.
3. Gott straft die Menschen mit der Sprachverwirrung. Weil sie sich gegenseitig nicht mehr verstehen, müssen sie aufhören, den Turm zu bauen und das Prophezeite geschieht: Sie zerstreuen sich in alle Länder. Daraufhin verleiht Gott ihnen den Namen „Babel“[51]

Kafka stellt die Parallele zum Mythos dadurch her, dass er im ersten Satz bereits das Vorhaben als babylonischen Turmbau deklariert. Seine weiteren Beschreibungen sind jedoch im Vergleich zu der Bibelfassung szenisch inkohärent. Unterteilt man auch Kafkas Erzählung würde man zu folgender Form kommen:

1. Die Menschen einer geographisch nicht präzisierten Stadt haben vor einiger Zeit angefangen, den Turm von Babel zu bauen. Da sie anscheinend von verschiedenen Orten kommen, konzentrieren sie sich auf Dolmetscher, Wegweiser etc.
2. Fokussiertes und organisiertes Bauen gelingt nicht, die Menschen sehen die Sinnlosigkeit ihres Unterfangens.
3. In den Sagen und Liedern der Stadt manifestiert sich der eschatologische Wunsch nach vollständiger Zerstörung durch eine Riesenfaust in fünf aufeinanderfolgenden Schlägen.

Dies ist im Wappen der Stadt durch eine Faust symbolisiert.

Kafka nimmt in seiner Erzählung den Schluss praktisch vorneweg. Die bereits zu Beginn vorhandene Sprachverwirrung deutet an, dass das Vorhaben schon zum Scheitern verurteilt ist, bevor es angefangen hat.

Auch andere Motive der biblischen Erzählung werden von Kafka aufgegriffen und umgedeutet: Während die Bewohner Babylons viel zu schnell bauen, bauen die Stadtbewohner bei Kafka viel zu langsam. Es wird angedeutet, dass sie, als sie die Hoffnungslosigkeit des Bauvorhabens erkennen, wünschen, sich wie die Babylonier „in alle Länder zu zerstreuen“, jedoch viel zu sehr miteinander verbunden wären. Hier findet eine ähnliche Verdrehung statt wie bei der Sprachverwirrung: In der Bibel bauen die Bewohner den Turm, um in einer Stadt und einer Gemeinschaft miteinander verbunden zu sein. Als dies fehlschlägt, bricht die Gemeinschaft auseinander. Im Stadtwappen schlägt der Turmbau fehl, bevor er begonnen hat, jedoch sind die Menschen durch den Nicht-Turmbau zu verbunden, um sich voneinander zu lösen. Um aus diesem Dilemma zu entkommen, ersuchen sie göttliche Hilfe. Jedoch bleibt dies zunächst genauso erfolglos wie der Turmbau: Auf die zerschmetternde Riesenfaust warten sie auf unbestimmte Zeit, sodass der Wunsch nach Zerstörung schließlich in die Sagen und Lieder eingeht und zum Grundgedanken der Gemeinschaft wird. Die Faust im Wappen stellt ein definierendes Element am Ende der Erzählung dar, das auch hier das profunde Scheitern des Unterfangens aufzeigt: In der Bibel gibt Gott der Stadt den Namen Babel. In Kafkas Erzählung warten die Menschen vergeblich auf die erlösende Zerstörung des nicht vorhandenen Göttlichen. Diese wird im Wappen widergespiegelt.

Kafka spielt hier mit dem Fehlen und Uminterpretieren verschiedener Entitäten des ursprünglichen Mythos. Er gibt dem Leser zunächst das Gefühl, sich in einer vertrauten Geschichte zu befinden, nur um ihm dann das Ausmaß seines Nicht-Wissens und Nicht-Verstehens vor Augen zu führen und ihn ratlos zurückzulassen.

Er schafft einen Anfang, der keiner ist, einen Mythos vom Nicht-Turmbau, der die Menschen an sich bindet und dafür sorgt, dass sie sich nicht zerstreuen können, und zuletzt spricht er von einem Stadtwappen, in dem eigentlich keine Faust enthalten ist. Vorausgesetzt natürlich, er hatte wirklich das Wappen der Stadt Prag vor Augen.

Pavel Eisner bemerkte zu dem Rückschluss, mit dem Babylon im „Stadtwappen“ sei Prag gemeint, dass es im Prager Wappen gar keine Faust gäbe.[52]

Kurt Krolop schrieb dazu in seinem Aufsatz „Hinweis auf eine verschollene Rundfrage: 'Warum haben sie Prag verlassen?': „Eigentlich gibt es diese Faust zwar nicht, 'aber noch eigentlicher' gibt es sie erst recht: zwar keine nackte, aber eine bewaffnete Faust, die doch darum nicht weniger Faust ist, sondern eher mehr.“[53]

Die Faust reiht sich nur in die lange Reihe der Umdeutungen ein: Sie trägt ein Schwert, eigentlich ein Symbol für die erfolgreiche Verteidigung Prags. Bei Kafka jedoch ist die Faust leer und symbolisiert die Zerstörung der eigenen Stadt in „5 aufeinanderfolgenden Schlägen“.[54]

Ob hiermit die 5 Kriegsjahre des ersten Weltkrieges gemeint sein könnten, bleibt offen gelassen, sicher ist jedoch, dass es die einzige konkrete Angabe in der gesamten Erzählung ist. Wo sich die Stadt befindet, ob der Turmbau wirklich stattfindet und wenn ja, zu welcher Zeit der Menschheitsgeschichte, wird von Kafka nach seiner Manier gleichnishaft verschlüsselt. Das einzige, was sicher ist, ist der Untergang.

Fazit

Durch die vorangegangene Analyse haben sich vor allem zwei Vermutungen bestätigt.

Erstens ist es durch Kafkas gleichnishaften Schreibstil, der vor allem dessen „innere Welt“ darzustellen versucht, kaum möglich, das Stadtwappen in Bezug auf äußere Realitäten konkret zu interpretieren. Viele plausible Vermutungen und Interpretationsansätze hierzu sind im Laufe der Analyse aufgetaucht, ihnen nachzugehen übersteige jedoch die Kapazitäten dieser Seminararbeit.

Zweitens kann die Fragestellung nach dem Stadtwappen als einem Prag-Text dahingehend beantwortet werden, als dass in der Tat viele Parallelen bestehen.

So wie das von Kafka beschriebene Babylon ist auch Prag eine Stadt, in der man viele Sprachen spricht und „Streitigkeiten“ zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen keine Seltenheit waren. Als Stadt, die sich sowohl durch eine geographische-, als auch durch eine geistig-esoterische Schwellen-Lage auszeichnet, scheint Prag prädestiniert dazu zu sein, auf literarischer Ebene – wie Babylon – die Welt der Menschen mit dem Reich Gottes zu verbinden. Die zum Ende der Erzählung erwähnten Lieder und Sagen spielen auch in der Mythentradition Prags als Sammelstelle vieler Sagenkreise eine große Rolle. Kafka wirft bekannte Mythen auf, verkehrt sie jedoch in ihr Gegenteil. So werden die Bewohner Babels, die im alten Testament von ihrem Gott davon abgehalten werden, den Turm zu Ende zu bauen, bei Kafka zu welchen, die den Turmbau nicht einmal angefangen haben und sich nach der strafenden Hand einer höheren Macht sehnen. Der Gründungsmythos von der Seherin Libuše, die endlosen Ruhm prophezeit, wird in die Sehnsucht nach eigener Zerstörung verkehrt.

Wenn auch unklar bleibt, ob Kafka mit der Erzählung Das Stadtwappen konkrete Aussagen über seine Heimatstadt machen wollte, so ist doch anzunehmen, dass sie ihm zumindest als Inspiration und Hintergrundfolie seines Werkes gedient hat.

Literatur

Primärliteratur:

Kafka, Franz, Die Erzählungen, 6. Auflage, Frankfurt am Main 2001.

Kafka, Franz, Prosa aus dem Nachlass, Berlin 2014.

Kafka, Franz, Tagebücher 1909-1923, Frankfurt am Main 1997.

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Die Bibel, Übersetzt von Martin Luther, Berlin 1897.

Janouch, Gustav, Gespräche mit Kafka. Aufzeichnungen und Erinnerungen, Frankfurt am

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Sekundärliteratur:

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Motivik und Gnosis ohne Erlösung in Erzählungen Franz Kafkas, Freiburg 2003.

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Eisner, Pawel, Franz Kafka, in: Světová literatura 1957, III. 11

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Greß, Felix, Die gefährdete Freiheit. Franz Kafkas späte Texte, Würzburg 1994.

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http://www.ursulahomann.de/FranzKafkaUndDasJudentum/komplett.html. Stand:

24.03.2015.

Krolop, Kurt, Hinweis auf eine verschollene Rundfrage: „Warum haben Sie Prag

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zum 75. Geburtstag, hg. von Klaas-Hinrich Ehlers, Steffen Höhne, Marek Nekula, Wien

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Magris, Claudio, Prag als Oxymoron, in: Neohelicon 1980, Vll. 2, S.12-65.

Pawel, Ernst, Der Prager Zionismus zu Kafkas Zeit, in: Kafka und Prag, hg. von Kurt

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Šrámková, Barbora, Max Brod und die tschechische Kultur, Wuppertal 2010.

Tvrdík, Milan, Mythos Prag. Komplexer Modellfall einer urbanen literarischen Topographie

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Kafka und Prag. Literatur-, kultur-, sozial- und sprachhistorische Kontexte, hg. von Peter

Becher, Steffen Höhne und Marek Nekula, Köln Weimar Wien 2012, S. 299-322.

[...]


[1] Kafka, Franz, Prosa aus dem Nachlass, Berlin 2014, S.41.

[2] Greß, Felix, Die gefährdete Freiheit. Franz Kafkas späte Texte, Würzburg 1994, S.7f.

[3] Vgl. Becker, Britta, Metaphysische Sehnsucht und existentielle Verzweiflung. Kabbalistische Motivik und Gnosis ohne Erlösung in Erzählungen Franz Kafkas, Freiburg 2003, S.11ff.

[4] Kafka, Franz, Tagebücher 1909-1923, Frankfurt am Main 1997, S.391.

[5] Camus, Albert, Der Mythos von Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde, Reinbek bei Hamburg 2001, S.180.

[6] Kafka, Franz, Die Erzählungen, 6. Auflage, Frankfurt am Main 2001, S.374.

[7] Ebd., S.374.

[8] Vgl. ebd., S.374f.

[9] 1. Mose 11,4. Bibelübersetzung von Martin Luther, Berlin 1897, S.10.

[10] 1. Mose 11,9. (Anm. 19), S.10.

[11] Vgl. Weinberg, Manfred, Franz Kafkas Das Stadtwappen mit Libuše Moníková gelesen, in: Kafka und Prag. Literatur-, kultur-, sozial- und sprachhistorische Kontexte, hg. von Peter Becher, Steffen Höhne und Marek Nekula, Köln Weimar Wien 2012, S. 299-322. Hier S.309.

[12] Vgl. Schneider, Wachposten und Grenzgänger (Anm. 13), S.12.

[13] Vgl. Fritz, Susanne, Die Entstehung des „Prager Textes“. Prager deutschsprachige Literatur von

1895-1934, Dresden 2005, S.17.

[14] Vgl. ebd., S.17.

[15] Vgl. Salfellner, Harald, Franz Kafka und Prag, Prag 2002, S.14.

[16] Kafka, Die Erzählungen (Anm. 6), S.374.

[17] Ebd., S.374.

[18] Ebd., S.375.

[19] Vgl. Schneider, Vera, Wachposten und Grenzgänger. Deutschsprachige Autoren in Prag und die

öffentliche Herstellung nationaler Identität, Würzburg 2009, S.12.

[20] Vgl. Šrámková, Barbora, Max Brod und die tschechische Kultur, Wuppertal 2010, S.11.

[21] Eisnerová, Dagmar, Der Weg aus der Einsamkeit, in: Weltfreunde. Konferenz über die Prager deutsche Literatur, hg. von Eduard Goldstücker, Prag 1967, S.177-182. Hier S.179.

[22] Vgl. Salfellner, Franz Kafka und Prag (Anm. 9), S.18f.

[23] Tvrdík, Milan, Mythos Prag. Komplexer Modellfall einer urbanen literarischen Topographie am Beispiel der Prager deutschen Literatur, in: Österreichische Literatur ohne Grenzen, hg. von Attila Bombitz, Renata

Cornejo, Sławomir Piontek und Eleonora Ringler-Pascu , Wien 2009, S.465-482. Hier: S.475.

[24] Kafka, Die Erzählungen (Anm. 6), S.374.

[25] Ebd., S. 374.

[26] Vgl. Pawel, Ernst, Der Prager Zionismus zu Kafkas Zeit, in: Kafka und Prag, hg. von Kurt Krolop und Hans Dieter Zimmermann, Berlin 1994, S.33-44. Hier: S.36.

[27] Vgl. Homann, Ursula, Franz Kafka und das Judentum, Online im Internet: http://www.ursulahomann.de/FranzKafkaUndDasJudentum/komplett.html. Stand: 24.03.2015.

[28] „Die Selbstwehr“ war eine von 1907 bis 1938 in Prag erschienene, zionistische deutschsprachige Zeitschrift.

[29] Pawel, Der Prager Zionismus zu Kafkas Zeit (Anm. 25), S.42.

[30] Janouch, Gustav, Gespräche mit Kafka. Aufzeichnungen und Erinnerungen, Frankfurt am Main 1981, S.32.

[31] Brod, Max; Kafka, Franz, Eine Freundschaft. Briefwechsel, Frankfurt am Main 1989, S.360.

[32] Vgl. Demetz, Peter, Prag und Babylon. Zu Kafkas „Das Stadtwappen“, in: Kafka und Prag, hg. von Kurt Krolop und Hans Dieter Zimmermann, Berlin New York 1994, S.133-140. Hier: S.135.

[33] Kafka, Die Erzählungen (Anm. 6), S.293.

[34] Vgl. ebd. S.293.

[35] Vgl. ebd. S.374.

[36] Vgl. ebd. S.374.

[37] Vgl. ebd. S.374.

[38] 1. Mose 1,1. (Anm. 19), S. 1.

[39] Kafka, Die Erzählungen (Anm. 6), S.374.

[40] Ebd., S.374.

[41] Vgl. Becker, Metaphysische Sehnsucht und existentielle Verzweiflung (Anm. 2), S.344.

[42] Kafka, Die Erzählungen (Anm. 6), S.375.

[43] Vgl. Fritz, Die Entstehung des „Prager Textes“ (Anm. 23), S.18.

[44] Vgl. ebd., S.16.

[45] Vgl. ebd., S.16.

[46] Vgl. Salfellner, Franz Kafka und Prag (Anm. 9), S.27.

[47] Magris, Claudio, Prag als Oxymoron, in: Neohelicon 1980, Vll. 2, S.12-65. Hier S.12.

[48] Ebd., S.33.

[49] Vgl. Demetz, Prag und Babylon (Anm. 31), S.133.

[50] Vgl. ebd., S.133f.

[51] Vgl. 1. Mose 11, 9 (Anm. 19), S. 10.

[52] Eisner, Pawel, Franz Kafka, in: Sv ě tová literatura 1957, III. 11, S. 109-123. Hier: S.126.

[53] Krolop, Kurt, Hinweis auf eine verschollene Rundfrage: „Warum haben Sie Prag verlassen?“, in: Studien zur Prager deutschen Literatur. Eine Festschrift für Kurt Krolop zum 75. Geburtstag, hg. von Klaas-Hinrich Ehlers, Steffen Höhne, Marek Nekula, Wien 2005, S.89-102. Hier: S.96f.

[54] Kafka, Die Erzählungen (Anm. 6), S.375.

18 von 18 Seiten

Details

Titel
Franz Kafkas "Das Stadtwappen" als Prag-Text
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Slawistik)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V343624
ISBN (Buch)
9783668332072
Dateigröße
798 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
franz, kafkas, stadtwappen, prag-text
Arbeit zitieren
Lisa Jaekel (Autor), 2015, Franz Kafkas "Das Stadtwappen" als Prag-Text, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343624

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