Messung und Bewertung der sportlichen sowie wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit in der Fußball-Bundesliga. Möglichkeiten und Grenzen


Seminararbeit, 2014
21 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau und Ziel der Arbeit

2. Grundlagen
2.1 Competitive Balance im Sport
2.2 Wettbewerbsfähigkeit im wirtschaftlichen Kontext

3. Instrumente zur Messung der Competitive Balance und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit
3.1 Relative Standardabweichungen
3.2 Top k Rangliste
3.3 Die Eigenkapitalquote
3.4 Dynamischer Verschuldungsgrad
3.5 Beurteilung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit am Beispiel der Fußball Bundesliga

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Dimensionen der Unsicherheit

Abb. 2: Sportliche und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit

Abb. 3: Betriebswirtschaftliche Kennzahlen der Bundesligavereine

Abb. 4: Top 3 Rangliste der 1. Fußball-Bundesliga

Abb. 5: Top 3 Rangliste der Primera Division

Abb. 6: Formale Darstellung der ASD

Abb. 7: Punktanteil von Mannschaft i an der Gesamtpunktzahl

Abb. 8: Durchschnittspunktzahl aller Mannschaften in einer Saison

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Bundesliga-Saison 2012/2013 war eine besondere Saison. Zum ersten Mal in der Geschichte standen sich 2 deutsche Mannschaften in einem Champions League Finale gegenüber. Die sportliche Anziehungskraft wur- de durch eine durchschnittliche Zuschaueranzahl in Höhe von knapp 42.000 Zuschauern pro Spieltag untermauert und ist somit die höchste weltweit. Auch wirtschaftlich können sich die publizierten Zahlen sehen lassen. Die Bundesliga erzielte im selben Zeitraum einen Umsatz von 2,17 Mrd. €. Des Weiteren schaffen Investitionen in die Stadien langfristig Ver- mögenswerte und Vertrauen in die Fußball Bundesliga.1 Doch wie lässt sich die sportliche und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Vereine genauer operationalisieren und bewerten? Wie lässt sich die Spannung innerhalb einer Liga definieren und was sind die Unterschiede und Ge- meinsamkeiten der sportlichen und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit? Diese grundlegenden Fragestellungen werden im Folgenden aufgegriffen und Schwerpunkt dieser Arbeit bilden.

1.2 Aufbau und Ziel der Arbeit

Zu Beginn werden die begrifflichen Grundlagen näher erläutert und be- schrieben. Darüber hinaus wird versucht die Gemeinsamkeiten und Unter- schiede der beiden Aspekte darzustellen. Im Abschnitt 3 werden potentielle Messverfahren vorgestellt, mit denen die zuvor beschriebenen Begrifflich- keiten quantifiziert werden können. Darüber hinaus werden die Möglichkei- ten und Grenzen beschrieben. Abschließend wird ein Anwendungsbeispiel dargestellt, das die zuvor beschriebenen Messinstrumente veranschauli- chen soll. Ziel der Arbeit ist es, die oben aufgeführten Fragestellungen zu konkretisieren und potentielle Lösungsansätze zu erläutern.

2. Grundlagen

2.1 Competitive Balance im Sport

Das Interesse am Sport, bzw. der Reiz für den Zuschauer hängt von dem ungewissen Ausgang des Spiels ab. Je unvorhersehbarer dieser ist, desto höher ist der Wert des Konsums einer Sportveranstaltung. Im Allgemeinen lässt dich darunter verstehen, dass auch der Favorit gegen einen vermeint- lich schwächeren Gegner aus der unteren Tabellenregion verlieren kann.2 Neben der Unsicherheit bezüglich der Prognose des Spielausgangs, lassen sich zwei weitere grundsätzliche Arten der Unsicherheit eines Ergebnisses klassifizieren, die auf die Attraktivität des Sports wirken:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Dimensionen der Unsicherheit.3

Die saisonale Unsicherheit beschreibt, wie spannend die Meisterschaft während einer ganzen Spielzeit ist. Sie ist somit umfassender, als die iso- lierte Betrachtung des einzelnen Spielausgangs. Die dritte Komponente ist der ungewisse Ausgang, bezogen auf die Meisterschaft. Je mehr Mann- schaften den „Titel“ innerhalb eines Betrachtungszeitraums erreichen, des- to weniger kann von einer Dominanz einer einzelnen Mannschaft gespro- chen werden.4

Mit der Competitive Balance, die auch als sportliche Wettbewerbsfähigkeit verstanden werden kann, wird somit ausgedrückt wie ausgewogen eine Liga im Mannschaftssport ist. In diesem Zusammenhang kommt der Com- petitive Balance eine bedeutende Rolle für die Attraktivität und Anzie- hungskraft der jeweiligen Sportart zu. So wäre bei einer unausgeglichenen Liga und dementsprechend relativ vorhersehbarem Spielausgang, grund- sätzlich ein Rückgang der Zuschauerzahlen zu verzeichnen. Demzufolge sind die Teilnehmer in einem sportlichen Wettbewerb, im Gegensatz zu gewerblichen und gewinnorientierten Unternehmen, die hohe Marktanteile und daher nach Möglichkeit ein „konkurrenzarmes“ Marktumfeld bevorzu- gen, am Verbleib der Mitbewerber interessiert.5 Im Extremfall bei der Exis- tenz von nur einem Verein, würde die Sportbranche nicht mehr existieren. Das „Unterhaltungsgut“ Fußball ist ein Gemeinschaftsprodukt, in der die Vereine aufeinander angewiesen sind. Je attraktiver der sportliche Wettbe- werb ist, desto größer ist das Interesse der zahlenden Zuschauer, ergo werden mehr Sponsoren und TV-Rundfunkanstalten gewillt sein zu inves- tieren.6

2.2 Wettbewerbsfähigkeit im wirtschaftlichen Kontext

Der Begriff der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit kann weit gefasst werden und auf globaler Ebene, als Vergleichsmaßstab für ganze Volks- wirtschaften übertragen werden, sowie zur Beurteilung der Leistungsfähig- keit von Unternehmen. In dieser Arbeit wird der Schwerpunkt auf die unter- nehmensspezifische Definition der Wettbewerbsfähigkeit gelegt.7

Im Allgemeinen existiert keine einheitliche Definition. Als Ausgangspunkt für die Wettbewerbsfähigkeit, kann die wirtschaftliche Lage eines Unter- nehmens dargestellt werden. Eine Hilfestellung liefert der § 264, Abs. 2, Satz 1, HGB, in welcher die wirtschaftliche Lage im Zuge der Aufstellung des Jahresabschlusses von Kapitalgesellschaften, in die Vermögens-, Fi- nanz- und Ertragslage konkretisiert wird.8 Prinzipiell kann ein Unternehmen als nicht wettbewerbsfähig angesehen werden, wenn es nicht mehr in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber seinen Stakeholdern zu erfüllen. Im Ergebnis wird das Unternehmen vom Markt verschwinden.9

Wettbewerbsfähige Unternehmen zeichnen sich grundsätzlich durch hohe Marktanteile, sowie die Fähigkeit nachhaltig Gewinne zu erzielen aus.10

Nachfolgend werden auf Basis der bisherigen Ausführungen, die grundlegenden Eigenschaften der Competitve Balance und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit zusammengefasst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Sportliche und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit.11

Erfolg höchste Priorität.

3. Instrumente zur Messung der Competitive Balance und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit

Die in der sportökonomischen Analyse angewendeten Verfahren zur Mes- sung der Competitive Balance lassen sich grundsätzlich in 3 Kategorien einteilen12.

1. Streuungsverfahren bezogen auf den Anteil gewonnener Spiele bzw. erreichter Punktzahl.
2. Dominanz der k besten Mannschaften.
3. Dominanz der Meistermannschaften.

Im Folgenden werden aus jeder Kategorie jeweils 1 Verfahren beschrieben, sowie deren methodische Probleme kurz erläutert.13 Im Rahmen der wirt- schaftlichen Wettbewerbsfähigkeit werden 2 Messinstrumente vorgestellt, die auf die Finanzlage, bzw. Kapitalstruktur der Bundesligavereine abzie- len. Dies erweist sich von hoher Relevanz, da einige Vereine in der Ver- gangenheit durch ein negatives Eigenkapital, sowie einer zu geringen Li- quidität, in große finanzielle Schwierigkeiten gerieten.14 Ferner kommt der Liquiditätslage, sowie der Entwicklung des Eigenkapitals der Bundesliga- vereine, im Hinblick auf die Lizenzierungsordnung (LO) eine große Bedeu- tung zu.15

3.1 Relative Standardabweichungen

Die in der sportökonomischen Analyse populärsten Messinstrumente zur Bestimmung der Competitive Balance sind relative Standardabweichungen. (RSD).16 Diese Kennzahl lässt sich unter der Kategorie 1 klassifizieren und versucht den Ausgeglichenheitsgrad einer Liga, während einer ganzen Sai- son abzubilden. Sie setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

„RSD=ASD/ISD“17

Hierbei steht ASD für die aktuelle gemessene Standardabweichung des Erfolgs einer Mannschaft am Saisonende.18 Diese Größe wird ins Verhält- nis gesetzt, zu der idealisierten Standardabweichung (ISD), die eine perfek- te Ausgeglichenheit einer Liga am Ende einer Saison repräsentiert, in der jede Mannschaft die gleiche Siegchance aufweist. Demzufolge würde eine perfekt ausgeglichene Liga eine RSD=1 aufweisen. Je höher RSD, desto unausgeglichener ist die Liga. Die RSD hat die vorteilhafte Eigenschaft, relativ stabil bezüglich Modifikationen in der Saisonlänge und Anzahl der Mannschaften zu sein und erleichtert somit einen Vergleich über einen be stimmten Zeitraum mit anderen Ligen.19 Des Weiteren wird der Ausgegli chenheitsgrad bezogen auf alle Mannschaften einer Liga ermittelt, im Ge- gensatz zu alternativen Messverfahren, wie z. B. der Punktabstand des Tabellenführers zum Tabellenletzten oder das hier aufgeführte Top k Rating.20

Als Referenzgröße wird der RSD die idealisierte Standardabweichung (ISD) gegenübergestellt, die eine perfekte Modellwelt darstellt, in der Ausgeglichenheit herrscht. Formal wird sie definiert als:

"Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten"21

N symbolisiert die insgesamt absolvierte Anzahl von Spielen, einer jeden Mannschaft innerhalb einer Saison. Problematisch wird die Interpretation der Kennzahl RSD hingegen, wenn ASD kleiner ist als die ISD. Es ergibt sich ein Wert kleiner 1. Dies würde bedeuten, dass die beobachtete Liga einen Ausgeglichenheitsgrad erreicht, der den optimalen Wert einer ideali- sierten und perfekten ausgewogenen Liga unterbietet.22 Zur Lösung dieses Problems wird vorgeschlagen, ein modifiziertes ASD zu benutzten, in dem die ASD durch die maximal mögliche Standardabweichung dividiert wird. Die maximale Standardabweichung beschreibt die maximale Unausgewo- genheit einer Liga, indem der Tabellenführer alle Spiele gewinnt, der Tabel- lenzweite alle Spiele, außer gegen den Tabellenführer gewinnt und schließ- lich der Tabellenletzte kein Spiel gewinnt. Der Nachteil der RSD liegt in der statischen Betrachtung, da dem „Meisterschaftsrennen“ keine Beachtung geschenkt wird.23 Hier wird eine dynamische Maßzahl benötigt die im nächsten Abschnitt vorgestellt wird.

3.2 Top k Rangliste

Die Top k Rangliste gehört der 2. Kategorie an und legt den Fokus auf die oberen Ränge in der Tabelle. Untersucht wird wie viele unterschiedliche Mannschaften in n Jahren, jeweils eine Top k Position in der Tabelle er- reicht haben. Grundsätzlich werden hier die die ersten 3 Plätze betrachtet.

[...]


1 Vgl. Rauball (2014), S. 2-15.

2 Vgl. Koning (2000), S. 419-420.

3 In Anlehnung an Szymanski (2003), S.1155.

4 Vgl. Szymanski (2003), S.1155.

5 Vgl. Ehrhardt/Hovemann (2009), S. 15.

6 Vgl. Goosens (2006), S. 81.

7 Vgl. Krugman (1993), S. 28-44.

8 Vgl. Schult/Brösel (2008), S. 4.

9 Vgl. Krugman (1993), S. 31.

10 Vgl. Snowden/Stonehouse (2006), S. 165.

11 Eigene Darstellung

12 Vgl. Goosens (2006), S. 118. Auf Punkt 3 wird hier nicht näher eingegangen, da sich diese Maßzahl auch aus der Ableitung von Punkt 2 ergibt. Ferner ist sie relativ restriktiv, da nur die Anzahl der erreichten Meisterschaften in einem Betrachtungszeitraum gezählt werden und somit lediglich die „Meistermannschaften“ berücksichtigt werden.

13 Es existiert eine Vielzahl von Verfahren zu den obengenannten Kategorien. Einen Ausführlichen Überblick hierzu: Vgl. Goosens (2006), S. 85-94.

14 Vgl. Bachmaier/Lammert/Hovemann (2012), S. 212; Vgl. Casper (2012), S.40. Vom Autor werden hier als Negativbeispiele Arminia Bielefeld, 1860 München und die Alemannia Aachen aufgeführt.

15 Vgl. O. V. http://www.dfb.de/uploads/media/15_Ligaverband_Ligastatut-3.pdf. Lizenzie- rungsordnung (LO), Anhang IX zur LO, o. J. S. 147.

16 Vgl. Owen/King (2013), S. 1.

17 Fort (2007), S. 643. Die Formale Darstellung der ASD ist im Anhang hinterlegt und basiert auf den Ausführungen von Owen/King (2013), S. 5.

18 Als Erfolgsgröße kann der Anteil der erzielten Punkte, an der maximalen erzielbaren Gesamtpunktzahl einer Saison verstanden werden. Vgl. Owen/King (2013).

19 Vgl. Fort (2007), S. 643.

20 Vgl. Gossens (2006), S. 86.

21 Zimbalist (2002), S. 13.

22 Vgl. Zimbalist (2002), S. 13.

23 Vgl. Gossens (2006), S. 97.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Messung und Bewertung der sportlichen sowie wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit in der Fußball-Bundesliga. Möglichkeiten und Grenzen
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Unternehmensrechnung und Controlling)
Veranstaltung
Seminararbeit 2014
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V345569
ISBN (eBook)
9783668354265
ISBN (Buch)
9783668354272
Dateigröße
676 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
messung, bewertung, wettbewerbsfähigkeit, fußball-bundesliga, möglichkeiten, grenzen
Arbeit zitieren
Patrick Hohensee (Autor), 2014, Messung und Bewertung der sportlichen sowie wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit in der Fußball-Bundesliga. Möglichkeiten und Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345569

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