Veränderung der Wissenschaft. Die Argumente Thomas S. Kuhns und Karl Poppers im Vergleich


Hausarbeit, 2016
13 Seiten, Note: 2,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung der Wissenschaft
2.1 Thomas S. Kuhn & Die Phasen der Wissenschaft
2.2 Sir Karl Popper`s Erwiderung

3. Wissenschaft & Nicht-Wissenschaft
3.1 Poppers Falsifikationismus, Der „Fehler“ & Kennzeichen

4. Zusammenfassung & Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit behandele ich die Texte von Thomas S. Kuhn – „Struktur wissenschaftlicher Revolution“ und dem von Sir Karl Popper – „Die Normalwissenschaft und Ihre Gefahren“

Beide Personen gehören zu den bekanntesten Wissenschaftsphilosophen des 20. Jahrhunderts. Eines aus meiner Sicht sehr spannendes und diskussionswürdiges Thema, welches mich bereits im vorausgegangenen Seminar zum kritischen Nachdenken angeregt hat.

In meiner Hausarbeit werde zunächst damit beginnen, die Positionen und Argumentation im Bezug auf die Veränderung der Wissenschaft darzustellen und welche Typischen Merkmale für Beide eine wesentliche und ausschlaggebende Rolle in der Veränderung einnehmen. Anschließend werde ich mich mit der Position Beider im Bezug auf die Identifikation einer Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft beschäftigen und dabei die Argumentation darstellen.

Zum Schluss werde ich die gesamte Hausarbeit Revue passieren lassen, mich der Zusammenfassung der genannten Abschnitte widmen, sowie eine Darstellung in Pro und Contra der von Beiden aufgeführten Argumente geben und auf eine von dieser Basis aus kommendem Standpunkt kommen. Eine eigene Einschätzung und ein Fazit zu von Beiden Personen angebrachten Punkten werden meine Hausarbeit beenden.

2. Entwicklung der Wissenschaft

2.1 Thomas S. Kuhn & Die Phasen der Wissenschaft

Thomas S. Kuhn der als einer der bekanntesten Wissenschaftsphilosophen und Wissenschaftshistoriker des 20. Jahrhunderts gilt, stellt den ersten Unterschied zu Karl Popper wie folgt dar. Thomas Kuhn sieht einen Unterschied in der von Sir Karl Popper angegebenen Tätigkeit, die einen Wissenschaftler zu dem macht, was er ist. Konkret stört Kuhn die Beschreibung des „wissenschaftlichen Unternehmens“.

„Die Tätigkeit des wissenschaftlichen Forschers - möge er Theoretiker oder Experimentator sein - besteht darin, Sätze oder Systeme von Sätzen aufzustellen und systematisch zu überprüfen. In den empirischen Wissenschaften sind es insbesondere Hypothesen, Theoriesysteme, die aufgestellt und an der Erfahrung durch Beobachtung und Experiment überprüft werden“(Kuhn 1965, S.4).

Thomas Kuhn ist der Meinung, das Popper seine Beschreibung bezüglich eines Wissenschaftler zu verallgemeinert und nicht genügend ins Detail geht.

Für Kuhn findet der Fortschritt der Wissenschaft wie folgt statt

Zunächst gibt es nach Kuhn eine „Vorwissenschaftliche Phase . In dieser Phase häufen sich Theorien an, die von einer Vielzahl von Wissenschaftlern aufgestellt werden. Charakteristisch für diese Phase ist, das es noch keinerlei Richtlinien oder Informationen darüber gibt, in welche Richtung und in welchem Umfang die Wissenschaftler forschen sollen .

Auf diese Phase folgt die von Kuhn beschriebene „Normalwissenschaft“. Im Unterschied zur vorwissenschaftlichen Phase, gibt es in dieser Phase klare Richtlinien und „Paradigma“ wie Kuhn es nennt. Diese Paradigma geben den Wissenschaftlern nun vor, in welche Richtung geforscht und mit welchen Mitteln geforscht werden kann bzw. soll.

Diese sind von der Gemeinschaft der Wissenschaftler anerkannt.

„Ein Überprüfen der grundlegenden Verpflichtungen wird zwar nur in der außer-gewöhnlichen Wissenschaft vorgenommen, aber dennoch ist es die Normalwissenschaft, die sowohl jene Punkte bezeichnet, die überprüft werden sollen, wie auch die Art und Weise angibt, wie man das Überprüfen vorzunehmen hat“ (Kuhn 1965, S.6).

Eine Fragestellung wurde hierbei schon durch das resultierende Paradigma geklärt und der Wissenschaftler brauch sich in der „Normalwissenschaft“ nicht mehr mit dieser Fragestellung auseinander zu setzen, sondern kann seine Aufmerksamkeit viel mehr darauf richten die aus dem Paradigma hervorgehende Fragestellung zu lösen.

Thomas Kuhn spricht in seiner Argumentation von dem „Lösen eines Rätsels“. Das Rätsel hierbei gibt das Paradigma vor bzw. das Paradigma formuliert ein solches Rätsel.

Das „Paradigma“ bestimmt also eine Art Richtmaß für die angewandte Forschung innerhalb einer bestimmten Wissenschaft und bestimmt die Herangehensweise des zu lösenden „Rätsel“ in der Phase der Normalwissenschaft. Im Endeffekt bedeutet dies, das ein solches Paradigma ein Kennzeichen dafür ist, um eine Wissenschaft von einer Nicht-Wissenschaft zu unterscheiden.

„Die Existenz eines Paradigmas, das in der Lage ist, die Tradition einer Normalwissenschaft zu fördern, ist das Charakteristikum, das nach Kuhn Wissenschaft von Nicht-Wissenschaft unterscheidet“ (Chalmers 2001, S.91).

Das Kollektiv der Wissenschaftler bildet sich hierbei durch die vorgegebenen Paradigma. Eine Anomalie bedeutet im Allg. „Die Abweichung vom Normalen“.

Im Bezug zu Thomas Kuhn tritt eine solche „Anomalie“ dann auf, wenn der Wissenschaftler ein nicht erwartetes Ergebnis innerhalb dieses Paradigmas erhält. Statt aber das Paradigma in Frage zu stellen, wird der Wissenschaftler eine auf Basis des Paradigmas neue Hypothese bzw. Theorie aufstellen und versuchen diese im folgenden zu bestätigen.

Kann der Wissenschaftler nun die von Ihm neu aufgestellte Hypothese bestätigen, so wird man Ihn feiern und der Wissenschaftler hat nach Kuhn, eine „Entdeckung“ gemacht. Im Endeffekt bedeutet dies, das die Grundidee nicht aufgegeben wird, stattdessen wird das Problem immer weiter konkretisiert, wohl wissend aber nicht abweichend vom Paradigma, denn dieses hat den Wissenschaftler schließlich überhaupt dahin gebracht wo er nun mit seiner neuen Fragestellung steht.

Wenn Wissenschaftler mit auffälligen Falsifikationen und Schwierigkeiten konfrontiert werden, wobei in folge dessen die Paradigma in Frage gestellt werden, kommt es nach Kuhn zu einer „Krise“.Eine solche Krise kann nach Kuhn dadurch überwunden werden, das ein neues Paradigma auftaucht und dieses sich dann in Wissenschaftler-Kreisen weiter verbreitet.

Dabei nimmt das neue Paradigma überhand und das alte, welches die Wissenschaftler noch vor Probleme gestellt hatte, wird verworfen. Dieser Wechsel zwischen neuen Paradigmen nennt Kuhn „ Wissenschaftliche Revolution“ In Folge dessen finden sich nun viele andere Wissenschaftler, die bereits vorher eine vom Paradigma abweichende Meinung hatten.

Es konkurrieren nun sehr viele Wissenschaftler darum, die Theorie zu lösen. Thomas Kuhn bezeichnet dieses als „außergewöhnliche Wissenschaft“. Für Kuhn tritt diese Wissenschaft genau dann auf, wenn nach seinem Modell der wissenschaftlichen Entwicklung, sich die „Normalwissenschaft“ auf Grundlage des Paradigmas nicht mehr halten kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Veränderung der Wissenschaft. Die Argumente Thomas S. Kuhns und Karl Poppers im Vergleich
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Die Struktur wissenschaftlicher Revolution
Note
2,7
Jahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V346579
ISBN (eBook)
9783668358782
ISBN (Buch)
9783668358799
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
veränderung, wissenschaft, argumente, thomas, kuhns, karl, poppers, vergleich
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Veränderung der Wissenschaft. Die Argumente Thomas S. Kuhns und Karl Poppers im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346579

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