Personenkonstellationen und Beziehungsebenen im Nibelungenlied. Das Beispiel von Siegfried, Hagen und Kriemhild


Examensarbeit, 2014
94 Seiten, Note: 1,8

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Personenkonstellationen im Nibelungenlied
2.1 Konstellation im ersten Teil
2.2 Konstellation im zweiten Teil

3 Personale Beziehungen im Mittelalter
3.1 Triuwe als Grundlage personaler Bindungen

4 Familiäre Bindungen im Mittelalter (mâgen)
4.1 Das Verhältnis zwischen Kriemhild und ihren Brüdern vor Siegfrieds Tod
4.2 Das Verhältnis zwischen Kriemhild und ihren Brüdern nach Siegfrieds Tod
4.3 Gunthers Schuldbewusstsein und Schuldfrage

5 Freundschaft (vriuntschaft)
5.1 Waffenbrüderschaft
5.1.1 Siegfried und Gunther
5.1.2 Hagen und Volker
5.2 Persönliche Freundschaft
5.2.1 Freundschaft zwischen Siegfried und Gunther?
5.3 Gastfreundschaft zur Friedenssicherung

6 Gefolgschaft
6.1 Hagen als Gunthers man
6.2 Kriemhild und Hagen (man oder mâgen ?)
6.3 Hagens Bindung als Lehnsmann in Konkurrenz zwischen Brünhild und Kriemhild
6.4 Diskussion: Hagens Gefolgschaftstreue oder Hagen ein Vasall ohne Pflichten?
6.5 Siegfried als „ eigenman “ Gunthers – Die Standeslüge

7 Liebe und Ehe
7.1 Radikale triuwe: Kriemhild und Siegfried
7.2 Kriemhild und Etzel

8 Feindschaft (vint), Fehde und Blutrache (rechen)
8.1 Rivalität und Königinnenstreit zwischen Kriemhild und Brünhild
8.2 Hagens Mordplan gegen Siegfried
8.3 Kriemhilds Rachestreben gegen Hagen
8.4 Blutrache: Gunthers Tod
8.5 Kriemhilds Tod

9 Deutung und Kritik personaler Bindungen

10 Zusammenfassung

11 Bibliographie

1 Einleitung

Das Nibelungenlied wurde unter allen mittelhochdeutschen Epen im Zuge der politischen Konstellationen zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit Begriffen wie National- oder Volksepos versehen, und damit zum heute bekanntesten Werk des deutschen Mittelalters. Nicht zuletzt wird die Bedeutung des Nibelungenliedes auf internationaler Ebene durch die Ernennung zum Weltdokumentenerbe durch die UNESCO 2009 bestätigt.[1] Die Relevanz und Aktualität des Nibelungenliedes für die deutsche Literaturgeschichte werden sowohl in der breiten Forschungsliteratur, als auch in immer neuen Forschungsgebieten, wie Film, Dramen oder Oper deutlich. Die soziale Welt der Nibelungen aus heutiger Sicht verstehen zu können bedarf jedoch einer Auseinandersetzung mit dem mittelalterlichen und höfischen Gesellschaftsmodell.

Denn wenn eine Standeslüge einen Streit hervorruft, Ehre und Ansehen durch eine Beleidigung verletzt werden und einen Mord fordern, wenn Geschwister diesen Mord dulden, wenn Recht übergangen wird und Rache einziges Mittel des Seelenheils wird, dann wird dem Leser der Gegenwart deutlich: Die mittelalterliche Auffassung von Recht, aber auch die Bedeutung von Familie und Freundschaft, entspricht nicht dem heutigen modernem Verständnis der im Nibelungenlied dargestellten Bindungen. Die Termini Freundschaft, Verwandtschaft, Liebe und Feindschaft bestehen zwar nach wie vor, tragen in der heutigen Zeit jedoch andere Bedeutungen und Funktionen als zur Entstehungszeit des Nibelungenliedes um 1200.

Untersuchungsgegenstände der vorliegenden Arbeit sind die Personenkonstellationen und Beziehungsebenen der nibelungischen Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung von Veränderungen der Beziehungen und deren Auswirkungen auf die Handlung.

Die vorliegende Hausarbeit zum Nibelungenlied verfolgt drei Zielsetzungen: zum einen sollen die Figurenkonstellationen und der Aufbau des Personenverbandes dargestellt werden. In welcher Konstellation tauchen die Figuren zueinander auf? Welche Bindungen halten den Personenverband zusammen? Damit werden die Figuren des Nibelungenliedes nicht isoliert, sondern hinsichtlich ihrer personalen Bindungen betrachtet.

Zum anderen sollen Auswirkungen von Gruppenbindungen und die Veränderung von Einzelbeziehungen untersucht werden. Handlungsbestimmende Konstellationen sollen dabei durchleuchtet werden, da sie ein „immanentes Tat-Folge-Geschehen“[2] auslösen, das zum sukzessiven Nibelungenuntergang führt. Welche Konstellationen sind konfliktgeladen, welche scheitern und weshalb, welche Konstellationen bewähren sich bis zum Schluss?

Zuletzt soll mithilfe der Beantwortung der Fragen die These bestätigt werden, dass personale Bindungen das Handeln der Figuren bestimmen und deshalb im Nibelungenlied von höchster Bedeutung sind. Nicht zuletzt führt der Dichter die Relevanz personaler Beziehungen durch hervorgehobene Einzelbeziehungen und das Scheitern dieser Bindungen in immer wieder neu auftretenden Konstellationen vor.

Den bisher ausführlichsten Beitrag zum Personenverband und zu Personenbindungen liefern Jan-Dirk Müller, Tatjana Rollnik-Manke und Sabine Kückemanns. Jan-Dirk Müller untersucht in seinen „Spielregeln für den Untergang“ 1998 die nibelungische Gesellschaft und ihren Personenverband, worin er bereits die Relevanz des Personenverbandes betont: „Ein dichtes Netz personaler Beziehungen bestimmt das Handeln der Protagonisten.“[3] Tatjana Rollnik-Manke stellt in ihrer Arbeit „Personenkonstellationen in mittelhochdeutschen Heldenepen“ eine chronologische Untersuchung der Personenkonstellationen dar und gibt Aufschlüsse darüber, wie der Dichter Beziehungsgeflechte herstellt und die Handlung damit in Gang setzt. Zu einer der neusten Publikationen zählt Sabine Kückemanns Untersuchung zur „Ambivalenz der triuwe im Nibelungenlied“, worin die nibelungische Gesellschaft im Hinblick auf ihre triuwe -Bindungen untersucht wird.

Im Folgenden soll eine Übersicht über den Darstellungsgang der vorliegenden Arbeit gegeben werden: Kapitel 2 gibt eine Einführung in die wichtigsten Personenkonstellationen. Dabei sollen die Ausgangskonstellationen des ersten und zweiten Teils sowie handlungsbestimmende Konstellationen aufgeführt werden. Nach Herta Zett gilt „das Interesse des Dichters des Nibelungenliedes vor allem Personenkonstellationen und -konflikten“.[4] Daher werden in Kapitel 2 nicht nur die Personenkonstellationen, sondern auch das Konfliktpotenzial, als Kausalzusammenhang, untersucht. Kapitel 2 hebt damit die für den Handlungsverlauf wichtigsten personalen Beziehungen hervor, die in Kapitel 4 bis 8 detailliert erörtert werden. Kapitel 3 untersucht die Bedeutung von personalen Beziehungen beziehungsweise Gruppenbindungen. In der mittelhochdeutschen Feudalzeit wird die heutige Staatsgewalt durch den Personenverbandsstaat ersetzt, ein Begriff, den Theodor Mayer für die Herrschaftsform des frühen Mittelalters geprägt hat. Der Personenverband bindet die Figuren „in ein komplexes Geflecht horizontaler und vertikaler Abhängigkeiten“[5], die in Kapitel 3 definiert werden. Personale Bindungen werden durch das triuwe-Prinzip zusammengehalten. Die Verpflichtung zur triuwe als Grundlage personaler Bindungen, „stellt sozusagen den ideologischen Kitt dieser Gesellschaft dar, sowohl in Bezug auf den Sippenverband und die Gefolgschaft, als auch auf die Gattenbindung und auf Freundschaften“.[6] Der Begriff der triuwe wird deshalb in Kapitel 3.1 wegen seiner Relevanz und Häufigkeit im Nibelungenlied definiert. Triuwe tritt im Nibelungenlied als Bindungsglied aller Beziehungen, mit Ausnahme der Feindschaft, auf. Hier ist es meist die untriuwe, die die Feindschaft der Figuren auslöst. Kapitel 4 bis 8 widmen sich den fünf verschiedenen Beziehungsarten im Nibelungenlied: Verwandtschaft, Freundschaft, Gefolgschaft, Liebe und Feindschaft.

Die Untersuchung der Beziehungsebenen, Treueverhältnisse und Bindungen soll am Beispiel von Kriemhild, Hagen und Siegfried dargelegt werden. Sie sind nicht nur als Leitfiguren des Nibelungenliedes zu betrachten[7], sie repräsentieren in verschiedenen Konstellationen triuwe -Verpflichtungen und personale Bindungen.

Kriemhild wird eine zentrale Rolle im Nibelungenlied zugeschrieben: Sie zählt zu den „wichtigsten handlungsbestimmenden Figuren“.[8] So stellt sie nicht nur die Verbindung zwischen erstem und zweitem Teil, sondern auch zwischen den Burgunden und Hunnen dar. Des Weiteren gilt sie als wichtigste weibliche Figur im Nibelungenlied, die wiederum mit dem wichtigsten männlichen Protagonisten des ersten Nibelungenlied-Teils, Siegfried, verbunden ist. Selbst nach seinem Tod ist Siegfried im zweiten Teil präsent, „da sich alle Handlungen Kriemhilds auf ihn beziehen […]“.[9] Hagen wird durch den Mord an Siegfried ebenso zur Leitfigur. Kriemhilds Feindschaft zu Hagen ist in der Bindung zwischen Hagen und Siegfried verkettet. Somit wird deutlich, dass Kriemhild, Hagen und Siegfried in einem Beziehungsgefüge zueinander stehen. Anhand der drei Figuren lassen sich Freundschaft, Verwandtschaft, Gefolgschaft, Waffenbrüderschaft, Feindschaft und die daraus resultierenden triuwe -Konflikte analysieren.

Im Hauptteil der Arbeit steht die Analyse bedeutsamer Beziehungsarten im Nibelungenlied. Dabei wird deutlich, dass die Figuren des Nibelungenliedes nicht nur in eine personale Bindung, sondern in mehreren Bindungen zu anderen Figuren stehen. Gruppenbindungen können sich überlagern, miteinander konkurrieren und schließlich im Konflikt enden. Im dichten Netz personaler Bindungen sind Konfliktsituationen unausweichlich und fordern Entscheidungen zum Nachteil von anderen personalen Bindungen. Welcher Gruppenbindung im Konfliktfall eine höhere Priorität zukommt wird am Beispiel von Einzelkonstellationen in Kapitel 4 bis 8 dargestellt.

Im Zentrum der Gesellschaft stehen familiären Bindungen.[10] Dies signalisiert der Dichter, indem er die verwandtschaftliche Beziehungsebene schon zum Thema der ersten Aventiure macht. Daher wird in Kapitel 4 die Familie im Mittelalter als erste Beziehungsebene behandelt. Kapitel 5 befasst sich mit den freundschaftlichen Bindungen im Nibelungenlied. Diese können wiederum in Waffenbrüderschaft, persönliche Freundschaft und Gastfreundschaft unterteilt werden. In Kapitel 6 werden vasallitische Beziehungen untersucht, die maßgeblich von Hagen repräsentiert sind. Kapitel 7 behandelt Liebes- und Ehebindungen, da Kriemhilds Liebe zu Siegfried über seinen Tod hinaus geht und handlungsbestimmend ist. In Kapitel 8 wird schließlich die Feindschaft und Rache als Beziehungsebene untersucht, die den zweiten Teil des Nibelungenliedes bestimmt. Kapitel 9 widmet sich einer Deutung und Kritik personaler Beziehungen im Nibelungenlied. Zuletzt soll in Kapitel 10 eine Zusammenfassung gegeben werden und zuletzt ein Ausblick gegeben werden, ob personale Bindungen den Nibelungenuntergang verschulden.

Ziel der Arbeit ist es, nicht nur die Beziehungen von Siegfried, Kriemhild und Hagen untereinander zu untersuchen, sondern darüber hinaus auch die Beziehungen zu den Nebenfiguren, besonders Gunther, Giselher, Brünhild und Volker, zu analysieren. Welche Konfliktsituationen ergeben sich aus den triuwe -Bindungen? Welche Konstellationen sind konfliktgeladen oder ambivalent?

In Anbetracht der umfangreichen Forschungsliteratur zu den Figuren des Nibelungenliedes erhebt die vorliegende Arbeit nicht den Anspruch neuer Erkenntnisse hinsichtlich der Charakterisierung der Figuren oder gar Einsprüche in den bisherigen Forschungsstand anerkannter Sekundärliteratur. Vielmehr soll es darum gehen, die Figuren nicht isoliert voneinander zu analysieren, sondern die Relation zwischen Individuum und Kollektiv darzustellen. Das Netz personaler Bindungen ist von der ersten bis zur Schlussaventiure gewebt, jede Figur ist durch verschiedene Beziehungen in der Gesellschaft integriert. Insofern liegt das Augenmerk dieser Arbeit darin, die verschiedenen Bindungen, die Kriemhild, Siegfried und Hagen eingehen, auf ihre Wirkung für die Handlung mithilfe historischer Einschübe darzulegen.

Die in der vorliegenden Arbeit eingefügten historischen Erläuterungen dienen zum Verständnis der fiktiven Welt der Nibelungen, denn „die Sage gibt […] nicht faktengetreu im Sinne der modernen Geschichtswissenschaft historische Gegebenheiten wieder“.[11] Aber „sie erzählt sie in einer spezifischen Weise um"[12], dabei spiegeln sich „Aspekte [der] mittelalterlichen Gesellschaftsstruktur […] im Nibelungenlied“.[13] Dementsprechend können Begriffe und Konstellationen im Nibelungenlied nicht deckungsgleich mit der historischen Realität rezipiert werden, nicht zuletzt weil die Nibelungenwelt eine inszenierte und fiktive Welt ist. Die Untersuchung der verschiedenen Beziehungsebenen am Beispiel von Kriemhild, Hagen und Siegfried wird textimmanent anhand der *C-Fassung des Nibelungenliedes durchgeführt.[14]

2 Personenkonstellationen im Nibelungenlied

Der gesellschaftliche Verband im Nibelungenlied wird durch ein Geflecht verschiedener personaler Beziehungen zusammengehalten. Erst durch personale Beziehungen werden einzelne Figuren mit anderen Figuren verbunden.

Untersucht man die Personenkonstellationen, so untersucht man gleichsam die Beziehungen, in denen die Figuren zueinander stehen. Darüber hinaus gibt eine Analyse der Personenkonstellationen Auskunft über die „Veränderungen dieser Beziehungen […] und ihre Auswirkung auf die Handlung“.[15] So bestimmt die Liebe zwischen Siegfried und Kriemhild und die Feindschaft zwischen Hagen und Kriemhild nicht nur die Beziehungen zu allen weiteren Figuren, sondern auch den gesamten Handlungsverlauf. Die Analyse der Personenkonstellation gibt daher Aufschluss darüber, „wie der Dichter ein Beziehungsgeflecht herstellt und wie er Handlung in Bewegung setzt und in Gang hält“.[16] Im Folgenden sollen erster und zweiter Teil des Nibelungenliedes hinsichtlich der Personenkonstellation untersucht und gegenübergestellt werden.

2.1 Konstellation im ersten Teil

Die ersten beiden Aventiuren beschreiben zwei „unabhängige Herrscherfamilien“[17], den Burgundenhof und den Hof in Xanten, in denen die beiden Hauptprotagonisten Kriemhild und Siegfried als Repräsentanten einer intakten, höfisch-formvollendeten Welt aufwachsen.

Die Familien werden zwar isoliert voneinander beschrieben, ihre Bindung zueinander wird aber durch Vorausdeutungen des Dichters bereits angekündigt: Kriemhilds erste direkte Rede bezieht sich auf Siegfried, indem sie ihrer Mutter von dem Falkentraum erzählt, Siegfrieds erste direkte Rede in der dritten Aventiure handelt wiederum von Kriemhild. Die Konstellation der ersten Aventiure beginnt mit der Beschreibung von Kriemhild. Damit wird ihr eine besondere Funktion zugeschrieben: „Der Dichter stellt sie als erste Figur vor, die den Anlass zu späteren tödlichen Kämpfen bildet.“[18] Noch erscheint Kriemhild als Glied eines Herrschaftsverbandes, das aus Verwandten, Freunden und Gefolgschaft besteht. Kriemhild und Siegfried werden in den ersten Aventiuren als höfische Repräsentanten vorgestellt, ihren Lebensmittelpunkt stellt die Familie dar. Anfangs scheinen die Konstellationen der beiden ersten Aventiuren isoliert voneinander zu sein. Dies ändert sich in der dritten Aventiure, in der die Konstellationen miteinander verknüpft werden.

Siegfried beschließt nach Worms zu reisen, wo er um Kriemhild werben will. Zunächst vergisst er seine ursprüngliche Intention und fordert die Könige zum Kampf um deren Land heraus. Hier präsentiert sich Siegfried erstmals unhöfisch: es entsteht zunächst ein Konflikt zwischen ihm und den Burgunden, „der für die Beziehung zwischen ihnen bestimmend werden könnte“.[19] Der Konflikt der beiden resultiert aus der „unterschiedlichen Auffassung von rechtmäßiger Herrschaft“.[20] So wird die Herrschaft am burgundischen Hof mittels Erbe übernommen, während die Herrschaft in Xanten sich über Siegfrieds Stärke definiert. Die Burgunden hingegen bieten ihrem Herausforderer Gastfreundschaft an, womit der Konflikt zwischen Siegfried und Gunther vorübergehend stillgelegt ist. Die Bindung zwischen ihnen entsteht aus einer zweckgebundenen Motivation: Sie bieten die Gastfreundschaft an, da sie von Hagen über Siegfrieds Macht und Stärke informiert wurden. Das Freundschaftsangebot findet seine Motivation darin, dass die Burgunden versuchen, ihr Königreich vor Gefahr zu schützen. Siegfried hingegen geht das Angebot wegen seiner Absicht der Brautwerbung ein: do gedaht ouch Sivrit an die vil herlichen meit.[21] Ihm wird klar, dass er die Gunst der Könige durch Gastfreundschaft erwerben kann.

Mit der Beilegung des anfänglichen Konflikts ändert sich die Konstellation zwischen Siegfried und den Burgunden: Dieser bleibt ein Jahr lang in Worms, wo er an allen Aktivitäten am Hof teilnimmt. Damit wird ihm der gleiche Status wie den „anderen Mitgliedern des burgundischen Hofes“[22] zugeschrieben, ihre Beziehung besteht aus einer „gegenseitigen Anerkennung der Ebenbürtigkeit“.[23] Diese Ebenbürtigkeit, die ihm Gunther anbietet und durch die Teilnahme an allen Kampfspielen zuschreibt, wird ironischerweise durch die Standeslüge verleugnet. Indem Siegfried sich während der Brautwerbung auf Isenstein als Gunthers Vasall ausgibt, wandelt er das ebenbürtige Verhältnis zu einem abhängigen Verhältnis um.

In der vierten Aventiure hilft Siegfried den Burgunden im Dänen- und Sachsenkrieg, wodurch die Bindung zwischen den Burgunden und Siegfried gefestigt wird. Auf die Bitte Gunthers noch zu bleiben geht er nur Kriemhild zuliebe ein: wan durch Chriemhilde, so waer ez nimmer getan. [24] Erneut wird die zweckgebundene Motivation in Siegfried und Gunthers Freundschaft deutlich. Die sechste Aventiure handelt von Gunthers Beschluss Brünhild zu heiraten und der Vorbereitung dazu, „hier setzt die kausale Handlungsverknüpfung ein“.[25] Siegfried bietet bei der Brautwerbung seine Hilfe an, um als Gegenleistung die Ehe mit Kriemhild fordern zu können. Somit handelt es sich nicht um einen Freundesdienst, „sondern um eine zweckgerichtete Handlung“.[26] Die Brautwerbung um Brünhild muss also erfolgreich gelingen, denn nur so kann er die Erfüllung von Gunthers Versprechen verlangen, ihm Kriemhild als Frau zu geben. Damit entsteht ein zusätzlicher Anreiz für Siegfried, der die Standeslüge bedingt. Die Konstellation während der Brautwerbung suggeriert ein falsches Rangverhältnis, das die Handlung in Bewegung setzt. Während des Werbungsbetruges an Brünhild manifestiert sich Siegfrieds Schuld, da er sich als Gunthers „ eigenman “ ausgibt und Brünhild zwei Mal besiegt.[27]

Mit der Einlösung des Versprechens ändert sich die Konstellation am Burgundenhof: „Es stehen sich zwei Herrscherpaare gegenüber.“[28] Während die Heirat zwischen Kriemhild und Siegfried unter anderem auf minne gründet, ist die Heirat zwischen Gunther und Brünhild nicht auf Zuneigung, sondern auf der eingewilligten Eidleistung Brünhilds begründet. Bis zur Einladung und zum Königinnenstreit ist die Konstellation zwischen den Burgunden und Xanten „freundschaftlich-verwandtschaftlich“.[29]

Die Konsequenzen der Standeslüge werden in der 14. Aventiure ersichtlich, hier folgt die Veränderung in der Konstellation zwischen Brünhild und Kriemhild. „Nicht Brünhilds Charakter beschwört den Streit herauf, sondern die ungeklärte Beziehung zwischen Gunther und Siegfried.“[30] Ihre Bindung artet mit der öffentlichen Auseinandersetzung und Beleidigung zum Streit und zur Konkurrenz über den Rang der Ehemänner aus. Währenddessen scheint die Bindung zwischen Siegfried und Gunther infolge des Reinigungseides behoben und durch den Streit nicht verletzt worden zu sein. Siegfried gibt nach wie vor nicht zu, der mächtigere der beiden Könige zu sein. Die Veränderung der Personenkonstellation zwischen Kriemhild und Brünhild wirkt sich aber auf das Umfeld aus: Hagen erklärt Siegfried zum Feind und löst sich aus der Bindung zu Kriemhild; Gunther geht eine Mittäterschaft ein und löst sich aus der Bindung zu Kriemhild und aus seiner Bindung zu Siegfried.

Der Mord an Siegfried gelingt dadurch, dass Kriemhild sich zur Mitschuldigen macht: Sie verrät Hagen unter zweifacher Ermahnung der triuwe die verwundbare Stelle ihres Gatten. Beim Wassertrinken gewährt Siegfried Gunther den Vortritt. Kniend nimmt Gunther das Wasser aus der Quelle zu sich und hofft, dass Siegfried die gleiche Körperhaltung einnimmt. Hagen und Gunther sind die einzigen, die „den Ablauf der Tat kennen“[31], sodass Gunthers Mittäterschaft am Mord deutlich wird. Der Mord löst nun eine weitere Kettenreaktion aus: Die feindschaftliche Konstellation zwischen Brünhild und Kriemhild wird durch Hagen abgelöst. Außerdem macht Kriemhild Gunther für den Mord mitverantwortlich, woraufhin sie nicht mehr mit ihm redet. Trotz Siegmunds Angebot, mit nach Xanten zurückzukehren, bleibt sie in Worms. Damit wird Kriemhilds individuelle Rangfolge der Bindungen deutlich: An höchster Stelle steht ihre Bindung zu Siegfried, gefolgt von der Blutsbindung an ihre Mutter und den Verwandten, die am Mord nicht beteiligt sind, also Giselher und Gernot. Erst dann folgt ihre Bindung zum Xantener Hof.[32] Der Verbleib in Worms ist handlungsbestimmend für den Hortraub.

Zu Beginn der 19. Aventiure versöhnen sich Gunther und Kriemhild. Die Versöhnung wird von Hagen initiiert, hat vorrangig jedoch machtpolitischen und habgierigen Charakter: den Nibelungenhort.

Da Kriemhild allerdings zur Zustimmung gezwungen wird, stellt die suone einen „Akt leerer Konvention“[33] dar. Von außen entspricht der Vorgang der rechtlichen Verbindlichkeit, wird jedoch von der inneren Gesinnung entwertet.[34] Die Versöhnung zwischen Kriemhild und Gunther bewirkt zunächst, dass Hagen isoliert wird, da er der einzige am Burgundenhof ist, den Kriemhild zum Feind hat. Dies führt dazu, dass Hagen in den nachfolgenden Beratungsfunktionen kaum Machteinfluss auf die Könige ausüben kann. Unter Abwesenheit der Könige gelingt es ihm, Kriemhild den Hort zu rauben. Die drei Könige sind durch passive Mittäterschaft am Hortraub beteiligt, wodurch ihre Beziehung zu Kriemhild getrübt wird. Der erste Teil endet also in folgender Konstellation: Kriemhilds Hass gegenüber Hagen ist noch stärker gewachsen, sie lebt isoliert und trauernd mit ihrer Mutter in Lorsch. Die räumliche Trennung zeigt die zerstörte geschwisterliche Beziehung an. Zentraler Handlungsort des ersten Teils stellt Worms dar. Dabei wird Worms zum „Ort der sich ausweitenden ‚inordinatio‘ und der Intrigen“.[35] Hier entfaltet sich Siegfrieds tugendliches Verhalten als höfischer Repräsentant durch ubermuote zu desintegrativem Verhalten.[36]

Die Brautwerbung und der damit verbundene Betrug, als auch der Frauenstreit und der daraus resultierende Mord, sind Kernszenen im ersten Teil des Nibelungenliedes, die für die Handlung entscheidend sind.

2.2 Konstellation im zweiten Teil

In der 20. Aventiure wird der hunnische Hof vorgestellt. Der verwitwete König Etzel beschließt Kriemhild zu heiraten, die nun als Bindungsglied zwischen dem hunnischen und burgundischen Hof fungiert. Mit der Ausgangskonstellation der Brautwerbung beginnt „ein neuer Erzählstrang“.[37] Nachdem Rüdiger am burgundischen Hof um Kriemhild wirbt, beraten sich die Brüder, ob sie der Heirat zustimmen. Mit Ausnahme von Hagen befürworten alle die Eheschließung.

Kriemhild stimmt der Hochzeit nur ungern zu. Erst in Folge des beharrlichen Drängens ihrer Brüder willigt sie ein. Sie stellt Rüdiger die Bedingung, ihr Treue zu leisten: „ so swert mir, Rüedeger, swaz mir iemen tuot, daz ir mir sit der naehste, der reche miniu leit.“[38] Bereits hier werden Kriemhilds Rachepläne deutlich, da sie beabsichtigt, Rüdigers Treue zu nutzen, um ihr Leid zu rächen. Der Dichter macht ihre heimlichen Gedanken öffentlich: sie hofft, der Tod ihres Mannes wird eines Tages gerächt. Außerdem wird deutlich, dass sie den Machtzuwachs ausnutzen will: sit daz Ezele der recken hat so vil, sol ich den gebieten, so tuon ich, swaz ich wil.[39] Mit Kriemhilds Einwilligung zur Heirat wird ihre radikale Treue und ihre Rachebesessenheit deutlich: Sie nimmt es in Kauf, einen Heiden zu heiraten, der ihr Ansehen verringern könnte[40] „zugunsten der Aussicht auf Rache“.[41] Giselher und Gernot geben ihr bei der Abreise Geleit, außerdem verabschieden sie sich unter Tränen, womit ihre enge Verbindung nochmals betont wird. Die Konstellation am Ende der 21. Aventiure scheint sowohl zwischen den Brüdern und Kriemhild, als auch zwischen Burgunden und Hunnen friedlich und freundschaftlich zu sein.

An Etzels Hof kreisen Kriemhilds Gedanken um Siegfried und ihre Rache. Sie überredet Etzel die Burgunden einzuladen. Dem Boten trägt sie auf, besonders Giselher und Gernot zu grüßen. Gunther erhält keine Grüße, wodurch ein Konflikt angekündigt wird. Als die Boten den Burgunden ihre Einladung auftragen, entsteht die gleiche Konstellation wie bei der Brautwerbung: Alle stimmen zu, mit Ausnahme von Hagen. Nach außen hin scheint für alle Kriemhilds Einladung auf freundschaftlicher Motivation zu erfolgen. Etzel, Gunther, sowie Giselher und Gernot ahnen nichts von der Arglist. Nur Hagen ahnt ihre Absichten: auch slug ich ze tode ir man mit meiner hant, wie getorsten wir gereiten in des chünigs Etzln lant? [42] Giselher und die Brüder isolieren Hagen in der Beratung, können ihn aber durch Provokation dazu bringen, sie zu begleiten. Sie werfen ihm Angst und Feigheit vor: wir ensaehen unser swester, daz waer zägleich getan. [43] Dass Hagen mit an den Hunnenhof reitet ist handlungsbestimmend. Durch ihn werden alle Burgunden in den Tod gerissen. Seine Entscheidung mitzukommen löst eine Handlungskette aus, da „in der Verkettung des Personenverbandes […] ein Glied persönlicher Verpflichtung unweigerlich das nächste nach sich [zieht]“.[44]

Bei der Ankunft am hunnischen Hof kommt es zur ersten Konfrontation zwischen Kriemhild und Hagen. Das Ritual der Begrüßung deutet auf Kriemhilds feindschaftliche Absichten hin. Sie empfängt nicht nur die Gäste ohne Etzel, sie begrüßt zudem nur Giselher. Der höfische Gruß bildet festen Bestandteil des Begrüßungszeremoniells und „[signalisiert] Freundschaft oder, vor allem bei Unterlassung Feindschaft, und er [erlaubt] bei Fremden, die Absichten des Gegenübers auszuloten.“[45] Den Gruß zu unterlassen kündigt im Epos einen Konflikt an, da der gruoz als Anerkennung der êre gilt. Die Verweigerung bedeutet dementsprechend eine Ehrverletzung, Verachtung oder gar Hass.[46] Hagen weiß die Verweigerung zu deuten und bindet seinen Helm fester, was seine Kampfbereitschaft symbolisiert.

Kriemhilds Begrüßung ist eine bewusste Provokation gegen Hagen, ihre Hintergedanken macht der Dichter öffentlich: Chriemhilt, diu kuniginne, mit ir gesinde gie, da si die Nibelunge in valschem muote enpfie. [47] Der Konflikt zwischen Hagen und Kriemhild wird durch eine Provokationskette zugespitzt: Zuerst bekennt er sich öffentlich an der Ermordung und dem Hortraub schuldig zu sein, dann legt er Siegfrieds Schwert Balmunc auf seine Knie, gefolgt von der Kirchgangszene, in welcher Volker und er der Königin vor dem Münster keinen Platz machen.

Kriemhild und Hagen verfolgen nun ein und dasselbe Ziel, obwohl sie Feinde sind: Sie wollen den Kampf zwischen Burgunden und Hunnen auslösen, „um Kriemhilds Konflikt mit Hagen auszutragen“.[48] Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Kriemhild sich freut, als sie die Kampfspiele vom Fenster aus beobachtet und ein Burgunder zu Schaden kommt: Chriemhilt ez vil gerne durch leit der Buregonde sach. [49] Ihr „Rachevollzug zeigt sich als kontinuierlicher Zusammenhang, zugeschnitten auf die Konfrontation Kriemhilds mit Hagen“.[50]

Bis zur ersten Kampfphase ist Etzel den Burgunden positiv gestimmt. Dies will er damit beweisen, dass er seinen Sohn Ortlieb am Burgundenhof erziehen lassen möchte. Hagens Prophezeiung von Ortliebs Tod[51] ist die Ankündigung für den darauffolgenden Konflikt. In der 32. Aventiure greift Blödel Dankwart an, da dieser mit Hagen verwandt ist und somit nach Blödels Auffassung mitverantwortlich für Siegfrieds Mord. Dankwart versucht ihm vergebens zu erklären, dass er noch jung war und er deshalb unschuldig ist. Es entsteht der erste Kampf, da Blödel seine Erklärung nicht akzeptiert. Nun folgt eine sukzessive Folge von Kämpfen: Als Hagen seinen Bruder blutüberströmt vorfindet, tötet er Ortlieb. Daraus ändert sich die Konstellation zwischen Etzel und den Burgunden: sie sind nicht länger seine Freunde, sondern seine Feinde. Die Feindschaft setzt die Gastfreundschaft und die höfischen Regeln außer Kraft. Nach erneuten Kämpfen gehen Gunther und Hagen als einzig überlebende Burgunden in der Schlusskonstellation hervor. In der letzten Aventiure treffen die beiden Kontrahenten Kriemhild und Hagen in einer finalen Konfrontation aufeinander. Da Hagen Kriemhild über den Hort keine Informationen weitergeben will, solange einer seiner Herren lebt, lässt sie Gunther töten. Dabei handelt sie eigenmächtig und ohne Rücksprache mit Etzel, eine Eigenschaft, die sie sich mit Hagen teilt. Anfangs- und Schlussszene bilden den Rahmen des Nibelungenliedes: sie beschreiben kontrastiv das eindrucksvolle Bild der Burgunden. In der Exposition wird Kriemhild als vil edel madegin[52] und als Repräsentantin höfischer Ordnung beschrieben, in der letzten Szene hingegen als valendinne[53] von Hagen bezeichnet. Die Ambivalenz ihrer Figur wird damit hervorgehoben. Ebenso wird die Entwicklung ihrer Figur im Laufe des Geschehens deutlich: Bis zu Siegfrieds Tod wird Kriemhild ohne Eigenwilligkeit beschrieben. Nach der Ermordung trifft sie ihre Entscheidungen selbstbestimmt und berechnend: Die Heirat mit Etzel, die Einladung ins Hunnenland als auch der Mord an Gunther und Hagen werden von ihr mit Hintergedanken an die Rache selbstständig entschieden. Untriuwe, ubermuot, und Rache werden Schlagwörter des Untergangs. Das höfisch-sittliche Ordnungsgefüge wird im zweiten Nibelungenliedteil immer weiter destabilisiert.[54]

Kernszenen im zweiten Teil, die für den Ausbruch in der 38. Aventiure verantwortlich sind, sind Kriemhilds Heirat mit Etzel, ihre Einladung ins Hunnenland, Ortliebs Tod durch Hagen und letztendlich die Kämpfe, die den Tod aller Burgunden fordern.

Vergleicht man die Erzählschemata des ersten und zweiten Teils, so erkennt man, dass die Konstellationen beider Teile gleich aufgebaut sind: Auf die Brautwerbung erfolgt eine Rachehandlung, die wiederum auf einer hinterhältigen Einladung basiert. In beiden Teilen sind es zwei Herrschaftsverbände, die zunächst durch Freundschaft miteinander verbunden sind. Ihre Freundschaft wandelt sich durch Verrat zu einer feindschaftlichen Bindung. Beide Teile sind maßgeblich von der radikalen Verfolgung der triuwe beeinflusst: Im ersten Teil spielt Kriemhilds triuwe zu Siegfried, im zweiten Teil wiederum Hagens Gefolgschafts- triuwe eine wichtige Rolle.

Die Untersuchung der Personenkonstellationen ergibt darüber hinaus, dass bestimmte Bindungen den gesamten Handlungsverlauf von der ersten bis zur letzten Aventiure prägen. Dazu zählt die Beziehung zwischen Gunther und Kriemhild, die Beziehung zwischen Hagen und Kriemhild sowie die Beziehung zwischen Kriemhild und Siegfried.

3 Personale Beziehungen im Mittelalter

Die Staatsform des frühen Mittelalters entspricht einem sogenannten Personenverbandsstaat. Dabei basiert die Herrschaft auf einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis zwischen Lehnsherrn und Vasallen und richtet sich auf einen Verband von Personen (Familie, Sippe). Der Personenverbandsstaat kennt keine bürokratische Verwaltung, er bindet „die Feudalherrn und ihre Lehens- und Eigenleute in ein komplexes Geflecht horizontaler und vertikaler Abhängigkeiten“.[55] Triuwe -Verpflichtungen binden die einzelnen Figuren des Personenverbandes in ein Netz personaler Beziehungen. Beziehungsebenen beziehungsweise Gruppenbindungen sind dementsprechend Grundlage des mittelalterlichen Gesellschaftsmodells und werden in diesem Kapitel sowohl terminologisch erläutert als auch auf ihre Funktionen und Leistungen untersucht, um somit das grundlegende Verständnis für den Hauptteil der vorliegenden Arbeit zu schaffen.

Gruppenbindungen im Mittelalter lassen sich zunächst in private/persönliche und staatliche/formale Bindungen unterscheiden: Zu den privaten Bindungen zählen Verwandtschaft, Freundschaft, Waffenbrüderschaft; zu den staatlichen Bindungen zählen Lehnsbindungen zwischen Herr und Mann. Gruppenbindungen lassen sich nicht nur in formale und persönliche Bindungen kategorisieren, sondern auch in vertikale und horizontale Bindungen.

Vertikale Bindungen treten zwischen zwei Personen unterschiedlichen Ranges auf, sie werden durch einen vasillitischen Eid, einen Diensteid oder Gefolgschaftseid bekräftigt und haben somit einen rechtlich-verpflichtenden Charakter. Vertikale Bindungen treten meist in der Konstellation Herr-Untertan, also in einem Herrschaftsverhältnis auf. Horizontale Bindungen sind solche, die aus innerer Motivation gegründet werden. Häufig werden horizontale Bindungen von Ranggleichen eingegangen, beispielsweise Verwandten oder Gästen. Sie können aber auch Standesschranken sprengen und sich damit durch „wahre Freundschaft“ auszeichnen. Beide teilen jedoch dieselben Inhalte: militärische Unterstützung im Notfall, gegenseitige Hilfeleistung, rechtlicher Beistand in einem juristischen Konfliktfall.[56] „Das vertikale Lehnsverhältnis und die horizontale Verwandtschaft erweisen sich somit als zentrale Orientierungspunkte für das politische und soziale Handeln des Adels.“[57]

Gruppenbindungen zu hierarchisieren ist kaum möglich: Gerd Althoff argumentiert damit, private Bindungen, wie Verwandtschaft und Freundschaft, vor den staatlichen Bindungen, wie dem Lehnswesen, zu hierarchisieren.[58] In der Nibelungenliedrezeption wird deutlich, dass der Dichter der Waffenbrüderschaft und Vasallität die höchste Priorität zuweist, indem er Hagen und Volkers Waffenbrüderschaft als einzige, erfolgreiche Bindung darstellt. Zwischen freundschaftlichen und verwandtschaftlichen Bindungen kann man kaum eine hierarchische Ordnung aufstellen, da sie sich gegenseitig bedingen und ergänzen: So werden „verwandtschaftliche durch freundschaftliche Verbindungen zur Stabilisierung und Friedenssicherung ergänzt und umgekehrt freundschaftliche Bindungen durch Verwandtschaft, z.B. durch ein Ehebündnis, gefestigt.“[59] Der Frage nach der Hierarchie von Gruppenbindungen wird eine wichtige Rolle in Konfliktfällen zugeschrieben, denn dann entscheidet die Priorität der Bindung über den Ausgang des Konflikts. Meist wird die Entscheidung „aufgrund der Beurteilung des Einzelfalles“[60] getroffen. Solche Entscheidungen, die in Konfliktfällen zwischen zwei Bindungen getroffen werden müssen, sind im Nibelungenlied durchgehend abgebildet und werden in den nachfolgenden Kapiteln dargestellt.

Gruppen- und Gemeinschaftsbildung beginnt mit dem Hineingeborenwerden in eine Sippe, darüber hinaus bindet man sich gleichsam an die Bindungen des Vaters. Zudem geht man im Laufe seines Lebens weitere Bindungen ein in Form von Freundschaft, Lehnsbindungen oder wenn man selbst Lehnsherr ist. Das Resultat ist ein Geflecht personaler Beziehungen und Bindungen, welche alle ein Ziel haben: „Sie garantieren in einer prinzipiell friedlosen Gesellschaft einen Raum friedfertigen Verhaltens, der Unterstützung und Hilfe in allen Lebensbereichen.“[61] Die Bindung in Gruppen oder Gemeinschaften gewährleistet somit in der mittelalterlichen Gesellschaft Funktionen, die das Fehlen staatlicher Strukturen ersetzt.

Das Zentrum der nibelungischen Gesellschaft stellt in erster Linie die Familienzugehörigkeit dar, an zweiter Stelle folgt die Zugehörigkeit zum Hofverband.[62] Bereits im ersten Teil des Nibelungenliedes wird der Stellenwert der Familie verdeutlicht: Im Zentrum des burgundischen Hofes lebt Kriemhild bis zur Heirat mit Siegfried unter Vormundschaft ihrer Brüder. Nach seinem Mord entschließt sie sich in Worms zu bleiben und nicht nach Xanten zurückzukehren, obgleich sie mit den Verrätern und dem Mörder ihres Mannes zusammenleben muss. Damit erteilt Kriemhild der Blutsverwandtschaft eine höhere Priorität als der Schwägerschaft.

Im zweiten Teil des Nibelungenliedes werden vasallitische Bindungen stärker hervorgehoben, wobei Gefolgschaftsbindungen in verschiedenen Dimensionen aufgeführt werden.

„In Heldenepik ist jeder von Anfang an das, wozu ihn Geschlecht, Verwandte, Umgebung bestimmen.“[63] Damit wird deutlich, dass neben den Personenbindungen ein zweiter Faktor in der nibelungischen Gesellschaft von zentraler Bedeutung ist, nämlich der Status und Rang der jeweiligen Figuren. Im Personenverband spielt die Rangordnung eine wichtige Rolle, da sie angibt, ob es sich um eine horizontale oder vertikale Bindung handelt. Die Untersuchung der Rangfrage ist im Hinblick auf Siegfried und Hagen besonders interessant:

Siegfried, kunic Xantens, schlüpft zeitweise in die Rolle des Vasallen (man) und verkehrt damit die kollektive Ordnung. Brünhild geht sogar noch weiter und bezeichnet ihn als eigenman. [64] Die Veränderung seiner Herkunft wird handlungsbestimmend und begründet den Konflikt zwischen Kriemhild und Brünhild.

Hagen definiert sich im Nibelungenlied in erster Linie als treuer Vasall, sein Handeln wird von kollektiv gültigen Vorgaben, Normen und Wertvorstellungen gesteuert.[65] In einigen Situationen überschreitet er jedoch seinen Vasallitätsstatus und widersetzt sich den Königen.

Alle drei Figuren werden durch ein dichtes Netz personaler Bindungen umgeben. Personenbeziehungen sind es, die einzelne Figuren im Nibelungenlied zu Freunden oder Gegnern machen.

3.1 Triuwe als Grundlage personaler Bindungen

Im vorangehenden Kapitel wurde deutlich, dass sich der Mensch im Mittelalter „nicht als eigenständiges Individuum, sondern immer als Glied einer Kette, und zwar horizontal als Glied eines Autoritätsgefüges und vertikal als Glied einer Sippe“[66] definiert. Grundlage solch horizontaler und vertikaler Bindungen spielen nicht nur Verhaltensregeln und Normen, sondern das Eingehen von sogenannten triuwe -Verpflichtungen. Triuwe als unbedingt persönliche Verpflichtung gilt als Prinzip der Feudalgesellschaft und tritt in allen personalen Beziehungen auf. Die Untersuchung von Beziehungsebenen impliziert eine Untersuchung der verschiedenen triuwe -Aspekte, die im Nibelungenlied auftauchen und die Handlung prägen. In diesem Kapitel wird der triuwe -Begriff zuerst definiert und dann in seinen verschiedenen Dimensionen dargestellt, um für die fortlaufende Untersuchung ein grundlegendes Verständnis zu schaffen.

Hermann Heckel definiert triuwe folgendermaßen:

Triuwe bedeutet die unbedingte Zuverlässigkeit, Beständigkeit, Aufrichtigkeit, Wahrheit und Rechtlichkeit, überhaupt ein ethisches Verhältnis zwischen zwei Menschen […] zwischen Gatten, Eltern und Kindern und Anverwandten […] zwischen Gefolgsherrn und Gefolgsmann.“[67]

Treue wird in mittelalterlichen Bindungsverhältnissen zur Leitidee, sie „kennzeichnet die Loyalität gegenüber einer anderen Person“[68], sie zählt zu „den höchsten Tugenden“[69] und stiftet „die Identität des ethisch definierten Menschen“.[70] Meist wird triuwe als negative Treue aufgefasst, „das heißt die Pflicht, den Herrn, Verwandten oder Freund nicht zu schädigen oder anzugreifen“.[71]

Die Bedeutungsmöglichkeiten der triuwe variieren kontextabhängig und treten in verschiedenen Dimensionen im Nibelungenlied auf:

Im Bereich der Rechtssprache wird triuwe im juristisch-formalen Kontext eines Bindungsverhältnisses verwendet, das durch das Treueversprechen als rechtmäßig anerkannt wird. Im Bereich des Lehnswesens wird triuwe nicht nur im rechtlichen, sondern auch im religiösen Kontext verwendet, denn der Treueeid des Vasallen wird unter der Anrufung Gottes bekräftigt. Triuwe kann aber auch in einem ethisch-zwischenmenschlichem Kontext verwendet werden, in Form von Mitgefühl, Solidarität oder Nächstenliebe.

Formale Bindungen, wie die Vasallität, werden durch einen Eid zu triuwe verpflichtet. Hierbei verpflichtet der Vasall dem Lehnsherren die Untertanentreue, die Dienstleistungs- und die Unterlassungspflicht: „Treu sein heißt vor allem: nichts tun, was den, dem man Treue geschworen hat, gefährden oder schädigen könnte.“[72] Im Gegenteil zu persönlichen Bindungen sind vasallitische triuwe -Pflichten stärker definiert, es ist „viel häufiger von den konkreten Pflichten der Vasallen die Rede“.[73]

Auf persönlicher Ebene bestehen triuwe -Bindungen in familiären Beziehungen, Freundschaften und anderen Beziehungen, die zwischen Gleichen zu einem Zweck zusammengeschlossen werden. Genau wie bei formalen Bindungen basiert die triuwe auf Wechselseitigkeit. Jan-Dirk Müller definiert triuwe als „Prinzip, das den Zusammenhang des Personenverbandes garantieren sollte.“[74] Der Begriff der triuwe impliziert ein weiteres Schlüsselwort, die êre. „Für Treue standen die Personen mit Ehre ein, ohne Ehre konnte Treue nicht vermittelt werden.“[75] Triuwe und êre bedingen sich gegenseitig: die Erfüllung des Prinzips triuwe führt zur Ehre; untriuwe hingegen verstößt gegen Ehre.

Durch triuwe wird der nibelungische Personenverband zusammengehalten, durch das Pendant untriuwe wird wiederum „die Entzweiung und Zerstörung des personalen Geflechts“[76] ausgelöst. Untriuwe, wird mit Treulosigkeit oder Betrug übersetzt, ohne triuwe „[kann] es keine geordnete Welt geben“.[77] Als untriuwe wird Siegfrieds Mord und das Verhalten von Gunther und Hagen bezeichnet. Allein bei Siegfrieds Ermordung wird der Begriff sieben Mal verwendet.[78] Insofern spielen beide Dimensionen eine gleich wichtige Rolle im Nibelungenlied.

Auffällig im Nibelungenlied ist, dass die Treuepflicht zwischen zwei Personen immer wieder wiederholt wird. Dies ist damit zu begründen, dass „in einer unruhevollen Gesellschaft, in der das Misstrauen die Regel war“[79] und in einer Gesellschaft in denen konkurrierende Doppelbindungen zwangsläufig zu Treuebrüchen führen, die Erinnerung an die Treue einziges Zwangsmittel darstellt. Oftmals wird mit der göttlichen Vergeltung gedroht, die Erinnerung an den Treueeid wird beinahe zum „alltäglichen Versprechen“.[80]

Wie bereits im vorangehenden Kapitel erläutert wurde, können personale Bindungen nebeneinander einhergehen, sich überschneiden, miteinander konkurrieren und sich im äußersten Fall gegenseitig ausschließen. Beim Aufeinandertreffen konkurrierender triuwe -Verpflichtungen kommt es zu triuwe -Konflikten. Treuekonflikte werden vom Dichter des Nibelungenliedes mehrfach und in verschiedenen Dimensionen aufgeführt und besonders an Kriemhild und Hagen durchgespielt. So agiert Hagen nicht als Kriemhilds mag sondern als Gunthers man.[81] Er entscheidet sich dazu, triuwe der herrschaftlichen, und nicht der verwandtschaftlichen Seite zu leisten. Gunther, Gernot und Giselher handeln entgegen der triuwe zu ihrer Schwester und können weder Hagens Mordpläne, noch den Hortraub verhindern. Kriemhild vernachlässigt aufgrund der Liebe zu Siegfried alle weiteren triuwe -Bindungen. Sie radikalisiert und individualisiert ihre triuwe, die nur auf Siegfried gerichtet ist, zu Lasten aller anderen Bindungen.

Kriemhild und Hagen zeigen, dass triuwe und untriuwe als Eigenschaft einer Figur gleichzeitig auftreten können: Hagen verkörpert triuwe in seiner radikalen Vasallität, handelt wiederum untriuwe im Hinblick auf Siegfrieds Mord und dessen Intrige, sowie dem Hortraub und gegenüber Gunther in der Schlussaventiure. Kriemhilds triuwe reduziert sich nur auf eine Person und ist grundgebend für ihre untriuwe gegenüber ihren Brüdern.

[...]


[1] Vgl. Miedema, Nine R.: Einführung in das „Nibelungenlied“. Darmstadt: WBG 2011. S. 8.

[2] Bender, Ellen: Nibelungenlied und Kudrun. Eine vergleichende Studie zur Zeitdarstellung und Geschichtsdeutung. Frankfurt a. M.: Peter Lang 1987 (=Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, Bd. 994). S. 166.

[3] Müller, Jan-Dirk: Spielregeln für den Untergang. Die Welt des Nibelungenliedes. Tübingen: Niemeyer 1998. S. 153.

[4] Zutt, Herta: Drachenkämpfe. In: Schnitzler, Günter & Neumann, Gerhard (Hrsg.): Bild und Gedanke. Festschrift für Gerhart Baumann zum 60. Geburtstag. München: Fink 1980. S. 207.

[5] Müller, Spielregeln für den Untergang, S. 153.

[6] Brandt, Marten: Gesellschaftsthematik und ihre Darstellung im Nibelungenlied und seinen hochmittelalterlichen Adaptionen. Frankfurt a. M.: Peter Lang 1997 (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, Bd. 1643). S. 93.

[7] Rollnik-Manke, Tatjana: Personenkonstellationen in mittelhochdeutschen Heldenepen. Untersuchungen zum Nibelungenlied, zur Kudrun und zu den historischen Dietrich-Epen. Frankfurt a. M.: Peter Lang 2000 (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, Bd. 1764). S. 106.

[8] Miedema, Einführung in das „Nibelungenlied“, S. 8.

[9] Rollnik-Manke, Personenkonstellationen in mittelhochdeutschen Heldenepen, S. 106.

[10] Vgl. Müller, Jan-Dirk: Das Nibelungenlied. Klassiker Lektüren 5. 3. Aufl. Berlin: Erich Schmidt Verlag 2009. S. 104.

[11] Heinzle, Joachim: Mythos Nibelungen. Stuttgart: Reclam 2013. S. 8.

[12] Ebd.

[13] Kückemanns, Sabine: Ambivalenzen der triuwe im Nibelungenlied. Aachen: Shaker Verlag 2007. S. 14.

[14] Das Nibelungenlied. Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch. Hrsg. u. übers. von Ursula Schulze. München: DTV 2008.

[15] Rollnik-Manke, Personenkonstellationen in mittelhochdeutschen Heldenepen, S. 2.

[16] Ebd.

[17] Ebd., S. 8.

[18] Das Nibelungenlied, S. 785.

[19] Rollnik-Manke, Personenkonstellationen in mittelhochdeutschen Heldenepen, S. 10.

[20] Ebd.

[21] Das Nibelungenlied, V. 123.

[22] Rollnik-Manke, Personenkonstellationen in mittelhochdeutschen Heldenepen, S. 13.

[23] Ebd.

[24] Das Nibelungenlied, V. 259.

[25] Bender, Nibelungenlied und Kudrun, S. 167.

[26] Rollnik-Manke, Personenkonstellationen in mittelhochdeutschen Heldenepen, S. 17.

[27] Vgl. Bender, Nibelungenlied und Kudrun, S. 167.

[28] Ebd., S. 25.

[29] Rollnik-Manke, Personenkonstellationen in mittelhochdeutschen Heldenepen, S. 29.

[30] Ebd., S. 233.

[31] Ebd., S. 41.

[32] Vgl. Ebd., S. 44.

[33] Müller, Jan-Dirk: Motivationsstrukturen und personale Identität im Nibelungenlied. Zur Gattungsdiskussion um Epos oder Roman. In: Knapp, Fritz Peter (Hrsg.): Nibelungenlied und Klage. Sage und Gechichte, Struktur und Gattung. Paussauer Nibelungengespräche 1985. Heidelberg: Winter 1987. S. 243.

[34] Vgl. Ebd.

[35] Burger, Die Grundlegung des Untergangsgeschehens im Nibelungenlied. Freiburg: Hochschulverlag 1985. S. 244.

[36] Vgl. Ebd.

[37] Miedema, Einführung in das „Nibelungenlied“, S. 15.

[38] Das Nibelungenlied, V. 1279.

[39] Ebd., V. 1282.

[40] Vgl. Ebd., V. 1272.

[41] Rollnik-Manke, Personenkonstellationen in mittelhochdeutschen Heldenepen, S. 55.

[42] Das Nibelungenlied, V. 1487.

[43] Ebd.,V. 1490.

[44] Müller, Motivationsstrukturen und personale Identität im Nibelungenlied, S. 252.

[45] Ehrisman, Otfrid: Ehre und Mut, Aventiure und Minne. Höfische Wortgeschichten aus dem Mittelalter. München: C.H. Beck 1995. S. 83.

[46] Vgl. Ebd., S. 84.

[47] Das Nibelungenlied, V. 1777.

[48] Rollnik-Manke, Personenkonstellationen in mittelhochdeutschen Heldenepen, S. 76.

[49] Das Nibelungenlied, V. 1923.

[50] Bender, Nibelungenlied und Kudrun, S. 171.

[51] Vgl. Das Nibelungenlied, V. 1969.

[52] Das Nibelungenlied, V. 2.

[53] Ebd., V. 2431.

[54] Burger, Die Grundlegung des Untergangsgeschehens im Nibelungenlied, S. 26.

[55] Müller, Spielregeln für den Untergang, S. 153.

[56] Vgl. Oschema, Klaus: Freundschaft und Nähe im spätmittelalterlichen Burgund: Studien zum Spannungsfeld von Emotion und Institution. Köln: Böhlau 2006. S. 93.

[57] Spieß, Karl-Heinz: Das Lehnswesen in Deutschland im hohen und späten Mittelalter. Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2009. S. 66.

[58] Vgl. Althoff, Gerd: Verwandte, Freunde und Getreue. Zum politischen Stellenwert der Gruppenbildungen im früheren Mittelalter. Darmstadt: WBG 1990. S. 2.

[59] Lange, Gunda: Nibelungische Intertextualität. Generationsbeziehungen und genealogische Strukturen in der Heldenepik des Spätmittelalters. Berlin, New York: de Gruyter 2009. S. 28.

[60] Althoff, Verwandte, Freunde und Getreue, S. 215.

[61] Ebd., S. 2.

[62] Brandt, Gesellschaftsthematik und ihre Darstellung im Nibelungenlied und seinen hochmittelalterlichen Adaptionen, S. 92.

[63] Müller, Das Nibelungenlied (2009), S. 101.

[64] Das Nibelungenlied, V. 830.

[65] Vgl. Müller, Das Nibelungenlied (2009), S. 101.

[66] Hansen, Hilde E.: „Das ist Hartnäckigkeit in einer verwerflichen Sache; sie selbst nennen es Treue“. Literatursoziologische Untersuchung zum Nibelungenlied. Frankfurt a. M.: Peter Lang 1990 (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, Bd. 1195). S. 54 f.

[67] Heckel, Hermann: Das ethische Wortfeld in Wolframs Parzival. Würzburg: Triltsch 1939. S. 36.

[68] Müller, Mario: Besiegelte Freundschaft. Die brandenburgischen Erbeinungen und Erbverbrüderungen im späten Mittelalter. Göttingen: V&R Unipress 2010. S. 156.

[69] Ehrisman, Ehre und Mut, Aventiure und Minne, S. 212.

[70] Ebd.

[71] Müller, Besiegelte Freundschaft, S. 157.

[72] Ganshof, Francois Louis: Was ist das Lehnswesen? Darmstadt: WBG 1983. S. 88.

[73] Schmid, Elisabeth: Studien zum Problem der epischen Totalität in Wolframs ‚Parzival‘. Erlangen: Palm & Enke 1976 (= Erlanger Studien Bd. 6). S. 120.

[74] Müller, Spielregeln für den Untergang, S. 163.

[75] Müller, Besiegelte Freundschaft, S. 157.

[76] Kückemanns, Ambivalenzen der triuwe im Nibelungenlied, S. 7.

[77] Ehrismann, Ehre und Mut, Aventiure und Minne, S. 215.

[78] Vgl. Kückemanns, Ambivalenzen der triuwe im Nibelungenlied, S. 7.

[79] Bloch, Marc: Die Feudalgesellschaft. Stuttgart: Klett-Cotta 1999. S. 203.

[80] Ebd.

[81] Müller, Das Nibelungenlied (2009), S. 107. Zitiert nach: Hennig, Ursula: Zur Ständegliederung im Nibelungenlied. In: Hohenemser Studien zum Nibelungenlied. Dornbirn: Vorarlberger Verl.-Anst. 1981. S. 178 f.

Ende der Leseprobe aus 94 Seiten

Details

Titel
Personenkonstellationen und Beziehungsebenen im Nibelungenlied. Das Beispiel von Siegfried, Hagen und Kriemhild
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,8
Autor
Jahr
2014
Seiten
94
Katalognummer
V346623
ISBN (eBook)
9783668360136
ISBN (Buch)
9783668360143
Dateigröße
861 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
personenkonstellationen, beziehungsebenen, nibelungenlied, beispiel, siegfried, hagen, kriemhild
Arbeit zitieren
Kamila Gasiorek (Autor), 2014, Personenkonstellationen und Beziehungsebenen im Nibelungenlied. Das Beispiel von Siegfried, Hagen und Kriemhild, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346623

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