Der Röstigraben. Sprachliche Konfliktfelder in der heutigen Schweiz dargestellt am Verhältnis zwischen Deutschschweiz und Romandie


Diplomarbeit, 2004

81 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Sprachfrieden
2.1. Historischer Überblick
2.2. Elemente des Sprachfriedens
2.2.1. „Cross-cutting“
2.2.2. Kultureller, wirtschaftlicher und politischer Stellenwert der schweizerischen Amtssprachen
2.2.3. Neutralität und schweizer Nationalgefühl
2.3. Gesetzliche Rahmenbedingungen zum Schutz des Sprachfriedens

3. Manifestationen des Röstigrabens
3.1. Problemkomplex Sprachen
3.1.1. Wachsende Bedeutung der englischen Sprache
3.1.2. Mundartwelle in der Deutschschweiz
3.1.3. Germanisierungsängste
3.2. Problemkomplex Politik
3.2.1. Minorisierung der Westschweiz bei Volksabstimmungen
3.2.2. Benachteiligung von Französischsprachigen in der Bundesverwaltung
3.3. Problemkomplex Medien
3.4. Problemkomplex Wirtschaft

4. Fazit

5. Ausblick

Anhang 1: Abbildungen

Anhang 2: Zeitungsartikel

Bibliographie

Dank

1. Einleitung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Jahre 1981 wurde die rechts abgebildete Flagge [1] von einer Gruppe französisch-sprachiger Schweizer entworfen und veröffentlicht. Diese Fahne erinnert einerseits an die französische Trikolore, sie trägt jedoch auch das Schweizerkreuz. Die sechs Sterne repräsentieren die sechs französischsprachigen schweizer Kantone.

Ihre Erschaffer, die Association romande de solidarité francophone, entwarfen sie als Flagge eines neu zu gründenden Staates Romandie, zusammengesetzt aus den frankophonen Gebieten der Schweiz, frei nach dem Motto „Romands de tous les cantons, unissez-vous![2]. Diese Begebenheit steht in einem krassen Gegensatz zu dem Bild der schweizerischen Sprachlandschaft, welches die Schweiz zu vermitteln versucht. Oft stellt sie sich als Musterbeispiel für das Zusammenleben verschiedener Sprach- und Kulturgemeinschaften dar und betont den nationalen Zusammenhalt als Willensnation. Obwohl die Association romande de solidarité francophone keinen großen Zulauf erhielt und ihre Flagge nie zu größerer Berühmtheit gelangte, täuscht das paradiesische Bild des konfliktlosen Miteinanders der Sprachgruppen. Die Sprachgemeinschaften entwickeln sich häufig zu Sprachblöcken, die sich kollektiv im Konflikt mit den anderen Sprachgruppen sehen. So würde mehr als ein Drittel der Westschweizer eine Abspaltung der französischsprachigen Kantone von der restlichen Schweiz nicht bedauern, und fast jeder zweite Schweizer sieht den Zusammenhalt der Schweiz in Gefahr.[3] Die Differenzen zwischen den Sprachgruppen treten deutlich hervor, man kann sogar von einem Graben sprechen. Besonders häufig und/oder besonders stark wahrgenommen werden vor allem die Probleme zwischen Deutschsprachigen und Französischsprachigen. Dieses Konfliktfeld wird im schweizerischen Sprachgebrauch als „Röstigraben“ bezeichnet. Der Begriff versucht die Spannungen zwischen den beiden Sprachgruppen kulinarisch zu verdeutlichen, indem die Kartoffelspezialität Rösti als Symbol der Trennung verwendet wird. Es wird unterstellt, dass in der frankophonen Schweiz kein Rösti gegessen würde, was jedoch nicht der Wahrheit entspricht. Der in Deutschland relativ unbekannte und häufig nur ein Schmunzeln hervorrufende Ausdruck „Röstigraben“ ist in der Schweiz sehr geläufig und hat bereits als barrière des roestis oder als le roestigraben Einzug in die französische Sprache gehalten. Er ist auch im Italienischen (fossato dei rösti) und Rätoromanischen (foss da la rösti) vertreten. Die „Karriere“ des Begriffes, also seine weite Verbreitung, ist nach Christophe Büchi[4] auf verschiedene Ursachen zurückzuführen: Der schlagwortartige Begriff ist kurz, treffend und anschaulich, und er verbindet einen Ausdruck, der negative Assoziationen weckt (Graben) mit einem eher angenehm und positiv besetzten Begriff (Rösti). Dadurch wird das Problem abgeschwächt: „Wenn der Graben nur ein ‚Röstigraben‘ ist, dann kann’s ja nicht so schlimm sein.[5] Der Graben wird von Deutsch- und Französischsprachigen als unterschiedlich stark ausgeprägt empfunden. Fast die Hälfte der Deutschschweizer sehen keinen Graben zwischen den beiden Sprachgruppen, in der französischsprachigen Westschweiz existiert für nur 13%, einem relativ geringen Teil der Bevölkerung, kein Röstigraben.[6]

In dieser Arbeit möchte ich untersuchen, auf welchen Gebieten der Graben zwischen Deutsch- und Französischsprachigen besonders stark ausgeprägt ist, wie tief er somit wirklich ist, und ob der Zusammenhalt der Schweiz durch den Röstigraben ernsthaft in Gefahr ist. Die „Tiefe“ des Röstigrabens lässt sich natürlich nicht wirklich messen. Ausschlaggebend ist für mich die Frage, ob er tief genug ist, um den Sprachfrieden gravierend aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dazu stelle ich zunächst die historische Entwicklung und die Grundelemente des Konzepts des schweizerischen Sprachfriedens dar. In einem zweiten Schritt arbeite ich Konfliktfelder in der schweizerischen Gesellschaft heraus, bei denen ein Graben zwischen Deutsch- und Westschweiz besonders hervortritt. Abschließend gebe ich eine Gesamteinschätzung der Tiefe des Röstigrabens ab und analysiere, ob die Hauptkomponenten des Sprachfriedens angesichts der heutigen Probleme noch Bestand haben, ob also der Sprachfrieden in seinen Grundfesten erschüttert wird. In den Medien und den bekanntesten Werken über den Röstigraben wird eine andere Vorgehensweise gewählt: Meist werden nur aktuelle Probleme zwischen Deutschschweizern und Romands beleuchtet. Ich hingegen halte eine Einordnung der aktuellen Röstigrabenkonflikte bezüglich ihrer Relevanz für das Konzept des schweizerischen Sprachfriedens für sehr wichtig, da sich dadurch das Ausmaß und die wirkliche Bedeutung mancher Konfliktfelder unter Umständen relativiert.

Obwohl die Schweiz vier Nationalsprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch) besitzt, konzentriere ich mich in erster Linie auf das Verhältnis zwischen der Bevölkerung der Deutschschweiz und der der Romandie (auch Westschweiz, französischsprachige Schweiz oder welsche Schweiz genannt), da diese beiden Sprachgruppen zahlenmäßig einen Großteil der schweizerischen Bevölkerung ausmachen (rund 84% der Wohnbevölkerung und 93,5% der Schweizer)[7], und es zwischen ihnen aktuell die gravierendsten Probleme gibt.

Als Quellen für diese Arbeit dienen mir diverse staatliche Berichte und Pressemitteilungen des schweizerischen Bundesamtes für Statistik und verschiedener eidgenössischer Departemente, Zeitungsartikel aus der deutsch- und westschweizer Presse, eine Radiosendung sowie eigene Interviews und persönliche Eindrücke, die ich auf beiden Seiten des Röstigrabens gesammelt habe. Außerdem zog ich schweizerische Sekundärliteratur zu Rate.

Einleitend noch einige Grundinformationen zur Sprachlandschaft der Schweiz: Die vier offiziellen Landessprachen der Schweiz sind nach Artikel 4 der schweizerischen Bundesverfassung[8] Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Diese verteilen sich wie folgt: 63,7% der schweizerischen Wohnbevölkerung gab im Jahre 2000 Deutsch als Hauptsprache an, 20,4% Französisch, 6,5% Italienisch und 0,5% Rätoromanisch.[9] Die Deutschsprachigen sind klar in der Mehrheit. Diese vier Sprachen verteilen sich mehr oder weniger deutlich auf verschiedene Territorien, so dass man von einer Deutschschweiz, einer französischsprachigen Schweiz, einer italienischsprachigen Schweiz (vor allem das Tessin) und rätoromanischsprachigen Gebieten sprechen kann. Diese Verteilung wird auch auf der Karte zur Sprachverteilung im Anhang deutlich.[10] Innerhalb der französischsprachigen Gebiete stellen die Deutschsprachigen natürlich eine Minderheit dar: In den sechs mehrheitlich frankophonenen Kantonen war im Jahre 1999 die Muttersprache von 74,96% der arbeitenden Bevölkerung[11] französisch. Auf den Rängen 2 bis 6 folgten Deutsch mit 6,15%, Italienisch mit 5,98%, Spanisch mit 4,14%, Portugiesisch mit 3,14% und Englisch mit 1,16%. Die arbeitende Bevölkerung der deutschsprachigen Schweiz war zu 86,89% deutscher Muttersprache, die Ränge 2 bis 6 belegten Italienisch mit 4,16%, Französisch mit 1,63%, Serbokroatisch, Slowenisch und Mazedonisch mit zusammen 1,54%, ost-europäische Sprachen mit 1,12% und Rätoromanisch mit 1,07%.[12] Bemerkenswert ist an diesen Zahlen vor allem die größere Heterogenität der Sprachlandschaft in der Westschweiz: In der Deutschschweiz wird die dominierende Sprache, dass heißt Deutsch in der Deutschschweiz und Französisch in der Romandie, von rund 12% mehr Menschen als Muttersprache angegeben als in der Westschweiz. Hinsichtlich der Sprachkompetenzen in der jeweils anderen Sprache ergibt eine Umfrage aus dem Jahre 1999[13] folgendes Bild: 31,4% der französischen Muttersprachler der Westschweiz besitzen gute bis sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache, 29,6% gaben an, über Basiskenntnisse zu verfügen und 39% sprechen kein oder fast kein Deutsch. Die deutschen Muttersprachler der Deutschschweiz haben insgesamt ein höheres Niveau in Französisch als die Frankophonen der Romandie in Deutsch. 41,2% sprechen gut bis sehr gut Französisch, 29,5% haben Basiskenntnisse und nur 29,4% gaben an, keine oder fast keine Kenntnisse der französischen Sprache zu besitzen. Trotz der größeren sprachlichen Heterogenität der Westschweiz und damit größeren Chancen auf direkte Begegnungen mit deutschen Muttersprachlern als in der Deutschschweiz mit französischen Muttersprachlern und trotz des Minderheitenstatusses der Frankophonen in der Gesamtschweiz sprechen die Westschweizer also schlechter Deutsch als die Deutschschweizer Französisch sprechen.

Es muss angemerkt werden, dass es nicht nur zu Konflikten zwischen Deutschschweizern und Romands kommt. Hier ein kurzer Einblick[14] in die Probleme der rätoromanischen und der italienischen Sprachgruppe: Die Rätoromanen als kleinste Sprachgruppe haben vor allem das Problem, ihre Sprache vor dem Aussterben zu bewahren, die aufgrund ihrer kleinen Anzahl von Sprechern Probleme hat, in alle Lebensbereiche vorzudringen und dadurch leicht von der deutschen Sprache verdrängt wird. Die Italienischsprachigen wollen ihrer Sprache auf gesamtschweizer Ebene mehr Gewicht verleihen, da sie in der Wirtschaft und der Öffentlichkeit außerhalb des Kantons Tessin keine Rolle spielt. Dazu soll vor allem das Interesse der anderen Sprachgruppen an der italienischen Sprache und Kultur geweckt werden. Ein weiteres Problemfeld ist eine zunehmende Germanisierung des Tessins. Es gibt also auch Probleme mit den anderen Sprachgruppen, jedoch verfolgen die Romands – wohl aufgrund ihrer größeren Anzahl – ihre Ziele mit mehr Nachdruck und Elan als die Italienisch- und Rätoromanischsprachigen, wodurch es zu einer offeneren Austragung der Konflikte mit der deutschsprachigen Mehrheit kommt.

2. Der Sprachfrieden

Die Schweiz wird häufig als Idealmodell für ein friedliches Miteinander verschiedener Kulturen und Sprachgruppen betrachtet und besitzt in diesem Rahmen eine Vorbildfunktion. So sagte beispielsweise Friedrich Dürrenmatt, „Europa müsse [...] zu einer Art Schweiz gemacht werden[15], um das Zusammenwachsen Europas zu fördern. Auch in meinen Interviews wurde deutlich, dass viele Schweizer ihr Land in einer Vorreiterrolle sehen und darauf stolz sind.[16] Wie erlangte und bewahrte die Schweiz diesen Ruf? Zunächst wird in diesem Kapitel kurz auf die historischen Wurzeln der heutigen Sprachlandschaft und des Konzeptes des Sprachfriedens eingegangen. Dann werden die im politischen und wirtschaftlichen System und der schweizerischen Kultur verankerten Grundelemente des Sprachfriedens dargestellt. Abschließend werden die wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz des Sprachfriedens aufgezeigt.

2.1. Historischer Überblick

„Die Schweiz ist nicht gegründet worden[17] [18] [19], um der Welt ein Beispiel kultureller, sprachlicher und konfessioneller Vielgestaltigkeit zu geben, sondern diese Vielgestaltigkeit war nichts weiter als eine Gegebenheit des so und nicht anders entstandenen eidgenössischen Bundes."

Rudolph von Salis, Historiker[20]

Die heutige Sprachsituation der Schweiz spiegelt ihre komplizierte und vielfältige Geschichte wieder. Die Schweiz ist umgeben von drei großen Sprachgruppen – der deutschen, der französischen und der italienischen –, die mit ihren „Ausläufern“ in die Schweiz hineinragen. Wie kam es zu einer solchen Konstellation, die ein Konzept des friedlichen Zusammenlebens verschiedener Sprachgemeinschaften erforderlich machte?

Im Jahre 450 vor Christus wanderte der keltische Stamm der Helvetier, auf dessen Namen auch das heutige Nationalitätskennzeichen für Kraftfahrzeuge und Postleitzahlen CH für Confoederatio Helvetica zurückgeht, in den Jura, das Mittelland und die Alpen ein. Der Osten wurde von den Rätern bevölkert. Die 400-jährige römische Herrschaft und Verwaltung führte ab dem ersten Jahrhundert nach Christus zur Romanisierung der verschiedenen keltischen und rätischen Stämme und damit zur Herausbildung des Galloromanischen und Französischen im Westen, des Alpinlombardischen oder Italienischen im Süden sowie des Rätoromanischen im Osten. Um 450 nach Christus wanderten dann die Alemannen zunächst in das Gebiet der Nordschweiz ein und stießen dann weiter in die Innerschweiz, den Aareraum und das Wallis vor, die somit germanisiert wurden. Jedoch kam es auch zu Romanisierungen Germanischsprachiger. Es fand beispielsweise eine Romanisierung von Burgundern in der Westschweiz und von Langobarden in der Südschweiz statt. Damit war sprachgeschichtlich die Grundlage für den ungewöhnlichen Viersprachenstaat gelegt.

Darüberhinaus ist die geographische Lage der Schweiz als Mitte des zentralen Alpenmassivs von großer Bedeutung für ihre Sprachgeschichte, da die Gebirgsstruktur mit ihren unzähligen, von der Außenwelt recht abgeschotteten Tälern eine natürliche Barriere darstellt oder zumindest in der Vergangenheit als eine solche wirkte. Jedoch sind die heutigen Sprachgrenzen nur teilweise auch Naturlandschaftsgrenzen. Erst seit dem Frühmittelalter begann sich die moderne deutsch-romanische Sprachgrenze allmählich und stückweise in den alemannisch-romanischen Berührungszonen zu entwickeln. Bis zum Spätmittelalter hatte sie sich im wesentlichen auf ihre heutige Linie verschoben.

Die Grundlagen der politischen Schweiz als Schweizerische Eidgenossenschaft liegen im Jahre 1291, in dem sich die sogenannten Waldstätten, die schweizer Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden, zum Schutz vor äußeren Angriffen zum „Ewigen Bund“ zusammenschlossen. In der Folgezeit traten Luzern, Zürich, Glarus, Zug und Bern dem Bund bei, was zur Gründung der Eidgenossenschaft der acht alten Orte führte, die sich Schwyz nannte. Bis 1513 traten der Eidgenossenschaft auch Fribourg, Solothurn, Basel, Schaffhausen und Appenzell bei. Zwar war dieser Bund von dreizehn Orten – abgesehen von Fribourg, das stets zweisprachig französisch-deutsch war – rein deutschsprachig, durch Bündnisverträge mit der Stadtrepublik Genf und Untertanengebiete im französischsprachigen Waadtland und im italienischsprachigen Tessin entstanden jedoch Beziehungen zu den romanischen Nachbargebieten.

Im Jahre 1798 eroberte die französische Revolutionsarmee die Schweiz. Nach französischem Vorbild wurde die „Eine und unteilbare Helvetische Republik“ gegründet, die als Einheitsstaat die Kantone auf Verwaltungsbezirke zurückstufte und aus allen Bewohnern gleichberechtigte Bürger machte. In der Folge von Aufständen gegen die helvetische Regierung gab Napoleon der Schweiz 1803 eine neue Verfassung, durch die der Staatenbund der Kantone wiederhergestellt wurde. Die ehemaligen Untertanengebiete St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin und Waadt wurden zu neuen Kantonen. Bis 1814 fielen Genf, Wallis und Neuenburg an Frankreich, gehörten dann aber wieder zur Schweiz.

1848 wurde aus dem Staatenbund der Schweiz ein Bundesstaat mit einheitlicher Verfassung. In dieser Verfassung wurde auch erstmals der Mehrsprachigkeit der Schweiz Rechnung getragen: „Art. 109: Die drei Hauptsprachen der Schweiz, die deutsche, französische und italienische, sind Nationalsprachen des Bundes.“[21] Damit war die alte Vorherrschaft des Deutschen gebrochen.

2.2. Elemente des Sprachfriedens

Das Konzept des Sprachfriedens setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen, die in ihrer Gesamtheit zum Zusammenhalt der mehrsprachigen Schweiz beitragen. Diese Komponenten stellen Besonderheiten des schweizerischen politischen und wirtschaftlichen Systems und der schweizerischen Kultur dar und begründen somit, warum in der Schweiz – im Gegensatz zu anderen mehrsprachigen Ländern wie beispielsweise Belgien – ein recht harmonisches Miteinander der verschiedenen Sprachgemeinschaften herrscht. Man unterscheidet drei Hauptbestandteile, die im folgenden näher erläutert werden.

2.2.1. „Cross-cutting“

Ein wichtiges Element des Sprachfriedens ist das sogenannte „Cross-cutting“[22]. Dieser Begriff beschreibt den Umstand, dass die schweizer Sprachgrenzen nicht mit politischen, konfessionellen oder sozio-ökonomischen Grenzen zusammenfallen.

Politisch ist die Schweiz vor allem durch einen ausgeprägten Föderalismus charakterisiert. Sie gliedert sich in 23 Kantone, von denen 3 in Halbkantone aufgespalten sind. Die Kantone spielen eine bedeutende Rolle, den Bundesorganen stehen nur die ihnen von den Kantonen übertragenen Rechte zu. So sind die Kantone beispielsweise praktisch allein zuständig für das Bildungswesen, was schon zu einigen Diskussionen im Bereich des Sprachunterrichts geführt hat (siehe dazu auch Kapitel 3.1.1. zur wachsenden Bedeutung der englischen Sprache). Die herausragende Stellung der Kantone wird bereits in der Präambel der Bundesverfassung[23] deutlich: „Im Namen Gottes des Allmächtigen! Das Schweizervolk und die Kantone [...] geben sich folgende Verfassung:“. In Artikel 1 heißt es: „Das Schweizervolk und die Kantone [...] bilden die Schweizerische Eidgenossenschaft.“ und in Artikel 37: „Schweizerbürgerin oder Schweizerbürger ist, wer das Bürgerrecht einer Gemeinde und das Bürgerrecht eines Kantons besitzt.“. Man ist oder wird nur zum Schweizer durch seine Gemeinde und seinen Kanton. Diese starke regionale Verwurzlung ist ein Ausdruck der schweizer Geschichte, die, wie bereits im vorherigen Kapitel angesprochen, durch Zusammenschlüsse von Orten gekennzeichnet ist, die diesen Bund aus freiem Willen eingingen, um sich gegen äußere Gefahren zu schützen.

Die Schweiz mit ihren vier Sprachgruppen setzt sich also aus 20 Kantonen und 6 Halbkantonen zusammen.[24] Von diesen sind 17 deutschsprachig, vier französischsprachig und einer italienischsprachig. Bern, Freiburg und Waadt sind zweisprachig französisch-deutsch. Der Kanton Graubünden ist dreisprachig deutsch-rätoromanisch-italienisch. Die Sprachgrenzen fallen folglich nicht mit politischen Grenzen zusammen.

Im Jahre 2000 bezeichneten sich 41,2% der Schweizer als katholisch und 42,7% als evangelisch. Verteilt auf die Kantone und bezogen auf die Wohnbevölkerung, die sowohl Schweizer als auch Ausländer umfasst, gibt es in 10 Kantonen bzw. Halbkantonen mehr Evangelische als Katholische, in 16 Kantonen bzw. Halbkantonen ist es genau umgekehrt.[25] Es gibt sowohl französischsprachige katholische Kantone wie französischsprachige evangelische, deutschsprachige katholische Kantone wie deutschsprachige evangelische. Somit sind religiöse Grenzen nicht identisch mit Sprachgrenzen.

In wirtschaftlicher Hinsicht gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in der Schweiz lag 2001 bei 44.500 Schweizer Franken. Kantone wie Zug (68.320 sfr), Basel-Stadt (65.704 sfr), Zürich (56.048 sfr) oder Genf (50.744 sfr) lagen weit darüber, andere Kantone wie Obwalden (34.308 sfr), Wallis (32.789 sfr) oder Jura (31.012 sfr) weit darunter.[26] Jedoch wird schon in dieser Aufzählung deutlich, dass es arme deutschsprachige und arme französischsprachige Kantone, reiche deutschsprachige und reiche französischsprachige gibt. Es zeigt sich, dass es auch auf sozio-ökonomischem Gebiet keinen Zusammenhang mit Sprachgrenzen gibt.

Die Trennung von politischen, religiösen, wirtschaftlichen und sprachlichen Grenzen in der Schweiz stellt ein entscheidendes Element für die Aufrechterhaltung des Sprachfriedens dar: „Ein kumulativer Konflikt – z.B. der armen katholischen Romands gegen die reichen, protestantischen Deutschschweizer – konnte sich nie entwickeln. Vielmehr bilden sich in der Politik Mehrheiten aus unterschiedlichen Koalitionen, die für jedes Problem anders zusammengesetzt sind. Jede Gruppe macht die Erfahrung, in bestimmten Situationen in der Minderheit zu verbleiben. Das förderte [...] eine Kultur politischer Rücksichtnahme und Nicht-Diskriminierung.“[27] Besonders im Vergleich zu Belgien werden die Vorteile des Schweizer „Cross-cutting“ deutlich: Belgien ist beispielsweise in Regionen eingeteilt, die auch den Sprachgrenzen entsprechen. Darüberhinaus gibt es wirtschaftliche Unterschiede, die ebenfalls mit den Sprachregionen zusammenfallen. Daraus ergeben sich Probleme für den Sprachfrieden in Belgien.

2.2.2. Kultureller, wirtschaftlicher und politischer Stellenwert der schweizerischen Amtssprachen

Für die Betrachtung des schweizerischen Sprachfriedens ist auch die Bedeutung der drei Amtssprachen Deutsch, Französisch und Italienisch wichtig.

Alle drei werden auch in anderen Ländern gesprochen, haben also eine Ausdehnung, die sich über die Grenzen der Schweiz hinweg erstreckt. Außerdem spielen sie in kultureller Hinsicht eine ähnlich starke Rolle. Der politische Stellenwert der drei Sprachen bzw. der anderen Länder, in denen diese Sprache gesprochen wird, ist nicht gleich hoch. Dies lag oder liegt an Italiens und Deutschlands Rolle während des Zweiten Weltkriegs und – abgesehen von dieser Periode – auch an der geringeren Größe und dem weltpolitisch weniger ambitionierten Auftreten Italiens im Vergleich zur „Mittelmacht“ Frankreich und dem wiedervereinigten Deutschland. Ähnlich gelagert ist der wirtschaftliche Status der drei Amtssprachen: auch hier würde ich italienisch einen geringeren Stellenwert beimessen, jedoch ist italienisch auch auf diesem Gebiet zumindest im europäischen Rahmen keineswegs bedeutungslos. Italienisch gilt darüberhinaus für viele Menschen als die schönste Sprache der Welt.

Insgesamt gesehen kann man feststellen, dass die drei Amtssprachen auf einigen Gebieten zumindest international eine vergleichbar hohe Bedeutung haben. Die Wichtigkeit dieser Tatsache verdeutlicht Karl Meyer: „Le citoyen dont la langue maternelle a une grande extension territoriale, ne tient pas à apprendre, pour des raisons d’État, une langue de moindre extension, dont il peut se passer dans sa carrière privée, surtout quand cet idiome […] est plus jeune et plus pauvre, sans portée littéraire“[28]. Deutlich wird ein solches Problem zum Beispiel in Belgien, wo viele Wallonen keinen Sinn darin sehen, Flämisch zu lernen. Auch in der Geschichte gibt es zahlreiche Beispiele für derartige Konstellationen, man denke beispielsweise an Österreich-Ungarn. In der Schweiz ist jedoch mit dem Lernen einer anderen Landessprache ein „Zusatznutzen“ verbunden, man kann diese Sprache nicht nur für die Kommunikation mit anderen Schweizern verwenden, sondern auch Zugang zu bedeutenden Kulturen und wirtschaftliche Vorteile im Handel mit den größeren Nachbarländern erlangen.

2.2.3. Neutralität und schweizer Nationalgefühl

Spezifisch schweizerische Werte wie Neutralität und das besondere schweizerische Nationalgefühl wirken sich ebenfalls positiv auf den Sprachfrieden aus.

Die offiziellen Wurzeln der schweizerischen Neutralität liegen in einem Vertrag des Wiener Kongresses, in dem sich die Schweiz zur Neutralität in künftigen Konflikten verpflichtete. Im Gegenzug erhielt sie von England, Russland, Frankreich, Preußen und Österreich die Garantie, dass diese die „Unverletzlichkeit und Unabhängigkeit der Schweiz in den Grenzen von 1815“[29] respektieren würden. Suter führt die Neutralitätserklärung von 1815 vor allem auf drei Faktoren zurück: „auf den fehlenden Konsens der bestimmenden Mächte mit ihren vielfältigen, sich wechselseitig ausschließenden Interessen und Absichten, auf den fehlenden inneren Konsens der Schweizer bezüglich der zukünftigen Stellung ihres Territoriums, was auf vielfältige Gegensätze und Spannungen im Lande selber zurückzuführen war [und] auf den Status der Schweiz als Kleinstaat mit geringem Militärpotential“[30]. Im Bewusstsein der meisten Schweizer ist die Neutralität jedoch eine Staatsmaxime, die in ihren Anfängen bis ins Mittelalter reicht. Es gibt aber keine historischen Belege für einen mittelalterlichen Ursprung der Neutralität. Man findet sogar eher Quellen, die auf das Gegenteil schließen lassen und die zeigen, dass das Thema Neutralität in der Schweiz vor dem 19. Jahrhundert nie zur Sprache gekommen ist. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts fand dann jedoch eine Wandlung in der öffentlichen Wahrnehmung statt: „Der Wiener Kongress habe lediglich völkerrechtlich anerkannt, was die Schweiz kraft eigener Leistung und geschichtlicher Entwicklung schon lange besessen habe“[31]. Auch aktuell spielt die Neutralität für einen Großteil der Schweizer Bevölkerung noch eine bedeutende Rolle. So hielten bei einer Umfrage aus dem Jahre 1997 59% der Stimmberechtigten die Neutralität für wichtig oder sehr wichtig, 30% bezeichneten sie als nicht so wichtig und nur 9% als völlig unwichtig. Für 65% ist die Neutralität ein „Grund für ihre Verbundenheit und Identifikation mit der Schweiz“[32]. Diese Zahlen machen deutlich, wie wichtig das Konzept der Neutralität, das vielen nach dem kalten Krieg überholt erscheinen mag, für den Zusammenhalt der Schweiz in Friedenszeiten ist. Noch wichtiger war es in Kriegs- und Krisenzeiten wie in den beiden Weltkriegen. Die Schweiz, umgeben von den schlimmsten Kriegswirren, blieb in beiden Kriegen verschont von Auseinandersetzungen auf ihrem Territorium, „am Ende des Zweiten Weltkriegs erschien die Schweiz wie die Insel der Seligen in einem unseligen Europa“[33]. Im Vorfeld und während der Kriege floss vor allem von deutscher, aber auch von italienischer und französischer Seite aus Propaganda in die Schweiz. Leicht hätten solche, in den jeweiligen Muttersprachen verfassten Beeinflussungen zu großen Differenzen zwischen den einzelnen Sprachgruppen führen und damit den Sprachfrieden und sogar den Zusammenhalt der Schweiz in ernste Gefahr bringen können. Die Schweiz betonte jedoch stets ihre neutrale Stellung und übte sich insbesondere während des Zweiten Weltkrieges in sogenannter „Geistiger Landesverteidigung“, einer Rückbesinnung auf „Ur-Schweizerische Werte“ wie beispielsweise die Neutralität, was zu einer Festigung des Zusammengehörigkeitsgefühls der Schweizer führte und damit den Zusammenhalt des Landes sicherte.

Wie in Kapitel 2.1 beschrieben, ist die Schweiz als eine Willensnation entstanden. Ihr Nationalitätskonzept baut im Gegensatz zu dem der meisten Länder nicht auf einer gemeinsamen Sprache als Basis der Nationenbildung auf. Die Schweiz entstand aus Orten, die sich aus den verschiedensten Gründen und vor allem aus freiem Willen verbündeten. Die Motive für den Zusammenschluss waren zum einen geographischer oder politischer Natur, zum anderen gab es jedoch auch konfessionelle, politische und soziale Gründe. Einige Orte schlossen sich der gemeinsamen Sprache wegen an die Eidgenossenschaft an. Es ist jedoch wichtig festzuhalten, dass sprachliche Motive für den Zusammenschluss nur ein Auslöser von vielen waren. In der Willensnation Schweiz hat sich im Laufe der Jahrhunderte eine Fülle von politischen, sozialen, moralischen und juristischen Vorstellungen entwickelt, die in ihrer Gesamtheit eine „civilisation suisse distincte, un patrimoine [...] commun à tous les Confédérés“[34] und damit ein spezielles Nationalgefühl darstellen und als verbindendes Element zwischen den verschiedenen Sprachgruppen fungieren. Diese civilisation suisse wird von den Schweizern als Besonderheit ihres Landes angesehen, auf die sie stolz sind. Dadurch identifizieren sie sich nicht wie andere Nationen über eine gemeinsame Sprache mit ihrem Staat, sondern über einen gemeinsamen Willen zur Bildung einer Nation auf der Basis von spezifisch schweizerischen Werten. Eine solche Abkopplung von Nation und Sprache und das Bekenntnis zum Willen, mit den anderen Sprachgruppen eine Nation zu bilden, ist äußerst förderlich für den Sprachfrieden.

2.3. Gesetzliche Rahmenbedingungen zum Schutz des Sprachfriedens

Die grundlegenden, die Sprachenfrage betreffenden gesetzlichen Rahmen-bedingungen sind auf mehrere Artikel der Bundesverfassung[35] verteilt. Artikel 4 legt die Landessprachen der Schweiz – Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch - fest. Artikel 70, Absatz 1 der Bundesverfassung besagt: „Die Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Im Verkehr mit Personen rätoromanischer Sprache ist auch das Rätoromanische Amtssprache des Bundes.“ In Artikel 18 heißt es: „Die Sprachenfreiheit ist gewährleistet.“ Das Prinzip der Sprachenfreiheit, also das Recht, im privaten Bereich die Sprache frei wählen zu dürfen und in der Kommunikation mit Bundesbehörden die freie Wahl zwischen den drei Amtssprachen zu haben, steht in Konflikt mit dem sogenannten Territorialitätsprinzip. Dieses fußt auf der Tatsache, dass jede lebende Sprache historisch an ein bestimmtes Territorium gebunden ist. Um die sprachliche Zusammensetzung eines Territoriums zu schützen, versucht man zu verhindern, dass sich eine andere Sprache auf Kosten der angestammten Sprache in das Gebiet hineindrängt.[36] Verfassungsrechtlich verankert ist das Territorialitätsprinzip im Artikel 70, Absatz 2: „Die Kantone bestimmen ihre Amtssprachen. Um das Einvernehmen zwischen den Sprachgemeinschaften zu wahren, achten sie auf die herkömmliche sprachliche Zusammensetzung der Gebiete und nehmen Rücksicht auf die angestammten sprachlichen Minderheiten.“

Festzuhalten ist einerseits, dass der Konflikt zwischen Sprachenfreiheit und Territorialitätsprinzip, welcher vor allem im Schulwesen zum Ausdruck kommt und im Kapitel zur Germanisierung französischsprachiger Gebiete noch vertieft behandelt werden wird, schon in der Verfassung zum Ausdruck kommt. Andererseits ist bemerkenswert, dass die Verfassung ein allgemeines Staatsbürgertum betont. Geschützt sind nicht „Volksgruppen im Sinne von ethnisch-kulturellen Minderheiten [...], sondern nur die Sprachen der im übrigen gleichen Bürgerinnen und Bürger“[37]. Dadurch soll eine Gesellschaftsordnung auf Basis der Verfassung gestärkt werden, die die Bürger nicht in verschiedene sprachliche Gruppen unterteilt und auch nicht auf Grund einer solchen Separation verschiedene Rechte für verschiedene Sprachgruppen verteilt.

[...]


[1] Nach einer Abbildung von Lugon: Quand la Suisse française s’éveillera, Genf 1983, S. 1.

[2] Lugon: Quand la Suisse française s’éveillera, Genf 1983, S. 211.

[3] www.brueckenbauer.ch/INHALT/0274/47iview.htm O. Verf.: Verschmähte Liebe? in Brückenbauer vom 19.11.2002.

[4] Büchi: Röstigraben. Das Verhältnis zwischen deutscher und französischer Schweiz. Geschichte und Perspektiven, Zürich 2000, S. 14.

[5] Büchi: Röstigraben, Zürich 2000, S. 14.

[6] Bundesamt für Statistik: Le clivage linguistique, Bern 1996, S. 63.

[7] Bundesamt für Statistik: Pressemitteilung Stärkung des Französischen - Bessere Integration der

Ausländerinnen und Ausländer, Neuchâtel 2002, S. 7.

[8] Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (Stand am 15.

Juli 2003).

[9] Bundesamt für Statistik: Pressemitteilung Stärkung des Französischen - Bessere Integration

der Ausländerinnen und Ausländer, Neuchâtel 2002, S. 9.

[10] Abbildung 1 im Anhang 1, S. 57.

[11] Leider liegen mir keine Zahlen auf Basis der schweizer Wohnbevölkerung vor, da offizielle

schweizer Statistiken aufgrund von „political correctness“ praktisch nie nach Sprachregionen,

sondern nur nach Kantonen gruppierte Zahlen herausgeben. Die einzige nach Sprachregionen

aufgeschlüsselte Statistik, die ich gefunden habe, basiert auf der arbeitenden Bevölkerung.

[12] Grin: Compétences et récomponses. La valeur des langues en Suisse, Fribourg 1999, S. 84.

[13] Grin: Compétences et récomponses. La valeur des langues en Suisse, Fribourg 1999, S. 94.

[14] Eidgenössisches Departement des Inneren: Zustand und Zukunft der viersprachigen Schweiz, Bern 1989, S. XI.

[15] Dürrenmatt: Meine Schweiz, Zürich 1998, S. 199.

[16] Interview mit Moritz Schachtler am 17.10.2003, Interview mit Karin Ryser am 17.10.2003,

Interview mit Dirk Hellwig am 28.10.2003, Interview mit Corinne Ackermann am 29.10.2003.

[17] Eidgenössisches Departement des Inneren: Zustand und Zukunft der viersprachigen Schweiz,

Bern 1989, S. 8 ff.

[18] Haas: „Sprachgeschichtliche Grundlagen“, in: Bickel/Schläpfer (Hg.): Die viersprachige

Schweiz, Aarau 2000, S. 49 ff.

[19] Zwahr (Hg.): Meyers großes Tachenlexikon, Mannheim 1999, S. 142 ff.

[20] Viletta: „Die Rätoromanen – Geduldetes Relikt oder gleichberechtigter Teil der

Eidgenossenschaft?“, in: Cattani/Häsler (Hg.): Minderheiten in der Schweiz – Toleranz auf dem Prüfstand, Zürich 1984, S. 106.

[21] Haas: „Sprachgeschichtliche Grundlagen“, Aarau 2000, S. 56.

[22] Weibel: „Les rapports entre les groupes linguistiques“, in: Germann/Weibel (Hg.): Handbuch

Politisches System der Schweiz. Band 3 Föderalismus, Bern 1986, S. 227.

[23] Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (Stand am 15. Juli 2003).

[24] siehe auch Abbildung 2 im Anhang 1, S. 58.

[25] Bundesamt für Statistik: Pressemitteilung Schweizer Religionslandschaft im Umbruch,

Neuchâtel 2003, S. 5 ff.

[26] Schoenenberger/Zarin-Nejadan: L’économie suisse, Paris 2003, S. 13.

[27] Linder: Schweizerische Demokratie. Institutionen – Prozesse – Perspektiven, Bern 1999, S. 46.

[28] Meyer: La Suisse. État polyglotte. Antécédents historiques de la paix linguistique au sein de la Confédération, Neuchâtel 1963, S. 28.

[29] Suter: „Neutralität. Prinzip, Praxis und Geschichtsbewusstsein“, in: Hettling/König/Schaffner

/Suter/Tanner (Hg.): Eine kleine Geschichte der Schweiz. Der Bundesstaat und seine

Traditionen, Frankfurt am Main 1998, S. 160.

[30] Suter: „Neutralität. Prinzip, Praxis und Geschichtsbewusstsein“, Frankfurt/Main 1998, S. 161.

[31] Suter: „Neutralität. Prinzip, Praxis und Geschichtsbewusstsein“, Frankfurt/Main 1998, S. 167 f.

[32] Suter: „Neutralität. Prinzip, Praxis und Geschichtsbewusstsein“, Frankfurt/Main 1998, S. 139.

[33] Büchi: Röstigraben. Das Verhältnis zwischen deutscher und französischer Schweiz. Geschichte

und Perspektiven, Zürich 2000, S. 243.

[34] Meyer: La Suisse. État polyglotte. Antécédents historiques de la paix linguistique au sein de la Confédération, Neuchâtel 1963, S. 44.

[35] Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (Stand am 15.

Juli 2003).

[36] Aebischer: Le principe de la territorialité sous la loupe in Universitas Friburgensis vom Juni

1994.

[37] Linder: Schweizerische Demokratie. Institutionen – Prozesse – Perspektiven, Bern 1999, S. 41.

[38] Bundesamt für Statistik: Le clivage linguistique, Bern 1996, S. 63.

Ende der Leseprobe aus 81 Seiten

Details

Titel
Der Röstigraben. Sprachliche Konfliktfelder in der heutigen Schweiz dargestellt am Verhältnis zwischen Deutschschweiz und Romandie
Hochschule
Universität Passau
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
81
Katalognummer
V34923
ISBN (eBook)
9783638350006
ISBN (Buch)
9783640157518
Dateigröße
5640 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In dieser Arbeit wird untersucht, auf welchen Gebieten der Graben zwischen Deutsch- und Französischsprachigen in der Schweiz besonders stark ausgeprägt ist, und ob der Zusammenhalt der Schweiz durch den Röstigraben ernsthaft in Gefahr ist. -&gt, historische Entwicklung und Grundelemente des Konzepts des schweizerischen Sprachfriedens -&gt, Konfliktfelder in der schweizerischen Gesellschaft -&gt, abschließend: Gesamteinschätzung, ob die Hauptkomponenten des Sprachfriedens noch Bestand haben
Schlagworte
Röstigraben, Sprachliche, Konfliktfelder, Schweiz, Verhältnis, Deutschschweiz, Romandie, Sprachkonflikt, deutschsprachig, französischsprachig, Sprachpolitik, Sprachwissenschaft, Politik
Arbeit zitieren
Annegret Münkel (Autor), 2004, Der Röstigraben. Sprachliche Konfliktfelder in der heutigen Schweiz dargestellt am Verhältnis zwischen Deutschschweiz und Romandie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34923

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