Aggression und Gewalt an Gesamtschulen. Pädagogische Handlungskonzepte zum Abbau und zur Prävention


Examensarbeit, 2004

77 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Grenzen und Möglichkeiten
1.2 Ziel der Arbeit

2 Terminologie von Aggression und Gewalt
2.1 Was ist Aggression?
2.1.1 Arten der Aggression
2.2 Was ist Gewalt?
2.2.1 Formen der Gewalt
2.3 Unterschiedliche Bedeutungsfelder von Aggression und Gewalt

3 Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt
3.1 Psychologische Theorien
3.1.1 Instinkt- und Triebtheorie
3.1.2 Frustrations- Aggressions- Theorie
3.1.3 Lernpsychologische Theorien
3.2 Soziologische Theorien
3.3 Schlussfolgerung

4 Aggression und Gewalt an Gesamtschulen
4.1 Auswirkungen von Gewalt
4.2 Ursachen von Gewalt
4.2.1 Gesellschaft
4.2.2 Familie
4.2.3 Schule
4.2.4 Medien
4.3 Zusammenfassung

5 Ansätze und Modelle zur Prävention und Intervention
5.1 Was kann der Lehrer gegen Aggression in der Schule tun?
5.1.1 Leistungsförderung
5.1.2 Gleichberechtigung für alle Schüler und gerechte Chancen
5.1.3 Strukturierung und klarer Bewegungsablauf des Unterrichtes
5.1.4 Vorbildwirkung von Lehrern
5.1.5 Fördern der sozialen Beziehungen
5.1.6 Beteiligung der Schüler am Schulgeschehen
5.1.7 Stärkung der gegenseitigen Kooperation
5.2 Was kann die Institution Schule gegen Aggression tun?
5.2.1 Beratungslehrer für Probleme von Schülern
5.2.2 Schulsozialarbeit
5.2.3 Schulinterne Lehrerfortbildung (SCHiLF)
5.2.4 Arbeit am Schulklima
5.2.6 Aufsicht auf dem Schulhof
5.3 Was können die Eltern tun?
5.4 Spiele und Übungen im Unterricht

6 „Schule ohne Gewalt“ Ein Projekt von Hartmut Balser

7 Zusammenfassung und Ausblick

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Am 26. April 2002 standen deutsche Schüler, Lehrer und Eltern unter Schock. Der 19 jährige Schüler Robert Steinhäuser drang an dem Tag, an dem er seine Abiturprüfung schreiben sollte, mit einer Pumpgun und einer Pistole in seine ehemalige Schule ein und tötete 14 Lehrer, 2 Schüler und einen Polizisten, bevor er sich selbst erschoss.

Dass Aggression und Gewalt an deutschen Schulen immer mehr zunehmen und immer brutalere Formen annehmen, ist aus den Medien hinreichend bekannt. Doch was an diesem Freitagmorgen im Gutenberg- Gymnasium in Erfurt geschah, war in diesem Ausmaß bislang nur in Berichten aus Amerika bekannt.

Entgegen erster Annahmen handelte es sich bei Robert Steinhäuser keinesfalls um einen auffälligen, aggressiven Schüler, der aus schwierigen Familienverhältnissen stammte oder unter schweren Lebensumständen aufwuchs. Im Gegenteil berichteten seine Familie, Freunde und Lehrer, dass er immer still, höflich und freundlich, aber nie aggressiv war . [1] Dieses Bild passte nicht zu dem Robert, der am besagten Tag das grausame Blutbad anrichtete. Laut „Spiegel“ könnte man den Eindruck gewinnen, man habe es mit mehreren verschiedenen Menschen zu tun.

Aus psychologischer Sicht ist der Amoklauf an sich eine Ausnahme aggressiven Verhaltens. Diese schwerwiegende Gewalttat soll ein Beispiel für viele andere Formen von Aggression und Gewalt sein, die sich heutzutage in verschiedenen Alltagssituationen abspielen. Ein Artikel über den Zustand an anderen deutschen Schulen findet sich in der oben genannten Spiegel- Ausgabe: „Schlagen, Würgen, Treten, Randalieren, Erpressung und Demütigungen finden täglich statt“. Die Liste der Ausdrucksformen kann nahezu unendlich fortgeführt werden.

Woher kommt aber diese Gewalt? Wie äußert sie sich und welche Rolle spielt dabei die Schule? Und vor allem: Wie kann man dagegen angehen?

Das sind nur einige Fragen, die in der öffentlichen Debatte eine bedeutende Rolle spielen. Um diese Ungewissheiten beantworten und mit Aggression und Gewalt umgehen zu können, bedarf es zunächst der Klärung darüber, welche möglichen Ursachen diese Phänomene haben.

Das nachstehende Zitat von Bertolt Brecht ist mir bei der Literatursuche aufgefallen:

Der reißende Fluß

wird gewalttätig genannt.

Aber das Flussbett,

das ihn einengt,

nennt keiner gewalttätig.[2]

Auf die Schule bezogen würde dieses Zitat bedeuten, dass einerseits Schüler, die physische Gewalt ausüben, sehr wohl als gewalttätig bezeichnet werden, andererseits aber niemand, z.B. die Schule mit ihren Rahmenbedingungen, gewalttätig nennt. Nach Hurrelmann werden Kinder und Jugendliche nicht gewalttätig geboren, sondern erst im Laufe ihrer Lebensgeschichte, ihrer Sozialisation, dazu gemacht .[3]

Können auch institutionelle Gegebenheiten von Schule Verursacher von Aggression und Gewalt sein? Probleme aus dem außerschulischen Bereich werden in die Schule hineingetragen, die Konflikte im Schulalltag werden zu einer zusätzlichen Belastung. Wenn die Schule sich dieser Problematik stellen möchte, sollte sie Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt, sowie Modelle und Maßnahmen zu deren Prävention bzw. Intervention kennen und anwenden.

1.1 Grenzen und Möglichkeiten

Je mehr man sich mit diesem Thema beschäftige, desto mehr stellt man fest, dass es eine Fülle von Literatur gibt. Auch die Definitionen der Termini Aggression und Gewalt, die Ursachen, Maßnahmen und Projekte, Aggression und Gewalt an Schulen zu vermindern, sind unendlich. Es ist unmöglich, auf die Ursachenforschung zur Gewaltprävention aller Schularten einzugehen, und so habe ich mich auf einzelne, ausgewählte Schwerpunkte konzentriert und dabei die Haupt- und Realschulen in Vordergrund gestellt.

1.2 Ziel der Arbeit

Ziel der Arbeit soll unter anderem sein, darzulegen, welche Erklärungsansätze es für Gewalt gibt, welche Erscheinungsformen an Gesamtschulen auftreten und welche pädagogischen Maßnahmen ergriffen werden können, um Gewaltausschreitungen zu verhindern.

Hierzu wird folgendermaßen vorgegangen:

Zu Beginn findet im zweiten Kapitel eine Definition der Termini „Aggression“ und „Gewalt“ statt. Zudem soll eine Übersicht über die verschiedenen Formen von Aggression und Gewalt geliefert werden. An dieser Stelle wird die personale, strukturelle, physische und psychische Gewalt näher erläutert. Dabei soll aufgezeigt werden, inwieweit es zu Überschneidungen der Begriffe „Aggression“ und „Gewalt“ kommt. In Kapitel 3 werden vorhandene Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt erforscht. Dabei werde ich mich auf ausgewählte psychologische und soziologische Theorien beschränken. Gegenwärtig werden Folgerungen für den Bereich der Schule, die sich aus den Theorien ableiten, dargestellt. Am Ende dieses Abschnittes wird eine Schlussfolgerungen aus den zuvor dargestellten Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt gezogen. Danach wird im vierten Kapitel aufgedeckt, wie sich aggressives und gewalttätiges Verhalten in der Gesamtschule äußert. Dabei wird die Gewalt der Schüler gegen Sachen, ihre Mitschüler und Lehrer genauer betrachtet. Weiterhin ist zu analysieren, welche möglichen Ursachen Aggression und Gewalt haben. Ein möglicher Schlüssel zum Verständnis dafür ist in der Familie zu finden. Sie ist der Bereich, in dem Gewalt entstehen und sich verfestigen kann. Die Ursachen von Gewalt sind aber auch in den sekundären Sozialisationsinstanzen zu suchen.

Demzufolge weisen Aggressivität und Gewaltbereitschaft deutlich auf Schwachstellen in Gesellschaft, Schule und Medien hin. Ein besonderes Gewicht wird auf die Präventionsmaßnahmen gelegt. In Kapitel 5 sollen pädagogische Maßnahmen aufgezeigt werden, die helfen sollen, Konflikte zu managen, Aggressionen einzudämmen und Gewaltausschreitungen zu verhindern. Diese werden nach Maßnahmen für Schüler und Lehrer und auch schulumfassenden Maßnahmen geordnet. Den Abschluss bildet die Schilderung eines Projekts, das am staatlichen Schulamt für den Lahn- Dill- Kreis in Wetzlar 1996 in Angriff genommen wurde und bis heute praktiziert wird. Dadurch kann gezeigt werden, inwiefern mit den richtigen pädagogischen Maßnahmen gemeinsam gegen Aggression und Gewalt angegangen werden kann und welche Erfolge ein solches Konzept bringt. Auch das Internet Projekt „Smog“ (Schule machen ohne Gewalt), das ein Netzwerk eingerichtet hat, wird an dieser Stelle kurz erläutert. Den Schlussteil der Arbeit bilden eine Zusammenfassung und ein Ausblick.

Wenn in dieser Arbeit von Schülern / Lehrern / etc. gesprochen wird, dann sind selbstverständlich auch Schülerinnen / Lehrerinnen / etc. gemeint.

2. Terminologie von Gewalt und Aggression

2.1 Was ist Aggression?

Das Wort Aggression leitet sich aus dem Lateinischen „aggredior-aggredi“ ab und heißt ursprünglich „herangehen, im Sinne von Annäherung, bzw. angreifen im Sinne von berühren“.[4]

Beim Versuch das Phänomen „Aggression“ zu erklären, betonen Selg und Petermann die Gerichtetheit aggressiven Verhaltens, Brezovsky die Wirkung, Mees die Interaktion und Lischke die Bewertung aggressiven Verhaltens durch die soziale Umwelt .[5] Nach Bründel und Hurrelmann schließen Aggressionen alle Verhaltensweisen und Handlungen ein, die gegen andere Lebewesen und deren Besitztümer gerichtet sind und Schaden anrichten .[6]

Aggressionen und herausforderndes Verhalten sind zielgerichtet und geschehen nicht aus Versehen. Sie verletzen, beeinträchtigen oder belästigen andere Personen .[7] Es werden auch Handlungen, die einer Person keinen sichtbaren Schaden zufügen, sondern psychische Reaktionen, wie z.B. Angstzustände auslösen, als Aggression bezeichnet. Das Vorhaben, den anderen mit seiner Handlung zu treffen ist dabei der bedeutende Bestandteil. „Demnach ist Aggression ein Verhalten des Menschen, welches sich zum Ziel setzt, seine Umwelt physisch oder psychisch zu verletzen, Besitztümer zu beschädigen oder zu zerstören“.[8]

Laut Bandura wird Aggression als schädigendes und destruktives Verhalten charakterisiert, das im sozialen Gebiet auf der Grundlage einer Reihe von Einflüssen als aggressiv definiert wird, von denen einige eher beim Beurteiler als beim Handelnden liegen.

-b der Begriff Aggression gebraucht wird oder nicht, hängt hauptsächlich von der normativen Angemessenheit des Verhaltens ab.

Nach Bandura gibt es kein eindeutiges Bezugssystem für die Klassifikation aggressiven Verhaltens .[9]

Die meisten psychologischen Definitionsversuche verstehen Aggression, wie auch die oben umrissenen Definitionen, als ein Verhalten, das eine Schädigung oder Verletzung intendiert. Solche Begriffsbestimmungen können als sehr eng gefasster angesehen werden. Geht man von einem weiter gefassten Aggressionsbegriff aus, folgt daraus, dass Aggression im Grunde dieselbe Wertigkeit hat wie Aktivität. Tatkraft und zerstörende Aktivitäten werden so in einen Topf geworfen .[10] Der „weite“ Aggressionsbegriff wird deshalb nur von wenigen Psychologen (z.B. von Bach, Goldberg, Hacker), besonders von meist triebtheoretisch orientierten Autoren vertreten.

2.1.1 Arten von Aggression

Sears unterscheidet zweierlei Arten von Aggression. Zum einen die instinktive emotionale Erwiderung, um Ablehnung in Form von Wut oder Ärger anzudeuten, zum anderen eine Erwiderung mit dem Ziel, Unrecht aufgrund von sozialem Lernen und Erfahrung zu vermeiden. Letztere wird von Feschbach als motivationale Aggression charakterisiert und wiederum in i nstrumentelle und feindselige Aggression gegliedert. Die instrumentelle Aggression orientiert sich auf ein bestimmtes Ziel, z.B. auf ein Spielzeug oder einen anderen wünschenswerten Gegenstand und strebt direkt nach Erreichen einer Zielvorstellung. Die feindselige Aggression wird um ihrer selbst willen vollzogen. Eine andere Person soll hier absichtlich körperlich (z.B. durch Faustschlag) oder verbal (z.B. durch eine Beleidigung) verletzt werden.

Nach Buss wird hier zwischen körperlicher und verbaler Aggression unterschieden.

Körperliche Aggression wird als Angriff gegen Organismen mit Hilfe von Körperteilen (z.B. Zähne) oder Waffen (z.B. Messer) definiert. Verbale Aggression gilt nach Buss als mündliche Antwort, die ein schädliches Reizmittel auf einen anderen Organismus bewirken soll. Das schädliche Reizmittel kann z.B. eine zurückweisende Antwort oder Ablehnung sein .[11] Eine weitere Unterteilung kann in direkte und indirekte Aggression vorgenommen werden. Die Aggressionsarten, die bereits angesprochen wurden, können als direkte Aggression gewertet werden, da hier Aggression ganz klar erkennbar ist. Die indirekte Aggression überbringt eine Antwort, die es nicht zulässt, den Aggressor zu erkennen. Indirekte Aggression kann aber auch verbal sein (z.B. negativ über jemanden reden) .[12]

Berkowitz stellt die instrumentelle der impulsiven Aggression gegenüber, die durch Ärger und negative Erfahrungen ausgelöst wird. Demzufolge spricht Berkowitz von instrumenteller bzw. emotionaler Aggression. Beispiele für impulsive Aggression sind unsinnige Angriffe Jugendlicher gegen ältere Menschen oder Obdachlose auf offener Straße. Solche Angriffe scheinen primär gesteuert zu sein, um andere zu verletzen .[13]

2.2 Was ist Gewalt?

Manifestiert sich Aggressivität dermaßen, dass Menschen zielbewusst physisch oder psychisch geschädigt werden, wird von Gewalt gesprochen .[14]

Für den Begriff „Gewalt“ existieren im deutschen Sprachraum viele verschiedene Bedeutungen, und oft ist es individuell verschieden, wann Gewalt anfängt.

Auch zeigt sich, dass es nicht nur unterschiedliche Auffassungen dessen gibt, was man unter Gewalt versteht, sondern dass die Erklärungsversuche für dieses Phänomen immer unter einem ganz bestimmten Aspekt erfolgen.

Olweus verbindet Gewalt mit Mobbing und definiert dies wie folgt:

„Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler oder Schülerinnen ausgesetzt ist “.[15]

Johann Galtung vom norwegischen Institut für Friedensforschung sieht in dem Begriff der Gewalt den Frieden. Der Frieden hat hier eine negative Bedeutung:

„Ein erweiterter Begriff von Gewalt führt zu einem erweiterten Begriff von Frieden: Frieden definiert als Abwesenheit von personaler Gewalt und Abwesenheit von struktureller Gewalt“.[16]

Einen eng gefassten Gewaltbegriff, der sich als Angriff auf Leib und Leben versteht, lehnt der Autor ab, da seiner Meinung nach Gewaltstrukturen in der Gesellschaft existieren, die, unabgängig von Personen Gewalt beinhalten. Galtung sieht diese Begriffserweiterung als eine logische Ausweitung und nicht als eine Liste unerwünschter Dinge. Seiner Auffassung nach müsse es für etwas, das als Gewalt definiert werden soll, nicht unbedingt einen identifizierbaren Täter geben, Gewalt kann dem menschlichen Körper auch auf eine andere Weise angetan werden. Warum solle die Art von Gewalt, die der Psyche, zugeführt wird, nicht dazu gezählt werden? Galtung differenziert hier in strukturelle, personale und psychische Gewalt und formuliert folgende Definition:

„Gewalt liegt dann vor, wenn Menschen so beeinflusst werden, dass ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potentielle Verwirklichung“.[17]

Die Literatur zu dieser Thematik ist durch eine unüberschaubare Fülle von Definitionen gekennzeichnet. Die folgende Gewaltdefinition von Hurrelmann, die ich für verständlich, fassbar und genügend umfassend halte, enthält jene Phänomene, die in den nachfolgenden Kapiteln näher ausgeführt werden.

„Gewalt in der Schule umfasst das gesamte Spektrum von Tätigkeiten und Handlungen, die physische und psychische Schmerzen oder Verletzungen bei den im Bereich der Schule handelnden Personen zur Folge haben oder die auf die Beschädigung von Gegenständen im schulischen Raum gerichtet sind“.[18]

2.2.1 Formen von Gewalt

Die einzelnen Formen von Gewalt wurden in den verschiedenen Gewaltdefinitionen nur ansatzweise genannt. Ich möchte sie jedoch differenzieren, um ihre Weise zu begreifen. Differenzierung soll in diesem Sinne nicht bedeuten, die unterschiedlichen Gewaltformen isoliert zu betrachten. Vielmehr sollen ihre vielfältigen und zum Teil ineinander greifenden Zusammenhänge verdeutlicht werden.

2.2.1.1 Personale Gewalt

Galtung unterscheidet, wie oben schon ausgeführt, die personale und strukturelle Gewalt. Der Autor charakterisiert den Typ von Gewalt, bei dem es einen Akteur gibt, als personale oder direkte Gewalt. Die Gewalt ohne einen Akteur wird als strukturelle oder indirekte Gewalt bezeichnet .[19] Bei personaler Gewalt gibt es eine Person, die Gewalt ausübt und eine, der Gewalt angetan wird.

Diese Bezeichnung ist als Aktion sichtbar, als Gewalthandlung oder gewalttätiges Verhalten.[20] Die Schädigung des Betroffenen kann physisch sein, was an der körperlichen Verfassung des Opfers direkt bemerkt werden kann. Sie kann aber auch psychisch sein, was an der seelischen Verfassung des Opfers indirekt sichtbar wird. Für den Bereich der Schule, der ja im Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt, bedeutet dies, dass nicht nur die für alle erkennbare Prügelei auf dem Pausenhof zwischen zwei Personen Gewalt ist.

„Bei personaler Gewalt beruht die Gewalthandlung auf- zumindest situativ- ungleichen Machtverständnissen zwischen den Beteiligen, die sich in physischen und psychischen gewalttätigen Verhaltensweisen des oder der Betroffenen ausdrücken“.[21]

Bei der personalen Gewalt wird außerdem noch unterschieden zwischen expressiver und instrumentaler Gewalt. „Ersteres dient der Selbstpräsentation, wobei die Opfer beliebig erscheinen. Sie ist Gewalt „just for fun“, der Akt der Gewaltausübung wird zum Selbstzweck“.[22]

2.2.1.2 Strukturelle Gewalt

Die Form der strukturellen Gewalt wird durch ein jeweils herrschendes Gesellschaftssystem ausgeübt und deshalb in entpersonifizierter Form wirksam. Hier kann nicht wie bei der Ausübung physischer Gewalt ein Vorgang beobachtet werden .[23] Diese Gewaltform ist indirekt und ist nur in ihren Folgen sichtbar. Sie richtet sich nicht direkt auf eine bestimmte Gruppe oder Person, sondern wirkt unspezifisch. Sie kann durch Desinformation, politische Entscheidungsunfähigkeit oder Vorurteilsstrukturen wirken .[24]

Die strukturelle Gewalt der Institution Schule zeigt sich in Macht, gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnissen, dem Aufrechterhalten hierarchischer Strukturen und in schulischen Maßnahmen wie Notengebung und Ordnungsmaßnahmen. Die Schule als Institution übt auf die Schüler den Zwang aus, gewisse Normen zu erfüllen. In der Schule werden an die Kinder und Jugendlichen im Hinblick auf ihre Leistungen sehr hohe Ansprüche gestellt. Die Schüler werden gezwungen, zu den Besten zu gehören, um später einmal den Wunschberuf ergreifen oder wenigstens einen „akzeptablen“ Beruf ausüben zu können. Dieses Leistungsdenken beinhaltet neben jenen wenigen, die zur Spitze gehören, eine wesentlich größere Zahl an Verlierern. Bei den Kindern und Jugendlichen, die es nicht schaffen, gute Noten zu bekommen, können fehlende Erfolgserlebnisse und damit fehlende Anerkennung in der Schule und zu Hause dazu führen, dass ihr Selbstwertgefühl leidet. Um irgendwo noch Erfolgserlebnisse zu erleben, schließen sich Kinder und Jugendliche oftmals in Gruppen Gleichaltriger zusammen. Auch hier herrscht die Hackordnung, d.h. einer ist der Anführer und alle anderen gehorchen ihm. Hier sind keine Schulnoten maßgeblich, sondern das Zeigen physischer und psychischer Überlegenheit auf gewaltsame Art.

2.2.1.3 Physische Gewalt

„Unter physischer Gewalt sind alle Formen gefasst, die körperliche Zerstörung, Verletzung oder Einschränkung zur Folge haben, also die Gewalt, die Menschen anderen Menschen körperlich zufügen“.[25] Diese Form der Gewalt kann sich aber auch genauso gut gegen Gegenstände richten. Diese Gewaltform ist dann bedeutsam, wenn sie schädigende Folgen für Menschen hat: „Es ist deshalb generell zu unterscheiden zwischen Gewalt, die sich direkt gegen Sachen richtet, und Gewalt, die vermittelt über Zerstörung von Sachen, Menschen zum Beispiel materiell schädigt, unter Druck setzt, bedroht, psychisch verletzt usw.“[26] Physische Gewalt kann durch einzelne oder mehrere Personen ausgeübt werden. Als Medien werden die eigene körperliche Kraft oder auch Waffen (wie z.B. ein Furcht einflößender Hund) eingesetzt.

In der Schule kann es zur physischen Gewalt zwischen einzelnen Schülern kommen, diese kann sich aber auch gegen Lehrer und Gegenstände richten. Eine Form der Gewalt gegen Sachen ist beispielsweise Vandalismus an Schulen. Die Anlässe, warum Schüler sich gewalttätig Verhalten und damit ihren eigenen Lebensraum beschädigen, können sehr vielfältig sein.

2.2.1.4 Psychische Gewalt

Psychische Gewalt findet ausschließlich zwischen Menschen statt, wobei Ausübende und Betroffene immer eine oder mehrere Personen sein können. Galtung nennt als Beispiele Lügen, Gehirnwäsche, Indoktrination, und Drohung. Die Schädigungen durch psychische Gewalt können sehr vielfältig sein und treten auf verschiedenen Ebenen auf .[27]

„Auf einer geistig-kognitiven Ebene umfassen sie zum Beispiel beschränktes Wissen und Fähigkeiten, Konzentrationsschwäche, Unfähigkeit zur Meinungsäußerung und zum Argumentieren eigener Positionen, Abhängigkeit von den Urteilen und Entscheidungen anderer. Auf der emotional-affektiven Ebene zeigen sie sich zum Beispiel in Angst, Resignation, Verzweiflung, Unsicherheit, mangelnde Selbstvertrauen, Minderwertigkeitsgefühlen, Depressivität, Misstrauen, übermäßiger Gefühlsbindung an andere Personen“.[28] Auf der kommunikativen Ebene kann sich psychische Gewalt in Redehemmungen, Kontaktschwierigkeiten oder Handlungsunfähigkeit ausdrücken.

Fortwährende psychische Schädigungen können zu körperlichen Schäden, den sogenannten psychosomatischen Erkrankungen, und in Extremfällen bis hin zum Selbstmord führen. Die verschiedenen Mittel psychischer Gewalt verstärken sich, wenn sie zusätzlich kombiniert werden. Die einfachste Ausprägung ist dabei die direkte Drohung, durch die eine Person verängstigt und verunsichert werden kann.

Nachdem eine Übersicht über die verschiedenen Formen von Gewalt dargelegt wurde, soll Anschließend aufgezeigt werden, inwieweit es zu Überschneidungen der Begriffe Gewalt und Aggression kommt.

2.3 Unterschiedliche Bedeutungsfelder von Aggression und Gewalt

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden Gewalt und Aggression oft gleichbedeutend gebraucht, zwischen beiden Termini lässt sich keine starre Trennlinie ziehen. In der Psychologie und der Pädagogik wird der Begriff Gewalt weit weniger gebraucht als der der Aggression.

Wird der Begriff Gewalt gewählt, werden meist extreme Formen der Aggression beschrieben .[29] Gewalt ist zwar ein Bestandteil von Aggression, kann sich aber auch völlig losgelöst davon innerseelisch und im Verhalten etablieren .[30]

Hacker bemerkt hierzu:

„Nicht alle Aggression ist Gewalt, aber alle Gewalt ist Aggression“.[31]

Aggression kann durch jede Art aktiven und reaktiven Verhaltens von Lebewesen definiert werden, welche auf Störung, Verletzung, Verdrängung und Vernichtung des Lebens gerichtet ist.

Gewalt wird als eine Art aggressiven Verhaltens eingestuft, das sich gegen gleich- oder andersartige Mitglieder der Gesellschaft richtet .[32]

Im kommenden Kapitel soll eine Übersicht über die wichtigsten wissenschaftlichen Theorien, die die Phänomene Gewalt und Aggression zu begründen versuchen, geboren werden.

3 Theorien zur Erklärung von Aggressionen und Gewalt

Der Versuch, die Begriffe Aggression und Gewalt darzulegen, zeigt, dass die Beschäftigung mit diesem Thema auf verschiedene Art und Weise stattfindet. Beschäftigt man sich mit den Erklärungsansätzen zu Aggression und Gewalt, so stellt man fest, dass die wissenschaftlichen Theorien darüber ebenfalls auf unterschiedliche Weise funktionieren. Es gibt eine Fülle von Theorien und Erklärungsansätzen, die sich entweder gegenseitig ergänzen oder aber auch miteinander konkurrieren. Es lässt sich nach dem jetzigen Stand der Aggressionsforschung sagen, dass es für aggressives und gewalttätiges Verhalten von Kindern und Jungendlichen kein einheitliches Erklärungsmodell gibt. Dabei kann zwischen psychologischen und soziologischen Theorien unterschieden werden. Die psychologischen Ansätze begründen Aggression und Gewalt durch psychische Vorgänge oder auch durch Lernprozesse. Die soziologischen Theorien hingegen legen dar, dass Gewalt auch in der Person selbst entstehen kann, aber durch gesellschaftliche Bedingungen wie Familie oder Schule hervorgerufen wird. Zu den wichtigsten psychologischen Aggressionstheorien werden die Triebtheorie, Frustrationstheorie und die Lerntheorie gezählt, die im Folgenden erläutert werden sollen .[33]

3.1 Psychologische Theorien

3.1.1 Instinkt- und Triebtheorie

Allgemein gelten Freud und Lorenz als Hauptvertreter der Theorie, dass aggressives Verhalten beim Menschen auf einen spezifischen und biologisch fixierten Trieb zurückzuführen ist.

Freud entwickelte aus der Analyse individuellen und kollektiven menschlichen Verhaltens sein Konzept.

Lorenz hingegen versuchte, die Beobachtungen, die er bei Tieren gemacht hatte, auf den Menschen zu übertragen. Jeder Mensch trägt nach der Triebtheorie ein angeborenes Aggressionspotential in sich, das zur Entladung drängt. Viele Forscher sprechen demzufolge von der angeborenen Neigung des Menschen zum Bösen, zur Aggression, zur Zerstörung und zur Grausamkeit .[34] Das Auftreten von Aggression ist nach Freud immer dann zu beobachten, wenn ein Individuum an der Erfüllung seiner sexuellen Bedürfnisse gehindert wird.

Nahezu 20 Jahre später, besonders beeinflusst durch den Ersten Weltkrieg, formulierte Freud seine Theorie über den Sexualtrieb neu. Er nannte die Gegensätze nicht mehr „Ich- und Sexualtrieb“ sondern „Lebens- und Todestrieb“.[35] Nach Freud wurde der Sexualtrieb von aggressiven Tendenzen begleitet, die ihren Ursprung in einem Bemächtigungstrieb haben sollten. Freud teilte dann später die Urtriebe in zwei Kategorien ein. Die erste Kategorie enthält den Lebenstrieb (Eros), der aus den Ich- oder Selbsterhaltungstrieben besteht. Die zweite Kategorie beinhaltet den Todestrieb (Thantos, Destruktionstrieb, Aggressionstrieb), dem die Aufgabe zufällt, das organisch Lebende in einen leblosen Zustand zurückzuführen .[36] Nach diesen beiden Kategorien entsteht menschliches Verhalten aus dem Gegensatz und dem Zusammenspiel dieser beiden Triebe. Durch eine Hinderung des Aggressionsflusses nach außen können unter Mitwirkung des Über- Ichs Schuldgefühle entstehen, die Ausdruck eines gegen die eigene Person gerichteten Todestriebes sind.

Lorenz zufolge werden Aggressionen nicht zu jedem Zeitpunkt geäußert. Der Mensch habe aber genau wie die Tiere einen angeborenen Aggressionstrieb. Er geht von einem auf den Artgenossen gerichteten Kampftrieb aus, der den Menschen als böses Erbe in den Knochen sitze .[37]

Bezieht man die Triebtheorie auf das gewalttätige Handeln von Kindern und Jugendlichen, so hat die Aggression ihre Ursachen in einer instinktiven Aggressivität, die spontan entsteht und sich hochschaukelt bis ein bestimmtes Ziel erreicht ist, dann zur Handlung drängt und deren Triebkraft danach wieder für einen bestimmten Zeitraum erlischt. Damit ist gemeint, dass Kinder und Jugendliche nicht aus dem Grund aggressives Verhalten aufzeigen, weil sie wütend sind, sondern weil sie ihren Aggressionstrieb wieder entladen müssen.

Die aggressive Handlung muss nicht unbedingt aus bösen Absichten entstehen, obwohl es auch ungewollt zur Gewalt kommen kann. Jugendliche messen ihre Kräfte, raufen und balgen sich. Sie wollen sehen, wer der Stärkere ist. Solange Kinder und Jugendliche ihre Grenzen kennen lernen und rechtzeitig aufhören, ist dem nichts entgegenzusetzen. Aggression als spielerisches, spontanes Verhalten darf gewisse Spielregeln und Grenzlinien nicht überschreiten, sonst wird aus der Freude am Siegen und Gewinnen blutiger Ernst mit lange nachwirkenden Folgen .[38]

3.1.2 Frustrations- Aggressions- Theorie

Die amerikanischen Psychologen Dollard, Doob, Miller, Mowrer und Sears formulierten für das Entstehen aggressiver Verhaltensweisen die sogenannte Frustrations-Aggressions-Theorie. Auf den emotionalen Zustand des Individuums nahmen sie hierbei keinerlei Bezug. Frustration wurde als äußerer Terminus eines Reizes, nämlich als Behinderung des Reizes, betrachtet, was bezüglich der Mehrdeutigkeit und Unfassbarkeit menschlichen Verhaltens äußerst unzugänglich ist.

Dollard und seine Mitarbeiter gehen von zwei Grundannahmen aus. Die erste besagt, dass Aggression immer eine Folge von vorangegangener Frustration ist. Die zweite Annahme lautet, dass Frustration immer zu irgendeiner Form der Aggression führt. Die Frustration wird als Störung einer bestehenden zielgerichteten Aktivität gesehen.

Aggression wird als Verhaltenssequenz verstanden, die auf eine Verletzung eines Organismus oder eines Organismussurrogats (Ersatzobjekt) zielt .[39]

Später wurde in einer Weiterentwicklung der Theorie auf eine ausdrückliche Unterscheidung zwischen offener Aggression und den Anreiz zur Aggression besonders Wert gelegt. So heisst es hier, dass Frustration Anreize zu irgendeiner Form von Aggression schafft. Nach diesem erweiterten Konzept kommt es somit zur Aggression, wenn der durch Frustration entstehende Reiz zur Aggression in der Hierarchie der unterschiedlichen Reize an oberster Stelle steht.

Auch Berkowitz gehörte zu den Vertretern, die diese neue Form der Frustrations-Aggressions-Hypothese aufstellten bzw. die vorherige ergänzten. Er sagte unter anderem, dass die Bedeutung des Ausdruckes „Anreize zur Aggression“ für ihn äquivalent sei mit der Bedeutung der Wörter „Ärger/Wut“.[40]

-ft fühlen sich aggressive Kinder und Jugendliche schnell angegriffen und provoziert. Sie haben in solchen Situationen das Verlangen, sich zu verteidigen oder Vergeltung ausüben zu müssen. Aggressive Kinder und Jugendliche empfinden viele Situationen als Bedrohung, die oft gar keine darstellen. Sie fühlen sich durch den Haarschnitt, die Kleidung etc. des anderen provoziert und meinen sich wehren zu müssen. Aber auch Defizite in der Primärsozialisation wie eine mangelnde emotionale Zuwendung der Eltern oder ungünstige materielle und soziale Lebensumstände wirken sich dann besonders aggressionsfördernd aus, wenn diese Lebensumstände als belastend empfunden werden.

Die Frustrations-Aggressions-Theorie ist offen für andere Erklärungsmuster. Zum einen negiert sie die erbliche Komponente von Aggression nicht, zum anderen weisen einige Frustrationserlebnisse, die beispielsweise durch lieblose Eltern hervorgerufen werden, einen Modellcharakter auf .[41]

Familiale Einwirkungen mit aggressiven Folgen werden in den Schulbereich hineingetragen, diese können oft schulpädagogisch kaum aufgearbeitet werden. Nach Mitscherlich liegt die „tiefste Wurzel“ von Aggressivität in der Enttäuschung der Erwartung, geliebt, verstanden und geachtet zu werden. Schüler erleben jedoch auch in der Institution Schule und deren Umfeld frustrierende Situationen, was an der Notengebung besonders deutlich wird .[42] Auch in der Schule gelten die Normen der Leistungsgesellschaft, derjenige der diesen nicht entspricht, wird als „Verlierer“ angesehen .[43] An dieser Stelle sollte noch erwähnt werden, dass Ärger, Wut und Hass nicht immer zu gewalttätigen Handlungen führen. Es gibt unterschiedliche Verhaltensweisen, die in einer bestimmten Situation auftreten können, Aggression ist nur eine davon. Dies soll anhand eines Beispiels verdeutlicht werden:

An einem sehr warmen Tag kommt ein Junge an einer Eisdiele vorbei. Er möchte sich ein Eis kaufen (Handlungssequenz), um es zur Erfrischung zu essen (Zielreaktion). Der Eisverkäufer hat leider kein Eis mehr und somit erhält der Junge kein Eis (Unterbrechung einer Handlungssequenz und Verunmöglichung der Zielreaktion).

Der Junge ist nun ziemlich ärgerlich und würde am liebsten den Eisverkäufer wütend anschreien. (Eine Frustration, die durch eine Instigation zur Aggression führen kann).

Es können drei mögliche Reaktionen des Jungen auftreten:

1. Der Junge könnte den Eisverkäufer wütend anschreien und ihm einen Fußtritt verpassen. Danach würde er befriedigt nach Hause gehen (Durch die offene Aggression wurde der frustrationsbedingte Aggressionsanreiz abgebaut, dieser Vorgang wird auch Katharsis genannt.)
2. Eine eher unwahrscheinliche Möglichkeit wäre, dass dem Jungen bewusst werden würde, dass der Eisverkäufer stärker ist als er und deshalb zurückschlagen würde. Er würde sich deshalb vor feindseligen Aktionen dem Eisverkäufer gegenüber hüten und seinen unschuldigen kleinen Bruder verprügeln (Ersatzreaktion).
3. Es kann aber auch sein, dass der Junge „gut erzogen“ wurde und deshalb überhaupt nicht aggressiv reagiert, sondern in einen Tagtraum versinken und sich dabei vorstellen würde, wie der Eisverkäufer von einem Wespenschwarm überfallen und übel zugerichtet würde.[44]

Wie an dem obigen Beispiel deutlich wird, hängt die Verhaltensweise von Kindern und Jugendlichen stark von ihren Verhaltensgewohnheiten und Handlungsmöglichkeiten ab .

[...]


[1] Vgl. „Der Spiegel“, Nr.19 / 06.05.2002, S.142.

[2] Bründel, H. / Hurrelmann, K.: Gewalt macht Schule. Wie gehen wir mit aggressiven Kindern um? Droemersche Verlag: München 1994; zit. n.: Brecht, S.1.

[3] Vgl. ebd., S.30.

[4] Schulte– Marktwort, M.: Gewalt ist Geil. Mit aggressiven Kindern und Jugendlichen umgehen. Georg Thieme Verlag: Stuttgart 1994, S.16.

[5] Vgl. Selg (1982), Petermann (1984), Brezovsky (1985), Mees (1982), Lischke (1975). In: Heinrich, J.: Aggression und Streß. Deutscher Studien Verlag: Weinheim 1993, S.17.

[6] Vgl. Bründel / Hurrelmann, Gewalt macht Schule, S.23.

[7] Vgl. Bierhoff, H.-W. / Wagner, U.: Aggression und Gewalt. Phänomene, Ursachen und Interventionen. W. Kohlhammer Verlag: Stuttgart 1998, S.5.

[8] Bäuerle, S. / Moll- Strobel, H. / Reinert, G-B. / Wehr, H.: Gewalt in der Schule. Auer Verlag: Donauwörth 1990; zit. n.: Bäuerle, S.8f.

[9] Vgl. Bierhof / Wagner, Aggression und Gewalt, S.5.

[10] Vgl. Ullmann, D.: Aggression und Schule. Kösel GmbH & Co: München 1974, S.13f.

[11] Vgl. Kusche, G.: Aggression und Gewalt an Schulen zur individuellen Lernförderung. Europäischer Verlag der Wissenschaft: Frankfurt am Main 2000, S.27.

[12] Vgl. Bierhoff / Wagner, Aggression und Gewalt, S.7.

[13] Vgl. ebd., S.7.

[14] Vgl. Preuschoff, A.-G.: Gewalt an Schulen und was dagegen zu tun ist. Papy Rosa Verlag: Köln 1993, S.28.

[15] Olweus, D.: Gewalt in der Schule- was Lehrer und Eltern wissen sollten und tun können. Verlag Hans Huber: Bern, Göttingen, Toronto, Seattle 1996, S.22.

[16] Von Felten, M.: „…aber das ist noch lang nicht Gewalt“. Empirische Studien zur Wahrnehmung von Gewalt bei Jugendlichen. Leske und Budrich, Opladen 2000; zit. n.: Galtung, S.33.

[17] Ebd., S.33.

[18] Spreiter, M.: Waffenstillstand im Klassenzimmer. Vorschläge, Hilfestellungen, Prävention. Beltz Verlag: Weinheim und Basel 1993; zit. n.: Hurrelmann, S.21.

[19] Vgl. Fuchs, M. / Lamnke, S. / Luedtke, J.: Schule und Gewalt. Realität und Wahrnehmung eines sozialen Problems. Leske und Budrich Verlag: Opladen 1996, S. 15.

[20] Vgl. Galtung, J: Strukturelle Gewalt. Beiträge zur Friedens- und Konfliktforschung. Rowohlt Taschenbuch Verlag: Reinbeck bei Hamburg 1975, S.23f.

[21] Theunert, H.: Gewalt in den Medien- Gewalt in der Realität. Zusammenhänge und pädagogisches Handeln. KoPäg Verlag: München 1996, S.86.

[22] Fuchs / Lamnke / Luedtke, Schule und Gewalt, S. 15.

[23] Ebd., S.15.

[24] Vgl. Bründel / Hurrelmann, Gewalt macht Schule, S.24f.

[25] Theunert, Gewalt in den Medien, S.86.

[26] Theunert, Gewalt in den Medien, S.90.

[27] Vgl. Galtung, J.: Gewalt, Frieden und Friedensforschung. Verlag Senghass: Frankfurt am Main 1971, S.60.

[28] Theunert, Gewalt in den Medien, S.90.

[29] Vgl. Bierhoff / Wagner, Aggression und Gewalt, S.6.

[30] Vgl. Schulte– Marktwort, Gewalt ist Geil, S.16.

[31] Kusche, Aggression und Gewalt; zit. n.: Hacker, S.17.

[32] Vgl. Kusche, Aggression und Gewalt, S.17.

[33] Vgl. Schubarth, W.: Gewaltprävention in der Schule und Jugendhilfe: Theoretische Grundlagen, Empirische Ergebnisse, Praxismodelle. Verlag Luchterhand: Neuwied und Kriftel 2000, S.39.

[34] Vgl. Ullmann, Aggression und Schule, S.15f.

[35] Vgl. Bierhoff / Wagner, Aggression und Gewalt, S.7.

[36] Vgl. Scheiring, H.: Subjektive Theorien von Schülern über Aggressives Handeln. Deutscher Studien Verlag: Weinheim 1998, S.20f.

[37] Vgl. Ullmann, Aggression und Schule, S.20f.

[38] Vgl. Bründel / Hurrelmann, Gewalt macht Schule, S.255f.

[39] Vgl. Ullmann, Aggression und Schule, S.22f.

[40] Vgl. Scheiring, Subjektive Theorien, S.24.

[41] Vgl. George, S. / Kloke, M.: Prügel, Schläge und Randale: Aggression und Destruktion in der Schule. Pädagogische Arbeitsstelle, Dortmund 1998, S.10.

[42] Vgl. Kapitel II, Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt, S.12f.

[43] Vgl. George / Kloke, Prügel, Schläge und Randale, S.10.

[44] Lischke, G.: Aggression und Aggressionsbewältigung: Theorie und Praxis, Diagnose und Therapie. Alber - Broschur: Freiburg 1972, S.49f.

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten

Details

Titel
Aggression und Gewalt an Gesamtschulen. Pädagogische Handlungskonzepte zum Abbau und zur Prävention
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,0
Jahr
2004
Seiten
77
Katalognummer
V351208
ISBN (eBook)
9783668381193
ISBN (Buch)
9783668381209
Dateigröße
723 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aggression, gewalt, gesamtschulen, pädagogische, handlungskonzepte, abbau, prävention
Arbeit zitieren
Anonym, 2004, Aggression und Gewalt an Gesamtschulen. Pädagogische Handlungskonzepte zum Abbau und zur Prävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351208

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