Soziale Position postkolonialer Immigranten in Großbritannien nach Ende des Zweiten Weltkrieges


Facharbeit (Schule), 2016
7 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rassistische Ideologien nach Kriegsende

3. Klassengesellschaft

4. Der lange Weg zur Assimilation

5. Schlusswort

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nachdem das britische Weltreich während des Zweiten Weltkrieges den Zenit seines Imperiums erreicht hatte und flächenmäßig etwa ein Viertel des Erdballs beherrschte, konnte es seine bis dato entstandenen Kolonien nicht mehr halten. Obwohl Großbritannien seine verlorenen Gebiete größtenteils zurückerobern und wiederaufbauen konnte, blieben das Prestige und die Autorität schwer angeschlagen zurück.1 In den nächsten Jahren versuchte das Königreich vergeblich, mit militärischen Mitteln seinen Machteinfluss in den Kolonien zu sichern. Der wachsende Souveränitätsgedanke sowie stärker werdende nationalistische Strömungen führten jedoch zum endgültigen Zerfall des British Empires innerhalb der 1960er Jahre.2 Als Folge des rasanten wirtschaftlichen Aufschwungs stieg der Bedarf an günstigen Arbeitskräften innerhalb Großbritanniens in ungeahnte Höhen. Um dem entgegenzuwirken, importierte die Krone im großen Stil Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien (dem sog. New Commonwealth of Nations). Die daraus resultierenden Wellen von Immigranten hielten noch bis ins Jahr 1960 an, bevor die britische Regierung diverse Gesetze verabschiedete, die die Zuwanderung aufgrund der Rezession wieder beschränken sollten.3

Die postkolonialen Migrationsbewegungen stellen einen essentiellen Faktor in der Entwicklung zur heutigen britischen Bevölkerung dar. Doch mit welchen Problemen sahen sich die Zuwanderer konfrontiert? Diese Arbeit beschäftigt sich mit möglichen gesellschaftlichen Konflikten und der sozialen Position der Immigranten innerhalb der britischen Bevölkerungsschichten unter verschiedenen Gesichtspunkten.

2. Rassistische Ideologien nach Kriegsende

Die Grundzüge der sozialen Position der Immigranten wurden von den Faktoren des rechtlichen Aufenthaltsstatus, aber auch zu einem großen Teil von Ideologien innerhalb der Kolonien beeinflusst. So spielten Rasse und Hautfarbe für den hierarchischen Standpunkt bereits in jenen eine wichtige Rolle. Die grundsätzliche Überlegenheit hellhäutiger Menschen wurde von der einheimischen Elite auch trotz komplizierter Beziehung zur europäischen Kolonialregierung akzeptiert.

Rassistische Ansichten waren jedoch auch in vielen Teilen Europas weit verbreitet. So auch in Großbritannien, wo für einen Großteil der Bevölkerung die koloniale Vergangenheit lediglich ein Bestandteil der Schulbildung war und eigene Erfahrungen mit fremden Kulturen gänzlich fehlten.4 Auch durch die Medien mussten die postkolonialen Zuwanderer Diffamierung erfahren. So steigerten populäre TV Komödien die Stereotypen gegenüber der orientalischen Kultur und Religion vieler Immigranten. Als Folge mussten sie physische und verbale Gewalt, Eigentumsbeschädigung, Überfälle und Messerattacken, oft von rechtsextremen Gruppierungen wie der Union Movement (später National Front) ausgehend, über sich ergehen lassen.5

Jene Fremdenfeindlichkeit ging mit der Diskriminierung ausländischer Arbeitskräfte einher und beschäftige auch Soziologen, die die Migrationsbewegungen aus den Kolonien zu dieser Zeit erforschten. Diese Problematik äußerte sich zum Beispiel in der Verweigerung von Stellen aus oberflächlichen, rassistischen Gründen, für die ein Immigrant der Mittelklasse allerdings qualifiziert war.6 Diese Deklassierung beschränkte sich nicht nur auf den Arbeitsmarkt. Auch der Zugang zu Immobilien sowie dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen war streng reglementiert.7

3. Klassengesellschaft

Im Zuge der Öl-Krise und dem daraus folgenden Abschwung der britischen Wirtschaft im Jahr 1974 sahen sich die Arbeitsmigranten mit einem dramatisch schrumpfenden Arbeitsmarkt konfrontiert.8

[...]


1 Vgl. Darwin (Dr.) (2011): http://www.bbc.co.uk/history/british/modern/endofempire_overview_01.shtml (30.10.2016).

2 Vgl. Saylor Acadamy (2013): http://www.saylor.org/site/wp-content/uploads/2013/02/HIST103- 9.2.2-BritishEmpireDecolonization-FINAL.pdf (30.10.2016).

3 Vgl. Mustad & Huseby (2014): https://ndla.no/en/node/90712?fag=71082 (30.10.2016).

4 Vgl. Amersfoort (Prof.) (2008): http://dare.uva.nl/document/2/91523 (31.10.2016).

5 Vgl. Schmitz Bosma, Lucassen, & Oostindie: Postcolonial Migrants and Identity Politics, S. 78.

6 Vgl. Amersfoort (Prof.) (2008).

7 Vgl. Schmitz Bosma, Lucassen, & Oostindie, S.78.

8 Vgl. Amersfoort (Prof.) (2008).

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Soziale Position postkolonialer Immigranten in Großbritannien nach Ende des Zweiten Weltkrieges
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
7
Katalognummer
V352031
ISBN (eBook)
9783668383128
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Postkolonialismus, Migration, Großbritannien, 1945, soziale Position, Integration, British Empire, Commonwealth, Einwanderung
Arbeit zitieren
Leon Bittner (Autor), 2016, Soziale Position postkolonialer Immigranten in Großbritannien nach Ende des Zweiten Weltkrieges, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352031

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