Moral und Gesellschaft. Eine kulturgeschichtliche Untersuchung


Bachelorarbeit, 2016

48 Seiten, Note: 1,15


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Zur pädagogischen Relevanz von Moral

2. Was ist Moral?
2.1 Moral und christliche Religion
2.2 Moral und Recht
2.3 Moral und Medizin
2.4 Moral unter Primaten

3. Wo ist Moral?
3.1 Moral im Ganzen Haus
3.2 Moral vor allem
3.3 Moral infolge der Industrialisierung
3.4 Moralische Aussichten in der modernen Gesellschaft

4. Schlussfolgerungen und Perspektiven für einen weiteren Umgang mit Moral

Quellen- und Literaturverzeichnis

Literatur

Onlinequellen

Zeitschriften (Onlinequellen)

Vorwort

Wo ist Moral? Diese Frage sucht ihren Gegenstand Moral, als etwas zu umfassen, das sich räumlich und zeitlich verortet und je nach dem Kontext dieser Verortung in einer entsprechenden Form sichtbar wird. Der damit verbundene Moralbegriff ist folglich ein spezifisches Merkmal historischer Zusammenhänge. So bietet er eine mögliche Perspektive, um die kulturelle Entwicklung unserer Gesellschaft nachzuvollziehen. Doch wie weit reicht eine solche Betrachtung und welche historischen und sozialstrukturellen Ausschnitte einer Gesellschaft lassen sich mit moralischen Kriterien abbilden? Um dem auf die Spur zu gehen, muss zunächst geklärt werden, wonach man eigentlich sucht. Was also ist Moral? Wie macht sie sich bemerkbar? Und wo hat sie ihren Ursprung?

Bereits an dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass Moral sowohl semantisch als auch historisch einen Superlativ darstellt. Sie ist die gesteigerte und in permanenter Vollendung befindliche Form dessen, was bereits Adam in der Folge seines Falles und der Kenntnisnahme von Gut und Böse erfahren musste. Gewissen, dieselben Fragen: Was ist Gewissen, wie macht es sich bemerkbar und wo kommt es her?

„Der orthodoxe Protestant würde von der Kraft der göttlichen Gnade sprechen, die uns um Christi willen verheißen ist; ein Pietist würde auf die beharrliche Erneuerung des Menschen im Bußkampf setzen, und Kant, der von dieser Art der Wiedergeburt nichts mehr hält, wird die Frage aufwerfen, ob nicht die Erhabenheit des Sittengesetzes selbst schon eine Kraft im Menschen erzeugt, die als Triebfeder auf den Willen einwirken könnte.

Ein Gewissen im Sinne Kants gelte dann als moralisches Gefühl unerforschten Ursprungs, das gleichwohl eine Geschichte haben kann: wenn es herausgebildet und erzogen, verkündet und gepredigt, also kultiviert werden muß [sic], wäre seine Geschichte die Geschichte seiner Kultivierungsversuche – eine Kulturgeschichte in der eigentlichen Bedeutung des Wortes.“ (Kittsteiner: S. 14f)

In diesem Sinne.

1. Einleitung: Zur pädagogischen Relevanz von Moral

Der Pädagogik genuines Thema sind Bildungsprozesse. In ihnen vollzieht sich die Selbstkonstitution des Menschen (Vgl. Tenorth: 432) innerhalb eines Spannungsverhältnisses zwischen Autonomisierung und Näherung an die Gesellschaft. In der Betrachtung dieses Gegenstands und dem damit verbundenen Diskurs lassen sich vor allem zwei gegensätzliche Schwerpunkte zusammenfassen.

Auf der einen Seite finden sich Vertreter einer eher rationalen Weltsicht, deren Position an dieser Stelle nur kurz umrissen werden soll: Infolgedessen, auf der Grundlage operationalisierter Umweltfaktoren und persönlicher Merkmale die wahrscheinlichen Perspektiven eines Lebensverlaufs ermittelt werden, sollen Techniken zum Einsatz kommen, die den gerade noch prognostizierten Lebensverlauf optimieren. Bildung möchte man hier als etwas Planbares begreifen, dem eine Input-Output-Logik zugrunde liegt. Daher ist es für diese durchaus ökonomische Sichtweise entscheidend, alle möglichen Einflussfaktoren, den technischen Aufwand zur Optimierung eines Lebensverlaufs und letztlich auch dessen Ergebnis zu quantifizieren. Zählbare Erfolge sind hier der Maßstab pädagogischer Arbeit, der Grad ihrer Standardisierung ist Ausdruck der Qualität.

Entscheidend ist, dass mit dem Anspruch der Planung die Limitierung des Menschen einhergeht, weshalb auch die Optimierungen von Lebensverläufen in ihrer Reichweite bereits im Vorfeld weitgehend ausgemacht sind. Pädagogik und Bildung sind in diesem Zusammenhang der Zukunft gegenüber festgelegt. Würde man diesen Anspruch bis zum Exzess verfolgen, sollte man für jeden Sprössling quasi qua Geburt den gesamten Lebenslauf noch über die Rente hinaus planen können.

Dem gegenüber versammeln sich Vertreter eines eher humanistischen oder humboldtschen Bildungsverständnisses. Einer von ihnen ist Ulrich Oevermann. Bei Oevermann wird Bildung in Momenten sichtbar, die durch Entscheidungszwänge gekennzeichnet sind. (Vgl. Oevermann 1995: S. 37) Handlungsstrategien zur Bewältigung von Entscheidungen geben Auskunft über, wenn man so will, den Stand der individuellen Entwicklung eines Menschen. Sichtbar wird dies durch ein Verhältnis zwischen Lebenspraxis und Gesellschaft, wobei sich der ´Entwicklungsstand´ in jener Autonomie niederschlägt, in der Menschen angesichts von Entscheidungen das Verhältnis zwischen Lebenspraxis und Gesellschaft mit bereits erlernten Handlungsstrategien ausfüllen. (Vgl. Oevermann 1995: S. 37; S. 42ff) Bildung versteht sich in diesem Zusammenhang insofern als integraler Bestandteil von Lebenspraxis, als dass sie die Autonomisierung des Menschen im Verlauf der Näherung an die Gesellschaft beschreibt. Bildung als Prozess versetzt den Menschen zunehmend in die Lage, sich mit autonomen Entscheidungen in ein Verhältnis zur Gesellschaft zu setzen. (Vgl. Oevermann 1995: S. 42ff; Oevermann 2002: S. 26; 45ff) Die menschliche Entwicklung hat dabei etwas Krisenhaftes, dessen Verlauf durch die wiederkehrende Anforderung gekennzeichnet ist, Neues in Form von Wissen um Handlungsstrategien erzeugen zu müssen. An diesem Punkt setzt Pädagogik mit ihrer Expertise an. (Vgl. Oevermann 2002: 35f) Durch die Entwicklung geeigneter neuer Handlungsstrategien leistet sie Hilfe zur Selbsthilfe bei der Bewältigung einer Krise. (Vgl. Oevermann 2002: 25ff) Dabei umfasst sie vollständig jenen Bildungsprozess, der die menschliche Entwicklung beschreibt.

„Der Pädagoge ist also der Strukturlogik seines Handelns nach Geburtshelfer im Prozess der Erzeugung des Neuen […].“ (Oevermann 2002: S. 35)

Entscheidend dabei ist, dass die gegenseitige Konstitution von Lebenspraxis, Bildung und Pädagogik zukunftsoffen erfolgt. (Vgl. Oevermann 2002: 32) Es gilt die Prämisse, dass die Lebenspraxis einer Naturwüchsigkeit unterliegt. (Vgl. Oevermann 2002: S. 26) Mit dieser Umschreibung trägt Oevermann der folgenden Einsicht Rechnung: Die verschiedenen, die Lebenspraxis eines Akteurs konstituierenden Einflussfaktoren mögen im Einzelfall überschaubar sein. Jedoch lassen sie sich nicht operationalisieren. Ihre Tragweite offenbart sich fallspezifisch. (Vgl. Oevermann 2002: S.30f) Da Bildung innerhalb von Lebenspraxis stattfindet, da sie sowohl Ausdruck als auch Triebkraft der Konstitution einer Lebenspraxis ist, gilt für sie dasselbe. Als beobachtbares Ergebnis von Bildung entwickeln sich Handlungsstrategien nur aus der individuellen Lebenspraxis heraus. So sind Lebensverlauf und Bildung ebenso wie die Pädagogik in ihrer Eigenschaft des Geburtshelfers der Zukunft gegenüber alles andere als festgelegt. Resultate und Erfolge sind nicht planbar, sie folgen keinen standardisierten Verfahrensweisen. Daher gilt für die Pädagogik, dass sich ihre Arbeit fallspezifisch entfaltet. Ihr Erfolg misst sich letztlich an der Autonomie, mit der sie ihre Klienten am Ende der Zusammenarbeit in ihre Lebenspraxis entlässt. (Vgl. Oevermann 2002: S. 26f)

Diese Autonomie der Klienten, mit der sie ihre Handlungsstrategien entwickeln und die zukunftsoffene Praxis, mit der sie gefördert wird, sind entscheidend, um sich die pädagogische Relevanz von Moral zu erschließen. Um sich dem zu nähern, soll im Folgenden Immanuel Kants Erziehungs- und Moralbegriff einer ersten Betrachtung unterzogen werden.

Bei Kant ist Erziehung dialektisch. Der Mensch ist ein Mängelwesen. (Vgl. Kant 1803: S. 697) Das Ideal der Erziehung ist die Vervollkommnung des Menschen. (Vgl. Kant 1803: S. 700) Dies ist jedoch kein Zustand, sondern beschreibt wie bei Oevermann einen Prozess. Und wie bei Oevermann ist dieser Prozess der Zukunft gegenüber offen.

Kinder sollen nicht dem gegenwärtigen, sondern dem zukünftig möglich bessern Zustande des menschlichen Geschlechts, das ist: der Idee der Menschheit, und deren ganzer Bestimmung angemessen, erzogen werden. (Kant 1803: S. 704)

Gute Erziehung gerade ist das, woraus alles Gute in der Welt entspringt. Die Keime, die im Menschen liegen, müssen nur immer mehr entwickelt werden. Denn die Gründe zum Bösen findet man nicht in den Naturanlagen des Menschen. Das nur ist die Ursache des Bösen, daß [sic] die Natur nicht unter Regeln gebracht wird. Im Menschen liegen nur Keime zum Guten. (Kant 1803: S. 704f)

Derart ungefähr und offen die Umschreibung des besseren Zustands, des Guten und seiner Erziehung auch bleibt, so offen die Perspektive auf das einzelne Individuum und dessen Zukunft ist, ebenso präzise zielt sie auf einen entscheidenden Begriff, an dem sich Erziehung und Bildung im gleichen Grade messen müssen, wie es letztlich die Menschheit machen muss. Moralisierung. Für Kant ist dies die höchste Stufe gesellschaftlicher und menschlicher Entwicklung. Und ihr wesentliches Kriterium ist Offenheit gegenüber der Zukunft. (Vgl. Kant 1803: S. 707f) Das soll genauer erläutert werden.

Die ersten drei Stufen der Erziehung, Disziplinierung, Kultivierung und Zivilisierung, beschreiben grundlegende Werkzeuge, um alltägliche Situationen angemessenen zu bewältigen und gesellschaftliche Anforderungen des Zusammenlebens zu bedienen. Sie beziehen sich auf einen gesellschaftlichen Konsens über das soziale Miteinander. (Vgl. Kant 1803: S. 706f) Gleichwohl stellen sie eine Grundlage dar, auf der die vierte Ebene von Erziehung fußt, Moralisierung. Sie begründet eine Gesinnung guter Zwecke, die niemandem zum Nachteil gereichen: Kants kategorischer Imperativ. Handlungen sollen Maximen folgen. (Vgl. Kant 1803: S. 706f)

„Maximen sind auch Gesetze, aber subjektive; sie entspringen dem eigenen Verstande des Menschen.“ (Kant 1803: S. 741)

Gutes soll selbständig definiert werden. Das Individuum soll in die Lage versetzt werden, durch ein eigenformuliertes Wertesystem gute Zwecke aus eigenem Antrieb zu wählen. Dabei kann dieses Wertesystem einem gesellschaftlichen Kontext durchaus widersprechen. (Vgl. Kant 1803: S. 706f) Es versteht sich als Ausdruck eines selbsterwählten Verhältnisses, in das sich Menschen im Verlauf ihres Lebens mit der Gesellschaft setzen. Das Ziel der Erziehung ist somit die Bildung eines Charakters, der wiederum die Fähigkeit beschreibt, selbständig und autonom universelle Werte zu formulieren. (Vgl. Kant 1803: S. 709) Doch erst durch eine offene Perspektive für ihre Anforderungen erschließt sich dieses individuell und selbst erwählte Verhältnis zur Umwelt.

„Maximen müssen aus dem Menschen selbst entstehen.“ (Kant 1803: S. 740)

Diese für jedermann annehmbaren Werte sind (in Referenz zu Oevermann) das Ergebnis einer autonomen Lebenspraxis, die dem Menschen durch Erziehung erst ermöglicht wird. Moral als Gegenstand von Maximen ist folglich ein sich fortwährend entwickelnder Prozess im Menschen und in seinem Leben. (Vgl. Kant 1803: S. 713; S. 729) Folgt man diesem Gedanken, ist Moral stets ein individuell gesteigertes Superlativ der Achtung des Guten. Doch ist dies nicht an Unmittelbarkeit geknüpft. Eingebettet in beliebige soziale Zusammenhänge bedeutet moralisches Handeln, Sinn für das Wohlergehen der Menschen vornan zu stellen. Dies setzt Weitblick voraus. Und Weitblick als Grundlage für die Konzeption des eigenen Handelns bedarf der Offenheit gegenüber der Zukunft, um einerseits die potentiellen Konsequenzen des eigenen Handelns zu erfassen und um sich andererseits angesichts dieser Konsequenzen in seinem Handlungsspielraum nicht einschränken zu lassen. Zukunftsoffenheit bedeutet folglich, sowohl die Unmoral einer Handlung im Hinblick auf ihre immer in der Zukunft verorteten Auswirkungen zu erkennen, als auch die Zukunft auf Handlungsoptionen zu untersuchen, deren potentielle Folgen den Anforderungen an moralisches Handeln gerecht werden. Den damit einhergehenden Einsichten sind die eigenen Handlungen stets unterzuordnen.

Die Zukunftsoffenheit der Erziehung wird hier zur Grundlage für die Entwicklung moralischen Handelns. Maximen verstehen sich als ein Ergebnis von Bildungsprozessen, die nicht von außen beispielsweise im Rahmen einer Lebensverlaufsprognose an das Individuum herangetragen werden, sondern Ausdruck einer autonomen Konstitution der eigenen Lebenspraxis im Verhältnis zur Gesellschaft und Umwelt sowie deren Zukunft sind. Moral ist dann das handlungsleitende Resultat dieses autonom erwählten Verhältnisses, in das sich Individuen mit der Gesellschaft beziehungsweise Umwelt setzen. Und auch wenn sie sich nicht quantifizieren lässt, ist sie in Form von angewandten Maximen auch ein beobachtbares Kriterium. Folglich lässt sich in ihrer Umsetzung sehr gut die Wirkung von Bildungsprozessen veranschaulichen. Erachtet man Bildung nun als das Kernstück der Pädagogik, als ihr genuines Thema, und erkennt man an, dass Bildung ihre letzte Ausprägung in jener Moral findet, die den Handlungsstrategien der Menschen zugrunde liegt, so ist diese Moral letztlich jener Anspruch, an dem sich Pädagogik in Ansehung ihrer Professionalität messen muss.

Um jenem Gegenstand nachzugehen und zu überblicken, unter welchen Bedingungen Moral stattfindet und mit welchen Anforderungen sie verknüpft ist, soll im Verlauf dieser Untersuchung die Frage verfolgt werden, wo Moral ist? Kurzum: Sie ist als konstitutiver Faktor eines Verhältnisses zur Umwelt in die Handlungskonzepte der Menschen eingebettet. Jedoch ist dies keine unangefochtene Position. Jene Moral, so wie sie in den Menschen zustande kommen kann, konkurriert im Verlauf der Geschichte sowohl mit (moralischen) Vorgaben gesellschaftlich administrativer Institutionen als auch anderen selbst erwählten Haltungen des jeweiligen Akteurs. Sind darob die Handlungsmotive der Menschen bereits besetzt, so ist ihre soziale Perspektive für jene moralischen Erwägungen, die der Ausdruck eines individuellen Verhältnisses zur Umwelt sind, weitgehend unzugänglich. Um sich diesem Zusammenhang zu nähern, muss auch geklärt werden, was Moral ist. Daher teilt sich der Hauptteil der Untersuchung grob in zwei Hälften. Die Frage danach, was Moral ist, soll eine Einführung in die historische Verankerung der Moral gewährleisten. Dabei stellt bereits im Verlauf dieses Teils der Untersuchung Kants Moralbegriff, so wie er bereits umrissen wurde, als Grundlage für die Betrachtung des Gegenstands der Moral und für die Einschätzung seiner historischen Erscheinungsformen dar. Unter der Fragestellung, wo Moral ist, soll darauffolgend ein genauerer Blick auf die jüngere Geschichte der Moral ab der frühen Neuzeit an, über die Aufklärung und Industrialisierung, bis hin zur Gegenwart erfolgen.

2. Was ist Moral?

„Eine Reihe von Philosophen – so Habermas, Tugendhat u.a. – unterscheiden heute terminologisch zwischen Ethik im engeren Sinn und Moral: Ethik versucht eine Antwort zu geben auf die Frage, wer wir selbst sein wollen und was – für den Einzelnen – ein gelingendes Leben ausmache; die Moral hingegen ist Inbegriff der normativen Erwartungen [sic] die wir aneinander richten. Obwohl die ethische Frage nach dem guten Leben in den letzten zwei Jahrzehnten eine Renaissance erfahren hat, gilt das philosophische Hauptinteresse der Frage der Moral.“ – Philosophielexikon zu Ethik und Moral – (Hügli; Lüb />

2.1 Moral und christliche Religion

„Für die Christen ist die Heilige Schrift nicht nur die Quelle der Offenbarung und die Grundlage ihres Glaubens, sondern auch der unverzichtbare Bezugspunkt für die Moral. Die Christen sind überzeugt, dass sie in der Bibel Hinweise und Normen finden für das rechte Handeln und so den Weg zur Fülle des Lebens.“ – Kardinal Levada (2008), Präsident der Päpstlichen Bibelkommission und der Internationalen Theologenkommission – (Päpstliche Bibelkommission: Vorwort)

Im Alten und Neuen Testament wird angesichts moralischer Belange der Begriff des Gewissens bemüht. Während im Alten Testament das Gewissen im Herzen verortet und etwaige Bezüge entsprechend dieses Bildes veranschaulicht werden, findet im Neuen Testament der Begriff des Gewissens explizite Erwähnung. In einem Verhältnis zur Moral steht das Gewissen in der Bibel insofern, als dass es in seiner guten, reinen, schwachen, gereinigten, befleckten oder gehärteten (Vgl. Bibel-Lexikon: Gewissen) Form stets das Ergebnis von Handlungen ist, die in einen irgendwie gearteten sozialen Kontext eingebettet sind. (Vgl. Bibel-Lexikon: Gewissen) Doch auf welcher Grundlage konstituieren sich Gewissen und Moral innerhalb der Bibel?

„Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus gegen alle und auf alle, die glauben. Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und […]werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist; den Gott dargestellt hat zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben an sein Blut, zur Erweisung seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes; zur Erweisung seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist.“ (Die Bibel: Römer 3)

Paulus verfasst diese Zeilen in seinem Brief an die Römer um das Jahr 58 nach Christus. Dieser Brief kann insofern als fundamental für die christliche Lehre angesehen werden, als dass er sie auf eine moralische Grundlage stellt. (Vgl. Bibel-Lexikon: Römer, Der Brief an die) Aus den zitierten Zeilen erschließt sich folgende Prämisse für die christliche Moral. Zunächst gilt, dass alles Handeln moralisch ist, wenn es im Zeichen Gottes und im Glauben an seinen Sohn und dessen Opfer erfolgt. Selbst Unmoral kann durch Gottes Gnade ausgeglichen werden. Glaubt man an Gott und seinen Sohn, wird all die Unmoral durch die stellvertretende Opferung von Jesus gesühnt. Handelt man somit im Zeichen des Willen Gottes, wird das Gewissen bereinigt und man selbst folglich gerecht. Alles Handeln wird moralisch, wenn es Gottes Absichten dient. Daraus folgt, dass man durch die Perspektive von Gottes Absichten über Unmoral und Moral urteilen kann. Insofern muss sich alles moralische Handeln auch an Gott messen lassen, weshalb letztlich gilt, dass alle Moral von Gott ausgeht. Wie sich diese Moral ausgestaltet, wie weit sie reicht, soll genauer untersucht werden.

Wie mit den Zeilen Paulus´ bereits deutlich wird, versteht sich die Kirche als moralische Instanz und erhebt auf der Grundlage ihres heiligen Buches Anspruch auf das Wissen um moralische Handlungsstrategien in nahezu allen Lebenslagen. Der Begriff Moral kommt jedoch in der gesamten Bibel nicht vor. Die päpstliche Bibelkommission führt in diesem Zusammenhang den Begriff der „geoffenbarten Moral“ (Päpstliche Bibelkommission: P. 0.3.1) ein.

Die Moral ist nicht in erster Linie Antwort des Menschen, sondern Offenbarung des Planes und des Geschenks Gottes. (Päpstliche Bibelkommission: P. 0.3.1)

Fasst man die Argumentation der geoffenbarten Moral zusammen, so ergibt sich aus dem Umstand, dass Erde und Mensch von Gott erschaffen und somit ein Geschenk sind, für den Menschen die Verpflichtung, sein Handeln in der Absicht Gottes zu begründen. (Vgl. Päpstliche Bibelkommission: P. 3.5.1) Diese Absicht ist ebenso diffus, wie das Ideal der Erziehung Kants zunächst erscheint. Allerdings ist sie weit weniger zielgerichtet: Adam und Eva werden mit der frisch erworben Kenntnis und Möglichkeit zur Unterscheidung von Gut und Böse in die Welt entlassen.

„Siehe, der Mensch ist geworden wie unser einer, zu erkennen Gutes und Böses .“ (Die Bibel: 1. Mose 3)

Entscheidend bei dieser christlichen Moral ist, dass die Referenzgröße des Guten oder Bösen nicht ein autonomes Gegenüber, sondern der Ursprung der Absicht, Gutes und Böses zu unterscheiden, selbst ist. Gott. (Vgl. Päpstliche Bibelkommission: P. 1.2.1) Hier erfolgt zunächst eine Freisetzung der Moral von den Bedingungen eines sozialen Kontextes. Nicht am Wohlergehen der Menschen, an Gott misst sich die Moral. Hier liegt der entscheidende Unterschied zu Kants Moralbegriff. Denn Gott ist nicht eindeutig. Seine Moral ist nicht explizit am Wohl der Menschen orientiert. Seine Absichten beinhalten nicht lediglich das Gute-Schaffende. Der Dekalog ist als Zusammenfassung des Willen Gottes zu meist in expliziten Verboten gefasst. Das kann, so die Bibelkommission selbst, „dazu führen, dass man sich mit einigen Handlungen und Haltungen begnügt, um ein gutes Gewissen zu haben, […; was; A.R. ] im Extremfall, eine Moral des Minimums“ (Vgl. Päpstliche Bibelkommission: P. 2.2.3.1 a) begünstigt. Um dem zu entgegnen, müsse man die zehn Gebote erst ins positive verkehren und handlungsleitende Werte formulieren, die das Leben der Menschen in ihrer Beziehung zu Gott und untereinander umfassend organisieren. Die Bibelkommission macht in ihrer Arbeit ein Angebot, das sich einer nach Autonomie strebenden Menschheit als „fruchtbare und dauerhafte“ (Päpstliche Bibelkommission: P. 2.2.3.1 c) Basis erweisen kann. Doch liegt genau hier die Krux. Denn ist Gott bereits im Dekalog nicht eindeutig, öffnet die Möglichkeit, ja die Aufforderung zur Auslegung seines Willens die Tür zu Willkür sowohl in der Lesart der zehn Gebote sowie den Fällen ihrer Anwendung. Daraus kann man schließen, dass mit dem Versuch, etwas so potentiell Umfassendes wie Moral in Gebote oder Gesetze zu übersetzen, die ihrerseits den Anspruch erheben, das Leben der Menschen detailliert abzubilden, die Potenz der Moral mit dem Versuch der Detailtreue schwindet. Auch erschließt sich hier nicht die Relevanz einer übergeordneten moralischen Instanz, wenn Moral, obschon sie zwischen Menschen in ihrer handlungskonstituierenden Eigenschaft bereits explizit ist, durch diese Instanz dem sozialen Kontext ihrer Konstitution und so ihrer Eindeutigkeit enthoben und letztlich der Auslegung preisgegeben wird.

Das Moralverständnis der Menschen, bereits seit vorchristlicher Zeit maßgeblich durch den Willen vermeintlicher Götter geprägt, ist bis über die Aufklärung hinweg Grundlage für Rechtsprechung und Gerichtsbarkeit. Insofern ist die folgende Darstellung der Entwicklung des Verhältnisses von Moral und Recht eng an das Verhältnis der Menschen und ihrer Gesellschaften zu Religion und Kirche geknüpft. Demnach bietet sich hier die Möglichkeit, neben dem Verhältnis von Moral und Recht auch jenes von Moral und Religion in seiner kulturgeschichtlichen Entwicklung weiterzuverfolgen.

2.2 Moral und Recht

Seit Menschen Gedenken ist Recht eng an Moral geknüpft. In archaischen Gemeinschaften von Jägern und Sammlern ist sie ein Kriterium bei der Kompensation realer Konflikte. Ihr Objekt ist ein entstandener Schaden beziehungsweise dessen Gegenwert. Bereits in dieser familialen Organisation des gesellschaftlichen Zusammenlebens kristallisiert sich die asymmetrische Struktur heraus, in die Moral bis über die frühe Neuzeit hinaus eingebettet sein wird. (Dazu siehe Punkt 3.1 zum Zusammenleben im ´Ganzen Haus´) So erhebt das Oberhaupt der Gemeinschaft den Anspruch, die moralische Instanz zu sein. Bis zur vorchristlichen Zeit band dies auch das Privileg der Rechtsprechung mit ein. (Vgl. Röhl: S. 586)

In den sich entwickelnden archaischen Hochkulturen werden verschiedene Funktionen des Oberhaupts einer Gemeinschaft an eine höhere Instanz ausgelagert. Die entstehenden Gesellschaften bilden Herrschaftsstrukturen und Institutionen aus, um die Belange des Zusammenlebens zu organisieren, so auch die Rechtsprechung. Hier tritt ein Phänomen auf, das, wie unter Punkt 2.1 bereits gezeigt wurde, bis heute Bestand hat. Die Moral wurde aus dem Willen der Götter abgeleitet. Auch dies war entsprechenden gesellschaftlichen Institutionen vorbehalten. Für die Legitimation und Festigung von Herrschaft ist das ein entscheidender Einschnitt, gerade weil die Moral, die zu dieser Zeit der Rechtsprechung zugrunde liegt, eine göttliche ist. (Vgl. Röhl: S. 586) Denn hier begründet sich ein scheinbar geradezu narrensicheres Herrschaftskonstrukt: Moral leitet sich nicht unmittelbar aus dem gesellschaftlichen Zusammenleben der Menschen ab, ist für eben dieses Zusammenleben jedoch weiterhin konstitutiv. Das Wissen um Moral wird hier von einer Instanz verwaltet, die gleichzeitig die Rechtsprechung vollzieht; einer Rechtsprechung die sich jedoch aus der Moral ableitet, über die diese rechtsprechende Instanz selbst die Deutungshoheit hat. So wird jene Instanz, das Herrschaftssystem, selbst zum allgegenwärtigen Maßstab des Zusammenlebens der Menschen. Durch ihre Rechtsprechung auf der Grundlage vermeintlich moralischer Schwerpunkte ordnet sie alles Handeln der Menschen dem eigenen Machterhalt unter. Recht wird hier zum Medium religiöser Moral und als dieses Medium zur Steuerungsinstanz eines Herrschaftssystems. Dieses durch Gottes Willen legitimierte Konstrukt besteht bis zum Altertum, stößt dann angesichts einer weiteren Differenzierung gesellschaftlicher Strukturen an seine vorläufigen Grenzen. (Vgl. Röhl: S. 586f) Das bedeutet jedoch keinen Paradigmenwechsel.

Infolge komplexer werdender Formen von Ungleichheit, divergierenden und wachsenden Institutionen verlieren die etablierten Moralvorstellungen und mit ihnen verknüpfte Weltbilder zunehmend ihre praktische Gültigkeit. Die Moral, die durch die Herrschaft zur Festigung ihrer Macht gesprochen wird, lässt sich nicht mehr im Zusammenleben der Menschen abbilden. Dies erfordert neue Legitimationsgrundlagen für herrschende Systeme. Es gilt, die soziale Ordnung mit neuem Sinn auszustatten und so zu begründen, dass sie nicht an einzelne Bezugspersonen gekoppelt (Vgl. Röhl: S. 587) und für alle Beteiligten gleichermaßen verbindlich ist. (Vgl. Weber: III. 2. §3; §4) Vielleicht erforderte diese Anforderung geradezu ein externes Organ. In jedem Fall ist es die Zeit, in der sich die christliche Religion zur neuen moralischen Instanz aufschwingt. (Vgl. Röhl: S. 587) Sie begründet fortan mit ihrem Recht das Zusammenleben der Menschen und legitimiert die herrschaftlichen Strukturen, unter denen es stattfindet, abermals jedoch mit den Absichten Gottes. Und da das Recht, das eine Herrschaft in ihrer Macht fortan begründet, noch immer durch Instanzen gesprochen wird, die sich selbst durch jene höhere Moral legitimieren, aus der sie ihre Rechtsprechung ableiten, sind weder Macht, noch die Moral, der sie folgen soll, oder das Recht, das an Moral geknüpft ist und das durch herrschaftliche Instanzen gesprochen wird, weiterhin nicht rational begründet und, wie unter Punkt zwei bereits gezeigt wurde, auch nicht eindeutig in seinen Zielen und so der individuellen Auslegung unterworfen. Von einem Paradigmenwechsel kann mit dem Erscheinen des Christentums auf dem Tableau somit kaum die Rede sein. Moral und auch Recht sind weiterhin Ausdruck eines vermeintlich höheren, göttlichen Zwecks und dienen noch immer dem Erhalt und der Festigung von Machtverhältnissen und Herrschaft.

Die Trias von Moral, Recht und Herrschaft hat bis zur Aufklärung Bestand. Hier tritt an die Stelle der christlichen Moral eine Moral, die sich aus den Gedanken der Aufklärung ableitet und mit der bayrischen Strafrechtsreform im Jahr 1813 Eingang auch ins moderne deutsche Strafrecht erhält. Ob diese institutionelle Verankerung dem aufklärerischen Begriff der Moral gerecht wird, soll im Folgenden untersucht werden.

Um die Grundlagen für diesen Wandlungsprozess nachzuvollziehen, soll zunächst noch die Entwicklung des Verhältnisses von christlicher Moral und Recht weiter verfolgt werden. Denn infolge der Reformation erfährt es eine weitere Steigerung. Reformation und die mit ihr einhergehende Konfessionalisierung haben eine wesentliche engere Einbindung der Menschen in die christliche Moral zur Folge, zum einen durch einen umfänglichen Verzicht auf das „klerikale Latein“ (Van Dülmen 1994: S. 18) bei der Verbreitung der christlichen Lehre, zum anderen durch eine explizite Bezugnahme der Reformatoren gegenüber jenen sozialen Belangen, die das Leben der Menschen maßgeblich prägen. (Vgl. Van Dülmen 1994: S. 18f) Es ist diese Zentrierung des Individuums und seiner Bezüge, die den Weg zur Aufklärung bereitet. Zunächst beschert sie den nun entstehenden Kirchen einen enormen Andrang. Ab dem späten 16. bis ins 18. Jahrhundert hinein expandieren die neu entstandenen Konfessionen unaufhörlich. (Vgl. Van Dülmen 1994: S. 108)

„Nachdem schließlich die reformierten Konfessionskirchen erstmals jeden Menschen in Stadt und Land kontrollieren wollten, um ihn ihrer Institution zu unterwerfen, brachte die Konfessionalisierung des Christentums und der Gesellschaft ein Höchstmaß an Verkirchlichung, wie sie das Spätmittelalter nicht kannte.“ (Van Dülmen 1994: S. 108)

Ein Ausdruck dessen, wie weitreichend die kirchliche Moral das gesellschaftliche Zusammenleben und auch die Rechtsprechung beeinflusst, ist die Sittengerichtsbarkeit der Kirchen. In protestantischen Gebieten werden die Fürsten selbst zum religiösen Oberhaupt ernannt. Auch die kirchliche Gerichtsbarkeit geht so auf sie über. Auf katholischer Seite entsteht quasi als Pendent dazu der Jesuitenorden, dessen primäres Ziel es ist, die regionalen Herrscher sowohl in Gewissensfragen als auch in Belangen der Politik und Rechtsprechung zu unterstützen. (Vgl. Van Dülmen 1994: S. 125) Herrschaft, Recht und Kirche könnten nicht enger beieinander stehen. Der Einfluss der kirchlichen Moral hat mit der flächendeckenden Konfessionalisierung seinen Höhepunkt erreicht. Das Leben der Menschen wird einerseits einer umfassenden konfessionellen Sittlichkeit unterworfen. Andererseits wird durch den hohen Grad der Konfessionalisierung Potential freigesetzt, eigene Ansichten der Lebensführung, des Glaubens und der Religionsausübung in die Institutionen der Kirchen hereinzutragen. (Vgl. Van Dülmen 1994: S. 109) Es erfolgt eine Moralisierung der Öffentlichkeit. (Vgl. Van Dülmen 1990: S. 41) Auch wenn die konfessionellen Deutungssysteme bis in die Zeit der Aufklärung hinein als unangefochtener Maßstab des sozialen Lebens gelten (Vgl. Van Dülmen 1994: S. 137), lässt sich doch bereits im Zusammenhang der Konfessionalisierung einerseits und der von ihr ausgehenden Interaktion zwischen Bevölkerung und Kirchen andererseits davon sprechen, dass die Menschen gewollt oder ungewollt dazu angehalten sind, sich ihrer Freiheit zu bedienen und so auch den christlichen Moralbegriff einer freien und entsprechend ihrer gesellschaftlichen Verortung auch einer sozialen Interpretation zu unterziehen. (Vgl. Röhl: S. 587) Trotz des weitreichenden Einflusses der Kirche erfährt die Moral der Menschen in diesem Zusammenhang das erste Mal seit Jahrtausenden zumindest in Teilen eine Art Freisetzung aus religiösen Dogmen.

Es folgt die Aufklärung. Hier geht die Legitimationsgrundlage der Herrschaft auf Staatsräson und Gesellschaftsvertrag über. Es entstehen die Grundlagen der bürgerlichen Gesellschaft: „ ein Sozialmodell, das die gesamte Gesellschaft prägt und ihre rechtlichen Strukturen einschließt“ (Vesting: S. 3). Der Anspruch der Kirche, das gesellschaftliche Zusammenleben mit einer vorformulierten Moral zu organisieren, wird in Frage gestellt. Darunter fällt auch die Rechtsprechung. Nicht zuletzt liegt es auch im Interesse der Fürsten, sich in Rechtsfragen keiner Kirche zu unterwerfen, deren Geltungsanspruch nicht mehr unangefochten ist. Christian Thomasius, protestantischer Philosoph, Jurist, Gründungsmitglied der Juristischen Fakultät in Halle und Wegbereiter der Aufklärung, fordert bereits im späten 17. Jahrhundert die Trennung von theologisch begründeter Moral und Recht. (Vgl. Schüssler: S. 15) Die Debatte darum begleitet die Aufklärung. In Kant findet sie ihre Steigerung. Seine Position sieht im Allgemeinen eine Notwendigkeit der Trennung von Moral und Recht vor. Ausgehend von seinem Verständnis, dass Moral (wie unter Punkt eins bereits umrissen wurde und unter Punkt 3.2 noch weiter ausgeführt wird) als handlungsleitendes Bewusstsein sozialen Zusammenhängen entwächst und dass sie als Ausdruck der eigenen Verantwortung gegenüber anderen Menschen stets ein individuell konstituiertes Verhältnis der Menschen zu ihrer Umwelt beschreibt, kann sie folglich kein Faktor einer Rechtsprechung sein, die sucht, das Handeln der Menschen von außen zu limitieren. Ein Widerspruch, der sich gewissermaßen aus der Natur der Sache selbst heraus ergibt. Kant zieht in dieser Unterscheidung eine Grenze zwischen öffentlichem und privatem Recht, zwischen Legalität und Moralität (Vgl. Rosbach: P. 17).

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Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Moral und Gesellschaft. Eine kulturgeschichtliche Untersuchung
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Pädagogik)
Note
1,15
Autor
Jahr
2016
Seiten
48
Katalognummer
V352062
ISBN (eBook)
9783668384620
ISBN (Buch)
9783668384637
Dateigröße
658 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Moral, Pädagogik, Erziehungswissenschaften, Kant, Sennett, Oevermann, Luckmann, Kirche, Recht, Medizin, Kulturgeschichte
Arbeit zitieren
Andreas Rahaus (Autor), 2016, Moral und Gesellschaft. Eine kulturgeschichtliche Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352062

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