Jugendsprache. Wie beurteilen Eltern den jugendlichen Sprachgebrauch?


Hausarbeit, 2016

20 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserklärungen
2.1 Jugend
2.2 Jugendsprache

3 Jugendsprache
3.1 Charakteristika
3.2 Funktionen
3.3 Wer spricht die Jugendsprache?

4 Forschungsgegenstand
4.1 Daten und Methode
4.2 Datenauswertung
4.2.1 Allgemeine Informationen zu den Teilnehmern
4.2.2 Auswertung der Fragen
4.3 Zusammenfassendes Ergebnis

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang
7.1 Anhang I : Fragebogen

1 Einleitung

„Ey Alter chillt ma“, „Du bist voll der Nullchecker“ und „Lass ma blubbern“, diese Redewendungen kommen jedem bestimmt bekannt vor. Wir alle stoßen auf diese Redewendungen im Alltag. Sobald ein Erwachsener diese Aussagen mitbekommt, ordnet er es dem jugendlichen Sprachgebrauch zu. Vor allem Eltern bekommen die Verwendung von dieser „Jugendsprache“ durch ihre Kinder mit. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich somit mit der Frage „Wie beurteilen Eltern den jugendlichen Sprachgebrauch?“ So wird der zentrale Forschungsgegenstand dieser Hausarbeit die Beurteilung der Elterngeneration des jugendlichen Sprachgebrauchs sein. Meine Auswahl des Themas traf ich, da vor allem die Eltern mit dem jugendlichen Sprachgebrauch konfrontiert werden und es somit interessant ist zu sehen, wie eigentlich Eltern den Sprachgebrauch der Jugendgeneration bewerten bzw. beurteilen. Um diesen jugendlichen Sprachgebrauch kritisch reflektieren zu können, wird insbesondere die kritische Betrachtungsweise der Eltern in Bezug auf die Jugendsprache dargestellt, da sie ihr Kind von der Geburt über die Kindheit bin hin zur Adoleszenz beobachten können und in der Lage sind, die Sprachentwicklung ihres Kindes kritisch zu beurteilen.

Zu Beginn der vorliegenden Hausarbeit werden die Begriffe „Jugend“ und „Jugendsprache“ erläutert. Daraufhin werden die Charakteristika und Funktionen des jugendlichen Sprachgebrauchs erläutert. Folgend wird geklärt, wer überhaupt den jugendlichen Sprachgebrauch verwendet. Im nächsten Punkt wird die Sprachkritik der Jugendsprache aufgeführt. Dann folgt der eigentliche Forschungsgegenstand, in dem erst die Daten und die Methode erklärt werden. Anschließend folgt die Datenauswertung, in dem erst einmal allgemeine Informationen zu den Teilnehmern aufgeführt werden und dann auf die Auswertung der Fragen eingegangen wird. Daraufhin folgen das zusammenfassende Ergebnis sowie ein abschließendes Fazit.

2 Begriffserklärungen

2.1 Jugend

Bevor eine Definition über Jugendsprache folgt, muss erst einmal der Begriff Jugend geklärt werden. Was versteht man unter Jugend?

„Die Phase der Jugend liegt zwischen der Kindheit und des Erwachsenenalter – es ist also eine Übergangsphase – und klassifiziert eine bestimmte Untermenge der Mitglieder einer Gesellschaft als spezifisch im Gegensatz zu anderen“ ( Pauli 2010, S.11). Jedoch kann man nicht genau den Anfang und das Ende der „Jugend“ mit einem Alter eingrenzen. Als Beginn der Jugend definiert die Biologie die auffällige körperliche Veränderung. Jedoch ist auch der Beginn der Pubertät bei jedem unterschiedlich und somit individuell. Trotz der Problematik der Abgrenzung lässt sich die Jugend in drei Stadien unterteilen : „Die pubertäre Phase umfasst die 13- bis 18-Jährigen und somit die Jugendlichen im engeren Sinn. Danach schließt die nach-pubertäre Phase bis zum Alter von 21 an. Darunter sind die Heranwachsenden zu verstehen. Die 21- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen sind ihrem sozialen Status und Verhalten nach noch zum großen Teil als Jugendliche anzusehen. Diese Phase wird auch als Post-Adoleszenz bezeichnet […]“ (Pauli 2010, S.11). Somit ist eine klare Definition oder Eingrenzung der Phase der Jugend nicht genau möglich.

2.2 Jugendsprache

Bevor sich die Hausarbeit mit der eigenen Untersuchung beschäftigt, muss erst einmal der Begriff Jugendsprache geklärt werden. Es gibt viele Studien und Analysen zur Jugendsprache, da sie ein breites Thema ist und es demzufolge eine große Anzahl von Autoren gibt, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben.

Eigentlich gibt es eine sehr einfache Definition, dass die Jugendsprache die „Sprache der Jugend ist“. Jedoch muss man bei dieser Definition ziemlich vorsichtig sein, da es sich dem Mythos nähert, dass eine Sprache existiere, deren Besitzer nur die Jugendlichen seien (Schlobinski, Kohl &Ludewigt 1993, S.12). Versucht man eine klare Definition zur Jugendsprache zu geben, tauchen Probleme auf, die in der Sprachwissenschaft viel diskutiert werden, jedoch nicht sofort zu beantworten sind. Da Jugendliche verschiedene komplexe sprachliche Register anwenden, ist eine einheitliche Definition des Begriffes der Jugendsprache beinahe nicht möglich (Vgl. Schlobinski, Kohl & Ludewigt 1993, S.12). Die sprachlichen Register sind nämlich abhängig von ihrem sozialen Umfeld, zum Beispiel den Peergroups und wird somit gewechselt. Sie weisen jedoch bestimmte grundlegende Merkmale auf. Die Charakteristika werden jedoch im Verlauf der Hausarbeit genauer erläutert.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass es keine einheitliche Definition zur Jugendsprache gibt, da es nicht nur die „Jugendsprache“ gibt, sondern viele Varianten davon. Als Jugendsprache gilt also eine spezifische Sprache der sozialen Gruppe „Jugend“; damit sind die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gemeint (vgl. Casper-Hehne 1989, S.11). Es ist davon auszugehen, dass die Jugendsprache keine homogene Varietät des Deutschen darstellt, sondern ein „spielerisches Sekundärgefüge“ (Henne 1986, S. 208, zitiert nach Schlobinski, Kohl &Ludwig 1993, S.92) ist, das verschiedene jugendspezifische Sprechweisen – flotte Redensarten, prosodische Sprachspielereien, Repliken mit „Entzückungswörtern“ – umfasst (Vgl. Schlobinski, Kohl & Ludewigt 1993, S.22).

3 Jugendsprache

3.1 Charakteristika

Nicht nur die Definition der Jugendsprache ist problematisch, diese Problematik zieht sich auch durch die Charakteristika der Jugendsprache. Da nicht alle Jugendlichen nur die „Jugendsprache“ sprechen, sondern verschiedene Varianten in ihren Peergroups anwenden. Jedoch gibt es allgemeine Charakteristika, die bei allen Varianten zu betrachten sind. Immer wieder stellen systemlinguistische Untersuchungen Charakteristika der Jugendsprache im Bereichen der Wortsemantik, Wortbildung, Wortschatz sowie der Syntax fest, die als jugendspezifisch bezeichnet werden ( Neuland 2003, S.61).

Im Bereich der Wortsemantik werden Lexemen des Deutschen neue Bedeutungen zugesprochen. Oft erfolgt dies durch „Metaphorisierungs- und Mentonymisierungsprozesse“ (Pauli 2010, S.34). Ein Beispiel für eine Metapher ist das Wort „tanken für trinken“ (Pauli 2010, S.34), einem vorhandenen deutschem Wort wird eine andere Bedeutung zugesprochen. Weiteres Beispiel für die Metonymie ist das Wort „Grufti“ für einen alten Mann, die die Jugendlichen gerne häufig in ihrem Sprachgebrauch verwenden. Jugendliche nutzen jedoch auch Bedeutungsverschiebungen bzw. Bedeutungsveränderungen, also semantische Variationen. Ein Beispiel zur semantischen Variation wäre das Wort „Eisbeutel“, als solchen bezeichnen sie einen gefühlskalten Menschen. Weitere Merkmale sind auch Bedeutungsverengungen, hierbei wird die Wortbedeutung durch Einengung verändert, ein Beispiel dafür wäre das Wort „Lotter“, das die Bedeutung Witzbold trägt. „Sowie Desemantisierung wie zum Beispiel geil [...]“ (Pauli 2010, S.34) und die semantische Addition (Bedeutungserweiterung), dabei wird einem Wort eine erweiterte Bedeutung zugesprochen, wie zum Beispiel „hämmern“, das die Bedeutung „hart arbeiten“ trägt. Die Wortbildung, im Bereich der Wortbildung sind Veränderungen oder Wortneuschöpfungen auffällig. „Neubildungen findet man als Ausdrucksverkürzungen (Kurzwörter, Initialwörter) und -erweiterungen (Komposition, Präfigierung, Suffigierung) im Sprachgebrauch Jugendlicher“ (Nowottnick 1989, S.77). Häufig werden Prä- und Suffixe verwendet, die gerne mit Verben verbunden werden. Beispiele für Präfixe sind Wörter wie „rumeiern“ (Neuland 2011, S.35) oder „ablachen“. Bei Suffixen werden auch unechte Suffixe verwendet, die aus Adjektiven der Normalsprache gebildet werden. Ein Beispiel dafür wäre das Wort „hammermäßig“ (Neuland 2003, S.62). Des Weiteren treten Phraseolexeme in der Jugendsprache „[...] z.B. Beispiel als Spruch und als universal verwendbare Floskel“ (s.78 jugend sprache und medien) auf. Ein Beispiel dafür sind Sprüche wie „Bock haben auf, etwas drauf haben, drauf sein“ (Neuland 2003, S.62). Nach Henne ist die Bedeutung von Sprüchen kontextbezogen und muss als gruppenspezifisches Sprachspiel betrachtet werden (vgl. Neuland 2003, S.62). Im Wortschatz der Jugendlichen sind oft Fremdwörter bzw. Anglizismen anzutreffen. Der Gebrauch von Wörtern wie „cool und feeling“ ist kennzeichnend für Jugendliche (vgl. Pauli 2010, S.35). Jugendliche deutschen die meisten Wörter aus dem Englischen auch ein, in dem sie einfach deutsche Affixe an englische Verben anhängen, Beispiele dafür sind „checken, abfucken, chillen oder loosen“ (Pauli 2010, S.35). Zuletzt der Bereich Syntax enthält die Jugendsprache sprechsyntaktische Merkmale, wie zum Beispiel „Anakoluthe, Ellipse, Drehsätze oder Parenthesen“ (Pauli 2010, S.38). „Unterstützt wird die Wirkung extremer Sprechsprachlichkeit lautlich und durch gehäuften Einsatz von Partikeln“ (Nowottnick 1989, S. 79). Auf Unsicherheit des Sprechers weisen zum Beispiel Dehnungs- oder Abtönungspartikel wie „irgendwie, oder so und so“ hin (vgl. Pauli 2010, S.39). Häufig kürzen Jugendliche Indefinitartikel „ein/eine“ durch zum Beispiel „so´n Freund, so ´ne Frau“ (Pauli 2010, S.39). Eine weitere Auffälligkeit des jugendlichen Sprachgebrauchs ist das Weglassen von Präpositionen. Das sind die grundlegenden Charakteristika der Jugendsprache, die bei allen Varianten auffällig sind.

3.2 Funktionen

Susanne Augenstein unterscheidet in ihrem Werk „Funktionen von Jugendsprache“ zwischen vier Funktionen der Jugendsprache. Die Jugendsprache wird demnach gegliedert unter Ausdrucksfunktion, kommunikative Funktion, Appellfunktion und Darstellungsfunktion.

Durch das Sprechen wird Augenstein zufolge die innere Befindlichkeit des Sprechers zum Ausdruck gebracht. Durch das Gesagte wird demnach eine Aussage über die Herkunft getroffen. Dieser Vorgang kann bewusst oder aber auch unbewusst erfolgen (vgl. Augenstein 1998, S.15).

Bei der Beschreibung der inneren Befindlichkeit sollte, so Augenstein, zwischen expressiven und darstellungsfunktionalen Äußerungskomponenten unterschieden werden. Die sozialsymbolische Funktion der Jugendsprache bezieht sich auf die nonverbale oder prosodische Ausdrucksweise der Äußerungskomponente (Gumperz 1982, zitiert nach: Augenstein 1998, S. 15f.).

Die sozialpsychologische Forschung geht Augenstein zufolge von den sozialen Markern aus, die bei gruppenspezifischen Bezeichnungen auftreten. Diese Gruppe wird auch von Außenstehenden durch ihre spezifische Sprechweise als eine Gruppe erkannt (vgl. Augenstein 1998, S. 22).

Die Jugendsprache fungiert als Gruppensprache, weshalb sie, so Augenstein, durch drei Ebenen dargestellt werden kann. Diese Sprache kann demnach durch die Ingroup-Sprachen, Szenensprachen und kommerzialisierte Jugendsprache untergliedert werden. Die Jugendlichen „Ingroup-Sprachen“ werden innerhalb der Peergroup gesprochen. Diese Gruppensprache wurde auf die spezifischen Bedürfnisse der Gruppe abgestimmt. Eine weitere Ebene stelle die „subkulturelle Szene“ dar, der die Strukturierung innerhalb der Szene regelt, z.B.der Rapper. Der kommerzialisierte Sprechstil der Jugendlichen kann Augenstein zufolge auch als „Konsum-Jugendsprache“ bezeichnet werden. Dieser Generationssoziolekt nimmt nach Augenstein die intergenerationelle und interkulturellen Kontakte in den Blick (vgl. Augenstein 1998, S.25).

Die kommunikative Funktion von Jugendsprache wird in die Darstellungsfunktion, die jugendsprachliche Bewertung und die metasprachliche Funktion unterteilt.

Augenstein macht deutlich, dass die Thematik der „Marker“ eine bedeutende Rolle für die Darstellungsfunktion spiele. Dies liege daran, „dass die referentielle Sprachfunktion sozial gebunden ist, indem sich Gruppen mit spezifischen Bezeichnungsnotwendigkeiten ihre sprachlichen Darstellungsformen schaffen“ (Augenstein 1998, S.44). Diese Marker entstehen, so Augenstein, nach der durch das Zusammenfügen der „fachsprachlichen Elemente in vorfindliche „Gerüste“ (Augenstein 1998, S. 44). Augenstein macht darauf aufmerksam, dass sich die Fremdreferenz auf Objekte bezieht, in denen die Jugendlichen eine bedeutendere Kommunikation miteinander führen. Sie bezieht sich zum Beispiel auf die Musik, dessen Fachsprache, wie andere Medien (sowohl visuelle, wie Fernseher, Radio..., als auch Printmedien) für die Jugendlichen eine bedeutende Rolle spielt. Die Jugendsprachliche Bewertung deutet auf die eigene Weltanschauung und ihre Umgebung (Vgl. Augenstein 1998, S. 54).

Die metasprachliche Funktion beschäftigt sich mit der konkreten Analyse jugendsprachlicher Äußerungen (vgl. Augenstein 1998, S.67). Durch diese Analyse wird deutlich, dass die Bezeichnung 'ey' von Jugendlichen häufig verwendet wird, aber dennoch eine negative Wirkung bei ihnen erzielt. Sie befasst sich zum einen mit der Strukturierung des Gesprächs, wobei durch einzelne Partikel wie zum Beipiel ey ein Sprecherwechsel angedeutet wird (vgl. Augenstein 1998, S. 54). Die Appellfunktion von Jugendsprache unterschiedet zwei verschiedene Funktionstypen. Sie unterscheidet zwischen Appellfunktion von Jugendsprache in Ingroup-Dialogen und oder Appellfunktion von Jugendsprache in intergenerationellen Outgroup-Dialogen. Erstgenanntes bezieht sich auf die Peergroup, die sich durch ihren spezifischen Sprechstil zu einer Wir-Gemeinschaft entwickelt (vgl. Augenstein 1998, S. 87). Während die Appellfunktion von Jugendsprache in Ingroup-Dialogen das Wir-Gefühl stärkt, fungiert sie für Außenstehende als Abgrenzungsmerkmal (vgl. Augenstein 1998, S. 95). Sobald die Erwachsenen die Jugendsprache verwenden, kann dies jedoch auch durch Solidarisierungsangebote zu einer Wir-Gemeinschaft führen (Vgl. Augenstein 1998 , S.99).

3.3 Wer spricht die Jugendsprache?

Die Jugendsprache kann auch als ein sprachliches Handeln während einer bestimmten Lebensphase definiert werden, in der das Individuum auf der Suche nach seiner eigenen Identität ist. In diesem Sinne kann die Jugendsprache als ein Stadium der Identitätssuche und Identitätsbildung im Leben der jungen Menschen verstanden werden (vgl. Charalambakis, 2003, S. 12). Im Rahmen der Identitätsbildung können sowohl eine Übernahme als auch eine Veränderung bzw. Abweichung der von den Erwachsenen bestimmten Handlungsmuster und Regeln erfolgen (vgl. Casper-Hehne, 1989, S. 12). Durch eine bewusste Veränderung sprachlicher Handlungsmuster der Erwachsenen und eine Etablierung neuer Sprachhandlungsmuster können sich die jungen Menschen von der Welt der Erwachsenen abgrenzen und ihre Identität ausbilden (vgl. Casper-Hehne, 1989, S. 12) .

Die Jugendsprache kann aber nicht nur zur Abgrenzung von der Erwachsenenwelt dienen, sondern auch zur Abgrenzung von anderen Jugendgruppen; damit kann die Bekräftigung der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe zum Ausdruck gebracht werden (vgl. Reinke, 1994, S. 296). So können sich Jugendliche gleichen Alters, sozialer Herkunft und gemeinsamer Einstellungen in Peergroups zusammenfinden, in denen spezifische Formulierungen bevorzugt werden, die zur Abgrenzung dieser Gruppen nach außen und zur Bekräftigung der Gruppenzugehörigkeit dienen (vgl. Reinke, 1994, S. 296). Dies gilt insbesondere für subkulturelle Gruppen: „Merkmale der Peer-Groups sind häufig an übergreifenden jugendkulturellen Strömungen orientiert“ (Reinke, 1994, S. 296). Viele subkulturelle Szenen wie Hiphop-, Punk-, Gothic- oder Sprayer-Szene entwickeln ihre jeweils eigene „Szenensprache“, sodass man an bestimmten Formulierungs- oder Wortwahlweisen erkennen kann, wer zu welcher Szene gehört (vgl. Androutsopoulos, 2003, S. 33). So ist in der Sprayer-Szene beispielsweise von „Toys“ (Anfängern), „Cans“ (Sprühdosen) und „Blackbooks“ (Skizzenbüchern) die Rede; die „Hip-Hopper“ sprechen von „Battles“ (Songtexte, die einen Wettstreit ausdrücken), „fette Reime“ (gute Reime) und „Heads“ (eingefleischte Hip-Hop-Fans); in der Punk-Szene wird über „Chant“ (Stadiongesang), „Dude“ (Bruder, Kumpel) oder „Gig“ (Konzert) geredet (Vgl. Androutsopoulos, 2003, S. 33f.).

Abschließend dazu lässt sich feststellen, dass die Jugendsprache vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gesprochen wird, die sich in einer Phase der Identitätssuche bzw. -bildung befinden und die Jugendsprache ganz bewusst − oder auch unbewusst − als Instrument der Identitätsfindung nutzen.

4 Forschungsgegenstand

Die Verwendung des jugendlichen Sprachgebrauchs wird sehr oft kritisch betrachtet. Um diesen Sprachgebrauch kritisch reflektieren zu können, wird insbesondere die kritische Betrachtungsweise der Eltern in Bezug auf den jugendlichen Sprachgebrauch dargestellt, da sie ihr Kind von der Geburt, über Kindheit bis hin zur die Adoleszenz beobachten können und in der Lage sind, seine Sprachentwicklung kritisch zu beurteilen. Sie können sowohl die negativen als auch die positiven Aspekte aus dem jugendlichen Sprachgebrauch herausstellen. Somit ist das Ziel dieser Arbeit herauszufinden, wie Eltern den jugendlichen Sprachgebrauch beurteilen.

4.1 Daten und Methode

Die Datenerhebung erfolgte durch einen für diesen Forschungsgegenstand erstellten Fragebogen. Der Vorteil dieser indirekten Methode ist, dass dadurch ein dichteres Befragungsnetz besteht. Der Fragebogen wurde von allen Teilnehmern anonym durchgeführt. Es wurden dreißig Personen befragt, die Teilnehmer wurden durch einen Link zu dem Fragebogen geleitet. Da der Forschungsgegenstand sich auf eine bestimmte Zielgruppe beschränkt, die Eltern, wurde der Link nur an diese Zielgruppe verschickt. Es gab jedoch eine Einschränkung, es wurden Eltern befragt, die Kinder ab dem Alter 13 haben.

Der Fragebogen ist so gestaltet, dass die ersten drei Fragen allgemeine Fragen zur Person sind. Da werden Angaben zum Alter, Geschlecht, wie viel Kinder und in welcher Altersgruppe die Kinder sind, gemacht. Dann tauchen inhaltliche Fragen zu der Thematik auf, indem zuerst allgemein gefragt wird, ob Jugendliche anders sprechen oder es in ihrem Sprachgebrauch etwas besonderes gibt und wie der Sprachgebrauch auf sie wirkt. Dann streckt sich der Fragebogen auf die eigentliche Thematik der Beurteilung, dort wird offen gefragt, wie sie die Jugendsprache beurteilen; danach taucht eine Frage auf, die es einschränkt, indem die Punkte Positiv, Positiv, aber kritisch und Negativ gegenüberstehen. Auch werden Fragen zur Angemessenheit, zum Verständnis und zur Ästhetik des jugendlichen Sprachgebrauchs gestellt und wie Eltern sie hinsichtlich der Punkte beurteilen. Das Ziel dieser Umfrage ist es, die Beurteilung der Eltern hinsichtlich des jugendlichen Sprachgebrauchs zu erforschen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Jugendsprache. Wie beurteilen Eltern den jugendlichen Sprachgebrauch?
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Germanistik)
Note
2,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
20
Katalognummer
V352225
ISBN (eBook)
9783668386471
ISBN (Buch)
9783668386488
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
jugendsprache, eltern, sprachgebrauch
Arbeit zitieren
Gamze Bulut (Autor), 2016, Jugendsprache. Wie beurteilen Eltern den jugendlichen Sprachgebrauch?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352225

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