Der Philosoph als Autodidakt. Hayy ibn Yaqzan. Ein Beleg für die religiöse Stufenentwicklung?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015

19 Seiten, Note: 1,3

Marina Müller (Autor)


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Fitra Begriff

3.„Hayy Ibn Yaqdhan“- Inhalt und Textausschnitte

4. Theoretischer Zugang :
4. 1. James Fowlers religiöse Stufenentwicklung - Glaubensentwicklung als Teil der Persönlichkeitsbildung?
4.2.Erik Erikson– Stadien der psychosozialen Entwicklung

5. Resultate:

Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Abu Bakr Muhammad Ibn Abd al-Malik Muhammad Ibn Tufail al-Qaisi, besser bekant als "Ibn Tufail" bzw. lateinisiert "Abdubacer" war ein bedeutender muslimischer Philosoph in Andalusien sowie Astronom, Arzt, Mathematiker und Mystiker. Er ist der Autor eines philosophischen Inselromans ("Robinsonade"). Ziel des philosophisch-allegorischen Inselromans des arabisch-andalusischen Denkers Ibn Tufail ist die Verteidigung der Philosophie als rationale Form der Erkenntnis, im Sinne einer Antwort auf die Angriffe von Seiten Al-Ghazalis, der die philosophische (aristotelische) Methodik bzw. deren Vereinbarkeit mit der Orthodoxie des Islam in Frage stellten. Ibn Tufails medizinische Lehrgedichte - das einzige erhaltene Werk ist der Traktat von Hayy ibn Yaqzan ("Der Lebendige, Sohn des Wachenden") gehört zu den wichtigsten Werken der arabischen Philosophie und Literatur. Es soll auch Vorlage für Daniel Defoes Robinson Crusoe gewesen sein. Im Roman geht es um ein Kind, das von einer Gazelle aufgezogen und nur von Natur und Tieren umgeben auf einer einsamen Insel aufwächst und bis zum 50. Lebensjahr die Erkenntnis der AllmächtigkeitGotteserlangt. Das als Roman konzipierte Werk will das islamische Konzept der angeborenenNatur des Menschen [fitra]anschaulich verdeutlichen. Eine weitere scharfe Kritik gibt der Roman an die Leser der damaligen – und sogar der heutigen Zeit, wenn man als weitere Kernthese des Textes zusammenfassend, wie folgt schildert: um sich in höheren Formen Gott zu nähern , bedarf es keiner externen Hilfe, sondern lediglich seiner Selbst.[1]Dies hätte zur Konsequenz, dass die gesellschaftlichen Regelungen für die breite undschafsgleichenMasse bestimmt wären.

Ibn Tufails Anspruch ist die Erkenntnis aus Eigenem, und so leitet er seinen Roman ein:

"Unser Wunsch ist, dich solche Wege zu führen, die wir vor dir gegangen sind, dich in einem Meer schwimmen zu lassen, das wir selber durchquert haben, damit du dahin gelangst, wo wir hingelangt sind; damit du siehst, was wir gesehen; damit du selber all das herausfindest, was wir herausgefunden haben, und darauf verzichten kannst, dein Wissen zum Sklaven des unseren zu machen. ... Ich werde dir also die Geschichte erzählen von Hajj ibn Jaqzan, Asal und Salaman, denen Meister Abu Ali [Ibn Sina] ihre Namen gab. Jenen als Beispiel, die zu begreifen vermögen, als Ermahnung jedem, der ein verständiges Herz hat oder ein aufmerksames Ohr und dessen forschendes Auge stets bereit ist."

(Ibn Tufail, S. 24 ff.)

Mit dem Roman werden unter anderem viele pädagogische und psychologische Aspekte angesprochen,, die überraschend modern zu interpretieren sind. Der Mernsch sei von natur aus begabt, die Allmächtigkeit Gottes zu erkennen und könne sich in stufenwesien Entwicklungsschritten zu diesem Zustand entwickeln. Der Roman schildert philosophisch, wie das der Protagonist auf seinem Werdegang durchlebt. Nicht immer ist klar für den Leser, was genau metaphorisch gemeint ist und dies gilt zu erschließen. Daher ergibt sich als nächste Frage, ob der Mensch zur besseren Gotteserkenntnis erzogen werden könne durch das „Fitra“ System? Handelt es sich, um einen gesellschaftlich pädagogischen Prozess? Um diesen Prozess auch bei Hayy Ibn Yaqzan feststellen zu könne- oder eben nicht , benötigt man eine Definition und Erläuterung des „Fitra“ Systems. Jedes Kind wird mit einer reinen Fitra geboren, d.h. dass jedes Kind von Allah eine natürliche Veranlagung geschenkt bekommen hat, die es alleine an Allah glauben lässt und zur wahren Religion führt, wenn es keine negativen Einflüsse geben würde. Allah hat die Fitra in jeden Mensch hineingelegt,noch bevor er geboren wurde. Er hat von jeder menschlichen Seele den Schwur abgenommen, dass nur Er allein anbetungswürdig ist. Letztendlich wirft dies die Frage auf, ob der Mensch, der die „Fitra“ eigen hat, pädagogisch- gesellschaftliche Unterstützung und Erziehung braucht, um Gott zu erkennenoder- ob der Mensch sichseiner selbst allein bedienen kann,um Gott auf höchster Ebene zu erkennen.

2. Fitra Begriff

Fitra wird von der Wurzel „f-t-r“ abgeleitet, wörtlich „spalten, entzweien, erschaffen“. Diese Bedeutungen werden als Zeichen auf die Erschaffung des Lebens oder überhaupt alles Seins aus einem Ursprung gedeutet. Eine Sure des Korans ist die Sure Infitâr, deren Name auf dem ersten Vers („Wenn der Himmel sich spaltet...“ [82:1]) hergeleitet wird. Im Koran und der Sunna steht der Begriff Fitra für die von Geburt an gegebene natürliche Veranlagung des Menschen, welche nicht durch äußere Einflüsse verändert wurde. Es bezeichnet den Gedanken, dass jeder Mensch ein inneres Verlangen, nach dem Tawhîd, also dem Glauben an den einen Gott hat, oder zumindest in der Lage hierzu ist.5Entsprechend weist Hamdi Yazır in seinem Korankommentar darauf hin, dass mit Fitra nicht die Eigenschaften eines einzelnen Menschen, sondern jene gemeinsamen Veranlagungen sind, die den Menschen zum Menschen machen, also seiner Natur entsprechen. Dies widerum zeige die ursprünglich Reinheit des Menschen. So kennen Menschen, die entsprechend ihrer natürlichen Veranlagung handeln, weder Lüge noch Betrug. Dies sind Eigenschaften, die im Nachhinein erworben werden. Zur Fitra in diesem Sinne heißt es im Koran:

„So richte dein ganzes Wesen aufrichtig auf den wahren Glauben, gemäß der natürlichen Veranlagung, mit der Allah die Menschen erschaffen hat. Es gibt keine Veränderung in der Schöpfung Allahs. Dies ist die richtige Religion. Jedoch, die meisten Menschen wissen es nicht.“[30:30]

Mit den folgenden Worten brachte der Prophet die gleiche Bedeutung zum Ausdruck:

„Jedes Kind wird entsprechend der Fitra geboren. Erst später wird es von seinen Eltern als Jude, Christ oder Feueranbeter erzogen.“6

Dies hat zur Folge, dass jeder neugeborene Mensch ein Muslim sei und dem einzig wahren Schöpfer ergeben ist. Im Folge seiner Sozilisation erwirbt der Betroffene spätere Ausformungen seiner Selbst. Dies wirft die Frage auf, ob Kinder von „Ungläubigen“ überhaupt in der Lage wären, eine spirituelle und gläubige Verhaltensweise zu erlernen .

Eine weitere Deutung des Begriffs „fitra“ spiegelt sich in der Interpretation des Menschenbildes wieder. Sahl ibn Harun formulierte wie folgt:

„Preis sei Gott, der die Menschen so erschaffen hat, dass sie ihn aus sich heraus erkennen.“

Dies hat zur Folge, dass der Mensch von Natur aus veranlagt ist, eine Gabe zu besitzen, die als Gottes Gabe verstanden werden kann und den Menschen zu Gott und zur einzig wahren Religion führt. Der Mensch trägt in dem bündnisgleichen Verhältnis zu Gott die Verantwortung, diesen Prozess verantwortlich zu gestalten. Folgt der Mensch gemäß seiner natürlichen Veranlagung der richtigen Religion,, so dem Islam, wird ihm das Befolgen von Regeln leicht fallen. Wenn der Mensch jedoch einer Religion folgt, die nicht der natürlichen Veranlagung entspricht, deutet man dies als Abweichung von dem natürlichen Drang. Im Koran findet man daher die Auffassung, dass Gott den Menschen mit einer liebevollen Haltung gegenüber dem Glauben erschuf:

ihn in euren Herzen verankert und euch Unglauben, Schändlichkeit und Aufsässigkeit verabscheuenswert... “[49:7]

Damit sich dieses spezifische Begehren nach Gott entwickelt, muss eine günstige Auseinandersetzung mit der Umwelt erfolgen. Demnach müsste man diskutieren, wie weit oder in welcher jeweiligen Ausprägung ein Mensch sich befindet, um Gott zu begegnen. Auf welcher Stufe bzw. Entwicklungsstand befindet sich derjenige? Kann man denn seine innerliche Veranlagung so weit bringen, dass man Gottvon sich auserkennt? Der philosophische Roman „Hayy Ibn Yaqzan“ von Ibn Tufail Mohammed ibn 'Abd al-Malik ibn Mohammed ibn Mohammed ibn Tufail al-Qaisi skizziert, wie der Protagonist stufenweise den Erkenntnisprozess durchlebt und zum Islam findet. Dabei werden nicht nur religiöse Entwicklungstendenzen geschildert, sondern auch pädagogische und psychologische Ansätze gegeben.

3.„Hayy Ibn Yaqdhan“- Inhalt und Textausschnitte

In den ersten sieben Jahren wächst der Protagonist auf einer einsamen tropischen Insel auf und seine Familie als erste Sozilisationsinstanz bildet ein Gazellenstamm. Dort erwirbt er die ersten wichtigen Werte- und Normen, wie zum Beispiel Solidarität, Zuneigung oder andere Emotionen. Auch Überlebensstrategien werden erworben. Im Primärtext wird deutlich erwähnt, dass der Protagonist ohne Mutter und Vater auf der Insel lebt, was auf die Notwendigkeit von Sozilisationsinstanzen und Erziehungseinflüssen anspielt, außerdem auf die nicht Beeinflussung von Menschen auf den Protagonisten, so dass er so zusagen„rein“von sämtlichen menschlichen Gesellschaftsnormen heran wächst.

„Diese Theorie würde noch eine weitere Ausführung erfordern, was unserer gegenwärtigen Absicht aber nicht deutlich wäre. […] nämlich dass in dieser Gegend ein Mensch ohne Mutter und Vater auf die Welt kommen kann.“ (Ibn Tufail, S. 13.)

Der Protagonist der Erzählung wird in einer Holzkiste angespült und von einer Gazelle gefunden, die sich seiner annimmt:

„In dem Moment, in dem die Strömung das Kästchen in das Dickicht gespült hatte, hatten sich Nägel gelöst und Bretter waren gelockert worden. Von Hunger geplagt begann das Kind darin zu weinen, verlangend zu schreien und um sich zu strampeln. Seine Stimme erreichte das Ohr einer Gazelle, die ihr Kitz verloren hatte. Sie folgte der Stimme, die sie für die ihres Kindes hielt, und gelangte zu dem Kästchen […] und säugte ihn, bis er genug hatte.“ (Ibn Tufail, S. 14.)

Bereits an dieser Textpassage ist ersichtlich, dass Gottes Wille unabänderlich sei und für das Überleben des Protagonisten sorgte, indem er einen passenden Mutterersatz dem Säugling zur Hilfe kommen ließ. Des Weiteren zeigt der Säugling durch das„Schreien nach Nahrung“den ersrten Bezug zu seiner innerlichen Überzeugungzu überleben (Selbstglauben)und impliziert durch die Handlung (das Schreien), einen vernünftigen Entschluss. Dies bedeutet auch, dass das natürliche Strebenzu Gott hinund zu Überleben bereits im Säuglingsalter vorhanden sein müssen. Der Säugling hätte auch nicht schreien können und hätte sich mit seinem Schicksal des Todes abgefunden. Somit wird bereits am Anfang der Geschichte die Basis des Fitra Systems veräußert, nämlich durch das unbeholfene Agieren des Säuglings, sowie durch die liebevolle/fürsorgliche Versorgungsinstanz von außen (der Gazelle). Man kann bereits an dieser Stelle vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen Selbstglauben (Glauben) und der Annäherung zu Gott (dem einzigen Gott) gebe.

In den nächsten Jahren seiner Kindheit erwarb der Protagonist Kommunikationsformen wie Laute und hatte eine monoton bleibende Tagesstruktur. Die Gazelle blieb dabei seine primäre Bezugsquelle. Die Gesellschaft der Gazellen sozialisierte den Protagonisten und er fühlte sich nicht als Fremdkörper innerhalb der Herde. Dies lässt darauf hinschließen, dass er in seiner kindlichen Denkweise noch nicht in der Lage war, von sich aus dialektische Denkprozesse zu machen. Das Erleben und sein Erkenntnisgewinn gingen von ihm und seiner egozentrischen Weltsicht aus. In seinem Geiste blieben Vorstellungen der Dinge zurück:

„Im Geist von Hayy Ibn Yaqdhan blieben jedes Mal, wenn die augenblickliche Wahrnehmung beendet war, Vorstellungen von den Dingen zurück. Und die einen davon lösten sein Begehren, die anderen sein Abneigung aus.“ (Ibn Tufail, S. 19)

Dennoch begann der Protagonist allmählich eine Unterscheidung zwischen einem „Ich“ und dem „Anderen“. Dies lässt sich als Entwicklungsschritt deuten, denn er beginnt sich aus seinem früheren kindlichen Deutungsschema zu lösen. Die Tiere werden in Kategorien eingestuft und es wird ein Bezug zu sich selbst hergestellt. Er gelangt zur ersten Erkenntnis, dass er nicht mit den Tieren seiner Umgebung gleich ist:

„In der Zwischenzeit beobachtet er alle Tiere […] sah er sich nackt, ohne Waffen, langsam im Lauf und den Tieren unterlegen, die ihm Früchte streitig machten , sie ihm wegnahmen oder abjagten, ohne dass er sich auch nur gegen eines von ihnen wehren oder ihm entkommen konnte.“ (Ibn Tufail, S. 19)

Über diesen Zustand war Hayy Ibn Yaqzan sehr betrübt und geriet somit in eine erste Krise seiner Identitätsfindung. Er konfrontierte sich mit seiner andersartigen Umwelt und empfand sich als Fremdkörper. Um aus dieser Ohnmächtigkeit heraus zu kommen, war es für den Protagonisten relevant „autonom“ handeln zu können. Er entdeckte seine Hand als ihm eigne Waffe und Schutz zugleich:

„Er erlangte dadurch ein sicheres Gefühl, wozu er fähig war, und er verstand, dass seine Hand den vorderen Gliedern der Tiere weit überlegen war.“ (Ibn Tufail, S. 20)

Man kann vermuten, dass er während der Phase der Adoleszenz ihm gesetzte Normen und Tabus brechen wollte. DieGrenzüberschreitunggibt ihm zum einen das Gefühl von Mächtigkeit (er überschreitet Grenzen, die die Tiere nicht überschreiten) und zum anderen werden gesellschaftliche Normen abgelehnt. Er etabliert sich in einem eigentümlichen Kostüm aus Federn und bestärkt seinen jugendlichen Selbstglauben. Mit der Etablierung innerhalb der Gesellschaft als selbstständiger junger Mann, konnte sich Hayy Ibn Yaqzan auch Respekt verschaffen. Die neue

Rolle verhalf ihm innerhalb der Herde eine mächtige Position einzunehmen.

„Währenddessen wuchs er heran und ließ seinen siebten Geburtstag hinter sich. Es ermüdete ihn […] So hatte er etwas , das ihn bedeckte, ihn warm hielt und allen anderen Tieren das Fürchten lehrte. Diese suchten keinen Streit mehr mit ihm, sie widersetzen sich ihm nicht und keiner von ihnen kam ihm mehr nahe, außer der Gazelle , die ihn gesäugt und groß gezogen hatte. Sie blieb immer bei ihm, und auch er verließ sie nicht.“ (Ibn Tufail, S. 21)

Als nächste Erfahrung und Krise erlebt der Protagonist den Tod der Gazelle. Er kann sich zu erst nicht damit abfinden. Über ihm bekannte Interpretationsversuche oder Sinn ergebende Erklärungen findet er keine Lösung. Der Tod der Gazelle deutete er als ein Vorhandensein von einem inneren Hindernis, was zu beseitigen sei. So entschloss sich Hayy Ibn Yaqzan eine weitere Grenzüberschreitung vorzunehmen und öffnete den Korpus der Gazelle. Dies ist ein interessanter Wendepunkt in der Geschichte, da zum ersten Mal der Fokus des Protagonisten auf das Innere als Zentrum des Geistes gelenkt wird. Nicht von sich auf die äußeren Dinge soll geschlossen und Erkenntnis erlangt werden, sondern über das symbolische Eintreten in das Innere eines anderen Lebewesens. Hayy Ibn Yaqzan beschäftigt sich ausgiebig mit dem Herzen der Gazelle, um die Lösung des Problems zu finden. An dieser Stelle des Romans wird auf die Dialektik Körper und Geist (Seele) hingewiesen. Die weiteren Überlegungen beschäftigen sich ausgiebig damit, wie und wo der Geist hin entfleucht ist.

Hayy beginnt von nun an zu überlegen, wo die entfleuchte Materie hin entwichen ist. Im späteren Verlauf des Romans wird mit dem Begriff der„Essenz“argumentiert. Als ein Brand auf der Insel ausbricht, lernt er das Feuer kennen, das er aufgrund seiner Hitze mit Körperwärme und aufgrund seines nach oben Strebens mit himmlischen Prinzipien assoziiert. Der Protagonist lernt die Qualitäten der Flammen zu schätzen, und nährt von nun an ein kleines Feuer in seiner Höhle.Mittlerweile hat er das dritte Lebensjahrsiebt vollendet. Er ist ca. 21 Jahre alt.

Hajj hat sich inzwischen einige Fertigkeiten angeeignet, wie zum Beispiel das Nähen von Gewändern mit Hilfe von Pflanzenfasern und Dornen. Diese Tätigkeiten bringen ihn zu der Einsicht, dass er, selbst wenn ihm die natürlichen Anlagen dazu fehlen, die Dinge, die er benötigt,selbst erschaffen kann, und er daher den Tieren überlegen sei. Der Gedanke der Überlegenheit zieht weiteres Reflektieren nach sich, nämlich darüber, ob es eineOrdnung der Dingegäbe. Seinen Beobachtungen zufolge nimmt er sodann eine Einteilung der Inselwelt in Tiere, Pflanzen und leblose Körper vor. Danach untersucht er die Attribute dieser Dinge und macht sich auf die Suche nach einer zugrundeliegenden Wirkungsursache. Zu diesem Zeitpunkt hat Hajj das vierte Lebensjahrsiebt vollendet.

[...]


[1]Ibn Tufail: Der Ur-Robinson, Matthes und Seitz Verlag, München, 1987, S 26ff.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Philosoph als Autodidakt. Hayy ibn Yaqzan. Ein Beleg für die religiöse Stufenentwicklung?
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Philosophie und Religion
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V354545
ISBN (eBook)
9783668406629
ISBN (Buch)
9783668406636
Dateigröße
698 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Sehr gute und übersichtliche Argumentation und Verknüpfung zur Primärliteratur.
Schlagworte
Entwicklung, Glaube, Islam, Stufen, Philosophie
Arbeit zitieren
Marina Müller (Autor), 2015, Der Philosoph als Autodidakt. Hayy ibn Yaqzan. Ein Beleg für die religiöse Stufenentwicklung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354545

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