Heterogenitätsdimension „Migrationshintergrund“ mit integriertem Unterrichtsentwurf (5. Klasse)


Praktikumsbericht / -arbeit, 2015
34 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Diskurs

3. Vorstellung und Analyse der Unterrichtsstunde/ -einheit
3.1 Übersicht der Unterrichtsstunden als Teil der Unterrichtseinheit
3.2 Ziele der Unterrichtsstunde
3.3 Lerngruppenbeschreibung
3.4 Didaktische und methodische Entscheidungen
3.4.1 Didaktische Begründung
3.4.2 Methodische Begründung
3.5 Verlaufsplanung
3.6 Analyse der Unterrichtsstunde mit Bezug zum Schwerpunktthema „Migrationshintergrund“

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis

6. Anhang

1. Einleitung

Das Thema „Migration“ ist in Deutschland in Bezug auf das Bildungssystem noch nicht allzu lange im Fokus des Interesses, was unterschiedliche Ursachen hat. Lange Zeit verstand sich Deutschland nicht als Einwanderungsland, obwohl die Zahlen ähnlich hohe Anteile an Ausländern und Menschen mit Migrationshintergrund aufzeigten, wie es in klassischen Einwanderungsländern wie Australien, Kanada oder den USA der Fall ist (vgl. Wollin 2013, S. 11).

Es entstand eine Passivhaltung, die im „PISA-Schock“ aus dem Jahre 2000 ihren Höhepunkt fand, der ein schlechteres Abschneiden von Schülerinnen und Schülern (SuS) mit Migrationshintergrund und schlechtere Bildungschancen dieser SuS aufzeigte (vgl. ebd. S. 12). Studien beschäftigten sich zuvor eher mit dem Vergleich von west- und ostdeutschen SuS oder dem Blick auf die internationale Ebene. Erst wenige Studien haben SuS mit Migrationshintergrund thematisiert, wie beispielsweise die TIMS- Oberstufenstudien, die PISA- Untersuchungen, die IGLU- Studie sowie die Hamburger LAU- Untersuchungen und das rheinland-pfälzische MARKUS-Projekt (vgl. Klemm 2004, S. 205 f.).

In dieser Arbeit wird nun genauer auf die unterschiedlichen Bildungschancen zwischen SuS mit und ohne Migrationshintergrund eingegangen. Dabei geht es erst um Ergebnisse von Studien zu dieser Thematik und um mögliche Maßnahmen für mehr Bildungserfolge für SuS mit Migrationshintergrund, die derzeit diskutiert werden. Außerdem wird eine durchgeführte Unterrichtsstunde als Teil einer geplanten Unterrichtseinheit im Integrierten Schulpraktikum vorgestellt. Dabei werden unter anderem die Ziele dieser Stunde sowie didaktische und methodische Entscheidungen dargestellt. Es folgt eine Analyse der Unterrichtsstunde und der Klassenstruktur in Bezug auf die in Punkt 2 vorgestellten Ergebnisse der Studien zum Thema „Migrationshintergrund“. Hierbei werden die Ergebnisse der Studien in Punkt 2 versucht auf die Klasse und den Unterricht zu beziehen und die Frage beantwortet, inwieweit diese Ergebnisse auf die unterrichtete Lerngruppe zu beziehen sind. Die Arbeit endet mit einem Fazit.

2. Theoretischer Diskurs

Der Begriff der SuS mit Migrationshintergrund wird in dieser Arbeit eine Grundlage darstellen, weshalb dieser definiert sein sollte. Das Wort „Migration“ leitet sich aus dem lateinischen Wort für Wanderung ab (vgl. Wollin 2013, S. 15). Bei SuS mit Migrationshintergrund unterscheidet man zwischen SuS mit Migrationshintergrund der ersten Generation, was bedeutet, dass sie außerhalb des Erhebungslandes, in diesem Fall Deutschland, geboren wurden und ihre Eltern ebenfalls im Ausland geboren wurden und SuS mit Migrationshintergrund der zweiten Generation, was bedeutet, dass diese SuS im Erhebungsland geboren wurden, ihre Eltern jedoch in einem anderen Land geboren sind (vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung 2006, S. 16). Schwierig ist die Tatsache, dass das Merkmal „mit Migrationshintergrund“ allgemein für eine Gruppe genutzt wird, die sehr heterogen ist. Menschen mit Migrationshintergrund haben unter anderem sehr heterogene Geburtsländer und sehr heterogene Gründe nach Deutschland zu kommen (vgl. Klemm 2004, S. 207).

In Deutschland haben etwa 25,6% der SuS einen Migrationshintergrund. Dies ist ein Anteil, der mit anderen Ländern, wie Frankreich, Belgien, Österreich oder Schweden, vergleichbar ist (vgl. Stanat 2010; S. 207). Es konnte festgestellt werden, dass es in vielen Ländern signifikante Leistungsunterschiede zwischen SuS mit und ohne Migrationshintergrund gibt (vgl. Bundeministerium für Bildung und Forschung 2006, S. 61), was beispielsweise an der Bildungsbeteiligung an den verschiedenen Schulformen zu sehen ist. Hier konnte die PISA-Studie aus dem Jahre 2003 aufzeigen, dass ein Großteil (35%) der SuS ohne Migrationshintergrund ein Gymnasium besuchen, während 44% der SuS mit Migrationshintergrund in der zweiten Generation eine Hauptschule besuchen (ebd.). Insgesamt führt der Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule für SuS mit Migrationshintergrund auffallend selten zum Gymnasium, was Lehrpersonen häufig damit begründen, dass ohne perfekte Deutschkenntnisse auf einem Gymnasium kaum Erfolgschancen bestünden (vgl. Wollin 2013, S. 35).

Ein Schwerpunkt der genannten Studien stellten Untersuchungen von Lesekompetenzen dar. Hierbei zeigte sich, dass SuS mit Migrationshintergrund größere Schwierigkeiten beim Lesen und beim Leseverständnis haben als SuS ohne Migrationshintergrund (vgl. Klemm 2004, S. 209 ff.). Ca. 20% der SuS mit Migrationshintergrund haben so große Schwierigkeiten beim Leseverständnis, dass sie in diesem Zusammenhang als kaum ausbildungsfähig gelten (ebd.). Dieser Wert ist doppelt so hoch als bei den SuS ohne Migrationshintergrund. Insgesamt seien die Leistungsunterschiede im Fach Deutsch am größten (ebd.). Auffällig ist, dass es in diesem Zusammenhang auch auf die genaue Herkunft der SuS mit Migrationshintergrund ankommt. SuS deren Väter in Griechenland oder Italien geboren wurden, schneiden weitaus besser ab, als SuS deren Väter beispielsweise aus der Türkei kommen (ebd.). Dies ist ein Beispiel dafür, dass die Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund sehr heterogen ist, beispielsweise was das Herkunftsland und damit verbundene Leistungen angeht. Weitere Ergebnisse der Studien sind beispielsweise, dass SuS mit Migrationshintergrund in unserem deutschen Bildungssystem, wenn auch indirekt oder unbeabsichtigt, diskriminiert werden, besonders verbunden mit einer Zugehörigkeit zu einer niedrigen Sozialschicht (vgl. Wollin 2013, S. 22). Dies wirkt sich negativ auf das Selbstkonzept dieser SuS aus, was wiederum nachweislich Einfluss auf das Lernverhalten und die Erfolge in der Schule hat (vgl. Stiensmeier-Pelster und Schöne 2008, S. 62). Auch eine häufigere Überweisung von SuS mit Migrationshintergrund auf eine Förderschule konnte aufgezeigt werden (vgl. Wollin 2013, S. 23), da Defizite im Fach Deutsch oftmals mit einer Behinderung gleichgesetzt werden (ebd. S. 34).

Es gibt verschiedene Erklärungsansätze für die aufgezeigten Bildungsnachteile von SuS mit Migrationshintergrund. Zum einen wird hier von kulturell bedingten Defiziten gesprochen, weshalb diese SuS bestimmte Verhaltensweisen und Fähigkeiten etc. nicht mitbringen, die von Schulen in Deutschland vorausgesetzt werden (vgl. Wollin 2013, S. 25). Ein weiterer Ansatz ist die humankapitaltheoretische Erklärung, die davon ausgeht, dass SuS mit Migrationshintergrund weniger mit materiellen und immateriellen Gütern ausgestattet sind, als es bei deutschen SuS der Fall ist und dies Auswirkungen auf ihr Lernverhalten hat (ebd. S. 27). Schaut man auf die Institutionen selber, so ist neben der bereits angesprochenen Diskriminierung der schulische Kontext ein Erklärungsansatz. Hierbei geht es beispielsweise darum, dass sich die vorhandenen Lernbedingungen auf SuS mit Migrationshintergrund negativer auswirken als auf SuS ohne Migrationshintergrund (ebd. S. 32).

Die Frage, die sich nun stellt ist, was Deutschland tun kann, um SuS mit Migrationshintergrund bessere Bildungschancen und eine erfolgreichere Bildungsbeteiligung zu ermöglichen, denn es ist Fakt, dass unser Bildungssystem aktuell und in Zukunft eine große Anzahl an SuS mit Migrationshintergrund integrieren muss.

Derzeit sind drei Grundmaßnahmen im Gespräch. Einerseits möchte man SuS mit Migrationshintergrund gezielter und auf verschiedenen Ebenen vermehrt fördern (vgl. Rotter 2012, S. 102). Außerdem sollen die Lehrkräfte durch Fortbildungen etc. dazu gebracht werden, qualifizierter mit kultureller Heterogenität umzugehen und als dritte Maßnahme soll der Anteil an Lehrkräften mit Migrationshintergrund an deutschen Schulen erhöht und so die Schule zu einer interkulturelleren Institution gemacht werden (ebd.).

Aktuell ist noch unklar, welcher Faktor den wohl größten Einfluss auf die Bildungsbenachteiligung von SuS mit Migrationshintergrund hat. Eindeutig ist, dass das Thema ein sehr aktuelles ist und in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter an Relevanz gewinnen wird.

3. Vorstellung und Analyse der Unterrichtsstunde/ -einheit

3.1 Übersicht der Unterrichtsstunden als Teil der Unterrichtseinheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Ziele der Unterrichtsstunde

Inhaltsbezogene/fachliche Kompetenzen

- Die SuS üben sich im selbstständigen Lernen.
- Die SuS üben das Lesen und das sinnentnehmende Lesen.
- Die SuS lernen etwas über den Ursprung und die Geschichte der Stadt in der sie leben und denken über Zusammenhänge und Gründe für aktuelle Phänomene und Strukturen nach.
- Die SuS lernen ihre Umwelt zu verstehen.
- Die SuS schulen ihre Motorik und sauberes Ausmalen.
- Die SuS lernen wichtige Informationen aus einem Film zu filtern und anzuwenden.
- Die SuS schulen ihre Rechtschreibung.
- berfachliche Kompetenzen
- Die SuS beachten allgemeine Regeln in der Klasse, verfolgen das Sozialziel und beachten Regeln der Stationsarbeit.
- Die SuS erweitern und stärken soziale Kompetenzen bei der Partnerarbeit, bei der Absprache bei Station 9 und bei der Suche nach Hilfe untereinander oder beim „Experten“ der Station.
- Die SuS erweitern sprachliche Kompetenzen, sinnentnehmendes Lesen und motorische Fähigkeiten.
- Die SuS lernen mit allen Sinnen.
- Die SuS lernen sich selbst zu organisieren.
- Die SuS arbeiten kreativ.

3.3 Lerngruppenbeschreibung

Die Lerngruppe ist eine fünfte Klasse mit 10 SuS, wovon sechs Mädchen und vier Jungen im Alter zwischen 11 und 12 Jahren sind. Die Schule ist eine Förderschule in Hamburg mit dem Schwerpunkt Lernen und der emotionalen und sozialen Entwicklung. Ein Mädchen hat einen türkischen Migrationshintergrund in zweiter Generation.

Die Klasse besteht seit August 2013, zwei SuS kamen Ende des Jahres in die Klasse.

Die SuS kennen Frontalunterricht, Stationsarbeit und Stillarbeit und sie wurden an die Gruppenarbeit herangeführt. Es wird vom Klassenlehrer viel Wert auf selbständiges und individualisiertes Lernen gelegt. Die SuS wissen, wie man sich im Unterricht verhält und arbeiten zurzeit an einem gemeinsamen Sozialziel. Hierbei geht es darum, dass alle SuS zusammen darauf achten, dass sie sich melden, wenn sie etwas sagen wollen. Es wird hier mit Kärtchen („Ampelsystem“) und Belohnung gearbeitet, wenn dies eine Woche gut funktioniert.

Das Sozialverhalten in der Gruppe ist überwiegend positiv. Alle SuS wissen, dass jeder individuell Punkte hat, bei denen er sich noch verbessern sollte und es wird sich nicht geärgert, wenn ein Schüler beispielsweise nicht lesen kann. Zwischen einigen Mädchen gibt es jedoch immer wieder Konflikte.

Gerade in den ersten Stunden können sich die SuS gut konzentrieren und sind motiviert, gerade, wenn sie selbstständig arbeiten dürfen. Schwieriger wird dies in den letzten beiden Stunden und wenn ein Fachlehrer und nicht der Klassenlehrer in der Klasse unterrichtet.

Insgesamt ist es natürlich eine sehr heterogene Lerngruppe. Sie sind in vielen Bereichen nicht auf dem Lernstand von Klasse 5, sondern eher auf dem Lernstand von Klasse 2 oder 3. Während einige SuS in Mathe bereits im Raum bis 1 Million rechnen, sind andere noch im Raum bis 100 und während einige SuS bereits recht gut und fließend lesen, kann ein Schüler so gut wie gar nicht lesen und schreiben. Bei ihm ist außerdem das Problem, dass er eine Schulangst entwickelt hat und nicht regelmäßig am Unterricht teilnimmt.

Mehrere SuS haben Schwierigkeiten bei Selbstwahrnehmung, Konzentration und bei organisatorischen Prozessen.

3.4 Didaktische und methodische Entscheidungen

3.4.1 Didaktische Begründung

Das Thema der Stunde leitet sich vom Rahmenlehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen und genauer vom Fachprofil des Heimat- und Sachunterrichts ab. Die SuS sollen sich in ihrer Umwelt zurechtfinden, sie angemessen verstehen und wesentliche Voraussetzungen für ihr späteres Leben erwerben. Die Erschließung der Lebenswelt sollte aus unterschiedlichen Perspektiven geschehen, was bei Stationsarbeit gut zu erreichen ist. Grundlegende Methoden sind beispielsweise das Sammeln und Ordnen (siehe Station 4 und Hamburg-Mappe), das Beobachten und Betrachten (siehe Station 6, 8, 9) und das Nutzen von Texten und Bildern (siehe Station 1, 2, 5, 7). Andere Methoden, wie Fragen zu stellen und miteinander zu sprechen wurde beispielsweise durch die Partnerarbeit ermöglicht. Auch die verschiedenen Perspektiven des Unterrichtes wurden in der Stunde berücksichtigt. So gab es eine historische, raumbezogene und kulturwissenschaftliche Perspektive auf das Thema.

Die SuS lernen sich selbst als Teil einer Gemeinschaft kennen und fördern durch Partnerarbeit und die Expertenfunktion soziale Kompetenzen. Sie erkunden Räume, wie beispielsweise den Klassenraum und die Stadt Hamburg und sie orientieren sich in der Zeit, nehmen Veränderungen wahr und können die Historie des eigenen Lebensraumes kennenlernen.

- ätzlich arbeiten die SuS selbstständig und durch die Aufgabe des Experten kann das Selbstbewusstsein und auch das Selbstkonzept der SuS gesteigert werden, was sich wiederum insgesamt positiv auf das Lernverhalten und den Erfolg in der Schule auswirkt. Die verschiedenen Stationen sind sehr unterschiedlich und so findet jeder Schüler eine Aufgabe, die er engagiert und motiviert bearbeiten kann. Auch ermöglicht die Stationsarbeit das Schulen verschiedenster Fähigkeiten und Fertigkeiten. Es werden beispielsweise das Lesen und Verstehen von Texten und auch das Entnehmen der wichtigsten Informationen aus einem Text geschult (siehe Station 1, 5), es kommt zu Fächerübergriffen (siehe Station 2, Mathe) und visuelle Fähigkeiten werden gefördert (siehe Station 3), sowie die Rechtschreibung der SuS (siehe Station 1, 2, 4). Des Weiteren lernen die SuS genau zu beobachten und sie schulen ihre Motorik (siehe Station 6, 8). Letztlich üben sie genau zuzuhören und das Gehörte anzuwenden (siehe Station 9).

Die Unterrichtsstunde ist die fünfte Stunde einer Unterrichtseinheit zum Thema „Hamburg“ und somit mittig der Einheit gelegen. Es wurde zuvor ein Einstieg in das Thema gemacht und wichtige Regeln für die Stationsarbeit erarbeitet. Durch das selbstständige Lernen und der damit verbundenen Motivation sollte diese Unterrichtsstunde nicht zu weit hinten in der Einheit angesetzt werden, durch eine notwendige Einführung und Feststellung der Lernausgangslage sowie Besprechen wichtiger Regeln sollte sie jedoch auch nicht zu früh stattfinden.

Das Thema „Hamburg“ ist für die SuS in jedem Falle altersgemäß und interessant, weil es die Stadt ist, in der die SuS leben und sich Phänomene und Strukturen dieser Stadt durch diesen Unterricht erklären lassen. Jedes Kind hat bereits Erfahrungen mit dem Thema und trotzdem auch noch eine Fragehaltung. Die Lernausgangslagen sind sehr unterschiedlich.

3.4.2 Methodische Begründung

In den vorherigen Stunden wurde über die Begriffe „Geschichte“ und „Heimat“ gesprochen und dies wurde in Form einer Mindmap visualisiert. Es wurde deutlich, dass beispielsweise Heimat für viele SuS etwas anderes bedeutet und das M. zum Beispiel aus ihrer Sicht zwei Heimaten hat, nämlich Deutschland und die Türkei. Anschließend durften die SuS verschiedene Dinge aus einem Beutel ziehen, wie beispielsweise Tee und Kräuter, an denen sie erst riechen sollten (Bezug zur Speicherstadt), Hamburger Speck, den sie probieren durften und schließlich das Hamburger Wappen als kleine Anstecknadel. Sie sollten sich fragen, worum es in den nächsten Stunden gehen wird und warum gerade diese Dinge in dem Beutel waren. Außerdem fand so ein Lernen mit allen Sinnen statt.

Zu Beginn jeder Unterrichtsstunde begrüßen sich die Lehrperson und die SuS. Anschließend hat eines der SuS das Amt das Datum und den Tagesablauf vorzustellen. Dies ist wichtig für die Struktur und die Verantwortlichkeit der SuS. Außerdem gibt es in der Klasse einen Fragen-Kalender. Das „Kind des Tages“ darf das oberste Blatt (das jeweilige Datum) dieses Kalenders abziehen und die Frage vorlesen, die darauf steht. Anschließend darf dieses Kind ein anderes drannehmen und dies versucht die Frage zu beantworten. Zum Schluss liest das „Kind des Tages“ die richtige Antwort vor. Dies ist ebenfalls ein Ritual und erweitert spielerisch und eigenverantwortlich das Allgemeinwissen der SuS.

In der eigentlichen Unterrichtsstunde fand Stationsarbeit statt. Zuvor haben die SuS Regeln erarbeitet und diese wurden auf einem Plakat mit einfachen Sätzen und Piktogrammen (wichtig für Angelo, der nicht lesen kann, aber auch für die anderen SuS zur Visualisierung) visualisiert. Zu Beginn der Stunde wurde dies wiederholt. Jedes Kind bekam einen Zettel mit einer Station, die es verstehen sollte, da es der Experte für diese Station sein wird. Dies gibt den SuS eine Verantwortlichkeit im Lernprozess. Stationsarbeit ermöglicht den SuS handlungsorientiert und selbstständig zu arbeiten und sie lernen sich selbst zu organisieren. Dazu tragen auch die selbst gebastelte Hamburg-Mappe und der Laufzettel bei. Jeder Schüler kann über das Material und die Reihenfolge der Bearbeitung selbst entscheiden. Durch die verschiedenen Stationen können die verschiedensten Bereiche geschult werden, wie es bereits im vorherigen Verlauf von Punkt 3 dargestellt wurde und es kann zu Fächerübergriffen kommen. Auch der Umgang mit dem Internet wird geschult. Es wird außerdem Zusatzmaterial bereitgestellt, welches den schnelleren SuS ein gutes Gefühl gibt und sie belohnt, wenn sie bereits fertig sind. An der Tafel lief eine Stoppuhr, sodass die SuS einen Überblick behalten und lernen, ihr Arbeiten zu organisieren, indem sie beispielsweise verstehen, dass sie den Film (8 Minuten) nicht mehr angucken sollten, wenn sie nur noch 3 Minuten Zeit haben. Als diese Uhr abgelaufen war ging die Aufräummusik an. Dies ist ein weiteres Ritual und wichtig für die Struktur und Sicherheit im Schulalltag.

Am Ende der Stunde ging die Lehrperson auf die zu Beginn besprochenen Regeln ein, indem eine Daumenprobe gemacht wurde, ob sich an diese Regeln gehalten wurde. Dann folgte eine Daumenprobe, ob die Stationsarbeit den SuS gefiel. Die SuS durften ein Feedback geben und die Lehrkraft gab den SuS ebenfalls ein Feedback. Alle konnten positiv aus der Stunde heraus gehen und in der nächsten Stunde konnte an dieses positive Gefühl angeknüpft werden.

Während der gesamten Stationsarbeit dürfen die SuS entscheiden, ob sie alleine oder mit einem Partner arbeiten möchten. Sie können also eigenständig entscheiden und kooperative Handlungen sowie soziale Kompetenzen erlernen, die für das spätere sowie für das außerschulische Leben eine große Rolle spielen.

Die Phasen der Unterrichtsstunde (Rückblick zur letzten Stunde und Anschluss an diese/ Hinführung zum Thema, Erarbeitung, Ergebnissicherung/ Selbsteinschätzung/ Feedback) dienen der Strukturierung des Lernprozesses. Es wurde Wert auf klare Zeitvorgaben und klar formulierte Arbeitsaufträge gelegt.

3.5 Verlaufsplanung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Heterogenitätsdimension „Migrationshintergrund“ mit integriertem Unterrichtsentwurf (5. Klasse)
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,3
Jahr
2015
Seiten
34
Katalognummer
V355003
ISBN (eBook)
9783668410800
ISBN (Buch)
9783668410817
Dateigröße
1418 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Praktikumsbericht Hamburg Stationsarbeit Stationen Sonderpädagogik Erziehungswissenschaft ISP Integriertes Schulpraktikum Michel Kirchen, Anhang, Unterrichtsmaterial
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Heterogenitätsdimension „Migrationshintergrund“ mit integriertem Unterrichtsentwurf (5. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355003

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Heterogenitätsdimension „Migrationshintergrund“ mit integriertem Unterrichtsentwurf (5. Klasse)


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden