Doping in der DDR und sein Einfluss auf Sport und Sportler


Facharbeit (Schule), 2016
10 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1 Definition von Doping
2.2 Die Rolle von Sport in der DDR
2.4 Umsetzung des Zwangsdopings
2.5 Das Anabolika-Doping
2.6 Doping am Beispiel Heidi Krieger/ Andreas Krieger
2.7 Folgen des Dopings
2.8 Was wird für die Opfer getan?
2.9 Wie verläuft Doping heute?

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema Doping in der DDR habe ich gewählt, da es mich interessiert, wie die Menschen früher mit Doping umgegangen sind und welche Folgen es für die Sportler hatte. Außerdem fand ich es verwunderlich, dass zu DDR Zeiten so viele Medaillen an DDR-Sportler verliehen wurden. Meiner Meinung nach ist es verwunderlich, dass der Staat das Doping organisiert und geheim gehalten hat und die Sportler nicht von sich aus sich gedopt haben.

2.1 Definition von Doping

„Es ist diepersönliche Pflicht einesjeden Athleten dafür zu sorgen, dass keine Verbotenen Substanzen in seinen Körper gelangen. Athleten sindfürjede Verbotene Substanz oder ihre Metaboliten oder Marker verantwortlich, die in ihrer Probe gefunden werden. Demzufolge ist es nicht erforderlich, dass Vorsatz, Verschulden, Fahrlässigkeit oder bewusster Gebrauch auf Seiten des Athleten nachgewiesen wird, um einen Verstoß gegen Anti-Doping- Bestimmungen gemäß Artikel 2.1 zu begründen."[1]

Dies ist ein Zitat aus dem Anti-Doping-Code. Es bedeutet, dassjeder Sportler selber verantwortlich dafür ist ob er gedopt ist oder nicht. Also auch wenn es unbewusst geschieht ist es ein Fall von Doping.[2]

Laut dem Europarat aus dem Jahre 1963 ist Doping die Verabreichung oder der Gebrauch von körperfremden Substanzen injeder Form und physiologischer Substanzen in abnormaler Form oder auf abnormalem Weg an gesunde Personen, mit dem einzigen Ziel der künstlichen und unfairen Steigung der Leistung für den Wettkampf.[3] Aber bisjetzt ist es immer noch nicht klar was Doping ist und was nicht. Denn alle Definitionen sind zu ungenau und lassen viel Interpretationsspielraum. Mittlerweile gibt die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) eine weltweit einheitlichen Anti-Doping­Kodex heraus, dem die internationalen Sportverbände und die vertretenden Regierungen zugestimmt haben.[4]

2.2 Die Rolle von Sport in der DDR

Der Sport spielte in der DDR eine sehr wichtige Rolle. Der Leistungsport reflektierte in den 60er Jahren den einsetzenden Reformprozess in der DDR. Bei den olympischen Sommerspielen 1972 ist die DDR das erste Mal als souveräne Mannschaft aufgetreten.[5] Das hat das internationale Ansehen gestärkt.[6]

Beim Leistungssport ging es nicht um den besten Erfolg, sondern, dass die Republik sich von der besten Seite zeigen konnte. Somit wurde der Sport ein Aushängeschild.[7]

Thomas Köhler, der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) hat dazu ein Buch geschrieben. Er erklärte dazu in der Leipziger Volkszeitung: „Wenn die DDR weiterhin im internationalen Sportgeschehen erfolgreich mithalten wollte, blieb nichts weiter übrig, als den Einsatz von Dopingmitteln zu gestatten “[8]

Der Sport war damals, anders als heutzutage, mehr an die Politik gekoppelt. Die SED bestimmte welche Sportarten bei den olympischen Spielen antraten.Sport galt als Waffe im Klassenkampf.[9] Die Auswahlkriterien für die Spiele waren nichts anderes als die Gewinnchancen.[10] Zwangsdoping wurde verwendet um internationale Anerkennung für die Parteidiktatur zu gewinnen. Die Initiative zum zentral gesteuerten Doping in der DDR ging von der Sportführung der DDR aus. Die entscheidenden Beschlüsse kamen von höchsten Parteigremien und staatlichen Stellen.[11]

Es handelte sich um die Erfüllung staatlich vorgegebener Aufgaben, die als Staatsplanthemen oberste Priorität besaßen, denn die Erfüllung der Aufgaben des Volkswirtschaftsplans war in der DDR keine primär ökonomische, sondern eine primär politische Frage.[12]

2.4 Umsetzung des Zwangsdopings

Die Sportler waren Teil eines Staatsplanes.[13] Schon im Kindergartenalter wurde auf besondere Fähigkeiten und Talente geachtet. Wenn man dann diese Talente gefunden hat, wurden sie in Sporthochschulen und Trainingslager geschickt. Auf diese Art konnten die Sportler zu großen Leistungen gebracht werden. Die Sportler wurden dann zu noch größeren Leistungen durch Doping gebracht. Da die Sportler ihren Schulabschluss gleichzeitig mit dem Training gemacht haben oder teilweise in Internate geschickt wurden, konnten sie nicht über Doping aufgeklärt werden. Den jungen Sportlern wurden Tabletten gegeben mit der Begründung es seien Vitamine. Die Jugendlichen hatten keine Ahnung, dass es Anabolika waren.[14]

Meist bekamen die Kinder die Tabletten von ihren Trainern, da sie diesen Bezugspersonen am meisten vertrauten. Sie mussten die Tabletten vor den Trainern schlucken und durften niemandem davon erzählen.[15] Fast 20 Jahre nach der Wiedervereinigung hat Thomas Köhler als erster hoher DDR-Sportfunktionär flächendeckendes Staatsdoping zugegeben und selbst Kinder-Doping im Schwimmen eingestanden.[16]

2.5 Das Anabolika-Doping

Anabolika-Doping war in der DDR sehr beliebt. Dabei gab es fünf Hauptwirkungen: vermehrtes Muskelwachstum, erhöhte Belastbarkeit, Sportler fühlen sich leistungsfähiger, Dauerleistungen werden gefördert und die Frauen bekommen ein männlicheres Körperprofil.[17] 1965 wurde das bekannteste und meist verwendete Dopingmittel „Oralturinabol“ klinisch zugelassen. Im Jahr darauf wurde das Staatsdoping im Sportclub „Dynamo“ erfunden. Das „Oralturinabol“ verbreitete sich rasend, auch als 1966 zur EM die ersten guten Erfahrungen für Doping gesammelt wurden. 1972 entstanden dann die ersten Trainingspläne mit einbezogenen „unterstützenden Mitteln“ (Dopingmedikamente) für die verschiedenen Sportarten.

Auch bei den Europameisterschaften 1974 in Rom wurde kein Sportler der DDR positiv aufDoping getestet. Das hängt damit zusammen, dass die Sportler nur bis auf 20 Tage vor den Meisterschaften die Dopingmedikamente genommen hatten. Danach wurden sie bis zu den Spielen abgesetzt.[18]

2.6 Doping am Beispiel Heidi Krieger/Andreas Krieger

Heidi Krieger's Schicksal wurde in einer Dokumentation der Sendung Planet Wissen wie folgt geschildert: Heidi Krieger wurde am 20. Juli 1965 in Ostberlin geboren. Sie war sportlich sehr begabt. Mit 14 kommt sie an eine Sporthochschule in Berlin, dort trainierte sie Kugelstoßen. Lutz Kühl ist zu dieser Zeit ihr Trainer. Krieger wurde mit 16 Jahren in das staatliche Anabolikaprogramm des Sportmedizinischen Dienstes der ehemaligen DDR aufgenommen. Sie hat im April 1982 die ersten Pillen bekommen, danach stiegen ihre Leistungen stetig. Heidi hat regelmäßig Anabolika und männliche Hormone in hohen Dosierungen bekommen. Nur dadurch war ein schier unmenschliches Krafttraining möglich. Ihre Muskelmassen wuchsen und sie bekam einen männlicheren Körper, da sie Testosteron zu sich nahm. 1986 gewann sie ihre erste Goldmedaille bei den Europameisterschaften. Ihr Ziel waren die Olympischen Spiele 1988. 1991 hat sie ihre Karriere beendet, da sie immer weiter Schmerzen hatte, besonders am Rücken. Zu diesem Zeitpunkt wog sie 100 Kilogramm bei 1,87 Meter Größe. Doch auch nachdem sie den Sport aufgegeben hatte, fühlte sie sich depressiv. Die Trainer und Ärzte beeinflussten die freie Entscheidung über ihre Zukunft durch die massive Verabreichung von Testosteron als Kind. Sie konnte nicht entscheiden in welche Richtung ihr Leben geht.

„Dieser Sport hat mir meine Biografie gestohlen“

Sie entschied sich 1997 dazu eine geschlechtsumwandelnde Operation zu machen und sich von dort an Andreas Krieger zu nennen. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste Andreas immer noch nicht, dass er zwangsgedopt worden war. Doch kurze Zeit später wird er in einem Prozess gegen das Doping als Zeuge benannt. Er erhält drei Jahre später eine Entschädigung im Wert von zehntausend Euro. Doch das reicht ihm nicht. Er engagiert sich im Doping-Opfer-Hilfe-Verein und verleihtjedes Jahr den Heidi-Krieger-Preis an Menschen die sich stark im Kampf gegen Doping engagieren. Heute ist er mit der ehemaligen DDR-Schwimmerin Ute Krause verheiratet. Auch sie wurde ohne ihr Wissen gedopt. Er wohnt in Magdeburg und betreibt einen Laden für Outdoor- und Armeetextilien. Außerdem gilt er als einer der bekanntesten Dopingopfer der DDR.[19]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Heidi Krieger bei den Europameisterschaften 1968

2.7 Folgen des Dopings

Es sind ca. zehntausend bis zwölftausend Sportler in der DDR unbewusst gedopt worden. 800 davon sind an den Folgen gestorben.[20] Der Pressesprecher des Doping Opfer Hilfe e.V. ließ erst kürzlich verlauten: „Die Todesliste wächst rasant“.[21]

Besonders die Frauen hat es sehr getroffen, da sie mit Testosteron gedopt worden sind und somit immer weiter zu Männern mutierten.[22]

Die Folgen sind dramatisch: Herzerkrankungen, massive Organschädigungen, Selbstmordversuche, Krebserkrankungen, verstümmelte Eierstöcke, Fehlgeburten, behinderte Kinder, Muskelbeschwerden und so weiter.[23]

Wie schon erwähnt waren die Folgen des Zwangsdopings verheerend. Die meisten Sportler, die damals zwangsgedopt wurden leiden bis heute. Die direkten Folgen sind nicht so dramatisch wie die späteren. Die direkten Folgen waren bei den Frauen stark zu erkennen, da sie Testosteron zu sich nahmen. Die Frauen bekamen ein männliches Aussehen und eine tiefe Stimme, die Kurven verschwanden. Ausserdem wurde die Geschlechtsreife verzögert. Die Geschlechtsorgane der Frauen

[...]


[1] Muster Anti-Doping-Code2015,S.6

[2] Muster Anti-Doping-Code2015,S.6

[3] Berendonk,Brigitte: Doping Dokumente, S. X1X

[4] Berendonk,Brigitte: Doping Dokumente, S. X1X

[5] Latzel, Klause: Staatsdoping :Der VEB Jenapharm im Sportsystem der DDR, S. 63-64

[6] Latzel, Klause: Staatsdoping :Der VEB Jenapharm im Sportsystem der DDR, S. 63-64

[7] Latzel, Klause: Staatsdoping :Der VEB Jenapharm im Sportsystem der DDR, S. 63-64

[8] http://www.lvz.de/Mitteldeutschland/News/Neues-Buch-Olympiasieger-Thomas-Koehler-gibt-Kinder-Doping-in- der-DDR-zu

[9] Holzweißig, Gunter: „ Die Funktion des Sports für das Herrschaftssystem der DDR (Zielsetzung ,Strukturen, politischer Stellenwert)“, Vortrag in: Materialien der Enquete-Komission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“, S.648

[10] Latzel, Klause: Staatsdoping Der VEB Jenapharm im Sportsystem der DDR, S.169

[11] Latzel, Klause: Staatsdoping Der VEB Jenapharm im Sportsystem der DDR, S.169

[12] Latzel, Klause: Staatsdoping Der VEB Jenapharm im Sportsystem der DDR, S.169

[13] http://www.on-dope.de/doping-in-der-ddr

[14] http://www.on-dope.de/doping-in-der-ddr

[15] http://www.planet-wissen.de/gesenschaft/sport/doping_gefaehrliche_mittel/pwiedopinginderddr100.html

[16] http://www.lvz.de/Mitteldeutschland/News/Neues-Buch-Olympiasieger-Thomas-Koehler-gibt-Kinder-Doping-in- der-DDR-zu

[17] Berendonk,Brigitte: Doping Dokumente, S.145-146

[18] Spitzer, Giselher: Doping in der DDR: Ein historischer Überblick zu einer konspirativen Praxis, S.24-30

[19] http://www.planet-wissen.de/gesenschaft/sport/doping_gefaehrliche_mittel/pwiedopingopferheidikrieger100.html

[20] Berendonk, Brigitte: Doping Dokumente, S.25-27

[21] http://www.no-doping.org/11 -12-2015-pm-doping-opfer-hilfe/

[22] Berendonk, Brigitte: Doping Dokumente, S.25-27

[23] http://www.n-tv.de/sport/Dopingopfer-leiden-am-Sadismus-article13897791.html

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Doping in der DDR und sein Einfluss auf Sport und Sportler
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
10
Katalognummer
V355986
ISBN (eBook)
9783668417960
ISBN (Buch)
9783668417977
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
doping, einfluss, sport, sportler
Arbeit zitieren
Charlotte Biron (Autor), 2016, Doping in der DDR und sein Einfluss auf Sport und Sportler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355986

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