Handballerfuß-Evaluation. Auswirkungen der medronics-Einlage von mediteam®

In Kooperation des HSC 2000 Coburg


Bachelorarbeit, 2017
105 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Literaturübersicht
2.1 Fußgewölbe
2.2 Anpassung des Fußgewölbes
2.3 Anatomische Topographie oberes Sprunggelenk
2.3.1 Oberes Sprunggelenk
2.3.2 Unteres Sprunggelenk
2.3.3 Muskelapparat
2.3.4 Biomechanik Oberes Sprunggelenk
2.3.5 Biomechanik Unteres Sprunggelenk
2.3.6 Kräfte am Sprunggelenk

3 Grundlagen Gang
3.1 Unterscheidung in Phasen
3.2 Standbeinphase
3.3 Schwungbeinphase
3.4 Passagier und sein Lokomotor
3.4.1 Passagier
3.4.2 Lokomotor und seine vier Funktionen
3.4.3 Bodenreaktionslinie
3.4.4 „ Rocker“- Funktionen

4 Assessments in der Physiotherapie
4.1 Wissenschaftliche Gütekriterien
4.2 Ausgewählte Assessments
4.2.1 Inkliometer
4.2.2 Jump and reach

5. Geräte und Methodik
5.1 Darstellung Fragebogen
5.2 Probanden vom HSC 2000 Coburg
5.2.1 Handball Allgemein
5.2.2 Positionsgebundenes Spielerverhalten
5.3 Dynamische Innendruckmessung mediteamÒ
5.3.1 Funktionsweise und Aufbau
5.3.2 Hardware und Dokumentation
5.4 Laufbandanalyse mediteam®
5.4.1 Funktionsweise und Aufbau
5.4.2 Durchführung Laufbandanalyse
5.5 „medronics“ Einlagen von mediteam® Bamberg
5.5.1 Herstellung der Einlagen
5.5.2 Wirkprinzipien der Einlagen
5.6 Ablauf der Messungen
5.6.1 Vorbereitung der Probanden
5.6.2 Vorbereitung der Messplätze
5.6.3 Erfassung von Daten
5.6.4 Messvorgänge
5.6.5 Speichern der Messdaten
5.6.6 Störfaktoren

6 Ergebnisse
6.1 Darstellung der Daten des Fragebogens
6.2 Auswertung der Assessments
6.2.1 Jump and reach Auswertung
6.2.2 Auswertung Inkliometer
6.3 Auswertung der diagnostischen Verfahren
6.3.1 Kraftverteilung Vorfuß Laufbandanalyse
6.3.2 Kraftverteilung Rückfuß Laufbandanalyse
6.3.3 Maximalkraft Laufbandanalyse
6.3.4 Dynamische Innendruckmessung

7 Diskussion
7.1 Diskussion der Deskriptiven Daten
7.2 Diskussion der Hypothesenbildung
7.3 Methodenkritik

8. Ausblick und Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang 1: Wissenschaftlicher Fragebogen

Anhang 2: Exel Tabelle- Jump and reach Assessment

Anhang 3: Exel Tabelle- Assessment Inkliometer

Anhang 4: Exel Tabelle- Dynamsiche Innendruckmessung

Anhang 5: T1 Proband (1) medronics Träger

Anhang 6: T2 Proband (1) medronics Träger

Anhang 7: T1 Proband (2) medronics Träger

Anhang 8: T2 Proband (2) medronics Träger

Anhang 9: T1 Proband (1) Keine Einlagen

Anhang 10: T2 Proband (1) Keine Einlagen

Anhang 11: T1 Proband (2) Keine Einlagen

Anhang 12: T2 Proband (2) Keine Einlagen

Anhang 13: Exel Tabelle- Laufbandanalyse

Anhang 14: T1 Proband (1) medronics Träger

Anhang 15: T2 Proband (1) medronics Träger

Anhang 16: T1 Proband (2) medronics Träger

Anhang 17: T2 Proband (2) medronics Träger

Anhang 18: T1 Proband (1) Keine Einlagen

Anhang 19: T2 Proband (1) Keine Einlagen

Anhang 20: T1 Proband (2) Keine Einlagen

Anhang 21: T2 Proband (2) Keine Einlagen

Anhang 22: Zeitmanagment Bachelorarbeit

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Muskeln Fuß und Unterschenkel

Abbildung 2: Vektor-Diagramm

Abbildung 3: Phasen des Gangzyklus

Abbildung 4: „Rocker“- Funktionen

Abbildung 5: Wertungstabelle

Abbildung 6: Neue Messung

Abbildung 7: Innendruckmessung

Abbildung 8: Beispiel Messergebnis

Abbildung 9: Druckverteilung

Abbildung 10: Laufband bei mediteam®

Abbildung 11: Tragen von Einlagen

Abbildung 12: Veränderungen durch das tragen von Einlagen

Abbildung 13: Verletzungen letzten Jahres

Abbildung 14: Jump and reach mit Einlagen

Abbildung 15: Jump and reach ohne Einlagen

Abbildung 16: Inkliometer T

Abbildung 17: Inkliometer T

Abbildung 18: Druckverteilung Vorfuß Einlagen Träger

Abbildung 19: Druckverteilung ohne Einlagen

Abbildung 20: Druckverteilung Rückfuß Einlagen Träger

Abbildung 21: Druckverteilung Rückfuß ohne Einlagen

Abbildung 22: Maximalkraft mit Einlagen

Abbildung 23: Maximalkraft ohne Einlagen

Abbildung 24: Probanden ohne Einlagen (linke Seite)

Abbildung 25: Probanden mit medronics (linke Seite)

Abbildung 26: Probanden ohne Einlagen (rechte Seite)

Abbildung 27: Probanden mit medronics (rechte Seite)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Stichprobenverteilung der Probanden

Tabelle 2: Zusammenfassung der Ergebnisse Jump and reach

Tabelle 3: Zusammenfassung Assessment Inkliometer

Tabelle 4: Zusammenfassung der Kräfteverteilung Vorfuß

Tabelle 5: Zusammenfassung Kräfteverteilung Rückfuß

Tabelle 6: Maximalkraft Laufbandanalyse

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der medronics Einlagen, welche von dem Sanitätshaus mediteam® Bamberg produziert und vertrieben werden. Die Untersuchung fand in Kooperation mit dem Erstligisten der Handballbundesliga HSC 2000 Coburg statt. Es wird der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen die Einlagen auf den Handballerfuß haben. Das Ziel darin besteht zu klären, inwiefern sich die Druckverteilung durch das Tragen von speziellen Einlagen an dem Fußgewölbe der Spieler nach Spielen und Trainingseinheiten verändert. Hierbei wird die Hälfte der Probandenzahl mit den medronics Einlagen versorgt, während die andere Hälfte diese nicht bekommt.

Zudem soll herausgefunden werden, ob sich etwas an dem Gang der Probanden ver-ändert. Die Fragestellungen werden auf der Grundlage von speziellen Ganganalyse-geräten und ausgewählten Assessments diskutiert. Über einen Messzeitraum von fünf Wochen wurden einige Spieler des Vereins bei dem Sanitätshaus in Bamberg und in der HUK Coburg Arena untersucht und analysiert. Im weiteren Verlauf werden die Untersuchungsmethoden genauer erklärt und ausgewertet.

The present work deals with the effects of the medronics inserts, which are produced and marketed by meditam® Bamberg, in cooperation with the first division of the Handballbundesliga HSC 2000 Coburg. The question asked is what effect the insoles have on the feet oft he handballplayers. The objective of this thesis the extent to which the pressure distribution of pressure changes by wearing special inserts on the arch of the players for games and training units. In this case one half of the number of subjects is supplied with the medronics inserts white the other half does not receive them.

In addition, it is to be determined whether something changes in the gait of the subjects. These questions are discussed on the basis of special gait analysis devices and selected assessments. Over a measuring period of six weeks, some players of the association were examined and analyzed at the Sanitätshaus in Bamberg and at the HUK Coburg Arena. In the further course, the examination methods are explained more precisely and evaluated.

Vorwort und Danksagung

Bedanken möchte ich mich bei mediteam® Bamberg für die mir zur Verfügung gestellten Gerätschaften und für ihr Entgegenkommen. Besonderer Danke gilt Herrn Bodo Schrödel und Herrn Christoph Seuling. Diese beiden Peronen haben es mir ermöglicht, dass ich auf professionelle Art und Weise arbeiten konnte.

Ich bekam die einmalige Möglichkeit mit dem HSC 2000 Coburg, hier mit dem Cheftrainer der ersten Mannschaft, Herrn Jan Gorr und seinem Team zusammen zu arbeiten und meine Ergebnisse auszuarbeiten. Als Probanden standen mir auch Spieler des Vereins zur Verfügung. Besonders die erste Mannschaft war mir gegenüber sehr aufgeschlossen.

Bamberg, 21.01.2017

Johannes Weber

1 Einleitung

Vor mehr als 4 Millionen Jahren kann die Entwicklung des aufrechten Gangs als Wendepunkt in der Evolution des Menschen angesehen werden. Forscher gehen davon aus, dass sich viele anatomische Strukturen, zum Beispiel Gebiss, Wirbelsäule, Becken oder Füße durch die Bipedie gebildet haben. Damit ist gemeint, die Entwicklung und Aufrichtung zum Fortbewegen auf zwei Beinen. Die aufrechte Körperhaltung führte zusätzlich zu einer funktionellen Weiterentwicklung der dadurch entlasteten Hände. Die Bipedie wirkte sich nicht nur auf die morphologischen und anatomischen Veränderungen aus, sondern auch direkt auf die Gesellschaftsstrukturen. Durch gruppendynamische Fertigkeiten, wie das Sammeln, Jagen, Verteidigen und Umsorgen entwickelte sich vermehrt die Funktionalität der Hände. Dadurch verstärkte sich die familiäre und soziale Bindung untereinander. Die aufrechte und zweibeinige Bewegungskultur beschreibt die menschliche Gegenwart. Außerdem unterscheidet es den Menschen zu anderen Lebewesen (vgl. Götz-Neumann 2006,S. 1-4, Ahlrich 2016, Web.). Über Jahre hinweg kam es zu Fortschritten in der Entwicklungsgeschichte des Menschen, aber auch in der Medizin- und Gesundheitswissenschaft. Hierbei ließen sich wichtige Feststellungen herausfinden, die den Menschen helfen Krankheiten zu verhindern und ihre Gesundheit zu fördern (vgl. Mechling und Munzert, 2003,S.13-18). So wurden auch hinsichtlich des Ganges viele Tests und ausgewählte Methoden entwickelt, die zum Beispiel bei der Ganganalyse oder anderen Untersuchungsverfahren Forschern ihre Arbeit erleichtern und in vielen verschieden Bereichen eingesetzt werden können. Der Gang wird als sehr komplex beschrieben. Es erfordert eine Vielzahl zeitlich gesteuerter Abläufe von verschieden Körpersegmenten. Mit Hilfe von objektiven, apparativen Messungen, beispielsweise Laufbandanalysen, biomechanische Analysen mittels Druckverteilungsmessplatten oder Fuß- Scan kann die Forschung die Messverfahren für Ganganalysen oder Therapie einsetzen (vgl. Götz- Neumann, 2006, S. 119-123, vgl. Ludwig, 2012, S. 8-9).

Der Schwerpunkt dieser Arbeit beruht auf dem Handballerfuß. In den letzten Jahren ist die physische Belastung im Handball deutlich angestiegen. Es kommen vermehrt Spiele im Saisonverlauf, die zügig hintereinander erfolgen. Grund dafür sind Regeländerungen. Dies gilt sowohl für den Verlauf der einzelnen Spiele als auch die Dichte der Spiele im Saisonverlauf. Das internationale Wettkampfgeschehen sorgt für einen dicht gedrängten Spielplan. Dies hat Auswirkungen auf eine größere Beanspruchung von Team und Trainer.

Zu einer optimalen Trainingsgestaltung für die Ausdauer und Leistungssteigerung folgt eine strenge Überwachung von Erholung und Regeneration. Dies ist wichtig um Verletzungen zu vermeiden. An diesem Punkt stehen Trainer und Spieler, Physiotherapeuten, Sportmediziner, Sportwissenschaftler oder auch Athletiktrainer zur Verfügung. Sie arbeiten unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse der Forschung. Für wichtige Einsatzbereiche der jeweiligen Professionen stehen geeignete Testverfahren zur Ermittlung von konditioneller Fähigkeit aber auch standardisierte Trainingspläne zur Verfügung. Aufgrund der medizinischen und technischen Fortschritte entwickelt man über Jahre hinweg immer neuwertigere Gerätschaften und neue Herangehensweisen, um die Gangabläufe reliabel zu quantifizieren (vgl. Ludwig, 2012, S. 8-10). Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Einlagenversorgung speziell für den Handballerfuß. Sie wurden für die Studie von mediteam® Bamberg zur Verfügung gestellt. Die Belastungen, die im Alltag auf unsere Füße einwirken sind enorm. Das Gehen und Stehen erfordert bereits Höchstleitungen der Gelenke, Muskeln, Bänder und Sehnen. Es kann schnell zur Ermüdung und Schmerzen kommen. Dabei können spezielle, professionelle Sporteinlagen individuell für Handballer oder auch andere Sportarten hergestellt werden. Hier wird ein spezielles Fußbett entwickelt, was den Fuß optimal stützt und schützt. Sie wirken biomechanisch und unterstützen so den Fuß in seiner natürlichen Funktionsweise.

Es soll herausgefunden werden, wie sich die Körperstatik durch die gezielt angefertigten Einlagen verändert. Die Schwerpunkte liegen auf den unteren Extremitäten, Hüfte und Knie. Hauptaugenmerk sind jedoch Sprunggelenk und Fußgewölbe der Sportler. Bezogen auf die Einlagenversorgung von Handballern ist es ein Thema was als relativ unerforscht gilt und worüber es keine nennenswerten Studien zu finden gibt. Interessant herauszufinden wird es, wie verändert sich das Fußgewölbe, das Gangbild oder gibt es Veränderungen der einzelnen Spieler auf der jeweiligen Position. Festgehalten werden die Messergebnisse anhand von ausgewählten Assessments, einer Laufbandanalyse bei mediteam® und spezielle Schuheinlagen die Druckverteilung des Fußgewölbes messen und in einem Computerprogramm auswerten. Die Probanden sind Spieler des Erstligisten HSC 2000 Coburg. Insgesamt stellten sich für diese Arbeit acht Profihandballer zur Verfügung. Die Handballer spielen auf den unterschiedlichsten Positionen, haben unterschiedliche Komplice und Konstitutionen.

Um die Gliederung und Ausarbeitung dieser Arbeit nachvollziehen zu können ist sie wie folgt gegliedert. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit den grundlegenden anatomischen Verhältnissen und Biomechanischen Kenntnissen, damit ein kurzer Bezug und Verständnis auf die Thematik erlangt werden kann. Darauf folgt ein Kapitel, dass zunächst einen Überblick über die Grundlagen des Gangs verdeutlicht.

Im Verlauf der weiteren Kapitel wird auf das spielerische Verhalten der Handballer genauer eingegangen. Beschreibung der standardisierten Testungen, Vergleich der Messergebnisse und Deskriptive Auswertung aller Daten.

Die zu belegenden Hypothesen lauten:

Alternativhypothesen (H1)

H 1

Die medronics Einlagen steigern die Sprungkraft der Probanden.

H 1

Das Bewegungsausmaß im Oberen Sprunggelenk erweitert sich.

H 1

Die Druckverteilung auf den Fußsohlen verändert sich durch das Tragen der Einlagen über einen Zeitraum von vier Wochen.

Die zu widerlegenden Alternativhypothesen lauten:

Nullhypothesen (H0):

H 0

Die medronics Einlagen steigern die Sprungkraft der Probanden NICHT.

H 0

Das Bewegungsausmaß im Oberen Sprunggelenk erweitert sich NICHT.

H 0

Die Druckverteilung auf den Fußsohlen verändert sich NICHT durch tragen der Einlagen über einen Zeitraum von vier Wochen.

2 Literaturübersicht

Das folgende Kapitel soll einen Einblick rund um das viel erforschte Thema bezüglich des Gangs ermöglichen. Die Grundlagen des Gehens und Stehens werden explizie beschrieben. Außerdem wird im ersten Kapitel auf die Anatomie und die verschiedensten Strukturen des Menschen eingegangen und erläutert. Anschließend erfolgt eine skizzierte Erläuterung der Grundlagen in den verschiedensten Gangphasen.

2.1 Fußgewölbe

Als Stützgewölbe wird der Fuß des Menschen beschrieben. Er dient dem aufrechten Stand und Gang (vgl. Leutert und Schmidt, 2008, S.135). Das gesamte Köpergewicht ruht auf dem Fuß, beim Stehen und Laufen. Die Gewölbestrukturen spielen eine entscheidende Rolle. Sie fangen den Druck ab und leiten ihn an das Gewölbe weiter. Zwei Gewölbestrukturen besitzt der Mensch, diese werden Quer- und Längsgewölbe genannt. Es ist so geregelt, dass nur der Fersenballen, der äußere Fußrand, metatarsale Ballen und der Zehenballen den Boden berühren. Durch den Druck werden die Weichteile der Fußsohle, Gefäße, Muskeln und Nerven geschützt. Dieser Vorgang wird als Dreipunktabstützung bezeichnet. Das Gewölbe sorgt dafür, dass der Gang dadurch leichtfüßiger wird. Für hohe Dauerdruckbelastungen ist der laterale Fußrand und der fünfte Mittelfußknochen ungeeignet. Hierbei ist die Ferse und der Kopf des Os metatarsale eins als Stützzone passend. Beschrieben wird es als Zweipunktstütze.

Das Längsgewölbe hat den Ursprung am Tuber calcanei und begibt sich über das Sustentaculum talare fort und geht über das Lig. Calcaneonaviculare plantare, das Os Naviculare, Os cuneiforme mediale bis hin zum Caput des ersten Mittelfußknochens (Vgl. Leutert und Schmidt, , S.136; Anatomie des Menschen, 2016, Web.). Die einen kommen vom Kopf des ersten Mittelfußknochens die anderen vom Tuber calcanei.

Zum Schutz, damit das Längsgewölbe nicht auseinander bricht, werden weitere Spongiosazüge zwischen den hinteren und vorderen Spongiosabalken gespannt. Für die Erhaltung des Längsgewölbes sorgen Muskeln und Bänder. Allgemein kann gesagt werden, dass alle Bänder und Muskeln in Längsrichtung zu dem Fußgewölbe verlaufen und zu seiner Formerhaltung beitragen. Wichtige Bänder sind das Lig. calcaneonaviculare plantare auf diesem Band ruht der Taluskopf, das Lig. plantare longum, es verbindet Fußwurzelknochen in Längsrichtung miteinander. Die Plantaraponeurose gilt als wichtiges und kräftiges Bindegewebsorgan, was zusätzlich als Stütze gilt (Vgl. Leutert und Schmidt, 2008, S.137).

Das Quergewölbe hat folgende Aufgaben, es verlagert den Talus nach medial durch das Sustentaculum talare, Keilform der Basen der Mittelfußknochen, Os naviculare und der Keilform der Ossa cuneiformia. Wie bei dem Längsgewölbe spielen die Spongiosastrukturen ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Bögen werden zusätzlich von senkrechten Knochenbälkchen abgestützt. Muskeln und Bänder fixieren auch das Quergewölbe. Allgemein kann gesagt werden, dass alle Muskeln und Bänder in Querrichtung durch die Fußsohle ziehen und zur Erhaltung des Quergewölbes dienen. Die plantare Sehnenschlinge stellt eine besonders wichtige Stütze dar. Gebildet wird sie von den Endsehnen des M. peroneus longus und M. tibiales anterior. Der Ansatz der beiden Sehnen ist jeweils immer an der Unterfläche des Os cuneiforme mediale und des Os metatarsale eins. Unter mechanisch optimalen Bedingungen geschieht die Übertragung von Druckkräften. Die beschriebenen Fußwölbungen haben Stoßdämpferfunktionen. Außerdem verleihen sie dem Gang die nötige Elastizität. Kommt es durch einen Störfaktor zur pathologischen Abflachung des Fußes, ist der Rückschluss eine Veränderung der Wölbung und die Lastverteilung des Körpergewichts auf das Fußgewölbe verändert sich ( Vgl. Kapandji, 2006, S. 216-220).

2.2 Anpassung des Fußgewölbes

Alle Wölbungen des Fußes kann man mit einem Dreieck vergleichen, dessen Seiten unterschiedlich sind. Durch plantare Bänder und Muskeln wird die Unterseite des Fußes als Basis oder Gewölbe verspannt. Von den Dorsalflexoren und den Extensoren der Zehen wird die nach oben-vorn schauende Seite besetzt. Die Beuger der Zehen und die Plantarflexoren beherbergen die rückwärtige Seite des Fußes. Zudem besitzt der Fuß drei Auflageflächen, der metatersale Punkt (A), der Kopf des fünften metatersalen Punkt (B) und dem Processus medialis calcanei (C).

Auf diese drei Punkte wird das tragende Körpergewicht verteilt. Beim Laufen und Gehen verändert sich die Verteilung deutlich. Wenn die an den jeweiligen drei Seiten wirkenden Kräfte im Gleichgewicht sind ist eine korrekte Anpassung an den Untergrund gegeben. Auf festem Untergrund bewegt sich hauptsächlich der Großstadtmensch. Die Füße sind durch Schuhe geschützt. Für das Fußgewölbe bedeutet dies, dass es sich nicht nennenswert anpassen muss. Die Gefahr ist, dass die unterstützenden Muskeln beim Laufen hypertrophieren. Die Konsequenz daraus ist die Bildung eines Plattfußes. Ratsam ist es öfters barfuß über ein felsiges Terrain oder einen Strand zu laufen.

Die Art der natürlichen Fortbewegung ist für das Gewölbe am besten geeignet und trainiert die Anpassungsfähigkeit des Fußgewölbes.

Hierbei passt sich der Fuß einem hervorstehenden Gegenstand z.B. ein Stein Ideal an, sozusagen ergreift er ihn( Vgl. Kapandji, 2006, S. 230-234).

2.3 Anatomische Topographie oberes Sprunggelenk

Die weiteren Unterpunkte beschäftigen sich mit der Anatomie des Sprunggelenks. Außerdem werden die verschiedensten Kräfteverteilungen beschrieben und dargestellt. Des weiteren wird die Biomechanik und die wirkenden Kräfte des Sprunggelenks beschrieben.

2.3.1 Oberes Sprunggelenk

In dem oberen Sprunggelenk ist der Fuß mit dem Unterschenkel gegeneinander beweglich. Die Malleolengabel bildet von proximal die Gelenksfläche. Sie bildet sich aus der Tibia und dem dazugehörigen Malleolus medialis. Hinzu kommt die distale Gelenkfläche der Tibia und Malleolus lateralis, welche ein Teil der Fibula ist. Der Talus wird von oben, medial und lateral von der Malleolengabel umfasst. Durch Malleolengabel und Trochlea tali hat das obere Sprunggelenk eine genaue Führung. Hier handelt es sich um ein einachsiges Scharniergelenk. Die Achse verläuft quer zu den inneren und äußeren Knöcheln. Es kann zwei Bewegungen ausüben, die Dorsalextension bis 30° und die Plantarflexion bis 50° (vgl. Leutert und Schmidt, 2008, S.130-131).

2.3.2 Unteres Sprunggelenk

Zwischen Talus und Calcaneus liegt das untere Sprunggelenk. Die hintere Abteilung artikuliert die hinteren Konkaven Gelenkflächen. Das Gegenstück dafür ist die Konvexe Fläche. Sie liegt auf der Oberseite des Calcaneus. Die vordere und mittlere Gelenkfläche des Talus bilden zusammen den Gelenkkopf der vorderen Abteilung.

Das untere Sprunggelenk ist gegenüber dem oberen ein einachsiges reines Gelenk. Aufgrund einer Vielzahl von Gelenkflächen ist der genaue Verlauf der Achse schwer vorstellbar. Die Grundbewegungen des unteren Sprunggelenks sind die Supination und Pronation. Wenn der Fuß nach einwärts gekantet ist und der innere Fußrand gehoben wird und gleichzeitig der äußere gesenkt, spricht man von der Supination, das Bewegungsausmaß liegt ungefähr bei 50°.

Die entgegengesetzte Bewegung stellt die Pronation dar.

Dort wird der Fuß nach auswärts gekantet, der innere Fußrand wird gesenkt und der obere Fußrand gleichzeitig gehoben. Dann liegt das Bewegungsausmaß bei ungefähr 30° (vgl. Leutert und Schmidt, 2008, S.132-133).

2.3.3 Muskelapparat

Um die willkürlichen Bewegungen des Fußes besser zu verstehen bietet sich an, einen kleinen Überblick über die Muskelgruppen und deren Bewegungen zu erlangen. Zwischen Fuß und Bein existieren fünf verschiedene Gruppen von Muskeln.

Die beginnende Gruppe geht von dem lateralen Fußrand zum lateralen Bein und führt die Plantarflexion und die Eversion des Fußes durch. Darauf folgt die zweite Gruppe. Sie zieht vom lateralen Fußrand zur Vorderseite des Beins und sorgt für die Dorsalextension und die Eversion des Beins. Vom medialen Fußrand zur Beinrückseite zieht die dritte Gruppe und verursacht die Inversion und Plantarflexion. Eine Dorsalextension und In-/Eversion führt die vierte Gruppe aus. Sie zieht von dem medialen Fußrand zum vorderen Bein. Die letzte Gruppe geht von dem Rückfuß zur Beinrückseite und sorgt hauptsächlich für die Plantarflexion. In der nachfolgenden Abbildung wird dies verdeutlicht, rechte Darstellung ist von lateral und die linke von medial (Zink, 2007, Web.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Muskeln Fuß und Unterschenkel, (aus: Zink, 2007, Web.)

2.3.4 Biomechanik Oberes Sprunggelenk

Wie bereits erwähnt, finden die Bewegungen der Flexion und Extension im oberen Sprunggelenk statt. Das OSG ist ein Scharniergelenk mit einem Grad der Freiheit. Der Talus ragt quasi zapfenartig in die Malleolengabel hinein.

In der Sagittalebene erfolgende Bewegungen des Unterschenkels gegen den Fuß werden hier festgelegt.

Das ist von besonderer Wichtigkeit, für die Fortbewegung auf ebenem und unebenem Untergrund. Die Ausmaße der Gelenkflächen in Sagittaler Richtung werden durch die Streck- und Beugebewegung bestimmt (vgl. Kapandji, 2006, 168-170). Ein Kreisbogenmaß von ca. 70° besitzt die Tibia Gelenkfläche. Anders hingegen ist es bei der Talusrolle, hier liegt das Kreisbogenmaß bei ca. 140°-150°. Die tatsächlich auftretenden Bewegungen während des menschlichen Gangs sind viel interessanter, als der theoretisch mögliche Winkel oder auch der durch aktive oder passive Bewegungen provozierte Bewegungsspielraum. Angesichts der Spannung der hinteren Kapselwand, des erhöhten Tonus des M. triceps surae, Lig. talofibulare posterius und durch Knochenhemmung, ist der Fuß bei maximaler Dorsalextension in der Endbewegung eingeschränkt. Relativ die gleichen Mechanismen kommen bei maximaler Plantarflexion zum Vorschein. Hier werden die vordere Kapselwand und das Lig. talofibulare anterior passiv gespannt.

Zudem werden die Extensoren durch ihren Tonus die Bewegung begrenzen. Die Vorder- und Hinterkante der distalen Tibia verhindern ein Herausgleiten des Talus nach dorsal und ventral, dies hilft zusätzlich der Stabilität des OSG. Das Gelenk wird durch passive und aktive Stabilisatoren in seinem Bewegungsrahmen gehalten. Hauptarbeit haben Sehnen, die das Gelenk schienen, Muskeln und die Kollateralbänder verhindern eine größere Drehbewegung im OSG (vgl. Zink, 2007, Web.).

2.3.5 Biomechanik Unteres Sprunggelenk

Ähnlich wie ein Kugelgelenk kann das USG betrachtet werden. Es ist ihm nicht möglich die zwei kugelförmigen und zylindrischen Flächen innerhalb des Gelenkes gleichzeitig gegeneinander zu bewegen. Dies geht nur dann, wenn der Flächenkontakt zwischen den Gelenkpartnern aufgehoben wird (vgl. Kapandji, 2006). An der Eversion und Inversion des Fußes ist das untere Sprunggelenk maßgeblich beteiligt. Die grob verlaufende Gelenkachse geht von medial-kranial-ventral nach lateral-kaudal-dorsal. Bei leichter Adduktion im Fuß erfolgen Bewegungen im USG.

Dort gleitet der Calcaneus nach ventral und rotiert ca. 5° gegenüber dem Talus. Umgekehrt ist das Verhalten bei der Abduktion des Fußes. Bei der Supination dreht sich der Calcaneus unter den Talus um ca. 20° nach medial. Genau umgekehrt ist dies bei der Bewegung in die Pronation. Ventral verlagert sich der Calcaneus bei der Plantarflexion und rotiert um 10°, gegensinnig wird dies bei der Dorsalextension ausgeführt (vgl. Zink, 2007, Web.).

2.3.6 Kräfte am Sprunggelenk

Die Kräfte, die beim Stehen auf das jeweilige Sprunggelenk einwirken, entsprechen in etwa der Hälfte des Körpergewichts. In der Regel sind die Kräfte jedoch größer, da der Fahnenstangen-Effekt durch Muskelspannung eintritt. Mit Hilfe eines Vektor-Diagramm kann man dies bestimmen. In der Abbildung stehen die Buchstaben A=Gesamtkraft auf Boden, R=Reaktionskraft, G= Gewichtskraft, T= Halteseil (Muskelkraft).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Vektor- Diagramm, (Karanikas, 2009),

Es gibt keine stabile Stellung des Sprunggelenks bei einer stehenden Person. Anders ist es z.B. beim Knie, dies wird von ventral verlaufenden Gewichtslinien gestützt. Der Körper wird im Sprunggelenk auf dem Gipfel des Talus balanciert. Beim Stehen auf beiden Beinen werden die Kräfte im Sprunggelenk durch das ständige Spiel zwischen den Muskeln der Dorsalextensoren und Plantarflexoren erhöht. Der Grund dafür ist, dass die Muskulatur annähernd senkrecht zu der Ebene des Sprunggelenks verläuft. Steigen die Kräfte auf das Gelenk, so erhöht sich proportional die Muskelspannung. Das gesamte Körpergewicht trägt das Gelenk im Einbeinstand und beim Gehen können die Gewichte auf das Fünffache des Körpergewichts ansteigen (vgl. Götz-Neumann, 2011, S. 43).

3 Grundlagen Gang

Von vielerlei physischen Faktoren wie das Gewicht, die Größe oder auch etwa dem Alter, ist das Gangbild des Menschen abhängig. Dazu kommen eine Menge von psychischen Faktoren, wie die Arbeit, die Freizeit oder der Lärm, welche Einfluss auf den Gang ausüben können.

Die aufgezählten Faktoren divergieren von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Anatomische Gegebenheiten der Gelenke und Knochen sind wichtig für die biomechanische Art und Weise des Gehens. Zudem ist die kognitive Fähigkeit der Person von großer Bedeutung. Der Gang ist im zentralen Nervensystem ein komplexes Gesamtprodukt aus vielen gesammelten Informationen über das Umfeld. Entscheidend sind Lichtverhältnisse oder auch die Bodenbeschaffenheit. Eine ausgeprägte Reaktionsfreudigkeit, stabiler Gleichgewichtssinn, aufrechte Haltung und die posturale Kontrolle sind wichtige und notwendige Voraussetzungen für einen funktionierenden Ablauf des Gehens (vgl. Götz-Neumann, 2006, S. 5-9). Die Ausführung des Gehens ist die Konsequenz aus vielen Entscheidungen die der Mensch trifft. Durch ständiges Rückkoppeln zwischen ausführenden Gliedern und Organen, sowie dem Gehirn wird der Gang ausgeführt. Die meisten dieser Rückkopplungs- und Entscheidungsprozesse laufen unbewusst ab. Das Gehirn ruft gespeicherte Lern- und Denkprozesse in gewissen Situationen ab und macht es sich zu Nutzen. Es ist unmöglich eine genaue Definition des perfekten Ganges zu formulieren, da verschiedenste Gangbilder existieren und zahlreiche Einflussfaktoren das normale Gehen erschweren.

3.1 Unterscheidung in Phasen

Innerhalb des Gangzyklus wird zwischen einer Stand- und einer Schwungphase unterschieden. Das Verhältnis zwischen den zwei Phasen beträgt 60% Stand- und 40% Schwungphase. Beim Laufen ist das genannte Verhältnis genau umgekehrt. Stand- und Schwungphase unterscheiden sich in weitere Teilphasen. Es wird in drei Schwung- und fünf Standphasen unterschieden. Gemeinsam erfüllen sie drei wichtige funktionelle Aufgaben. Die Gewichtsübernahme, den Einbeinstand und die Vorwärtsbewegung des Schwungbeins (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 26). Die nächsten Abschnitte beschreiben die übergeordneten Phasen des Schwingens und Stehens. Hinzu kommen die wichtigsten funktionellen Ergebnisse der Teilphasen des Gangs (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 27).

3.2 Standbeinphase

Die Standphase eines Fußes wird in fünf Teilphasen eingeteilt: Initial Kontakt, Stoßdämpfungsphase, Mittlere Standphase, Terminale Standphase und Vorschwung. Die Phasen wurden eingeführt, sodass alle Funktionen oder Störungen der einzelnen Phasen verdeutlicht werden können. Sie macht ca. 60 % der Zeitspanne des Gangzyklus aus (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 58).

Initial Kontakt (IC)

Den ersten Abschnitt der Standphase (0%) umfasst der Initial Kontakt. Er beschreibt den kurzen Moment, in dem die Ferse auf den Boden aufsetzt. Das Becken kippt nach vorne und die Hüfte ist ca. 20° flektiert. Die Gelenkstellungen des Knie- und Sprunggelenks sind von entscheidender Bedeutung für die Stoßdämpfung. Das Knie ist leicht gebeugt, das Sprunggelenk befindet sich in der Neutralposition. Der zum Teil meist aktive Muskel ist der M. tibiales anterior. Er besitzt die Aufgabe den Fuß unter dorsalextensorischer Arbeit in der Neutral-Null-Stellung zu halten. Der M. quadriceps femoris verhindert das Durchlagen des Knies. Für eine abbremsende Wirkung auf das aus der Schwungbeinphase kommende Bein, sorgen die Extensoren der Hüfte. Im Gegenzug ist das kontralaterale Bein in der mittleren Standphase (MSt.) (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 26, 33, 91).

Stoßdämpfungsphase (LR)

Während dieses Abschnitts (0-12%) reagiert das Bein und übernimmt das komplette Körpergewicht. Es beschreibt die Zeit vom initialen Bodenkontakt des Referenzbeins bis hin zum Abheben des gegenüberliegenden Beins. Gerade über den Fuß nach vorne bewegt sich der Körper. Die Gelenke sind flektiert, sodass sie die nach oben gerichtete Bewegung des Beckens möglichst gering halten können. Nach dem Absinken des Vorfußes, auch beschrieben als Fersenhebel, steht der Fuß flächig auf dem Boden und kann so die Körperhaltung stabilisieren. Durch den Fersenhebel verlagert sich das Körpergewicht Richtung Vorfuß.

Dadurch werden die vorwärts wirkenden Impulse beibehalten. Die Rotation wird durch das Becken vermindert. Um den Stoßdämpfungsvorgang zu erleichtern ist das Knie ca. 15° gebeugt. Unter exzentrischer Arbeit der Muskulatur wird das Sprunggelenk 5° -10° plantarflektiert (Götz- Neumann, 2011, S. 27, 45).

Beide der beschriebenen Vorgänge sind wichtig, damit die vertikalen Schwingungen des Schwerpunktes gedämpft werden. Alle Anteile des M. quadriceps femoris, außer der M. rectus femoris ermöglichen in engem Zusammenspiel mit der ischiokuralen Muskulatur die Kontrolle der Flexionsstellung. In einer 20° flektierten Stellung befindet sich das Hüftgelenk. Eine seitliche Beckenabkippung verhindern die Hüftabduktoren in der frühen Standphase. Während des gesamten Gangzyklus ist die Stoßdämpfungsphase der Abschnitt, indem die höchste Muskelspannung entsteht (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 27, 33, 83).

Mittlere Standphase(MSt)

Der Fuß des Standbeins empfängt in dieser Phase (12-31%) das Körpergewicht vollständig. Die Stabilisierung des Rumpfes und Beins hat einen besonderen Stellenwert, genauso der Erhalt der Vorwärtsbewegung über den sicher stehenden Fuß des Referenzbeins. Hüfte und Knie sind vollständig gestreckt und das Becken rotiert nicht mehr nach ventral, dass Sprunggelenk ist leicht in einer Dorsalextension. Exzentrisch arbeitet in dieser Phase die plantarflektierende Wadenmuskulatur. Der Abstand des Schwerpunktes vom Boden ist jetzt am größten. Am Anfang der Mittleren Standphase ist erneut der M. quadriceps femoris ohne den dazugehörigen M. rectus femoris aktiv, doch das vermindert sich bedeutend im Verlauf der Phase. Die abduktorische Muskelarbeit der Hüftabduktoren stabilisiert den Rumpf und die Hüfte (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 27, 28, 84-85).

Terminale Standphase (TSt)

Diese Periode (31-50%) beginnt mit der Vorwärtsbewegung des Körpers relativ zum Fuß des Standbeins. Fortgesetzt wird das Tragen des Körpergewichts auf einem Bein. Das Anheben der Ferse und Abrollen des Fußes stellt den Beginn der Teilphase dar und das Ende der Initiale Kontakt des gegenüberliegenden Beins. Zu diesem Zeitpunkt rotiert die andere Seite des Beckens nach vorne, dass Sprunggelenk ist 10° dorsalextendiert. Das Kniegelenk befindet sich etwa 5° flektiert und das Hüftgelenk ist in einer deutlichen Extensionsstellung von 20°. Die Ferse verliert allmählich den Bodenkontakt.

Durch die Neigung des Oberkörpers nach vorne kommt es zu einer Vordehnung der Plantarflexoren. Sie verleihen dem Sprunggelenk exzentrische Stabilität. Alle bisher aktiven Muskeln der Mittelstandsperiode beenden ihre Tätigkeit. Den Anstoß für die Vorwärtsbewegung liefern nun die Plantarflexoren. Im Terminalstand beginnen die Hüftadduktoren aktiv zu werden (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 27-30, 84).

Vorschwungphase (PSw)

Der letzte Abschnitt der Standbeinphase ist die Vorschwungphase (50-62%). Hier wird das Referenzbein durch eine schnelle Beugung in vorbereitende Stellung für die folgende Schwungbeinphase gebracht. In dieser Endperiode setzt die kontralaterale Beckenhälfte die Vorwärtsrotation fort, die Hüfte bleibt in der Neutralstellung gestreckt. Das Körpergewicht wird über den Vorfuß auf das gegenüberliegende Bein verlagert, bevor es zu der passiven Flexion von 40° kommt. Das endgültige Anheben des Referenzbeines stellt den Abschluss der Phase dar. Das Sprunggelenk befindet sich in 15° Plantarflexion, in dem Moment wird das Kniegelenk in 40° Stellung gebracht und die Hüfte wird in eine 10° Extensionsstellung eingestellt. In Vorbereitung auf die Schwungphase erhöht sich die Aktivität der Hüftbeuger. Das gegenüberliegende Bein beginnt zur selben Zeit die Standbeinphase. Es befindet sich im Übergang zwischen IC und LR (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 27-30, 84-85).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Phasen des Gangzyklus (Jessat, 2013, Web.)

3.3 Schwungbeinphase

Die Schwungbeinphase befördert das Bein nach vorne und sorgt für ein Freibleiben der Zehen während des Schwungs. Zur Innenrotation neigen Beine und Becken.

Nach außen rotiert die Tibia, um die Kniestabilität vor dem Fersenstoß zu verbessern. Eingeteilt wird die Schwungphase in drei Abschnitte, Initiale Schwung-, Mittlerer Schwung-und Terminale Schwungphase (vgl. Ludwig, 2012, S. 134).

Initiale Schwungphase (ISw)

Der Anfang des Abschnittes Initiale Schwungphase (62-75%) wird von dem Ende der Vorschwungphase markiert.

Während dieser Phase hebt sich das Bein vom Boden ab und der Oberschenkel bewegt sich nach vorne. Abschließend schwingt der Fuß zügig nach vorne, weshalb diese Phase als Beschleunigungsphase beschrieben wird. Das gegenüberliegende Bein befindet sich in LR und früher MSt. Die Teilphase ist mit dem Kreuzen von Sprunggelenk des Stand- und Schwungbeins bereits abgeschlossen (vgl. Ludwig, 2012, S. 135).

Das Sprunggelenk befindet sich in einer leichten plantarflexion. Um das Vorschwingen des Beins zu ermöglichen ist es wichtig, dass Hüft- und Kniegelenk flektiert sind. Das Kniegelenk erreicht im Verlauf der Initialen Schwungphase das höchste Ausmaß an Beugung. Es befindet sich in 60°-70° Flexion und das Hüftgelenk ist etwa 15° flektiert. Die prätibiale Muskulatur gehört zu den aktiven Muskelgruppen, welche das Sprunggelenk in plantarflektierter Stellung halten. Primär sind in dieser Phase die Hüftbeuger und die Adduktoren aktiv. Sie bringen das Bein nach vorne und kontrollieren seine Stellung. Wenig Muskelaktivität erfordert das Schwingen und Pendeln des Referenzbeins. Zu diesem Zeitpunkt ist das gegenüberliegende Bein in den Anfangszügen der MSt- Phase (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 27-30, 85-86).

Mittlere Schwungphase (MSw)

Die Mittlere Schwungphase (75-87%) findet während des Mittelstandes (MSt) des gegenüberliegenden Beins statt. Es kommt zu einer senkrechten Schienbeinstellung mit gebeugtem Knie und der Fuß schwebt in geringem Abstand über dem Boden. Die mittlere Schwungphase endet mit dieser Stellung. In Neutral-Null-Stellung wird das Sprunggelenk bewegt. Die Beugung des Hüftgelenks nimmt weiter zu, sodass eine 25° Beuge-Stellung erreicht wird. Das Kniegelenk hingegen vermindert sich passiv auf 25°. An der Rückseite des Oberschenkels wird diese Phase durch ischiokurale Muskulatur und prätibiale Muskulatur geprägt. (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 27-30).

Terminale Schwungphase ( TSw)

In der letzten Schwungphase, der terminalen Schwungphase (87-100%) kommt es zu dem Übergang von der Stand- in die Schwungbeinphase. Das Vorwärtsschwingen des Referenzbeins wird abgebremst und durch das Bewegen in eine optimale Gelenkstellung funktionell für die nächste Phase vorbereitet. Sie bewirkt das Vorbringen des Schienbeins bis hin zur vollen Extension. Durch eine Begrenzung der Knieextension wirkt sich diese Phase drastisch auf die Schrittlänge aus. Nach wie vor steht das Sprunggelenk in einer Neutral-Null-Stellung.

Das Kniegelenk wird währenddessen in der Neutral-Null-Stellung bewegt. In einer 20° Beugung befindet sich das Hüftgelenk. Das Schwingen des Beins wird durch die exzentrisch arbeitende ischiokurale Muskulatur gebremst. Der M. quadriceps femoris ist aktiv und bewegt das Knie in die Streckung. Alle zusammenwirkenden Muskelgruppen verleihen dem Kniegelenk die notwendige Stabilisierung, sodass es auf die nächste Standbeinphase vorbereitet werden kann.

3.4 Passagier und sein Lokomotor

In zwei Funktionseinheiten lässt sich der Körper während des Gehens einteilen. Die obere Körperhälfte und das Becken bilden den sogenannten Passagier. Der Lokomotor wird von Becken und Beine zusammengesetzt. Das Becken dient als Bindeglied von Lokomotor und Passagier. Muskelaktivität wird beim Gehen in beiden Funktionseinheiten ausgelöst, aber sie unterscheiden sich erheblich hinsichtlich der Funktion und Intensität voneinander. Der Passagier ist für seine eigene Ausrichtung verantwortlich. Die Physiologischen Mechanismen des Gehens sind äußerst leistungsfähig, sodass die Anforderungen an den Passagier auf das Kleinste reduziert sind. Anschließend wird es zu einer eigenen Einheit, die der Lokomotor transportiert (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 39).

3.4.1 Passagier

Genauer beschrieben besteht die Passagiereinheit aus Kopf, Nacken, Rumpf, Becken und Armen. Für die eigene Haltung ist der Passagier verantwortlich. Während des Gehens dient die Muskelarbeit von Rumpf und Nacken ausschließlich der Erhaltung der neutralen Aufrichtung mit minimalen Haltungsveränderungen.

Zum eigentlichen Akt des Gehens tragen die Arme nichts bedeutendes bei, aber sie können ihn unterstützen. Der Armschwung beinhaltet kaum passive und aktive Elemente, die für das normale Gangmuster nicht als wesentlich erscheinen. Der Passagier enthält ca. 70% des gesamten Körpergewichts (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 39-40). Kurz vor dem 10. Brustwirbelkörper innerhalb seiner Masse liegt sein Körperschwerpunkt. Ein 33 cm langer Hebel entsteht zwischen dem Niveau des Hüftgelenks und dem Körperschwerpunkt. Die Unterstützungsfläche unter dem Schwerpunkt wird durch kontrollierte Bewegungen der unteren Extremitäten gehalten.

Der aufrechte Gang wird aufgrund des ständigen Ausrichtens ermöglicht (vgl. Götz-Neumann, 2011, S. 40).

3.4.2 Lokomotor und seine vier Funktionen

Das Becken und die unteren Extremitäten sind die anatomischen Segmente der Lokomotoreinheit. Hierzu zählt das Iliosakralgelenk, Hüft-, Knie-, obere und untere Sprung- sowie Metatarsophalangealgelenke. Die knöchernen Anteile der Lokomotoreinheit dienen den Bewegungsfunktionen als Hebel. Sie kontrollieren insgesamt 57 Muskeln des jeweiligen Beins in unterschiedlicher Art und Weise die zeitliche Bewegungsabfolge und das Ausmaß der Bewegungen. Im Wechsel übernimmt jedes Bein die alleinige Aufgabe die zur Unterstützung und Fortbewegung der Passagiereinheit zuständig sind. Zu dem Zeitpunkt, indem das Körpergewicht auf dem Bein lastet, wird das kontralaterale Bein nach vorn in eine neue Position befördert und auf die bevorstehende Gewichtsübernahme vorbereitet. Dies ist wichtig um in den Einbeinstand zu kommen und dem kontralateralem Bein das Vorschwingen zu ermöglichen. Hierfür wird das Köpergewicht zuerst verlagert und zum Schluss komplett auf das Standbein übertragen. Das Becken gehört zur Lokomotor- aber auch zur Passagiereinheit. Zum einen dient es als Verbindungsglied zwischen den jeweiligen Einheiten auf der anderen Seite werden die beiden unteren Gliedmaßen miteinander verbunden. Die Bedeutung des Beckens in der Gangschule ist daher entsprechend groß.

Die vier Funktionen des Lokomotors bestehen aus der Standstabilität. Sie sorgt für eine aufrechte Position, die trotz ständig wechselnder Haltung gewährleistet ist. Die zweite Funktion beinhaltet die Fortbewegung. Bei ihr wird eine antreibende Kraft erzeugt. Die Stoßdämpfung sorgt dafür, dass der Aufprall des Körpergewichts auf den Boden gedämpft wird. Die letzte Funktion beinhaltet die Energieeinsparung, durch funktionelles Bewegen wird die Muskelarbeit reduziert (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 42).

3.4.3 Bodenreaktionslinie

Während des ruhigen Standes verläuft die Bodenreaktionslinie vom Zentrum des Kopfes zum ausgehenden Körpervektor etwa 1 cm vor dem 4. Lendenwirbelkörper. Diese verläuft knapp hinter dem Hüftgelenk und anterior am Kniegelenk vorbei und mündet ca. 1,5-5 cm vor dem Sprunggelenk in den Fuß.

Eine wichtige Aufgabe des Körpergewichts ist die Ausrichtung. Zu sämtlichen Zeitpunkten des Gehens und Stehens wird die Wirkung des Körpergewichtes auf die Stabilität von Körpervektor oder Bodenreaktionskraftvektor bestimmt. Kommt das Körpergewicht auf den Boden, werden dort Kräfte von gleicher Stärke erzeugt.

Diese jedoch wirken in entgegengesetzte Richtung zum Körper hin (Newtons 3. Gesetz). Mit geeigneten Geräten können diese Kräfte gemessen werden und anhand eines Vektor der Bodenreaktionslinie dargestellt werden. Auf alle Gelenke wirken drei Kräfte, das eigene Körpergewicht, was zum Boden drängt. Zudem kommt die Bänderspannung in den jeweiligen beanspruchten Bereichen und zum Schluss die Muskelaktivität. Weitere Informationen werden bereits im Kapitel 2.3.4 Kräfte am Sprunggelenk thematisiert (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 43-44).

3.4.4 „ Rocker“- Funktionen

In eine nach vorne gerichtete Bewegung soll das nach unten strebende Körpergewicht umgewandelt werden. Die nötigen Schritte für diesen Vorgang werden von dem Kalkaneus, Sprung- und Metatarsophalangealgelenke eingeleitet. Die bei der Umwandlung ablaufenden komplexen Vorgänge beruhen auf der Mechanik des Kipphebels, auch Rocker genannt. Von der Muskelaktivität werden diese Vorgänge gesteuert und es wird Ihnen erlaubt ein kontrolliertes Abrollen des Körpergewichts in drei aufeinanderfolgende Phasen auszuführen. In der Abhängigkeit zu der jeweils leistenden Aufgabe ergibt sich für die Dauer der einzelnen Phasen ein individueller Drehpunkt. Er besitzt einen spezifischen Kipphebelmechanismus und eine eigene Bewegungsachse. An dieser Stelle wird das Körpergewicht mit Unterstützung des jeweiligen Kipphebels über die Basis Ihres Drehpunktes hinweg, ein kleines Stück nach vorne bewegt. Das Körpergewicht wird durch die drei Rocker-Funktionen über den Fuß nach vorne hinabgerollt. Vergleichbar ist es mit einem Schaukelstuhl (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 44-48).

Heel- rocker- Funktion:

Der während der Gewichtsübernahme durch das nach vorne fallende Körpergewicht auf das Stand beinerzeugte Schwung, wird durch den sogenannten Heel rockers erhalten.

Dieser findet während der IC und LR statt und macht wie bereits in Kapitel 3.2 0-12% des Gangzyklus aus. Die Bodenreaktionskraftlinie befindet sich hinter dem Sprunggelenk und löst einen Plantarflexionsdrehmoment aus. Der Bodenkontakt wird aufgrund der runden Oberfläche des Tuber calcanei hergestellt (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 44-45).

Ankle- rocker Funktion:

Diese Funktion beschreibt die genaue Muskelkontrolle der Dorsalextension in dem jeweiligen Sprunggelenk. Zu einer stabilen Basis wird die Tibia, weil sich die Wadenmuskulatur kontrahiert und es zu einer Extension im Kniegelenk kommt. Gleichzeitig findet die Vorwärtsbewegung des Unterschenkels statt, damit die Weiterführung des Beines ermöglicht werden kann. Hauptsächlich findet die Ankle- rocker Funktion in der MSt Phase statt. Durch das Bewegen der Bodenreaktionslinie begibt sich das Sprunggelenk nach vorne und löst daher einen zunehmenden Drehmoment aus (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 46-47).

Forefoot- rocker Funktion:

Die letzte Funktion ermöglicht eine weitere Vorwärtsbewegung des Beins, bei weiter zunehmend kontrollierter Dorsalextension, in dem jeweiligen Sprunggelenk. Für diesen Vorgang wird die Ferse vom Boden abgehoben und die Forefoot- rocker Funktion findet während der TSt Phase statt. Die Bodenreaktionskraftlinie liegt nun an den Metatarsalköpfchen und die Ferse hebt sich ab. Ist das Körpergewicht über den Drehpunkt hinaus nach vorne gekommen, entsteht eine beschleunigte Vorwärtsbewegung des Körpers (vgl. Götz- Neumann, 2011, S. 45-47).

1. Heel- rocker 2. Ankle- rocker 3. Forefoot- rocker

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Abb. 4: „Rocker“ –Funktionen (Götz- Neumann, 2011, S. 45-47)

4 Assessments in der Physiotherapie

Assessments sind in der Physiotherapie nicht wegzudenken. Sie haben eine komplexe Fähigkeit, um Probleme des Patienten zu erfassen. Sei es bei der Gehfähigkeit oder bei der allgemeinen Selbstständigkeit des Patienten. Anhand auserwählter Kriterien bedarf diese Erfassung einer systematischen Beurteilung. Die spätere Einschätzung des Assessments erfolgt über den Patienten oder den Therapeuten. Hierbei wird das Ergebnis meistens in einem Zahlenwert dargestellt. Die andere Möglichkeit ist es, das Ergebnis in Worte zu fassen. Hierbei spricht man von qualitativen Daten.

Assessment geben Auskunft, ob der Patient für ihn selber wichtige Aktivitäten ausübt und an seinem Sozialleben teilhaben kann. Darüber hinaus können Aussagen über die Verbesserung der Lebensqualität gegeben werden. Dies ist ein zentrales Ziel in einer physiotherapeutischen Behandlung (Oesch et al; 2007, S. 19-26).

4.1 Wissenschaftliche Gütekriterien

Ob ein Assessment oder Testverfahren für den physiotherapeutischen Befund und die spätere Verlaufsdokumentation relevant ist, müssen die unterschiedlichen Verfahren bestimmte Kriterien erfüllen. Dabei ist es wichtig, dass diese die Wissenschaftlichkeit und Aussagekraft bestätigen. Diese sind die Reliabilität, Validität und Reponsität. Außerdem spielt die Praktikabilität auch noch eine wichtige Rolle. Man muss dazu sagen, dass die Praktikabilität stark abhängig von monetären und zeitlichen Faktoren ist. Eines der drei Hauptgütekriterien der Wissenschaft ist die Reliabilität, sie gilt als ein synonym für die Zuverlässigkeit oder die Reproduzierbarkeit. Um die Reliabilität zu überprüfen, wird ein Test unter den gleichen Voraussetzungen ausgeführt um auf die Ergebnisgenauigkeit einzugehen. Penible Abweichungen sollen vermieden werden damit die Aussagekraft des Ergebnisses nicht geschmälert wird. Eine hohe Reliabilität weißt ein Messverfahren auf, sodass die Ergebnisse bei abermaligem Messen unter den gleichen Voraussetzungen erkannt werden und sich ein Zusammenhang bildet. Mit dem Korrelieren der Messreihen oder Tests wird die Stärke des Zusammenhangs erreicht. Die Intersession-Reliabilität vergleicht die Stärke des Zusammenspiels, den Korrelationskoeffizienten, zweier oder mehrere zeitlich von einander unabhängiger Tests, die von der gleichen Stichprobe entnommen wurden (vgl. Oesch et. Al; 2011, S. 27-28). Die folgenden zwei Hauptgütekriterien sind ferner zu nennen. Als wichtigstes Kriterium gilt die Validität. Sie beschreibt den Vorgang ob ein Test misst und was er vorgibt. Die Gültigkeit eines Tests ist demnach die Validität.

Sie misst, ob und in welchem Ausmaß ein Messwerkzeug ein bestimmtes Merkmal wahrnimmt. Das dritte und damit letzte wissenschaftliche Gütekriterium ist die Objektivität eines Tests. Wenn diverse Testanwender zum gleichen Ergebnis gelangen spricht man von der Objektivität. Von der Standardisierung eines Messverfahrens oder einer Erhebungsmethode ist die Objektivität abhängig. Weitere wichtige Faktoren sind die Auswahl eines Studiendesigns und die Kontrolle von Störgrößen. Wird dies vernachlässigt, kann es zu einer Minderung der Objektivität eines Tests kommen (vgl. Oesch et. Al. 2011, S 25-26). Die kommenden Assessments wurden auf verschiede in der Wissenschaft gebräuchliche Gütekriterien überprüft. Außerdem sind Assessments hilfreich, um emanzipierter und effizienter mit anderen verschiedenen Berufsgruppen zu kommunizieren. Zudem soll der Inhalt und die Ergebnisse der Arbeit professionell nach außen gebracht und dargestellt werden.

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Ende der Leseprobe aus 105 Seiten

Details

Titel
Handballerfuß-Evaluation. Auswirkungen der medronics-Einlage von mediteam®
Untertitel
In Kooperation des HSC 2000 Coburg
Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands Campus Bamberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
105
Katalognummer
V365514
ISBN (eBook)
9783668452480
ISBN (Buch)
9783668452497
Dateigröße
3780 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fuß, Fußgewölbe, Sprunggelenk, Sprungkraft, Biomechanik, Anatomie, Profisport, Handball, Assessments, Laufbandanalyse, Innendruckmessungen, Gangzyklen, Fragebogen, Ballsport, Bundesliga
Arbeit zitieren
Johannes Weber (Autor), 2017, Handballerfuß-Evaluation. Auswirkungen der medronics-Einlage von mediteam®, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365514

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