Hatte die Baupolitik von Augustus eine Bedeutung für die Stadt Rom?


Seminararbeit, 2016

16 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Augustus’ Leben

3. Bauphasen unter Augustus
3.1. Baupolitik während der Triumviratszeit
3.2. Bis zum Tod Agrippas
3.3. Bis zum Tod des Augustus

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„σπεῦδε βραδέως· ἀσφαλὴς γάρ ἐστ' ἀμείνων ἢ θρασὺς στρατηλάτης“.[1]

„Eile mit Weile. Vorsicht ist nämlich für einen Heerführer besser als Verwegenheit.“[2]

Dies ist ein bekanntes Zitat des ersten römischen Kaisers der Geschichte, Octavian, auch besser bekannt unter seinem Ehrennamen Augustus, der die Stadt Rom durch seine Baupolitik verwandelte. Dies schilderte auch schon der römische Schriftsteller Sueton[3] in seiner Biographie über Octavian wie folgt:

Rom, das nicht entsprechend der Würde des Reichs baulich ausgestattet war und Überschwemmungen und Feuerbrünsten ausgesetzt war, hat er in einem solchen Maß verschönern lassen, daß er sich mit Recht rühmen konnte, „eine Stadt aus Marmor zu hinterlassen, wo er eine aus Ziegeln übernommen hatte.“[4]

Der Verlust wichtiger Kommentarwerke über die Architektur der damaligen Zeit war enorm.[5] Man hatte allerdings das Glück, dass die zehn Bücher über die Architektur „de architectura libri decem“ des Architekten und Ingenieurs Vitruvius, der zur Zeit des Augustus schrieb, erhalten geblieben sind und man somit einen Einblick in die damaligen Zeit bekommt.

In der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit soll die Baupolitik Augustus’ untersucht werden, auch im Hinblick darauf, ob sie eine Bedeutung für die Stadt Rom beinhaltete. Hierzu wird zunächst ein kleiner Einblick in Augustus’ Leben dargelegt, anschließend werden verschiedene Bauphasen der Stadt Rom unter Augustus genauer betrachtet.

2. Augustus’ Leben

Octavian, besser bekannt unter seinem Ehrennamen Augustus wurde am 23. September 63 v. Chr. geboren.[6] Den Namen Octavian erhielt er nach einem römischen Brauch zufolge, denn seine Familie waren Octavii, und wie es oft der Fall war, bekam er als Erstgeborener den Vornamen seines Vaters, Gaius. Demzufolge entstand sein Name Gaius Octavius.[7]

Einzelheiten über die Kindheit sowie die Jugend einzelner Personen erweckten in der damaligen Zeit wenig Interesse, daher lassen sich wenige Informationen über Augustus Kindheit finden.[8]

C. Octavius[9] ging mit Atia die zweite Ehe ein, mit der er Augustus sowie dessen ältere Schwester Octavia bekam.[10] Atia war die Tochter von M. Atius Balbus und Iulia, der Schwester des C. Iulius Caesar.[11]

Aber in seinem letzten Testament setzte er als Erben die Enkel seiner Schwester ein, Gaius Octavius zu drei Vierteln, Lucius Pinarius und Quintus Pedius für das verbleibende Viertel; ganz zum Schluß des Testaments adoptierte er sogar Gaius Octavius in Familie und Namen.“[12]

Als Großneffe Caesars erbte Augustus drei Viertel des Erbes, was ihn somit zum Haupterben machte sowie zum Träger seines Namens.[13]

Augustus trat die Erbschaft Caesars an, er hatte vierundvierzig Jahre die Macht im Staat. Aus Rache für die Ermordung Caesars führte Augustus insgesamt fünf Bürgerkriege in Mutina, Philippi, Perusia, Sizilien und Actium.[14] Für ihn wurde sogar das alte republikanische Amt des Princeps Senatus mit neuen Ermächtigungen ausgestattet.[15] Die augusteische Ära erbrachte eine gelungene Wendung von Kunst und Architektur sowie auch in der politischen Geschichte Roms, all dies prägte die Stadt Rom.[16]

Augustus war einmal verlobt und ganze drei Mal verheiratet.[17] Verlobt war er mit der Tochter des P. Servilius Isauricus, die Verlobung löste sich allerdings wieder, denn im November 43 v. Chr., zur Gründung des Triumvirats, heiratete er die Stieftochter des Antonius, Claudia, ein 11 oder 12 Jahre altes Mädchen.[18] Nach dem Bruch der Ehe ging er seine zweite Ehe mit Scribonia ein, vor allem auch aus politischen Gründen. Diese Ehe hielt ebenso nicht lange an, denn Augustus lernte Livia, die Frau des Tiberius Claudius Nero kennen und heiratete sie 38 v. Chr. Die Ehe hielt bis zu seinem Tod.[19]

Augustus empfing eine Ehrung wie vor ihm kein Anderer.[20] Nach der Konsekration[21] Caesars konnte sich Augustus als Sohn einer Gottheit bezeichnen und wurde sogar selbst zu seinen Lebzeiten im östlichen Teil des Reiches vergöttert. Das Ganze wurde gekrönt durch den Verleih des Namens Augustus durch den Senat am 13.Januar 27 v.Chr., welcher ihn „[...] über den menschlichen Bereich hinaus in die göttliche Sphäre [...]“[22] hob. Niemandem vor ihm wurde so eine Ehrung zugesprochen.

Augustus hinterließ die folgenden, schlecht überlieferten Worte kurz bevor er starb:[23]

„ἐπεὶ δὲ πάνυ καλῶς πέπαισται, δότε κρότον καὶ πάντες ἡμας μετὰ χαρᾶς προπέμψατε.“[24]

Anschließend entließ er alle. Augustus verstarb am 19.August 14 n. Chr. unter den Küssen seiner Frau Livia mit den Worten: „Livia, gedenke stets unserer Ehe und lebe wohl!“ [25] Die letzten Worte des Augustus klingen zu schön, um wahr zu sein an. Man bekommt den Eindruck, als sei die Sterbeszene und seine dazugehörigen letzten Worte inszeniert. Es kommt einem die Frage auf, was in seinem Leben wurde noch alles inszeniert?

3. Bauphasen unter Augustus

Bevor Augustus an der Macht war, befand sich Rom in einem schlechten Zustand und entsprach nicht dem baulichen Aussehen der Hauptstadt eines Reiches.[26] Schon im Jahr 182 v. Chr. machte man sich über das rückständige Aussehen der Stadt lustig. Weder der Senat, noch einzelne Große kümmerten sich um das Stadtbild Roms, anders wie beispielsweise die Städte Campaniens und Latiums, welche sich gemeinsam an der Errichtung von Heiligtümern und moderner, öffentlicher Gebäude beteiligten. Vor allem nach den ersten großen Krisen 133-121 v. Chr. wurden beispielsweise Erneuerungsarbeiten an Tempeln, Versorgungsbauten sowie die Infrastruktur wie Wasserleitungen, Brücken und Straßen höchst vernachlässigt. Kurz vor seinem Ende, erkannte Caesar die schlechte bauliche Verfassung der Stadt und nahm das Problem in Angriff. Er wollte beispielsweise den Tiber umleiten und eine hellenistische Stadt mit rechtwinkligen Straßen und Plätzen bauen. Nach seinem Tod hinterließ er den Bau Augustus.

In Augustus’ Schrift Res gastae divi Augusti in Kapitel 19 ist notiert, welche Gebäude er erneuern lassen hat:

Kapitel 19

„Curiam et continens ei Chalcidicum templumque Apollinis in Palatio cum porticibus, aedem divi luli, Lupercal, porticum ad circum Flaminium, quam sum appellari passus ex nomine eius qui priorem eodem in solo fecerat

Octaviam, pulvinar ad circum Maximum, aedes in Capitolio lovis Feretri et lovis Tonantis, aedem Quirini, aedes Minervae et lunonis Reginae et lovis

[...]


[1] Vgl. Sueton. Aug. 25,4.

[2] Vgl. Sueton. Aug. 25,4.

[3] Gaius Suetonius Tranquillus wurde wahrscheinlich 70 n. Chr. geboren und verstarb nach 122 n. Chr. Bekanntheit gewann er durch seine Werke in denen er über das Leben der Kaiser berichtete.

[4] Vgl. Sueton, Aug. 28.

[5] Vgl. hierzu und zu den weiteren Angaben im vorliegenden Textabsatz Schollmeyer, Patrick: Handbuch der antiken Architektur. Darmstadt, 2013. S.9.

[6] Vgl. Bengtson, Hermann: Kaiser Augustus. Sein Leben und seine Zeit. München, 1981. S. 12.

[7] Vgl. Galinsky, Karl: Augustus. Sein Leben als Kaiser. Darmstadt/Mainz., 2013. S. 12.

[8] Vgl. Ebd. S.11.

[9] Vater des Augustus, etwa 101-51 v. Chr.

[10] Vgl. Sueton, Aug. 4,4.

[11] Vgl. Ebd. Aug. 4,4.

[12] Vgl. Suet, Caes. 83,3 in Schäfer, Thomas und Bringmann, Klaus: Augustus und die Begründung des römischen Kaisertums. Berlin, 2002. S. 131.

[13] Vgl. Ebd. S. 25.

[14] Vgl. Suet. Aug. 9.

[15] Vgl. Andreae, Bernd: Römische Kunst, von Augustus bis Constantin. Darmstadt/Mainz, 2012. S.49.

[16] Vgl. Zanker, Paul: Augustus und die Macht der Bilder. München, 1987. S. 329.

[17] Vgl. Bengtson, Hermann: Kaiser Augustus. Sein Leben und seine Zeit. München, 1981. S. 115.

[18] Vgl. Ebd. S.115.

[19] Vgl. Ebd. S.115.

[20] Vgl. Augustus: Res gestae divi Augusti. Übersetzt in: E. Weber (Hrsg.): Augustus. Res Gestae Divi Augusti. Meine Taten. München, 1970. S.50.

[21] Die Konsekration ist die Vergöttlichung des verstorbenen Kaisers Caesar.

[22] Vgl. Augustus: Res gestae divi Augusti. Übersetzt in: E. Weber (Hrsg.): Augustus. Res Gestae Divi Augusti. Meine Taten. München, 1970. S.50.

[23] Vgl. Ebd. S.51.

[24] Vgl. Suet. Aug. 99,1. Übersetzung: „Wenn nun das Ganze Euch wohl gefallen hat, so klatscht Beifall, und entlasst uns alle mit Dank nach Hause.“

[25] Vgl. Suet. Aug. 99,1.

[26] Vgl. hierzu und zu den weiteren Angaben im vorliegenden Textabsatz Zanker, Paul: Augustus und die Macht der Bilder. München, 1987. S.28-30.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Hatte die Baupolitik von Augustus eine Bedeutung für die Stadt Rom?
Hochschule
Universität Stuttgart
Note
2,0
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V365696
ISBN (eBook)
9783668449091
ISBN (Buch)
9783668449107
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hatte, baupolitik, augustus, bedeutung, stadt
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Hatte die Baupolitik von Augustus eine Bedeutung für die Stadt Rom?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365696

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Hatte die Baupolitik von Augustus eine Bedeutung für die Stadt Rom?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden