Nachrichtenmagazine in der Sekundarstufe II


Seminararbeit, 2004
17 Seiten, Note: gut

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Sachanalyse
2.1 Definition eines Nachrichtenmagazins
2.2 Die drei wichtigsten deutschsprachigen Nachrichtenmagazine

3. Bewertung des Einsatzes von Nachrichtenmagazinen im Unterricht
3.1 Vorteile der Nachrichtenmagazine gegenüber anderen Medien
3.1.1 Vorteile gegenüber dem Schulbuch
3.1.2 Vorteile gegenüber den Tageszeitungen und anderen Zeitschriften
3.2 Nachteile der Nachrichtenmagazine gegenüber anderen Medien
3.3 Bewertung des Einsatzes von Nachrichtenmagazinen gegenüber anderen Medien

4. Zielsetzung bei der Arbeit mit Nachrichtenmagazinen
4.1 Allgemeine Ziele
4.2 Zielsetzung und Übungsmöglichkeiten im Deutschunterricht

5. Konkrete Unterrichtsgestaltung anhand eines ausgewählten Artikels
5.1 Auswahl des Artikels durch die Lehrkraft
5.2 Planung einer Unterrichtseinheit
5.3 Verlauf der ersten Unterrichtsstunde
5.3.1 Einstiegsphase
5.3.2 Erarbeitungsphase
5.3.3 Festigungsphase
5.4 Auswertung der Unterrichtseinheit

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Viele Zeitungsverlage haben seit geraumer Zeit zu spüren bekommen, dass der Anteil Jugendlicher an der Leserschaft ihrer Tageszeitungen kontinuierlich sinkt. Unter anderem um diesen Trend entgegenzuwirken versuchen mehrere Verlage das Interesse am Lesen und Schreiben durch kooperative Zusammenarbeit mit den Schulen zu fördern. Ein Beispiel dafür stellt das Projekt „Zeitung in der Schule“ dar, das von der Süddeutschen Zeitung ins Leben gerufen wurde.[1] Durch den nachweisbaren Erfolg dieser und ähnlicher Projekte stellt sich die Frage nach, neben den Tageszeitungen, weiteren Alternativen zum gewöhnlichen Schulbuch. Es gilt daher die thematisch weitreichenden und in einer Vielzahl am Pressemarkt erscheinenden Zeitschriften hinsichtlich ihrer Verwendungsmöglichkeiten im Unterricht, und im Besonderen im Deutschunterricht zu beurteilen. Die vorliegende Arbeit behandelt die Sorte der Nachrichtenmagazine im Einsatz in der Sekundarstufe II, demzufolge die Einbeziehung politischer Wochenzeitschriften in den Deutschunterricht der elften Jahrgangsstufe und der Kollegstufe. Diese Ausführung wird sowohl eine sachanalytische Abhandlung als auch eine praktisch orientierte Unterrichtsgestaltung beinhalten. Die Sachanalyse umfasst eine für den Einstieg unabdingbare Definition dieser Magazinsorte, sowie eine kurze Darstellung der drei wichtigsten deutschsprachigen Magazine. Zu diesen zählen das seit 1947 in Hamburg erscheinende Magazin „Der Spiegel“, sowie der oftmals unter der Rubrik der Illustrierten verzeichnete „Stern“, und das jüngste in diesem Themenbereich publizierte Magazin „Focus“, welches seit Februar 1993 auf dem Zeitschriftenmarkt publiziert wird. Um die grundsätzliche Arbeit im Unterricht mit politischen Magazinen in den zu behandelnden Jahrgangsstufen kritisch bewerten zu können, werden im weiteren Verlauf der Arbeit die Vor- und Nachteile eines Einsatzes der erwähnten Zeitschriften sowohl gegenüber dem traditionellen Schulbuch als auch gegenüber den Tageszeitungen im Deutschunterricht herausgestellt. Daraufhin wird eine Erläuterung über die allgemeinen, daher nicht fachspezifischen Ziele aufzeigen, welche verschieden Zielsetzungen mit der Einbeziehung von Nachrichtenmagazinen verfolgt werden können. Anschließend steht explizit die Zielsetzung beim Einsatz im Deutschunterricht im Mittelpunkt. Diese im Voraus erstellten Analysen sollen daraufhin zu der Konstruktion einer möglichen Unterrichtseinheit beitragen, die mit einem ausgewählten Artikel aus dem Magazin „der Spiegel“ unter Einbeziehung des Lehrplans für die 11. Jahrgangsstufe am Gymnasium erstellt wird. Abgeschlossen wird die Arbeit durch eine Zusammenfassung des Themas, in der die Eignung einer Arbeit mit Nachrichtenmagazinen in der Sekundarstufe II bewertet werden soll, und zudem die am sinnvollsten erscheinenden fächerübergreifenden Möglichkeiten genannt werden.

2. Sachanalyse

2.1 Definition eines Nachrichtenmagazins

Unter einem Nachrichtenmagazin versteht man eine politische Zeitschrift mit in der Regel wöchentlicher Erscheinungsweise. Neben den politischen Themenspektrum, das sowohl innen- als auch außenpolitische Bereiche abdeckt, werden zudem auch andere gesellschaftliche Bereiche, wie Wirtschaft, Wissenschaft, Technik, Sport, Medien und auch kulturelle Themen behandelt. Präsentiert werden die Beiträge, die nach den erwähnten Themen nach Sparten geordnet werden, in Form einer Story oder Nachrichtengeschichte mit zumeist ausführlichen Hintergrundinformationen, was einen charakteristisches Element für einen Artikel eines Nachrichtenmagazins im Gegensatz zu z.B. Tageszeitungen darstellt. Hervorzuheben ist zudem die interpretierende Darstellungsweise sowie der besondere sprachliche Stil, der sich u.a. aus Modewörtern und Neologismen zusammensetzen kann. Kennzeichnend für diese Sorte von Zeitschriften ist zudem ein umfassendes Redaktionsarchiv, das durch gezielte Recherche mit vergleichsweise hohem Personalaufwand zusammengetragen wird und die Ausführlichkeit der Artikel ermöglicht. Die ersten Nachrichtenmagazine erschienen im amerikanischen und angelsächsischen Raum und bildeten als „news magazins“ eine neue Rubrik am Zeitschriftenmarkt. Vorreiter war das amerikanische „Time Magazine“, das bereits seit dem Jahr 1923 erscheint. Zehn Jahre später, seit dem Jahr 1933 erschien wiederum in den USA mit dem Magazin „Newsweek“ ein weiteres Nachrichtenmagazin. Das erste europäische politische Magazin „News Review“ ist in Großbritannien erstmals 1936 publiziert worden. Mittlerweile erscheinen in beinahe allen europäischen Ländern Zeitschriften dieser Sorte, die wie z.B. „L’Express“ in Frankreich oder „L’Europeo“ in Italien bestimmte Merkmale von Inhalt und Aufmachung des ursprünglichen Typs übernommen haben.[2]

2.2 Die drei wichtigsten deutschsprachigen Nachrichtenmagazine

Nach dem Zweiten Weltkrieg bildeten sich in Hamburg nun auch am deutschen Markt zwei Zeitschriften, die zu den Nachrichtenmagazinen zu zählen sind. Das älteste Magazin „Der Spiegel“, der von Beobachtern dem sozial-liberalen politischen Spektrum zugeordnet wird, erschien erstmals 1947 und erreicht derzeit mit einer Auflage von 1,08 Mio. Ausgaben insgesamt 5,66 Mio. Lesern. Ein Jahr später kam mit dem Magazin „Stern“, das seit dem Jahr 1948

publiziert wird erstmals ein Konkurrenzmagazin für den Spiegel auf den Markt. Oftmals wird der „Stern“ auch der Sparte der Illustrierten zugerechnet. Jedoch unterscheidet sich der Stern, der mit einer Auflage von 1,09 Mio. insgesamt 7,40 Mio. Lesern erreicht, durch sein überwiegend politisches Themenspektrum erheblich von anderen Illustrierten und kann durchaus zu den Nachrichtenmagazinen gezählt werden, auch wenn sich gewisse Unterschiede in der Themenauswahl zum „Spiegel“ als auch zum jüngsten deutschen Nachrichtenmagazin „Focus“ feststellen lassen. Das Magazin „Focus“ setzte seit seiner Ersterscheinung im Jahr 1993 neue Maßstäbe in der graphischen Gestaltung und propagierte offensiv die Konkurrenzstellung zum altbewährten, und wohl durch die mangelnde direkte Konkurrenz etwas unmodern gebliebenen „Spiegel“. In der Zwischenzweit allerdings lassen sich keine gravierenden Unterschiede in der graphischen Bearbeitung, der Anzahl der Farbbilder und allgemein beim Layout bei den drei erwähnten Zeitschriften feststellen, da sowohl „Der Spiegel“, als auch der „Stern“ dem in München erscheinenden „Focus“ in seiner modernen Gestaltungsweise folgten. Was die Auflage betrifft, liegt die Zeitschrift „Focus“ mit einer derzeitigen Auflage von 800.000 Ausgaben knapp hinter den beiden etablierten Magazinen, erreicht jedoch trotzdem über sechs Millionen Leser und damit mehr als der „Spiegel“.[3]

3. Bewertung des Einsatzes von Nachrichtenmagazinen im Unterricht

3.1 Vorteile der Nachrichtenmagazine gegenüber anderen Medien

3.1.1 Vorteile gegenüber dem Schulbuch

Der sehr einfach nachvollziehbare Vorteil beim Einsatz von Zeitschriften bzw. Magazinen ist durch die Aktualität der verwendeten Ausgaben gegenüber einem Schulbuch gegeben. „Der Nachteil verminderter Aktualität lässt sich in Sprachbüchern kaum vermeiden, wenn man […] bedenkt, […] dass didaktische Hilfen immer in einem längerfristigen Arbeitsprozess entstehen.“[4] Neben diesem Faktor erweckt durchaus die Tatsache, dass jeder Schüler eine eigene Ausgabe erhält, ein mögliches gesteigertes Interesse der Schüler, da zudem ja auch die Artikelauswahl nach der klassenspezifischen Interessensausrichtung gewählt werden kann. Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch die zahlreichen fächerübergreifenden Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz bieten. Je nach aktueller Themenlage lassen sich jederzeit Verknüpfungen zu den Fächern Geschichte, Sozialkunde und Wirtschaft/Recht herstellen. Durch das breite Themenspektrum, das in jeder Ausgabe eines Nachrichtenmagazins vorliegt, lassen sich auch Verbindungen auch zu Fächern wie Musik, Kunst, Sport, Erdkunde, Informatik oder auch, wenn man beispielsweise an die ausführliche und kontrovers geführte Berichterstattung im Frühjahr 2004 bezüglich des Kinofilms „Das Leiden Christi“ denkt, zum Fach Religion herstellen. Gerade die breite Palette an Themen bildet einen bedeutenden Vorteil gegenüber dem oftmals veralterten und in seiner Themenauswahl eingeschränkten Schulbuch und ermöglicht eine direkte Einbeziehung der Schüler in die aktuelle gesellschaftliche, politische und ökonomische Lebenswelt außerhalb der Schule. Auch in sprachlicher Hinsicht besitzt die in Nachrichtenmagazinen vorzufindende Reportage einen Vorteil gegenüber einem Schulbuchtext, da „in dieser Darstellungsform, die dem Journalisten einen weiten Spielraum für Thematik und Stil lässt, […] eine individuelle Note des Schreibens besonders deutlich wird.“[5]

[...]


[1] Vgl. Kühner, Heinerich (1996): Schüler als Journalisten. In: Profil. Das Magazin für Gymnasium und Gesellschaft 4, S. 13-15, hier S. 13.

[2] Vgl. Brockhaus-Enzyklopädie (1991), Bd. 15, 19. Aufl., Mannheim, s.v. Nachrichtenmagazin, S. 285.

[3] Alle Auflags- und Leserzahlen beziehen sich auf: <http://www.medienmarkte.de/artikel/unternehem/041904_spiegel_bilanz.html > (22.06.2004)

[4] Jansen, Elke (1996): Die Tageszeitung im Deutschunterricht. In: Brand, Eva / Brand, Peter u.a. (Hg.): Die Zeitung im Unterricht. Medienkundliches Handbuch, 5. Aufl., Aachen-Hahn, S. 263-280, hier S. 263.

[5] Brand, Peter / Schulze, Volker (1991) (Hg.): Die Zeitung. Medienkundliches Handbuch, Aachen-Hahn, S. 126.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Nachrichtenmagazine in der Sekundarstufe II
Hochschule
Universität Regensburg  (Germanistik)
Veranstaltung
Proseminar II Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Note
gut
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V36607
ISBN (eBook)
9783638361811
ISBN (Buch)
9783638790147
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit thematisiert die Einbindung von Nachrichtenmagazinen, wie "Spiegel" oder "Focus" ,in den Unterrichtsablauf im Fach Deutsch. Die Ausführung beinhaltet eine Sachanalyse, eine Bewertung des Einsatzes bzw. der Einbindung, eine Zielsetzung sowie eine Darstellung einer möglichen Unterrichtsgestaltung.
Schlagworte
Nachrichtenmagazine, Sekundarstufe, Proseminar, Didaktik, Sprache, Literatur
Arbeit zitieren
Thomas Daffner (Autor), 2004, Nachrichtenmagazine in der Sekundarstufe II, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36607

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