Green Logistics. Ökologische Aspekte und Ansätze zur Emissionsreduktion


Hausarbeit, 2015

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

III. ALLGEMEINE HINWEISE

1. Einleitung

2. Grüne Logistik
2.1. Definitionen
2.2. Notwendigkeit
2.3. Ansätze zur Emissionsreduktion

3. Praxisbeispiel Deutsche Post DHL Group
3.1. Unternehmensportrait
3.2. GoGreen Produkte und Services der Deutsche Post DHL Group

4. Bewertung von GoGreen-Logistik von DHL
4.1. Stärken
4.2. Schwächen

5. Handlungsempfehlung

6. Fazit

IV. Literaturverzeichnis

VI. Abbildungsverzeichnis

III. ALLGEMEINE HINWEISE

Zur sprachlichen Vereinfachung wird im folgenden Text die männliche Form verwendet. Weibliche Personen sind damit aber in gleicher Weise gemeint.

1. Einleitung

Zunehmend mehr Konsumenten entwickeln ein Bewusstsein für die Bedeu- tung des Schutzes von Umwelt und natürlichen Ressourcen und berück- sichtigen in ihren Kaufentscheidungen, ob die Produkte von ökologisch nachhaltigen Unternehmen stammen.[1] Gesellschaftlich unverantwortliches Verhalten von Unternehmen gerät heutzutage zudem verstärkt in den Fokus der kritischen Öffentlichkeit, wie jetzt jüngst die Volkswagen (VW) - Abgasaffäre zeigte. Ende September 2015 wurde aufgedeckt, dass VW einer Reihe seiner Diesel-Fahrzeuge eine Software einbaute, die die Messung des Schadstoffausstoßes bei Abgastests manipulierte. Im Nor- malbetrieb würden die gesetzlichen Höchstgrenzen dann aber um bis zum 400-fachen überschritten, stellte die kalifornische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) fest.

VW erlitt durch den bewussten Betrug an den Kunden einen erheblichen Reputationsschaden. Der Konzern verzeichnete Kaufrückgänge, insbesondere bei den Modellen mit Dieselmotor und machte seit über 20 Jahren Verluste in Milliardenhöhe, die sich bereits im Quartalsabschluss Oktober 2015 zeigten.[2] Durch solche Vergehen rücken die verheerenden Folgen des Klimawandels wieder ins öffentliche Bewusstsein und die umweltbelastende Transport- und Logistikbranche steht dabei ebenfalls immer mehr im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.[3] Mit der vorliegenden Arbeit verfolgt der Autor das Ziel, dem Leser das

Thema Green Logistics näher zu bringen. Als Grundlage dafür dient eine theoretische Einführung in das Konzept Green Logistics. Dabei werden zunächst verschiedene Definitionen aufgegriffen, die Notwendigkeit des Themas erläutert und erste Ansätze hinsichtlich möglicher Emissionsreduk- tionen aufgeführt. Anhand des Logistikunternehmens DHL soll der Einsatz von Green Logistics in der Praxis veranschaulicht werden, mit dem Ziel zu ermitteln, inwiefern das Unternehmen ökologische Aspekte beachtet und zu einer Emissionsreduktion beiträgt. Hierfür erfolgt eine Untersuchung des Unternehmens hinsichtlich Stärken und Schwächen seines GoGreen Produkte und Services Portfolios.

Im letzten Kapitel werden für den Konzern Empfehlungen hinsichtlich möglicher Verbesserungen seines Beitrages zur Emissionsreduktion ausgesprochen.

2. Grüne Logistik

2.1.Definitionen

Logistik umfasst alle Aufgaben zur integrierten Planung, Koordination, Durchführung und Kontrolle der Güterflüsse sowie der güterbezogenen Informationen von der Entstehung bis hin zum Verbrauch. Die Bedeutung der Logistik hat im Wesentlichen durch die Globalisierung stark zugenom- men und mit erhöhtem Transportaufkommen kommt einer nachhaltigen Logistik eine Schlüsselrolle zu.

In der Fachliteratur gibt es keine allgemeingültige Definition von Nachhal- tigkeit. Die von der Europäischen Union eingesetzte Brundtland Kommissi- on[4] definierte im Jahre 1987 Nachhaltigkeit „als eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“[5]. Das darauf basierende Nachhaltigkeitskonzept besteht aus drei Säulen, der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit [6] Die Brundtland Kommission sieht die Notwendigkeit, dass auf der gesamtwirtschaftlichen Ebene alle drei Säulen gleichermaßen berücksichtigt werden, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.[7] Die Integration von Umwelt- und Ressourceneffizienz in logistische Entscheidungsprozesse ist eine Frage der ökologischen Verantwortung[8], daher ist Green Logistics - grüne Logistik- auch als Teil des Umweltmanagements anzusehen. Es gilt somit, Logistik so umweltverträglich wie möglich zu gestalten. Im Gegensatz zur nachhaltigen Logistik bezieht sich die Grüne Logistik lediglich auf den Einklang der beiden Säulen Ökonomie und Ökologie.[9]

In Wissenschaft und Praxis existiert derzeit keine einheitliche Begriffsbe- stimmung zum Begriff Green Logistics. Laut dem lastmile logistics netzwerk Gelsenkirchen werden unter Green Logistics CO2-arme Logistikdienstleistungen (53%), umweltschonende Technik bei Fahrzeugen, Anlagen und Abläufen (63%), Carbon Footprint (26%) und Effizienzsteigerung (53%) verstanden.[10]

Laut Wittenbrink ist Green Logistics ein „nachhaltiger und systematischer Prozess zur Erfassung und Reduzierung der Ressourcenverbräuche und Emissionen, die aus Transport- und Logistikprozessen in und zwischen Unternehmen resultieren“.[11]

In der wissenschaftlichen Literatur haben sich im Laufe der Zeit zahlreiche Definitionen herausgebildet, in der vorliegenden Arbeit stützt sich der Autor auf die Definition von Keuschen und Klump und betrachtet Green Logistics als die Integration des Umweltaspektes in die bestehenden Logistikprozes- se.[12]

2.2.Notwendigkeit

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das weltweite Klima deutlich erwärmt. Die globale Jahresmitteltemperatur ist seit Beginn des 20. Jahr- hunderts um 0,74 Grad Celsius angestiegen.[13] Eine Erwärmung von über 2 Grad hat bereits weitreichende Folgen wie Wasserknappheit, Überflutun- gen, Verlust der biologischen Vielfalt und Beginn eines unumkehrbaren Abschmelzprozesses der Eisschilde Grönlands und der westlichen Arktis.[14] Das Klimagas CO2 spielt bei der Erderwärmung eine wesentliche Rolle.

Die Logistikindustrie ist eine der Hauptquellen von CO2-Emissionen und nach Angaben des Weltklimarates IPCC für 13,1% der weltweiten Treib- hausgase -den Passagiertransport inkludiert- verantwortlich.[15] Die Globa- lisierung und das Wirtschaftswachstum erfordern einen höheren Bedarf an Logistikdienstleistungen. Da sich dieser Trend weiter fortsetzt, wird somit auch die Treibhausgasemission der Logistikindustrie weiter zunehmen.[16]

2.3.Ansätze zur Emissionsreduktion

Die Transport- bzw. Verkehrsleistung hat sich in den vergangenen Jahren immer überproportional zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) entwickelt. Dies zeigt sich in der Transportintensität, dem Verhältnis aus tkm und BIP. Eine nachhaltige Senkung der Transportintensität ist nicht in Sicht, demnach müsse das BIP mit einem möglichst unterproportionalen Zuwachs an Transportleistung verbunden werden, um verkehrsbedingte Emissionen zu reduzieren.[17] In dem Zusammenhang ist die Fahrleistung zu betrachten, da die verkehrs- und umweltrelevanten Aspekte des Güterverkehrs sich erst mit dieser Dimension sinnvoll abbilden lassen, da diese relevant für die Emissionsbelastung sind. Die Fahrleistungen sind in den vergangenen Jahren weniger stark gestiegen als die Transportleistungen, dennoch ist die Entwicklung kritisch zu beobachten[18], zumal die absoluten CO2- Emissionen des Straßengüterverkehrs im letzten Jahrzehnt um 11% angestiegen sind und trotz der Verbesserung der Kraftstoffeffizienz von Nutzfahrzeugen und Flugzeugen dieser positive Effekt durch die zuneh- mende Anzahl der Transportmittel sowie die immer größeren zurückgeleg- ten Entfernungen mehr als aufgehoben werden.[19]

Die bedeutendste politische Regulierung für eine nachhaltige Logistik spiegelt sich im Kyoto-Protokoll von 2005 wider. Hier wurde eine Reduzie- rung der Treibhausgasemission der Industrieländer um durchschnittlich 5,2% im Vergleich zu 1990, bis zum Jahre 2012 beschlossen.[20] Als ergän- zende bzw. weiterführende Regelung einigten sich auf europäischer Ebene die Staats- und Regierungschefs der EU auf die „20-20-20 Strategie“ in 2008. Diese beinhaltet eine gemeinsame Reduktion der Treibhausgas- emissionen um 20%, einer Erhöhung des Anteils an regenerativen Ener- gien um 20% sowie einer Steigerung der Energieeffizienz um ebenfalls 20%. Dem zu Grunde liegen Messungen aus dem Jahre 2012. Die EU sieht sich hierdurch als Vorreiter in puncto Klimaschutz. Auf nationaler Ebene hat die Bundesregierung im August 2007 Eckpunkte für ein inte- griertes Energie- und Klimaprogramm vorgelegt, welche derzeit in konkre- ten Gesetzen umgesetzt werden. Hierdurch sollen Treibhausgasemissionen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40% gegenüber 1990 reduziert werde.[21]

[...]


[1] Vgl. Straube/ Nagel (2010), S. 1.

[2] Vgl. Frankfurter Rundschau (2015).

[3] Vgl. Wittenbrink (2015), S. 1.

[4] Die Brundtland Kommission, auch Weltkommission für Umfeld und Entwicklung genannt, veröffentlichte im Jahre 1987 den Report „Unsere gemeinsame Zukunft“, in dem erstmals das Konzept der nachhaltigen Entwicklung formuliert und definiert wurde.

[5] Brundtland-Bericht, 1987, S.54.

[6] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon.

[7] Vgl. Loew, T., 2004, S. 70. Abgerufen am 03.10.2014

[8] Vgl. Straube/ Nagel (2010), S. 39.

[9] Vgl. Fiedler (2010), S. 11.

[10] Vgl. Keuschen/ Klump (2012), S. 19.

[11] Wittenbrink, (2015), S. 1.

[12] Vgl. Keuschen/ Klump (2012), S. 20.

[13] Vgl. Wittenbrink (2014), S. 297.

[14] Vgl. Umweltbundesamt (2015).

[15] Vgl. Deutsche Post DHL, Delivering Tomorrow (2010).

[16] Vgl. ebenda, S. 35.

[17] Vgl. Wittenbrink (2015), S. 15.

[18] Vgl. ebenda, S. 16.

[19] Vgl. ebenda, S. 3.

[20] Vgl. Straube/ Nagel (2010), S. 5.

[21] Vgl. ebenda, S. 6.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Green Logistics. Ökologische Aspekte und Ansätze zur Emissionsreduktion
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Hellweg-Sauerland GmbH
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V366450
ISBN (eBook)
9783668452169
ISBN (Buch)
9783668452176
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Logistik, Green Logistics, DHL, Grüne Logistik
Arbeit zitieren
Angela Strehlow (Autor), 2015, Green Logistics. Ökologische Aspekte und Ansätze zur Emissionsreduktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366450

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