Der Wortschatz eines Kindes. Type-Token-Analyse der Nomen und Verben


Hausarbeit, 2015

11 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Auswertungsmethoden
2.1 Qualitative Bestimmungen des kindlichen Lexikons: Die Type-Token­Relation

3. Untersuchung des Wortschatzes von Cosima
3.1 Vorwort
3.2 Häufigkeit von Nomen und Verben (Quantitative Analyse)
3.3 Verhältnis der Types und Token (Qualitative Analyse)

4. Auswertung des Wortschatzes
4.1Quantitative Auswertung
4.2 Qualitative Auswertung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Frage, wie weit der Wortschatz eines Kindes in einem bestimmten Alter entwi­ckelt ist und ob dieser norm-bzw. altersgerecht ist, beschäftigt nicht nur die Eltern der jeweiligen Kinder. Die Spracherwerbsforschung nutzt verschiedene Verfahren, um den Wortschatz von Kindern in verschiedenen Lebensphasen, auf verschiedene Aspekte, zu untersuchen.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, den Wortschatz des Mädchens Cosima zu untersuchen und eine Aussage über ihren sprachlichen Entwicklungsstand treffen zu können.

Die Arbeit ist in zwei Teile gegliedert. Im Theorieteil wird vorerst eine allgemeine Einführung in das Thema Auswertungsmethoden in der Spracherwerbsforschung ge­geben. Im Fokus stehen sowohl qualitative, als auch quantitative Aspekte. Die Type­Token-Analyse soll dabei als zentrale Messmethode dienen. Im darauf folgenden Praxisteil soll die Sprachprobe von Cosima unter diesen Aspekten analysiert werden. Dafür werden zunächst die Ergebnisse ihrer Probe dargestellt und im Anschluss aus­gewertet. Im Fazit soll eine zusammenfassende Aussage über Cosimas Wortschatz getroffen werden können.

Als wissenschaftliche Grundlage und Vergleichswerte dieser Arbeit, dienen haupt­sächlich die Ergebnisse aus Kauschkes Studie von 2000. Diese untersucht ausge­wählte Aspekte des Lexikonerwerbs im zweiten und dritten Lebensjahr eines Kindes.

2. Auswertungsmethoden

Um gesammelte Sprachbeispiele von Kindern zu analysieren, können Auswertungs­verfahren verwendet werden, die entweder auf quantitative oder qualitative Aspekte forciert sind. Die quantitative Analyse bestimmt u. a. die Häufigkeit von Nomen und Verben und stellt somit die Menge der sprachlichen Äußerungen dar. Bei der qualita­tiven Analyse werden Beziehungen zwischen Äußerungsphänomenen hergestellt. Ein mögliches Messverfahren der qualitativen Analyse ist die Type-Token-Analyse, die im folgenden genauer erklärt wird (vgl. Kauschke, Christina: Der Erwerb des früh­kindlichen Lexikons: Eine empirische Studie zur Entwicklung des Wortschatzes im Deutschen. GunterNarr Verlag, Tübingen, 2000, 93)

2.1 Qualitative Bestimmungen des kindlichen Lexikons: Die Type-Token­Relation

Grundlage für qualitative Messmethoden ist die Unterscheidung zwischen „token“ und „type“. Token sind nach Bußmann, die in einem Text vorkommende Wortformen (vgl. Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. Alfred Kroner Verlag, 2008, 83). Types sind, die in einem Text, vorkommenden, unterschiedlichen Wortfor­men (vgl. ebd.). Beispielweise enthält der Satz „Mama kocht, weilMama gut kochen kann.“ sieben Token, aber nur fünf Types {Mama, kochen, 'weil, gut, können).

Die Type-Token-Analyse, oder auch Type-Token-Relation/Ratio (TTR) ist „eine aus der Statistik übernommene Terminologie zur Unterscheidung zwischen einzelnen sprachlichen Äußerungen (=token) und der Klasse der diesen Äußerungen zugrunde­liegenden abstrakten Einheiten {=types).“ (Bußmann 2008, 812). Die TTR kann demnach als ein Instrument zur Messung der Wortschatzvielfalt verstanden werden. „Die Type-Token-Ratio (TTR) bildet den Quotienten aus Types und Token. In tradi­tionellen Type-Token-Messungen wird die Gesamtzahl der Types durch die Gesamt­zahl der Token geteilt.“ (Kauschke 2000, 81). Dieses Verfahren kann auf verschiede­ne Arten genutzt werden. So kann die Anzahl aller, in einem bestimmten Ausschnitt, vorkommender Wörter durch die Anzahl der verschiedenen Wörter geteilt werden. Um aber eine differenziertere Aussage über den Wortschatz eines Kindes zu treffen, ist es sinnvoller verschiedene Wortklassen getrennt voneinander zu betrachten, da diese die gesamte TTR bestimmen. So wird die Verb-TTR beispielsweise ebenfalls mit einer Division der Gesamtzahl der verschiedenen Verben, durch die Gesamtzahl der Verben bestimmt (vgl. Kauschke 2000, 83). Damit wird, nach Kauschke, die lexikalische Vielfalt für eine spezielle Wortart betrachtet (ebd.). Die TTR kann demnach Aufschluss darüber geben, ob ein Kind einen reichhaltigen oder stereotypen Wortschatz aufweist. Der TTR-Wert liegt zwischen 0 und 1, wobei sich der 1 annähernde Wert auf einen großen Wortschatz hindeutet. Zusätzlich müssen, um eine Aussage über den Wortschatz eines Kindes zu treffen, weitere Aspekte berücksichtigt werden. So ist es möglich, dass eine Situation, die Verwendung einer bestimmten Wortart provoziert und somit einen Fehlschluss über die sprachlichen Fähigkeiten des Kindes zulassen könnte. Beispielsweise werden beim Bilderbuch-Gucken mit einem Kind, vermutlich häufiger Nomen verwendet werden, da diese als Indikator für das Gesehene genutzt werden.

3. Untersuchung des Wortschatzes von Cosima

3.1 Vorwort

Cosima ist zwei Jahre, fünf Monate und 13 Tage alt. In dem bearbeiteten Transkript befindet sie sich in ihrem Kinderzimmer, in der Wohnung ihrer Eltern und beschäf­tigt sich mit ihrem Spielzeugherd und einigen Töpfen. Zusätzlich anwesende Perso­nen, welche auch als Kommunikationsfiguren agieren, sind die Beobachterin Frau Rigol und Cosimas Mutter. Die transkribierte Situation umfasst eine Dauer von 30 Minuten.

3.2 Häufigkeit von Nomen und Verben (Quantitative Analyse)

Cosima produziert in den 30 Minuten 336 Wörter, von denen 65 Wörter Verben und 47 Wörter Nomen sind (Namenswörter wurden weder in der Analyse, noch in der Angabe der Gesamtwortzahl beachtet). Wie in Diagramm 1 deutlich wird, besteht ihr Wortschatz zu 19% aus Verben und zu 14% aus Nomen. Es ist also erkennbar, dass Verben in Cosimas (situativen) Wortschatz im Vergleich zu der Verwendung von No­men leicht dominieren.

3.3 Verhältnis der Types und Token (Qualitative Analyse)

Diagramm 2 zeigt die Type-Token-Verteilung von Cosima in dem transkribiertem Ausschnitt: Von den 47 produzierten Nomen-Token sind 21 Nomen-Types. Damit liegt die Nomen-TTR bei ca. 0,45. Von den 65 produzierten Verb-Token sind 31 Verb-Types. Die Verb-TTR liegt damit bei ca. 0,48.

45% der produzierten Nomen und 48% der Verben sind also verschiedene Wortfor­men.

Wie auch bei der quantitativen Messung ist erkennbar, dass Verben in Cosimas Wort­schatz (geringfügig) häufiger und differenzierter gebraucht werden.

Diagramm 1: Verhältnis der Wortarten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diagramm 2: Verhältnis der Type-Token Verteilung von Nomen und Verber

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Der Wortschatz eines Kindes. Type-Token-Analyse der Nomen und Verben
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Deutsch als Zweitsprache)
Veranstaltung
Spracherwerb
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V367539
ISBN (eBook)
9783668460928
ISBN (Buch)
9783668460935
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spracherwerb, Type-Token
Arbeit zitieren
Finja Hindenburg (Autor), 2015, Der Wortschatz eines Kindes. Type-Token-Analyse der Nomen und Verben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367539

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