Der Begriff der Antinomie in Hegels "Differenzschrift". Welche Rolle spielt dabei die Differenzierung von Verstand und Vernunft?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

21 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhalt

1. Einführung

2. Aufgabe und Bedürfnis der Philosophie
2.1 Die Geschichtlichkeit der Philosophie
2.2 Hegels Diese der notwendigen Entzweiung
2.3 Der Widerstreit von Verstand und Vernunft

3. Der absolute Widerspruch als Antinomie
3.1 Ein Beispiel der Durchführung einer Vernunfthandlung: Hegels antinomi sehe Deutung des Identitätssatzes „A = A“

4. Schluss

Bibliographie

1. Einführung

Die vorliegende Untersuchung beruht auf der Annahme, Hegels Differenzschrift[1] von 1801 sei - über die Funktion eines Kommentars zur Philosophie Kants, Fichtes, Schellings und Reinholds hinaus - ein Dokument genuin hegelscher Gedanken. Die eigenständigen Betrachtungen Hegels werden dabei als Ausdruck der Bemühung gehandelt, der Philosophie seiner und mit ihr aller Zeit zu einem geläuterten Selbstverständnis zu verhelfen.[2] Die Philosophie gewinnt sich selbst, indem sie sich aus der Diagnose der Entzweiung heraus, über die Aufhebung der Differenz, auf die Erschließung der absoluten Identität hin ausrichtet. Aufhebung heißt hier, „sich gegen das absolute Fixieren der Entzweiung durch den Verstand“ zu setzen und dies „um so mehr, wenn die absolut Entgegengesetzten selbst aus der Vernunft entsprungen sind“[3]. Die für alle Vernunft - sei sie historisch oder systematisch orientiert - geltende Zielsetzung ist also die Einsicht in die eigene Produktion der Gegensätze. Solche Aufhebungsbestrebungen hinsichtlich der Differenz sind emblematisch für Hegels damalige geistige Stoßrichtung, die nach Ludwig Siep auf nichts Geringeres abzweckt, als eine „systematische Durchführung der Aufgabe einer Überwindung der Entzweiungen in der Kultur der Zeit, ja im neuzeitlichen Denken überhaupt“[4]. Die „Durchführung der Aufgabe“ geschieht sowohl in systematischer als auch in philosophiehistorischer Hinsicht: Hegel verwesentlicht in der Differenzschrift die agonalen Verhältnisse der damaligen Problemgeschichte des nachkantischen Idealismus, sieht sie als zwei Seiten derselben Geisteslage an und gewinnt über eine Bewusstmachung und Umwertung der geistigen Irrtümer der Zeit seinen Zugang zum Absoluten. Dieses Absolute ist in der neuzeitlichen Philosophie durch eine unvereinbar scheinende Differenz von Subjektivität und Objektivität verdeckt.

Die Verwesentlichung der Gegensätze findet ihren systematischen Niederschlag in einem Gedankenkomplex, der in dieser Arbeit über ein hinreichendes Verständnis des darin geprägten und angewandten Antinomiebegriffs erschlossen werden soll. In Hegels Verständnis der Antinomie wird nämlich das Verhältnis von Identität und Differenz insofern neu verhandelt, als der Widerspruch und die nach Kant für alle spekulierende Vernunft vorliegende Wesensnotwendigkeit des Widerspruchs positiv gewendet werden - im Zuge genannter Verwesentlichung der faktisch vorliegenden, agonalen Verhältnisse.

Dieser eigenständige Anteil der Differenzschrift, der in Hegels „allgemeinen Reflexionen“ zum Ausdruck kommt, horizontiert den Skopus der anstehenden Auslegung des hegelschen Antinomiebegriffs. Um diesen allgemeinen Teil als systematischen Gedankenzusammenhang darzustellen, scheint es angebracht, die spezifische Problemstellung und den Lösungsvorschlag Hegels an einigen für zentral befundenen Stellen nachzuzeichnen. Deshalb will ich zunächst explizieren, was Hegel unter der „Aufgabe“ und dem „Bedürfnis der Philosophie“ versteht. Dann soll es darum gehen, der hegelschen Aufwertung der Antinomie nachzuspüren. Der Gesamtkomplex der Antinomie ist nämlich an verschiedenen Momenten wiedererkennbar. Die Gegensätze von Vernunft und Verstand, Reflexion und Spekulation sind nur ein Beispiel der hegelschen Entfaltung einer antinomischen Zweiteilung der Totalität. Dabei zeigt sich: Die Totalität kann folgerichtig nur über eine Inklusion des widersprüchlichen Moments im Absoluten wiederhergestellt werden. Diese antinomische Auslegung kann auf der Basis dieser Leitfragen geprüft werden: Welches systematische Gewicht erhält die Antinomie in der Differenzschrift in Bezug auf die Vergegenwärtigung der Totalität als das philosophische Bedürfnis? Wodurch lässt sich die Antinomie überhaupt als wesenhaft in der Totalität verankern? Welche Rolle spielt dabei die Differenzierung von Verstand und Vernunft?

Der systematische Stellenwert der Differenzschrift in Hegels Gesamtwerk scheint in der Forschung umstritten. Siep betont zum Beispiel, dass die Differenzschrift keinen Anfang der philosophischen Entwicklung Hegels markiere, sondern im Zeichen des sogar früher angelaufenen Versuchs stehe, „ein eigenes philosophisches System zu entwerfen“[5]. Andere Autoren wie Gutschmidt argumentieren gegen das teleologisch gedachte Vorhandensein hegelscher Motive avant la lettre[6]. Das Typisch Hegelsche‘ in der Differenzschrift kann aber doch (wenn auch nicht gerade als teleologisch bestimmt) im Hinblick auf die Phänomenologie und die Logik zumindest sinnvoll (etwa als ,protodialektisch‘) ausgedeutet werden.[7] Die vorliegenden Gedanken bewegen sich aufgrund dieser Schwierigkeiten jedenfalls in einem weitgehend ,werkimmanenten Rahmen‘, der freilich (den in der Differenzschrift angelegten Bezügen zu Kant, Fichte, Schelling und anderen entsprechend) von selbst nach außen hin geöffnet ist.[8] Historisierende Einordnungsversuche der Differenzschrift ins Gesamtwerk Hegels sind meines Erachtens dann müßig, wenn sie den im „allgemeinen Teil“ der Differenzschrift explizierten Anspruch überhören, gerade die Eigentümlichkeiten der zeitgemäßen Philosopheme zu Gunsten der Wesenseinsicht in die eine, ewige Philosophie umdeuten zu wollen. Davon abgesehen, welche Geschichtsdeutung die ,richtige‘ wäre, ist es meines Erachtens heuristisch gesehen einfach sinnlos, den Anspruch eines Werks apriorisch zu verwerfen, da hierbei nur ein anderer Anspruch implizit zum Tragen käme, der dann aber, gemäß der Aufgabe einer historischen Bezugnahme, nicht hinreichend thematisch würde und so am eigenen Selbstverständnis Mangel litte. Insofern ist das zunächst anstehende Kapitel darauf aus, den genannten Anspruch der Differenzschrift zu übernehmen, in dieser Übernahme allerdings sachlich zu reflektieren.

2. Aufgabe und Bedürfnis der Philosophie

Um zu verstehen, weshalb der Widerspruch im Gewand der Antinomie eine so wichtige Rolle in der frühen Philosophie Hegels spielt, ist es unerlässlich, jene Partien des Kapitels „Mancherlei Formen, die bey dem jetzigen Philosophiren Vorkommen“[9] zu untersuchen, wo „Aufgabe“ und „Bedürfniss der Philosophie“ behandelt werden. Dabei soll klar werden, auf welchem Grund die eingangs benannte Verstrickung der historischen und systematischen Dimension der Differenz gelingen kann und weshalb der Widerspruch und das Absolute dann Hand in Hand dann im Begriff der Antinomie auftreten müssen. Für Siep steht Hegels Methodenreflexion, zu der ich in Kapitel 3 kommen werde, ebenso wie seine „Bestimmung der Aufgabe [...] der Philosophie“ im Zeichen der „philosophischen Entwicklung“ Hegels „im vorhergehenden Jahrzehnt, auch seines Verständnisses der Philosophie als eines kulturellen und politischen Faktors“[10]. Dadurch ist Hegels Selbstverständnis und mithin jenes der Geschichte in einen umfassenden Sinnhorizont eingeschrieben, welcher, wie in Kapitel 2.2 dargelegt wird, wesentlich durch die Entzweiung bestimmt ist. Vor einer Auslegung der Entzweiungsthese will ich aber noch Hegels Problematisierung der Geschichtlichkeit der Philosophie thematisieren.

2.1 Die Geschichtlichkeit der Philosophie

Bedenkt man den eingangs dieses Kapitels zitierten Schlusssatz der Differenzschrift, scheint das im ersten Teil der Differenzschrift entfaltete Geschichtsverständnis Hegels bereits ein Niederschlag jenes Bewusstseins zu sein, das die Unvereinbarkeit von Identität und Differenz ablehnt, indem es sich davor hütet, thetisch vor der Fülle des philosophiehistorischen Materials zu resignieren. Das von Hegel idealisierte Geschichtsbewusstsein spricht sich aber nicht etwa für eine philosophia pereymiş aus, die ihre Überzeitlichkeit nur über den Ausschluss ihrer Zeitlichkeit gewinnt, sondern zu Gunsten eines Korrektivs der Geschichtlichkeit als solcher, welche den Aspekt der wesenhaften Vermittlung philosophisch immerwährender Inhalte im Medium der Vernunft in den Vordergrund rückt.

Auch schon vor der Vollendung seiner Geistphilosophie war die Geschichte für Hegel in gewisser Hinsicht eine ,sinnhafte‘ Einrichtung. Gerade die geistigen Entwicklungen seiner Zeit veranlassten ihn jedoch zu einer hermeneutisch reflektierten Haltung, die hier anhand des Unterkapitels „Geschichtliche Ansicht Philosophischer Systeme“[11] expliziert werden soll. In diesem Titel ist implizit nämlich bereits auf einen Gegensatz hingewiesen, der bis heute dem akademischen Denken unauflöslich anhaftet: auf jenen zwischen einer historischen und einer systematischen Betrachtungsweise. Bezeichnend für Hegels globale Vermittlungsabsichten ist aber die Bereitschaft, das System immer schon unter dem Aspekt der Geschichtlichkeit zu betrachten. Hegels Pointe ist, dass dabei die Geschichtlichkeit aufs Engste mit der Möglichkeit ihrer Überzeitlichkeit verbunden wird. Als solche ist also die Erfahrung der Geschichtlichkeit und Partikularität eines philosophischen Systems, bei gleichzeitiger Möglichkeit zur Vermittlung von Denkwegen über klimatische und zeitliche Abgründe hinweg, ein erster entscheidender Anlass dafür, das Zusammenfallen von Widersprüchlichkeiten im Ganzen zu denken.

Dieses , Ganze‘, welches eine so ungemein wichtige Rolle in der gesamten Differenzschrift spielt, zeigt sich dem geschichtsbewussten Philosophen nämlich zunächst als eine leidlich ungeordnete Last historischer Fülle. Schon eineinhalb Jahrhunderte vor Nietzsche bestand also die Gefahr für das philosophische Subjekt, von der Historie und der Menge „philosophischer Systeme“ geschlagen in eine „Indifferenz“ abzufallen, die zeitweilig noch „bis zur Neugierde aus sich herausgeht“. Die dabei gezeitigte „Mannigfaltigkeit verständiger Begriffe und Meinungen“ sei aber „keine Philosophie“[12], meint Hegel. Die Philosophie hat sich also ihrer spezifischen Differenz zur Vielwisserei (das heißt zur Akkumulation einzelner Kenntnisse) zu versichern. Und dies vermag sie nur über die Verbindung mit einer wie auch immer gearteten Einheit, sowohl auf der Seite des Systems wie auf der Seite seiner Gegenständlichkeit. Eine vernünftige Vergegenwärtigung der Einheit des absoluten Lebens, „das ewig entgegensetzend sich bildet“[13], steht folglich dem Gegensatz von zeitloser Philosophie und ihrer partikularen Gestalt unvereinbar gegenüber.

Die Unvereinbarkeit dieses Gegensatzes wird von Hegel aber so eingeführt, dass der Gegensatz noch ein Index der Verblendung durch Indifferenz zu sein scheint. Die totale Sicht zeichnet sich folglich dadurch aus, dass sie den Gegensatz in sich auflöst, indem sie nie Vollständigkeit auf inhaltlicher Ebene zu beanspruchen vermeint, sondern diese Totalität selbst ist. Denn wer sich nicht mit der Akkumulation bloßer „Kenntnisse von Meinungen“[14] und einfachen Fortschrittsthesen zufrieden gibt, worin der historisch Spätere zugleich reicher an Wissen wäre, der wird ein Freund derjenigen Erkenntnis, „dass es Wahrheit gibt“[15]. Erkennen, „dass es Wahrheit gibt“ heißt, sich einen angemessenen Begriff der überzeitlich agierenden und sich im Leben selbst verwirklichenden Vernunft zu verschaffen. Die Vernunft bringt hier nicht einfach bloß historisierbare Meinungen hervor, sondern ihren vielgestaltigen Ausdruck des Absoluten, dessen adäquate Deutung das Ziel der genuin philosophischen Bemühung sein sollte. Denn „das Absolute“ ist nach Hegel „ewig ein und dasselbe“[16]. Die Vernunft erweist sich so als die „Erscheinung“ des Absoluten. Die Erscheinung des Gegensatzes ist demnach nur aus der Welt zu schaffen, indem anerkannt wird, dass ,,[d]as Wesen der Philosophie [...] gerade bodenlos für Eigenthümlichkeiten“ sei. Hegel öffnet den historischen Blick stattdessen für die „Thätigkeit der einen und allgemeinen Vernunft auf sich selbst“[17]. Diese Tätigkeit ist die „Spekulation“ für Hegel und wird sich vor allem in Kontrast zur gemeinen Reflexion als vernünftig profilieren.

Für Hegel ist die Philosophie keine „Art von Handwerkskunst“[18], welche durch eine arbeitsteilige Problemlösungsethik Schritt für Schritt immer näher an das Ziel vollendeten Wissens gelangt, sondern sie fordert eine ewige Anstrengung des Einzelnen. Diese Anstrengung kann aber nie isolierte Ereignisse zeitigen, welche dann als „entfremdende Objektivationen“[19] begriffen werden müssten, sondern nur solche, welche unter verwandten Geisteskräften verstanden werden können. So gesehen beglaubigt sich die eine allgemeine Vernunft in Vermittlung mit einzelnen Denkern selbst: „Der lebendige Geist, der in einer Philosophie wohnt, verlangt, um sich zu enthüllen, durch einen verwandten Geist gebohren zu werden[20] Und der einzelne Denker verleiht seinen Gedanken die Dignität philosophischer Erkenntnis (im Kontrast zu bloß doxographischer Kenntnis), indem er seine Individualität und die anderer nicht als Eigentümlichkeiten partikularisiert, sondern darin einen Ausdruck der Vernunft wiedererkennt:

Das wahre Eigenthümliche einer Philosophie ist die interessante Individualität, in welcher die Vernunft aus dem Bauzeug eines besondern Zeitalters sich eine Gestalt organisirt hat, die besondre spekulative Vernunft findet darin Geist von ihrem Geist, Fleisch von ihrem Fleisch, sie schaut sich in ihm als ein und dasselbe und als ein anderes lebendiges Wesen an.[21]

Zimmerli setzt genau hier mit seiner Bestimmung von Hegels „geschichtlicher oder kritisch­philosophischer Einstellung“[22] [23] ein. Und am Eingang der Differenzschrift steht deshalb der für den Vergleich der Philosophie Fichtes und Schellings programmatisch folgenreiche Satz: „Jede Philosophie ist in sich vollendet und hat, wie ein echtes Kunstwerk, die Totalität in sich.“23

2.2 Hegels These der notwendigen Entzweiung

Wird von der „wahren Philosophie“[24] verlangt, dass sie immer wieder die Anstrengung der Aufhebung der Gegensätze ihrer partikularen Erscheinung und ihres überzeitlichen Gehalts vollzieht, so ergibt sich daraus Hegels Formel eines eigentlichen Anlasses zur Philosophie, gefasst im Begriff des „Bedürfnisses“, das als solches überzeitliche Bedeutung gewinnt. Denn es ist keine Eigentümlichkeit der hegelschen Zeit, dass sich das Bewusstsein in ihr vor unvereinbare Gegensätze gestellt sieht. Vielmehr ist die jeweilige Problemlage philosophischen Denkens nur als „besonder[e] Form, welche die Entzweyung trägt“[25] anzusehen. Philosophie entsteht nach Hegel immer aus der Not einer „zerrissenen Harmonie“ heraus. Mithin ist das Vorhandensein philosophischer Bemühungen bereits ein Index für die allgegenwärtige Entzweiung, die ihrerseits „der Quell des Bedürfnisses der Philosophie“[26] ist. Der Gang solcher Philosophie ist fortan durch die Wiederherstellung der verlorenen Einheit bestimmt.

Dabei ist es entscheidend, dass auf dieser ,metaphilosophischen‘ Ebene bereits die entscheidende Denkbewegung vollzogen wird, welche Hegels antinomische Interpretation des Widerspruchs in Verbund mit der Totalität leiten wird. In einer Art dialektischem Dreischritt liest Hegel aus der Bedürfnisreflexion den Königsweg aus der Entzweiung heraus. Die Entzweiung als solche wird als die wesenhafte Invarianz zeitlich partikularer Erscheinungen des Absoluten vorgestellt und ist nur „als Bildung des Zeitalters die unfreye gegebene Seite der Gestalt“[27]. Dadurch bereitet Hegel die Notwendigkeitsthese der Entzweiung vor, die sich aus besagter Dialektik heraus ergibt. Im nächsten Schritt hält Hegel fest, dass sich das, was bloße „Erscheinung des Absoluten“ ist, als isoliert vom Absoluten wahmimmt und „sich als ein Selbstständiges fixirt“[28]. Durch diese Fixierung wird der Gegensatz absolut gesetzt, die eigene Vermitteltheit mit dem Absoluten jedoch ausgeklammert, die Herkunft aus dem

[...]


[1] Der ungekürzte Titel lautet: Differenz des Fichteschen und Schellingschen Systems der Philosophie und wurde in Beziehung auf Reinholds Beiträge zur leichtern Übersich t des Zustands der Philosophie zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts verfasst. Die vorliegende Untersuchung übernimmt die in der Forschung gängige V erdichtung Differenzschrift.

[2] Die angestrebte Läuterung des Selbstverständnisses ist kein isolierbares Nebenprodukt der Differenzschrift, sondern geht mit der Kommentarfunktion in der Bearbeitung der .Aufgabe“ und des „Bedürfnisses der Philosophie“ einher. Die „Differenz“ trifft dabei nicht einfach die genannten Philosopheme im doxographischen Vergleich, sondern schreibt sich zugleich auf systematischer Ebene an entscheidender Stelle ein, wie zu zeigen ist.

[3] GW 4, S. 14. Die orthographischen Besonderheiten und veralteten Schreibweisen der Gesammelten Werke werden in allen Zitaten entsprechend unkorrigiert wiedergegeben.

[4] Siep, L., Der Weg der Phänomenologie des Geistes. Ein einführender Kommentar zu Hegels „Differenzschrift “ und zur „Phänomenologie des Geistes ", Frankfurt am Main 2000, S. 22.

[5] Siep, Der Weg der Phänomenologie des Geistes, S. 24.

[6] Vgl. Gutschmidt, H., „.Verbindung der Verbindung und Nichtverbindung1, .Identität der Identität und der Nichtidentität1 - Zwei nicht-dialektische Fonnein des frühen Flegel11, in: Aamdt, A. et al., Hegel-Jahrbuch 2004. „Glauben und Wissen (Zweiter Teil) ", S. 129-134.

[7] Dies schien auch der Konsens des zugrunde liegenden Hauptseminars „Identität und Differenz - Die Systementwürfe Schellings und Hegels 1801“ gewesen zu sein.

[8] Falls implizite oder explizite Querverweise auf spätere Werke Hegels vorliegen, ist dies nicht zur Unterstellung eines systematischen Einklangs des hegelschen Werks, sondern zur Veranschaulichung eines Punktes unternommen.

[9] GW 4, S. 9-34.

[10] Siep, Der Weg der Phänomenologie des Geistes, S. 33.

[11] GW 4, S. 9-12.

[12] 4, S. 9.

[13] GW 4, S. 13.

[14] GW 4, S. 9.

[15] GW 4, S. to.

[16] Ebd.

[17] GW 4, S. 12.

[18] GW 4, S. to.

[19] Zimmerli, พ., Die Frage der Philosophie. Interpretationen zu Hegels „Differenzschrift “, Beiheft 12 der Hegel-Studien, Borni 1974, S. 33.

[20] GW 4, S. 9.

[21] GW 4, S. 12.

[22] Nach Zimmerli ist diese Einstellung in drei Hauptpunkten zu charakterisieren. Erstens durch die Differenzierung von Haben und Sein hinsichtlich der Totalität: „Die Wissenschaft darf nicht Vollständigkeit haben, sondern sie muss Totalität sein.“ Zweitens durch die Betonung der lebendigen Vollzugsdimension des Wissens: „Wissenschaft fordert lebendigen Anteil, den man iln nicht durch entfremdende Objektivationen versagen darf.“ Und drittens durch eine Vereinigung mit der „Totalität der durch die Mannigfaltigkeit des Verschiedenen hindurch gesehenen Einheit“. (Vgl. Zimmerli, Die Frage der Philosophie, S. 32—10.)

[23] GW 4, S. 9.

[24] GW 4, S. 10.

[25] GW 4, S. 12.

[26] Ebd. Im Original gesperrt gedruckte Stellen werden hier und im Folgenden kursiv wiedergegeben.

[27] Ebd.

[28] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Der Begriff der Antinomie in Hegels "Differenzschrift". Welche Rolle spielt dabei die Differenzierung von Verstand und Vernunft?
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Veranstaltung
Masterseminar zur Geschichte der Philosophie: Identität und Differenz – Die Systementwürfe Schellings und Hegels 1801
Note
1.0
Autor
Jahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V368427
ISBN (eBook)
9783668468474
ISBN (Buch)
9783668468481
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Idealismus, klassische deutsche Philosophie, Hegel, Antinomie, Kant, Differenz, Differnzschrift, Fichte, Schelling, Dialektik, Identität, A=A
Arbeit zitieren
Conrad Mattli (Autor), 2017, Der Begriff der Antinomie in Hegels "Differenzschrift". Welche Rolle spielt dabei die Differenzierung von Verstand und Vernunft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368427

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