Zum Kapitel "Führungsstil und Intuition" aus Gerd Gigerenzers "Risiko - Wie man die richtigen Entscheidungen trifft"


Hausarbeit, 2015

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gegenstand dieser wissenschaftlichen Arbeit wird eine fundierte inhaltliche Auseinandersetzung mit einem Abschnitt aus dem Werk „Risiko - Wie man die richtigen Entscheidungen trifft“ sein, welches von Gerd Gigerenzer verfasst und 2013 veröffentlicht worden ist. Bei dem Abschnitt, der in dieser wissenschaftlichen Abhandlung im Fokus stehen soll, handelt es sich um das 6. Kapitel des Buches, welches den Titel „Führungsstil und Intuition“ trägt.

In seinem Werk widmet sich Gigerenzer anhand zahlreicher Beispiele aus der Medizin, dem Rechtswesen und anderen Bereichen der Psychologie des Risikos. Wie der Titel seines Buches bereits nahelegt, handelt es sich um eine sehr praxisnahe Perspektive. Dies spiegelt sich auch in der Gliederung und Benennung der einzelnen Teile des Buches wider. So trägt der zweite Teil des Buches, dem auch das 6. Kapitel entnommen ist, den Titel „Risikokompetent werden“. Unter diese Rubrik fallen weitere Abschnitte, in denen Gigerenzer von „Herzensdingen und Partnerwahl“ (Kapitel 8) spricht, oder über „Banken, Kühe und andere gefährliche Dinge“ (Kapitel 11) schreibt. Bei Betrachtung der einzelnen Kapitel fälltauf, dass sie meist auch für sich allein analysiert werden können und eine Kontextualisierung innerhalb des Buches dementsprechend nicht notwendig ist, da sie für das hier zu behandelnde 6. Kapitel keinen bedeutenden Mehrwert liefert.

Wichtiger ist es dagegen, dass Werk über den Autor selbst bzw. innerhalb der Themengebiete zu kontextualisieren, mit denen er sich auseinandergesetzt hat. Gerd Gigerenzer ist ein deutscher Psychologe und seit 1997 als Direktor des „Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung“ tätig. In dieser Position fungiert er auch als Leiter des 2009 gegründeten „Harding Zentrums für Risikokompetenz“.[1] Gigerenzer forschte und publizierte intensiv zum Thema „Bounded Rationality“. Ausgehend von Herbert Simon definierte er die begrenzte Rationalität auch als „ökologische Rationalität“:

„As Simon’s scissors metaphor indicates, bounded rationality can be seen as emerging from the joint effect of two interlocking components: the internal limitations of the (human) mind, and the structure of the external environments in which the mind operates. This fit between the internal cognitive structure and the external information structure underlies the perspective of bounded rationality as ecological rationality - making good (enough) decisions by exploiting the structure of the environment.“[2]

Innerhalb dieses thematischen Zusammenhangs betont Gigerenzer auch die Bedeutung von Bauchentscheidungen und Intuition, auf welche im Folgenden unter Rückgriff auf das zu bearbeitende Kapitel genauer eingegangen wird. Angesichts der Kürze dieses Papers wird der Abschnitt „Führungsstil und Intuition“ nicht chronologisch abgearbeitet, sondern kohärent und aspektgeleitet dargestellt werden. Ähnliche im Text wiederkehrende Aspekte werden zusammengefasst, um die Kernaussagen präzise herauszuarbeiten und die zahlreichen Beispiele auf ein angemessenes Maß komprimieren zu können.

Zunächst soll aufgezeigt werden, welche Definition des Risikobegriffs Gigerenzers Werk zugrunde liegt und welche Differenzierung er zwischen Risiko und Unsicherheit macht. Dies ist als Ausgangspunkt für seine Argumentation essentiell und wird auch wieder den Endpunkt dieses Papers markieren. Auf diese Weise wird ein Rahmen um diese Abhandlung gespannt werden.

Als „das grundlegende Missverständnis“ sieht Gigerenzer „...die Überzeugung, dass sich alle Probleme durch Logik und Berechnung lösen ließen - dass wir in einer Welt des Risikos und nicht der Unsicherheit leben würden.“[3] Damit bezieht sich Gigerenzer auf die Differenzierung von Frank Knight, wonach Risiken im Gegensatz zu Unsicherheiten objektiv kalkulierbar sind und mit Eintrittswahrscheinlichkeiten versehen werden können.[4] Aus diesem Glauben an die Berechenbarkeit folge auch, dass die Intuition in zweifelhaften Ruf geraten ist, obwohl sie einst als sicherste Form der Erkenntnis galt.[5]

Gigerenzer führt verschiedene Gründe für diese „Verleumdung“ an: So sei seit der Aufklärung die Vernunft über die Intuition gestellt und letztere mit dem weiblichen Geschlecht „verheiratet“ worden. Die Intuition wurde als ebenso unzuverlässig wie weibliche Emotionen angesehen.[6] Zwar erhielt später eine geschlechterneutrale Perspektive Einzug. Dies änderte aber nichts daran, dass „das logische Denken als rational der Intuition als fehlerträchtig gegenüber [gestellt wurde]“[7]. In diesem inhaltlichen Zusammenhang bezieht sich Gigerenzer auf Kahnemann und seine Unterscheidung zwischen System 1 als Sitz der Intuition und System 2 als Sitz des logischen, rationalen Selbst.[8]

[...]


[1] Vgl. https://www.mpib-berlin.mpg.de/de/mitarbeiter/gerd-gigerenzer (Stand: 03.01.2016)

[2] Todd/Gigerenzer (2003), S. 147 f.

[3] Gigerenzer (2013), S. 144

[4] Vgl. für weiterführende Informationen: Knight (2012)

[5] Vgl. Gigerenzer (2013), S. 144

[6] Vgl. Ebd.

[7] Ebd., S. 145

[8] Vgl. Ebd., S.145 f.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Zum Kapitel "Führungsstil und Intuition" aus Gerd Gigerenzers "Risiko - Wie man die richtigen Entscheidungen trifft"
Hochschule
Zeppelin University Friedrichshafen
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
10
Katalognummer
V370315
ISBN (eBook)
9783668479975
ISBN (Buch)
9783668479982
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Führungsstil, Intuition, Gigerenzer, Risiko, Entscheidungen, Psychologie
Arbeit zitieren
Jörg Macke (Autor), 2015, Zum Kapitel "Führungsstil und Intuition" aus Gerd Gigerenzers "Risiko - Wie man die richtigen Entscheidungen trifft", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370315

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