Fachpraktikumsbericht Lehramt Englisch an Gesamtschulen

Mit Forschungsteil "Feedback im Unterricht"


Praktikumsbericht / -arbeit, 2016
33 Seiten, Note: 11
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorstellung der Schule
1.1 Die erste Schule
1.2 Die zweite Schule

2. Eigene Erwartungen an das Praktikum

3. Hospitation
3.1 Hospitationsstunden
3.2 Zwei genauer beschriebene Hospitationsstunden

4. 4. Eigener Unterricht
4.1 Auflistung aller abgehaltenen Stunden
4.2 Zwei genauer beschriebene Unterrichtsstunden

5. 5. Forschungsbericht: Feedback im Fremdsprachenunterricht
5.1 Einleitung
5.2 Was ist Feedback?
5.3 Feedback im Fremdsprachenunterricht
5.3 Beobachtungen an meinen Praktikumsschulen
5.4 Kurze Reflexion

6. 6. Reflexion des Fachpraktikums

7. 7. Literaturverzeichnis

1. Vorstellung der Schulen

1.1 Die erste Schule

Die Gesamtschule wurde 1968 gegründet und befindet sich in unmittelbarer Nähe der örtlichen Universität. Über 1500 Schüler und Schülerinnen besuchen die Schule und 120 Lehrer und Lehrerinnen unterrichten dort. Einige von den dort unterrichtenden Lehrern befinden sich gerade in ihrer Ausbildung, im Referendariat, und absolvieren dort ihr Vorbereitungsdienst. Die Gesamtschule ist eine integrierte Gesamtschule, die es ermöglicht Schüler mit verschiedenen Leistungsniveaus aufzunehmen. Diesbezüglich werden in der Gesamtschule in den verschiedenen Jahrgängen A, B und C Kurse angeboten. Der A Kurs entspricht den Leistungsinhalt eines Gymnasiums, der B Kurs einer Realschule und der C Kurs entspricht dem Leistungsinhalt einer Hauptschule. Außerdem hat die Schule ihren Schwerpunkt in Musik und Kunst. Die Schüler haben die Möglichkeit verschiedene Instrumente zu spielen und zu lernen. Dafür gibt es auch eine Chor AG, wo viele Schüler ihre musikalischen Fähigkeiten erweitern.

Sehr beeindruckend ist auch das umfangreiche Sprachangebot dieser Schule. Neben den Sprachen Englisch, Französisch und Latein, werden auch Italienisch, Spanisch, Chinesisch und sogar Hebräisch angeboten. Außerdem werden jährlich Austuschangebote und Studienfahrten in den jeweiligen Ländern durchgeführt. Zusätzlich bietet die Gesamtschule auch bilingualen Unterricht an, der von vielen Schülern gerne in Anspruch genommen wird.

Erwähnenswert ist auch, dass es sich bei der Gesamtschule um eine Ganztagsschule handelt, die dementsprechend auch eine große Anzahl an außerschulischen Aktivitäten wie Sport AGs oder Hausaufgabenhilfe vorweist.

Zudem ist die Schule mit einem Media Center ausgestattet. Dort haben Schüler die Möglichkeit Bücher, CDs, Videos, DVDs auszuleihen. Für den Hunger ist auch gut gesorgt. In der Cafeteria der Schule gibt es ein reichhaltiges Angebot von Belegten Brötchen, Obst oder Süßes. Warme Speisen werden in der Kantine angeboten.

1.2 Die zweite Schule

Auch die zweite Gesamtschule ist eine integrierte Gesamtschule. Allerdings enthält die sie keine gymnasiale Oberstufe und ist auch etwas kleiner. In der zweiten Schule unterrichten 70 Lehrer und Lehrerinnen die knapp 800 Schüler und Schülerinnen. Zurzeit befinden sich drei Referendare in ihrem Vorbereitungsdienst.

Die Schule ist die Kooperationsschule der ersten Gesamtschule und hat die Schwerpunkte Musik und Naturwissenschaften. Auffallend ist, dass laut Angaben des Schulleiters Norbert Kissel, 50% der Schüler aramäischen Ursprungs sind. Auch werden Flüchtlingskinder aufgenommen und in Deutschkursen von ausgebildeten DAF/DAZ Lehrkräften unterrichtet. Um für eine funktionierende Integration zu sorgen werden die Flüchtlingskinder nach einiger Zeit in den ganz normalen Unterricht untergebracht. Zunächst erst in den Hauptfächern, dann, nach ausreichenden Deutschkenntnissen, auch in den restlichen Fächern.

Neben Arbeitslehre können sich die Schüler ab Jahrgang 7 auch für die Fremdsprachen Französisch, Spanisch und Latein einschreiben. Auch bietet die zweite Schule außerschulische Aktivitäten am Nachmittag an. Diese sind neben der Hausaufgabenhilfe u.a. auch eine Spanisch AG. Außerdem fördert die Schule die Schüler indem sich die Schüler auf die Big Challenge[1] oder den Känguru Wettbewerb[2] von ihren Lehrern vorbereitet werden. Für die Jahrgänge 9 und 10 werden zudem auch Vorbereitungskurse für das Erwerben des englischen Sprachzertifikats TELC („The European Language Certificates“) angeboten.

2. Eigene Erwartungen an das Praktikum

Als ich vor knapp zwei Jahren das allgemeine Schulpraktikum absolvierte, habe ich mich leider „nur“ auf den Lehrerberuf an sich orientiert. Ich konnte beobachten wie der Alltag der Schüler und der Lehrer aussieht und durfte sehr viele neue Dinge über das Lehrerdasein erfahren, insbesondere wie Schule „von Innen“ aussieht. Auch wenn ich mich mit meinen beiden Fächern (Englisch und Spanisch) den Fremdsprachen widme, hat sich mein allgemeines Schulpraktikum nicht auf die Sprachen bzw. Fremdsprachen bezogen. Dies wollte ich bei meinem Fachpraktikum gerne nachholen und mich dementsprechend mit dem Fremdsprachenunterricht an Schulen auseinandersetzten.

Meine Erwartungen an das Fachpraktikum sind, dass ich vor allem neue Methoden kennenlerne um den Schülern eine Fremdsprache Best möglich beibringen zu können und um ihnen das Erlenen einer neuen Sprache zu erleichtern. Ich bin besonders darauf gespannt, ob und wie oft Lehrer den Schülern den Fremdsprachenunterricht interaktiv gestalten bzw. zeitlich in der Lage sind ihn zu gestalten. Zudem bin ich auf neue interaktive Lernmethoden gespannt, die ich ggf. in meinen eigenen Unterricht miteinbringen kann. Natürlich würde ich gerne auch einen Vergleich sehen: „Frontallunterricht versus interaktiver Unterricht in Fremdsprachen“. Ich hoffe das ich so einen Vergleich beobachten kann, denn oftmals stelle ich mir Fragen: „Wie ist Interaktiver Unterricht zeitlich immer möglich? “ und „Ist es denn wirklich sinnvoll, wenn die Lehrkraft denn Unterricht nur interaktiv gestaltet, anstatt auch mal frontal unterrichtet?“ Vielleicht ist es ja eine Mischung aus beidem?

Des Weiteren erinnere mich noch sehr gut an meinen Fremdsprachenunterricht als Schülerin. Die Fächer Englisch, Französisch und Spanisch lagen mir sehr gut, nur gab es natürlich auch Klassenkameraden, die starke Defizite und Problematiken im Fremdsprachenerwerb vorwiesen. Mich würde es sehr interessieren wie man damit als Lehrer in der Klasse umgeht, insbesondere wenn die Klasse sehr heterogen ist. Worauf ich während mein Fachpraktikum auch sehr achten werde ist das Feedback der Lehrer. Schon im Studium wurden in einigen Vorlesungen und Seminaren dieses Thema angesprochen. Was mir auffiel ist, dass sehr viele Studenten verschiedene Meinungen bezüglich Feedback haben. Ich möchte durch meine Zeit an den Schulen gerne erfahren ob die Lehrer nach einem Studium und Referendariat zu einer einheitlichen Meinung angelangt sind oder ob sich immer noch Meinungsunterschiede zeigen. Zu diesem Thema würde ich auch gerne herausfinden, wie die Schüler mit Feedback umgehen und ob sie motiviert oder eher demotiviert wirken. Wie verschieden die Schüler möglicherweise auf Feedback reagieren und ob ihre Reaktionen vielleicht auch Lehrerabhängig ist, wie damals bei mir als Schülerin.

Für mein Fachpraktikum wünsche ich mir, dass viele meiner Fragen beantwortet werden und ich diese am Ende des Praktikums/ Praktikumsberichtes reflektieren kann.

3. Hospitation

3.1 Hospitationsstunden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Zwei genauer beschriebene Hospitationsstunden

Jahrgang 11, Frau H.(Schule 1)

Am Dienstag, den 16.02.2016 besuchte ich im Jahrgang 11 den Englischkurs von Frau H. in der 7./8. Stunde. Was sofort zu bemerken war, war die Stille im ganzen Raum, obwohl sich ungefähr 20 Schüler und Schülerinnen im Klassenraum befanden. Frau H. hatte mehrere Stapel Arbeitsblätter mitgebracht. Am Anfang des Unterrichts begrüßte sie ihre Schüler und erklärte ihnen auf Englisch was sie in der heutigen Stunde durchnehmen werden.

Sie gab bekannt, dass sie sich mit dem Thema Mediation bzw. How to Write a Mediation befassen werden. Sie verteilte ein Arbeitsblatt auf dem explizit erklärt wurde was genau eine Mediation ist, wie sie sich von einer Translation und Summary unterscheidet und was man genau beachten muss, wenn man eine Mediation schreiben möchte. Frau H. ließ den Schülern genügend Zeit sich das Arbeitsblatt durchzulesen. Nach 10 Minuten ging Frau H. einzelne Punkte mit den Schülern durch und beantwortete einige Fragen der Schüler. Ich merkte, dass die Schüler ganz genau wussten, dass Frau H. nur Englisch in diesem Kurs hören möchte und gaben sich daher besonders viel Mühe nur Englisch zu sprechen.

Nachdem nun alle Fragen und die Theorie geklärt wurde, kam nun der praktische Teil dran. Frau H. gab den Schülern die Aufgabe sich mit ihren Sitznachbarn über eine ihrer Lieblingssportarten auszutauschen und diese Sportart mit Informationen näher zu erklären. Partner A sollte Partner B auf Deutsch etwas über die Sportart erzählen. Partner B hört dem Partner A zu und soll eine Mediation auf Englisch verfassen. Das selbe umgedreht. Nachdem die Schüler fertig waren sollte jeder ihre Ergebnisse vor der Klasse vortragen.

Bewundernswert fand ich die ruhige Atmosphäre im Klassenraum. Die Schüler waren stets aufmerksam, haben der Lehrkraft zugehört und folgten jeder ihrer Anweisungen. Der Unterricht verlief sehr flüssig und ohne jegliche Unterrichtsstörungen. Da es sich um eine relativ homogene Klasse handelte, waren alle Schüler fast zum selben Zeitpunkt mit ihrer Arbeit fertig, sodass kein Zeitverlust entstand. Frau H. benutze weder Tafel, Schulbücher oder sonstige Materialien außer ihren Arbeitsblättern. Am Ende der Stunde bemerkte ich, dass die Schüler durch das „Verbinden“ von Theorie und Praxis verstanden haben was Mediation ist und wie man eine Mediation schreibt.

Jahrgang 8A, Frau K. (Schule 1)

Am Montag, den 15.02.2016 besuchte ich in der 5. Und 6. Stunde den Englischunterricht von Frau K. in der Jahrgangsstufe 8. Zu Anfang der Stunde begrüßte Frau K. die Schüler und fragte nach den Hausaufgaben. Sie ging mit ihrem Kursbuch durch die Klasse und kontrollierte die Hausaufgaben. Wer sie nicht hatte, bekam einen Eintrag in den Schulplaner und einen Hausaufgabenstrich. Nachdem Sie ihre Runde gemacht hatte, wurden die Hausaufgaben im Plenum korrigiert. Danach hat Frau K. die Schüler noch mal darauf aufmerksam gemacht, dass in zwei Tagen die Englischklausur geschrieben wird und sie in der heutigen Stunde noch einmal die Grammatik zum Thema conditional sentences wiederholen würden. Zuerst fing sie mit dem Type I des conditional sentences an. Sie schrieb die Regel an die Tafel und unterstrich die Zeitformen mit bunter Kreide, so dass die Schüler die Zeit im Main- und If clause besser unterscheiden konnten. Dann schrieb sie einen Beispielsatz an die Tafel und gab den Schülern die Aufgabe zwei weitere Beispielsätze aufzuschreiben, die dann einige Schüler vorlesen durften. Dasselbe tat sie mit dem Type II und Type III.

Zur Festigung der Grammatik verteilte Frau K. noch einige Arbeitsblätter, die die Schüler bearbeiten sollten. Die Schüler hatten insgesamt 15 Minuten Zeit die Aufgaben zu lösen. Nach der angegebenen Zeit wurden die Aufgaben im Plenum besprochen. Kurz vor Ende der Stunde fragte Frau K. noch einmal nach, ob es noch einige Fragen zu der heutigen Stunde gäbe.

Die Phasen des Unterrichts konnte man leicht erkennen: Begrüßung, Hausaufgaben-Kontrolle, Einstieg, Erklärung der Grammatik, Arbeitsphase und zu Schluss die Ergebnissicherung des Arbeitsblattes. Der Unterricht war nicht sehr vielfältig, entsprach aber meiner Meinung nach einer Unterrichtsstunde, die wir noch von damaligen Zeiten kennen. Insbesondere ist mir aufgefallen, dass Frau K. eher auf Frontalunterricht setzt. Zudem muss man sagen, dass einige Schüler ihr im Unterricht kaum zuhörten, sich oftmals ablenkten, sich mit ihren Sitznachbarn unterhielten oder im Unterricht einfach aufstanden, um etwas wegzuwerfen. Frau K. unternahm nichts gegen die Unterrichtsstörungen, sie ignorierte sie. Zu Ende der Unterrichtsstunde konnte ich zwar feststellen, dass die meisten Schüler die Grammatik verstanden, aber um die „Unterrichtstörer“ wurde sich nicht gekümmert, was zu einer Unruhe und fehlender Konzentration bei den interessierten Schülern führte. Dies fand ich für die interessierten Schüler sehr schade.

4. Eigener Unterricht

4.1 Auflistung aller abgehaltenen Stunden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.2 Zwei genauer beschriebene Unterrichtsstunden

Jahrgang 6: English -> Adverbs Mittwoch, 16.03.2016 (6.Stunde)

Bedingungsanalyse

In der 6b der zweiten Schule sind 17 von den 21 Schüler und Schülerinnen aramäischen Ursprungs. Außerdem kommen jeweils eine Schülerin und ein Schüler aus Syrien und sind erst knapp zwei Jahren in Deutschland. Bei den meisten Schülern wird Zuhause auf Aramäisch oder Arabisch gesprochen. Viele der Schüler zeigen in Deutsch schwache Leistungen. Vielen fällt auch Englisch sehr schwer. Einige der Schüler werden vom BFZ betreut und/oder haben eine LRS Schwäche.

Stundenvorbereitung

Die Schüler beschäftigen sich mit der Unit 3 (Animals in the city). Die Unit 3 beinhaltet unter anderem das will-Future, conditional Sentences Typ I, adjectives und adverbs. In den Unterrichtsstunden zuvor wurde das Thema Tiere und die Zukunftsform sehr ausführlich durchgenommen. Für meinen Unterrichtsbesuch überlegte ich mir dann mit den Adverbien weiterzumachen. Die Schüler kannten schon sehr viele Adjektive auf Englisch, allerdings waren Adverbien im Englischunterricht unbekannt[3]. Das Ziel dieser Unterrichtsstunde soll sein die Schüler mit den Adverbien vertraut zu machen. Darüber hinaus sollten die Schüler den Unterschied zwischen Adjektiven und Adverbien herausarbeiten.

Sachanalyse

- Adjektive sagen etwas über Substantive oder Pronomen aus bzw. wie eine Person oder eine Sache ist.
- Adverbien beschreiben en Verb näher bzw. wie man etwas macht/tut oder wie etwas geschieht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Wenn ein Adjektiv auf -y endet, wird beim Adverb aus dem -y ein -i: happy -> happ i ly

- Wenn ein Adjektiv auf -le endet, wird beim Adverb aus dem -le ein -ly: terrible -> terrib ly

Durchführung

Nach der Begrüßung der Schüler erklärte ich kurz, was wir in der Englischstunde machen werden. Als Einstieg zum Thema Adverbs war das Memory Spiel (siehe Anhang) gedacht. Einige Memory-Karten lagen schon verdeckt auf dem Overheadprojektor. Es spielten immer zwei Schüler Memory. Jeder Schüler durfte zwei Karten aufdecken. Sobald ein richtiges Pärchen gefunden wurde schrieb ich die Lösungen an die Tafel. Als alle Memory Karten aufgedeckt und richtig zugeordnet waren, sollten die Schüler wissen, wie die Zuordnung funktioniert. Nach dem kurzen Einstieg habe ich die restlichen Memory Karten verteilt. In Partnerarbeit haben die Schüler die restlichen Paare gefunden und richtige Sätze gebildet. Währenddessen lief ich durch den Klassenraum und gab Hilfestellung. Die Schüler wurden sehr schnell fertig, denn auf den Memory Karten gab es anhand der Striche eine Hilfestellung. Die richtigen Sätze wurden dann von den Schülern an die Tafel geschrieben. So entstand ein Tafelbild, welches den Schülern den Unterschied zwischen Adjektiven und Adverbien zeigen sollte. Ich erklärte den Schülern das Tafelbild und erklärte ihnen anhand der Beispiele nochmal, wann man ein Adjektiv und wann ein Adverb benutzt. Nachdem ich dem Tafelbild noch eine kurze Regel zur Benutzung der Adjektive und Adverbien hinzugefügt hatte, schrieben die Schüler es in ihr Regelheft. Diejenigen die fertig wurden durften schon mit dem Arbeitsblatt „Adjective or adverb“ (siehe Anhang) anfangen. Durch Zeitmangel konnten wir nur die erste Aufgabe gemeinsam korrigieren. Der Rest war Hausaufgabe. In der nächsten Englischstunde haben wir noch einmal den Unterschied zwischen Adjektiven und Adverbien besprochen. Außerdem wurden Ausnahmen thematisiert.

Reflexion

Schon während meiner Unterrichtsstunde bemerkte ich, dass der Unterricht nicht so verlief wie ich es mir gewünscht hatte.

Diese Stunde habe ich aufgrund gesundheitlicher Beschwerden kaum vorbereiten können. Dies zeigt mir wieder, wie gut man als Lehrer auf seine Unterrichtsstunden vorbereitet sein muss. Denn nur so kann man einen erfolgreichen Unterricht gewährleisten. Während des Unterrichts ahnte ich schon, dass viele Schüler auch nicht auf Deutsch wussten, was ein Adverb ist bzw. wie man es benutzt.

Das wusste ich leider nicht vorher. Ich nahm an, dass im Deutschunterricht der Unterschied zwischen Adjektiv und Adverb schon thematisiert wurde. Die eine verkürzte Unterrichtsstunde[4] war leider auch etwas zu kurz für meine Unterrichtsplanung. Um Zeit zu sparen hätte ich die Memory Karten schon ausgeschnitten mitbringen sollen. Auch hätte ich direkt die Lösungsätze an die Tafel schreiben sollen und nicht die Schüler. Durch Zeitmangel und Zeitdruck bin ich auch nur kurz auf den Unterschied zwischen Adjektiven und Adverbien eingegangen. Leider war meine Mentorin zwei Tage davor krank und konnte so nicht mit mir den Unterrichtsverlauf besprechen. Mir ist danach auch aufgefallen, dass ich sehr oft auf Deutsch sprach. Leider hatte ich immer die Uhrzeit im Hinterkopf. Ich dachte, dass wenn ich auf Deutsch rede, die Schüler mich besser verstehen und ich weniger Zeit verliere.

Am Ende fand ich mein benutztes Material auch nicht wirklich gut. Die Memory Karten hatten eine zu große Hilfestellung. So gelang es den Schülern durch die Striche herauszufinden welche Karten zusammenpassten. Nicht weil sie wussten, dass ein Adverb oder Adjektiv die Lösung war. In der nächsten Unterrichtsstunde habe ich mit den Schülern diese Stunde quasi noch einmal wiederholt. Ich habe den Verlaufsplan auch der Zeit angepasst und versucht nicht zu viel zu machen. Die Schüler sollten nämlich genügend Zeit haben um den Inhalt auch zu verstehen. Außerdem habe ich neue Memory Karten gebastelt (mit anderen Beispielen). Den Unterricht habe ich dann so durchgeführt, wie Herr G. mir es bei der Reflexion empfohlen hatte. Nach diesem zweiten Versuch war den Schülern der Unterschied zwischen Adverbien und Adjektiven klar. Meine Mentorin gab mir dann auch positives Feedback.

Letztendlich muss ich sagen, dass diese Unterrichtsstunde eine meiner schlechtesten überhaupt war und ich danach sehr enttäuscht war. Ich bin aber auf froh, dass auch mal eine Stunde sehr schlecht verlaufen ist. Durch meine eigene Einschätzung und das Feedback von Herrn G. weiß ich nun, was ich falsch machte und wie ich es besser machen kann bzw. worauf ich achten muss.

Jahrgang 12 Englisch -> British Empire Mittwoch, 02.03.2016 7./8. Stunde

Für diese Doppelstunde wollte ich den Schülern einen Überblick der wichtigsten Fakten vom Britischen Reich vermitteln. Bevor ich die Unterrichtsstunde anfing begrüßte ich die Schüler und erklärte ihnen die Struktur der heutigen Unterrichtsstunde. Für diese Stunde plante ich eine Stationsarbeit mit mehreren Texten, die sie bearbeiten sollten. Zu allererst zeigte ich den Schülern eine Weltkarte (Siehe Anhang). Auf dieser Karte waren die britischen Kolonien zu erkennen. Ich wollte die Vorkenntnisse der Schüler zu diesem Thema aktivieren und befragte sie zur Weltkarte. Die Schüler schauten sich die Weltkarte an und besprachen die weltweite Expansion des britischen Reiches. Außerdem schrieb ich ein sehr bekanntes Zitat an die Tafel „The empire on which the sun never sets“. Dieses haben wir kurz gemeinsam besprochen. Nach dem Einstieg folgte nun die Erarbeitungsphase. Zuerst erklärte ich den Schülern die Aufgabenstellung.

Die Schüler sollten sich in vier Vierer-/Fünfer-Gruppen zusammenfinden. Die Schüler brauchten nicht lange, bis sie die Gruppen gebildet hatten. Auf einen separaten Tisch hatte ich schon vor der Unterrichtsstunde die Stationen vorbereitet. Insgesamt waren es fünf Stationen. Für die ersten vier Stationen gab es einen Text (Siehe Anhang), den die Schüler bearbeiten sollten. Bei Station fünf gab es ein Arbeitsblatt auf dem die Inhalte aller vier Texte abgefragt wurden. Jede Gruppe sollte sich mit einem einzigen Text beschäftigen. Gruppe eins mit Text eins, Gruppe zwei mit Text zwei, etc. Während die Schüler anfingen die Texte zu lesen verteilte ich Folien und Stifte für den Overheadprojektor. Jede Gruppe sollte die Kernaussagen des eigenen Textes auf die Folie schreiben. Die Schüler durften auch ihr Handy benutzen, um Wörter nachzuschlagen. Außerdem lief ich immer mal wieder von Gruppe zu Gruppe und fragte die Schüler, ob sie Hilfe benötigtem.

Nachdem die Gruppen fertig waren, präsentierte jede Gruppe ihr Ergebnis. Dabei kontrollierte ich ihre Ergebnisse und ließ bei manchen noch was hinzufügen. Die anderen Schüler mussten die gegebenen Informationen abschreiben. So konnte ein Basiswissen für jeden Schüler sichergestellt werden. Mit dem letzten Arbeitsblatt (siehe Anhang) konnten die Schüler zu Hause ihren Lernerfolg kontrollieren.

Nach der Unterrichtsstunde setzten meine Mentorin und ich uns zusammen. Sie fragte mich, wie ich den Verlauf meines Unterrichts empfand. Eigentlich war ich zufrieden, denn vom Zeit Management hatte alles so geklappt wie ich es mir vorgestellt hatte. Wir hatten in den letzten fünf Minuten des Unterrichts sogar noch Zeit für ein kleines Feedback. Meine Mentorin meinte auch, dass es für so einen Fall wichtig ist etwas im petto zu haben. Sie sagte mir aber auch, dass ich das nächste Mal die Schüler mehr im Blick haben sollte. Als ich von Gruppe zu Gruppe lief haben anscheinend andere Schüler die Chance genutzt um sich anderweitig zu beschäftigen. Sie erwischte auch einige, die die Handybenutzung missbrauchten und sich auf verschiedenen Social Networks aufhielten. Da muss ich die nächsten Male achtgeben und vielleicht auch etwas konsequenter sein. Zusammenfassend war es jedoch ein erfolgreicher Unterricht und ich konnte zufrieden sein. Ich bemerkte, dass die Schüler die Inhalte verstanden haben und ich ihnen einen Überblick über „British Empire“ vermitteln konnte.

5. Forschungsbericht: Feedback im Fremdsprachenunterricht

5.1 Einleitung

Durch das Lehramtsstudium und die verschiedenen Vorlesungen und Seminare an der Uni, in denen auch das Thema Feedback besprochen wurde, fiel mir erst auf wie wichtig es für mich als Schülerin war ein Feedback von der Lehrkraft zu bekommen. Für mich war es essentiell zu wissen, ob ich meine Sache gut gemacht habe oder ob ich noch Lernbedarf zeigte. Ein Feedback von einer Lehrkraft zu bekommen zeigte mir erst, dass die Lehrkraft mich nicht übersah und mich trotz der anderen 25 Schüler im Klassenraum wahrnimmt. Zu sehen, dass ich etwas gut machte gab mir einen klaren Motivations- und Energieschub, der auch meine darauffolgenden Leistungen sehr positiv beeinflusste. Auch „negatives“ Feedback führte dazu, dass ich mich mit meinen Schwächen auseinandersetzte, um die Fehler in der Zukunft nicht zu wiederholen. Ich muss aber auch gestehen, dass negatives Feedback, welches mir manchmal vor der ganzen Klassengemeinschaft bescheinigt wurde, für mich ein klein wenig beschämend war.

Ich erinnere ich mich noch sehr gut an meine frühere Englischlehrerin, Frau S., in der 5. bis zur 10.Klasse. Sie war 60 Jahre alt, trug eine Brille, lief mit gekrümmten Rücken und jeder hatte Angst vor ihr. Es war erstaunlich, wie 26 Schüler im Deutschunterricht noch Briefchen schreiben und mit ihren Sitznachbarn schwätzen konnten, manche sogar lautlos lachten ohne den Lehrer zu beachten. Eine Stunde später, in Englisch bei Frau S., konnte man eine Nadel fallen hören. Frau S. war eine Lehrerin, die in einem schon fast militärischen Ton gerne negatives Feedback vor der ganzen Klasse aussprach. Der dementsprechende Blick gehörte natürlich dazu. Mich und einige meiner Mitschüler hat es anfangs eingeschüchtert und wir trauten uns gar nichts mehr zum Unterricht beizusteuern.

[...]


[1] Die Big Challenge ist ein deutschlandweiter Englischwettbewerb gerichtet an Schüler der Jahrgänge 5 bis 9 (http://www.thebigchallenge.com/de/wettbewerbsregeln/).

[2] Der Känguru Wettbewerb ist ein deutschlandweiter Mathematikwettbewerb an Schüler der Jahrgänge 3 bis 13 teilnehmen dürfen (http://www.mathe-kaenguru.de/wettbewerb/).

[3] Wie es sich später herausstellte, wusste die Mehrheit der Schüler auch nicht auf Deutsch was Adverbien sind.

[4] Die 6. Stunde geht nur 40 Minuten (zweite Schule)

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Fachpraktikumsbericht Lehramt Englisch an Gesamtschulen
Untertitel
Mit Forschungsteil "Feedback im Unterricht"
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
11
Jahr
2016
Seiten
33
Katalognummer
V371179
ISBN (eBook)
9783668492202
ISBN (Buch)
9783668492219
Dateigröße
1277 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fachpraktikumsbericht, lehramt, englisch, gesamtschulen, forschungsteil, feedback, unterricht
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Fachpraktikumsbericht Lehramt Englisch an Gesamtschulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371179

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Titel: Fachpraktikumsbericht Lehramt Englisch an Gesamtschulen


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