Darstellung der Gesellschaft Englands im 19. Jahrhundert am Beispiel von "Sherlock Holmes' Buch der Fälle"


Facharbeit (Schule), 2016
18 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Zum gewählten Band

3. Über den Autor Arthur Conan Doyle

4. Darstellung der Gesellschaft Englands im 19. Jahrhundert
a. a. Allgemeine Darstellung der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts
b. b. Geschlechterrollen
c. c. Gesellschaftlicher Umgang
d. d. Bildung
e. e. Religion

5. Vergleich der Gesellschaft damals und heute
a. a. Geschlechterrollen
b. b. Gesellschaftlicher Umgang
c. c. Bildung
d. d. Religion

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ich habe in Vorbereitung auf meine Facharbeit ein Thema gesucht, welches mich interessiert und mit dem ich mich auch über längere Zeit hinweg auseinandersetzen kann. Da ich gerne und viel lese und die Geschichten von Sherlock Holmes mich schon in meiner Kindheit fasziniert haben, entschied ich mich für den 5. Band dieser Reihe. Ich wollte außerdem in meiner Facharbeit etwas aus der heutigen Zeit ansprechen; Probleme und andere Dinge, die uns in unserem Alltag begleiten.

Mit der Arbeit an meiner Facharbeit möchte ich die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts darstellen und mit der heutigen anhand ausgewählter und auffälliger Punkte (s. Gliederung) vergleichen, und am Ende eventuell Probleme aufweisen, die sich im Laufe der Zeit entwickelt oder aufgelöst haben.

Meiner Meinung nach stellen die Figuren aus den Büchern eine sehr gute Grundlage für meine Untersuchungen dar, da sie teilweise sehr außergewöhnlich, andererseits aber auch normal auf mich wirken. Jedoch wurden ausnahmslos alle Personen von Doyle sehr genau skizziert hinsichtlich ihres Aussehens, ihres Charakters, der Art, wie sie denken - wie sie sich also der Gesellschaft präsentieren und ein Teil von ihr werden, sie auszeichnen, mit allem, was sie tun und sagen.

2. Zum gewählten Band

Bei der Wahl eines geeigneten Buches aus der Reihe der Holmes-Bücher von Sir Arthur Conan Doyle habe ich einen Band gesucht, dessen Titel nicht allzu aufregend klang, der er nicht von der eigentlichen Thematik der Arbeit ablenken soll.

Zudem habe ich mich an den vorhandenen Geschichten orientiert, denn ich fand eine Mischung aus Kapiteln, die ich bereits kannte und solchen, bei denen das nicht der Fall war, angemessen, denn es ging mir auch um den gewissen Spaß beim Lesen, der weniger wird, je öfter man etwas Bekanntes liest. Außerdem habe ich auch auf die Anzahl der Geschichten geachtet, denn ich wollte nicht zu viele und nicht zu wenige.

Schlussendlich ist meine Wahl auf den fünften Band der insgesamt neun gefallen:

„Sherlock Holmes‘ Buch der Fälle“, der 1987 im Haffmans Verlag erschienen sind und von Hans Wolf neu übersetzt wurden. Der Titel der Originalausgabe lautet „The Case-Book of Sherlock Holmes“ und ist 1927 in London und New York erschienen.

Dieser Band beinhaltet neben dem Vorwort, der editorischen Notiz und den Anmerkungen 12 Fälle des Sherlock Holmes, die alle von seinem Freund und Assistenten Dr. John Watson aufgeschrieben wurden.

Die erste Kurzgeschichte „A Study in Scarlet“ („Eine Studie in Scharlachrot“) wurde 1887 in Beeton’s Christmas Annual veröffentlicht, erregte allerdings kein großes Aufsehen bei den Lesern. Erst, als er 1891 seine erste kürzere Erzählung „A Scandal in Bohemia“ („Ein Skandal in Böhmen) im The Strand Magazine veröffentlichte, wurden immer mehr Leser auf ihn aufmerksam und die Figur Sherlock Holmes gelangte zu ihrer bis heute anhaltenden Popularität.

3. Über den Autor Arthur Conan Doyle

Arthur Ignatius Conan Doyle wurde am 22. Mai des Jahres 1859 in Edinburgh geboren. Sein Vater kümmerte sich wenig um den Jungen, denn er war Alkoholiker. Anders aber seine Mutter, die begeistert las und ihrem Sohn viele Geschichten erzählte. Wie seine Mutter konnte Arthur hervorragend Geschichten erzählen, was ihm schon im Alter von 9 Jahren sehr beliebt bei seinen Mitschülern im Internat machte.

Mit 17 Jahren machte Doyle seinen Abschluss und kehrte nach Edinburgh zurück, wo er sein Medizinstudium begann. Er war sehr beeindruckt von einem seiner Professoren, Dr. Joseph Bell, welcher über eine hervorragende Beobachtungsgabe, einen analytischen Verstand und eine bestechende Logik verfügte. Dies waren alles Eigenschaften, die auch Doyles Romanfigur Sherlock Holmes kennzeichneten. Aber nicht nur sein Professor, sondern auch Freunde und andere Lehrer dienten als Vorlage für seine späteren Figuren, so hießen z.B. zwei Jungen auf seinem College Moriarty.

Schon während seines Studiums schrieb Arthur; seine Erzählung „The Mystery of Sasassa Valley“ wurde sogar in einer Lokalzeitung aus Edinburgh abgedruckt. Doch bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete, schloss er sein Medizinstudium ab und erlangte seinen Doktortitel. Danach arbeitete Doyle an Bord eines Schiffes, und auch hier erlangte er einige Erfahrungen, die er in seine späteren Romane und Kurzgeschichten einbaute (in z.B. „Black Peter“). Nachdem er mit dieser Arbeit genug Geld gesammelt hatte, ließ er sich an der südenglischen Küste nieder, eröffnete eine Praxis in Hampshire und arbeitete als praktizierender Arzt mit Schwerpunkt auf Augenmedizin.

1885 heiratete Conan Doyle Louisa Hawkins, mit der er eine Familie gründete. Im darauffolgenden Jahr begann er, wieder zu schreiben; einen Kriminalroman, dessen Hauptpersonen ein Detektiv und sein Helfer, ein Arzt, waren. Diese Geschichte wurde unter dem Namen „A Study in Scarlet“ („Eine Studie in Scharlachrot“) in dem Weihnachtsmagazin Beeton’s Christmas Annual veröffentlicht. Weitere Episoden um Sherlock Holmes und Dr. John Watson hatte Doyle zu diesem Zeitpunkt nicht geplant. Durch Zufall fiel diese erste Geschichte einem amerikanischen Verleger in die Hände, der mit Doyle über eine Fortsetzung verhandelte. Daraufhin schrieb Arthur den Roman „The Sign of the Four“, der 1890 veröffentlicht wurde. Es folgten ab 1891 weitere Episoden, die als Fortsetzungsgeschichten im The Strand Magazine mit großem Erfolg abgedruckt und gelesen wurden. Die Kriminalfälle um Sherlock Holmes wurden so beliebt, dass die Verkaufszahlen des Museums in die Höhe schnellten und Doyle zu einem reichen Mann wurde. Jedoch hatte dieser zu diesem Zeitpunkt seine Romanfigur schon satt: „Erstmal muss dies freilich ein Ende haben“ (s. Arthur Conan Doyle: Sherlock Holmes' Buch der Fälle, Zürich, 1987, S.7) und plante den Tod des Meisterdetektives; in „The Final Problem“, welche 1893 ebenfalls im The Strand Magazine abgedruckt wurde, kommt Sherlock Holmes bei einem Kampf mit seinem Fein Professor Moriarty ums Leben, da der Kampf für beide mit einem tödlichen Sturz in die Reichenbachfälle bei Meiringen in der Schweiz endet.

Doch aus Protest gegen den Tod der beliebten Person hagelte es wütende Briefe, tausende Leser kündigten ihr Abonnement bei dem Magazin und trugen schwarze Binden um den Arm.

Während des Burenkrieges (1899-1902) meldete sich Doyle im Jahr 1900 für 12 Monate freiwillig im Lazarett. Auch diese Erfahrungen verarbeitete er in einem Buch („The Great Boer War“). Für seine Verdienste wurde er 1902 von König Edward VII. zum Ritter geschlagen, was ihm den Titel „Sir“ einbrachte. Es gab Gerüchte, dass der König, welcher ebenfalls ein großer Sherlock Holmes-Fan war, Doyle mit der Ehrung auch dazu bringen wollte, weitere Geschichten des Meisterdetektivs zu schreiben.

Schließlich ließ sich Conan Doyle durch die „schmeichelhafte Nachfrage“ (s. Sir Arthur Conan Doyle: Sherlock Holmes' Buch der Fälle, Zürich, 1987, S. 8) überzeugen, noch weitere Holmes-Fälle zu schreiben - wahrscheinlich waren für diesen Entschluss auch die hohen Honorarangebote seines Verlages ausschlaggebend.

Insgesamt schrieb er vor seinem Ableben am 07. Juli 1930 4 Romane und 56 Kurzgeschichten des Meisterdetektivs, die unter anderem in mehr als 50 Sprachen übersetzt wurden. Sir Arthur Conan Doyle ging als Vater des berühmtesten und beliebtesten Detektivs der Welt in die Literaturgeschichte ein: Sherlock Holmes.

4. Darstellung der Gesellschaft Englands im 19. Jahrhundert

a. a. Kurze allgemeine Darstellung der Gesellschaft im 19. Jahrhundert

Die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts ist in das viktorianische Zeitalter (1837 bis 1901) einzuordnen, aufgrund der Tatsache, dass das Land und das Volk positiv geprägt worden waren durch die Queen Victoria I., die bis 1901 regierte. Sie wurde am 24. Mai 1819 in London geboren und war nach ihrem Onkel Wilhelm IV. (gestorben 1837), welcher König von Großbritannien und Irland war, die rechtmäßige Thronfolgerin. Die junge Frau bestieg ihren Thron mit 18 Jahren und regierte mehr als ein halbes Jahrhundert über England; genauer betrug ihre Regierungszeit 64 Jahre, bis sie am 22. Januar 1901 auf der Isle of Wight verstarb. Im Jahre 1840 heiratete sie - aus Liebe - ihren Cousin Albert von Sachsen­Coburg, der sich als ein liberaler und reformgesinnter Politiker auszeichnete und bis zu seinem Tod 1861 einen positiven Einfluss auf seine Frau und somit auch auf England ausübte. Von dieser Heirat waren nicht alle Bürger Englands begeistert, da er ein Deutscher war, der sich durch die Eheschließung nah am Zentrum der Macht in ihrem Land befand. Doch diese Einstellung änderte sich nach und nach, denn Victoria und ihr Ehemann sorgten gut für das englische Volk; obwohl die Queen nur wenige Möglichkeiten des politischen Einflusses hatte (denn dieser war durch verschiedene Ämter geregelt, zum Beispiel durch das des Premierministers) erreichte sie einige wichtige Änderungen in ihrem Land. Sie führte eine Sozialversicherung ein, ließ 1846 die seit 1815 bestehenden Getreidegesetze abschaffen und begrenzte den Arbeitstag gesetzlich auf maximal 10 Stunden, was eine enorme Verbesserung gegenüber den vorherigen Verhältnissen, welche von absurd langen Arbeitszeiten von teilweise 12 Stunden, Unterbezahlungen, Kinderarbeit und Ausnutzen der Arbeiterschicht gekennzeichnet waren. Außerdem machte die Königin Gebrauch von neuen Erfindungen, wie z.B. der Eisenbahn, Impfungen gegen Pocken (sie selbst ließ sich ebenfalls impfen und ging somit mit gutem Beispiel voran) und der Benutzung von Telegrammen, und erwies sich somit als aufgeschlossener als ihre Vorgänger.

Aber nicht nur Queen Victoria I. prägte die Gesellschaft der damaligen Zeit in ihrem Land, sondern auch die Industrialisierung, die England als Weltmacht wirtschaftlich weit nach vorn brachte, sodass sich das Land zu einer „Werkstatt der Welt“ (s. Michael Maurer: Kleine Geschichte Englands, Stuttgart, 1997, S. 373) entwickelte. Die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts in England wird im Artikel „Aufbruch in die Moderne“ in: GeoEpoche Nummer 30, 2008, S. 6 als „bäuerlich geprägte Gesellschaft“ betitelt, eine Prägung, die sich allerdings mit Einsetzen der Industrialisierung rasant änderte. Dieser Entwicklungsprozess veränderte nicht nur die Wirtschaft des Königreiches, sondern auch die Gesellschaft; im positiven, wie aber auch im negativen Sinne. Ein gutes Beispiel für negative Folgen war das Entwickeln und Einsetzen von Maschinenwebstühlen, woraus sich ergab, dass viele hundert Arbeiter, die vorher an klassischen Webstühlen gearbeitet hatten, nun ohne Anstellung waren. Doch nicht nur im Bereich der Webstühle verloren viele Menschen ihre Arbeit und somit ihre Existenzgrundlage; generell ließ sich in den handwerklichen Bereichen feststellen, dass die Arbeiter mehr und mehr durch moderne und leistungsstärkere Maschinen ersetzt wurden.

Nach der Jahrhundertwende und der Überwindung mehrerer Wirtschaftskrisen, von denen die schwerste einen Zeitraum von 11 Jahren überdauerte (1837 bis 1848), und der irischen Hungersnot von 1845 bis 1848, ausgelöst durch eine Kartoffelfäule und daraus folgenden Missernten, die auch einen nennenswerten Einfluss auf die englische Gesellschaft hatte, da viele Iren ihre Heimat verließen und unter anderem auch nach Großbritannien auswanderten, stieg der Lebensstandart aller Schichten deutlich an, „es begann ein ausgedehnter, jahrelanger Aufschwung - the great Victorian boom“ (s. Michael Maurer: Kleine Geschichte Englands, Stuttgart, 1997,S.374).

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Darstellung der Gesellschaft Englands im 19. Jahrhundert am Beispiel von "Sherlock Holmes' Buch der Fälle"
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V375148
ISBN (eBook)
9783668523470
ISBN (Buch)
9783668523487
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Facharbeit Englisch, Sherlock Holmes, England im 19. Jahrhundert, Vergleich der Gesellschaften damals und heute
Arbeit zitieren
Charlotte Reppenhagen (Autor), 2016, Darstellung der Gesellschaft Englands im 19. Jahrhundert am Beispiel von "Sherlock Holmes' Buch der Fälle", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375148

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