Brexit. Eine Analyse des Euro-Pfund Wechselkurses

Welche Ereignisse und Informationen bezüglich des Brexits haben den Euro-Pfund Wechselkurs zwischen dem 22. April 2016 und dem 22. Januar 2017 nachweislich beeinflusst und warum?


Hausarbeit, 2017
39 Seiten, Note: 6,0

Leseprobe

Analyse des Euro-Pfund Wechselkurses
WHA | FS 17
II
Abstract
Diese Arbeit untersucht, welche veröffentlichten Ereignisse und Informationen in Bezug auf den
Brexit den Euro-Pfund Wechselkurs zwischen dem 22. April 2016 und dem 22. Januar 2017
nachweislich beeinflusst haben und warum dies der Fall war. Dafür werden im ersten Schritt die
Grundlagen des Devisenmarktes sowie aktuelle Forschungsergebnisse, basierend auf
wissenschaftlichen Journals dargelegt und untersucht. Darauf folgt ein Überblick über den Austritt
des Vereinigten Königreichs aus der EU sowie die Evaluation der Analysemethode, an die sich die
Analyse angliedert. Für diese werden Daten von Thomson Reuters Eikon sowie Artikel der
Financial Times hinzugezogen. Aus der Analyse geht hervor, dass das Brexit-Referendum das
Pfund in eine ,,politischen Währung" transformierte, da der Devisenmarkt zu verstehen versuchte,
wie der Brexit die wirtschaftliche Entwicklung Grossbritanniens beeinflussen wird. In
Kombination mit politischen und ökonomischen Informationen aus der Euro-Zone führte dies zu
starken Kursschwankungen des Euro-Pfund Wechselkurses.

Analyse des Euro-Pfund Wechselkurses
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III
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis ... IV
Abbildungsverzeichnis ... V
1 Einleitung
... 1
2
Grundlagen des Devisenmarktes ... 2
3 Vorhandene
Forschung
... 4
3.1
Kaufkraftparität ... 4
3.2
Zinsparitätentheorem ... 4
3.3
Informationen ... 5
3.3.1
Markteffizienzhypothese ... 5
3.3.2
Weitere Ergebnisse ... 5
4
Überblick über den Austritt des VK aus der EU ... 7
5
Vorgehensweise bei der Datenanalyse ... 9
5.1
Forschungsfrage ... 9
5.2
Verwendete Daten ... 9
5.2.1
Wechselkursdaten ... 9
5.2.2
Daten für die Diskursanalyse ... 10
5.3
Methodik ... 11
6 Wechselkursanalyse
... 14
6.1
22. April ­ 22. Juni 2016 ... 14
6.2
23. Juni ­ 6. Juli 2016 ... 16
6.3
7. Juni ­ 30. September 2016 ... 18
6.4
1. ­ 10. Oktober 2016 ... 20
6.5
11. Oktober ­ 7. November 2016 ... 22
6.6
8. November ­ 12. Dezember 2016 ... 24
6.7
13. Dezember 2016 ­ 22. Januar 2017 ... 26
7
Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit ... 28
Literaturverzeichnis ... 31

Analyse des Euro-Pfund Wechselkurses
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IV
Abkürzungsverzeichnis
BIP
BIZ
BoE
EU
EZ
EZB
FAZ
FT
GCM
resp.
SZ
USA
VK
WK
Bruttoinlandsprodukt
Bank für Internationalen Zahlungsausgleich
Bank of England
Europäische Union
Eurozone
Europäische Zentralbank
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Financial Times
Global Capital Markets
respektive
Süddeutsche Zeitung
United States of America (Vereinigte Staaten von Amerika)
Vereinigtes Königreich
Wechselkurs(e)

Analyse des Euro-Pfund Wechselkurses
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V
Abbildungsverzeichnis
A
BBILDUNG
1:
E
URO
-P
FUND
WK,
22.
A
PRIL
2016
-
22.
J
ANUAR
2017 ... 11
A
BBILDUNG
2:
WK,
22.04
-
22.06.16 ... 14
A
BBILDUNG
3:
WK,
23.06
-
6.07.16 ... 16
A
BBILDUNG
4:
WK,
7.07
-
30.09.16 ... 18
A
BBILDUNG
5:
WK,
1.10
­
10.10.16 ... 20
A
BBILDUNG
6:
WK,
11.10
­
7.11.16 ... 22
A
BBILDUNG
7:
WK,
8.11
­
12.12.16 ... 24
A
BBILDUNG
8:
WK,
13.12.16
­
22.01.17 ... 26
A
BBILDUNG
9:
H
AUPTEINFLUSSFAKTOREN AUF DEN
E
URO
-P
FUND
WK ... 28
Bei allen Abbildungen handelt es sich um eigene Darstellungen, mithilfe von Microsoft Excel

Analyse des Euro-Pfund Wechselkurses
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1
1 Einleitung
Am 29. März 2017 war in der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times das Zitat: ,,In the
aftermath of Britain's historic decision to leave the EU, the pound became the barometer of
markets' hopes and fears about Brexit." (Blitz, 29.03.17) zu lesen. Auch die Journalisten der FAZ
sind der Meinung, dass das Pfund ,,zum Spielball der Politik geworden" (Theurer, 17.01.17) ist.
Aufgrund der engen Verflechtung von Politik und Wirtschaft wird der Austritt des VK aus der EU,
sowohl für die britische, als auch für die europäische Wirtschaft folgenreich sein. Dies geht auch
aus der Reaktion der Finanzmärkte, insbesondere des Devisenmarktes und folglich des Euro-Pfund
Wechselkurses hervor. Jener war bereits vor dem Referendum am 23. Juni 2016 starken
Schwankungen ausgesetzt, stürzte nach dem überraschenden Entscheid für den Brexit am 23. Juni
2016 rasant ab, und wird bis heute durch die Unsicherheit der politischen und wirtschaftlichen
Situation Grossbritanniens geprägt (Plakandaras, Gupta & Wohar, 2016, S. 2). Infolgedessen ist
ein Zusammenhang zwischen dem kommenden Austritt des VK aus der EU und dem Euro-Pfund
Wechselkurs anzunehmen. Daraus resultiert die Frage, welche Ereignisse und Informationen
bezüglich des Brexits den Euro-Pfund Wechselkurs zwischen dem 22. April 2016 und dem 22.
Januar 2017 nachweislich beeinflusst haben, und warum dies der Fall war.
Zur Beantwortung dieser Frage werden zunächst die Grundlagen des Devisenmarkts erläutert
sowie die bestehende Forschung bezüglich der Einflussfaktoren auf Wechselkurse untersucht. Im
Anschluss wird eine Übersicht über die im zu analysierenden Zeitraum vorliegenden Ereignisse,
bezogen auf den Brexit, gegeben. Im fünften Kapitel werden die verwendeten Daten sowie die
Analysemethode vorgestellt und erläutert. Dies dient der anschliessenden empirischen Analyse des
Euro-Pfund Wechselkurses zwischen dem 22. April 2016 und dem 22. Januar 2017. Abschliessend
werden die Resultate diskutiert sowie ein Fazit gezogen. Neben wissenschaftlichen Journals und
Fachliteratur auf diesem Gebiet dienen die Wirtschaftszeitung Financial Times sowie die
Datenbank Thomson Reuters Eikon als Informations- und Daten-Quellen.

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2
2 Grundlagen des Devisenmarktes
Um zu verstehen, welche Faktoren die auf dem Devisenmarkt entstehenden WK beeinflussen, ist
die Systematik der WK sowie die des Devisenmarktes zu erläutern.
Es gibt verschiedene Arten von WK, zwischen denen es zu differenzieren gilt. Der bilaterale
Wechselkurs stellt das Umtauschverhältnis zwischen zwei Währungen dar. Jedoch wertet eine
Währung oft gegenüber einer anderen auf, gleichzeitig gegenüber einer dritten ab. Um
festzustellen, ob die betrachtete Währung in ihrem Wert gestiegen ist, wird der effektive
Wechselkurs benötigt. Dieser misst die Weiterentwicklung der inländischen Währung gegenüber
den Währungen mehrerer anderer Länder, unter der Berücksichtigung des bilateralen
Handelsanteiles mit dem jeweiligen Land. (Miles, Scott & Breedon, 2014, S. 476)
Der nominale Wechselkurs hingegen stellt das Austauschverhältnis zwischen den Währungen
zweier Länder dar. Dabei wird der Preis der einen Währung in Einheiten einer anderen Währung
ausgedrückt. Benötigt man beispielweise 0,85 Pfund, um dafür einen Euro zu erhalten, dann ist der
Euro-Pfund WK 0,85. Im Kontrast dazu steht der reale Wechselkurs, der ausdrückt wie sich die
Güterpreise resp. Preisniveaus in zwei unterschiedlichen Währungsräumen unterscheiden. (Miles
et al., 2014, S. 477)
Die WK werden auf dem Devisenmarkt durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Steigt die
Nachfrage nach einer Währung, resp. Aktien, Beteiligungen, Immobilien, anderen Anlagewerten
und Gütern die in jener Währung fakturiert sind, steigt der Wert dieser Währung. Stossen die
Investoren die erworbenen Anlagewerte und Devisenreserven wieder ab und investieren in eine
andere Währung, steigt das Angebot der ersten Währungen auf dem Markt, wodurch eine
Abwertung zu beobachten sein sollte. Diese Arbeit beleuchtet den nominalen WK zwischen dem
Euro und dem Pfund Sterling. Dieser wird demzufolge durch Investitionen in der EZ und
gleichzeitig durch Investitionen im VK, resp. durch Devisenkäufe der jeweiligen Währung
beeinflusst.
Der Devisenmarkt auf dem die WK entstehen, ist der grösste und liquideste Markt weltweit. Laut
der Triennial Central Bank Studie der BIZ beträgt das tägliche Handelsvolumen 5,1 Billionen US-

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Dollar (BIZ, 2016). Das auf dem Devisenmarkt gehandelte Gut, die Devisen, sind als Forderungen
verschiedener Art, die in ausländischen Währungseinheiten fakturiert sind, zu definieren. Unter
Devisen werden somit Fremdwährungen, jedoch kein Bargeld, sondern Buchgeld verstanden
(Rübel, 2005, S. 54). Die Hauptakteure auf dem Devisenmarkt sind neben den Geschäfts- und
Zentralbanken internationale Unternehmen sowie private Devisenhändler (Rübel, 2005, S. 86).

Analyse des Euro-Pfund Wechselkurses
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4
3 Vorhandene
Forschung
Es gibt zahlreiche Theorien darüber, welche Faktoren Angebot und Nachfrage von und nach
Devisen, und sonach die WK beeinflussen. Letztendlich ist es das Zusammenspiel aus den
verschiedenen Einflüssen, das die Kurse so volatil macht. Das folgende Kapitel legt die vorhandene
Forschung auf diesem Gebiet offen und analysiert, welcher Ansatz für die Analyse des Euro-Pfund
WK im gewählten Zeitraum geeignet ist.
3.1 Kaufkraftparität
Die Theorie der Kaufkraftparität vergleicht die Preise, die für einen repräsentativen Warenkorb in
je zwei Ländern, resp. Währungen, zu zahlen sind. Demnach sollten die Preise in sämtlichen
Ländern gleich sein, was sich wiederum in den WK widerspiegeln sollte. Somit müssten die
Währungen von Ländern mit hohen Inflationsraten an Wert verlieren (Miles et al., 2014, S.484)
Diese Theorie ist nach Stand der aktuellen Forschung jedoch nur auf einen Zeitraum von mehreren
Jahren anwendbar (Pelagatti & Colombo, 2015, S.905). Da das Brexit Referendum erst wenige
Monate zurückliegt, eignet sich die Theorie der Kaufkraftparität nicht für eine tiefergehende
Analyse.
3.2 Zinsparitätentheorem
Da ökonomisch rational handelnde Anleger ihr Geld in der Währung anlegen, von der die höchste
Rendite zu erwarten ist, sind WK auch von dem Leitzins im jeweiligen Währungsraum abhängig.
Nach dem Zinsparitätentheorem wertet eine Währung auf, wenn sich das Zinsniveau des jeweiligen
Währungsraums gegenüber dem Ausland erhöht, da dieser eine höhere Rendite verspricht und
folglich die Nachfrage nach der entsprechenden Währung steigt (Miles et al., 2014, S.507).
Folglich sind die WK von der Geldpolitik der jeweiligen Nationalbank abhängig.
Auch die Erwartungen der Devisenmarktteilnehmer nehmen einen hohen Stellenwert in der
Wechselkursentwicklung ein. Erwarten die Investoren bereits heute eine Absenkung des
Leitzinses, ziehen sie ihr Geld aus dem betroffenen Währungsraum zurück, da sowohl ihre
Renditen als auch der Wert der Währung zurückgehen würden. Demzufolge beginnt der aktuelle
WK, die Erwartungen bezüglich der Zukunft einzupreisen und die Volatilität zu steigen (Miles et
al., 2014, S.514). Da es sich hierbei um kurzfristige Änderungen handelt, ist das
Zinsparitätentheorem für die Wechselkursanalyse in der vorliegenden Arbeit geeignet.
Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Brexit. Eine Analyse des Euro-Pfund Wechselkurses
Untertitel
Welche Ereignisse und Informationen bezüglich des Brexits haben den Euro-Pfund Wechselkurs zwischen dem 22. April 2016 und dem 22. Januar 2017 nachweislich beeinflusst und warum?
Hochschule
Universität St. Gallen
Note
6,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
39
Katalognummer
V375486
ISBN (eBook)
9783668528819
ISBN (Buch)
9783668528826
Dateigröße
937 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brexit, Euro-Pfund, Pfund-Euro, Pound, FX, exchange rate, influence, Analyse, analysis, Wechselkurs
Arbeit zitieren
Louisa Blum (Autor), 2017, Brexit. Eine Analyse des Euro-Pfund Wechselkurses, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375486

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