Handel und Wirtschaft im Mittelalter. Die Entwicklung der Landwirtschaft


Seminararbeit, 2016

21 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

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Inhaltsverzeichnis
Seite
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
1 Problemstellung
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2 Das Leben der Bauern im Mittelalter
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2.1 Der Alltag der Bauern
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2.2 Die Ernährung der Menschen im Mittelalter
2
3 Die Landwirtschaft im Frühmittelalter (ca. 500-1050)
4
3.1 Das Villikationssystem
4
3.2 Die Viehhaltung im Frühmittelalter
4
3.3 Der Ackerbau im Frühmittelalter
5
4 Die Landwirtschaft im Hochmittelalter (ca. 1050-1250)
6
4.1 Die Rentengrundherrschaft
6
4.2 Die Viehhaltung im Hochmittelalter
6
4.3 Die technische Entwicklung im Hochmittelalter
7
4.4 Die Anbaumethoden im Hochmittelalter
7
4.5 Die Sonderkulturen im Hochmittelalter
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5 Die Landwirtschaft im Spätmittelalter (ca. 1250-1500)
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5.1 Die wirtschaftliche Not der Bauern
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5.2 Die Agrarkrise
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5.3 Viehhaltung und Viehhandel im Spätmittelalter
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5.4 Die Sonderkulturen im Spätmittelalter
11
6 Fazit
13
Literaturverzeichnis
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Anhang
VI

III
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abbildung 1: Schema einer horizontalen Wassermühle
7
Abbildung 2: Der Flurzwang
9
Abbildung 3: Der Weinbau in Deutschland
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1 Problemstellung
Die Wirtschaft im Mittelalter wurde vor allem von dem Sektor der Landwirtschaft domi-
niert. Rund 90% der Bevölkerung gehörten diesem Sektor an und waren unfreie Bau-
ern. Die Grundherrschaft, sowie der Feudalismus und das Lehenswesen waren Attri-
bute des Mittelalters. Der Bauer schuldete dem Grundherrn Abgaben und Dienste. Da-
für war der Bauer ermächtigt den Boden zu nutzen. Missernten und Tierseuchen führ-
ten häufig zu Hungersnöten. Grund hierfür war auch die Pflicht, dass der Agrarier bis
zu 30% seiner Ernte an den Grundherren abgeben musste. Der Grundherr sorgte im
Gegenzug für die Sicherheit des Bauern.
1
Die Tatsache, dass die Landwirtschaft den dominierenden Sektor darstellte ist unbe-
stritten. Jedoch stellt sich hier die Frage, ob sie auch die entscheidende Lebensgrund-
lage der gesamten Bevölkerung im Mittelalter war. Werner Rösener stellt, was die
technischen Entwicklungen im Hochmittelalter betrifft, folgende These auf: ,,Die Fort-
schritte in der Landwirtschaft des Hochmittelalters beruhten nicht auf bedeutsamen
technischen Neuerungen [...]. Die rasche Verbreitung und vermehrte Anwendung
schon bekannter Agrartechnik ist [...] ein Charakteristikum der hochmittelalterlichen
Landwirtschaft."
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Im Folgenden gilt es diese These zu bewerten. Des Weiteren stellt
sich die Frage welche Folgen die Pest für die Landwirtschaft im Mittelalter hatte.
Im ersten Kapital wird das Leben der Bauern im Mittelalter behandelt. Hier wird neben
dem Alltag der Bauern auch die Ernährung der Menschen im Mittelalter untersucht.
Danach wird die Landwirtschaft des Frühmittelalters dargelegt. Neben dem Villikati-
onssystem und der Viehhaltung im Frühmittelalter wird hier des Weiteren der Ackerbau
thematisiert. Die Landwirtschaft des Hochmittelalters ist Gegenstand des dritten Kapi-
tels. Hier wird auf die Rentengrundherrschaft, die Viehhaltung im Hochmittelalter, so-
wie auf die technischen Entwicklungen, die Anbaumethoden und die Sonderkulturen
eingegangen. In dem letzten Kapital ist die Landwirtschaft im Spätmittelalter dargelegt.
Dieses Kapitel ist nochmals in die wirtschaftliche Not der Bauern, sowie in die Viehhal-
tung bzw. den Viehhandel und die Sonderkulturen im Spätmittelalter unterteilt.
1
Vgl. Cameron, Averil: Die Wirtschaft im Mittelalter o.O 1989 zit. Nach: Bortis, Heinrich: Uni Freibrug
Wirtschaftsgeschichte, Freiburg o.D., S.2.; Meinhard Matthias u.a.: Mittelalter, München 2007, S. 193;
https://www.planet-schule.de/sf/php/sendungen.php?sendung=7004, 02.01.2016.
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Rösener, Werner: Agrarwirtschaft, Agrarverfassung und ländliche Gesellschaft im Mittelalter, Mün-
chen 1992, S. 21.

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2 Das Leben der Bauern im Mittelalter
2.1 Der Alltag der Bauern
Die Arbeit der Bauern auf dem Feld und bei dem Vieh war der Hauptbestandteil seines
Alltags. Sie begannen ihre Arbeit auf dem Feld im Morgengrauen und beendeten sie
bei Sonnenuntergang. Die Arbeit war Jahreszeitabhängig. Im Frühjahr pflügten sie und
säten aus. Im Sommer und Herbst waren Ernte- und Pflugarbeiten die Hauptaufgabe
der Bauern. Die Agrarier waren nicht nur Feldbauern, sondern hielten auch Vieh. Vor
allem Rinder, aber auch Pferde hielten sie, da diese als Zugtier zum Einsatz kamen.
Der Bauer musste sowohl sein Vieh, als auch seine bewirtschafteten Felder versorgen.
Die Bäuerinnen mussten ebenso bei der Feldarbeit mitwirken. Darüber hinaus war es
ihre Aufgabe die anfallenden Arbeiten im Haus, wie Kinder großziehen, Kochen etc.
zu übernehmen. Ferner mussten sie die Kleidung für die Familie nähen. Die Entbin-
dungen waren mit einem hohen Risiko verbunden, da die medizinische Versorgung
damals nicht gesichert war. Die Kindersterblichkeit im Mittelalter war sehr hoch. Jedes
zweite Kind überlebte die Geburt nicht. Das durchschnittliche Lebensalter lag bei 25
Jahren. Kinder wurden auf dem Bauernhof zur Welt gebracht. Die Bauern waren stolz
auf ihr Haus und Hof, deshalb verrichteten sie dort auch Feierlichkeiten, wie Hochzei-
ten.
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2.2 Die Ernährung der Menschen im Mittelalter
Die Bauern waren zuständig für die Ernährung der Gesellschaft. Im Mittelalter sind
viele Hungersnöte ausgebrochen, da es viele Missernten gab. Der Speiseplan der
Bauern setzte sich aus drei Mahlzeiten zusammen: dem Frühstück und zwei Haupt-
mahlzeiten. Luxusnahrungsmittel wie Kaffee, Kakao, Kartoffeln etc. gab es nicht. Die
Gewinnung von Zucker aus Zuckerrohr war damals auch nicht bekannt. Deshalb war
ausschließlich Honig vorhanden. Der Honig war allerdings nur für die höheren Schich-
ten bezahlbar. Vor allem Brei und Grütze gehörten zu den Mahlzeiten der Bauern, aber
auch Dinge wie Schweinsköpfe oder Schweinspfoten. Hauptnahrungsmittel waren un-
ter anderem Kohl, Erbsen, Bohnen, Mangold, Kirschen, Äpfel, Petersilie. Das Grund-
nahrungsmittel war das Getreide. Dieses wurde sowohl als Brot, als auch als Brei ver-
zehrt. Die Gesellschaft trank Milch, Bier, Wein, sowie Säfte aus gepresstem Obst. Im
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Vgl. Epperlein, Siegfried: Bäuerliches Leben im Mittelalter, Wien 2003, S. 315 f.; Goetz, Hans-Wer-
ner: Leben im Mittelalter- vom 7. bis zum 13. Jahrhundert, München 2002
7
, S.147; https://www.leben-
im-mittelalter.net/alltag-im-mittelalter/arbeit-und-berufe/bauern.html, 02.01.2016.

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Laufe des 8. Jahrhunderts wurden mehr Hülsenfrüchte angebaut. Dies führte zu einer
besseren Sättigung der Menschen, sowie zur Auffrischung von ausgelaugten Böden.
Im Spätmittelalter kamen schließlich auch teure Gewürze, wie Safran, sowie exotische
Früchte, wie Granatäpfel über Italien nach Deutschland.
4
4
Vgl. Hartmann, Martina: Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004, S. 60f.;
http://www.kleio.org/de/geschichte/mittelalter/alltag/kap_iv14/, 02.01.2016.

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3 Die Landwirtschaft im Frühmittelalter (ca. 500-1050)
3.1 Das Villikationssystem
Das Villikationssystem ist zwischen dem 7. Und 8. Jahrhundert entstanden, somit ist
es in das Frühmittelalter einzuordnen. Es ist eine Form der Grundherrschaft. Die
Grundherren hatten verschiedene Rechte, weshalb man die Grundherrschaft auch die
Herrschaft über Land und Leute nannte. Zu diesen Rechten gehörte bspw. der An-
spruch auf Abgaben der Bauern. Das Villikationssystem war die Organisierungsform
der Grundherrschaft. Der Herrenhof bildete den Mittelpunkt des Herrschaftsbezirks.
Die Hufen wurden selbstständig von Bauern bewirtschaftet. Unter Hufen verstand man
Bauernstellen mit Ackerland und Nutzungsrechten an dem gemeinschaftlichen Eigen-
tum (Allmende), bei der der Inhaber dem Herrenhof gegenüber eine bestimmte Menge
an Diensten schuldig war. Es bildete sich eine Hofgenossenschaft der Bauern und
Hofknechte, die familia. Die verschiedenen Personen in dieser Genossenschaft hatten
allerdings auch verschiedene Rechtsstellungen. Das Villikationssystem diente dazu
um die herrschaftliche Ernährungsversorgung zu gewährleisten.
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3.2 Die Viehhaltung im Frühmittelalter
Die Bauern besaßen vielerlei Vieh. Zum größten Teil besaßen sie Rinder, darauf folgte
das Schwein und letzten Endes Schaf und Ziege. Eine Herde Schweine umfasste 25-
50 Tiere. Tagsüber bekamen sie im Wald so genannte Schellen angelegt, dass sie
beieinanderblieben. Nachts waren die Schweine in Hütten oder umzäunten Plätzen
gehalten. Dreiviertel der Schweine wurden zwischen sechs Monaten und eineinhalb
Jahren geschlachtet. Die übergebliebenen Schweine waren Zuchttiere und wurden
erst geschlachtet, sobald sie unfruchtbar waren. Ein Drittel der Rinder wurde mit 15-
18 Monaten geschlachtet. Die restlichen zwei Drittel wurden erst mit ca. zehn Jahren
geschlachtet. Das bedeutet, dass die Rinder überwiegend für die Milchproduktion und
für die Arbeit auf dem Hof eingesetzt wurden. 50% der Schafe und Ziegen wurde im
Alter von eineinhalb Jahren geschlachtet. Die restlichen Schafe waren für die Woll-
und Milchproduktion gehalten worden.
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5
Vgl. Rösener, Werner: Landwirtschaft im Mittelalter, in: Schulz, Günther u.a. (Hrsg.): Sozial- und
Wirtschaftsgeschichte, München 2004, S. 29; Meinhardt, Mathias u.a.: Mittelalter, München 2007, S.
194 f.; http://www.maik-hager.de/wissenschaft/villikation/index.htm,15.01.2016
6
Vgl. Abel, Wilhelm: Geschichte der deutschen Landwirtschaft (Bd. 2), Stuttgart 1978
3
, S. 23 ff.; Gilo-
men, Hans-Jörg: Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters, München 2014, S. 42 f.
Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Handel und Wirtschaft im Mittelalter. Die Entwicklung der Landwirtschaft
Note
1,2
Autor
Jahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V375987
ISBN (eBook)
9783668527768
ISBN (Buch)
9783668527775
Dateigröße
775 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mittelalter, Landwirtschaft, lws, im, Wirtschaft im Mittelalter, Handel - und Wirtschaft im Mittelalter, Handel im Mittelalter
Arbeit zitieren
Benjamin Dörsam (Autor), 2016, Handel und Wirtschaft im Mittelalter. Die Entwicklung der Landwirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375987

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