Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017
23 Seiten

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. DEFINITION

3. KOMPETENZMODELL

4. KOMPETENZMODELL HEINZ MOSER

5. VORTEILE

6. MEDIENUMSETZUNG

7. RISIKEN

8. FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

Die vorliegende Arbeit ist die Ausarbeitung des Referats zum Thema Medienkompetenz. Den Rahmen bildet vor allem folgende Literatur: Die Medienkompetenz und die „ neue “ erziehungswissenschaftliche Kompetenzdiskussion (2010) von Heinz Moser, Confronting the Challenges of Participatory Culture: Media Education for the 21st Century (2009) von Henry Jenkins und The Future of Media Literacy in the Digital Age: Some Challenges for Policy and Practice (2009) von David Buckingham.

Henry Jenkins ist Professor für Kommunikation, Journalismus und Cinematic Arts. Seine Forschung konzentriert sich auf die Themen Medien und Populärkultur. Am Massachusetts Institute of Technology leitet er als Direktor das Comparative Media Studies Program.

Heinz Moser ist Honorarprofessor für Forschungsmethoden und Medienpädagogik an den Universitäten Kassel und Zürich und forscht zum Thema Medienpädagogik, Erziehungswissenschaften und Schulwesen.

David Buckingham ist emerierter Professor an der Loughborough University und Gastprofessor an der Sussex University in England. Er ist einer der international führenden Wissenschaftler im Bereich Media Education.

Unter dem Begriff der Medien werden in dieser Arbeit die Massenmedien, wie beispielsweise das Fernsehen und das Internet, verstanden. Die Medien sind durch die fortschreitende Technisierung der heutigen Gesellschaft allgegenwärtig. So kommen Kinder schon früh mit den Medien in Kontakt. Meist geschieht dies über die Familie. Doch der Kontakt intensiviert sich mit dem Besuch des Kindergartens. Den Anschluss an die Nutzung von Medien und an Aufgaben, die Medienkompetenz erfordern, bietet für die Kinder spätestens die Schule. Mit fortschreitendem Alter erhöht sich der Medienkonsum der Kinder (vgl. Moser, 2010, S. 89).

Medien haben eine große Relevanz für die berufliche Ausbildung. Die Medienkompetenz hat sich zu einer Schlüsselqualifikation entwickelt, die es sich frühzeitig anzueignen gilt, die oftmals zum Erfolg in der Arbeit verhilft und eine Grundvoraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe ist (vgl. Jenkins, 2009, S. 3). Demnach ist die Medienkompetenz besonders im bildungspolitischen Diskurs ein beliebtes Schlagwort (vgl. Moser, 2010, S. 61). Es werden zahlreiche Artikel zur Medienkompetenz veröffentlicht. Die Diskussion ist sehr aktuell und geht in verschiedene Richtungen: Einige schreiben besorgt über das Versagen der Schüler bezüglich der Medienkompetenz und fordern eine stärkere Förderung in diesem Bereich, wie beispielsweise eine Reform im Lehrplan. Einige wissenschaftliche Artikel zweifeln an der Qualifikation der LehrerInnen, den Kindern Medienkompetenzen näher bringen zu können (vgl. Moser, 2010, S. 71).

Durch die schnelle Entwicklung des Internets und die ständigen Veränderung der Medien und der Technik ist es schwierig, eine durable allgemeingültige Definition von Medienkompetenz zu etablieren. Ergo werden neue Diskussionen zur Definition angestoßen (vgl. Buckingham, 2009, S. 2 ff.).

Unter dem Begriff der Medienkompetenz wird die Fähigkeit verstanden, dass man durch selbstbestimmtes und souveränes Handeln Medien und ihre Inhalte kritisch betrachten und den eigenen Bedürfnissen entsprechend filtern, ordnen und nutzen kann. Der Grund, warum Medienkompetenz so wichtig ist, ist der, dass durch den technologischen und gesellschaftlichen Wandel die Menschen mit einer Übermenge an Informationen konfrontiert sind (vgl. Moser, 2010, S. 65).

2. DEFINITION

In den 1970er Jahren wurde der Terminus Medienkompetenz durch den Erziehungswissenschaftler Dieter Baacke eingeführt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird dieser Begriff oft unreflektiert benutzt (vgl. Buckingham, 2009, S. 1). Er wird häufig aus seinem erziehungswissenschaftlichen und medientheoretischen Kontext gerissen und die lernpsychologischen Theorien der Medienkompetenz werden übergangen. In vielen verschiedenen Wissenschaften, wie beispielsweise der Pädagogik, der Psychologie, der Anthropologie und der Politik, wird die Medienkompetenz unterschiedlich definiert. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Medien einem ständigen Wandel ausgesetzt sind, besonders im Rahmen ihrer technischen, funktionellen und thematischen Aspekte (vgl. Moser, 2010, S. 60).

Heinz Moser entwickelt ein Kompetenzmodell bestehend aus vier Kompetenzbereichen: Der technischen, kulturellen, sozialen und reflexiven Kompetenzen, auf die im Folgenden näher eingegangen wird (vgl. Moser, 2010, S. 65).

Das Medienkompetenzmodell von Heinz Moser wird in vier Abschnitte geteilt. Die erste Rubrik befasst sich mit den „technischen Kompetenzen“. Darunter fällt, dass man die technischen Geräte nutzen kann, ihre Funktionen und die dazu gehörigen Fachbegriffe versteht und an ihnen „Wartungs- und Installierungsarbeiten“ durchführen kann (vgl. Moser, 2010, S. 65).

Unter den „kulturellen Kompetenzen“ wird die Aufgeschlossenheit und „Neugier“ gegenüber Produkten der neuen Medientechnik, sowie das Vermögen „literale, auditive und bildsprachliche Information zu nutzen“ und diese filtern zu können, verstanden. Sie umfassen zudem auch die Kreativität des Nutzers und den Umgang mit Menschen unterschiedlicher kultureller Orientierung (vgl. Moser, 2010, S. 65).

Zu den „sozialen Kompetenzen“ zählen die Fähigkeit der angemessenen Kommunikation in der virtuellen Sphäre, die Unterscheidung „realer und virtueller Beziehungen“ und der Umgang mit sich verändernden Strukturen der „Arbeitsorganisation“, sowie ihrer Inhalte (vgl. Moser, 2010, S. 65).

Mit den „reflexiven Kompetenzen“ ist die Kritikfähigkeit der/des Nutzerin/s gemeint. Ergo kritisch gegenüber den Medien, ihrer Entwicklung und den Informationen, die sie liefert, zu sein. Außerdem schließt sie die Fähigkeit der Selbstreflexion mit ein (vgl. Moser, 2010, S. 65).

3. KOMPETENZMODELL

Im Rahmen der Bildungsplanung und Schulentwicklung gewinnt die Diskussion um Kompetenzmodelle in den letzten Jahren an Bedeutung. So erörtern ErziehungswissenschaftlerInnen den Begriff der Kompetenz intensiver und erstellen diesbezüglich Konzepte und Entwürfe. Die Entwicklung der letzten Jahre kann in zwei Diskurse eingeteilt werden:

1. Der Zusammenhang der Kompetenzmodelle, der Bildungsplanung und der Schulentwicklung. Der Fokus liegt hierbei auf dem Erwerb der Allgemeinbildung und ihrer inhaltlichen Stufen. Dieser Punkt richtet sich an die aktuellen Bildungsund Lehrplandebatten und setzt sich in erster Linie mit Kindern und Jugendlichen auseinander (vgl. Moser, 2010, S. 59).

2. Das zweite Themengebiet befasst sich mit der Erwachsenenbildung und thematisiert fern von „Schlüsselkompetenzen“ das lebenslange Lernen und die Notwendigkeit des selbstregulativen Steuerns. Schlüsselbegriffe wie „kreativ“ und „selbst organisiert“ stehen hierbei im Zusammenhang mit der Bereitschaft seine Fähigkeiten für die individuellen Zielvorstellungen zu nutzen. Hierbei wird die Kompetenz mit der Qualifikation selektiv betrachtet. So geht beispielsweise ein qualifizierter Abschluss nicht zwangsläufig mit der Kompetenz einher, mit Umständen umzugehen und sie bewältigen zu können (vgl. Moser, 2010, S. 59).

An dieser Stelle ist es wichtig, auf den Unterschied der Begriffe „Kompetenz“ und „Qualifikation“ einzugehen. Die Fertigkeit und das Erlernte, welches als Fähigkeit ein Leben lang einem Individuum erhalten bleiben, dienen als Messgröße trotz aller sich ändernden Umstände und werden als Qualifikation verstanden (vgl. Moser, 2010, S. 59).

Darüber hinaus wird die über den gesellschaftlichen Wandel und die sich wandelnden beruflichen Umstände notwendige Anpassung der individuellen Qualifikation als Kompetenz bezeichnet (vgl. Moser, 2010, S. 59).

4. KOMPETENZMODELL HEINZ MOSER

Im Folgenden werden die Medienpädagogik und die Zusammenhänge von Bildungsstandards und der oben genannten Medienkompetenzen thematisiert. Das Hauptaugenmerk der Betrachtung der Medienpädagogik liegt hierbei auf der fächerübergreifenden Nutzbarkeit von Medienkompetenzen. Da die Medienpädagogik Grundlage für die Informationsbeschaffung und die Kommunikationsmittel geworden ist, ist diese als ein „überfachliches Fach“ von äußerster Bedeutung (vgl. Moser, 2010, S. 67).

Die Erkenntnis einer übergreifenden Medienkompetenzfrage eröffnet gleichzeitig eine Diskussionen über notwendig festzulegende Standards in der Erziehung der SchülerInnen und der differenzierten Betrachtung eines eigenständigen Unterrichtsfaches oder des integrierten Medienkompetenzen-Erwerbs im Lehrplan bezüglich aller Unterrichtsfächer. Die Gefahr jedoch, dass die Lehre der Medienkompetenz in den jeweiligen Fächern an Relevanz überwiegt und der eigentliche Inhalt des Faches darunter leidet, ist zu groß. Es wurden verschiedene Kompetenzmodelle formuliert, die die Kompetenzbereiche nach Medienarten gliedern, jedoch weisen diese nach Heinz Moser einige problematische Aspekte auf und so entwickelte er an der Pädagogischen Hochschule Zürich das Zürcher Kompetenzmodell, welches die personalen Handlungskompetenzen mit denen der Medienkompetenzen verknüpft. Der Ausgang für das Modell sind Schlüsselkompetenzen, die in den jeweiligen Fächern wichtig und nötig sind (vgl. Moser, 2010, S. 67).

Unterteilt ist das Modell in drei Handlungsfelder: „Anwendung und Gestaltung von Medienprodukten, Austausch und Vermittlung von Medienbotschaften, Medienreflexion und Medienkritik“ (Moser, 2010, S. 85). Zusätzlich, angeknüpft an die Handlungsfelder, werden weitere drei Kompetenzbereiche betrachtet: Die Sachkompetenzen, die Methodenkompetenzen und die Sozialkompetenzen. Das Zürcher Kompetenzmodell baut auf vier Kompetenzstufen auf, wobei die erste Kompetenzstufe die personalen Fähigkeiten bis zum Ende der zweiten Klasse angibt und die vierte Kompetenzstufe, die der/die SchülerIn bis zum Ende der elften Klasse. Das Modell veranschaulicht insgesamt die stufenartige Entwicklung der Medienkompetenz der SchülerInnen (vgl. Moser, 2010, S. 113).

Neben der theoretischen Darstellung von Kompetenzstufen kristallisiert sich das Problem der Umsetzung der Modelle bei der Masse an Lehrstoffen und dem herrschendem Zeitmangel heraus, welches in dem Kapitel 6 näher erläutert wird. Verschärft wird zudem das Problem, dass das Lehrpersonal meist selbst nicht ausreichend im Umgang mit Medien geübt ist und somit oft selbst AnfängerIn ist (vgl. Moser, 2010, S. 71)

5. VORTEILE

Im Folgenden wird ein Ansatz Henry Jenkins dargestellt, welcher in der medienpädagogischen wie auch kommunikationswissenschaftlichen Debatte in Deutschland selten herangezogen wurde.

Der Anfangsgedanke Henry Jenkins ist, dass sich Kinder und Jugendliche Medienkompetenz eher beim Umgang mit den digitalen Medien, sowie in ihren informellen Kreisen, aneignen und nicht in der Schule (vgl. Jenkins, 2009, S. 4). Schon in den vorherigen Kapiteln wurde die Relevanz der Medienkompetenz in der heutigen Gesellschaft hervorgehoben.

Basierend auf einer Studie weist Henry Jenkins darauf hin, dass viele Jugendliche selbst Medieninhalte kreieren und sie, durch das Teilen auf verschiedenen Seiten, verbreiten. So sind diese Jugendliche meist Teil der „participatory culture“. In dieser agiert der Mensch nicht nur als KonsumentIn, sondern auch als ProduzentIn (vgl. Jenkins, 2009, S. 3)

In seiner Arbeit „Confronting The Challenges Of Participatory Culture“ postuliert Henry Jenkins die Entwicklung der „participatory culture“, in der die Hemmnisse, in einem öffentlichen Raum zu artikulieren, gesunken sind, der Wissenstransfer von Erfahrenen an Unerfahrene erfolgt, sowie auch der Einsatz für Andere.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen
Hochschule
Freie Universität Berlin
Autor
Jahr
2017
Seiten
23
Katalognummer
V377330
ISBN (eBook)
9783668571440
ISBN (Buch)
9783668571457
Dateigröße
646 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medienkompetenz, kindern, jugendlichen
Arbeit zitieren
Esra Eres (Autor), 2017, Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377330

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