Probleme des Gesundheitswesens. Der Fachkräftemangel im Bereich des Pflegepersonals


Ausarbeitung, 2017
6 Seiten

Leseprobe

Fachkräftemangel

Immer wieder tauchen Meldungen auf, dass Stationen in Krankenhäusern geschlossen werden müssen, aufgrund von Mangel an Personal1. Dabei ist meist nicht das ärztliche Personal gemeint, sondern das Pflegerische. Wie stark dieser Mangel ausgeprägt ist und welche möglichen Gründe dafür infrage kommen, soll Fragestellung dieser Ausarbeitung sein.

Die Bundesagentur für Arbeit hat Juni 2017 eine Statistik veröffentlicht, die zeigen soll, inwieweit sich der Fachkräfteengpass ausprägt.2 Darin sind die Gesundheits- und Pflegeberufe ebenfalls aufgeführt.

Der Statistik sind die zwei folgenden Abbildungen entnommen. Sie zeigen auf, dass im Bereich Altenpflege ein bundesweiter Fachkräftemangel besteht, gekennzeichnet durch rote Markierung der Bundesländer. Und im Bereich der

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: "Fachkräfte bzw. Spezialisten Spezialisten Gesundheits-, Krankenpflege, Rettungsdienst und Altenpflege"2

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Abbildung 1: "Fachkräfte und Geburtshilfe"2

„Fachkräfte bzw. Spezialisten Gesundheits-, Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe“3 überwiegend ein Fachkräftemangel besteht, jedoch in manchen Teilen Deutschlands Anzeichen für einen Fachkräfteengpass vorhanden sind. Gekennzeichnet durch eine gelbe Markierung. Die Abbildungen ergeben sich aus Daten von gemeldeten offenen Stellenangeboten. Ungemeldete offene Stellen finden hier keine Berücksichtigung. Aus der Analyse der Daten zeigt sich, dass Stellenangebote für Gesundheits- und Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen 140 Tage vakant sind.4 Bei Altenpflegefachkräften sind es sogar 167 Tage, bis eine Stelle besetzt wird.5 In beiden Fällen ist die Vakanzzeit im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und liegt über der durchschnittlichen Vakanzzeit der aufgeführten Berufe.6

Die Zahlen verdeutlichen, dass das Angebot an Arbeitsplätzen sehr hoch ist, jedoch die Nachfrage eher gering ausfällt (bzw. hohe Nachfrage nach Arbeitskraft, geringes Angebot von Arbeitskraft). Unter Beachtung des demografischen Wandels (Gruppe der älteren Menschen in Deutschland wächst kontinuierlich) und dem Fortschritt der Medizin (Menschen werden immer älter) ist eine Zuspitzung der Problematik des Fachkräftemangels aufgrund des steigenden Bedarfs unverkennbar. Mehrere Studien7 führen ebenfalls zu solch einem ähnlichen Ergebnis und geben Schätzungen ab, in wie hoch sich ein Mangel an Pflegekräften zu späteren Zeitpunkten ausdrücken könnte.

Die Frage nach der Art und Weise der Ausführung bzw. Konstellation solcher Studien soll hier außer Acht gelassen werden.8

Das Problem scheinen die Arbeitsverhältnisse zu sein.9 Nicht nur der steigende Anspruch an das Personal, sondern auch die Bezahlung in Verbindung mit der tagtäglichen Verantwortung, scheint ein Grund für die Unattraktivität der Berufe zu sein.

Das wirtschaftliche Ziel der Vollbeschäftigung, bzw. des hohen Beschäftigungsstandes, zielt auf eine möglichst niedrige Arbeitslosenquote ab. Gesamtwirtschaftlich betrachtet könnte dieses Ziel erreichbar zu sein scheinen, jedoch muss im Bezug auf das Gesundheitswesen noch einiges passieren, dass offene Stellenangebote in Anspruch genommen werden und somit das Angebot von Arbeitskraft steigt.

Die Frage wie das bewerkstelligt werden kann, soll hier unbeantwortet bleiben. Es sei nur erwähnt, dass es eine Vielfalt von Möglichkeiten gibt und vor allem die Arbeitsplatzverhältnisse berücksichtigt werden müssen, es jedoch meistens an der Problematik der Finanzierung hängt.

Die Problematik des Fachkräftemangels in der Pflege stellt eine Herausforderung dar. Während in einem Ballungszentrum wie Berlin, Krankenhäuser vermutlich weniger Probleme haben Fachkräfte für eine Anstellung zu finden, aufgrund von Attraktivität der Stadt und gegebener Infrastruktur, ist es für ländliche Gebiete schwieriger, Personal zu rekrutieren. Hier müsste man gegebenenfalls mit Anreizen arbeiten, wie z. B. Hilfe bei der Wohnungssuche, eigene Kindertagesstätte für die Kinder der Mitarbeiter und/oder attraktive Arbeitsplatzgestaltung, um Personal in ländliche Regionen zu locken und langfristig halten zu können.

Dennoch wird die Frage zur Lösung des Fachkräftemangels im Bereich des Gesundheitswesens noch weiter offen bleiben.

Literaturverzeichnis

Bücher

Bofinger, P.: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, 2. Auflage, München 2007

Paschke, D.: Grundlagen der Volkswirtschaftslehre, 6. Auflage, Heidenau 2011

Internetquellen

Afentakis, A.; Maier, T.: Projektionen des Personalbedarfs und -angebots in Pflegeberufen bis 2025, 2010, unter: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/Gesundheitswesen/ ProjektionPersonalbedarf112010.pdf?__blob=publicationFile, Aufruf am 28.08.2017

Bonin, H.; Braeske, G.; Ganserer, A.: Internationale Fachkräfterekrutierung in der deutschen Pflegebranche, 2015, unter: https://www.bertelsmann- stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/28_Einwanderung_und_Vielfalt/Studie_IB_Inte rnationale_Fachkraefterekrutierung_in_der_deutschen_Pflegebranche_2015.pdf, Aufruf am 21.07.2017

Bruntsch, F.; Ostwald, D. A.; Ehrhard, T.; Schmidt, H.; Friedl, C.:

Fachkräftemangel - Stationärer und ambulanter Bereich bis zum Jahr 2030, 2010, unter: http://www.pwc.de/de/gesundheitswesen-und- pharma/assets/fachkraeftemangel.pdf, Aufruf am 28.08.2017

Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse, Juni 2017, unter: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-

Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK- Engpassanalyse-2017-06.pdf, Aufruf am 29.08.2017

Felke, C.: Wie viele Pfleger braucht das Land?, 18.04.2017, unter: http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-04/pflegekraefte-mangel-zuverlaessliche- zahlen-studien, Aufruf am 15.08.2017 http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-04/pflegekraefte-mangel-zuverlaessliche-zahlen-studien, Aufruf am 15.08.2017

Hämel, K.; Schaeffer, D.: Fachkräftemangel in der Pflege - viel diskutiert, politisch ignoriert?, 2012, unter: https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/1611- 5821-2012-1-41.pdf, Aufruf am 29.08.2017

Milstein, R.; Schreyögg, J.: Expertise zur Ermittlung des Zusammenhangs zwischen Pflegeverhältniszahlen und pflegesensitiven Ergebnisparametern in Deutschland, 2016, unter: http://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/ Pflege/Berichte/Gutachten_Schreyoegg_Pflegesensitive_Fachabteilungen.pdf, Aufruf am 29.08.2017

Trutschel, C.: Städtisches muss Stationen schließen, 12.08.2017, unter: http://www.kn-online.de/News/Nachrichten-aus-Kiel/Pflegekraeftemangel- Staedtisches-muss-Stationen-schliessen, Aufruf am 16.08.2017

O.V.: RWI sagt Engpässe in Pflegeheimen voraus, 22.12.2015, unter: https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/rwi-sagt-engpaesse-in-pflegeheimen- voraus-7810/, Aufruf am 21.07.2017

O.V.: Mehr als eine Million Jobs in Deutschland unbesetzt, 06.08.2017, unter: http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2017-08/arbeitsmarkt-offene-stellen- hoechststand, Aufruf am 16.08.2017

O.V.: „Der Arbeitskräftemangel ist schlimmer als der Brexit“, 14.08.2017, unter: http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-08/fachpersonal-arbeitskraeftemangel-dihk- praesident-problem-wirtschaftswachstum?xing_share=news, Aufruf am 16.08.2017

[...]


1 vgl. Trutschel, C.: Städtisches muss Stationen schließen, unter: http://www.kn- online.de/News/Nachrichten-aus-Kiel/Pflegekraeftemangel-Staedtisches-muss-Stationen- schliessen, Aufruf am 16.08.2017

2 vgl. Bundesagentur für Arbeit: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer- Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK-Engpassanalyse- 2017-06.pdf, Aufruf am 29.08.2017, S. 13 ff

3 vgl. a. a. O., S. 13 f

4 vgl. Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse, Juni 2017, unter: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf- Stellen/Fachkraefte/BA-FK-Engpassanalyse-2017-06.pdf, Aufruf am 29.08.2017, S. 14

5 vgl. a. a. O., S.14

6 vgl. a. a. O., S.14

7 vgl. Afentakis, A.; Maier, T.: Projektionen des Personalbedarfs und -angebots in Pflegeberufen bis 2025, 2010, unter: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/Gesundheitswesen/ProjektionPersonal bedarf112010.pdf?__blob=publicationFile, Aufruf am 28.08.2017 Bruntsch, F.; Ostwald, D. A.; Ehrhard, T.; Schmidt, H.; Friedl, C.: Fachkräftemangel - Stationärer und ambulanter Bereich bis zum Jahr 2030, 2010, unter: http://www.pwc.de/de/gesundheitswesen- und-pharma/assets/fachkraeftemangel.pdf, Aufruf am 28.08.2017 Bonin, H.; Braeske, G.; Ganserer, A.: Internationale Fachkräfterekrutierung in der deutschen Pflegebranche, 2015, unter: https://www.bertelsmann- stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/28_Einwanderung_und_Vielfalt/Studie_IB_Internationale_Fachkr aefterekrutierung_in_der_deutschen_Pflegebranche_2015.pdf, Aufruf am 21.07.2017

8 Hämel, K.; Schaeffer, D.: Fachkräftemangel in der Pflege - viel diskutiert, politisch ignoriert?, 2012, unter: https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/1611-5821-2012-1-41.pdf, Aufruf am 29.08.2017

9 vgl. Felke, C.: Wie viele Pfleger braucht das Land?, 18.04.2017, unter:

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Details

Titel
Probleme des Gesundheitswesens. Der Fachkräftemangel im Bereich des Pflegepersonals
Hochschule
bbw Hochschule
Autor
Jahr
2017
Seiten
6
Katalognummer
V380876
ISBN (eBook)
9783668574526
Dateigröße
2027 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitswesen, VWL, Problematiken, Fachkräftemangel
Arbeit zitieren
Phil Hartmann (Autor), 2017, Probleme des Gesundheitswesens. Der Fachkräftemangel im Bereich des Pflegepersonals, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380876

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