Die Literaturverfilmung im Deutschunterricht. Erich Kästners "Emil und die Detektive"

Chancen und Herausforderungen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

21 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ziele und Funktionen des Literaturunterrichts

3. Besonderheiten des Films
3.1 Analyse des Visuellen
1) Die Einstellungsgröße
2) Die Perspektive
3) Die Kamerabewegungen
4) Beleuchtung, Farbe und Format
5) Schnitt und Montage
6) Das Setting
7) Denotation und Konnotation
3.2 Analyse des Auditiven
1) Die Sprache
2) Die Hintergrundmusik
3) Die Geräusche

4. Literatur und Film
4.1 Die Literaturverfilmung
4.2 Medienpädagogisches Handeln
1) Die Analyse
2) Die Reflexion
3) Der produktive Umgang

5. Beispiel für die Umsetzung im Unterricht – Emil und die Detektive
5.1 Didaktische Analyse
5.2 Unterrichtsvorschlag zur Arbeit mit Film und Buch
5.3 Bezug zum Bildungsplan

6. Fazit

7. Abbildungsverzeichnis

8. Abkürzungsverzeichnis

9. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Literaturverfilmung löst bis heute unter Literaturwissenschaftlern und Filmtheoretikern bzw. Filmkritikern heftige Diskussionen aus. Die Frage danach, ob nun das Buch oder der dazu passende Film einen echten Mehrwert für SuS bietet, lässt sich mit einem passenden Zitat von Alfred Hitchcock zu dieser Debatte und der aufgeworfenen Problematik unterstreichen: „Sie kennen doch sicher den Witz von den beiden Ziegen, die die Rollen eines Films auffressen, der nach einem Bestseller gedreht worden ist, worauf die eine Ziege zur anderen sagt: „Mir war das Buch lieber“.“ (Alfred Hitchcock, vgl. Truffaut 1973, S.118). Literaturwissenschaftler plädieren häufig darauf, dass audiovisuelle Medien zum einen die Fantasie des Rezipienten untergraben und ihn zum anderen in seiner eigenen Aktivität zur bewussten Wahrnehmung und Konstruktionsbildung durch den „passiven“ Konsum eines Filmes beschränken. Der Lesevorgang dagegen sei ein kreativer kognitiver Prozess, der die Imaginationsfähigkeit des Einzelnen anregt und zu neuen, eigenen Sichtweisen und darüber hinaus zu Einsichten in fremde Wirklichkeiten führt. Jedoch nutzt der Film andere Zeichensysteme und Codes, die grundsätzlich nicht mit denen eines literarischen Schrifttextes verglichen werden können. Daher ist es wichtig neben der Literaturdidaktik auch eine Filmdidaktik an der Institution Schule zu etablieren, um dem Literaturunterricht im Fach Deutsch vollumfänglich gerecht zu werden und eine ganzheitliche Bildung der Schülerinnen und Schüler sicherzustellen. Diese soll eine spezifisch ästhetische Auseinandersetzung mit beiden Medien beinhalten, die mit erzähltheoretischen und filmanalytischen Kategorien betrachtet und erarbeitet werden können (vgl. Staiger 2010, S.9). Dabei soll für den Medienwechsel sensibilisiert und Parallelen zwischen beiden Medien aufgezeigt werden, ohne in die Bewertungsfalle (das Buch ist besser als der Film) zu geraten. Den Schülerinnen und Schülern soll bewusst werden, was das jeweilige Medium unter den spezifischen Prämissen leisten kann und was nicht. Ziel ist es, die Reflexions- und Analysefähigkeit der Lernenden zu fördern, um sie zu reifen Bürgern mit der Fähigkeit zu eigenständigem, kritisch-reflektiertem Denken zu erziehen. Die mündige Teilhabe an der Gesellschaft wird so gewährleistet.

Der Anspruch des Bildungsplans an die Lernenden ist vielfältig und beinhaltet zahlreiche Kompetenzen. Diese sollen durch gezielte Arbeit mit den beiden Medien Film und Literatur erreicht werden, ohne dabei in eine Abwertungsdidaktik zu geraten.

Daher wird in dieser Arbeit der Frage nachgegangen „Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich durch die Literaturverfilmung im Deutschunterricht?“. Um dieser Thematik gerecht zu werden, wird zuerst auf die Besonderheiten des Films und der Literatur näher eingegangen. Anschließend die sich ergebende Problematik durch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Medien erläutert und entsprechende Lösungsansätze gegeben. Im Anschluss daran wird das bis dahin Erörterte konkret auf das medienpädagogische Handeln in der Realschule, den Bildungsplan und die Lernenden bezogen. Abschließend wird ein Beispiel für die Umsetzung im unterrichtlichen Kontext gegeben und letztlich ein Fazit aus dieser Arbeit gezogen.

2. Ziele und Funktionen des Literaturunterrichts

Das zentrale Ziel des Literaturunterrichts umfasst in erster Linie die Textverstehenskompetenz (vgl. Leubner 2012, S.33f). Damit ist gemeint, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur mit spezifischen Gestaltungsmitteln verschiedener Texte und Gattungen, sowie deren literaturgeschichtlichen Hintergründe auseinandersetzen, sondern auch die eigenen Bedeutungszuschreibungen mittels der Ausbildung von Deutungs-, Reflexions- und Kommunikationsfähigkeiten hinterfragen. Eine ganz grundlegende Kompetenz ist daher vorhergehend das basale Verstehen (Dekodieren) von Wörtern und Sätzen. Ein weiteres Ziel ist das Weltverstehen, dem eine wichtige Rolle zukommt, da es über die Einsicht in den eigenen nahen sozialen Raum bis hin zu historisch oder geografisch entfernten Räumen reicht (vgl. ebd.). Das dritte Hauptziel besteht aus dem Selbstverstehen, das durch die Beschäftigung mit Literatur einen enormen Beitrag zur Identitätsentwicklung und Bewältigung von Entwicklungsaufgaben leistet (vgl. ebd.). Das Selbstverstehen gründet sich auf der Orientierungsfunktion innerhalb des sozialen und kulturellen Umfelds. Dabei unterstützt die Literatur funktionell ebenso die Hervorhebung der Empathiefähigkeit und das daraus einhergehende Fremdverstehen durch den Perspektivenwechsel wie auch die moralische Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Eine weitere Funktion von Literatur könnte aber ebenso die Steigerung der Lesemotivation beinhalten, die z.B. durch den Unterhaltungswert der Lektüre dem Ziel der Förderung von Imaginationsfähigkeit und Kreativität sowie der ästhetischen Sensibilisierung dienen kann. Dabei sind unbedingt auch die sieben Lesemodi zu beachten (vgl. Garbe 2009, S.175, vgl. dazu auch Graf 2004, S.31ff.), da zwischen unterschiedlichen Arten des Lesens und der Motivation, die dahintersteckt, differenziert und idealerweise an die jeweiligen Ziele und Teilkompetenzen im Speziellen angepasst werden sollten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die sieben Lesemodi. Quelle: Mikota 2016, S. 4

Das Herausfinden der bevorzugten Lese-Motive der Lernenden dient dazu, dass Potenziale bewusst gemacht werden können und die Lehrkraft gemeinsam mit den Schülerinnen und Schüler Ziele und Kompetenzen mittels Literatur fördern, ausbauen und gleichzeitig zu Neuem anregen können. Im nächsten Kapitel wird daher auf die Besonderheiten des Films eingegangen, da der Literaturunterricht auch den fachgerechten Umgang und die Verbindung beider Medien beinhaltet, bei gleichzeitiger Verfolgung der oben genannten Zielsetzungen und Kompetenzforderungen im Rahmen des Deutschunterrichts.

3. Besonderheiten des Films

Die Erzählform des Films erfolgt immer audiovisuell, d.h. in Bild-Ton-Kombination. Wie bereits in der Einleitung genannt, verwendet der Film andere Sprachsysteme als die Literatur. Daher soll in diesem Kapitel zuerst auf die Fachterminologie mir ihren jeweiligen Begriffen und Kategorien eingegangen werden, um die Basis für die gemeinschaftliche Analyse und den daran anknüpfenden Diskurs über die Filmsprache zu schaffen. Zuerst wird das Visuelle und darauf folgend auf das Auditive betrachtet.

3.1 Analyse des Visuellen

1) Die Einstellungsgröße

Die Einstellungsgröße zeigt Figuren oder Objekte im Bild mit verschiedenen Entfernungen. Im Allgemeinen werden dabei folgende Größen unterschieden (vgl. Frederking 2012, S.178):

Die Weite: Landschaften oder Panoramen. Die Einstellung dient dazu, größere Räume und Landschaften darzustellen und dem Zuschauer einen Überblick über das Gesamtgeschehen zu verschaffen. Die Totale dient ebenfalls dem Gesamtüberblick, bei dem aber einzelne Figuren erkennbar sind. Die Halbtotale ist eine Ganzansicht, bei der die Figurenumgebung und die Personen bzw. Gruppen von Kopf bis Fuß zu sehen sind. Die halbnahe/amerikanische Einstellung zeigt die Figur bis zur Hüfte. Die amerikanische Einstellung ist eine Sonderform der halbnahen, die auf das Western-Genre zurückzuführen ist. Sie zeigt Figuren bis zu den Oberschenkeln, sodass auch die Hände, die zum Revolver greifen, erkennbar sind. Die Nahe: Diese Einstellung zeigt die Figur bis zur Brust oder zum Bauch und wird verwendet, damit Gestik und Mimik für den Zuschauer gut erkennbar werden. Die Große: Das Gesicht der Figur wird maximal bis zu den Schultern gezeigt oder das Objekt wird bildfüllend aufgenommen. Dadurch werden die Mimik und damit zusammenhängende Emotionen im Detail sichtbar gemacht. Die räumliche Orientierung ist nicht mehr gegeben, da das Umfeld nicht mehr sichtbar ist. Das Detail: Bezeichnet eine Aufnahme eines stark vergrößerten Ausschnitts. Damit kommt dem Abgebildeten eine starke Bedeutung zu, da diese Entfernung unserem natürlichen Seherlebnis widerspricht.

2) Die Perspektive

Die Perspektive zeigt die Sichtweise auf das Geschehen, welche die Kamera bei der Aufnahme eingenommen hat. Unterschieden wird dabei wie folgt:

Normalperspektive: bezeichnet die Sicht des Zuschauers auf Augenhöhe mit den Figuren und entspricht der natürlichen Wahrnehmung Froschperspektive: diese bietet eine Untersicht auf das Geschehen und führt dazu, dass Personen z.B. überlegen, heldenhaft oder arrogant wirken Vogelperspektive: zeigt eine Sicht von oben herab auf das Geschehen. Die Figuren können dadurch einsam oder erniedrigt erscheinen.

3) Die Kamerabewegungen

Es gibt mehrere Arten der Bewegungen einer Kamera. Zu den wichtigsten Kamerabewegungen zählen z.B. die vertikale Neigung oder das horizontale Schwenken, ohne dass die Kamera ihren Standpunkt verlässt. Zudem kann die Kamera horizontale Objektbewegungen parallel mit Hilfe einer Kamerafahrt begleiten und sich ebenfalls auf diese zu- oder wegbewegen. Zum Vergleich weiterer Bewegungen wie Reißschwenks, Kranaufnahmen, zoomen, Einsatz von Handkameras etc. siehe Hildebrand 2006, S.264ff.)

4) Beleuchtung, Farbe und Format

Wenn die Beleuchtung natürliche Lichtverhältnisse simuliert, entspricht das dem sogenannten Normalstil, während etwa das Fülllicht aus Richtung der Kamera entstehende Schatten aufhellt und das Führungslicht Objekte seitlich anstrahlt. Das Spiel mit Licht und Schatten als Gestaltungselement erzeugt je nach Beleuchtungsart entsprechend drückende oder erhellende Stimmungen und Emotionen. Die Farbe steht im Gegensatz zum schwarz-weiß Bild und schafft besonders realistische Bilder und je nach Farbverfremdung entsprechende „warme“ oder „kalte“ Atmosphären, die sich auf die Wahrnehmung von Figuren und/oder Objekten auswirkt. Das Format wird durch die Festlegung des Bildausschnittes und den Proportionen bestimmt. Es stellt somit die Festlegung des Bildausschnitts und seiner Objekte innerhalb des Kamerarahmens dar, und ist somit eine grundsätzliche Kategorie der visuellen Ebene (vgl. Staiger 2010, S.47).

5) Schnitt und Montage

Der Schnitt ist die Art des Übergangs zwischen zwei Einstellungen. Dabei kann das Bild mit Hilfe einer Abblende oder Aufblende langsam verdunkelt bzw. erhellt werden. Alternativ kann das Bild beispielsweise mit einem nachfolgenden weggewischt werden oder mit einer sogenannten Iris-Blende wird eine alte Einstellung kreisförmig ausgeblendet oder eine neue kreisförmig eingeblendet. Die Montage vereint das Visuelle mit dem Narrativen, da das Erzählte mit unterschiedlichen Einstellungen zusammengefügt und organisiert wird. Um nur einige Beispiele der Montagearten zu nennen, werden beispielsweise bei der Kontrastmontage gegensätzliche Einstellungen oder Szenen hintereinander montiert oder mit einer Vorausschau bzw. Rückblende in das aktuelle Handlungsgeschehen einmontiert (vgl. Frederking 2012, S.181).

6) Das Setting

Das Setting betrachtet die Gestaltung der Kulisse, die entweder an einem realen Schauplatz oder künstlich geschaffen sein kann. Autofahrten werden z.B. mit der Rückprojektion stilisiert, damit Schauspieler das Studio nicht verlassen müssen oder das Wetter wird manipuliert bzw. Am Computer simuliert und gegebenenfalls mit realen Aufnahmen kombiniert. Bei der Komposition wird ein Teil der Inszenierung sichtbar, da eine geschlossene Anordnung von Figuren oder Objekten im Bild angeordnet wird, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen. Mit relativ großen Flächen und langen Linien wirkt das Bild z.B. eher ruhig und ausgeglichen und kann so die zugehörigen Emotionen besser transportieren (vgl. ebd.).

7) Denotation und Konnotation

Die Denotation beinhaltet das wörtlich Gesagte, bei der man sich, vergleichend nach Saussure auf der Ausdrucksebene befindet, also auf der physischen Dimension eines visuellen Schriftzeichens bzw. Bildsymbols befindet. Die Konnotation dagegen bezeichnet die unterschwellig mitschwingende Botschaft dieses Zeichens, das den Inhalt des Symbolträgers, welcher abhängig von der kulturellen Prägung des Rezipienten unterschiedlich interpretiert werden kann, repräsentiert (vgl. ebd.).

3.2 Analyse des Auditiven

Grundsätzlich wird auf der Tonebene in On-Ton und Off-Ton unterschieden. Während der On-Ton synchron mit Quelle und Bild übereinstimmt, kann der Off-Ton nicht direkt seiner Herkunft zugeordnet werden (vgl. Frederking 2012 S. 182).

1) Die Sprache

Hierbei kann die gesprochene Sprache über Dialoge zweier Figuren z.B. in einem bewegten Bild direkt mitverfolgt werden oder es kann eine Stimme aus dem Hintergrund sprechen, deren Zugehörigkeit unsichtbar bleibt. Innerhalb des sprachlichen Ausdrucks sind jedoch nicht nur die verbalen sondern auch die nonverbalen Elemente wie die Prosodie, Pausen und die gesamte Körpersprache mit Mimik und Gestik etc. zu beachten (vgl. ebd.).

2) Die Hintergrundmusik

Die Hintergrundmusik dient dazu Emotionen zu transportieren und das Dargestellte mit dieser Atmosphäre zu verstärken. Beispielsweise sorgen dann Melodie, Rhythmus und Harmonie einer musikalischen Untermalung für eine romantische oder gruselige Stimmung (vgl. ebd.).

3) Die Geräusche

Geräusche dienen dazu, das Dargestellte realer erscheinen zu lassen, in dem Vogelgezwitscher, Verkehrslärm oder ähnliches entweder mit aufgenommen oder nachträglich in der Post-Produktion nachvertont wird (vgl. ebd.).

4. Literatur und Film

In diesem Kapitel sollen vor allem die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Medien herausgearbeitet werden. Hauptsächlich werden Gemeinsamkeiten von Literatur und Film durch die narrativen Strukturen und Elemente deutlich.

4.1 Die Literaturverfilmung

Grundsätzlich kann im Literaturunterricht der Film alleine oder gemeinsam mit der Vorlage behandelt werden. Der medienintegrative Ansatz dagegen, passt sich der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler in besonderem Maße an, da diese neue Inhalte in ihrem Alltag überwiegend durch die neuen Medien kennenlernen und tendenziell weniger aus Büchern. Das Aufwachsen in der multimedial geprägten Umwelt führt dazu, dass die Schülerinnen und Schüler mit der Nutzung mehrerer Medien vertraut sind und diese auch nutzen wollen (vgl. Heidtmann 1995, S.92f.).

Die Literatur fördert speziell das Vorstellungs- und Ausdrucksvermögen, die Fantasie und Rechtschreibung, da sie eine intensive Beschäftigung mit dem Inhalt verlangt. Filme erfordern dagegen weniger Zeit und haben zusätzlich zu transportiertem Wissen einen Unterhaltungswert, der es auch leseschwächeren Schülern ermöglicht einen Zugang zu dem literarischen Stoff zu finden. Das Lesen geschieht meistens in zurückgezogener Umgebung, in der eine nicht zu unterschätzende Übersetzungsarbeit der Zeichensysteme stattfindet. Beim Buch erfordert diese Dekodierung des geschriebenen Wortes eine höhere Aufmerksamkeit des Rezipienten, da es nur über den visuellen Sinneskanal zugänglich ist und daher auch ein höheres Maß an Konzentration, kreativer Beteiligung durch Wirklichkeitskonstruierung und vor allem eine gesteigerte Eigenaktivität des Lesers. Daraus ergibt sich eine aktive und produktive Teilnahme innerhalb des Leseprozesses. Diese sollte für die filmische Arbeit im Unterricht ebenso genutzt und ernsthaft behandelt respektive reflektiert werden. Erreichen lässt sich dies, in dem anspruchsvolle Literaturverfilmungen herangezogen und diese unter Berücksichtigung der Lesemodi, die teilweise übertragbar auf Filmrezeptionen sind, für den unterrichtlichen Kontext herangezogen werden.

Ein Vorschlag für einen solchen Umgang mit den Filmelementen und der Handlung wird im nächsten Kapitel gegeben, denn der Film erfährt oftmals eine gesellschaftliche Abwertung, die auf der Argumentation beruht, dass er weniger Eigenleistung erfordere als das Buch und dem Rezipienten gleichzeitig eine passive Haltung auferlegt. Dieser geringen Wertschätzung kann jedoch durch die Kombination der beiden Medien entgegengewirkt werden, da jedes für sich seine Vor- und Nachteile aufweist und mithilfe einer Symbiose die Ziele des Literaturunterrichts noch erfolgsversprechender umgesetzt werden können. Wichtig zum Verständnis der Literaturverfilmung ist dabei, dass sie nicht unbedingt Werktreu umgesetzt werden muss. Sie sollte mehr als kreatives und eigenständiges Produkt verstanden werden, dessen individueller Mehrwert durch die jeweiligen filmspezifischen Qualitäten in den Mittelpunkt rücken sollte (vgl. Geiger 2002, S.24). Die Herausforderung in der filmischen Arbeit im Unterricht liegt daher in dem Begreifen des Films als ästhetisches Werk mit eigener Sprache und Interpretation.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Literaturverfilmung im Deutschunterricht. Erich Kästners "Emil und die Detektive"
Untertitel
Chancen und Herausforderungen
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Note
1,5
Autor
Jahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V383089
ISBN (eBook)
9783668586031
ISBN (Buch)
9783668586048
Dateigröße
744 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literaturverfilmung, Literatur im Deutschunterricht, Literaturverfilmung im Deutschunterricht, Emil und die Detektive, Chancen und Herausforderungen der Literaturverfilmung, Chancen Literaturverfilmung, Emil und die Detektive im Unterricht
Arbeit zitieren
Denise Reisch (Autor:in), 2017, Die Literaturverfilmung im Deutschunterricht. Erich Kästners "Emil und die Detektive", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383089

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