Die Prostitution in Deutschland und Südafrika im Rechtsvergleich


Hausarbeit, 2016
15 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Definition des Begriffs Prostitution
2.1 Die Gesetzgebungen im historischen Kontext—Deutschland
2.2 Die Gesetzgebungen im historischen Kontext—Südafrika

3. Prostitution als Menschenrecht

4. Rechtslagen und Problematiken
4.1 Rechtliche Situation—Deutschland
4.2 Das Grundgesetz

5. Rechtliche Situation—Südafrika
5.1 Aktuelle Problematiken in Südafrika

6. Der Schutz der Arbeitnehmerrechte im Bezug auf die Verfassung

7. Strafrecht Deutschland und Südafrika im Vergleich
7.1 Prostitution und die Rechtsprechung—Südafrika
7.2 Menschenrechtsverletzungen -Südafrika
7.3 Bill of Rights
7.4 Schutz des Arbeitnehmerrechts

8. Fazit

9. Bibliographie

1. Einleitung

Die Prostitution auch bekannt unter dem Synonym "Das älteste Gewerbe der Welt", ist wie der Wortlaut schon verlauten lässt kein neues, jedoch sehr aktuelles Thema. Genau wie die Menschenrechte ist es eins der meist diskutierten Themen weltweit. Die damit einhergehenden Menschenrechtsverletzungen sind auf die Stigmatisie- rungen der Branche 'Sexarbeit' zurückzuführen Diese Arbeit befasst sich lediglich mit der Freiwillig ausgeübten Prostitution unter Aspekt der Volljährigkeit und des weiblichen heterosexuellen Geschlechts. Im Verlauf dieser Arbeit wird ein Über- blick über die Gesetzgebungen im historischen Kontext gegeben. Desweitern er- folgt eine Darstellung der rechtlichen Situation des jeweiligen Landes und der Prob- lematiken. Die Grundrechte welche auch die Menschenrechte darstellen, sind nicht aus der Gesetzgebung herauszudenken. Sie tragen zur Wahrung des friedlichen Zu- sammenlebens bei. Deutschlands sowie die Bill of Rights von Südafrika werden kurz und bündig dargestellt. Auf die Wichtigkeit der bereits genannten Rechtstexte wird eingegangen. Aufgrund der gesellschaftlichen Stellung der Sexarbeiterinnen, gibt es unzählige Diskussionen, ob diese als Berufsgruppe angesehen werden sol- len. Dementsprechend wird das Grund- und Menschenrecht der Berufsfreit analy- siert. Seit Jahrhunderten erfolgen diverse Diskriminierungen der Frau bei der Be- fassung mit der Thematik werden die schwerwiegendsten Diskriminierungen ge- genüber der Frau in der rechtlichen Situation dargestellt.

2. Allgemeine Definition des Begriffs Prostitution

Um die Rechtsprechungen der Verfassungsgerichte zu verstehen ist es wichtig die Geschichte der Prostitution in den beiden Ländern zu kennen.

In Deutschland versteht man die Prostitution als gewerbsmäßige Ausübung sexueller Handlungen mit stetig wechselnden Partner gegen Bezahlung. Prostituierte können sowohl dem männlichen als auch weiblichen Geschlecht angehören. Prostituierte sind Personen die ihren Körper für die sexuelle Befriedigung von Freieren gegen eine Bezahlung anbieten, die Bezahlung kann in Form eines Entgeltes oder anderen materiellen Dingen erfolgen.1 Freier die diese Dienstleistung in Anspruch nehmen sind dabei beliebig und in einer großen Anzahl vorhanden. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass darüber keine einheitliche Meinung besteht. Verschiedene Kriterien sind bei der Definitionsfindung von Prostitution zu beachten, diese können sowohl sozialer auch als kultureller Natur sein.2

Zudem kann eine enge oder weite Auslegung des Begriffs erfolgen, je nachdem wird der Begriff der Prostitution anders aufgefasst.3

Die Gerichte vertreten die Auffassung, dass die Erfüllung der sexuellen Wünsche von Bewerbern, dem Zweck dienen das eigene Vermögen zu bereichern. Jedoch sind die Umstände unter denen dies geschieht, unterschiedlicher Herkunft und von der individuellen Situation Abhängig zu machen. Unter den Umständen sind die Arten der Dienstleistungen sowie die Aktionen vor und nach dem Dienst zu verstehen. Ausnahmen gibt es im Bereich der Jugend- und Kinderprostitution.

2.1 Die Gesetzgebungen im historischen Kontext - Deutschland

In Deutschland gab es im geschichtlichen Verlauf viele Gesetze und Gesetzesände- rungen im Bereich der Prostitution. Diese betreffen nicht nur die Prostituierten son- dern auch die Zuhälter und Betreiber von Bordellen. Prostituierte wurden schon früher unter Aufsicht gestellt. Sie mussten bestimmte Kleidung anziehen und durf- ten sich nur in bestimmten Bereichen aufhalten. Zudem genossen diese kein großes Ansehen. Im Jahre 1871 erfolgte die Gründung des Deutschen Reichs. Am 15.5.1871 trat das Strafgesetzbuch (RStGB) in Kraft. Der Vorläufer des RStGB ist das Preußische Strafgesetzbuch (PrStGB) aus dem Jahre 1851. Das Deutsche Reich regelte die Strafbarkeiten im Rahmen der Prostitution an verschiedenen Stellen. Mit dem Inkrafttreten des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich, wurde in § 361 Nr.6 StGB, die weibliche Prostitution, die dem Mann als Dienstleistungsempfänger be- trachtete, geregelt. Die Regelung besagte: "Mit Haft wird bestraft eine Weibsper- son, welche polizeilichen Anordnungen zuwider, gewerbsmäßig Unzucht be- treibt." Durch diese gesetzliche Regelung, sollte eine Wiedersetzung der polizeili- chen Anordnung abgewendet werden. Einschränkungen von Prostituierten gab es insofern, dass es gängige Bestimmungen gab. Diese Bestimmungen brachten Ver- pflichtungen mit sich, unteranderem waren die Sexarbeiterinnen dazu verpflichtet, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Außerdem konnte ihnen ein Verbot auferlegt werden, welches beinhaltetet, dass ihnen nur noch erlaubt war festgelegte Lokale aufzusuchen und mit bestimmten Männern zu verkehren. Der §361 Nr.6 wurde im Jahre 1876 von Grund auf geändert. Aus der erneuerten Fassung ergaben sich zwei Alternativen. Die herrschende Meinung vertritt die Auffassung, dass es ausreichend sei, dass die überführte Person Unzucht begangen hat und dieser Überführt wurde. Die erste Alternative besagt, dass jede Frau die polizeilich erfasst ist einem Ge- werbe nachgehen darf. Ob dies geschieht obliegt der Polizei. Dies war jedoch der Fall, wenn die Prostituierten als solche gekennzeichnet wurden. Die Prostituierten unterliegen einer Stigmatisierung. Die bestehende Stigmatisierung ist auf die Be- trachtungsweise der Gesellschaft zurückzuführen, diese sehen die Sexarbeiterinnen als unvermeidliches Übel an, welches sich nicht umgehen lässt. Die Änderung der Gesetzgebung zu § 362 II und III StGB besagten, unteranderem, dass die Prostitu- ierten für zwei Jahre in ein Arbeitshaus untergebracht werden können, nachdem sie vom Gericht überwiesen wurden sind. Optional können diese auch für gemeinnüt- zige Arbeit eingesetzt werden.56 In der heutigen Zeit wäre eine solche Gesetzge- bung in Deutschland undenkbar und würde eine Menschenrechtsverletzung darstel- len. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Prostituierte nahezu überall Verpflich- tungen gegenüber der Polizei hatten.4

2.2 Die Gesetzgebungen im historischen Kontext - Südafrika

Wie jedes andere Land hat auch Südafrika eine lange Geschichte der Sexarbeit zu verzeichnen. Die Prostitution ist eins der bedrückendsten Formen von 'Kriminalität' die in Südafrika kursiert. Oftmals kommt die Frage auf 'Ist das Strafrecht der beste Weg um mit Prostitution umzugehen? ´ In den letzten Jahren trat das Thema der Prostitution immer wieder in die Öffentlichkeit, sei es um die Gesetzgebungen und deren Entwicklung oder Arbeits- und Lebensbedingungen der Sexarbeiterinnen. Das lokale als auch das nationale Recht kriminalisiert die Sexarbeit sowie ver- wandte Tätigkeiten. Zusammenfassend lässt sich zum Verlauf der Gesetzesände- rungen sagen, dass diese vor der gewerkschaftlichen Organisation diverse Geset- zesänderungen durch die Kolonialherren zu verzeichnen hatte. Diese waren unter- anderem durch rassistisch geprägte Entscheidungen beeinflusst. Vor dem Jahr 1866, gab es abgesehen von zuchtlosen Verhalten in der Öffentlichkeit, keine Ge- setzgebung die autorisiert war, sich in die Praktizierung der Prostitution einzuschal- ten. Die Disease Acts (1868 - 1885) wurden durch die Initialisierung und Kontrol- lierung der Gesetzgebungen reguliert, jedoch nicht verboten. Sexarbeit wurde wie auch in Deutschland als unerlässliches Übel angesehen, welches die Aufgabe hatte das männliche Geschlecht zu befriedigen. Die gesundheitlichen Kontrollen und Versorgungen wurden in Südafrika bis zum Jahre 1910 reguliert. Eine nationale Rechtsprechung entwickelte sich erstmalig im Jahre 1919. Genannt wurde das

Gesetz Union Public Health Act 36. Im Jahre 1927, wurde der Immorality Act ein- geführt, dessen Präambel besagte, dass "der unerlaubte fleischliche Geschlechts- verkehr zwischen Europäern und Eingeborenen" verboten ist. Im Jahr 1957 erfolgt mit dem Immorality Act No.27 eine besonders schwerwiegende Änderung in die Gesetzgebung. Die vorherigen Gesetzgebungen wurden aufgehoben. Zudem wer- den erstmalig die Prostitution und die darauf bezogenen Straftaten berücksichtigt. Eine Umbenennung des Immorality Act, in 'Sexual Offences Act' erfolgt. 5

[...]


1 http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/projekte/slex/seitendvd/konzeptg/l53/l5335.htm

2 Margarete Gräfin v. Galen, Rechtsfragen der Prostitution - Das ProstG und seine Auswirkungen, C.H. Beck, 2004, S. 14

3 Vgl. Eduard Werner, Der Begriff der Prostitution in der neuesten Rechtsprechung, Kriminalistik 1956, S. 84 (84).

4.legal-gender-studies.de

5 file:///C:/Users/shinoski/Downloads/The_Prize_and_the_Price_-_16._Criminalising_The_Act_Of_Sex-_Attitu des_To_Adult_Commercial_Sex_Work_In_South_Africa.pdf

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Prostitution in Deutschland und Südafrika im Rechtsvergleich
Note
1,7
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V383378
ISBN (eBook)
9783668588677
ISBN (Buch)
9783668588684
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prostitution, deutschland, südafrika, rechtsvergleich
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Die Prostitution in Deutschland und Südafrika im Rechtsvergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383378

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Prostitution in Deutschland und Südafrika im Rechtsvergleich


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden