Gesundheitliche Auwirkungen des Fitnesssports unter besonderer Betrachtung von Medikamentenmissbrauch


Bachelorarbeit, 2017
53 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Zusammenfassung

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Fitness
2.2 Ziele und Motive verschiedener Herangehensweisen im Sport
2.2.1 Der Gesundheitssport
2.2.2 Der Fitnesssport
2.2.3 Das Bodybuilding

3. Auswirkung von Fitnesssport auf die Gesundheit
3.1 Herz-Kreislauf-System
3.2 Aktiver und passiver Bewegungsapparat
3.3 Psyche und Wohlbefinden

4. Doping als Weg zur unerlaubten Leistungssteigerung
4.1 Wirkungsweise von ausgewählten Substanzen
4.1.1 Anabole Wirkstoffe
4.1.2 Stimulanzien
4.1.3 Peptide, Wachstumsfaktoren und verwandte Wirkstoffe
4.1.4 Hormon- und Stoffwechselmodulatoren
4.1.5 Diuretika
4.2 Rechtliche Situation
4.3 Gesundheitliche Nebenwirkungen und aufgrund von Doping
4.3.1 Körperliche Folgen
4.3.2 Psychische Folgen
4.4 Erklärungsansätze für den Gebrauch von Doping
4.4.2 Profi- und Wettkampfsport

5. Psychosomatische Belastungen innerhalb des Fitnesssports
5.1 Essstörungen
5.2 Sportsucht
5.3 Muskeldysmorphie

6. Diskussion und Ausblick

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Potentiell bedrohliche kardiovaskuläre Effekte des Missbrauchs von AAS (Thieme, 2009, S. 413)

Abbildung 2: Merkmale der Anorexia athletica nach Pugliese et al. und Sondgot-Borgen (Lebstadt, et al., 2004, S. 26)

Zusammenfassung

Die folgende Bachelorarbeit gibt einen Überblick über verschiedene Auswirkun­gen des Fitnesssports in Bezug auf die Gesundheit. Dabei werden zunächst positive Auswirkungen des Fitnesssports dargestellt. Entgegen der Annahme, dass Fitnesssport jedoch ausschließlich positive Benefits mit sich bringt, soll die Arbeit aufzeigen, dass es im Zusammenhang mit dem Sport, der in gewisser Weise oft auch als ein Lifestyle bezeichnet wird, auch zu unerwünschten nega­tiven Auswirkungen auf die Gesundheit kommen kann. Hierbei wird vor allem der Konsum von Dopingmitteln sowie psychosomatische Belastungen betrach­tet, die im Korrelation zueinander oder auch unabhängig voneinander entstehen können. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, ab welchem Grad der Fitnesssport gesundheitsgefährdende Auswirkungen auf den Körper hat, sowohl auf psychi­scher als auch auf physischer Ebene. Anhand von aktuellen Literaturrecher­chen und -auswertungen soll dies betrachtet werden. Ergebnis der Arbeit ist, dass sich Fitnesssport ohne den Gebrauch von Doping und ohne den selbstin­duzierten Druck zur übermäßiger Selbstoptimierung des Körpers positiv auf die Gesundheit auswirkt. Weiterhin ist gezeigt, dass es bei jeglicher Art von Doping zu gesundheitlichen Nebenwirkungen kommen kann, diese jedoch stark von Art, Menge und Umfang des Gebrauchs abhängig sind. Starke psychosomati­sche Belastungen in Zusammenhang mit dem Gebrauch von Doping sowie un­abhängig davon werden beobachtet, was starken negativen Einfluss auf die körperliche und seelische Gesundheit nimmt.

1. Einleitung

Die Gesundheitsbranche erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit und zeichnet sich darüber hinaus durch äußerst dynamisches wirt­schaftliches Wachstum aus. Als Indikator dafür sind sicherlich die steigenden Umsatzzahlen der Gesundheitswirtschaft der vergangenen Jahre zu sehen, die sogar das Wachstum des Sozialprodukts überstiegen haben, als auch die Be­schäftigungszahlen in der Branche, welche diese zum wichtigsten Wirtschafts­zweig Deutschlands machen (vgl. Fischer, 2012).

Auch die Fitnessbranche, die als wesentlicher Teil der Gesundheitsbranche be­trachtet werden kann, hat im Moment die Spitze ihrer bisherigen Beliebtheit er­reicht, Tendenz steigend. Vor allem die Fitnessstudios sind es, die mit zuneh­menden Marktanteilen und immer weiter steigenden Mitgliederzahlen dieses bekräftigen (vgl. Ärzte-Zeitung, 2015).

Grund für diese starke Zunahme ist das steigende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung, jedoch ist auch vor allem das Streben nach dem perfekten Körper als einer der ausschlaggebenden Gründe für diesen „Boom" zu sehen (vgl. Wil­ton et al., 2013). Dies wird insbesondere durch die aktuelle Präsenz von be­stimmten Körperidealen in zahlreichen Medien hervorgerufen und verstärkt (vgl. ebd.). Dieser Trend geht soweit, dass der Fußball, der einst beliebteste Sport, bereits von Fitnesssport und Bodybuilding überholt wurde (vgl. ebd.).

Neben zahlreichen positiven Auswirkungen von Fitnesssport auf die Gesund­heit wird allerdings auch immer häufiger gewarnt vor „zu viel Sport" (ebd.). So auch vom ehemaligen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, der in der „Welt am Sonntag" betonte: „Sport ohne Maß schadet der Gesundheit." (ebd.).

Aber nicht nur exzessive Sportausübung kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken, auch das Greifen zu illegalen Substanzen zum Zweck der Leistungs­steigerung ist im Freizeit- und Fitnesssport immer mehr verbreitet (vgl. Giege- rich, 2016). Das Thema Doping, welches bekanntermaßen vor allem im Lei- tungs- und Spitzensport oft für Schlagzeilen sorgt, hat es schon lange bis in den Hobbybereich geschafft (vgl. ebd.).

Als Beispiel, wie gefährlich der Missbrauch von illegalen Substanzen ist, soll folglich der Fall von Andreas Münzer aufgezeigt werden, einer der einst erfolg­reichsten Bodybuilder Deutschlands, der mit jungen 31 Jahren an den Folgen von enormem Missbrauch anaboler Steroide starb (vgl. Spiegel Online, 1997).

Die genaue Todesursache war letztlich ein Organversagen, was durch exzes­sive Lebertumore ausgelöst wurde, die das Gewebe der Leber komplett zerstört und somit das Versagen weiterer Organe hervorgerufen hatten (vgl. ebd.).

In diesem Zusammenhang wird in der folgenden Arbeit erörtert, was man unter Medikamentenmissbrauch und Doping im Fitnesssport versteht, inwiefern man diese innerhalb des Breiten- und Leistungssportes unterscheiden kann und wel­che negativen Folgen für die Gesundheit damit einhergehen. Außerdem wird erörtert, welche weiteren Belastungen für den Körper in Zusammenhang mit dem Fitnesssport und dem Missbrauch von Medikamenten entstehen können. Hiermit sind vor allem psychosomatische Belastungen gemeint, die im Laufe der Zeit bei Fitnesssportlern bewusst sowie unbewusst auftreten können und schwerwiegende psychische Folgen haben können.

Ziel der Arbeit ist es, anhand von neuesten Erkenntnissen und verschiedener Meinungen im Bereich von Gesundheit, Fitnesssport und Bodybuilding die Frage zu beantworten, ab welchem Punkt man von negativen Auswirkungen des Fitnesssports auf die Gesundheit sprechen kann. Hierbei soll Bezug auf zwei grundlegende Risikofaktoren genommen werden, zum einen auf den Miss­brauch von Arzneimitteln, zum anderen auf psychosomatische Belastungen, die verstärkt in Zusammenhang mit dem Betreiben von Fitnesssport und Bodybuil­ding stehen.

Zur Vorgehensweise sei gesagt, dass zunächst theoretische Grundlagen bear­beitet werden, unter anderem Definitionen, Abgrenzungen und Erläuterungen von Fitness, Gesundheitssport und Bodybuilding. Hierbei werden klare Unter­schiede herausgearbeitet. Im weiteren Verlauf werden zunächst positive Aus­wirkungen von Fitnesssport auf die Gesundheit erarbeitet, diese werden unter­teilt in körperliche und psychische Auswirkungen. Als Kehrseite dazu wird da­nach auf den Missbrauch von Medikamenten eingegangen. Dabei erfolgen zu­nächst auch Definition und Erläuterung der Substanzen und deren Wirkung, be­vor mögliche Ansätze für die Gründe des Dopingmissbrauchs dargestellt wer­den. Unterteilt wird hierbei in Freizeitsport, Breitensport sowie Wettkampf- und Leistungssport, um die Unterschiede deutlich darzustellen. Als Letztes sollen weitere mögliche negative Folgen des Fitnesssports erklärt und erläutert wer­den. Dies wird unterteilt in Essstörungen, Sportsucht und Muskeldysmorphie.

Danach folgt eine Diskussion, in der die Ergebnisse aus den vorangegangenen Kapiteln miteinander verglichen und interpretiert werden. Hierbei sollen Schlussfolgerungen formuliert und ein aussagekräftiges Ergebnis dargelegt werden, bezogen auf die Frage, ab wann sich der Fitnesssport negativ auf die Gesundheit auswirkt.

Die Methodik der Arbeit bildet eine Literaturrecherche. Hierbei werden mög­lichst aktuelle Erkenntnisse aus verschiedenen Quellen herangezogen, mitei­nander verglichen und in Verbindung gebracht. Die Forschung ist qualitativ aus­gerichtet und stützt sich hauptsächlich auf die Suche nach Begründungen und Belegen für verschiedene Thesen, um diese besser zu verstehen und verglei­chen zu können. In der bereits erwähnten Literatur-Review wird sich auf Zeit­schriften, Abschlussarbeiten, Fachbücher sowie ausgewählte Beitrage auf In­ternetseiten bezogen. Die verwendete Literatur erfolgt hauptsächlich über den von der Hochschule bereitgestellten Zugang zur Datenbank „ProQuest Ebook Central". Über „Google Scholar" werden hauptsächlich Papers und Journal-Ar­tikel gesucht, weiterhin sollen „Science Direct", „JStor" oder „PubMed" bei der Recherche nach Journals und Büchern helfen. Anhand von Quellenangaben in ausgewählter Literatur soll teilweise auf die dort genannten Quellentexte zuge­griffen werden, sofern diese zugänglich sind. Den Großteil der Quellen bildet deutsche Literatur, jedoch werden bei der Suche nach geeignetem Material auch immer englische Schlagwörter verwendet, beispielsweise „drug abuse in bodybuilding", „side effects of steroids" oder „reasons for doping in sports". Folg­lich werden, je nachdem, wie geeignet sie für die Arbeit sind, auch englische Quellen herangezogen, da diese oft detailreicher sind und sich somit besser für die Zielführung der Arbeit eignen als deutschsprachige Quellen.

2. Theoretische Grundlagen

Der nachfolgende Teil der Arbeit stellt die theoretischen Aspekte dar und bildet den Rahmen für die Themenstellung sowie die im Vorfeld erläuterte Forschungsfrage. Zunächst folgt eine allgemeine Definition und Einordnung des Themas Fitnesssport, danach werden drei unterschiedliche Zielsetzungen erläutert, der Gesundheitssport, der Fitnesssport und das Bodybuilding. Hierbei sollen diese drei unterschiedlichen Motivationen und Herangehensweisen an den Sport deutlich hinsichtlich der Ausführung und Zielsetzung voneinander unterschieden werden.

2.1. Fitness

Der Begriff „Fitness" stammt ursprünglich aus der englischen Sprache und wird verstanden als „gute körperliche Verfassung, Leistungsfähigkeit" (Duden, o.J.), so die allgemeine Definition der Begrifflichkeit. Jedoch gibt es verschiedene Sichtweisen, wie Fitness aufgefasst und definiert werden kann.

So definiert Zarotis (1999, S.34) beispielsweise Fitness als „Lebensqualität, Selbstverwirklichung und Leistungsfähigkeit im physischen, geistigen und sozi­alen Sinne".

Diese Sichtweise berücksichtigt folglich viel mehr Aspekte als die vorangegan­gene Begriffsdefinition und beinhaltet neben körperlichen Aspekten auch men­tale und psychische Komponenten.

Eine weitere Definition liefert das Lexikon für Sportwissenschaft (Schnabel & Thies, 1993, S. 299). Dort heißt es, Fitness sei ein „Zustand guter körperlicher und psychischer Leistungsvoraussetzungen für die Bewältigung einer bestimm­ten T ätigkeit bzw. Situation" (ebd.). Diese Definition beinhaltet ebenfalls die psy­chische Komponente von Leistungsfähigkeit und erweitert die vorherigen Defi­nitionen um den Aspekt von weitere Anforderungen im Alltag und im Berufsle­ben.

Der Fitnesssport zielt also folglich darauf ab, seinen physischen sowie mentalen Zustand zu verbessern und leistungsfähiger im Alltag, im Beruf und im Sport zu werden.

2.2. Ziele und Motive verschiedener Herangehensweisen im Sport

An dieser Stelle soll zunächst der Begriff „Motiv" definiert werden, der im Wei­teren unter folgender Definition Verwendung findet:

Als Motiv wird grundsätzlich eine „zeitlich relativ überdauernde psychische Ei­genschaft einer Person" (Gabler, o.J.) beschrieben. Dieses wird durch be­stimmte Triebe des Menschen hervorgerufen und gesteuert. Unterschieden wird zwischen niederen und höheren Motiven. Höhere Motive werden erst her­vorgerufen, wenn bereits niederere Triebe befriedigt wurden, wie z.B. Hunger,

Durst etc. Zu den höheren Motiven zählen beispielsweise solche zur Selbstver­wirklichung oder soziale Triebe (vgl. Gabler, o.J.).

Im Folgenden sollen die diversen Motive verschiedener Herangehensweisen an den bzw. Ausprägungen des Sports erläutert werden. Unterschieden wird hier­bei zwischen Gesundheitssport, Fitnesssport und Bodybuilding.

2.2.1. Der Gesundheitssport

Der Gesundheitssport grenzt sich in seiner Zielsetzung und seiner Ausübung vom Fitnesssport und auch vom Bodybuilding durch verschiedenste Aspekte ab. Wie man bereits dem Wort entnehmen kann, bezieht sich diese Aktivität sehr stark auf die Erhaltung der Gesundheit. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass Gesundheit nicht nur definiert wird als die reine Abwesenheit von Krankheit, sondern laut WHO „das vollständige physische, soziale und mentale Wohlbe­finden“ umfasst (Springer Gabler, o.J.). Unter Berücksichtigung dieser Aspekte ergeben sich folglich spezifische Ziele und Motive für die Ausübung des Ge­sundheitssports.

Als primäres Motiv soll zunächst der Aspekt des Strebens nach positiver Ge­sundheitswirkung genannt werden, von dem der Gesundheitssportler durchweg so umfangreich wie möglich profitieren möchte (vgl. Bös et al., 1999). Hierzu zählen unter anderem die Stärkung der physischen Gesundheitsressourcen, womit das Herz-Kreislaufsystem sowie der aktive und passive Bewegungsap­parat gemeint sind. Als nötiger und notwendiger zielführender Aspekt sei dies­bezüglich die allgemeine Aktivierung der Muskulatur zu nennen, welche dafür sorgt, dass bei regelmäßiger Beanspruchung positive Anpassungsprozesse im Körper stattfinden (vgl. ebd.). Bereits bei moderater sportlicher Aktivität können so körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen oder auch kardiovaskuläre Beschwerdebilder wie Bluthochdruck etc. gelindert und verbessert werden (vgl. ebd.).

Ebenso wird das Motiv verfolgt, physische Gesundheitsressourcen zu stärken. Beschwerden in diesem Bereich drücken sich oft in allgemeinem Missbefinden und gesundheitlicher Beeinträchtigung aus, was nicht unbedingt immer mit ei­nem pathologischen Krankheitsbild in Verbindung gebracht werden kann (vgl. ebd.). Hierzu zählen beispielsweise Kopf-, Glieder- und Gelenkschmerzen,

Kreislaufprobleme sowie Müdigkeit und Erschöpfung (vgl. ebd.). Dabei geht es also im Wesentlichen darum, die Stimmung und das Wohlbefinden gezielt durch körperliche Aktivität zu verbessern und den eigenen Gesundheitszustand auf­zuwerten. Eine weitere Veranlassung für die Ausübung des Gesundheitsspor­tes ist es, positive Einwirkung auf körperliche Risikofaktoren zu nehmen und diese zu reduzieren (vgl. ebd.). Zu diesen Risikofaktoren zählen unter anderem Übergewicht, hoher Blutdruck, hohe Cholesterin- und Glukosewerte im Blut, Fehlernährung, Bewegungsmangel sowie übermäßiger Genussmittelkonsum (vgl. EUPATI, 2015).

Außerdem zielt der Sport im weiteren Sinne auch darauf ab, durch körperliche Aktivität der Gesundheit langfristig zugutezukommen sowie auch durch die da­mit verbundene Anpassung des eigenen Lebensstils in Bezug auf gesunde Er­nährung und der Entwicklung eines ausgeprägten Gesundheitsbewusstseins (vgl. DOSB, o.J.).

2.2.2. Der Fitnesssport

Die Motive und Ziele im Fitnesssport unterscheiden sich von denen des Ge­sundheitssports in ein paar wesentlichen Punkten. Fitnesssport kann beschrie­ben werden als „eine verhältnismäßig junge Sportart, die gerade als Paradebei­spiel für die Befriedigung neuer Motive dient" (Zarotis 1999, S. 7).

Weiterhin behauptet der genannte Autor:

„Hier konzentrieren sich alle menschlichen Süchte und Sehnsüchte im Positiven wie im negativen Sinne: der Jugendwahn, die Persönlichkeitsfindung, die insze­nierte Selbstdarstellung, zugleich aber auch das Streben nach Bewahrung und Förderung der Gesundheit" (ebd., S. 7).

Außerdem heißt es, Fitnesssport sei eine „Richtung im Freizeitsport, deren Hauptziel die Vervollkommnung bzw. die Wiedererlangung der körperlichen Fit­ness mittels gesundheitsrelevanter Körperübungen und Trainingsformen ist" (Schnabel & Thieß, 1993, S. 300).

Anhand dessen wird bereits deutlich, dass der Fitnesssport wohl über den As­pekt der Stärkung der Gesundheit hinausgeht und neben diesem Aspekt sowohl auf die Erreichung bestimmter Idealvorstellungen wie auch auf höhere Motiven wie die Selbstverwirklichung ausgerichtet ist.

2.2.3. Das Bodybuilding

Der Begriff „Bodybuilding“ kommt aus dem Englischen und wird unterteilt in die beiden Worte body = Körper und to build = (auf)bauen. Laut allgemeiner Defi­nition beschreibt es ein „gezieltes Muskeltraining mit besonderen Geräten“ (Du­den, o.J.).

Kennedy (2013, S. 69) schreibt in seiner Encyclopedia of Bodybuilding, es hätte lange gedauert, bis Bodybuilding als richtige Sportart angesehen wurde, jedoch haben diverse Einflussgrößen wie beispielsweise Arnold Schwarzenegger oder Joe Weider großen Einfluss genommen. Mittlerweile ist das Bodybuilding eine weit verbreitete und beliebte Sportart und wird, wie auch Kennedy schreibt, so­gar mit anderen Sportarten wie etwa Fußball verglichen, bezogen auf Organi­sation, Training und Wettbewerb.

Locks (2011, S.22) beschreibt den menschlichen Körper als „Projekt“, was tag­täglich von uns modifiziert und verbessert wird, sei es im Sinne von Körper­pflege und -styling oder im Sinne der Körperformung durch gezieltes Krafttrai­ning. Der Körper wird nicht mehr als grundlegendes Attribut betrachtet, sondern vielmehr als Modifikationsobjekt. Im Gegensatz zu anderen Sportarten ist hier nicht die Leistungsfähigkeit in Vordergrund, sondern die Ausarbeitung einer na­hezu perfekt geformten Figur; Ausdauer und Kraft werden als Nebensache an­gesehen (vgl. ebd., S. 22).

So schreibt Kläber (2013, S. 7), Bodybuilding sei als eine reine Form der Kör­peraufwertung zu betrachten. Weiterhin heißt es:

„Mit Blick auf ein Ideal körperlicher Vollkommenheit und perfekter Proportio- niertheit kommt es, wie der Begriff BODYBUILDING bereits verrät, zu einer Her­stellung erkennbarer Muskulatur im Rahmen zweckrationaler Trainingsmaß­nahmen“ (ebd., S.8).

Erkennbar ist ein deutlicher Unterschied zu den Zielen und Motiven im Fitness- und Gesundheitssport in dem Sinne, dass es im Bodybuilding keinen gesund­heitsbezogenen Ansatz gibt, vielmehr geht es hier um das Erreichen des per­fekten Körpers durch gezielte muskelaufbauende Maßnahmen, wozu das Kraft­training, die richtige, zielführende Ernährung und nicht zuletzt jedoch auch der Gebrauch von pharmazeutischen Mitteln zählen (vgl. ebd., S. 8).

3. Auswirkungen von Fitnesssport auf die Gesundheit

Nachfolgend werden verschiedene Auswirkungen des Fitnesssports auf die Ge­sundheit dargestellt und erläutert. Dabei sei die vorangegangene Definition von Fitnesssport vorausgesetzt und davon ausgegangen, dass der Fitnesssport sich auf das gezielte Training an Kraftgeräten im Fitnessstudio bezieht. Dabei ist anzumerken, dass hier lediglich das Training an sich im Fokus steht, nicht berücksichtigt werden hier der Aspekt des Ernährungsverhaltens, der Supple­mentierung von Nahrungsergänzung oder der Verwendung von unerlaubten leistungssteigernden Mitteln.

3.1. Herz-Kreislauf-System

Das Herz-Kreislauf-System besteht aus dem Herzen, aus dem Körperkreislauf, in dem sauerstoffreiches Blut durch Arterien vom Herzen in die Peripherie ge­pumpt wird, und aus dem Lungenkreislauf, in dem sauerstoffarmes Blut durch die Venen zum Herzen transportiert und von dort aus zu den Lungenkapillaren gepumpt wird (vgl. Nonnenmacher, 2015).

Bei sportlicher Aktivität wie dem Krafttraining erhöht sich zunächst also die Herzfrequenz, da die Muskulatur das Arbeiten anfängt und demzufolge mit mehr Blut versorgt werden muss. Da beim Krafttraining, anders als beispiels­weise im Ausdauersport, nach jeder Übungsausführung effektive Pausen ein­gelegt werden, ist der Puls einer ständigen Erhöhung und einem darauffolgen­den Abfallen bei der Erholungspause ausgesetzt. Während der Übungsausfüh­rung kann demnach eine Herzfrequenz von bis zu 170 bpm (= engl. für Schläge pro Minute) erreicht werden (vgl. Pauls, 2015, S. 50).

Pauls (vgl. ebd.) nennt diesbezüglich einige wesentliche Punkte, die sich in Folge von Krafttraining positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Zum einen erhöht sich die Sauerstofftransportkapazität nach einiger Zeit, jedoch ist diese Steigung eher gering und fällt im Vergleich zu aeroben Sportarten bzw. zu hochintensiven Belastungsintervallen sehr marginal aus.

Zum anderen kann eine Senkung des Ruhepuls beobachtet werden, aufgrund dessen, dass sich die Herzarbeit verbessert und folglich ökonomischer arbeitet.

Als weitere, langfristige Anpassungen erwähnt Pauls die Senkung des Blut­drucks sowie die Verbesserung des Gesamtcholesterinspiegels durch die Ver­ringerung des LDL-Cholesterins im Blut. Letzteres verringert außerdem die Wahrscheinlichkeit, an Arteriosklerose zu erkranken (vgl. ebd., S. 51 ff.).

Zusammenfassend betont Pauls die positiven, jedoch auch eher geringfügigen Effekte auf das Herz-Kreislauf-System, denn hierbei wird auch deutlich, dass reines Krafttraining alleine nicht ausreicht, um einen hohen gesundheitlichen Gewinn zu erlangen, sondern gezieltes aerobes Ausdauertraining integriert werden sollte, um ausreichend von der positiven kardiovaskulären Wirkung zu profitieren (vgl. ebd., S. 53).

Entgegen der oft geglaubten Meinung, Krafttraining bei Bluthochdruck sei nicht geeignet bzw. zu gefährlich, sieht auch Banzer (2017, S. 202) einen klaren Nut­zen. Lediglich bei schwer hypertonen Patienten (systolischer Blutdruck >180 und diastolischer Blutdruck > 110) muss vor dem Krafttraining eine medikamen­töse Einstellung des Blutdrucks erfolgen. Bei leichter bis mittlerer Hypertonie kann jedoch bedenkenlos trainiert werden.

3.2. Aktiver und passiver Bewegungsapparat

„Der Bewegungsapparat ist ein komplexes Organsystem des menschlichen Körpers, welches der Sicherung der Körpergestalt, der Körperhaltung sowie der Bewegung bzw. Fortbewegung [...] des Körpers dient." (DocCheck, o.J.). Hier­bei wird unterschieden zwischen dem aktiven Bewegungsapparat, bestehend aus Skelettmuskulatur, Faszien, Sehnen, Sehnenscheiden und

Schleimbeutel und dem passiven Bewegungsapparat, der auch als Stützappa­rat bezeichnet wird, und sich aus Knochen, Knorpeln, Gelenken, Bandscheiben und Bändern zusammensetzt (vgl. ebd.).

Die positive Wirkung auf den aktiven Bewegungsapparat, also vor allem auf die Muskulatur, ist mitunter die meist beabsichtigte unter Fitnesssportlern. Hierbei profitiert man je nach Art und Umfang des Trainings von einer „Steigerung der Maximalkraft, Kraftausdauer, Schnellkraft oder Reaktivkraft" (Pauls 2015, S. 40). Durch neuronale und metabolische Adaptionsprozesse wird eine Steige­rung der Muskelkraft erreicht, folglich kommt es zur Verdickung von einzelnen Muskelfasern und demnach zur Hypertrophie der Skelettmuskulatur, was die optisch offensichtlichste Auswirkung auf den Bewegungsapparat ist (vgl. ebd., S. 44).

Gesundheitlich betrachtet bringt die Kraft- und Muskelmassengewinnung einige Vorteile mit sich. Zum einen werden die Stabilität der Gelenke dadurch deutlich verbessert sowie die koordinativen Fähigkeiten durch das Krafttraining ge­schult, was den Trainierenden im Alltag viele Vorteile verschafft (vgl. ebd., S. 40f.). Außerdem weist die Muskulatur eine „erhöhte Widerstandsfähigkeit [...] gegen Ermüdung bei Alltagsbelastungen wie Treppensteigen, Bergwandern o­der Lasten tragen [...]“ (ebd., S. 42) auf und wirkt sich so positiv auf die Bewäl­tigung von bestimmten Situationen aus. Dies spielt vor allem beim Erreichen eines gewissen Lebensalters eine entscheidende Rolle, weil dies laut Pauls eine „längere Selbständigkeit, Unfallprophylaxe und einen Zugewinn an Le­bensqualität“ (ebd., S. 43) mit sich bringt.

Um zu verdeutlichen, wie wichtig die Gewinnung von Muskulatur für die Ge­sundheit ist, soll nachfolgend das Thema der medizinischen Rehabilitation auf­gegriffen werden. In nahezu jeder dafür vorhergesehenen Einrichtung wird gro­ßer Wert auf den Wiederaufbau von Kraft und Muskulatur nach bestimmten Ver­letzungen und operativen Eingriffen gelegt, um möglichst schnell und langfristig körperlich gesund wieder in Alltag und Beruf zurückzu-kehren (vgl. ebd., S. 43).

Weiterhin profitiert nicht nur die Muskulatur davon, sondern auch der passive Bewegungsapparat. Vor allem die positive Wirkung auf die Knochen soll betont werden. Pauls betont diesbezüglich vor allem, der Knochen erhöhe „seine Mi­neraldichte“ (ebd., S.47), „seinen Durchmesser“ (ebd.) und daraus resultiere „eine erhöhte Knochenfestigkeit und -stabilität.“ (ebd.). Außerdem kann Kraft­training präventiv sowie therapeutisch in Bezug auf Osteoporose und Osteope- nie eingesetzt werden und dort sehr gute Ergebnisse erzielen (vgl. ebd.).

Die Auswirkungen auf die Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln und auf das Knorpelgewebe sind annähernd mit denen auf die Knochen zu vergleichen, es entsteht eine „erhöhte Festigkeit“ (ebd.) sowie eine „massive Steigerung der Durchblutung und des Sehnenstoffwechsels“ (ebd., S. 48) durch regelmäßiges Krafttraining. Die Sehnen und Bänder verdicken sich und der Fitnesssportler profitiert langfristig von einer erhöhten Verletzungsprophylaxe (ebd.).

3.3. Psyche und Wohlbefinden

Im Folgenden sollen die Auswirkungen von Krafttraining auf Psyche und Wohl­befinden erläutert werden, da dieser Aspekt vor allem heutzutage immer höhe­ren Stellenwert erreicht und nicht zu unterschätzen ist, nicht zuletzt, weil psy­chische Erkrankungen mittlerweile in sehr hohem Ausmaß zu „Ursachen für chronische gesundheitliche Beeinträchtigungen und Behinderungen“ führen (Banzer, 2017, S. 320). Hierzu zählen beispielsweise Depressionen, Angststö­rungen, Psychosen etc. (vgl. ebd.). Betroffen sind Patienten jeden Alters, jedoch lassen sich für bestimmte Altersgruppen besonders häufig vorkommende psy­chische Störungen zuordnen. So lässt sich die Alzheimer-Demenz vor allem Menschen im hohen Alter zuordnen, Depressionen hingegen Personen im mitt­leren Lebensalter, welches häufig auch Ursache von frühzeitiger Arbeitsunfä­higkeit ist (vgl. ebd.). Da es bis dato für die meisten psychischen Erkrankungen keine kausalen Therapieansätze gibt, wird häufig Sport- und Bewegungsthera­pie zur Verbesserung des Wohlbefindens eingesetzt (vgl. ebd.). Hierbei betont Banzer (2017, S. 320), diese Intervention sorge für „größere emotionale Aus­geglichenheit, Stimmungsaufhellung und Möglichkeit zum Stressabbau“. Dies seien auch mit die wichtigsten Anreize von psychisch gesunden Menschen, Sport zu treiben (vgl. ebd.).

Auch Pauls betont, dass „Sport, Ausdauertraining und Krafttraining (letztere be­sonders in der Kombination) wirksam in der Therapie depressiver Erkrankun­gen sind“ (Pauls, 2015, S. 62f.), sie seien ein „wichtiger Einflussfaktor für Wohl­befinden und eine positive Stimmung“ (ebd., S. 63). Als Ursachen, wieso sich Krafttraining positiv auf die Psyche auswirkt, sind vor allem hormonelle Pro­zesse zu nennen. Zum einen kommt es durch hohe körperliche Anstrengung zu Ausschüttungen von Botenstoffen (Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Norad­renalin) sowie Endorphinen und Cannabinoiden, die stimmungsaufhellend und schmerzlindernd wirken (vgl. ebd.). Außerdem kommt es zu „Durchblutungs­und Stoffwechselsteigerung“ (ebd.), einer „Veränderung der Hirnaktivität“ (ebd.) und einem „Anstieg der Körpertemperatur“ (ebd.), welches alles zu einem ge­steigerten Wohlbefinden beiträgt. Letztlich soll auch noch der Aspekt des ge­steigerten Selbstwert- und besseren Körpergefühls aufgrund von regelmäßiger Ausübung von Fitnesssport genannt werden. Andererseits kann sich zu hoher Leistungsdruck jedoch auch negativ auf die Psyche auswirken, was folglich auch gesundheitsgefährdende Auswirkungen haben kann (vgl. ebd, S. 63f.). Hierzu folgt ein separates Kapitel im weiteren Verlauf der Arbeit.

4. Doping als Weg zur unerlaubten Leistungssteigerung

Der folgende Abschnitt beschäftigt sich mit dem Thema Doping zum Zwecke der unerlaubten Leistungssteigerung. Laut der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2006) vermutet man die Anfänge der Beweisführung bezüglich Doping- bzw. Arzneimittelmissbrauch bei Schülern der High-School in den USA und Kanada. Gründe hierfür waren einerseits eine Verbesserung der Leistung im Sportunterricht, andererseits spielte auch der ästhetische Faktor bereits eine große Rolle. In Europa hingegen wird seit ca. 30 Jahren von Doping in Bezug auf sportliche Leistung berichtet (vgl. Müller-Platz et al., 2006, S.7). Der Kon­sum von anabolen Steroiden und anderen verbotenen Substanzen wird jedoch seither stark in Wechselwirkung mit Bodybuilding gebracht, vordergründig we­gen der ästhetischen Komponente und des Strebens nach dem perfekten Kör­per, welches bei vielen Sportlern der Auslöser für den Missbrauch solcher Sub­stanzen im Breiten- und Freizeitsport ist (vgl. ebd., S.7).

Der Begriff „Breitensport“ wird definiert als „die Gesamtheit unterschiedlichster organisierter Sportangebote“ (ebd.). Hierbei sind die Sportler häufig darauf aus, an Wettkämpfen teilzunehmen, weshalb sie auch Mitglieder in Vereinen sind (vgl. ebd.). Der „Freizeitsport“ hingegen unterscheidet sich in diesem Punkt vom Breitensport, weil es hier nicht unbedingt um die Teilnahme an Wettkämpfen geht, sondern vordergründig um „sportliche Freizeitbeschäftigung“ (ebd.), „ein positives Körpergefühl“ (ebd.) und verschiedenste „Gesundheitsaspekte“ (ebd.).

Zunächst muss abgegrenzt werden, ob es sich um Doping in Bezug auf sportli­che Leistung handelt oder ob unabhängig vom Sport gedopt wird, was demnach genauso möglich ist. Es ist deshalb nicht zwingend, dass es sich um Leistungs­steigerung im Sport handelt, wenn man sich mit dem Begriff Doping auseinan­dersetzt (vgl. Figura et al., 2009, S. 15). Jedoch sei in dem Fall auch vermerkt, dass der Begriff heutzutage meist doch im sportlichen Zusammenhang ge­braucht wird. So zielt Doping in diesem Fall darauf ab, seine sportliche Leistung zu verbessern; der Begriff „Doping“ wird im weiteren Zusammenhang also ge­zielt im Sinne von „Sportdoping“ verwendet (vgl. ebd., S. 15f.)

Definitionen zu dem Begriff liefert z.B. die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), bei der es wie folgt heißt: „Doping ist definiert als ein ein- oder mehrmaliger Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln wie sie in Artikel 2.1 bis 2.10 ausgewie­sen sind" (dopinginfo.de, o.J.). In dem genannten Artikel werden beispielsweise auch „die Verweigerung einer Abgabe einer Dopingprobe, der Besitz von oder Handel mit verbotenen Stoffen sowie Versäumnisse, z.B. die nicht erfolgte Mel­dung von Reisetätigkeit, als Dopingvergehen gewertet" (Gesundheitsberichter­stattung des Bundes, 2006, S.10). Dies gilt jedoch vorzugsweise für den Spit­zensport, im Breitensport wird der Begriff als „Einsatz von verbotenen Wirkstof­fen oder verbotenen Methoden bei Sportlerinnen und Sportlern, die regelmäßig an organisierten Sportveranstaltungen teilnehmen" (ebd., S. 9f.) definiert. Der Begriff „Doping" wird demnach also normalerweise nur im Verbindung mit Leis­tungssport verwendet, andernfalls ist von „Arzneimittelmissbrauch" die Rede. Zum vereinfachten Lesen der Arbeit wird der Begriff Doping jedoch als Syno­nym zum Arzneimittelmissbrauch definiert und überwiegend in diesem Zusam­menhang verwendet.

4.1 Wirkungsweise von ausgewählten Substanzen

Im Folgenden soll nun konkret auf verschiedene Wirkstoffe, die unter den Be­griff „Doping" fallen, eingegangen werden. Hierzu veröffentlicht die WADA jähr­lich eine Liste mit verbotenen Substanzen und Methoden, zu der jedes Medika­ment zählt, das „leistungssteigernd ist, die Gesundheit gefährdet und dem Fair­Play-Geist des Sports widerspricht" (DLV, o.J.).

In dieser Liste sind die verschiedenen Substanzen in Kategorien eingeteilt. Zu den zu jeder Zeit verbotenen Wirkstoffen gehört einmal die Kategorie der ana­bolen Substanzen (vgl. WADA, 2017), die unterteilt werden in anabol-andro- gene Steroide und andere anabole Mittel (vgl. ebd.), zum anderen die Kategorie der Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandten Substanzen und Mime- tika (vgl. ebd.). Weiterhin gibt es die Gruppe der Beta-2-Agonisten und deren Isomere (vgl. ebd.), die Gruppe der Hormon- und Stoffwechselmodulatoren (vgl. ebd.) sowie die Diuretika und Maskierungsmittel (vgl. ebd.). Außerdem gibt es laut WADA (2017) bestimmte Substanzen, die speziell im Wettkampf verboten sind, dazu gehören Stimulantien aller Art, Narkotika, Cannabinoide und Gluko­kortikoide (vgl. ebd.). Auf die Nennung der weiteren Kategorien wird im Sinne der Zielführung der Arbeit verzichtet, weiterhin wird sich im folgenden Verlauf gezielt auf die im Bodybuilding gängigen Substanzen beschränkt.

4.1.1. Anabole Wirkstoffe

Zunächst wird auf die Stoffgruppe der AAS (anabol androgene Steroidhormone) eingegangen. Diese Gruppe von Substanzen zählt zu den gängigsten Dopingsubstanzen im Bodybuilding. Eine Definition hierzu liefert z.B. das Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln, in der wie folgt erläutert ist:

„Unter Anabolika werden anabol androgene Steroidhormone (AAS) ver­standen, weshalb der Begriff oft auch synonym zu AAS benutzt wird. Ana­bolika gehören zur Gruppe der verbotenen anabolen Wirkstoffe und sind sowohl im Wettkampf als auch außerhalb des Wettkampfes verboten" (DSHS, o.J.).

Zunächst wird auf die anabol androgenen Substanzen eingegangen, deren zweiteilige Wirkungsweise sich auf den Körper unterschiedlich auswirkt. Von der anabolen Wirkungsweise profitieren Bodybuilder unter anderem durch „ge­steigerte Eiweißsynthese mit einer Zunahme der Skelettmuskelmasse" (vgl. Daumann et al., 2013, S. 25), „eine prozentuale Abnahme des Körperfettanteils" (ebd.) und „eine gesteigerte Motivation und Leistungsbereitschaft" (ebd.)

Ebenso wird nach Angaben des Instituts für Biochemie der Deutschen Sport­hochschule Köln die Wirkung von Testosteron im medizinischen Gebrauch als therapeutische Maßnahme nach Verletzungen oder Unfällen herangezogen. Dies bezieht sich jedoch nur auf die anabole Wirkung des Testosterons, da die androgene Wirkung der Substanz in Verbindung mit nicht gewünschten Neben­wirkungen steht. Weiterhin ist dies auch der Grund, warum die Forschung relativ frühzeitig damit begonnen hat, synthetische Abkömmlinge des Stoffes herzu­stellen, die weniger androgene Wirkungen, aber dafür weitestgehend dieselbe anabole Wirkung aufweisen, von denen die Sportler profitieren wollen (vgl. DSHS Köln, o.J.).

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Ende der Leseprobe aus 53 Seiten

Details

Titel
Gesundheitliche Auwirkungen des Fitnesssports unter besonderer Betrachtung von Medikamentenmissbrauch
Veranstaltung
Fitness- and Health
Note
2,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
53
Katalognummer
V383495
ISBN (eBook)
9783668588066
ISBN (Buch)
9783668588073
Dateigröße
838 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheit, Body, Ideal, Fitness, Sport
Arbeit zitieren
Larissa Hofmann (Autor), 2017, Gesundheitliche Auwirkungen des Fitnesssports unter besonderer Betrachtung von Medikamentenmissbrauch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383495

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