Integration von Flüchtlingskindern. Betreuung und Erwerb der deutschen Sprache


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015
12 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 3
Situation der Flüchtlingskinder in Deutschland ... 3
Integration durch Spracherwerb ... 5
Erwerb der deutschen Sprache ... 5
Handlungsempfehlungen ... 7
Fazit ... 9
Referenzen ... 10

3
Einleitung
Kaum ein Thema scheint deutschlandweit derzeit so präsent zu sein wie die
,,Flüchtlingsdiskussion". Immer mehr Menschen kommen aus dem Ausland nach
Deutschland und beantragen hier Asyl. Obwohl sie einen erheblichen Anteil unter
den Asylsuchenden ausmachen, scheinen die Kinder häufig in den Diskussionen
vernachlässigt. Mit dem Wissen, dass viele dieser asylsuchenden Kinder längerfristig
in Deutschland bleiben werden, scheint eine wissenschaftliche Hinwendung zur
Integration dieser Kinder in Deutschland notwendig.
Die nachfolgende Arbeit gibt zunächst einen Überblick über die Situation
asylsuchender Kinder in Deutschland. Es wird dann gezeigt, dass der Erwerb der
deutschen Sprache notwendig ist für eine erfolgreiche Integration und, dass die
Kinder hier einen Vorteil gegenüber den Erwachsenen haben und von
außerfamiliärer Betreuung profitieren. Abschließend werden insbesondere
Handlungsbedarfe für Forschung und Praxis aufgezeigt.
SituationderFlüchtlingskinderinDeutschland
Das deutsche Asylverfahren ist geregelt im Asylverfahrensgesetz (AsylVfG)
und konkretisiert das Recht auf Asyl nach Art. 16a GG: Die Bezeichnungen
,,Asylbewerber" und ,,Flüchtling" sind juristisch demnach zwar nicht identisch, werden
aber in dieser Arbeit synonym verwendet. Der für diesen Zusammenhang wohl
wichtigste Unterschied besteht darin, dass als Asylbewerber tituliert wird, wer
aufgrund politischer Verfolgung sein Heimatland verlässt (z.B. aufgrund Bürgerkriegs
in Syrien), wohingegen bei Flüchtlingen religiöse Gründe vorliegen (z.B. religiöse
Verfolgung im Irak). Die gestellten Anträge auf Asyl in Deutschland sind jedoch

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identisch. Eine Differenzierung scheint für diese Arbeit daher unerheblich. Auf
Grundlage des AsylVfG entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
(BAMF) über den Antrag. Wird ein Asylantrag positiv entschieden, erhält der
Antragsteller zunächst ein Aufenthaltsrecht für drei Jahre. Nach Ablauf dieser Zeit
wird überprüft, ob die Gründe für das Asyl weiter bestehen. Ist das der Fall, kann der
Asylsuchende ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten oder, nach mindestens acht
Jahren, auch eingebürgert werden.
Im Jahr 2014 stellten 202.834 Menschen in Deutschland einen Antrag auf Asyl
(BAMF, 2015). Damit setzte sich die Entwicklung der letzten Jahre in Deutschland
fort. Seit 2009 (33.0333 Anträge) stieg die Zahl mit jedem Jahr. Im ersten Halbjahr
2015 waren es bereits 179.037 Anträge (Stichtag: 30.06.2015). Parallel zu dieser
Entwicklung stieg auch die Anzahl von asylsuchenden Kindern im Alter
vorschulischer Betreuung von null bis sechs Jahren. Im Jahr 2014 waren es ca.
33.000. Es fällt insgesamt auf, dass die Altersstruktur der Asylbewerber in Relation
zur deutschen Bevölkerung jünger war. Ein knappes Drittel der Flüchtlinge war unter
18 Jahre alt. Auch null- bis sechsjährige Kinder waren mit einem Anteil von etwa
einem Fünftel im Vergleich überrepräsentiert (BAMF, 2015; Bundesamt für Statistik,
2015).
Im Jahr 2014 wurden 33,4% der entschiedenen Anträge abgelehnt (BAMF,
2015). Ein Großteil der Antragsteller, also auch viele Kinder, bleibt demnach
längerfristig in Deutschland.
Fundierte Daten über die Betreuungsquote der Kinder lassen sich derzeit nicht
berichten. Es scheint aber naheliegend, dass die Quote eher gering ausfällt, insb. im
Vergleich zur Betreuungsquote bei deutschen Kindern. In Berlin besuchten zum
Stichtag 02.05.2013 lediglich 5,8% der untersechsjährigen Kinder, die in
Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge lebten, eine Kita (Abgeordnetenhaus

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Berlin, 2013). Es ist insgesamt bekannt, dass in Deutschland lebende Kinder mit
Migrationshintergrund eher seltener eine Kita besuchen als Kinder ohne
Migrationshintergrund (Bertelsmann-Stiftung, 2013).
IntegrationdurchSpracherwerb
Geachtet der Feststellung, dass es sich zu einem großen Teil der
Asylbewerber um Kinder handelt, und, dass diese häufig langfristig in Deutschland
bleiben werden, bedarf es der Hinwendung zur Frage der Integration dieser Kinder.
Einen zentralen, womöglich sogar den wichtigsten, Aspekt bei der Integration von
Menschen mit Migrationshintergrund bildet die Sprache (Esser, 2006). Es ist
bekannt, dass eine erfolgreiche Integration eng zusammenhängt mit den
Kenntnissen von der Sprache des Ziellandes (Haug & Zerger, 2006).
Sprachkenntnisse als Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration scheint sich
auch für die aktuelle Flüchtlingsfrage in Deutschland zu bestätigen: Wer wenig
deutsch spricht, hat Schwierigkeiten, Kontakte außerhalb der eigenen sprachlichen
Gruppe zu knüpfen und Zugang zur Mehrheitsgesellschaft zu finden (Kiziak, Kreuter
& Klingholz, 2012). Auch für die Integration von immigrierten Kindern in Deutschland,
ist die Kenntnis der deutschen Sprache ein Schlüsselfaktor (Beisenherz, 2006).
ErwerbderdeutschenSprache
Um die Integration in Deutschland zu unterstützen, scheint das Erlernen der
deutschen Sprache für notwendig. Empirische Befunde deuten darauf hin, dass der
Erwerb der deutschen Sprache gerade für die Kinder unter den Asylbewerbern
erleichtert ist im Gegensatz zu den Erwachsenen. Je früher Kinder mit dem Lernen
einer neuen Sprache beginnen, desto leichter fällt es ihnen. Bei regem Kontakt ist
Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Integration von Flüchtlingskindern. Betreuung und Erwerb der deutschen Sprache
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Seminar: Entwicklung und Beratung
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V384629
ISBN (eBook)
9783668623309
ISBN (Buch)
9783668623316
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Flüchtlinge, Kinder, Flüchtlingskinder, Integration, Betreuung, Sprache, deutsch
Arbeit zitieren
Manuel Wirth (Autor), 2015, Integration von Flüchtlingskindern. Betreuung und Erwerb der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384629

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