Multisensuelle Ansprache in Stellenanzeigen und ihr Einfluss auf die Arbeitgeberattraktivität


Hausarbeit, 2017

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik
1.1. Theoretischer Hintergrund
1.2. Fragestellung und Hypothese

2. Methode
2.1. Stichprobe
2.2. Versuchsdesign
2.3. Erhebungsmaterial
2.4. Studienablauf
2.5. Geplante Datenauswertung

3. Ergebnisse
3.1. Datenaufbereitung
3.2. Deskriptive Statistiken
3.3. Hypothesenprüfung

4. Diskussion
4.1. Zusammenfassung und Interpretation der Befunde
4.2. Ausblick

5. Student Consulting Project

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Die Berufssituation der Versuchsteilnehmer

Abbildung 3 Design 2: Sachliche Ansprache

Abbildung 2 Design 1: Multisensuelle Ansprache

Abbildung 4 Beispiel einer 7-stufigen Likert-Skala

Abbildung 5 Darstellung des Mittelwertvergleichs anhand eines Säulendiagramms

Abbildung 6 Die Geschlechterverteilung der Versuchsteilnehmer

Abstract

In Anlehnung an Lwin et al. (2010), Rey et al. (2017) und Bodderas et al. (2011) prüft die vorliegende Studie die Hypothese, dass sich eine multisensuelle Ansprache in Stellenanzeigen positiv auf die Arbeitgeberattraktivität auswirkt. Mittels einer Online-Umfrage wurden 124 Versuchspersonen, die durch eine zufällige Stichprobe anhand einer unspezifischen Zielgruppe ausgewählt wurden, befragt. Den Probanden wurde zu Beginn des Fragebogens eine Stellenanzeige vorgespielt, auf der die Beantwortung der nachfolgenden Fragen basiert. Die unabhängige Variable hierbei bildet die Stellenanzeige, die randomisiert verändert wurde. Der Experimentalgruppe wurde eine multisensuelle Stellenanzeige vorgeführt, der Kontrollgruppe eine sachlich formulierte Stellenanzeige. Die abhängige Variable bildet die Arbeitgeberattraktivität. Nachdem die Probanden die Fragebögen zu den jeweiligen Stellenanzeigen beantwortet hatten, wurden die Daten ausgewertet. Die Hypothese konnte nach Prüfung mittels t-Test durch ein signifikantes Ergebnis bestätigt werden. Trotz dieses eindeutigen Ergebnisses, wird am Ende des Forschungsberichts auf wichtige Diskussionspunkte eigegangen, wie beispielsweise die nicht repräsentative Geschlechterverteilung, Kritik am Studiendesign oder der Tauglichkeit der abgewandelten Skala von Berthon et al. (2005).

1. Einführung in die Thematik

Arbeitgebern fällt es zunehmend schwerer, sich am Arbeitsmarkt von Wettbewerbern abzuheben und bei potenziellen Bewerbern im Gedächtnis zu bleiben. Ambitionierte Anwerber versuchen daher dem harten Konkurrenzkampf, der immer größer werdenden Werbevielfalt und der negativen demographischen Entwicklung (Ullah, 2015) durch multisensorisches Marketing entgegen zu wirken. Durch diesen beliebten Marketing-Trend nimmt das Unternehmen positiven Einfluss auf die Aufmerksamkeit, Entscheidungen und Erinnerungsleistung potenzieller Bewerber. Das Unternehmen beabsichtig dadurch seine Arbeitgeberattraktivität am Arbeitsmarkt zu stärken.

1.1. Theoretischer Hintergrund

Krishna (2012) definierte multisensuelles Marketing bereits als Marketing, das die Sinne der Verbraucher, ihre Wahrnehmung, ihr Urteilsvermögen und ihr Verhalten beeinflusst. Ausgehend von dieser Annahme wird in dieser Studie erörtert, ob die veränderte Arbeitsmarksituation, bedingt durch den demographischen Wandel und den Fachkräftemangel, durch multisensorisches Marketing positiv beeinflusst und die Arbeitgeberattraktivität gestärkt werden kann.

In einer Studie von Lwin et al. (2010) wurden die Auswirkungen, die die Ansprache eines Sinnes, hier Riechen, auf einen anderen Sinn, hier Sehen, zur Folge hat, erforscht. Hier konnten sich Testpersonen an ein Bild, das zusammen mit einem Geruch vorgeführt wurde, besser erinnern, als an eines ohne diesen zusätzlichen Sinnesreiz (Lwin, Morrin & Krishna, 2010).

Rey et al. (2017) haben erforscht, wie die Wahl der richtigen Worte ein bestimmtes Bild im Kopf des Lesers erzeugen kann. Mit den Worten „Was siehst du, wenn du das Wort Tiger hörst? Siehst du nur die Buchstaben oder beginnst du, Streifen, Schnurrhaare und Zähne zu sehen?“ (Rey, Riou, Vallet & Versace, 2017, S. 14-22) lassen sie den Leser bereits erahnen, wie tiefgreifend und aussagekräftig dieser Bereich der Forschung ist.

Forschungen zur Arbeitgeberattraktivität wurden bereits mehrfach durchgeführt. Sowohl Bodderas et al. (2011) als auch Kling et al. (2015) haben sich mit diesem Thema beschäftigt. Grundlage für die Messungen des Konstrukts der Arbeitgeberattraktivität stellte jeweils die Employer Attractiveness Scale (EAS) von Berthon et al. (2005) dar. Auf diese Skala wird später genauer eingegangen. Da bisher keine direkte Untersuchung zu multisensuellen Stellenanzeigen in Bezug zur Arbeitgeberattraktivität bekannt ist, wird in dieser Studie auf diesen Zusammenhang eingegangen. Die genannten, bereits durchgeführten Studien dienen als Anhaltspunkte und Inspiration für diesen Versuchsablauf.

1.2. Fragestellung und Hypothese

Anhand der bisher erläuterten Theorien und bereits durchgeführten Studien hat sich die Frage ergeben, ob es möglich ist, durch multisensuelle Ansprache die Empfindung der Arbeitgeberattraktivität positiv zu beeinflussen. Um diese Frage zu beantworten, werden zwei inhaltlich gleiche Stellenanzeigen gegenübergestellt, die sich nur in der Art und Weise der Auflistung bzw. Darstellung des Inhalts unterscheiden. Ausgehend von den genannten Fakten ergibt sich die Hypothese. Die Annahme besteht darin, dass eine Stellenanzeigen mit multisensorischer Ansprache eine höhere Arbeitgeberattraktivität erzeugt als eine Stellenanzeige ohne multisensorische Ansprache.

2. Methode

In Folgendem wird erläutert, auf welche Weise diese Studie durchgeführt wurde. Es wird ein Einblick auf das Versuchsdesign, das Erhebungsmaterial, sowie den Studienablauf und die geplante Datenauswertung gegeben.

2.1. Stichprobe

Die Hypothese wurde durch eine zufällige Stichprobe anhand einer unspezifischen Zielgruppe überprüft. Es haben insgesamt 124 Versuchspersonen zwischen 20 und 57 Jahren an der Studie teilgenommen, M = 30.23. 64 % der Teilnehmer waren weiblich, 36 % waren männlich. Durch Ermitteln der Berufssituation konnte festgestellt werden, dass die Mehrheit der Probanden, hier 84 %, in einem Angestelltenverhältnis waren. 11 % der Befragten waren Studenten, insgesamt 5 % Beamte, Selbständige und Auszubildende.

Dies wird in Abbildung 1 durch ein Kuchendiagramm dargestellt. Aufgrund der Zusammensetzung der Teilnehmer aus allen demographischen Bereichen entstand eine möglichst umfassende Stichprobe, deren Daten einen großen Überblick bieten. Die Probanden wurden mittels einer Online-Umfrage akquiriert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2. Versuchsdesign

Die Daten wurden mittels eines Online-Fragebogens erhoben, um möglichst viele Probanden anzusprechen und einen einfachen Zugang zum Fragebogen zu ermöglichen.

Die unabhängige Variable bildet die Stellenanzeige, die als Between-Faktor durch Randomisierung direkt verändert wurde. Es handelt sich demnach um ein Between-Subject-Design. Die Ansprache der Teilnehmer erfolgte bei der Experimentalgruppe mittels multisensueller Sprache und bei der Kontrollgruppe mittels sachlicher Sprache. Im Versuchsdesign 1, siehe Abbildung 2, wird die multisensuelle Ansprache demonstriert. Im Versuchsdesign Nr. 2, siehe Abbildung 3, wird der Inhalt sachlich dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die abhängige Variable bildet die Arbeitgeberattraktivität. Laut erarbeiteter Hypothese veränderte sich die Bewertung der Arbeitgeberattraktivität durch die Ansprache in der jeweiligen Stellenanzeige.

2.3. Erhebungsmaterial

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Operationalisierung der abhängigen Variable erfolgt durch die Beispielskala von Berthon et al. (2005). Diese Employer Attractiveness Scale (EAS) umfasst 32 Items, die einen Wunscharbeitgeber ausmachen. Die 32 Eigenschaften wurden in eine Skala übertragen, welche von N = 683 Studierenden bewertet wurde. Der a-Koeffizient ergab nach Cronbach einen Wert von .91. Die Auswahl der Items wurde nach anschließender Kontrolle auf 25 Items reduziert. Die EAS-Skala wurde durch Rietz et al. (2015) adaptiert und in eine deutsche Version (EAS_D) übersetzt. Diese besteht aus 31 Items, wobei 25 Items identisch zur englischen Originalversion sind. Cronbachs Alpha liegt für diese Skala bei a = 0.88. Die Items werden in 5 Unterskalen aufgeteilt: Persönliche Entwicklung, Soziale Interaktion, Inhaltlicher Anspruch, Ökonomischer und gesellschaftlicher Nutzen. Jedes dieser Items wird anhand einer 7-stufigen Likert-Skala, siehe Abbildung 4, von 1 = Ich stimme vollkommen zu bis 7 = Ich stimme überhaupt nicht zu erhoben.

2.4. Studienablauf

Die Versuchspersonen wurden mittels einer Onlineumfrage befragt, in die die EAS neben demographischen Fragen integriert wurde. Die Randomisierung erfolgt anhand einer unabhängigen Stichprobe. Der Experimentalgruppe wurde die multisensuelle Stellenanzeige, siehe Versuchsdesign 1, vorangestellt. Hier wurde der Inhalt durch gezielte Verwendung von bestimmten Verben und Adjektiven, wie z.B. führend, mitgestalten, nie stillstehen, emotionalisiert. Die Kontrollgruppe erhielt eine optisch gleich aufgebaute Stellenanzeige, siehe Versuchsdesign 2, die sich in der Sprache, jedoch nicht im Inhalt unterscheidet. Hier wurden die Stellencharakteristika sachlich und ohne emotionale Beschreibung dargestellt. Im Anschluss an die Präsentation folgt die Beantwortung der 31 Items durch die Probanden auf Grundlage der vorangegangenen Stellenanzeige.

2.5. Geplante Datenauswertung

Durch das Untersuchungsdesign ergaben sich zwei verschiedene Datensätze. Um die Qualität der Stichprobe zu überprüfen, werden zunächst die Werte Schiefe und Exzess ermittelt. Nachdem geprüft wurde, ob die Voraussetzungen für einen t-Test gegeben sind, wird ein Mittelwertvergleich durch einen t-Test für unabhängige Stichproben durchgeführt. Die Alternativhypothese erfordert einen einseitigen Signifikanztest. Die graphische Darstellung erfolgt anhand eines Säulendiagramms, in dem die jeweiligen Unterschiede, bezogen auf die Item-Gruppen, am deutlichsten werden.

3. Ergebnisse

Im Ergebnisteil wird zunächst deskriptiv beschrieben, auf welche Art und Weise die Ergebnisse erzielt wurden. Das Resultat wird jeweils mit Zahl und Erklärung, teilweise auch bildlich dargestellt. Im Anschluss werden diese Erkenntnisse zur Hypothesenprüfung herangezogen und um sinnvolle, weiterführende Analysen ergänzt.

3.1. Datenaufbereitung

Zu Beginn der Datenaufbereitung wurde ermittelt, ob alle während der Online-Umfrage ermittelten Datensätze verwendet werden können. Hier konnte kein mangelhafter Datensatz erkannt werden, wodurch alle 124 Fragebögen in die Wertung eingingen.

3.2. Deskriptive Statistiken

Zuerst wurde geprüft, ob die Voraussetzungen für einen Mittelwertvergleich mittels t-Test erfüllt sind. Nachdem es sich hierbei um eine Intervallskala handelt, eine Normalverteilung und die Varianzhomogenität ermittelt wurde, konnte der t-Test für unabhängige Stichproben durchgeführt werden. Der t-Test prüft, ob sich zwei Gruppen bezüglich der Mittelwerte statistisch signifikant unterscheiden. Die Bewertung der Arbeitgeberattraktivität mit multisensueller Ansprache war höher (M = 4.51, SD = .88) als die Bewertung mit neutraler Ansprache (M = 3.81, SD = .98) in der Kontrollgruppe. Das Ergebnis war signifikant (t (119) = -4.13, p <.001). Da beim Messen der Effektstärke nach Cohens d das Ergebnis d = 0.76 war, also 0.5 < d < 0.8, lag hier ein mittelstarker Effekt vor.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Abbildung 5 wurde anhand eines Säulendiagramms der Mittelwertvergleich bildlich dargestellt, wobei die X-Achse die Gruppenzugehörigkeit angibt und die Y-Achse die Arbeitgeberattraktivität misst.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Multisensuelle Ansprache in Stellenanzeigen und ihr Einfluss auf die Arbeitgeberattraktivität
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Nürnberg früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V386945
ISBN (eBook)
9783668611528
ISBN (Buch)
9783668611535
Dateigröße
804 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Empirisches Projekt, Arbeitgeberattraktivität, Multisensuelle Ansprache, Wirtschaftspsychologie, Hypothese
Arbeit zitieren
Stefanie Grünbeck (Autor:in), 2017, Multisensuelle Ansprache in Stellenanzeigen und ihr Einfluss auf die Arbeitgeberattraktivität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386945

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