Hilfe für junge wohnungslose Menschen. Wie kann man im Streetwork Hilfe ausüben und dabei die Rolle des Sozialarbeiters berücksichtigen?

Doppel-/Tripelmandat des Streetworks


Hausarbeit, 2017
16 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhalts

I Einleitung

II Streetwork
2.1 Arbeitsprinzipien
2.2 rechtliche Grundlage
2.3 Zielgruppe

III Interventionsmöglichkeiten

IV Hilfe und Kontrolle
4.1 Das berufliche doppelte Mandat und das professionelle Tripelmandat

V Diskussion

I. Einleitung

In der folgenden Hausarbeit wird das Thema „Hilfe für junge wohnungslose Menschen – Doppel-/Tripelmandat des Streetworks.“ behandelt. Die Hauptfrage ist: „ Wie kann man im Streetwork Hilfe ausüben und dabei die Rolle des Sozialarbeiters berücksichtigen?“

Streetwork (Straßenarbeit) , ist ein Arbeitsfeld der Sozialarbeit, die nicht sesshaft in einer Institution arbeitet, sondern sich an der Lebenswelt der Zielgruppe orientiert.Hierdurch entsteht ein Zwiespalt (beziehungsweise Dreifach-Spaltung) innerhalb des Mandates des Sozialarbeiters, welcher zwischen zwei (beziehungsweise drei) Interessengebieten verwalten muss.

Einmal im (beruflichen) Interesse des Trägers und einmal im Interesse des Klienten - beziehungsweise kann es auch dazu kommen, dass der Streetworker nach den Werten seiner Profession handeln muss.

Im zweiten Kapitel wird der Begriff „ Streetwork “ definiert, das Kapitel soll einen groben Einblick in die Arbeit des Streetworkers und dessen Arbeitsweisen geben.

In den Unterkapiteln werden zu einem die Arbeitsprinzipien, zum anderen die rechtliche Grundlage und die Zielgruppe näher betrachtet und erläutert. Dies ist wichtig, da man erst die Grundlagen von „Streetwork“ kennen sollte, bevor man zu seinen Schwierigkeiten übergehen kann.

Das dritte Kapitel befasst sich mit den Interventionsmöglichkeiten. Hier soll ein Überblick verschafft werden, wie die Interventionsmöglichkeiten aussehen könnten.Im vierten Kapitel wird die Thematik von „ Hilfe und Kontrolle “ angesprochen, im Unterkapitel gehe ich näher ein auf „ das berufliche doppelte Mandat und das professionelle Tripelmandat.

Im fünften Kapitel werde ich die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammenfassen und eine Diskussion zu der Thematik einleiten. Das Ziel der Hausarbeit ist es, einen Einblick, in die Schwierigkeiten des Arbeitsfeldes „Streetwork“ zu geben, in Verbindung mit dem Doppel-/Tripelmandat des Sozialarbeiters.

II Streetwork

Streetwork wird auch Straßensozialarbeit, mobile Jugendarbeit, „Street Corner Work“ oder auch „aufsuchende Sozialarbeit“ (Galuske, 2007:268) ¹ genannt. Sie ist ein eigenständiges Arbeitsfeld der Sozialarbeit, welches das Ziel der Herstellung einer „ ... Brückenfunktion zwischen gesellschaftlichen Werte- und Normvorstellungen beziehungsweise Ausgrenzungsmechanismen“ verfolgt. (Dölker/Gillich, 2009:23) ².

Streetworker sind normalerweise diplomierte Hochschulabsolventen in den Bereichen der Sozialarbeit, Soziokultur oder Sozialpädagogik oder auch Psychologen, Pädagogen sowie Sozialwissenschaftler, die eine entsprechende Berufserfahrung mitbringen.

Streetworker versuchen Zugang zu problembehafteten Zielgruppen, welche von institutionalisierten psychosozialen Hilfsangeboten nicht mehr erreicht werden, herzustellen. Dabei begeben sich Streetworker in die Lebenswelten der jeweiligen Zielgruppen oder „Szenen“. Da das Sozialleben der Zielgruppe größtenteils auf den Straßen verläuft, sind dort Streetworker anzutreffen. (Steffan, 1988:10) ³

Daher ist Streetwork nicht in Räumlichkeiten von Institutionen verankert, sondern sie ist eine „Gehstruktur“, welche versucht direkt die Zielgruppe in ihrem Lebensumfeld zu erreichen. ,, ...der Klient (wird) nicht wie gewöhnlich den Sozialarbeiter aufsuche(n), sondern dieses Verhältnis (wird) umgekehrt ..., der streetworker gehe auf den Klienten zu.“ (Galuske, 2009:268 ) 4

Den Klient*Innen wird es ermöglicht helfende Angebote, ohne großen Selbstaufwand in Anspruch zu nehmen, hieraus lässt sich erschließen das Streetwork ein niederschwelliges Angebot ist. (Thole, 2000: 130) 5.

Aus der Lebensweltorientierung resultiert, dass die Annäherung zu den Zielgruppen nicht mehr durch eine Behörde bestimmt wird, sondern das der Hilfeprozess sich an die Regeln und Strukturen der jeweiligen Szene, in der sich die Klienten bewegen, anpassen muss.

„Ein streetworker müsse diese Rahmenbedingungen akzeptieren und sich auf sie einstellen.“ (Galuske, 2009:270) 6

Durch diese besonderen Umstände muss ein Streetworker darauf gefasst sein, dass er in verschiedenen individuellen Situationen anders agieren und reagieren muss, als in herkömmlichen sesshaften Strukturen.

Aus diesem Grund ist Streetwork „... im Vergleich zu anderen Methoden nicht gleichermaßen gut planen und kontrollieren.“ (ebd. 271) 7

Grundlegend für Streetwork ist der Kontaktaufbau und die Beziehungsarbeit zu den Klient*Innen. Vertrauen und verlässliche Beziehungsstrukturen zwischen Klient*In und Streetworker ermöglichen überhaupt erst, dass Hilfeangebote umgesetzt werden. Erst durch dieses Vertrauensverhältnis kann man eine Umstrukturierung der Lebensperspektive des Klienten erzielen, welche nicht mit Selbst- oder Fremdgefährdung verbunden ist.

2.1 Arbeitsprinzipien

Die Arbeitsprinzipien für Streetworker sind „Teil der Jugendpflege, mit lokaler Autonomie, als Angebot an alle Jugendlichen, getragen von Prinzipien wie Mitbestimmung und Freiwilligkeit sowie als kommunikativer Raum zwischen Jugendlichen und Jugendarbeiter.“ (Deinet, 1998:418) 8

Unerlässlich für Streetworker sind daher :

1. die Lebensweltorientierung,

- Welche, wie bereits oben unter „II Streetwork“ erwähnt, die Anpassung an den Klienten bedeutet.

1. die Niedrigschwelligkeit,

- Dies bedeutet die Aufsuchung des Klienten in seiner Lebenswelt, ohne Aufwand vom Klienten selber.

1. Vertraulichkeit (Schweigepflicht)

- Strafgesetzbuch (StGB) § 203 Verletzung von Privatgeheimnissen Absatz 1: „Wer unbefugt ein fremdes Geheimnis, namentlich ein zum persönlichen Lebensbereich gehörendes Geheimnis oder ein Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis, offenbart, das ihm als (Satz 5) staatlich anerkanntem Sozialarbeiter oder staatlich anerkanntem Sozialpädagogen anvertraut worden oder sonst bekanntgeworden ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

- Der Streetworker kann erst eine Beziehung zum Klienten aufbauen, nachdem er sein Vertrauen gewonnen hat.

1. und die Freiwilligkeit und Parteilichkeit

- Der Klient muss aus eigenem Willen und unabhängig von jedem Druck entscheiden können, ob er Hilfe bekommen will oder nicht.

2.2 rechtliche Grundlage 9

Eine explizite Benennung des Arbeitsfeldes „Streetwork“ ist durch den Bund bisher nicht erfolgt, daher können die Verhältnisse in der Praxis variieren und komplex sein. Berlin hat als erstes Bundesland die Terminologie „aufsuchende Jugendsozialarbeit“, Streetwork/Mobile Jugendarbeit auf eine klare gesetzliche Grundlage gestellt.

Die meisten weiteren Bundesländer sind für die Zuordnungen noch im Aushandlungsprozess zwischen den Trägern und den Verwaltungen unterworfen.

Die rechtliche Grundlage, die relevant für die Streetworker sind, basieren auf dem Sozialgesetzbuch I (SGB I) Paragraf 1 Absatz 1. Der Paragraf gibt die Aufgaben des SGB wieder.

Laut §1 Abs. 1 dient das SGB zur „Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit und sozialer Sicherheit Sozialleistungen“. Des Weiteren beinhaltet der Paragraf ebenfalls die Aufgabe zur „sozialer und erzieherischer Hilfen“, welche dazu beitragen sollen:

„ein menschenwürdiges Dasein zu sichern, gleiche Voraussetzungen für die freie Entfaltung der Persönlichkeit, insbesondere auch für junge Menschen, zu schaffen, die Familie zu schützen und zu fördern, den Erwerb des Lebensunterhalts durch eine frei gewählte Tätigkeit zu ermöglichen und besondere Belastungen des Lebens, auch durch Hilfe zur Selbsthilfe, abzuwenden oder auszugleichen.“

Zum anderen dient das Strafgesetzbuch VII (SGB VIII) beziehungsweise das Kinder- und Jugendhilfegesetz und Jugendhilferecht (KJHG), als Richtlinien für Streetwork.

Hierbei zu beachten sind die Paragrafen 11, 13 SGB VIII und die Paragrafen 11, 13-14 KJHG, welche die selben Aussagen beinhalten.

Der § 11 im SGB VIII, gibt die Maßlinien zur Jugendförderung beziehungsweise zur Jugendentwicklung. Diese wären zum einem die Bereitstellung erforderlicher Angebote der Jugendarbeit, welche an den Interessen der junger Menschen anknüpfen soll. Die Interessen sollen von den jungen Menschen mitbestimmt und mitgestaltet werden.

Somit befähigt man die jungen Menschen zur Selbstbestimmung, zur gesellschaftlichen Mitverantwortung sowie zur Anregung und Herbeiführung des sozialen Engagements.

„Zu den Schwerpunkten der Jugendarbeit gehören:

1. außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer,

gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung,2. Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit,3. arbeitswelt-, schul- und familienbezogene Jugendarbeit,4. internationale Jugendarbeit,5. Kinder- und Jugenderholung,6. Jugendberatung.“

Der § 13 Abs. 1 vom SGB VIII bestärkt die vorderen Paragrafen. Er dient zur sozialpädagogische Hilfen bei „Jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind (...)“

Der Paragraf weist auf die Förderungsnot der jungen Menschen, welche in ihrer .“..schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration“ gefördert werden müssen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Hilfe für junge wohnungslose Menschen. Wie kann man im Streetwork Hilfe ausüben und dabei die Rolle des Sozialarbeiters berücksichtigen?
Untertitel
Doppel-/Tripelmandat des Streetworks
Hochschule
Hochschule Fresenius Düsseldorf
Note
2,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V389101
ISBN (eBook)
9783668631168
ISBN (Buch)
9783668631175
Dateigröße
595 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Arbeit, Doppelmandat, Trippelmandat, streetwork
Arbeit zitieren
Esma Borlucaoglu (Autor), 2017, Hilfe für junge wohnungslose Menschen. Wie kann man im Streetwork Hilfe ausüben und dabei die Rolle des Sozialarbeiters berücksichtigen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/389101

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