Das Arbeitszeugnis - ein Vergleich zweier Bücher


Rezension / Literaturbericht, 2005

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Rechtslage
2.1 Zeugnisanspruch

3 Die Form

4 Der Inhalt
4.1 Das einfache Arbeitszeugnis
4.2 Das qualifizierte Arbeitszeugnis

5 Vergleich beider Bücher

6 Literaturliste

1 Einleitung

Das Arbeitszeugnis ist ein wesentliches Entscheidungskriterium, einen Bewerber zum Vorstellungsgespräch einzuladen oder nicht. Es vermittelt dem Arbeitgeber einen wichtigen Eindruck vom fachlichen und persönlichen Profil eines Bewerbers. Der Arbeitgeber bildet sich anhand des Zeugnisses ein Urteil, ob Bewerberprofil und Anforderungsprofil übereinstimmen. Schlecht oder missverständlich formulierte Zeugnisse können dazu führen, dass der Berufsweg eines Arbeitnehmers erheblich behindert wird. Aus diesen Gründen sollten Zeugnisse sorgfältig formuliert werden.

Ein Arbeitszeugnis hat Dokumentencharakter, man muss sich also als Verfasser um aussagekräftige und zutreffende Formulierungen bemühen. Das heißt, die Formulierungen müssen der Wahrheit entsprechen und zugleich charakteristisch sein.

Das Arbeitsrecht hat im Laufe der Jahre in Rechtssprechung und Lehre einen Rahmen gesetzt, innerhalb dessen sich das Arbeitszeugnis bewegen muss. Darüber hinaus hat aber eine sehr differenzierte Formulierungspraxis des Arbeitslebens an Bedeutung gewonnen, die einem Geheimcode nicht mehr fern ist. (vgl. Höfers 2004, S. 11f)

Aber wie sieht ein formal richtiges und zutreffend formuliertes Arbeitszeugnis aus? Welche Inhalte sind von Bedeutung? Welche Rechtsgrundlagen gelten bei Arbeitszeugnissen?

In der folgenden Arbeit werde ich mich mit diesen Fragen beschäftigen und die Aussagen verschiedener Literatur miteinander vergleichen.

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich mich in dieser Arbeit nur mit den wichtigsten Themen zu Arbeitszeugnissen beschäftige. In der dazu gewählten Literatur werden zusätzlich einige Punkte behandelt, die im Rahmen dieser Arbeit zu weit führen würden.

2 Die Rechtslage

2.1 Der Zeugnisanspruch

Nach § 630 BGB ist der Arbeitgeber gegenüber dem Arbeitnehmer verpflichtet, nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein Zeugnis auszustellen – allerdings nur, wenn der Arbeitnehmer dies ausdrücklich verlangt. Eine Ausnahme bilden die Arbeitszeugnisse für Auszubildende. Hier muss das Arbeitszeugnis, bei Abbruch oder Abschluss, ohne Aufforderung erstellt werden. (vgl. Hesse, Schrader 2001, S. 21)

Nicht nur im BGB, sondern auch im Handelsgesetzbuch (§ 73), der Gewerbeordnung (§ 113), dem Berufsbildungsgesetz (§ 8) und in Tarifverträgen, sind die gesetzlichen Grundlagen für den Anspruch auf ein Arbeitszeugnis klar und deutlich dargestellt.

Dabei spielt es keine Bedeutung wie lange das Arbeitsverhältnis gedauert hat. Auch nach einer kurzen Beschäftigungszeit von nur wenigen Tagen hat man Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. (vgl. Höfers 2004, S. 13)

Anspruch auf ein Zeugnis haben:

- gewerbliche Arbeitnehmer
- technische und kaufmännische Angestellte
- leitende Angestellte und Organmitglieder
- Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes
- Beamte
- Auszubildende
- Praktikanten, Volontäre und Werkstudenten
- Schüler, Studenten, die Ferien-, Aushilfs- und Nebenjobs ausüben
- Arbeitnehmer in Probearbeitsverhältnissen
- Teilzeitbeschäftigte
- Heimarbeiter
- Leiharbeitnehmer (gegenüber dem „Verleiher“)
- freie Mitarbeiter (eingeschränkt)
- Handelsvertreter (eingeschränkt)
- Soldaten und Zivildienstleistende

(vgl. Hesse, Schrader 2001, S. 20f)

Der Arbeitnehmer hat also, egal ob es sich um eine ordentliche, fristgerechte oder außerordentliche Kündigung handelt, und egal von welcher Seite sie ausgeht, mit dem tatsächlichen Ende des Arbeitsverhältnisses ein Recht auf ein Arbeitszeugnis. Bei längeren Kündigungsfristen besteht ein Anspruch auf ein vorläufiges Arbeitszeugnis.

Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis verjährt gemäß $ 195 BGB nach 30 Jahren.

(vgl. Hesse, Schrader 2001, S.23 )

Der Arbeitgeber hat zudem das Recht während eines Arbeitsverhältnisses ein qualifiziertes Zwischenzeugnis zu verlangen. Allerdings ist der Anspruch darauf gesetzlich nicht so eindeutig geregelt wie bei einem Endzeugnis. Der Arbeitnehmer muss er ein berechtigtes Interesse an der Ausstellung des Zeugnisses haben.

Anlässe dafür können sein: ∙ Kündigungsvorhaben des Arbeitnehmers bzw. in Aussicht

stehende Beendigung des Arbeitsverhältnisses

- spezielle Fortbildungs- und Aufstiegsvorhaben und
-wünsche
- Wechsel von Arbeitsplatz, Verantwortungsbereich und/oder

Vorgesetztem

- wenn das normale Beschäftigungsverhältnis auf absehbare

Zeit unterbrochen wird

(vgl. Hesse/Schrader 2001, S. 17f)

3 Die Form

Die äußere Form eines Arbeitszeugnisses ist an strenge Richtlinien gebunden. Das Zeugnis sollte je nach Möglichkeit auf Firmenpapier, ansonsten auf gutem Papier im DIN A4 Format mit Unterschrift und Firmenstempel verfasst werden. Es muss mit einem dokumentenechten Stift unterschrieben sein.

Des Weiteren wird das Zeugnis mit dem Computer oder der Schreibmaschine angefertigt. Handschriftliche Zeugnisse sind unüblich. Das Zeugnis wird in Deutsch geschrieben, auch wenn der Mitarbeiter von ausländischer Herkunft ist.

Das Zeugnis muss einwandfrei aussehen. Bei Fehlern in der Grammatik, Rechtschreibung oder Interpunktion – selbst bei kleinsten – muss das Zeugnis neu geschrieben werden. Ebenso darf das Zeugnis keine Flecken oder Knitter enthalten.

Außerdem sollte ein Zeugnis eine Überschrift wie z.B.: Zeugnis, Arbeitszeugnis, vorläufiges Zeugnis oder Zwischenzeugnis bekommen.

Auf dem Zeugnis müssen die volle Anschrift, der Ausstellungsort und das Ausstellungsdatum stehen. Normalerweise sind Ausstellungsdatum und Ausscheidungsdatum identisch. Wird das Zeugnis erst später verlangt, so wird das aktuelle Ausstellungsdatum eingesetzt.

Die Person des Arbeitnehmers ist genau zu bezeichnen, d.h. der Arbeitnehmer wird mit „Herr“ und die Arbeitnehmerin mit „Frau“ betitelt. Auch sind Vor- und Familienname und das Geburtsdatum zu nennen. Die private Anschrift des Arbeitnehmers gehört nicht in das Zeugnis.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Das Arbeitszeugnis - ein Vergleich zweier Bücher
Hochschule
Fachhochschule Erfurt
Veranstaltung
Jobtraining in der Jugendhilfe
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
11
Katalognummer
V39070
ISBN (eBook)
9783638379557
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeitszeugnis, Vergleich, Bücher, Jobtraining, Jugendhilfe
Arbeit zitieren
Katja Macheleidt (Autor), 2005, Das Arbeitszeugnis - ein Vergleich zweier Bücher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39070

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