Armutskriminalität in Deutschland


Referat (Ausarbeitung), 2005

17 Seiten, Note: 13 Punkte


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition Mundraub

3 Geschichte des Mundraubs

4 Gesetzliche Regelung

5 Bagatelldelikte in Form von Ladendiebstahl

6 Ursachen des Ladendiebstahls
6.1 Armut
6.2 Drogenabhängigkeit
6.3 Kleptomanie

7 Geschichte des Begriffs der Kleptomanie
- Erste Klärungsversuche -

8 Ursachen und Ursprünge von Kleptomanie
8.1 Stehlen als Abenteuer und Sport
8.2 Angstzustände
8.3 Kastration und Ödipuskomplex
8.4 Stehltrieb und Sexualität
8.4.1 Massochismus und Kleptomanie

9 Schwangerschaft und Menstruation als Auslöser für Kleptomanie

10 Onio - Manie

11 Ansätze und Untersuchungen
11.1 Pathologisches Stehlen
11.2 Das Obsessionsdelikt
11.3 Der Atalanta-Komplex

12 Schuldfähigkeit
12.1 Behandlung

13 Zusammenfassung auch im Hinblick auf die Armutskriminalität

1 Einleitung

Thema dieses Referates ist „ Mundraub und Kleptomanie – im Rahmen der Armutskriminalität “. Es wird versucht in einem Überblick von den wichtigsten Ursachen, Symptomen und Erscheinungsformen der Kleptomanie im Gegensatz zum einfachen Diebstahl (Mundraub) zu unterscheiden. Das Thema lässt erkennen, wie schwierig es für Gerichte und die Medizin (Psychotherapeuten) ist, eine klare Trennung zwischen pathologischem Stehlen und einem normalen Diebstahl herzustellen.

2 Definition Mundraub

"Darunter verstand man die Entwendung oder Unterschlagung von Nahrungs- und Genußmitteln oder anderer Gegenstände des hauswirtschaftlichen Ge-brauchs (z. B. Kohle) in geringer Menge oder von unbedeutendem Wert zum alsbaldigen Verbrauch. Seit 1974 ist Mundraub als Diebstahl oder Unterschlagung geringwertiger Sachen strafbar (§ 248a StGB)."[1]

3 Geschichte des Mundraubs

Mundraub war schon bei den Nachkriegskindern weit verbreitet. Wer einen Garten oder ein Stück Land hatte, baute an, was an Obst oder Gemüse möglich war. Die Haltung von Kleintieren, besonders Kanninchen war weit verbreitet. Die Kinder, die nicht über einen eigenen Garten verfügten oder nicht in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufwuchsen hatten deshalb wenig Skrupel, sich wann immer es möglich war, von fremden Obstbäumen und Beerensträuchern zu bedienen. Danach kam es meistens zu abenteuerlichen Fluchten und wenn es schlecht ausging auch mal zu einer Tracht Prügel. „Mundraub“ war zu dieser Zeit weit verbreitet und gehörte zum Alltag der Kinder.[2]

4 Gesetzliche Regelung

Der Mundraub war bis 1974 im § 367 I Nr. 5 geregelt und als eine so genannte Übertretung mit Freiheitsstrafe bis zu 6 Wochen oder Geldstrafe bis 500 DM geahndet worden. "Übertretung ist die Verletzung von Regeln, die nicht zwingend eine Sanktion auslöst." Seit der Strafrechtsreform 1974 gibt es die so genannten Übertretungen[3] nicht mehr. "Aus der bisherigen Dreiteilung der Straftaten in Verbrechen, Vergehen und Übertretungen wurde die heutige Zweiteilung in Verbrechen und Vergehen."

Die Vorschrift des § 248a StGB (Diebstahl geringwertiger Sachen) regelt die Behandlung von Bagatelleigentumsdelikten. Ob eine Sache geringwertig ist, entscheidet der Tatrichter. Die Grenze der Geringwertigkeit ist im Hinblick auf die Preis- und Lohnentwicklung erst bei 50 € anzusetzen.[4]

5 Bagatelldelikte in Form von Ladendiebstahl

Unter Bagatelldelikten versteht man strafprozeßrechtlich geringfügige Straftaten (Ordnungswidrigkeit und Vergehen), die nach dem Opportunitätsprinzip von der Staatsanwaltschaft nicht verfolgt oder eingestellt werden.[5]

Die Einstellung durch die Staatsanwaltschaft ergeht dann aus dem § 153 StPO. Hiernach kann die Staatsanwaltschaft von der Verfolgung absehen, wenn die Schuld des Täters als gering anzusehen ist und kein öffentliches Interesse besteht. Dem Täter kann dann die Auflage zur Wiedergutmachung des durch die Tat verursachten Schadens gemacht werden. Weitere Auflagen können auch eine sonstige gemeinnützige Leistung oder ein Geldbetrag an eine gemeinnützige Einrichtung sein, was im § 153a StPO geregelt ist.

Häufigste Form von Bagatelldelikten in Form von Diebstählen ist der Ladendiebstahl. "Hierbei handelt es sich um ein Phänomen der Massenkriminalität. In der Regel handelt es sich dabei um einen Diebstahl, der insbesondere Güter von geringem Wert, selten mehr als 250 Euro, umfasst. Der Ladendiebstahl wird überwiegend von Erwachsenen begangen. Jedoch sind immerhin fast 21 Prozent der Täter unter 18 Jahren. Zur Übersicht dient folgende Statistik vom Bundesland Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2000.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Schäden sind schwierig zu beziffern, jedoch von volkswirtschaftlicher Bedeutung. Bei den meisten Ladendiebstählen handelt es sich um geringwertige Sachen, wobei in der Regel nur ein einzelner Gegenstand entwendet wird.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenNordrhein-Westfalen 2000

6 Ursachen des Ladendiebstahls

Häufige Ursachen für Bagatellkriminalität in Form von Ladendiebstählen sind Armut, Drogenabhängigkeit und das pathologische (krankhafte) Stehlen, auch Kleptomanie genannt.[8]

6.1 Armut

„Armut ist eine Lebenslage, in der Einzelne, Gruppen oder ganze Bevölkerungen nicht über ausreichende Ressourcen verfügen, um sich ihren Lebensbedarf (Existenzminimum) zu sichern.“

Hierbei wird unterschieden zwischen absoluter und relativer Armut.

Bei der absoluten Armut ist die Existenz eines Menschen unmittelbar durch Verhungern oder Verdursten oder mittelbar durch fehlende Widerstandskraft bei Erkrankungen bedroht.

Als relativ arm wird bezeichnet, wer weniger als einen bestimmten Prozentsatz (meistens 50 oder 60) des Durchschnittseinkommens einer Gesellschaft zur Verfügung hat. So wird seit 2001 in den Mitgliedsstaaten der EU derjenige als relativ arm bezeichnet, der weniger als 60% des Nettoäquivalenzeinkommens (im Jahr 2002 in Deutschland ca. 1200 €, wobei der Unterschied zwischen Ost und West ca. 200 € betrug) zur Verfügung hat.

6.2 Drogenabhängigkeit

Drogenabhängigkeit ist ein Zustand psychischer und gegebenenfalls physischer (körperlicher) Abhängigkeit von einer Substanz oder mehreren Substanzen mit zentral-nervöser Wirkung, die zeitweise oder fortgesetzt eingenommen wird/werden.[9]

Durch die Sucht in Verbindung mit den hohen Anschaffungskosten der Drogen ergibt sich das Problem, dass die Abhängigen sich die nötigen finanziellen Mittel duch Straftaten, meistens in Form von Ladendiebstählen, beschaffen.[10]

[...]


[1] Lexikon 2000 Herausgeber Gerd Siebert, 1984 Zweiburgen Verlag

[2] http://www.br-online.de/wissen-bildung/thema/nachkriegskinder/schwarzhaendler.xm

[3] Eine Übertretung ist eine Verletzung von Regeln, die nicht zwingend eine Sanktion/Strafe auslöst.

[4] Oberlandesgericht Zweibrücken in StV 2000, 298

[5] http://www.student-online.net/publikationen/103

[6] http://www.ladendiebstahl.de/Praevent.htm

[7] http.//www.ladendiebstahl.de/Praevent.htm

[8] http://www.mauspfeil.com/ladendiebstahl.html

[9] http://de.wikipedia.org/wiki/armut

[10] http://gin.uibk.ac.at/thema/drogen/drogenabhängigkeit.html

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Armutskriminalität in Deutschland
Hochschule
Hessische Hochschule für Polizei und Verwaltung; ehem. VFH Wiesbaden  (Polizei Kassel)
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V40870
ISBN (eBook)
9783638392792
Dateigröße
1744 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Armutskriminalität in Bezug auf Mundraub und Kleptomanie
Schlagworte
Armutskriminalität, Deutschland
Arbeit zitieren
Lars Schindewolf (Autor), 2005, Armutskriminalität in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40870

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Armutskriminalität in Deutschland



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden