Zur Rolle der traditionellen Eliten in der Weimarer Republik - Adel und Bürgertum


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

30 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Elitenbegriff und traditionelle Eliten in Weimar

3. Adel und Adeligkeit
3.1 Totaler Zusammenbruch 1918 und Sammlung in der Republik
3.2 Überwindung des ‚Systems’: Restauration oder ‚Drittes Reich’?

4. Bürgertum und Bürgerlichkeit
4.1 und die ungeliebte Republik
4.2 Neue Rechte und Nationalsozialismus

5. Zusammenfassung

6. Literatur

1. Einleitung

In die geschichtswissenschaftliche Debatte um die Gründe für das Scheitern der Weimarer Republik und den Aufstieg des Nationalsozialismus war seit jeher die Frage nach der Rolle der traditionellen Eliten eingegliedert. Tiefgreifende Kontroversen, die gar im Methodenstreit enden konnten, Detailanalysen, Biographien und Memoiren, Interpretationen von Kontinuität und Sonderweg und deren respektive Widerlegung, Rolle von „Roggen und Eisen“ – Junkern und Monopolkapital – all das sind nur einige Stichworte, die mehr als fünfzig Jahre Auseinandersetzung und dies keinesfalls nur zwischen Ost und West, geprägt haben.[1]

Diese Debatten zu rekonstruieren und zu systematisieren wäre im Rahmen dieser Hausarbeit durchaus möglich, vielleicht auch ein Einfaches, wird hier aber nicht geleistet werden. Stattdessen soll der Blick aus einer alternativen Perspektive auf den Zusammenhang „traditionelle Eliten“ und „Untergang von Weimar“ gerichtet werden, der politik-, sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Ansatzpunkte in den Hintergrund treten lässt. In dieser Hausarbeit möchte ich deshalb eine Perspektive wählen, die mit der Bezeichnung soziopolitische Mentalitätsgeschichte[2] am treffendsten beschrieben ist.

Zunächst einmal wird die Frage zu klären sein, worum es sich überhaupt bei „traditionellen Eliten“ handelt und in welcherlei Hinsicht sie sich von „neuen“ Eliten unterscheiden. Dabei wird sich nicht als einziges Problem erweisen, dass der Begriff traditionell wenig Präzision besitzt. Traditionell mit republikfeindlich und profaschistisch gleichzusetzen, vermengt eine soziale Kategorie mit einer politischen, ideengeschichtlichen und kann somit keine Anwendung finden. Vielmehr muss der Frage nachgegangen werden, warum die traditionellen Eliten oftmals jene republikfeindlichen Positionen einnahmen.

Eine Untersuchung des politischen Denkens der sozialen Spitzengruppen in der Weimarer Republik muss an mindestens zwei zentralen Fragen ausgerichtet sein. Erstens: Welche Einstellungen entwickelten diese Gruppen zur republikanischen Staatsform und welche Mittel ergriffen sie, diese Haltung in etwaiges politisches Handeln umzusetzen? Zweitens: Wie positionierten sie sich während der Weimarer Zeit zur Neuen Rechten und zur NSDAP, welche Hoffnungen verbanden sie mit ihr oder welche Distanz wahrten sie zu ihr? Eigentlich müsste noch eine dritte Frage vorangestellt werden, nämlich die nach der Beziehung zum und der Identifikation mit dem deutschen Kaiserreich. Auf diese soll aber im Rahmen dieser Hausarbeit nur am Rande bei der Beantwortung der ersten Frage eingegangen werden.

2. Elitenbegriff und traditionelle Eliten in Weimar

Setzt man sich zum Ziel, die Rolle der traditionellen Eliten in der Weimarer Republik näher zu bestimmen, muss man sich zunächst mit dem Elitenbegriff auseinandersetzen. Anschließend können die sozialen Konturen der dann schon etwas eingegrenzten traditionellen Eliten beschrieben werden. Die Untersuchung der ideologischen Konturen unter Inbezugnahme des Staats- und Demokratie(un-)verständnisses wird anschließend den Hauptteil der Arbeit ausmachen.

Will man historische Elitenforschung betreiben, so läge es auf der Hand, Erkenntnisse der modernen Elitensoziologie aufzunehmen und sie auf die historischen Ereignisse und Strukturen zu übertragen. Der Grund dafür, dass dies hier nicht passiert, besteht darin, dass diese Ansätze für eine Gesellschaft konzipiert sind, die der hier untersuchten nur wenig entspricht. Andererseits, und dies ist der wesentlichere Grund, existieren zeitgenössische Vorstellungen von Elite und Masse, Diskurse über Führertum und Herrentum, die durch ihre Rezeption in den Eliten deren Selbstbild mitprägten und damit für die historische Untersuchung von größerer Bedeutung sind.

Der Begriff der Elite hatte in der Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert eine enorme Konjunktur. Auf der einen Seite hängt dies mit reellen sozialen Veränderungen zusammen: Das Entstehen einer Massen gesellschaft mit sprunghafter Urbanisierung, Massenkonsum und -politisierung im Zuge rapider Industrialisierung und Modernisierung lässt in den Führungsschichten der Gesellschaft verstärkt das Bewusstsein des Elite-Seins wachsen. Mit diesem Prozess gehen gleichzeitig wissenschaftliche bzw. theoretische Auseinandersetzungen einher.[3]

Motivation dieser ersten Debatten ist oftmals eine bildungsbürgerliche Angst vor einem Verschwinden in den Massen, einer Marginalisierung als Teil der Elite. Und so ist es nicht verwunderlich, dass aus der Elitenperspektive die Massen oftmals als primitiv, ungebildet und führungsbedürftig dastehen; sie von den ‚Wenigen‘ beherrscht werden müssen, damit eine kulturschaffende Zivilisation entstehen kann. Eines der wichtigsten Zitate eines schon recht wissenschaftlichen Elitenverständnisses, gekoppelt an ein bestimmtes Staatsverständnis liefert Gaetano Mosca (1896):

„Unter den beständigen Tatsachen und Tendenzen des Staatslebens liegt eine auf der Hand: In allen Gesellschaften, von den primitivsten im Anfang der Zivilisation bis zu den vorgeschrittensten und mächtigsten, gibt es zwei Klassen, eine, die herrscht, und eine, die beherrscht wird. Die erste ist immer die weniger zahlreiche, sie versieht alle politischen Funktionen, monopolisiert die Macht und genießt deren Vorteile, während die zweite, zahlreichere Klasse von der ersten befehligt und geleitet wird. Diese Leitung ist mehr oder weniger gesetzlich, mehr oder weniger willkürlich oder gewaltsam und dient dazu, den Herrschenden den Lebensunterhalt und die Mittel der Staatsführung zu liefern.“[4]

Vilfredo Pareto erweiterte dieses Eliteverständnis im Jahr 1916 um das Prinzip des Kreislaufs der Eliten. Eine gut funktionierende Elite muss demnach die Bereitschaft aufweisen, ungeeignete Elemente aus ihren Reihen auszuschließen und neue, frische von ‚unten‘ aufzunehmen. Schließt sie sich hingegen nach unten hin ab, so kommt es aufgrund von Dekadenz innerhalb der Elite und aufgestautem Aufstiegspotential in den Massen zu sozialen Spannungen, die unter gegebenen Umständen zu revolutionären Umbrüchen führen können und das Schicksal der alten Eliten besiegeln.[5]

Diesen beiden Ansätzen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein undemokratischer Charakter attestiert, was aber wenig berechtigt ist. Denn in einer gut funktionierenden Demokratie ist die Leitung der Vielen durch die Wenigen eben eher „gesetzlich“ (also rechtsstaatlich abgesichert) und weniger „gewaltsam“ und „willkürlich“ (Mosca) und der Auf- und Abstieg (zumindest der politischen) Eliten durch regelmäßige Wahlen institutionalisiert (Pareto).

Für das hier betrachtete Thema ist aus elitetheoretischer Sicht ein weiterer Gedankengang bedeutsam, und zwar derjenige, welcher der Frage nach Legitimität und dem Selbstbild der Eliten nachgeht. Das Begriffspaar Selbst- und Fremdwahrnehmungselite ist hier entscheidend. Es geht der Frage nach, ob eine soziale Gruppe, die sich selbst als Elite versteht, auch als solche von den „Anderen“ wahrgenommen und anerkannt wird. Dabei müssen diese Anderen nicht unbedingt die Massen sein, sondern kann es sich hierbei auch um andere Elitegruppen handeln. Wird demnach einer sozialen Gruppe, die sich selber als Elite sieht oder einen solchen Platz für sich beansprucht, dieser Status von wem auch immer und aus welchen Gründen auch immer nicht zugesprochen, kommt es unweigerlich zu Spannungen.

Nachdem dieses theoretische Feld abgesteckt wurde, kann die soziale Eingrenzung der hier behandelten traditionellen Eliten in Angriff genommen werden. Schon der verwendete Plural deutet an, dass es sich hierbei keinesfalls um eine homogene Gruppe handelt. Das Attribut ‚traditionell‘ impliziert zudem, dass es sich um Eliten handelt, deren Ursprung, wenn nicht sogar deren Zenit ihres Elitendaseins, in der Zeit vor der Weimarer Republik zu suchen ist. Vielleicht ist an dieser ersten Stelle eine negative Argumentation am sinnvollsten: Von den traditionellen Eliten können diejenigen ausgeschlossen werden, die ihre Eliteposition der republikanischen Staatsform verdankten. Das nützt natürlich noch nicht sehr viel, da es in der Weimarer Republik keine dezidiert republikanische Elitentransformation gegeben hat.[6]

‚Generation’ taugt ebenso wenig als Hauptkriterium der Unterscheidung. Zwar erweist sich die Generationenfrage durchgängig als wichtiges Instrument zur Untersuchung bestimmter Einstellungen. Aber eine ältere Generation pauschal als traditionelle Elite zu bezeichnen und die dann jüngeren Jahrgänge als ‚moderne’ Elite, verfehlt den Kern des Problems.

Um zu einer genaueren Definition zu gelangen, lohnt es sich, zu Mosca und Pareto zurückzukehren. Als traditionelle Elite sollen hier die Gruppen verstanden werden, die bereits im Kaiserreich zur Elite zählten und die in der Weimarer Republik einen wie auch immer gearteten Abstieg zu befürchten oder bereits zu spüren bekommen hatten. Sie haben die Auflehnung, in welcher Form auch immer, gegen diesen Abstieg gemein, die sich nicht nur in einem defensiven Konservatismus äußerte, sondern auch Formen aggressiven Abwehrkampfes, aber auch progressiver Erneuerungsbestrebungen annehmen konnte.[7] Sie zeichnen sich zudem häufig durch die Fähigkeit dazu, mindestens aber durch das Bemühen danach aus, ihre spezifischen Elitewahrnehmungen an die kommenden Generationen weiterzugeben und sich somit in ihrem Beharrungskampf zu stärken.

Abseits dieses gemeinsamen Strebens gegen den Abstieg lassen sich aber unzählige Charakteristika aufführen, die eine ungeheure Heterogenität der traditionell en Elit en zur Folge haben. Ein entscheidendes Merkmal soll hier zur Strukturierung dieser Arbeit herangezogen werden, welches auch durch die neuere sozialgeschichtliche Forschung untermauert wird. Die Unterscheidung zwischen Bürgertum und Adel[8] bietet sich nicht nur allein aufgrund des einfachen methodischen Zugangs an, sondern findet auch aufgrund ‚standesspezifischer’ Charakteristika seine Berechtigung. Trotz aller Heterogenität innerhalb des Adels, ganz zu schweigen von der im Bürgertum, werden diesen beiden Gruppen spezifische Mentalitäten zugeordnet. Diese in der Forschung als ‚Bürgerlichkeit’[9] und als deren Weiterentwicklung ‚Adeligkeit’[10] bezeichneten Mentalitäten weisen derart starke Differenzen auf, dass sich deren vergleichende Betrachtung in Bezug auf den Untergang der Weimarer Republik lohnt.

Letztlich bleibt noch die Frage nach der quantitativen Zuordnung zu den traditionellen Eliten zu klären. Dies ist eine nicht leicht zu beantwortende Frage. Die konventionelle politische Geschichtsschreibung neigte dazu, diesen Kreis besonders klein zu halten, sich auf die Organisationsformen der oberen Zehntausend zu konzentrieren, um sich dann in der entscheidenden Phase des Untergangs der Weimarer Republik eine handvoll prominenter, vermeintlich entscheidungsmächtiger Exemplare herauszusuchen und näher zu beleuchten.

Nimmt man aber das Kriterium der Selbstwahrnehmungselite zur Grundlage der quantitativen Eingrenzung, schnellt die Zahl nach oben. Denn als zur Elite zählend betrachtete sich jeder, der sich über den Massen stehend sah. Und dies konnte im Einzelfall der mittelständische Unternehmer in einer Kleinstadt sein, der deren Wohlergehen in seinen Händen liegen sah. Und gerade in einer mentalitätsgeschichtlichen Auseinandersetzung ist das subjektive „Sich-zur-Elite-Zählen“ an manchen Stellen bedeutsamer als das reale „Elite-Sein“.

3. Adel und Adeligkeit

Dass der deutsche Adel nicht mit dem ostelbischen Junkertum[11] oder anderem Großgrundbesitz identisch ist,[12] ist eigentlich eine logische Selbstverständlichkeit, die es aber angesichts vereinfachender, zum Teil polemisierender Geschichtsschreibung nicht einfach hatte, Einzug in die historiographische Diskussion zu finden. Allerdings sind erste Ansätze differenzierterer Betrachtungsweisen in der frühen adelsbezogenen Sozialgeschichte[13] zu finden, die aber erst Ende der 1990er zu einer vertieften wissenschaftlichen Auseinandersetzung geführt haben.

Wenn nun von dem Adel die Rede ist, sollte man sich bewusst sein, dass es in Deutschland nie – weder in der Fremd- noch der Eigensicht – einen homogenen Adel gegeben hat. Die wichtigsten Differenzierungslinien sind regionaler, konfessioneller und adelsrechtlicher Art, die zudem durch einen historischen Vertiefungsprozess über Jahrhunderte hinweg zur Herausbildung verschiedener spezifischer adliger Erscheinungsformen geführt haben. Gerade im Zeitalter der heranbrechenden Moderne muss die soziale Realität der jeweiligen Adelsgruppe als vierte Eigenschaft herangezogen werden, die wiederum den Grad der Reputation einer Familie entscheidend mitbestimmen konnte.

[...]


[1] Guter Überblick über historiographische Diskussionen mit Schwerpunkt Großindustrie und Landwirtschaft: vgl. John, Jürgen: Zur politischen Rolle der Großindustrie in der Weimarer Staatskrise. Gesicherte Erkenntnisse und strittige Meinungen. in: Winkler, Heinrich August (Hg.): Die deutsche Staatskrise 1930-1933: Handlungsspielräume und Alternativen. München 1992, S.215-238, S.215ff.

[2] Charakterisierung und Abgrenzung der Mentalitätsgeschichte: vgl. Dinzelbacher, Peter: Zu Theorie und Praxis der Mentalitätsgeschichte. in: Ders. (Hg.): Europäische Mentalitätsgeschichte. Hauptthemen in Einzeldarstellungen. Stuttgart 1993, S.XV-XXXVII; Dinzelbacher schlägt folgende Defintion für Mentalität vor: „Historische Mentalität ist das Ensemble der Weisen und Inhalte des Denkens und Empfindens, das für ein bestimmtes Kollektiv in einer bestimmten Zeit prägend ist. Mentalität manifestiert sich in Handlungen.“ (S.XXI) Trotz der Abgrenzung zur Ideen- und Geistesgeschichte (S.XVII) und der Konzentration auf Mittelalter und Neuzeit halte ich diesen Begriff hier für angebracht. Vgl. unten Anm. 9 und 10.

[3] Vgl. Hartmann, Michael: Elitesoziologie. Eine Einführung. Frankfurt/ New York 2004, S.15ff.

[4] Zit. nach: ebd. S.19f. Um die Relevanz dieser Ausführung für die Hausarbeit hervorzuheben, sei noch Heinrich von Gleichen (Vgl. unten Anm. 40) zitiert, der betont, dass „Staat und Nation das System einer Herrschaft, und zwar die Herrschaft der Wenigen verlangt, die der Masse gegenüber ihre Unabhängigkeit und Überlegenheit bewahren.“ zit. nach: Breuer, Stefan: Grundpositionen der deutschen Rechten 1871-1945. Tübingen 1999, S.133.

[5] Vgl. Hartmann: Elitesoziologie. S.26ff. Pareto nennt Gewaltvermeidung oben und Gewaltbereitschaft unten als Bedingungen.

[6] Dies ist übrigens ein beliebtes Argumentationsmuster in der historiographischen Debatte, nämlich dass ein konsequenter Austausch der Eliten zu einer stabileren Republik geführt hätte. Diese Sicht unterschätzt die Beharrungskraft der traditionellen Eliten, vor allem aber auch ihrer Ideen.

[7] Freilich sind hier die Grenzen wie so oft fließend. Deutlich wird hier aber, dass wie oben bereits angeführt, traditionell nicht sofort republikfeindlich bedeutet. Schließlich bleibt es einem Mitglied der traditionellen Eliten offen, sich zur Republik zu bekennen und darin die adäquate Strategie zur Anpassung an die neuen Eliteverhältnisse zu sehen.

[8] Zentral ist hier die Reihe „Elitenwandel in der Moderne“, die ‚Adel’ und ‚Bürgertum’ als wichtigste Kategorien dieses Elitenwandels ansieht und deren Verhältnis über einen längeren Zeitraum sozialgeschichtlich untersucht. Der Verdienst besteht darin, erstmals den Adel systematisch als soziale Kategorie in die wissenschaftliche Forschung eingeführt zu haben.

[9] Zur ‚Bürgerlichkeit’: vgl. Kaschuba, Wolfgang: Deutsche Bürgerlichkeit um 1800. Kultur als symbolische Praxis. in: Kocka, Jürgen (Hg.): Bürgertum im 19. Jahrhundert, Bd. II: Wirtschaftsbürger und Bildungsbürger. Göttingen 1995, S.92-127, S.101: „ein in sich zwar vielfach abgestuftes und variiertes, in seinen Grundzügen jedoch verbindliches Kulturmodell, das entscheidende Momente sozialer Identität in sich birgt. Es vermittelt bürgerliches Selbstverständnis und Selbstbewußtsein, definiert durch den Gebrauch materieller Güter, durch den Bezug auf ideelle Werte, durch die Benutzung kultureller Verhaltensmuster, die zusammen ein lebensweltliches Ensemble bilden.“ Auch unter der Kurzformel: „’Bürgerlichkeit’ als kultureller Habitus“ (S.99); dazu außerdem mit Verweis auf das Habitus-Konzept Bordieus: Reitmayer, Morton: „Bürgerlichkeit“ als Habitus. Zur Lebensweise deutscher Großbankiers im Kaiserreich. in: Geschichte und Gesellschaft, 25 (1999), S.66-93, S.67-70; Habitus als politische Mentalität: Vgl. Wehler, Hans-Ulrich: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Vierter Band. Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914-1949. München 2003, S.581.

[10] Vgl. Malinowski, Stephan: Vom König zum Führer. Deutscher Adel und Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2004; (= Taschenbuch in Lizenzausgabe von: Malinowski, Stephan: Vom König zum Führer. Sozialer Niedergang und politische Radikalisierung im deutschen Adel zwischen Kaiserreich und NS-Staat. 3., durchgesehene Auflage, Berlin 2003.) S.16., Definition von Adeligkeit auf S.36: „[…] wichtigsten Charakteristika, welche den sozialen Kern des Adels prägten, auch an den sozialen Rändern des Adels als Orientierungspunkte anerkannt wurden und das Erscheinungsbild „des“ Adels dominierten.“ und S.41: „Das Konzept der Adeligkeit erhebt den Anspruch, über inneradlige Grenzen regionaler, konfessioneller, politischer, adelsrechtlicher und sozialer Art hinweg Charakteristika zu beschreiben, die in unterschiedlichen Adelsgruppen gleichermaßen galten.“

[11] Zur Karriere des Junker-Begriffes, seines Ursprungs in bürgerlicher Adelskritik seit spätestens 1806 (S.522ff.) und sein Aufgehen im marxistischen Geschichtsbild (S.527): Vgl. Reif, Heinz: Die Junker. in: François, Etienne/ Schulze, Hagen (Hg.): Deutsche Erinnerungsorte I, München 2001, S.520-536.

[12] Vgl. Zollitsch, Wolfgang: Adel und adlige Machteliten in der Endphase der Weimarer Republik. Standespolitik und agrarische Interessen. in: Winkler, Heinrich August (Hg.): Die deutsche Staatskrise 1930-1933: Handlungsspielräume und Alternativen. München 1992, S.239-256, S.240.

[13] Vgl. Kleine, Georg H.: Adelsgenossenschaft und Nationalsozialismus. in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 26 (1978), S.100-143; sowie: Rosenberg, Hans: Die Pseudodemokratisierung der Rittergutsbesitzerklasse. in: Ders.: Machteliten und Wirtschaftskonjunkturen, Göttingen 1978, S.83-101.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Zur Rolle der traditionellen Eliten in der Weimarer Republik - Adel und Bürgertum
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Veranstaltung
HS Das Ende der Weimarer Republik 1930-33
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
30
Katalognummer
V41039
ISBN (eBook)
9783638393935
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar des Professors: "Eine sehr überzeugende, von klaren Fragestellungen ausgehende und auf der höhe der Forschung klug argumentierende Arbeit."
Schlagworte
Rolle, Eliten, Weimarer, Republik, Adel, Bürgertum, Ende
Arbeit zitieren
Andreas Braune (Autor), 2005, Zur Rolle der traditionellen Eliten in der Weimarer Republik - Adel und Bürgertum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41039

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