Die Auswirkungen des Online-Handels auf den stationären Einzelhandel


Hausarbeit, 2015
44 Seiten, Note: 2
Mark Mann (Autor)

Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen zum stationären Einzel- und Online-Handel
2.1. Geschichtlicher Werdegang
2.2. Die Stellung des stationären Einzel- und Online-Handels in der Gegenwart
2.3. Vergleich der beiden Absatzkanäle, positive und negative Aspekte

3. Empirische Erhebung zum Thema: Die Auswirkungen des Online-Handels auf den stationären Einzelhandel
3.1. Methodik
3.2. Auswertung der Ergebnisse
3.3. Interpretation der Ergebnisse
3.4. Kritische Betrachtung

4. Schlussbetrachtung
4.1. Fazit
4.2. Ausblick

Quellen- und Literaturverzeichnis

Anhang

Fragebogen, Exel Auswertung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1. Umsatzanstieg des E-Commerce in Deutschland S.5

Quelle: www.Statista.com

(Stand 08.09.2015, 22:42)

Abbildung 2. Verteilung der Einzelhandelsumsätze nach Vertriebskanälen S.6

www.kassenzone.de/wp-content/uploads/2014/04/Abbildung16-Verteilung.jpg%3F6ed415

(Stand 12.09.2015)

Abbildung 3.Umsatz Stationäre/Online-Händler in Milliarden 2008-2014 S.8 Quelle: Quelle: ifhkoeln.de (Stand 12.09.2015)

Abbildung 4. Veränderungen bei den Einkäufen in der Gegenwart und in der S.23

Zukunft (Mit Excel erstellt)

Abbildung 5. Verhältnis der Nutzung der Absatzkanäle hinsichtlich des Alters S.23 in der Gegenwart (Mit Excel erstellt)

Im Kapitel 3.2 Diagramme

www.umfrageonline.com

(Stand 03.09.2015, 18:51)

Fragebogen erstellt: Im Anhang

www.umfrage-online.com

(Stand 03.09.2015, 18:55)

Tabellenverzeichnis

Ergebnisse der empirischen Erhebung (Excel-Tabelle) im Anhang S.37

1. Einleitung

In der Hausarbeit mit dem Titel ,,Die Auswirkungen des Online-Handels auf den stationären Einzelhandel‘‘ wird analysiert, in wieweit durch das Kaufverhalten der Konsumenten in der Gegenwart und in der Zukunft sich die Marktmacht der beiden Absatzkanäle auswirkt, und ob der stationäre Einzelhandel überhaupt in naher Zukunft existenzfähig sein wird. Dies wird ermittelt durch eine empirische Erhebung von 62 Befragten Personen, um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten,

1.1. Problemstellung

Den klassischen Handel gibt es schon seit tausenden von Jahren. Dieser war Langezeit konkurrenzlos: Märkte mit Ständen sowie der Tauschhandel und einzelne Einkaufsläden seit dem Mittelalter. Ansonsten gab es keine anderen Absatzkanäle, bis Mitte des letzten Jahrhunderts der Kataloghandel dazukam. In den 90er Jahren mit der raschen Ausbreitung des Internets in jedem Haushalt, kam ein weiterrer Vertriebskanal hinzu. Es entstand der Absatzkanal des Online-Handel, auch E-Commerce genannt. Am Anfang gab es nur sehr kleine unauffällig Websites zum Shoppen, mit einer kleinen Produktauswahl. In den letzten zehn Jahren wurde dieser Online-Handel immer präsenter und größer und dementsprechend zu einer realen Konkurrenz für den stationären Einzelhandel. Im Laufe der Zeit hat sich die Kommunikations- und Computer-Technik rasant weiter entwickelt. Die Menschen haben immer weniger Zeit und einen hektischeren Alltag. Dementsprechend wächst die Anzahl der Internetnutzer, diese können nun bequem und ohne Zeitdruck nach dem Feierabend im Web Surfen und Shoppen. Die Online-Händler bauten ihre Portale weiter aus, verbesserten ihre Produktbeschreibungen und vergrößerten das Produktsortiment. Warum wird der Online-Handel zu einem starken Gegner des klassischen stationären Einzelhandels? Heutzutage ist die Zeit für jeden Menschen ein sehr knappes und kostbares Gut geworden. Folglich kaufen viele Menschen die meisten Produkte einfach, bequem und schnell von Zuhause aus ein. Sie sparen sich den Weg in die Stadt und können Produkte im Internet vergleichen und meistens günstiger einkaufen, da die Onlineportale in einer starken Konkurrenz zueinander stehen. Außerdem lassen sich die Preise schneller vergleichen und man kann in Ruhe nach der Arbeit einkaufen gehen, wenn der Einzelhandel schon geschlossen hat.[1] Die Folgen sind gerade in kleinen bis mittelgroßen Städten zu sehen. Immer mehr kleine Einzelhändler müssen ihr Geschäft aufgeben und die Kleinstadt wird zu einer Geisterstadt. Grund dafür ist, dass die Läden nicht mit dem Online-Handel konkurrieren können, da sie preislich nicht mithalten können. Gründe hierfür sind, z.B. die Ladenmiete, Gehälter der Mitarbeiter und weitere Kosten.[2] Die Kunden werden immer weniger, somit sinkt der Umsatz des klassischen stationären Einzelhandels. Nach einer Studie soll der Umsatz beim stationären Einzelhandel in der Zeit von 2014 bis 2020 um 10% sinken, von 448 Milliarden Euro auf 405 Milliarden Euro. Im Gegenzug soll der Umsatz in dieser Zeit beim reinen Online-Handel von 27 Milliarden auf 77 Milliarden stetig ansteigen.[3]

Die Kernfrage der Hausarbeit ist, welche Auswirkung der Online-Handel auf den stationären Einzelhandel hat und welche Konsequenzen daraus gezogen werden können. Durch die empirische Erhebung wird in der Hausarbeit prognostiziert, wie das Machtverhältnis der beiden Absatzkanäle in der Zukunft aussehen wird.

1.2. Aufbau der Arbeit

Die Hausarbeit ist so aufgebaut, dass im Kapitel 2. die theoretischen Grundlagen zum stationären Einzel- und Online-Handel erläutert werden, um einen gesamten Überblick über das Thema zu erhalten.

In 2.1 wird die Entstehung und Entwicklung des Handels bzw. stationären Einzelhandels und des Online-Handels explizit verdeutlicht. Unter dem Punkt 2.2 wird die Marktstellung der zwei Distributionskanäle in der Gegenwart in der Wirtschaft in Deutschland veranschaulicht. Ab 2.3 erfolgt eine Gegenüberstellung vom stationären Einzelhandel und dem Online-Handel hinsichtlich der positiven und negativen Eigenschaften der beiden Absatzkanäle in der Gegenwart und in der Zukunft.

Im 3. Kapitel folgt die Empirische Erhebung zum Thema: ``Die Auswirkungen des Online-Handels auf den stationären Einzelhandel´´.

Um eine repräsentative Umfrage auswerten zu können, wurden 62 Personen mit unterschiedlichen Attitüden (Alter, Geschlecht, beruflicher Werdegang) befragt, um ein möglichst repräsentatives Ergebnis aus der Gesellschaft zu erhalten.

Im Unterpunkt 3.1 ,,Methodik‘‘ werden die einzelnen Fragetechniken des Fragebogens erläutert. Im Kapitel 3.2 werden alle Ergebnisse der einzelnen Fragen chronologisch ausgewertet. Unter 3.3 erfolgen eine Interpretation der einzelnen Ergebnisse sowie eine Kreuztabellierung hinsichtlich des Kaufverhaltens mit der Berücksichtigung des Alters. Unter dem letzten Punkt im 3. Kapitel 3.4 erfolgt die kritische Würdigung, dort werden in der Hausarbeit die negativen und positiven Aspekte erläutert, die bei der empirischen Erhebung verbessert hätten werden können oder aber auch sehr gut funktioniert haben.

Das Kapitel 4. ,,Schlussbetrachtung‘‘ wird aufgeteilt in zwei Unterpunkte dem Fazit und dem Ausblick hinsichtlich des Themas.

Im Punkt 4.1 ,,Fazit‘‘ werden alle Ergebnisse der empirischen Erhebung mit Hilfe des theoretischen Teils analysiert (betrachtet) und zusammengefasst. Im letzten Unterpunkt 4.2 ,,der Ausblick‘‘ wird der Blick in die Zukunft gerichtet. Durch die Ergebnisse der Empirischen Erhebung kann man das Kaufverhalten des Endverbrauchers in der Zukunft ungefähr prognostizieren, um herauszufinden, wie die Auswirkung des Online-Handels auf den stationären Einzelhandel sein wird, und ob der stationäre Einzelhandel sich gegen den Online-Handel beweisen kann, wenn dieser sich in bestimmen Bereichen verändern würde.

2. Theoretische Grundlagen zum stationären Einzel- und Online-Handel

2.1. Geschichtlicher Werdegang

Den Handel gibt es schon seit tausenden von Jahren. Damals in der Steinzeit haben verschiedene Stämme untereinander Gegenstände getauscht (Tauschhandel). Aber auch ein paar tausend Jahre später waren die Menschen in Europa, in den einzelnen Dörfern bemüht, hauptsächlich Nahrungsmittel gegen andere Güter, wie z.B. Tiere und Edelmetalle zu tauschen, denn Geld als Währung gab es noch nicht. Somit bildeten sich nach einiger Zeit die ersten Berufssparten von selbst aus und die Händler fokussierten sich auf eine Spezialität, wie z.B. auf Fisch oder die Herstellung von Werkzeugen. In der Antike ist es deutlich geworden, wozu der Handel in der Lage ist. Jeder Händler spezialisierte sich auf eine bestimmte Warengruppe und versuchte, möglichst einen breiten Absatzmarkt zu erreichen, dementsprechend stieg der Gewinn durch mehr Absatz stetig an. Als bald reisten die Händler durch verschiedene Gebiete, und es bildeten sich Handelswege und damit verbunden neue Handelsstädte. Kleinhändler hatten in der Römerzeit keinen guten Ruf, da diese als sehr gierig und gewinnorientiert angesehen waren, ohne wirklich viel gearbeitet zu haben. Sichere Handelsstraßen sowie geregelter Handel waren in der Antike eine Ausnahme. Im Mittelalter verbesserte sich der Handel deutlich. Es wurden viele internationale Kontakte geknüpft und Waren von anderen Ländern aus Übersee wurden importiert. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Handel zunehmend weiter. Das war der Beginn der Globalisierung, und Europa war das Dreh-und Angelkreuz der Welt. Selbst die kleinen Kommunen verdienten mit, durch die Zölle die erhoben wurden beim Durchqueren. Aber nicht nur die Infrastruktur trieb den Handel in Deutschland an, sondern es wurden auch Fabriken gebaut, die ihre Produktion immer weiter optimierten. Gedämpft wurde dieser Handel nur durch verschiedene Kriege und Krisen, trotzdem war der internationale Handel sicherer als vorher.[4]

Definition stationärer und nicht stationärer Handel

Der stationäre Einzelhandel hat in der heutigen Zeit die Bedeutung, dass sich ein Betrieb (Laden) darauf spezialisiert hat, Waren/Dienstleistungen zu verkaufen aber auch abzukaufen, meistens mit einem großen Produktsortiment von verschiedenen Herstellern, gedacht für den Endverbraucher.[5] In der heutigen Zeit hat der Handel verschiedene Alternativen, die Produkte an den Endkonsumenten zu bringen. Eine Vielzahl an Absatzkanälen hat sich entwickelt, wie z.B. der stationäre Einzelhandel, wo Waren angeboten werden, die im Laden für den Endkunden stehen. Aber auch Warenhäuser, die über ein erweitertes Produktsortiment verfügen und mit einer deutlich größeren Präsentationsfläche, gehören zum stationären Absatzhandel dazu. Z.B. gehört die Form „Shop in Shop-Prinzip“ auch zum stationären Einzelhandel. Dort präsentieren sich einzelne Hersteller mit einem kleinen Stand und mit einem Fachverkäufer, z.B. in einem Warenhaus oder Laden. Dieses ist empfehlenswert bei Produkten, die komplexer sind. Aber auch der nicht stationäre Versandhandel ist ein Absatzkanal, dazu gehört z.B. der Katalogversand, Teleshopping-Programme aber natürlich auch der Online-Handel.[6]

Durch die Erfindung des Internets für den Endverbraucher in den 90er Jahren entstand ein weiterer Absatzkanal des Online-Handels, auch E-Commerce genannt. Knapp sechs Jahre nach der Erfindung des Mediums Internet (WWW) hatte jedes zweite Unternehmen in Deutschland eine eigene Website. Einer der ersten Internet-Shops sind Ebay und Amazon, die seit 1995 online sind. Obwohl es 1999 schon viele Online-Händler gab für verschiedene Produkte, wie z.B. Textilien, Fastfood etc. war es trotzdem im Verhältnis zu heute nur ein kleines Produktsortiment, aber dementsprechend gab es auch wenige Endkonsumenten, die dieses nutzten.[7] Dieser Absatzkanal wurde immer weiter optimiert und erweitert um mehr Menschen dafür zu begeistern. Dieses geschah mit Erfolg, wie man im nachfolgenden Diagramm erkennen kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Quelle: Statista.com

Die Abbildung 1 ist ein Stabdiagramm, dort wird der Umsatz des E-Commerce im Verhältnis der Jahre 2000 bis 2015 veranschaulicht. Deutlich ist vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2015 ein stetiger Umsatzanstieg von 1 Mrd. € bis zum Jahre 2015 auf 46.9 Mrd. € erkennbar, der natürlich im Bereich des stationären Einzelhandels fehlt.

2.2. Die Stellung des stationären Einzel- und Online-Handels in der Gegenwart

In der Gegenwart steigt der Umsatz zurzeit nur bei den Online-Händlern und nicht bei den stationären Einzelhändlern. Sehr gut wird dieses ersichtlich bei dem folgenden Stabdiagramm. Hier ist der Umsatzanteil in Prozent und Milliarden Euro im Verhältnis der Jahre 2006 bis 2012 gegliedert in Abhängigkeit der einzelnen Absatzkanälen abgebildet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Kassenzone.de

Deutlich erkennbar ist, dass der Umsatz des stationären Einzelhandels sich stetig abbaut. 2006 war der Umsatz 389,9 Milliarden und demzufolge lag der Marktanteil bei knapp unter 94 Prozent. 2012 lag der Umsatz bei 388,4 Milliarden mit einem Marktanteil von knapp unter 91 Prozent. Der Versandhandel erlitt einen Umsatzrückgang von 16,3 Milliarden auf 11,7 Milliarden Euro. Hingegen erwirtschaftete der E-Commerce-Handel von 2006 bis 2012 ein Umsatzplus von 17,6 Milliarden und konnte den Marktanteil von knapp 2,2 Prozent auf 6,2 Prozent stetig ausbauen.

Der stationäre Einzelhandel ist ein sehr großer Arbeitgeber, es arbeiten über 3 Millionen Menschen in Deutschland in dieser Branche. Mit der stetig wachsenden Markmacht des Online-Handels ist damit zu rechnen, dass viele ihren Job in der nächsten Zeit aufgeben werden müssen. Der Online-Handel wie z.B. Amazon setzt auf Automatisierung und deshalb werden in Zukunft wahrscheinlich mehr Maschinen im Lager arbeiten als Menschen. Auch sind die kleinen stationären Einzelhändler- Läden nicht mehr konkurrenzfähig, hinsichtlich des Preises und der Auswahl, gegenüber dem Online-Sektor. Diese entlassen Ihre Mitarbeiter und werden gezwungen zu schließen. Die Folge davon ist, dass die kleinen Städte entweder nur noch wenige Fachmärkte bzw. Einzelhändler oder gar keine mehr besitzen.[8] Wie schützt sich heute eventuell der Einzelhandel vor einer Schließung? Die Antwort nennt sich Multi-Channel-Handel. Viele stationäre Einzelhändler müssen ihre Verluste kompensieren, deshalb nutzen sie nicht nur einen herkömmlichen Absatzkanal, sondern verschiedene um noch mehr Kunden anzusprechen. Früher war es der Katalog und heute ist es das Internet. Viele stationäre Einzelhändler probieren es mit einem zweiten Absatzkanal, einem Online-Shop, um wieder mehr Konsumenten anzusprechen zu können, die auch nach den Öffnungszeiten in Ruhe einkaufen gehen.[9] Viele Endverbraucher informieren sich vor dem Kauf eines Produktes im Einzelhandel und vergleichen dieses dann Online mit anderen Anbietern, ob es dort günstiger zu erwerben ist. Andersherum finden manche Verbraucher z.B. Kleidung im Internet, und probieren diese dann vorher im stationären Einzelhandel an. Dort ist dann der Händler gefragt, um aus der Masse heraus zustechen, indem er z.B. mit einem guten Service und einer guten Beratung bei dem Kunden punkten kann und ihn so zum Kauf animiert.[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Quelle: ifhkoeln.de

Im Stabdiagramm ist der Umsatz der stationären- online- Händler in Milliarden Euro abgebildet für die Jahre 2008 bis 2014, die das Internet als zweiten Absatzkanal benutzen. Deutlich ist erkennbar ist, wie sich der Umsatz dank des Internets als zweiten Absatzkanal, für stationäre Einzelhändler stetig erhöht, von 4.584 Milliarden Euro im Jahre 2008 auf 13.045 Milliarden Euro im Jahre 2014.

Die stationären Einzelhändler kompensieren die fehlenden Umsätze mit dem Online-Shop.

``So mit geben die deutschen Online-Shopper fast jeden dritten Euro in den nach IFH-Analysen rund 80.000 Online-Shops ursprünglich stationärer Händler aus.´´ (Zitat: ifhkoeln.de) [11]

Gerade im Bereich CE (Consumer Electronics) ist der Absatz am höchsten. Dieses liegt daran, weil die Endkonsumenten die Produkte kennen und den stationären Einzelhändler und dessen Qualität bevorzugen, wie z.B. bei den Marken Saturn, MediMax.[12]

2.3. Vergleich der beiden Absatzkanäle (stationärer- und Online- Handel), positive und negative Aspekte

Es spielen verschiedene Aspekte eine Rolle, warum sich Kunden für einen bestimmten Absatzkanal (stationärer- oder Online-Handel) entscheiden. Diese Aspekte können z.B. sein: der Zeitfaktor, die Sicherheit, der Preis und die Auswahl, aber natürlich auch das Wohlbefinden sowie die Erreichbarkeit (Standort, Infrastruktur) etc.[13] Man kann ganz klar sagen, dass der Online-Handel über ein größeres und deutlich erweitertes Produktsortiment verfügt als der klassische stationäre Einzelhandel. Somit hat der Endkunde natürlich eine breitgefächerte Auswahl an Produkten, Preisen und Marken sowie verschiedenen Qualitätsstufen. Die Folge ist, dass die Kunden viel Zeit sparen und alles praktisch bequem von Zuhause aus bestellen können und somit ihr Wohlbefinden damit steigt. In diesen Fall punktet der Online-Handel.[14] Dazu kommen auch die Öffnungszeiten der stationären Einzelhändler, die nur über einen bestimmten Zeitraum geöffnet haben; hingegen kann beim Online-Handel 24 Stunden und 7 Tage die Woche einkauft werden. Dieser Faktor wird überwiegend von berufstätigen Menschen genutzt, die sehr wenig Zeit haben, sich Werktags um den Einkauf von Gütern zu kümmern.[15] Ein negativer Punkt, der dem Online-Handel zu zuschreiben ist, ist, dass der soziale Kontakt zu anderen Menschen fehlt. Z.B. eine persönliche Beratung für ein bestimmtes Produkt, was für viele Menschen einfach essentiell ist.[16]

Der Datenschutz spielt in der heutigen Zeit eine sehr wichtige Rolle. Dieses bedeutet, dass viele Kunden den Online-Handel meiden, da sie schon einmal schlechte Erfahrungen hinsichtlich „Datenklau“ und unseriöser Anbieter auf dem Markt gemacht haben, welche die Daten dann ohne Einwilligung an Dritte weiter verkauft haben ,obwohl dieses strafbar ist. So etwas wird geahndet bei Unternehmen, die sich nicht dran halten, mit Sanktionen von Geldstrafen von 250.000 € bis zu einem Gewerbeverbot und oder sogar mit Freiheitsstrafe im härtesten Fall. Trotzdem gibt es immer noch schwarze Schafe in der Masse.[17] Somit besteht momentan ein Gleichstand hinsichtlich der beiden Absatzkanäle. Ein weiterer negativer Punkt, der die Online-Händler betrifft, ist das Rückgaberecht von Waren, gerade im Textilbereich führt dieses zu hohen Kosten für die Online-Händler. Dieses Kriterium fehlt beim klassischen stationären Handel, da der Kunde sich hier sehr gut persönlich beraten fühlt, z.B. die Kleidung im Laden anprobieren kann. Die Endkonsumenten im Online-Sektor im Bereich Textil bestellen sich meistens von einem Produkt mindestens drei verschiedene Größen, um dann später die richtige passende Kleidung heraussuchen zu können und senden die nicht benötigten Kleidungsstücke wieder als Retoure zurück. Diese Mentalität hat sich heute fest in der Gesellschaft manifestiert. Dieses hat dramatische Folgen für die Versandhändler, wie z.B. bei Zalando, wo die Rückgabequote bei ca. 50% liegt, zumal diese Retourartikel einen Zusatzaufwand von ca. 20 € für die Versandhändler bedeutet, und die zurückgesendeten Waren erstmal nicht für andere Kunden zur Verfügung stehen.[18] Die beiden Absatzkanäle haben natürlich unterschiedliche Fixkosten Kosten, die gedeckt werden müssen. Hauptkosten sind für den klassischen stationären Einzelhandel: die Verkaufsmitarbeiter, die Ladenmiete sowie Versicherungskosten. Im Gegenzug bestehen im Online-Handel nur folgende Kosten: Erstellung und Pflege der Homepage, das Shopsystem, der Marketing- sowohl der Rechts-Bereich und der Versand.[19] Weiter punktet der stationäre Einzelhandel z.B. bei der Lieferzeit, die beim stationären Einzelhandel entfällt. Im Gegensatz müsste der Kunde mehrere Tage auf das Paket warten oder es sogar im Postzentrum abholen. Insgesamt kann man ein Zwischenresümee ziehen und sagen, dass die beiden Verkaufskanäle nicht wirklich vergleichbar sind, da jeder für sich seine positiven und negativen Aspekte hat. Es kommt auch immer auf den individuellen Endkonsumenten an. Für viele ist ein Kauferlebnis wichtig, dieses beinhaltet z.B. den Kontakt mit anderen Menschen (Verkaufsberater und deren Service), aber auch die Atmosphäre im Laden.[20] Für andere Menschen wiederum ist es wichtig, eine große Auswahl verschiedener Produkte zu haben und diese schnell und bequem von Zuhause aus zu bestellen und dafür eine Lieferzeit in Kauf zu nehmen. Was die Sicherheit hinsichtlich des Datenschutzes und des Zahlungsverkehrs im Online-Sektor angeht, arbeiten viele große Online-Händler seit längerer Zeit schon mit Drittfirmen zusammen, wie z.B. Ebay und PayPal, um eine sichere und schnellere Kaufabwicklung gewährleisten zu können.[21] Immer mehr Händler behelfen sich mit Multi-Channel-Distribution. Sie benutzten nicht nur einen Absatzkanal, sondern mehrere um die anderen Vorteile, z.B. die im Online- Segment mit zu nutzen, bzw. die Verluste eines anderen Absatzkanals zu kompensieren. Beispiele für Vorteile der Nutzung eines ``MCD´´ mit einem stationären- und Online-Handel wären z.B. eine höhere Abnehmerzahl der Ware, sowie weniger Insolvenzrisiko, sollte ein Absatzkanal mal nicht mehr profitabel sein, aber auch die Erreichbarkeit anderer Altersgruppen.[22]

Im nächsten Kapitel werden durch die empirische Untersuchung die Ergebnisse analysiert und somit veranschaulicht, anhand der 62 befragten Personen, wie und wofür in der Gegenwart die beiden Absatzkanäle stationärer- und Online-Handel genutzt werden und wie vielleicht die Zukunft der beiden Kanäle aussehen wird.

[...]


[1] Vgl. http://www.online-shopping-infos.de/Geschichte-Onlineshopping.html (Stand 30.08.2015, 15:11)

[2] Vgl.http://www.marquardt-strategie.de/blog/stirbt-der-einzelhandel-einen-langsamen-tot/ (Stand30.08.2015, 15:22)

[3] Vgl. Eck, Bernadette, Landesreport, 2014

[4] Vgl.http://geschichte-wissen.de/zeitgeschichte/60-die-brd/697-historischer-ueberblick-ueber-den-handel-in-europa.html (Stand 07.09.2015, 16:53)

[5] Vgl.http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/einzelhandelsunternehmung.html (Stand 07.09.2015, 17:39)

[6] Vgl.http://www.gruenderlexikon.de/magazin/distributionspolitik-die-3-saeule-im-marketingmix

(Stand 08.09.2015, 21:02)

[7] Vgl.http://www.ecckoeln.de/News/10-Jahre-E-Commerce-%E2%80%93-R%C3%BCckblick-des-elektronischen-Handels (Stand 08.09.2015 22:28)

[8] Vgl. http://t3n.de/news/martin-weigert-niedergang-handel-591256 (Stand 12.09.2015, 16:52)

[9] Vgl. Heinemann, (2011), 1-2

[10] Vgl.http://www.netz98.de/regalsprecher/gastbeitrag-der-einzelhandel-im-digitalen-zeitalter/ (Stand12.09.2015)

[11] Zitat http://www.ifhkoeln.de/News-Presse/E-Commerce-Vertriebswege-Online-Shops-des-stationaeren-Handels (Stand 12.09.2015, 18:22)

[12] Vgl.http://www.ifhkoeln.de/News-Presse/E-Commerce-Vertriebswege-Online-Shops-des-stationaeren-Handels (Stand 12.09.2015, 19:00)

[13] Vgl. Dach, (2002), S.34

[14] Vgl. Rudolph, T., Kotouc, A. (2007), S.180-189

[15] Vgl.https://www.techdivision.com/blog/vergleich-von-online-shop-und-stationarem-handel

(Stand 19.09.2015, 13:20)

[16] Vgl. Mattmüller, Hanser, (1999), S. 18ff.

[17] Vgl.http://www.trustedshops.de/shop-info/datenschutz-kundendaten-einwilligung-datenschutzerklarung datenschutzrecht (Stand 19.09.2015, 12:51)

[18] Vgl.http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/renditekiller-retouren-auch-zalando-hat-sich-finger-verbrannt/8572908-3.html

Vgl.http://www.welt.de/wirtschaft/article124305717/Wie-Online-Kaeufer-bei-der-Ruecksendung-tricksen.html (Stand 19.09.2015, 14:22)

[19] Vgl.http://www.onlineshop-basics.de/der-onlineshop-und-dessen-kosten-32.html (Stand 19.09.2015, 14:37)

[20] Vgl.http://www.gera.ihk.de/servicemarken/Branchen/Handel/IHK_Handelsausschuss/Online_Handel_Stationaerer_Handel/333858 (Stand 19.09.2015, 15:43)

[21] Vgl. http://pages.ebay.de/paypal/ (Stand 19.09.2015, 15:53)

[22] Vgl. http://www.gruender-welt.com/multi-channel-distribution/ (Stand 19.09.2015, 16:13)

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Die Auswirkungen des Online-Handels auf den stationären Einzelhandel
Hochschule
Northern Business School
Note
2
Autor
Jahr
2015
Seiten
44
Katalognummer
V413153
ISBN (eBook)
9783668643550
ISBN (Buch)
9783668643567
Dateigröße
1348 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auswirkungen, online-handels, einzelhandel
Arbeit zitieren
Mark Mann (Autor), 2015, Die Auswirkungen des Online-Handels auf den stationären Einzelhandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413153

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