Der Einsatz von Tieren in der Palliative Care

Hunde als Hoffnungsträger und Helfer


Fachbuch, 2018
104 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Hinweis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Persönlicher Zugang zur Thematik
1.2 Theorie
1.3 Fragestellung (Hypothese)
1.4 Zielstellung
1.5 Erläuterung der Herangehensweise

2 Theoretischer Hintergrund der Palliative Care
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Definition der Palliativmedizin
2.3 Zielsetzungen der Palliative Care
2.4 Total-Pain-Modell
2.5 Begriffsbestimmung Hospiz, SAPV/ambulantes Hospiz, Tageshospiz und Palliativstation
2.6 Symptommanagement bei Betroffenen in der Palliative care
2.7 Kommunikation in der Palliative Care

3 Tiergestützte Therapie
3.1 Einleitung
3.2 Entwicklung
3.3 Begriffserklärung
3.4 Formen der tiergestützten Intervention in Deutschland
3.5 Tiere in der tiergestützten Intervention
3.6 Mensch-Tier-Beziehung - Erklärungsmodelle
3.7 Kommunikation zwischen Mensch und Tier
3.8 Wirkungen tiergestützter Interventionen

4 Tiere in der Palliativmedizin

5 Methodik
5.1 Literaturrecherche
5.2 Zeitraum
5.3 Ein- und Ausschlusskriterien

6 Ergebnisse – Der Einsatz von Tieren in der Palliative Care
6.1 Einsatz von Tieren auf Palliativstation und in stationären Hospizen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
6.2 Prospektive klinische Studie zur Überprüfung der Wirksamkeit tiergestützter Therapie (TGT) zur Verbesserung der Befindlichkeit von Palliativpatienten
6.3 Tiergestützte Therapie - Vierbeinige Co-Therapeuten in der Palliativversorgung
6.4 Tiergestützte Wirkungen auf einer onkologischen Tagesklinik, Patienten während einer Chemotherapie-Behandlung – Pet Therapy Effects on Oncological Day Hospital Patients Undergoing Chemotherapy Treatment
6.5 Palliative Care und die Anwendung von tiergestützter Therapie – Palliative Care and the Use of Animal-Assisted Therapy
6.6 A pilot project in animal-assisted therapy in pediatric oncology

7 Diskussion und Resümee

Literaturverzeichnis

Hinweis

Zur besseren Lesbarkeit des Textes wurde bei allen Bezeichnungen von Personen die männliche Schreibweise verwendet. Die Formulierungen beziehen sich aber immer auf beide Geschlechter

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Das »total pain«/»totalcare«/»palliative care«- Modell nach Saunders

Abbildung 2 Typische Berufsgruppen des Palliativteams

Abbildung 3 Aufbau der ambulanten Hospizarbeit

Abbildung 4 Die 5 Säulen der Identität nach H. Petzold

Abbildung 5 Maslow’sche Bedürfnispyramide

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Unterschiede zwischen der kurativen und palliativen Vorgehensweise

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Begleitung lebensbedrohlich erkrankter und sterbender Menschen unter Berücksichtigung einer in anderen Bereichen bereits anerkannten Methode: Tiergestützte Therapie mit dem Medium Hund

Die Palliativmedizin wird oftmals als neue medizinische Disziplin erachtet. Jedoch ist sie wahrscheinlich eine der ältesten Disziplinen, da früher kaum Krankheiten mit kurativen Therapiemöglichkeiten existierten

Durch die Etablierung der Palliativmedizin, gibt es viele neue wissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse in der Symptomkontrolle und Schmerztherapie, sowie über elementare Bedürfnisse Schwerstkranker und Sterbender. Die Einstellung zur Symptomkontrolle unterscheidet die Palliativmedizin klar von der klassischen Medizin [1]

Menschen mit einer schweren, nicht heilbaren und weit fortgeschrittenen Erkrankung sowie deren Angehörigen, stehen im Mittelpunkt der Palliativversorgung. Dabei handelt es sich um einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht mehr eine Lebensverlängerung bzw. Lebenserhaltung als Ziel hat

Vielmehr sind die Verbesserung bzw. der Erhalt der Lebensqualität in den Mittelpunkt der Bemühungen gerückt [2]. Dies umfasst die Behandlung von krankheitsbedingten Beschwerden und das Wohlbefinden in allen Bereichen (körperlich, sozial, spirituell- und psychisch) [3].

Dabei orientiert sich die Palliative Care am Menschen durch:

- Psychosoziale Begleitung,
- Spirituelle Begleitung,
- Verbesserung der Lebensqualität,
- Orientierung an den Mitarbeitern,
- Arbeit im Team,
- Vernetzung,
- Ethische Grundsätze
- und Wirkung in der Gesellschaft.

Die Arbeit im interdisziplinären Team stellt dabei ein wesentliches Merkmal dar. Spezielle Kenntnisse und Erfahrungen werden von jeder Berufsgruppe eingebracht und tragen gleichwertig zur Erfüllung der Aufgabe bei [4].

Im Rahmen der psychischen, physischen, sozialen und mentalen Förderung von Menschen, hat sich in den 90er Jahren neben anderen Disziplinen, die tiergestützte Begleitung von Menschen zu einer professionellen Ergänzung der Kranken- und Sterbebegleitung entwickelt. In Deutschland wurde auf der Basis von Erfahrungen in angloamerikanischen Ländern die Thematik der tiergestützten Begleitung vor dem Hintergrund der kulturellen Strukturen diskutiert und sozialgruppenspezifische Wege erprobt und ausgebaut [5].

Therapeutische und gesundheitsförderliche Effekte konnten für eine Vielzahl von Tieren nachgewiesen werden.

Dabei gilt der Hund als ältester tierischer Begleiter des Menschen. Er nahm in der Geschichte der Menschen schon immer einen bedeutenden Platz ein. Seine weitere Aufwertung in der Moderne kommt in einer ihm vom Menschen zugewiesenen sozialen Rolle zum Ausdruck [6].

Den Übergang von zweckorientierten zu vorwiegend emotionalen Beziehungsformen, scheinen Hunde in besonderer Weise gemeistert zu haben, sodass von einer „emotionalen Evolution“ gesprochen werden kann. So scheint die spontane und unmittelbare, durch den Menschen in der Regel als vorurteilsfrei empfundene Kontaktaufnahme durch einen Hund das menschliche Wohlbefinden zu steigern. Des Weiteren zeigte sich, dass Hunde als „soziale Katalysatoren“ zwischenmenschliche Kontakte fördern und erleichtern, sowie als soziale Substitute für menschliche Interaktionspartner dienen können [37].

Die Emotionalität der Bindung eines Menschen an sein Haustier ist meist sehr hoch und oftmals wird das Tier als vollwertiges Familien- mitglied erlebt. So heißt es nicht umsonst „der Hund ist der beste Freund und vor allem treueste Freund des Menschen“ [32].

Demzufolge kann im Kampf mit einer möglicherweise tödlichen verlaufenden Erkrankung, der Kontakt zum eigenen Haustier lebens- u. hoffnungswichtig sein, bzw. bei einer negativen Prognose, eine elementare Hilfe auf dem „Weg“ und am Ende des Lebens sein. [5]

Diese Bachelorthesis soll dazu dienen, den aktuellen Wissenstand über die Integration von Hunden in die Therapie und Begleitung von Menschen, welche schwer- bzw. unheilbar erkrankt sind, darzustellen und zusammenzufassen.

1.1 Persönlicher Zugang zur Thematik

Dieser Arbeit liegt aufgrund persönlicher Erfahrungen mit Hunden, ein persönliches Erkenntnisinteresse zu Grunde.

Das Interesse für Hunde besteht seit meiner Kindheit, da ich selbst mit Hunden aufgewachsen bin und ich dadurch schon sehr früh Erfahrungen sammeln konnte. Mein Interesse an den positiven Wirkungen auf Menschen in einer palliativen Situation, entstand jedoch erst durch meinen eigenen Hund Penny im letzten Jahr. Aufgrund eigener Erlebnisse und Beobachtungen, wurde mir der mögliche positive Einfluss, welchen Hunde auf Menschen haben können, in Ansätzen bewusst. Aufgrund seiner begründbaren besonderen Eignung als Therapietier erfährt er in dieser Arbeit eine besondere Hervorhebung.

1.2 Theorie

In der gängigen Praxis und durch zahlreiche empirische Überprüfungen, haben sich die oftmals tatsächlich heilende Wirkung der Interaktion mit Tieren, sowie positive und fördernde Effekte von Tieren auf den Menschen im Allgemeinen und auf Menschen mit Störungen und Beeinträchtigungen im Besonderen bewährt und stehen außer Frage [19].

1.3 Fragestellung (Hypothese)

Diese Bachelorthesis ist verbunden mit der Frage „Inwiefern kann die tiergestützte Therapie mit dem Medium Hund eine wirksame Intervention sein, um Menschen in einer palliativen Situation zu helfen“

1.4 Zielstellung

Ziel dieser BA soll es sein, die Arbeitshypothese „Die tiergestützte Therapie mit dem Medium Hund ist ein wirksames Mittel um Menschen in einer palliativen Situation zu helfen“ zu falsifizieren oder verifizieren.

1.5 Erläuterung der Herangehensweise

Die vorliegende Arbeit ist in 5 Abschnitte gegliedert. Der erste Abschnitt befasst sich mit der theoretischen Grundlage der Palliative Care, welche die historische Entwicklung, ihre Definition, Begriffsbestimmung von Hospiz, Palliativstation, ambulanten Hospiz und Tageshospiz, sowie Zielstellungen, das Total Pain Modell nach Cicely Saunders, das Symptommanagement bei Betroffenen, die Bedürfnisse schwer Erkrankter und Sterbender und die Kommunikation aufzeigt.

Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit der theoretischen Grundlage der tiergestützten Therapie, wie sie sich entwickelt hat, wie sie definiert wird, wie sie sich von anderen tiergestützten Modellen unterscheidet, dem Therapiehund und dessen Einsatzmöglichkeiten, welche unterschiedlichen Erklärungsansätze es für die Mensch-Tier-Beziehung gibt, wie die besondere Kommunikation zwischen Mensch und Tier funktioniert und welche Wirkmechanismen es bei der Arbeit mit den Tieren gibt.

Eine ausführliche theoretische Darstellung der tiergestützten Therapie ist für eine Analyse, inwieweit diese bei Menschen in einer palliativen Situation Anwendung finden kann, äußerst wichtig. Der dritte Teil befasst sich daher näher mit dem Einsatz, insbesondere von Hunden in der Palliativmedizin. Im vierten Abschnitt wird die Methodik dieser Arbeit dargestellt, bei der die Vorgehensweise der Literaturrecherche erläutert wird. Die Ergebnisse die sich daraus ergeben haben, werden im vierten Teil ausführlich vorgestellt. Zum Schluss wird im fünften Teil das Resümee dieser Arbeit vorgestellt.

2 Theoretischer Hintergrund der Palliative Care

2.1 Historische Entwicklung

„Die Hospizbewegung ist die weltweit erfolgreichste Bürgerrechtsbewegung für ein menschenwürdiges Sterben. Ihre Geschichte ist weniger in ihrer chronologischen Abfolge sinnvoll zu verstehen, sondern als komplexes Geflecht unterschiedlicher Wurzeln, die die Gegenwart und Zukunft der Hospizbewegung maßgeblich beeinflussen“ [ 12 ].

Bereits im frühen Mittelalter war der Begriff „Hospiz“ gebräuchlich und wird assoziiert mit Herberge, Gastfreundschaft, Sorge tragen für unsere Mitmenschen. In der Regel wurden Hospize von Ordensleuten betrieben und galten als Herberge für Pilger. Diese waren entlang der Pilgerstraßen in ganz Europa verteilt und dienten als Raststätten für arme, erschöpfte und kranke Menschen. Ein Priester und Ordensgründer namens Vincent Van Paul im Frankreich des 16. Und 17 Jahrhunderts, systematisierte und organisierte erstmals die Pflege sowie Versorgung Armer, Kranker und Sterbender. Vincent Van Paul gründete zusammen mit Louise von Marillac den Orden der Vinzentinerinnen und Barmherzigen Schwestern im Paris des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Durch finanzielle Gaben der Reichen und die Unterstützung seiner christlichen Schwestergemeinde „Filles de la Charite‘ wurden menschenwürdige Bedingungen zum Leben und Sterben geschaffen. Nach der Säkularisation stellte Mary Akinhead Ende des 19. Jahrhunderts, die Ordensgründerin der „Irish Sisters of Charity“, ihr Haus in Dublin als erstes „modernes“ Hospiz zu Verfügung.

Die Notwendigkeit dieser speziellen Einrichtung, erkannte nach sukzessiver Verbreitung in Europa, auch Amerika. Die Dominikanerin Rose Hawthorne öffnete ihr erstes von sieben Hospizen 1899 in New York. Des Weiteren wurde die Gesellschaft „Cancer Care Inc.“, welche das Hauptziel der Versorgung Sterbender zuhause hat und die „Marie-Curie-Stiftung“ die sich mit den Folgen bösartiger Krankheiten beschäftigt, beinahe gleichzeitig gegründet. Die moderne Palliativ- und Hospizarbeit stammt aus England. Dort wurde 1967 von der Dame Cicely Saunders mit dem St. Christopher’s das erste stationäre Hospiz gegründet, welches bis heute als „Die Mutter aller Hospize“ zählt [4].

Cicely Saunders konnte aufgrund schwerwiegender Rückenprobleme, ihren Beruf als Krankenschwester nicht mehr ausüben und wurde daraufhin Sozialarbeiterin. Während dieser Tätigkeit stellte sie die starke Notwendigkeit der Symptomlinderung fest. Daraufhin absolvierte sie ein Medizinstudium und beschäftigte sich als erste Medizinerin mit der Symptomkontrolle bei Palliativpatienten. Die Hospizidee breitete sich von England ausgehend rasch in andere Länder aus. Der Beginn fand mit der Gründung des „Hospital Support-Teams“ in den USA und des St. Louis Hospital in New York 1974 statt.

Weitere Gründungen folgten in Neuseeland, Australien, Skandinavien, Frankreich, Japan, Polen, Russland und Schweiz. Dabei entstanden in einigen dieser Länder die Einrichtung von Lehrstühlen für Palliativmedizin statt, sowie die Anerkennung der Spezialisierung Palliativmedizin in der fachärztlichen Ausbildung, welche meist als Zusatzbezeichnung für Internisten, Anästhesisten oder andere Fachdisziplinen galt. Die junge Schweizer Psychologin Dr. Elisabeth-Kübler Ross, begann zu dieser Zeit in Amerika, einen neuen Weg der Hospizbewegung zu beschreiten.

Sie brach ein Tabu im Dialog mit Patienten und definierte Strukturen und Gemeinsamkeiten in den Erfahrungen von Sterbenden und Trauernden. Sie hatte den Mut, die Bedürfnisse am Ende des durch Krankheit belastenden Lebensweges zu formulieren und zu veröffentlichen [ ebd ]. Die ersten Kontakte zu deutschen Ärzten und Theologen entstanden kurz nach dem Beginn der englischen Hospizbewegung. Jedoch gelang es erst 1971 mit dem Dokumentarfilm „Noch 16 Tage - eine Sterbeklinik in London“ das öffentliche Bewusstsein der unzureichenden Versorgung unheilbar Kranker und Sterbender zu erreichen.

Der Film handelt über die letzten Tage eines Patienten im St. Christopher‘s Hospiz [10]. Vor dem Hintergrund der Euthanasieverbrechen während des Nationalsozialismus, traf diese Vorstellung auf Ablehnung. Doch die Erkenntnis, dass Sterbende einer speziellen medizinischen und umfassenden Betreuung bedürfen, führte zu einem Umdenken in Deutschland [4]. So entstanden 1986 und 1987 die ersten stationären Hospize in Deutschland. Die Deutsche Hospizstiftung, die Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz und die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin sind nennenswerte bundesweit Organisationen [12].

2.2 Definition der Palliativmedizin

Eine verbindliche Definition für Palliativmedizin existiert nicht. Der Versuch, eine adäquate und umfassende Betreuung für die Betroffenen und deren Angehörigen zu finden, stellt die wesentliche Gemeinsamkeit aller Definitionen dar [12].

Für diese Bachelorthesis, ist die Definition der WHO von Relevanz. Die WHO definierte erstmals 1990 den Begriff der Palliative Care:

„Palliative Care ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer progredienten, weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, sowie die Hilfe bei psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt“ [ 3 ].

Diese Definition wurde 2002 revidiert und lautet:

„Palliative Care ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, welche mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen. Dies geschieht durch Vorbeugen und Lindern von Leiden durch frühzeitige Erkennung, sorgfältige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen Problemen körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art”.

Palliative Care:

- ermöglicht Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen
- bejaht das Leben und erkennt Sterben als normalen Prozess an
- beabsichtigt weder die Beschleunigung noch Verzögerung des Todes
- integriert psychologische und spirituelle Aspekte der Betreuung
- bietet Unterstützung, um Patienten zu helfen, ihr Leben so aktiv wie möglich bis zum Tod zu gestalten
- bietet Angehörigen Unterstützung während der Erkrankung des Patienten und in der Trauerzeit
- beruht auf einem Teamansatz, um den Bedürfnissen der Patienten und ihrer Familien zu begegnen, auch durch Beratung in der Trauerzeit, falls notwendig
- fördert Lebensqualität und kann möglicherweise auch den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen
- kommt frühzeitig im Krankheitsverlauf zur Anwendung, auch in Verbindung mit anderen Therapien, die eine Lebensverlängerung zum Ziel haben, wie z.B. Chemotherapie oder Bestrahlung, und schließt Untersuchungen ein, die notwendig sind um belastende Komplikationen besser zu verstehen und zu behandeln [8].

Dies bringt eine deutliche Erweiterung gegenüber der ursprünglichen Hospizarbeit, indem die Palliative Care ganz bewusst, nicht erst in den letzten Lebenswochen- o. Monaten einsetzt. Sowie rein kurative Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichen, um das Wohlbefinden eines Patienten herzustellen, ist die Palliativpflege ein hilfreiches Angebot. Dabei geht es um „care not cure“, d.h. die „liebevoll-umhüllende“ Fürsorge steht im Mittelpunkt der palliativen Versorgung und nicht das „Wieder-Gesund-Machen“[9].

Der Begriff „palliativ“ stammt aus dem lateinischen vom Wort „pallium“ = „Mantel, Hülle, Bedeckung“, bzw. „palliare“ = „mit einem Mantel bedecken“. Die Palliative Care untergliedert sich in 2 Teildisziplinen – die Palliativpflege und Palliativmedizin. Um das Ziel der Erhaltung der Lebensqualität Schwerkranker und Sterbender zu erreichen, ergänzen und verstärken sich diese beiden [12].

2.3 Zielsetzungen der Palliative Care

„Nicht dem Leben mehr Tage hinzuzufügen, sondern den Tag mehr Leben geben.“ (C. Saunders) [ 3 ].

Das primäre Ziel der Hospiz- und Palliativbetreuung ist die Lebensqualität und nicht die Lebensquantität. Dabei gilt:

- Diagnostik und Therapie dürfen die verbleibende Lebensqualität nicht verschlechtern.
- Schwerpunkt medizinischer Betreuung: Linderung von Schmerzen u.a. Symptomen.
- Schwerkranke, Sterbende und deren Angehörige werden in der Zeit des Sterbens und Trauerns begleitet.
- Die psychischen, physischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Begleitung werden berücksichtigt.
- Das Sterben wird „als ein Teil des Lebens“ anerkannt und ein „Leben bis zum Tod“ ermöglicht.
- Wünsche, Ziele und Befinden des Patienten stehen im Vordergrund:

1. Im Sterben nicht allein gelassen werden.
2. An einem vertrauten Ort, begleitet von vertrauten Menschen sterben.
3. Nicht unter starken körperlichen Beschwerden leiden.
4. Die letzten Dinge regeln können.
5. Die Frage nach dem Sinn stellen können.

- Es herrscht ein offener Umgang mit Sterben und dem Tod, d.h. Patient (ggf. Angehörige) sind über Diagnose und Prognose informiert und Wissen um den nahen Tod.
- Lebensverlängernde Maßnahmen werden nicht gewünscht.
- Zeit hat für den Schwerkranken und seine Angehörige eine besondere Bedeutung bekommen, da sie begrenzt und wertvoll geworden ist.
- Intensive Öffentlichkeitsarbeit sorgt für einen anderen Umgang mit Krankheit, Sterben, Tod und Trauer in der Bevölkerung [ ebd ].

2.4 Total-Pain-Modell

Im palliativen Kontext, hat neben einer angemessenen Symptomkontrolle für den Betroffenen, die Lebensqualität oberste Priorität. Das Wohlbefinden und die Lebensqualität kann nur mit Hilfe eines erfolgversprechenden Symptommanagements verbessert werden [2].

Dabei steht die Ganzheitlichkeit der Palliative Care im Vordergrund, so dass nicht die Erkrankungen allein betrachtet werden, sondern der ganze Mensch, mit seiner Seele, seinem Denken und Glauben und mit seiner sozialen Identität [13].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Das »total pain«/»totalcare«/»palliative care«- Modell nach Saunders.

Cicely Saunders legte dafür bereits in der Zeit der Begründung der modernen Palliativversorgung, ein richtungsweisendes Konzept vor:Das „Total-Pain-Modell“. Demzufolge kann das Leiden eines Betroffenen mit einer schweren Erkrankung modellhaft in vier Ebenen betrachtet werden, der spirituellen, psychischen, physischen und sozialen Dimension (Abb.1) [8]. Saunders beantwortet den „Total Pain“ mit „Total Care“, eine „umfassende oder auch ummantelnde Pflege/Fürsorge, auch Palliative Care genannt (von Pallium = Mantel), welches bis heute Verwendung findet [13].

Dieses Konzept erfordert bei der Umsetzung im Alltag eine multidimensionale Versorgung. Dafür hat sich in der Palliativmedizin ein multiprofessioneller Ansatz bewährt, indem mehrere Berufsgruppen eng miteinander kooperieren (Abb.2) [8].

Ein relativ zeitnaher Austausch kann durch wöchentliche Teamsitzungen und Kurzübergaben gewährleistet werden, damit alle Teammitglieder über Veränderungen des betroffenen Patienten informiert werden und den gleichen Wissenstand haben [2].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Typische Berufsgruppen des Palliativteams

2.5 Begriffsbestimmung Hospiz, SAPV/ambulantes Hospiz, Tageshospiz und Palliativstation

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen palliativmedizinischen Einrichtungen, welche einer Definition und Klassifikation der Einrichtungen bedarf, um diese zu beurteilen, zu beschreiben und in ein Gesamtkonzept zu stellen.

Die Aufgaben und personellen Voraussetzungen für stationäre und ambulante Einrichtungen, wurden in Zusammenarbeit mit der DGP und den deutschen Hospiz- und Palliativ-Verband e.V. (DHPV) festgelegt.

Die Aufteilung des stationären Bereiches kann in Hospize und Palliativstationen erfolgen. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Aufgaben, ihrer organisatorischen Einbindung, ihrer Aufnahmekriterien, sowie der personellen und räumlichen Voraussetzungen. Ein Hospiz umfasst ein breites Versorgungsangebot im ambulanten und stationären Bereich, welches vom ehrenamtlichen Unterstützungsangebot bis zur professionellen Versorgung im stationären Bereich reicht. Eine Klassifikation und eine einheitliche Etablierung von Qualitätsmerkmalen, wird durch diese Pluralität jedoch erschwert [10].

Bei einer Palliativstation handelt es sich um eine integrierte Station in einem Krankenhaus. Patienten die aufgrund einer inkurablen fortgeschrittenen Erkrankung mit Symptomen, eine Symptombehandlung benötigen, werden auf dieser Station aufgenommen. Ein Behandlungsteam (vgl. Abb. 2) führt die entsprechende Behandlung und Betreuung durch. Ziel dieser Behandlung ist es, den Betroffenen in die häusliche Umgebung bei ausreichender Symptomkontrolle zu entlassen.

Dafür muss eine ärztliche Präsenz über 24 Stunden sichergestellt sein und ein Personalschlüssel von 1,4:1 (Krankenpflege: Patient). Jedoch werden die von der DGP geforderten Strukturstandards in ärztlicher und pflegerischer Versorgung, nur von einem kleinen Teil der Palliativstationen erfüllt.

Die Unterscheide in anderen Punkten zwischen eigenständigen Hospizen und Palliativstationen, liegen nicht weit auseinander. Auch in einem Hospiz werden Betroffene mit einer schweren Erkrankung, sowie Sterbende mit einer weit fortgeschrittenen inkurablen Erkrankung mit einer begrenzten Lebenserwartung betreut. Diese benötigen keine stationäre Behandlung im Krankenhaus, jedoch ist eine ambulante Behandlung nicht möglich. Dabei liegt der Schwerpunkt in der palliativ-pflegerischen, psychosozialen und spirituellen Betreuung, sowie der Überwachung der Symptomkontrolle und Schmerztherapie [ ebd ].

Weiterhin gibt es das Angebot von Tageshospizen und eine Vielzahl verschiedener ambulanter Dienste. Tageshospize sind i.d.R. einem stationären Hospiz zugeordnet, können aber auch als eigenständige Institution betrieben werden. Durch dieses Angebot, wird den Patienten und dessen Angehörigen eine Entlastung geboten, welche den häuslichen Aufenthalt enorm verlängern kann. Auch hier wird eine palliativ-medizinische, -pflegerische und -psychosoziale Betreuung durchgeführt. Die ärztliche Versorgung wird meist durch Hausärzte übernommen. Die Gemeinsamkeit all dieser Formen ist die Aufgabenausführung durch hauptamtliche Mitarbeiter, welche durch ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt werden.

Die verschiedenen organisierten ambulanten Dienste werden gemäß der Definition der DHPV und der Landesverbandgemeinschaft, derzeit in 4 Gruppen aufgeteilt (siehe Abb. 3). Diese werden unter anderem in Klassifikationskriterien eingeordnet, welche Faktoren beinhalten, wie die Struktur-, Prozess-, u. Ergebnisqualität sowie das Aufgabenspektrum [ ebd ].

Eine der bekanntesten Formen einer ambulanten palliativen Versorgung (in Deutschland) stellt das SAPV-Team dar. Dies ist ein spezielles, multiprofessionelles, und spezialisiertes ambulantes Team, welches die Lebensqualität und Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen erhalten, fördern und verbessern soll.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Aufbau der ambulanten Hospizarbeit [10]

2.6 Symptommanagement bei Betroffenen in der Palliative care

Neben einer adäquaten Symptomkontrolle steht die Lebensqualität von Menschen in einer palliativen Situation an oberster Stelle. Die Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens kann nur mit einem geeigneten Symptommanagement erfolgen.

Dies führt ein multiprofessionelles Behandlungsteam (Vgl. Abb. 2) mit besonderem Fachwissen durch, welches die speziellen Kenntnisse durch Facharztweiterbildungen im Bereich der Palliativmedizin oder Fachweiterbildungen wie bspw. Palliative Care-Kurse erwerben müssen und diese in der Praxis vertiefen [2].

Im folgenden Abschnitt wird auf den Begriff der Lebensqualität, der unterschiedlichen Krankheitsbilder und daraus resultierenden Symptomen, sowie auf die fünf Säulen der Identität nach Hilarion Petzold, die besonderen Bedürfnisse Sterbender und die Maslow’sche Bedürfnispyramide näher eingegangen. Anschließend wird die Vorgehensweise in der Palliative Care nur kurz vorgestellt, da der Schwerpunkt dieser Arbeit bei der tiergestützten Arbeit liegt, welche im 3. Teil dieser Arbeit ausführlich beschrieben wird.

2.6.1 Begriffserklärung Lebensqualität in der Palliativmedizin

Die WHO stellt mit ihrer Definition der Palliativmedizin fest:

„Palliativmedizin dient der Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung von Leiden mittels frühzeitiger Erkennung hochqualifizierter Beurteilung und Behandlung von Schmerzen und anderen Problemen physischer, psychosozialer und spiritueller Natur“ [ 39 ].

Der Begriff der Lebensqualität bekommt somit eine zentrale Rolle für das Selbstverständnis der Palliativmedizin und setzt die Verbesserung der Lebensqualität als primäres Ziel. Dennoch gibt es keinen allgemeinen Konsens, wie die Lebensqualität in der Palliativmedizin definiert und gemessen wird. Für die Messung der Lebensqualität wurden bisher zwei wichtige Konstrukte verwendet - die sogenannte gesundheitsbezogene Lebensqualität und die individuelle Lebensqualität.

Der Einfluss der Krankheit und damit verbundene Symptome und Behinderungen auf die Lebensumstände des Patienten, insbesondere auf seine physische Funktionsfähigkeit, soll mit Hilfe der gesundheitsbezogenen Lebensqualität erfasst werden. Einige der verwendeten Instrumente sind daher krankheitsspezifisch bzw. besitzen krankheitsspezifische Module, wie bspw. das EORTC-QLQ-C30, welches für Tumor- patienten entwickelt wurde. Dabei handelt es sich um vorgefasste Fragebögen, bei denen die Gewichtung der einzelnen Bereiche a priori festgelegt ist (nomothetisches Prinzip) [ ebd ].

2.6.2 Verschiedene Krankheitsbilder

Hier werden die unterschiedlichen Krankheitsgruppen aufgezeigt, an denen Betroffene in der Palliative Care erkrankt sein können. Im fortgeschrittenen Stadium haben diese Erkrankungen zahlreiche Symptome zur Folge, welche parallel oder auch einzeln auftreten können Diese werden im Abschnitt 2.6.3 aufgeführt.

- Tumorerkrankungen jeglicher Art mit oder ohne Metastasierungen
- Neurologische Erkrankungen im fortgeschrittenen Stadium wie bspw. Multiple Sklerose (MS), Amythrope Lateralsklerose (ALS) und Chorea Huntington
- Internistische Erkrankungen wie bspw. weit fortgeschrittene Herzinsuffizienz, Lungenfibrose oder Leberzirrhose
- Demenzielle Veränderungen
- AIDS-Erkrankung
- Unheilbar fortschreitende Erkrankungen unterschiedlicher Ursachen [2]

2.6.3 Palliative Symptome

In diesem Kapitel werden die Symptome aufgezeigt, die am häufigsten auftreten.

- Schmerzen
- Mundtrockenheit
- Gewichtsverlust
- Ausgeprägte körperliche Schwäche
- Obstipation
- Dyspnoe
- Übelkeit und Erbrechen
- Schlaflosigkeit
- Starkes Schwitzen
- Schluckbeschwerden bzw. schmerzhafter Mundraum
- Harnverhalt
- Unruhe und Verwirrung
- Juckreiz
- Wundsymptome wie Blutungen, Geruch, Exsudat etc. [ ebd ]

2.6.4 Säulen der Identität nach Hilarion Petzold

2.6.4.1 Begriffsbestimmung Identität

„Die Identität eines Menschen ist die Summe der Merkmale, die die Einzigartigkeit eines Menschen ausmacht, Anhand dieser Merkmale lässt sich ein Individuum von anderen unterscheiden. So beschreibt die Identität eines Menschen die Einzigartigkeit einer Person, alles, was einen bestimmten Menschen persönlich ausmacht. Das erlaubt eine eindeutige Identifizierung“ [ 44 ].

Die körperlichen Merkmale wie Fingerabdruck, Körpergröße, Augenfarbe etc. als auch Merkmale der Persönlichkeit wie bspw. Fähigkeiten und Eigenschaften gehören auch zur Identität. Zudem beinhaltet sie die Wahrnehmung persönlicher Merkmale von anderen, aber auch von sich selbst [ ebd ].

2.6.4.2 Die 5 Säulen der Identität

Anhand der Merkmale, in denen sich Menschen unterscheiden, bildete Petzold 5 Säulen (Abb. 4) der Identität. Diese Säulen umfassen:

1. die Leiblichkeit (bspw. Körpergröße, Geschlecht, Alter, Gesundheit, Krankheit)
2. das soziale Netz (bspw. Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, Nachbarn)
3. Arbeit, Leistung, Freizeit (bspw. Leistungen in der Schule, Ausbildung, Sport und Hobbies)
4. materielle Sicherheit (bspw. Kapital, Einkommen, Vermögen, Eigentum)
5. Werte, Normen, Ideale (bspw. soziales/politisches/ökologisches Engagement, Weltanschauung, Religion, Moralität) [44]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Die 5 Säulen der Identität nach H. Petzold

2.6.5 Bedürfnisse schwer erkrankter und sterbender Menschen

„Lass mich noch ein Mal deine Hand berühren, deinen Atem spüren, deine Stimme hören, deine Augen sehen, dann kann ich gehen…“ (Lore Wehner) [ 30 ].

Es gibt eine große Vielfalt der Bedürfnisse Sterbender, doch haben alle geäußerten Bedürfnisse und Wünschen eines gemeinsam: die enorme Bedeutsamkeit für den Betroffenen in Ruhe und Frieden „gehen“ zu können, ebenso wie für die Angehörigen [ ebd ].

„Wenn du den Geist des Todes wirklich sehen willst, musst du dein Herz zum Körper des Lebens hin öffnen. Denn dein Leben und der Tod sind eins, wie der Fluss das Meer eins sind“ (Gibran 2002) [ 31 ].

2.6.5.1 Begriffsbestimmung „Bedürfnis“

Marshall C. Rosenberg, welcher ein Schüler des Humanisten C. Rogers war, entwickelte ein Modell der gewaltfreien Kommunikation.

Laut Rosenbergs Modell [31] sind bei allen Menschen die Bedürfnisse gleich. Demnach sind sie unabhängig von Kulturen, Religionen, Epochen und Personen, die Bedürfnisse unterschiedlicher Individuen stehen einander nie entgegen, sondern lediglich die angewandten Strategien zur Erfüllung des Bedürfnisses.

In jedem Moment des Lebens, hat ein Mensch Bedürfnisse, welche sich durch Gefühle bemerkbar machen. Dabei wird unterschieden in Gefühle, die anzeigen, dass Bedürfnisse erfüllt sind und Gefühlen, die anzeigen, dass Bedürfnisse nicht erfüllt sind. Zum Beispiel sind Sicherheit, Empathie, physische Bedürfnisse, Kreativität, Liebe, Erholung, Anatomie und Sinn die Kernbedürfnisse nach diesem Modell.

2.6.5.2 Maslow’sche Bedürfnispyramide

Das im Kapitel 2.4 beschriebene Total-Pain-Modell wird mit dem Konzept des „Total-Care“ beantwortet. Dabei gilt die Beachtung möglichst aller Bedürfnisse des Betroffenen, auf allen vier Ebenen (siehe Abb. 5). Hierbei ist die Einhaltung einer Hierarchie der Bedürfnisse von Bedeutung, wie sie nacheinander befriedigt werden müssen.

Laut der Maslow’schen Bedürfnispyramide soll zunächst der körperliche Schmerz verringert werden. Wenn ein Mensch nur aus Schmerz besteht muss dieser mit entsprechender Medikation behandelt werden, bevor der betroffene Patient die psychische Dimension wahrnehmen und betrachten kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 Maslow’sche Bedürfnispyramide [8]

Bei enormen psychischen Problemen bspw. bei Verlusterfahrungen, Trennung oder Tod eines geliebten Menschen, bei denen aktuell kaum eine andere Thematik Platz im Leben des Betroffenen findet, ist er kaum in der Lage, soziale Dimensionen zu erleben und zu gestalten. Bevor die sozialen Ebenen besprochen und bearbeitet werden können, muss erst die psychische Not des betroffenen Menschen gelindert werden. Besteht bei einem Betroffenen Einsamkeit, Armut oder Zerrissenheit durch Sorge, so fehlt ihm die Ruhe seine spirituelle Ebene zu betrachten – seinen Lebenssinn. Dennoch sagt die Bedürfnispyramide nicht, dass nur die körperlichen Bedürfnisse von Bedeutung sind. Sie sind alle von enormer Wichtigkeit, nur bedürfen sie einer gewissen Reihenfolge [8].

[...]

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Details

Titel
Der Einsatz von Tieren in der Palliative Care
Untertitel
Hunde als Hoffnungsträger und Helfer
Autor
Jahr
2018
Seiten
104
Katalognummer
V413258
ISBN (eBook)
9783956874451
ISBN (Buch)
9783956874475
Dateigröße
1323 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Palliative Care, Tiergestützte Therapie, Palliativpflege, Tiergestützte Therapie Pflege, Sterbebegleitung, Sterbebegleitung mit Tieren, Animal Assisted Therapy
Arbeit zitieren
Jana Möckel (Autor), 2018, Der Einsatz von Tieren in der Palliative Care, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413258

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