Ursachen für die Niederlage der Römer in der Varusschlacht


Seminararbeit, 2013
13 Seiten, Note: 14 Punkte

Leseprobe

Gliederung

A Einleitung

B Hauptteil
1. Lebenslauf des Varus
2. Historischer Hintergrund der Schlacht
3. Das römische Heer
3.1 Bekleidung der römischen Legionäre
3.2 Militärische Ausrüstung
4. Der römisch erzogene Germane Arminius
5. Geographische Lage, ungewohnte Vegetation, klimatische Bedingungen
6. Ungünstige Zusammenhänge, die die Niederlage begründen
7. Der Schuldanteil des Publius Quintilius Varus

C Schluss

Literaturverzeichnis

A – Einleitung

In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich mit den Ursachen für die Niederlage der Römer in der Varusschlacht. Dabei stütze ich mich auf zeitgenössische Historiker, gehe aber auch auf antike Überlieferungen des römischen Autors Cassius Dio ein. Zur Erleichterung des Einfindens in das Thema skizziere ich das Leben des Varus sowie den historischen Hintergrund zur Schlacht zunächst kurz. Weiterhin gehe ich auf den Aufbau des römischen Heeres ein. Ein besonderes Augenmerk lege ich dabei auf den römisch erzogenen Germanen Arminius, der eine Untereinheit der Legionen führte, die in der Varusschlacht untergingen. Außerdem werde ich die Ausrüstung, Bewaffnung und Bekleidung der römischen Legionäre analysieren, um anschließend die Zusammenhänge, die zu der Niederlage der Römer in der Varusschlacht geführt haben, zu erläutern. Dabei spielen vor allem die geographische Lage, der Ort der Niederlage, eine wichtige Rolle, sowie die dazugehörige Vegetation, aber auch die vorherrschenden klimatischen Bedingungen. Ich möchte erklären, inwiefern die Römer durch diese äußeren Bedingungen so behindert wurden, dass die Germanen die 17., 18., und 19. Legion vernichten konnten. Dazu gehört unter anderem der Vorteil der Germanen durch einen überraschenden Angriff, das Fehlschlagen der gewohnten römischen Kampftechniken und Formationen sowie die zusätzliche Last durch einen Tross mit Zivilisten, Wagen und Lasttieren. Abschließend möchte ich kurz auf Varus‘ Anteil an der Schuld für die Niederlage in der Schlacht eingehen.

B – Hauptteil

1. Lebenslauf des Varus

Bei der folgenden Beschreibung des Lebenslaufs des Varus stütze ich mich im Wesentlichen auf Wolfgang Korn und Klaus Ensikat[1].

Publius Quintilius Varus wurde im Jahr 46 v. Chr. als Sohn einer Senatorenfamilie geboren und „durchlief eine typische Ämterkarriere“[2]. Bereits mit 24 Jahren erhielt er ein Staatsamt in Achaia, einer westgriechischen Provinz, und wurde bald darauf von Kaiser Augustus als Berater und Begleiter auf Reisen in den Osten angestellt. Varus heiratete eine Großnichte des Kaisers, Vipsania Marcella, und erreichte im Jahr 13 v. Chr. zusammen mit Tiberius das höchste Amt in Rom, das Amt des Konsuls. Nach fünf Jahren wurde er nach Afrika versetzt und war dort von 8 bis 7 v. Chr. Prokonsul. Weitere drei Jahre fungierte Varus als Statthalter der Provinz Syrien. Außerdem ist seine Tätigkeit als Berater des König Herodes von Judäa in der Zeit der Geburt Jesu (zwischen 7 und 4 v. Chr.) zu nennen. Der Historiker Flavius Josephus charakterisierte Varus in seinem Werk „De bello Judaico“ als einen „ruhigen und zurückhaltenden Menschen. Einen Statthalter, der mehr auf Diplomatie als auf rücksichtsloses Durchgreifen setzte...“ (Korn und Ensikat, 2008, 91). Im Unterschied zu dieser Beschreibung zeigte sich Varus bei einem Aufstand nach dem Tod des Herodes brutal, indem er 2000 Juden kreuzigen ließ. Andere antike Autoren beschreiben Varus jedoch als ganz andere Persönlichkeit. Diese Unterschiede in Primärquellen zeugen von einer einseitigen und subjektiven Bewertung durch den jeweiligen Autor.

Im Jahr 4 v. Chr. kehrte Varus zurück nach Rom. Da seine Frau mittlerweile verstorben war, fand eine erneute Hochzeit mit Claudia Pulchra, der Großnichte des Kaisers, statt. Über die folgenden elf Jahre im Leben des Varus sind kaum Berichte vorhanden. Im Jahr 6 n. Chr. kam es zu einer Notsituation (siehe Kapitel 2), sodass ihm von Augustus die Führung Germaniens als Statthalter anvertraut wurde. Varus betrat die Provinz Germanien im Jahr 7 n. Chr. das erste Mal. Auf Augustus‘ Anweisung hin begann er Pläne zur Erhebung von Steuern zu entwickeln. Außerdem „ setzte [er] den Provinzialisierungsprozess … durch die Errichtung von Kastellen fort, befriedete das Land [und] sprach Recht[3]. Im Frühjahr des Jahres 9 n. Chr. befand Varus sich mit den Legionen 17, 18 und 19 in Haltern. Es herrschte Aufbruchstimmung, denn er wollte „ entlang der Lippe zur Weser in das Sommerlager, um weiter östlich römische Präsenz zu zeigen.[4].

Zur Erläuterung der folgenden Lebensereignisse greife ich auf Informationen des Museums zur Varusschlacht in Kalkriese zurück, die auf der Homepage veröffentlicht sind.[5]

Für den Weg zurück ins Winterlager am Rhein im selben Jahr schlug Varus einen Umweg in unbekanntes Gelände ein und fiel damit auf den von dem Cherusker Arminius gestellten Hinterhalt (siehe Kapitel 3.1) herein. Als er seine Niederlage und den Untergang der drei Legionen erkannte, beging er Selbstmord. Dieser Weg schien ihm ehrenhafter als in Gefangenschaft zu gehen. Die germanischen Soldaten schlugen Varus‘ Leichnam den Kopf ab und schickten ihn nach Rom zu Kaiser Augustus. Dieser ließ sein Haupt trotz der großen Niederlage bestatten und zeigte somit seine Wertschätzung des Varus.

2. Historischer Hintergrund der Schlacht

Zur Erläuterung der Verhältnisse zwischen Römern und Germanen in der Antike verwende ich vom Museum zur Verfügung gestellte Informationen zur Schlacht in Kalkriese[6].

Bereits zwei Jahrzehnte vor der Geburt Christi hatten die Römer begonnen, immer weiter nach Germanien vorzudringen. Die Stämme reagierten unterschiedlich auf das Eindringen der Römer. Viele wehrten sich zuerst und wurden dann unterworfen, andere waren schnell bereit, Friedensverträge zu schließen. Doch es kam immer wieder Widerstand gegen Rom auf. Vor allem, als Varus 7 n. Chr. als Statthalter nach Germanien kam und die römische Rechtsprechung und Steuern einführte, stieß er auf Unverständnis und sogar Hass.

Im Jahr 6 n. Chr. – hierbei beziehe ich mich auf Wolfgang Korn und Klaus Ensikat[7] - fand ein Zusammenschluss der Markomannen mit weiteren Stämmen statt, die einen Aufstand gegen die Römer planten. Um sich dem entgegenzustellen, hatte Tiberius, Heerführer und Adoptivsohn des Augustus, zwölf Legionen aus anderen Provinzen, z.B. Pannonien und Dalmatien, kommen lassen. Augustus, herrschender Kaiser in der Zeit von 43 v. Chr. bis 14 n. Chr., entschied, Tiberius nach Pannonien zu schicken, da sich dort nun eine Chance für die unterdrückten Bewohner bot, ebenfalls gegen die Römer zu rebellieren. Daraus entstand die Notsituation, in der Augustus Varus nach Germanien sandte, denn ein neuer Statthalter für die Provinz wurde benötigt.

Laut Bleckmann[8] sei eine Besonderheit in der Beziehung zwischen Römern und Germanen im Unterschied zu anderen großen Grenzzonen, dass die Germanen im Norden keine organisierte Großmacht waren, die Rom gegenüber stand. Das Germanentum wäre trotzdem als eine mit Rom ringende Macht angesehen worden und sei von Tacitus mit anderen Feinden Roms auf eine Ebene gesetzt worden.

Viele verschiedene Faktoren, die ich im Verlauf meiner Arbeit analysieren werde, begründen schließlich die Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr. – einen Höhepunkt in der römisch-germanischen Geschichte.

Die Pläne zur Eroberung Germaniens rechts des Rheins wurden wenig später aufgegeben. Die Römer zogen sich an die Rheingrenze zurück.[9], heißt es auf der Homepage des Museums zur Varusschlacht. Nach Bleckmann[10] jedoch, habe Augustus die Pläne, Germanien zu unterwerfen, trotz der Niederlage nicht aufgegeben.

3. Das römische Heer

Um die Ursachen für die Niederlage der Römer in der Varusschlacht herauszuarbeiten, werde ich im Folgenden zunächst die Voraussetzungen des römischen Heeres beschreiben.

[...]


[1] Korn und Ensikat, 22008, 90-92.

[2] http://www.kalkriese-varusschlacht.de (Stand:15.07.13).

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Publius_Quinctilius_Varus (Stand:17.07.13).

[4] Dito.

[5] http://www.kalkriese-varusschlacht.de (Stand:15.07.13).

[6] http://www.kalkriese-varusschlacht.de (Stand: 17.07.13).

[7] Korn und Ensikat, 22008, 90.

[8] Bleckmann, 2009, 45.

[9] http://www.kalkriese-varusschlacht.de (Stand: 26.08.13).

[10] Bleckmann, 2009, 126.

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Details

Titel
Ursachen für die Niederlage der Römer in der Varusschlacht
Note
14 Punkte
Autor
Jahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V415658
ISBN (eBook)
9783668661844
ISBN (Buch)
9783668661851
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ursachen, niederlage, römer, varusschlacht
Arbeit zitieren
Felice Paland (Autor), 2013, Ursachen für die Niederlage der Römer in der Varusschlacht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415658

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