'Fake News' zwischen Realität und Welt im postfaktischen Zeitalter

Boltanskis Theorie der Rechtfertigung und Kritik und die Diskussion ihrer Aktualität im postfaktischen Zeitalter


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017
17 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Werten und Bewerten als soziale Praxis
2.1. Einigung und Rechtfertigung
2.2. Der hermeneutische Widerspruch
2.3. Institutionen und Bestätigungen
2.4. Akteur_innen und Kritik

3. ,Fake News‘ zwischen Realität und Welt?
3.1. ,Fake News‘ im hermeneutischen Widerspruch
3.2. ,Fake News‘ zwischen Bestätigung und Kritik
3.3. ,Fake News‘ als Realität im postfaktischen Zeitalter

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Derzeit ist wohl kaum ein Thema im aktuellen, öffentlichen Diskurs so präsent wie die ,Regierungskunst‘ des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Ob es nun antimus­limische Einreiseverbote, die Entlassung eines FBI-Direktors oder die Blockierung von internationaler Flüchtlingspolitik ist, die internationale Berichterstattung scheint mit ihren Schlagzeilen kaum noch hinterherzukommen (vgl. dpa et al. 2017; Schröder 2017; dpa 2017a). Aber jene ,News‘ geraten seit der amerikanischen Präsidentschaftswahl selbst im­mer wieder in das populistische Zielfeld. So depraviert Trump die meisten Nachrichten, aber auch wissenschaftlichen Erkenntnisse, als gefälscht oder willkürlich und prägt damit die Ausdrücke ,Fake News‘ und ,Alternative Facts‘, während gleichzeitig in Deutschland der Begriff ,Lügenpresse‘ eine Hochkonjunktur erreicht (vgl. dpa 2017b). Damit erscheint die heutige gesellschaftliche Realität in die Krise zu geraten. Die wichtigen gesellschaftlichen Bereiche des Journalismus‘ und der Wissenschaft, die eine gewisse ,objektive‘ Wahrheit zu garantieren versuchen, werden von einflussreicher, staatlicher Seite essentiell denunziert. Der gesellschaftliche Konflikt um die Wahrheit und Legitimität von bestimmten Bewer­tungssystemen gehört zu den zentralen Fragen der Soziologie und überführt dieses aktuelle Phänomen in die soziologische Tradition, denn schon Durkheim und Mauss beschäftigten sich mit der Entstehung von Klassifikationssystemen. Doch besonders der Soziologe Luc Boltanski beschreibt ein Spannungsverhältnis zwischen Institutionen und Akteur_innen bei der Aushandlung der gesellschaftlichen Realität. So untersteht die folgende Abhandlung der Frage: Wie lässt sich mit und gegen Boltanski der ,Fake News‘-Vorwurf verstehen und in den Diskurs um gesellschaftliche (Be-)Wertungspraktiken einordnen?

Hierzu werde ich zunächst den soziologischen Diskurs um die gesellschaftlichen (Be-)Wer- tungspraktiken vorstellen, um daran anschließend den Ansatz von Thévenot und Boltanski in ausführlicher Weise vorzustellen und einzubetten. Hierbei wird vor allem auf die zentra­len Begriffe der Einigung und Rechtfertigung, des hermeneutischen Widerspruchs, sowie der Bestätigung und Kritik anhand der Wechselwirkung zwischen Akteur_innen und Insti­tutionen eingegangen. Daraufhin erfolgt eine Anwendung der vorgestellten Theorie anhand eines aktuellen Beispiels eines ,Fake News‘-Vorwurfs und dem daraus resultierenden Kon­flikt zwischen Medien und Politik. Diese Diskussion wird letztlich aufzeigen, dass sich das Realitäts- und Weltverhältnis auf der jeweiligen Institutions- und Akteur_innenebene aktuell in einem radikalen Umbruch befindet und dies eine prägnante Limitation von Luc Boltanskis Theorie der Rechtfertigung und Kritik notwendig macht.

2. Werten und Bewerten als soziale Praxis

Die Soziologie steht seit Anbeginn ihrer Disziplin vor der Frage, wie die Gegenstände der Welt bestimmt, geordnet, differenziert und klassifiziert werden. Schon Émile Durkheim, welcher oftmals als der Begründer der Soziologie gehandelt wird, und seinen Neffen Marcel Mauss interessierte der Ursprung und die Entwicklung von immer komplexer werdenden Klassifikationssystemen. Sie wenden sich in ihrer Schrift Über einige rein primitive Formen der Klassifikation gegen die Annahme der Psychologie, dass Klassifikationen aus einer in­dividuellen, biologischen Befähigung entstünden; aber auch gegen eine logisch-pragmati­sche Perspektive, welcher zufolge sich Klassifikationssysteme natürlich aus der Eigenheit der Dinge heraus entwickeln (vgl. 1993: 171f.).

Demgegenüber formulieren sie erstmalig eine soziozentrische These, in der das Werten und Bewerten eben nicht individuell, sondern sozial bedingt ist: „Die Gesellschaft und nicht der Mensch objektiviert sich in diesen [Klassifikations-]Systemen.“ (ebd.: 254f.). Also ganz der Durkheimschen Tradition einer Gesellschaft sui generis folgend (vgl. Durkheim 1988: 492), gelingt es ihnen anhand einer anschaulichen Ethnografie, die Entstehung und Ausdifferen­zierung von Klassifikationssystemen schrittweise nachzuzeichnen und damit die Bewer­tungspraxis zu einem der zentralsten Gegenstände der Soziologie zu erheben. Trotz einer breiten Kritik an diesem Ansatz, die es beispielsweise erlaubt, Durkheim und Mauss eine eurozentrische Perspektive vorzuwerfen, sollte der vorangegangene Punkt deutlich hervor­gehoben werden, da ohne Durkheims und Mauss‘ Ansatz eine anschließende soziologische Diskussion um das Klassifizieren und Bewerten als soziale Praxis vermutlich gar nicht möglich gewesen wäre.

Eine, wahrscheinlich sogar die bekannteste, dieser soziologischen Auseinandersetzungen stellt Pierre Bourdieus Werk Die feinen Unterschiede dar. Hierbei sind die Wertungs- und Bewertungspraxen, die er in besonderem Maß mit den Geschmacksurteilen in Beziehung setzt, durch soziale Strukturen vorstrukturiert, was er auch unter seinem weitreichenden Ha­bitusbegriff zusammenfasst (vgl. 1982: 727f.; 1992: 144): „Die von den sozialen Akteuren im praktischen Erkennen der sozialen Welt eingesetzten kognitiven Strukturen sind inkor­porierte soziale Strukturen.“ (ebd.: 730). Diese soziale Wendung gegen ein individuelles, aber auch ein objektives Erkennen und Bewerten erscheint zunächst Durkheim und Mauss‘ Verständnis recht nahezustehen. Doch indem Bourdieu die Bewertungspraxis des Subjekts von seiner eigenen Klassifikation, also seiner spezifischen Stellung im sozialen Raum (je nach Ausprägung von ökonomischen und kulturellen Kapital), stets in Abhängigkeit be­trachtet, geht er über den Durkheimschen Ansatz hinaus (vgl. ebd.: 738f.).

Daran wird eine dialektische Wechselbeziehung zwischen klassifiziertem und klassifizie­renden Subjekt (Akteur_in) und klassifiziertem und klassifizierenden Objekt (Umwelt) deut­lich, was er später unter der Einordnung seiner eigenen Theorie als konstruktivistischen Strukturalismus oder strukturalistischen Konstruktivismus zusammenführt (vgl. 1992: 135; 140). Aus der Perspektive seines Schülers Luc Boltanskis ist, wenn überhaupt, vermutlich die erste Bezeichnung zutreffender, denn das Potenzial der ,konstruierenden‘ Akteur_innen, die Bewertungs- und Klassifikationssysteme zu verändern, wird für Boltanski in der Bour- dieuschen Theorie nicht nur durch den strukturierenden und reproduzierenden Habitus be­schränkt, sondern auch durch eine symbolische Macht unterminiert (vgl. ebd.: 149). Diese symbolische Macht ist als eine Deutungsmacht zu begreifen, welche durch Institutionen, allen voran den staatlichen, ausgeübt wird. Dies geschieht, indem die Institutionen offizielle Benennungen und Nominierungen leisten und diese beispielsweise durch Zertifizierungen stabilisieren (vgl. ebd.: 150f.). In Bourdieus Worten heißt es also: „Symbolische Macht ist die Macht, Dinge und Wörter zu schaffen.“ (ebd.: 153) Dadurch wird ein sozialer Kampf für die Veränderungen von institutionalisierten Klassifikationen und Bewertungssystemen stark erschwert, denn durch die starke gesellschaftliche Einordnung und Differenzierung, die durch die symbolische Macht stabilisiert und befördert wird, erscheint es nach Bourdieu recht schwer, dass sich die Akteur_innen in größere Gruppierungen (z.B. den Klassen) zu organisieren, beziehungsweise sich mit ihren Wortführer_inne_n, zu identifizieren (vgl. ebd.: 153f). So stellt sich zwangsläufig die Frage, ob ein progressiver, sozialer Deutungs­kampf überhaupt noch möglich ist? Vorgreifend lässt sich mit Luc Boltanski sagen: Ja, es ist möglich. Doch wie und welche Begriffe hierzu gegen dieser Bourdieusche Theorie her­angezogen werden müssen, wird im folgenden Kapitel vorgestellt.

2.1. Einigung und Rechtfertigung

In Luc Boltanskis und Laurent Thévenots Werk Über die Rechtfertigung wird zunächst der Begriff der Einigung zentral. Sie fordern, dass die scheinbar diametral entgegengesetzten sozialwissenschaftlichen Paradigmen der Individualtheorie und der Kollektivtheorie nicht weiter gegeneinander auszuspielen, sondern ihre paradigmatischen Gemeinsamkeiten her­vorzuheben sind (vgl. Boltanski/Thévenot 2007: 45f.). Wobei also vor allem die Wirt­schaftswissenschaft vorwiegend ihre Erklärungen mehr auf einer individuellen, partikularen, und die Soziologie zumeist auf einer kollektiven, institutionellen Ebene sucht, benötigen sie doch beide die Prämissen sowohl von vorhandenen Kollektiven als auch von - wie auch immer gestalteten - Individuen (vgl. ebd.: 50f.).

Dabei setzen beide Disziplinen eine zwischenmenschliche Einigungspraxis als selbstver­ständliches Naturgesetz voraus, sodass sie diesen Vorgang nicht weiter erklären können (vgl. ebd.: 54). Und genau an dieser Stelle setzen Thévenot und Boltanski an. Sie verstehen unter Einigung den weiten Rahmen der Identifizierung und Klassifikation bestimmter Dinge unter Formen der Allgemeinheit, also in Boltanskis Worten, eine Bestimmung dessen, „was es mit dem, was ist, auf sich hat‘ (2010: 134). Dabei interessieren sie sich besonders für die Mo­mente, in denen Meinungsverschiedenheiten über eben jene Zuordnungsweisen und den daraus abgeleiteten Handlungspraxen aufkommen - also eine Einigung zunächst nicht mög­lich erscheint (vgl. 2007: 55). Anhand dieser Dissensfälle wird ihnen zufolge deutlich, dass entweder ewige Relativierungen (und damit Ungewissheiten) aufrechterhalten werden müs­sen oder letztendlich Rechtfertigungen notwendig sind, um bestimmte Zuordnungsweisen und Handlungen durchzusetzen, zu legitimieren und zu stabilisieren (vgl.: ebd.).

2.2. Der hermeneutische Widerspruch

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Argumentation Boltanskis.

Luc Boltanski führt diesen Ansatz zur Einigung und Rechtfertigung 2008 in seinen Adorno­Vorlesungen weiter aus. Hierbei verknüpft er nun die Ebene der Institutionen und die Ebene der Akteur_innen. Beide Ebenen unterstehen der Prämisse, dass das soziale Leben von Un­gewissheit durchsetzt ist (vgl. Boltanski 2010: 130). Diese Ungewissheit macht bestimmte Handlungsregister notwendig, welche auf die Einigung, also auf die Produktion und Stabi­lisierung von Gewissheiten, zielen. Boltanski bestimmt dabei das Verhältnis zwischen Ak- teur_innen und Institutionen über die Eigenschaft einer materiellen Körperlichkeit, durch die er einen hermeneutischen Widerspruch aufzeigen kann: Da Institutionen körperlose Wesen sind, sind sie abhängig von körperlichen Akteur_innen, die offiziell für sie sprechen können (vgl. ebd.: 132). Doch Akteur_innen sind Boltanski zufolge niemals rein institutionelle Spre­cherinnen, da sie selbst mit Trieben, Wünschen, Ängsten, etc. ausgestattet sind, was jene nicht vertrauenswürdiger macht als andere Akteur_innen (vgl. ebd.: 133). Anders formuliert: Institutionen sind als körperlose Wesen sowohl hilfreich und notwendig, als auch fragil und betrügerisch (vgl. ebd.: 131).

Des Weiteren setzt sich der hermeneutische Widerspruch auch in der Beziehung zwischen Semantik und Pragmatik fort. Hierzu benötigt Boltanski neben der Differenzierung zwischen Akteur_innen und Institutionen auch die Unterscheidung zwischen Realität und Welt (vgl. ebd.: 92f.). Während Boltanski unter Welt das versteht, was mit Wittgensteins Begriff „alles, was der Fall ist“ (2016: 12) gefasst werden soll, also eine direkte, praktische, tatsächliche Lebenswelt; so handelt es sich bei der konstruierten Realität, um einen definierten Rahmen, der bestimmte Elemente der Welt semantisch verwertet, also sprachliche Qualifizierungen, Klassifikationen und Prüfungsformate aufweist (vgl. ebd.: 140). Wobei die produzierte Re­alität stets gewaltsam auf eine totale Erfassung der Welt zielt, scheitert sie Boltanski zufolge immer an dem Versuch, diese Gesamtheit zu erfassen:

„Schon die Inadäquatheit offizieller Formeln gegenüber Situationen, auf die Akteure sich praktisch einlassen und handeln, [...] eröffnet einen interpretatorischen Spielraum, der einer Infragestellung oder doch Relativierung der institutionellen Qualifizierung den Weg bereitet.“ (vgl. ebd. : 142) Hierbei verweist Boltanski auf die instabile, doch notwendige Verstrickung zwischen Insti­tutionen und Qualifizierungen, worauf im Weiteren eingegangen werden soll.

2.3. Institutionen und Bestätigungen

Die Bestimmung und die Sicherstellung von dem, was es mit dem, was ist, auf sich hat, also einer offiziell anerkannten, ,objektiven‘ Wahrheit, kommt somit in erster Linie den unwill­kürlichen Institutionen zu (vgl. ebd.: 143). So entfaltet sich die oben vorgestellte Realität, die niemals in der Lage ist, die gesamte Lebenswelt der Akteur_innen zu vereinnahmen, denn - entgegen einer poststrukturalistischen Perspektive - fallen, in der an Körperlichkeit gebundenen Argumentation Boltanskis, Wort und Handlung nicht zusammen (vgl. ebd.). Der daraus resultierenden Gefahr der Offenlegung des hermeneutischen Widerspruchs und den damit stets drohenden offenen Auseinandersetzungen der Akteur_innen, kann die Insti­tution nur mit der Androhung von exekutiver, physischer Gewalt entgegnen, was wiederrum (neuer) Rechtfertigungen bedarf (vgl. ebd.). Diese, der Institution inhärente, Instabilität ist gemeint, wenn Boltanski treffend formuliert: „die Möglichkeit der Kritik [ist] gewisserma­ßen negativ den Institutionen selbst eingeschrieben [.] - nämlich in Form von Spannungen, die ihrem Funktionieren innewohnen“ (ebd.: 130).

Die Funktionsweise der institutionellen Rechtfertigung bezeichnet Boltanski als einen not­wendigen Akt der Bestätigung (vgl. ebd.: 151). Bei der Bestätigung handelt es sich also durchaus um eine reflexive Funktionsweise, weil sie eine Beziehung zwischen Symbolform und Sachverhalt herzustellen, zu reflektieren versucht. Dies geschieht aber lediglich auf ei­ner dispositiven Ebene, also losgelöst von (inter-)subjektiven Aushandlungsprozessen, denn gerade jene sollen durch die Bestätigungsarbeit vermieden werden (vgl. ebd.: 153). Hierzu bedienen sich die Institutionen der Möglichkeit von Wahrheitsprüfungen. Sie zielen darauf, die brüchige, semantische Realität „in stilisierter Form darzulegen und unablässig neu zu bestätigen“ (ebd.: 155). Dadurch wird der institutionelle, selbstreferenzieller Charakter deut­lich, denn die Wahrheitsprüfung bildet, durch die ewige tautologische, informationsfreie Wiederholung der vorhandenen Qualifizierungen, genau das Gegenteil zum Argument (vgl. ebd.: 156f.). Diese Betrachtung einer institutionellen, repressiven Deutungsmacht scheint dem oben beschriebenen Bourdieuschen Ansatz zur symbolischen Macht sehr ähnlich zu sein, doch es sind gerade die handlungs- und kritikfähigen Akteur_innen, die sich für Boltanski dem institutionellen Dispositiv entgegenstellen.

2.4. Akteur_innen und Kritik

Der Begriff der Kritik ist in der vorangegangenen Darstellung nun schon aufgetaucht, was jedoch unablässig ist, da sich die Handlungsregister der Bestätigung und Kritik gegenseitig bedingen (vgl. ebd.: 151). Doch die Möglichkeit zur Kritik kommt alleinig den Akteur_innen zu, wodurch dieses Handlungsregister reflexiver als das der Bestätigung ist, denn die kriti­schen Prüfungen verlaufen nicht nur auf der semantischen Ebene, sondern sie sind in der Lage, „die Realität der Realität‘ (ebd.: 147) infrage zu stellen. Dies liegt eben daran, dass die Akteur_innen sich nicht nur innerhalb des institutionellen Realitätsprinzips bewegen, sondern immer einen praktischen Zugang zur subjektiven Lebenswelt haben. Dabei lässt sich Boltanski zufolge die Kritik in drei Formen unterscheiden - die reformistische, die existen­zielle und die nihilistische Kritik.

Die reformistische Kritik bedient sich Realitätsprüfungen, welche konservativ orientiert sind, d.h. dass sie die von den Institutionen gesicherte Realität größtenteils für gültig erklären (vgl. ebd.: 159). Es geht ihr nicht um eine grundlegende Transformation der gesellschaftli­chen Realität, sondern um die Überprüfung, Beweisführung und Aktualität der gegebenen ,Wahrheiten‘ - dementsprechend hat sie einen Testcharakter inne (vgl. ebd.: 158). Diese Testverfahren können sowohl kurzfristig destabilisierend, als auch stabilisierend wirken (vgl. ebd.). Ein eindrückliches Beispiel für Realitätsprüfungen gibt Luc Boltanski selbst in seiner literatursoziologischen Schrift Rätsel und Komplotte zum Kriminalroman.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
'Fake News' zwischen Realität und Welt im postfaktischen Zeitalter
Untertitel
Boltanskis Theorie der Rechtfertigung und Kritik und die Diskussion ihrer Aktualität im postfaktischen Zeitalter
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Soziologie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V416410
ISBN (eBook)
9783668662421
ISBN (Buch)
9783668662438
Dateigröße
677 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kritik, Fake News, Trump, Fake, Boltanski, Medien, Media, Kritische Soziologie, Soziologie der Kritik, Einigung, Rechtfertigung, Postfaktisch, Postfaktisches Zeitalter, Alternative facts, Politik, Journalismus, Realität, Welt, Donald Trump, Soziologie, Sozialtheorie, Hermeneutischer Widerspruch, Kritiken
Arbeit zitieren
Jennifer Stevens (Autor), 2017, 'Fake News' zwischen Realität und Welt im postfaktischen Zeitalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416410

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