Hauptschule im sozialen und gesellschaftlichen Wandel


Hausarbeit, 2017
18 Seiten, Note: 2,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Die aktuelle Debatte um die Hauptschule
2.2 Weniger Hauptschüler - Mehr Bildung?
2.3 Wird Bildungsungleichheit durch die Schule und durch Lehrkräfte reproduziert?
2.4 Kann der ÄAbstieg“ in die Hauptschule eine Chance sein?

3 Fazit

4 Abstracts
4.1 Abstract: Auslaufmodell Hauptschule?
4.2 Abstract: Die Zurückgelassenen - die soziale Verarmung der Lernumwelt von Hauptschülerinnen und Hauptschülern
4.3 Abstract: Der Beitrag von Schule und Lehrern zur Reproduktion von Bildungsungleichheit
4.4 Abstract: Die Fallstudie Oliver - Der Abstieg als Chance
4.5 Abstract: Die Fallstudie Sunny - Das Entstehen einer fragilen Schulorientierung

5 Quellen

1. Einleitung

Hauptschule - das ist die Bezeichnung für einen Schulzweig, welcher bis in die 60iger in Deutschland noch Volksschule genannt wurde. Obwohl beide Begriffe, also ÄHauptschule“ und ÄVolksschule“ somit eigentlich nur zwei unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dieselbe Schulform sind, so unterscheiden sie sich in der subjektiven Wahrnehmung vieler Menschen doch deutlich.

Während die Volksschule oft als ganz normale Schule betrachtet wurde, hat die Hauptschule gegenwärtig bei vielen Menschen einen eindeutigen negativen Beigeschmack.

ÄDie Hauptschule ist für Schüler, die die Realschule nicht schaffen würden.“

ÄAls Hauptschüler findet man wahrscheinlich keine guten Jobs oder Ausbildungen.“ … hier handelt es sich um subjektive Meinungen, die in Verbindung mit der Fragestellung, was man persönlich mit der Hauptschule assoziiert, von zwei Studenten entgegnet wurden.

Wenn die Hauptschule zu einem Sammelbecken für die Kinder sozialschwacher Familien und damit zu einem großen Faktor der Reproduktion sozialer Ungleichheit wird, ist es dann nicht längst Zeit, diese Schulform abzuschaffen? Oder ist die Hauptschule für viele Kinder aus bildungsfernen Schichten die einzige echte Chance auf einen Schulabschluss und damit auf Integration im Arbeitsmarkt?

Ist die Hauptschule ein Integrationsmotor in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt oder das exakte Gegenteil davon? Sollte die Hauptschule abgeschafft werden?

Dies sind alles Fragen, die sich mit der Entwicklung und Zukunft dieser Schulform und damit letztendlich auch mit der Entwicklung der (Bildungs-)Gesellschaft beschäftigen.

Vor diesem Hintergrund soll die Hauptschule im sozialen und gesellschaftlichen Wandel analysiert werden; dazu soll zunächst eine Einführung in die aktuelle Debatte rund um die Hauptschule erfolgen.

Anschließend werden zwei wissenschaftliche Texte zu den Thematiken

ÄBildungsungleichheit“ und ÄRückgang der Hauptschulpopulation“ beleuchtet sowie zwei qualitative Fallstudien zu den Schulorientierungen zweier Hauptschüler betrachtet. Zum Abschluss wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick auf die mögliche Zukunft der Hauptschule gegeben.

2.1. Die aktuelle Debatte um die Hauptschule

Als Einstieg in die Thematik soll zunächst die gegenwärtige Debatte um die

Sinnhaftigkeit und die Reproduktion von Bildungsungleichheit in der Hauptschule betrachtet werden.

Die Pro- und Kontra-Argumente entstammen aus dem Fachmagazinartikel ÄAuslaufmodell Hauptschule?“ (Kremer 2010):

Im Generellen geht es in der Hauptschuldebatte stets darum, ob sich der

Hauptschulbesuch positiv oder negativ auf die späteren sozialen Ressourcen der Hauptschüler auswirkt und folglich auch, ob die Hauptschule zur Reproduktion gesellschaftlicher Ungleichheit beiträgt oder auch eine Chance sein kann.

Mit dieser Frage nach dem Nutzen der Hauptschule stellt sich auch die Frage der

Abschaffung oder Beibehaltung/Förderung der Hauptschule als Schulform in

Deutschland. Ist also eine Einheits-/Gesamtschule bestehend aus (dann ehemaliger) Haupt- und Realschule sinnvoller und bietet Schülern aus bildungsfernen Familien bessere soziale und berufliche Aufstiegschancen?

Diese Frage beantwortet Josef Kraus, Vorsitzender des deutschen Lehrerverbandes klar mit ÄNein“. Für Kraus ist es Äschäbig, die schwierige Situation verschiedener Hauptschulen für uralte Gesamtschulträume zu instrumentalisieren. Die Forderung nach der Abschaffung der Hauptschule ist Schaufensterpolitik.“ Diese Aussage wird durch Kraus damit begründet, dass die Pädagogik der Hauptschule für mindestens 20-30% eines Geburtsjahrgangs die optimale Förderung darstellen würde und für viele die einzige Chance auf einen Schulabschluss sei (vgl. Kremer 2010).

Eine gegensätzliche Meinung vertritt der PISA-Koordinator der OECD, indem er die relativ frühe Selektion von Schülern in verschiedene Schulzweige als Verstärkung der Reproduktion von sozialer Ungleichheit betrachtet. So würden die Hauptschulen zu ÄRestschulen“ für Kinder aus bildungsschwachen Familien, die über weniger soziale Ressourcen verfügen.

Die soziale Ungleichheit wird nach seiner Meinung schon allein durch die Existenz der Hauptschule verstärkt, denn: ÄSolange der Lehrer eines Gymnasiums oder einer Realschule keinen Anreiz hat, schwächere Schüler zu fördern, und sie an die darunterliegende Schulform weiterreichen kann, wird sich an der Situation nichts ändern“ (ebd.).

Aus diesen nachvollziehbaren und gleichzeitig gegensätzlichen Meinungen wird die Notwendigkeit einer Debatte um den Schulzweig Hauptschule schnell ersichtlich.

So liegt auch die Frage nahe, ob weniger oder gar keine Hauptschüler (also mehr Real- und Gymnasialschüler) zu einem gesamtgesellschaftlich höheren Bildungsniveau führen würden. Mit dieser Ausgangsfrage wird sich im Folgenden näher befasst.

2.2. Weniger Hauptschüler - Mehr Bildung?

In kaum einem anderen westlichen Industrieland sind die Lernprozesse von Kindern und Jugendlichen so eng mit ihrer sozialen Herkunft verbunden wie in Deutschland. Hier gibt es einen besonders starken Zusammenhang zwischen dem besuchten Sekundarschultyp und der Beherrschung der Unterrichtssprache, der außerschulischen Vorbildung, der Lernmotivation und den habitualisierten Lerngewohnheiten (vgl. Solga & Wagner 2010).

Schuld dran ist unter anderem die Tatsache, dass im deutschen Schulsystem die Mitarbeit der Eltern vorausgesetzt wird, wodurch Ungleichheiten in den sozialen Ressourcen der jeweiligen Familien deutlich werden und Schüler aus sozial schwachen Familien somit deutlich im Nachteil sind. Auch das soziale Umfeld beziehungsweise die Sozialkomposition ist an Hauptschulen schlechter als beispielsweise an Realschulen (vgl. ebd., S. 196).

So stellt sich die Frage, ob besser sein könnte, die aktuellen Schulformen beizubehalten oder die Schülerpopulation von Haupt- und Realschule zusammenzulegen. Wie bereits erwähnt, gibt es hier einige Pro- und Contra Argumente, im Folgenden soll es allerdings darum gehen, ob es gut oder schlecht ist, dass es aktuell immer weniger Hauptschüler gibt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Hauptschule im sozialen und gesellschaftlichen Wandel
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
2,7
Jahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V416915
ISBN (eBook)
9783668663749
ISBN (Buch)
9783668663756
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziologie, Hausarbeit, BWS, Hauptschule, Gesellschaftlicher Wandel, Bildungssystem, Deutschland, Mittelschule, Gesellschaft, Wandel, Bildung, Benachteiligung, Bildungsgewinner, Bildungsverlierer, Schulabschluss, Schule, Zeitenwandel, Zukunft, Sozialer Wandel
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Hauptschule im sozialen und gesellschaftlichen Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416915

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