Geschichte, Organisation und Aufgaben des Internationalen Währungsfonds


Studienarbeit, 2017

17 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

2. Geschichte
2.1. Vorgeschichte - Zwischenkriegszeit
2.2 Internationale Währungs- und Finanzkonferenz in Bretton Woods
2.2.1 Gründung
2.2.2 Geschichtliche Weiterentwicklung des Internationalen Währungsfonds

3. Der Internationale Währungsfonds
3.1 Allgemeines
3.2 Aufgaben des Internationalen Währungsfonds
3.2.1 Kredite
3.2.2 IMF Capacity Development (CD)
3.2.3 Förderung der Wirtschaftsstabilität
3.3 Organisation

4. Zusammenfassung

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aktueller Währungskorb

1. Einführung

„Milliardenkredit - Der Internationale Währungsfonds will das wirtschaftlich angeschlagene Ägypten mit einem Milliardenkredit stützen“, [1] titelt das Handelsblatt. „Staat in Not - IWF gibt nächsten Milliardenkredit für die Ukraine frei“, „Die Ukraine bekommt weitere Hilfszahlungen des Internationalen Währungsfonds (IWF)“, [2] veröffentlicht die FAZ.

„Schuldenkrise - IWF gewährt Griechenland neuen Milliardenkredit“, „Der Verwaltungsrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat einem 1,6 Milliarden Euro-Kredit an Griechenland im Grundumsatz zugestimmt“, [3] beschreibt die FAZ.

Der International Monetary Fund (IMF) oder zu Deutsch, der Internationale Währungsfonds (IWF) half während der Eurokrise mehreren europäischen Ländern mit Krediten aus, um die Wirtschaft zu stützen. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil des IMF. Der Währungsfonds ist eine Institution, die die internationale Kooperation in der Währungspolitik zur Unterstützung des weltweiten Handels fördert. Auch während der Finanzkrise in Asien in den siebziger Jahren führten die Maßnahmen und finanziellen Mittel des IMF langsam zur Stabilisierung der Finanzmärkte. Die Supranationale Organisation unterstütze Länder wie Indonesien, Korea oder Thailand.

Infolge dessen befasst sich diese Studienarbeit näher mit dem Internationalen Währungsfonds, mit dessen Geschichte, Organisation und Aufgaben.

2. Geschichte

2.1. Vorgeschichte - Zwischenkriegszeit

Nach dem ersten Weltkrieg wurden zahlreiche Bemühungen unternommen um zum Goldstandard als Währungssystem zurückzukehren. Die beteiligten Länder hatten jedoch hohe Goldreserven verloren, was eine sofortige Herstellung dieses Währungssystems nicht möglich machte. Ebenso stiegen die Inflationsraten weltweit immens an, es herrschten zudem sehr unterschiedlich starke Ausprägungen des Anstiegs der Rate. Die Reparationszahlungen, sowie der Importbedarf waren noch nicht abzuschätzen, da diese von Land zu Land stark variierten. Aus diesem Grund wurde zunächst zu flexiblen Wechselkursen übergegangen.

Es wurde vorerst eine Deflationierungspolitik zur Festigung der Wettbewerbsfähigkeit durchgeführt, was jedoch eine Massenarbeitslosigkeit mit sich zog. [4]

2.2 Internationale Währungs- und Finanzkonferenz in Bretton Woods

2.2.1 Gründung

Kurz vor Beendigung des zweiten Weltkrieges fand im Juli 1944 im US-Bundestaat New Hampshire im Ort namens Bretton Woods eine internationale Währungs- und Finanzkonferenz statt. An der Sitzung nahmen 44 Länder teil. Schwerpunkt der Tagung war die Einigung auf ein neues Weltwährungssystem, um den Schwierigkeiten, die nach dem ersten Weltkrieg entstanden, entgehen zu können. In dieser Sitzung wurde die Gründung des Internationalen Währungsfonds und der Internationalen Bank für Wiederaufbau, auch Weltbank genannt, beschlossen. Über ein Jahr später, im Dezember 1945 wurde die Gründung dieser Institutionen von 29 Mitgliedstaaten unterzeichnet. [5]

In Bretton Woods wurde ebenfalls ein neues Wechselkurssystem festgelegt. Der US-Dollar wurde fest an das Gold gekoppelt. Die Parität lautete eine Unze Feingold entspricht 35 US-Dollar. Die Parität konnte nur mit 85 Prozent der Stimmen bei einem 10 prozentigen Vetorecht geändert werden. Die restlichen Beteiligten sollten dem IMF Paritäten ihrer Währung gegenüber dem Gold vereinbaren. Ausschließlich die amerikanische Notenbank war dazu angewiesen, Gold gegen Dollar in beliebiger Höhe zum festen Kurs zu kaufen und verkaufen. Durch den Bezug der einzelnen Währungen auf das Gold ist somit ein Festkurs der Währungen gegenüber dem US-Dollar entstanden. Daraus resultierte ebenfalls einer fester Kurs zwischen den jeweiligen Währungen. Die Wechselkurse durften von der Parität gegenüber dem Dollar nach oben und unten jeweils ein Prozent abweichen. Daraus folgt, dass zwischen den Nicht-Dollar-Währungen eine mögliche Abweichung von zwei Prozent jeweils nach oben und unten bestand. Um diese Grenzen beizubehalten, waren die Zentralbanken der teilnehmenden Länder (mit Ausnahme der USA) dazu verpflichtet in die Devisenmärkte einzugreifen. Der US-Dollar agierte dabei als Interventionswährung. Die Interventionen erfolgten in Normalfall über den Dollar. Der US-Dollar nahm demzufolge den Platz der Leitwährung, der Reservewährung und der Interventionswährung ein. [6]

2.2.2 Geschichtliche Weiterentwicklung des Internationalen Währungsfonds

Das Ende des Bretton Woods Systems (1972 - 81)[7]

Das System war im ersten Jahrzehnt sehr erfolgreich. Der internationale Handel nahm sprunghaft zu. Durch das steigende Handelsvolumen stieg jedoch auch die Nachfrage an Währungsreserven, da dadurch die Gefahr eines Leistungsbilanzdefizites bestand. Währungsreserve war nur der US-Dollar und diesen konnten die Länder nur mit einem Leistungsbilanzüberschuss bekommen. Dieser Widerspruch ging als Triffin-Dilemma in die Geschichte ein. Die adäquate Versorgung der Welt mit Währungsreserven setzte Leistungsbilanzdefizite der USA voraus. Die wiederum die amerikanische Auslandsverschuldung erhöhte und das Vertrauen in den US-Dollar immer mehr verloren ging. Die emporsteigenden Ölpreise und die

Entstehung der OPEC waren der letzte Auslöser für den Einsturz des Bretton Woods Systems. Durch den Fall des Festkurssystems entfiel eine der Hauptaufgaben des IWF, die Überwachung dieses Systems und die Versorgung der teilnehmenden Länder mit Interventionswährung. Die Tätigkeiten verlegten sich nun auf die Überwachung der Wechselkurspolitik seiner Mitglieder. [8]

Gesellschaftlicher Wandel in Osteuropa und asiatischer Umbruch (1990 2004) [9]

Durch den Wandel des Ostblocks Anfang der neunziger Jahre entstand eine neue Situation für den IMF. Die Länder des Ostblocks, die sehr schnell Mitglied im IMF wurden, hatten nicht nur mit kurzfristigen Zahlungsbilanzproblemen zu kämpfen, sondern mit allgemeinen wirtschaftlichen Problemen. Aus diesem Grund finanzierte der IMF immer mehr Strukturanpassungsprogramme. Die finanziellen Mittel stammten aus verschiedenen Fazilitäten. [10]

Die Krise in Asien begann in Thailand mit einer Reihe spekulativer Attacken auf den Baht. Wenngleich die Ursachen für die Entstehung der Krise in den Ländern sehr unterschiedlich waren, konnte dies weitgehend auf makroökonomische Ungleichgewichte, externe Einwirkungen und Schwächen im Finanz- und Unternehmenssektor induziert werden. Der IMF war dazu gezwungen wirtschaftspolitische Maßnahmen zielstrebig durchzuführen und die betroffenen Länder mit finanziellen Mitteln, insbesondere mit IMF-Programmen zu unterstützen. Die praktizierten Methoden erwiesen sich bis Ende 1998 in den meisten Fällen als erfolgreich. Die Wiederherstellung des Vertrauens, des Gleichgewichts der Finanzmärkte, sowie des Wirtschaftswachstums konnte erfolgreich bewältigt werden. Der anhaltende Aufschwung sowie Fortschritte in der Bekämpfung von Armut hängt jedoch im bedeutenden Ausmaß von einer dauerhaften Aufrechterhaltung der makroöko nomischen Stabilität und einer konsequenten Durchführung westlicher Strukturre formen ab. [11]

Globalisierung und Krise (2005 - heute)

Die Konsequenzen der anhalten Steigung der Kapitalströme für die Wirtschaftspolitik und die Stabilität des internationalen Finanzsystems sind noch ungewiss. Die aktuelle Schuldenkrise und der Nahrungsmittel- und Ölpreisschock sind markante Indizien, dass der IMF weiter gefordert ist. [12]

3. Der Internationale Währungsfonds

3.1 Allgemeines

Der Hauptzweck des IMF besteht in der Stabilisierung des internationalen Währungssystems. Der Hauptsitz befindet sich in Washington D.C. Derzeit sind 189 Länder Mitglied. [13]

[...]


[1] Handelsblatt (2016): Kairo vereinbart mit IWF Milliardenkredit, www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/wirtschaftskrise-in-aegypten-kairovereinbart-mit-iwf-milliardenkredit/14000880.html, 31.08.2017, 19:07 Uhr

[2] Frankfurter Allgemeine Zeitung (2017): IWF gibt nächsten Milliardenkredit frei, www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/staat-in-not-iwf-gibt-naechsten-milliardenkredit-fuer-die-ukraine-frei-14956505.html, 31.08.2017, 19:04 Uhr

[3] Frankfurter Allgemeine Zeitung (2017): IWF gewährt Griechenland neuen Milliardenkredit, www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/griechenland/schuldenkrise-iwfgewaehrt-griechenland-neuen-milliardenkredit-15115556.html, 31.08.2017, 19:01 Uhr

[4] vgl. Rübel (2013): Außenwirtschaft, S. 348 - 349

[5] vgl. Rübel (2013): Außenwirtschaft, S. 350 - 351

[6] vgl. Rübel (2013): Außenwirtschaft, S. 351 - 352

[7] vgl. IMF (2017): History, www.imf.org/en/About, 06.09.2017, 22:51 Uhr

[8] vgl. Rübel (2013): Außenwirtschaft, S. 353 -357

[9] vgl. IMF (2017): History, www.imf.org/en/About, 06.09.2017, 22:51 Uhr

[10] vgl Rübel (2013): Außenwirtschaft, S. 357 - 358

[11] vgl. IMF (2000): Erholung von der Asienkrise und die Rolle des IWF, www.imf.org/external/np/exr/ib/2000/deu/062300g.htm, 31.08.2017, 20:38 Uhr

[12] vgl. IMF (2017): History, www.imf.org/en/About, 06.09.2017, 22:51 Uhr

[13] vgl. IMF (2017): Fast Facts, www.imf.org/en/About, 05.09.2017, 18:28 Uhr

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Geschichte, Organisation und Aufgaben des Internationalen Währungsfonds
Hochschule
Hochschule Deggendorf
Note
1,7
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V418498
ISBN (eBook)
9783668675452
ISBN (Buch)
9783668675469
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
IMF, IWF, Internationaler Währungsfonds
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Geschichte, Organisation und Aufgaben des Internationalen Währungsfonds, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418498

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