Ökonomik der Medienfinanzierung: Ballungsraumfernsehen


Seminararbeit, 2002
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff des Ballungsraumfernsehen
2.1 Ballungsraumfernsehen
2.2 Lokal-Fernsehen

3. Strukturmerkmale bei Ballungsraumfernsehen
3.1 Reichweiten
3.2 Sendestruktur
3.3 Kooperationsformen

4. Marktgebundene Einnahmenquellen

5. Vorteile des Ballungsraumfernsehens

6. Einnahmen und Kosten von Ballungsraumfernsehen

7. Ökonomische Grenzen

8. Fazit

III. Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

- Abbildung 1: Genreharmonisierte Programmstruktur

Quelle: www.ballungsraum.tv/programm.phtml (05.06.2003)

- Abbildung 2: Werbeeinnahmen der Ballungsraumfernsehveranstalter (in Mio. DM)

Quelle: DLM 1997, DLM 1998, DLM 2000, in: Heinrich, Jürgen: Medienökonomie. Bd. 2: Hörfunk und Fernsehen, Opladen 1999, S. 79

- Abbildung 3: Kosten von Ballungsraumfernsehen (in Mio. DM)

Quelle: DLM 1997, DLM 1998, DLM 2000, in: Heinrich, Jürgen: Medienökonomie. Bd. 2: Hörfunk und Fernsehen, Opladen 1999, S. 80

1. Einleitung

Als Deutschlands größtes Vermarktungsunternehmen für audiovisuelle Medien, SevenOneMedia, ehemals Media1, im Jahr 2000 die größten privaten Ballungsraumsender der Bundesrepublik zu Networks zusammen schloss, um sie landesweit effizienter zu vermarkten, schien die TV-Branche die letzte Marktnische für sich zu entdeckt zu haben. Doch im Zuge der Kirch-Pleite in der Mitte des vergangenen Jahres wurde die Vermarktung von „Ballungsraumfernsehen“ höchstwahrscheinlich aufgrund mangelnder Rentabilität und negativen Zukunftsperspektiven aufgegeben. Dennoch bildete sich die so genannte „ Ballungsraumfernsehen in Deutschland Programm- und Vermarktungsgesellschaft mbH “. Diese Gesellschaft soll sich weiterhin der schwierigen Aufgabe der Vermittlung von Werbekombination auf verschiedenen Ballungsraumsendern für Kunden widmen, und somit die Hauptfinanzierungsart für Ballungsraumfernsehen sichern. Nachfolgende Ausführungen beziehen auf die Haupteinnahmequelle für Ballungsraumfernsehen, den Erlösen aus Werbung. Schließlich soll aufgezeigt werden, wo Vorteile dieses Mediums liegen und warum Ballungsraumfernsehen ökonomische Grenzen nicht überwinden kann.

2. Zum Begriff des Ballungsraumfernsehen

Bevor man sich Gedanken über die Art und Weise der Finanzierung von privaten Ballungsraumsendern macht, ist es zunächst sinnvoll, diesen Begriff abzugrenzen. Häufig verwendete Bezeichnungen für Fernsehen, welches nicht bundesweit ausgestrahlt wird, sind auch Regionalfernsehen, Metropolenfernsehen und Lokalfernsehen. Alle genannten Schlagwörter weisen die Gemeinsamkeit der nicht nationalen Reichweite auf. Es gibt jedoch unterschiedliche Programmkonzepte sowie unterschiedlich anvisierte Reichweiten.[1] Eine exakte Definition der oben angeführten Begrifflichkeiten ist zwar möglich, an dieser Stelle soll sich die Abgrenzung aber lediglich auf Ballungsraum- sowie dem ähnlich positionierten Lokalfernsehen konzentrieren.[2]

2.1 Ballungsraumfernsehen

Werbefinanziertes Ballungsraumfernsehen ist für einen Raum mit einer Bevölkerungsdichte von mindestens 1000 Einwohnern je km² und einer Bevölkerungszahl von mehr als einer Million Einwohnern konzipiert.[3] In den Verbreitungsgebieten aller Ballungsraumsender leben mehr als 31 Mio. Personen in der für die Werbeindustrie interessanten Zielgruppe ab 14 Jahre.[4] Diese Gebiete werden auch als so genannte Nielsen-Ballungsräume bezeichnet und beschreiben die ökonomische Werbebasis, in der das Programm der jeweiligen Ballungsraumsender ausgestrahlt wird.[5] Um optimal als Informations- bzw. Werbeträger zu fungieren weist Nafziger darauf hin, dass ein Ballungsraum auch so genannte „weiche“ Faktoren erfüllt. Als solche zählt er unter anderem „Zugehörigkeitsgefühl zum Ballungsraum […] und Interesse an kommunaler Berichterstattung“ auf.[6]

2.2 Lokal-Fernsehen

Lokales Fernsehen bezieht sich im Gegensatz zu Ballungsraumfernsehen auf kleinere Verbreitungsgebiete. Zu denken ist dabei an Kreise und kreisfreie Städte. Daraus folgt, dass für Lokalfernsehen keine Bevölkerungsuntergrenze herrscht.[7] Heinrich ist der Meinung, dass „klarere Abgrenzungen [zu Ballungsraumfernsehen] […] nicht möglich und auch nicht notwendig [sind]“.[8]

3. Strukturmerkmale bei Ballungsraumfernsehen

Ausgewählte Strukturmerkmale von lokalen bzw. regional ausgerichteten Sendern sind die Reichweite, die Sendestruktur und die Kooperationsform der Sender.[9]

Bezüglich dieser Merkmale ist zwischen landesweitem, Ballungsraum- bzw. Lokal-TV zu unterscheiden. Landesweites Fernsehen ist als Fensterprogramm der bundesweiten Vollprogramme RTL und Sat.1 zwischen 18:00 und 18:30 Uhr zu sehen. Die Veranstalter der Vollprogramme strahlen insgesamt 14 regionale Landesfenster aus und müssen per Gesetz auch ihre Finanzierung sicherstellen.[10] Nachfolgende Aspekte beziehen sich aber lediglich auf Ballungsraumfernsehen.

3.1 Reichweiten

Die Reichweitenpotentiale eines einzelnen Ballungsraumsenders liegen zwischen minimal 765.000 (SAAR TV) und maximal 3.9 Mio. (FAB) Personen 14 Jahre im Empfangsgebiet.[11] Jedoch ist für das Bestehen des Ballungsraumfernsehens notwendig, nicht nur regionale Spots zu verkaufen, vielmehr sollen auch überregionale Werbetreibende dieses Medium zur Verbreitung ihrer Werbebotschaften nutzen und somit die Finanzierung des Ballungsraumsenders sicherstellen. Deswegen ist eine bundesweite Vermarktung aller Sender sinnvoll, da so mehr Einnahmen über Werbung generiert werden. Dazu hat der Vermarktungsnachfolger der SevenOne Media, „Ballungsraumfernsehen in Deutschland Programm- und Vermarktungsgesellschaft mbH“, die geschaffene Network-Struktur übernommen und präsentiert potentiellen Werbekunden die vermarkteten Ballungsraumsender in 5 Networks (dt: Verbund).[12] Über das Deutschland-Network kann ein Werbetreibender alle beteiligten TV-Stationen für Werbeformen buchen und somit auf eine Reichweite von 31,312 Mio. Personen ab 14 Jahre zurückgreifen. Darüber hinaus bietet sich die Möglichkeit die gleichen Sender auch in fünf unterschiedlichen Networks zu buchen (Metropolen-, Süd-, Südwest-, Bayern- und das Ost-Network). Die Werbetreibenden erreichen auf diese Weise wenigstens 2,483 Mio. Personen im Südwest-Network und bis zu 8.612 Mio. Menschen im Süd-Network.

[...]


[1] vgl. ALM: Privater Rundfunk in Deutschland. Jahrbuch der Landesmedienanstalten 1999/2000, hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten in der BRD (ALM), München 2000, S. 312.

[2] vgl. Nafziger, Rolf: Wirtschaftlichkeitsanalysen für Ballungsraumfernsehen. Modelltheoretische Untersuchungen aus Sicht potentieller Investoren, Wiesbaden 1997, S. 6ff.

[3] vgl. Heinrich, J/Pärzold, U/Röper, H: Werbepotenziale für die privaten elektronischen Medien in Nordrhein-Westfalen, Opladen 2002, S. 30f.

[4] SevenOne Media: Quarterly BallungsraumFernsehen Juli-September 2002, München 2002, S. 3, www.sevenonemedia.de/service/publikationen/download/quarterly_btv3.pdf (18.05.2003).

[5] vgl. Heinrich, Jürgen: Medienökonomie. Bd. 2: Hörfunk und Fernsehen, Opladen 1999, S. 485.

Das Marktforschungsunternehmen A.C. Nielsen unterteilt Deutschland in 13 ökonomisch und kulturell homogene Gebiete. Darin ist die größte Wirtschafts- und Bevölkerungskonzentration abgebildet. In diesem Fall ist ein TV-Programm vorteilhaft, wenn es regionale Eigenheiten berücksichtigt. Die Folge sind höhere Reichweiten zu geringeren Kosten. Vgl. dazu: Kurp, Matthias.: Fernsehen im Nahraum, Lokal- und Regionalfernsehen zwischen Krise und Konsolidierung, 02.03.2003, in Rundfunkkorrespondenz, Nr. 02/2003, www.medienmaerkte.de/artikel/free/030203_ballungsraum_tv.html (17.05.2003).

[6] Nafziger, Rolf: Wirtschaftlichkeitsanalysen für Ballungsraumfernsehen. Modelltheoretische Untersuchungen aus Sicht potentieller Investoren, Wiesbaden 1997, S. 8.

[7] vgl. Nafziger, Rolf: Wirtschaftlichkeitsanalysen für Ballungsraumfernsehen. Modelltheoretische Untersuchungen aus Sicht potentieller Investoren, Wiesbaden 1997, S. 10.

[8] Heinrich, J/Pärzold, U/Röper, H: Werbepotenziale für die privaten elektronischen Medien in Nordrhein-Westfalen, Opladen 2002, S. 33.

[9] Vgl. Sieben, G/Schwertzel, U: Finanzierung und Wirtschaftlichkeit lokaler Fernsehveranstalter, in Reihe Arbeitspapiere des Instituts für Rundfunkökonomie an der Universität zu Köln, Nr. 60/1996, S. 19.

[10] Landesweites Fernsehen gibt es in Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinlandpfalz und Schleswig-Holstein. Ausgewählte Fensterprogramme sind z.B. „SAT.1 17:30 Live für Bayern“ oder „Bayern Journal“ auf RTL

[11] Vgl. : SevenOne Media: Quarterly BallungsraumFernsehen Report 2/2001, München 2001, S. 4, http://www.sevenonemedia.de/service/publikationen/download/report22001.pdf (18.05.2003) und vgl. FAB, Fernsehen aus Berlin. Mediadaten. Fakten für die Mediaplanung, S. 2, www.fab.de/marketing/FAB-Mediadaten/fakten-fuer-die-mediaplanung.pdf (02.06.2003).

[12] Das Network (dt: Verbund) umfasst: FAB, Hamburg 1, tv.nrw (offiziell ist in Nordrhein-Westfalen per Gesetz kein Ballungsraum-TV möglich. tv.nrw strahlt gilt als landesweites Vollprogramm, ist aber seit Dez. 2002 Betreiber Subregionaler Ballungsraumfenster; so z.B. im Raum Köln/Bonn), FR TV Südbaden, Rhein-Neckar-Fernsehen, FRANKEN FERNSEHEN, SACHSEN FERNSEHEN, SAAR TV, TV BAYERN., vgl im folgenden: SevenOne Media: Quarterly BallungsraumFernsehen Juli-September 2002, München 2002, S. 2f, www.sevenonemedia.de/service/publikationen/download/quarterly_btv3.pdf (18.05.2003).

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Ökonomik der Medienfinanzierung: Ballungsraumfernsehen
Hochschule
Business and Information Technology School - Die Unternehmer Hochschule Iserlohn
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
17
Katalognummer
V42345
ISBN (eBook)
9783638403986
ISBN (Buch)
9783638750073
Dateigröße
622 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienfinanzierung, Ballungsraumfernsehen
Arbeit zitieren
Philipp Mühlenkord (Autor), 2002, Ökonomik der Medienfinanzierung: Ballungsraumfernsehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42345

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