Die deutsch-japanische Freundschaft. Eine Untersuchung der wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten zwischen Deutschland und Japan nach dem Zweiten Weltkrieg


Seminararbeit, 2016
32 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

III Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Ziel und Nutzen
1.3 Abgrenzung der Themen
1.4 Methodik
1.5 Anmerkungen zur Typi sierung

2 Historische Entwicklung der Zusammenarbeit
2.1 Entwicklung bis
2.2 Entwicklung ab
2.3 Töhoku-Erdbeben und Super-GAU im AKW Fukushima-Daiichi

3 Verbundenheit durch Globalisierung
3.1 Botschaften und kulturelle Zentren
3.2 Unternehmen und deren Standorte
3.2.1 Japanische Unternehmen in Deutschland
3.2.2 Deutsche Unternehmen in Japan
3.3 Expatriates
3.3.1 Allgemeinelnformationen
3.3.2 Japanisches und Deutsches Modell
3.3.3 Studie der DIHKJ
3.4 Einfluss von Anime und Manga
3.4.1 Begriffserklärung und Stellenwert in Japan
3.4.2 Conventions und Cosplay
3.5.3 Bedeutung Deutschlands

4 Schlussbetrachtung

V Anhang

VI Literaturverzeichnis

III Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Fragestellung

Das bunte und hoch technologisierte, aber gleichzeitig auch sehr traditionell veranlagte Japan ist aufgrund seiner großen Unterschiede zu Deutschland ein Staat, der seit jeher mein persönliches Interesse auf sich zog. Nur schwer können dabei zunächst Verbindun­gen zwischen den zwei Staaten außerhalb der ökonomischen Stärke beider gefunden werden. Dasjedoch macht es umso interessanter, genau zu untersuchen, wie die beiden Staaten bis heute zueinander stehen; wie sie sich voneinander unterscheiden, und vor al­lem, was sie verbindet. So können sowohl tiefe Einblicke in das fremde Land Japan als auch in das eigene HeimatlandDeutschland sowie derenjeweilige Bedeutungen für eine funktionierende Weltwirtschaft gewonnen werden. Seit nunmehr über 150 Jahren pfle­gen zunächst einmal jedoch beide Staaten ein Verhältnis zueinnder, dass das Auswärtige Amt feierlich als „deutsch-japanische Freundschaft“ bezeichnet.1 Mit der Unterzeich­nung des Freundschafts- und Handelsvertrags zwischen den beiden Ländern am 24. Ja­nuar 18612 begann eine Zusammenarbeit, die in vielerlei Hinsicht einzigartig ist.

Im Zuge dieser Arbeit sollen folgende Fragen beantwortet werden:

- Wie hat sich zwischen Deutschland und Japan trotz der großen Differenzen in geographischer, historischer und kultureller Hinsicht eine Beziehung entwickeln können?
- Worin äußerte sich die Kooperation zwischen beiden Staaten vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg?
- In welchen Bereichen fanden dabei Interaktionen statt?
- Welche historischen Personen haben dazu beigetragen?
- Welche Rolle kommt hierbei international tätigen Unternehmen im Allgemeinen und Expatriates im Besonderen zu?
- Inwiefern sindjapanische Medien beteiligt?

1.2 Ziel und Nutzen

Im Verlauf dieser Arbeit wird das Verhältnis zwischen Deutschland und Japan im Laufe der Zeit eingehend untersucht sowie eine Aussage darüber getroffen, wie die Auswir­kungen jenes Verhältnisses in Zukunft möglicherweise aussehen könnten. Dabei ist es das Ziel, einige Fragen, die sich auf die Art und Weise dieses Verhältnisses, den histori­schen Kontext und die Bedeutung kultureller Güter beziehen3, zu untersuchen und im Anschluss ausführlich zu beantworten. Dabei gilt es, sowohl Japan besser zu verstehen, als auch die weltwirtschaftliche Seite Deutschlands und seinen Stellenwert im interna­tionalen Verkehr von Gütern, Waren und Kulturen eingehend zu ergründen.

1.3 Abgrenzung der Themen

Eine internationale Verbundenheit zeigt sich in vielen Bereichen und so kann auch ein Vergleich zweier Staaten auf viele, wenn nicht sogar alle Bereiche des täglichen Lebens angewendet werden, sowohl im Privat- als auch im Arbeitsleben. Diese Arbeit behandelt jedoch vornehmlich das Zusammenwirken zwischen Japan und Deutschland in den Be­reichen Wirtschaft und Kultur. Weiterhin soll nur diejenige Kooperation untersucht wer­den, die sich direkt zwischen Deutschland und Japan ereignet bzw. ereignet hat. Andere Staaten und das allgemeine Weltgeschehen bleiben dabei weitgehend unbeachtet.

1.4 Methodik

In seiner Art als Hausarbeit erfolgen die Untersuchungen dieser Arbeit auf Basis von be­reits vorhandener Literatur. Dabei werden zahlreiche Quellen aus Printmedien, in digita­ler Form veröffentlichten Studien und Journals und aus Internetquellen untersucht, aus­gewertet und die Untersuchungsergebnisse in den dazugehörigen Kapiteln dieser Arbeit dargestellt.

Zunächst soll hierfür eine Betrachtung der historischen Entwicklung der Zusammen­arbeit beider Staaten die Grundlagen des wirtschaftlichen und politischen Handelns so­wie das Weltverständnis zum heutigen Zeitpunkt ergründen. Obwohl hierbei der Fokus eindeutig auf den Zeitraum von 1945 bis heute gerichtet werden soll, wird eine Schilde­rung der Situation vor und bis 1945 zur Erläuterung der bis dato vorherrschenden Rah­menbedingungen dienen. Dies soll ein Verständnis für die bisherigen Gegebenheiten schaffen und so eine Grundlage für die weiteren Untersuchungen geben.

Anschließend wird die heutige Situation unter dem Blickpunkt der Verbundenheit durch Globalisierung beleuchtet, wobei dieses Kapitel mit seinen dazugehörigen Unter­kapiteln die eigentliche Untersuchung darstellt. Hier wird beleuchtet, in welchen Berei­chen und in welcher Form eine Kooperation besteht, wie diese genau aussieht und in­wiefern Anzeichen für die Vernetzung zwischen Deutschland und Japan auch im tägli­chen Leben erkennbar sind.

Folgend soll die Schlussbetrachtung eine Zusammenfassung der einzelnen Kapitel sowie der daraus gewonnenen Erkenntnisse liefern und dabei die in Kapitel 1.1 gestell­ten Fragen beantworten. Abschließend wird ein Ausblick auf die zum heutigen Zeit­punkt denkbaren zukünftigen Möglichkeiten der deutsch-japanischen Freundschaft und Zusammenarbeit gegeben.

1.5 Anmerkungen zur Typisierung

Japanische Eigennamen von Personen werden im Folgenden gemäß ihrer japanischen Originaldarstellung geschrieben, wobei der Vorname auf den Familiennamen folgt. Bei der Romanisierung der Wörter, also der Übertragung in das lateinische Alphabet nach der syllabischen Aussprache, wird das erweiterte Hepburn-System unter folgenden Re­geln angewandt:

Das Zeichen -ö entspricht hierbei der phonetischen Sonderzeichenschreibweise und dient zur Darstellung der Betonung des jeweiligen Buchstaben, in den meisten Fällen -o. Bei einer Betonung des Buchstaben -i wirdjedoch die Schreibweise -ii verwendet.

Zur Übersetzung der Schriftzeichen aus den japanischen Alphabeten Hiragana, Ka­takana und Kanji in die den Silben entsprechenden lateinischen Schriftzeichen des Al­phabets Römaji dienten dabei ausnahmslos die entsprechenden Tabellen im Sprachfüh­rer Japanisch von Langenscheidt.4

Weiterhin werden japanische Eigennamen von Personen und Städten sowie Namen von Institutionen und Gesellschaften bei erstmaliger Verwendung kursiv dargestellt. Ebenso werden Verweise innerhalb der Arbeit auf bspw. Kapitel und Verzeichnisse kur­siv dargestellt.

2 Historische Entwicklung der Zusammenarbeit

Mit der Unterzeichnung des Friedens- und Handelsvertrags am 24. Januar 1861 begann die offizielle Zusammenarbeit Deutschlands und Japans auf internationaler Ebene; je­doch sind die ersten Begegnungen der beiden Staaten bereits einige hundert Jahre vor diesem historischen Datum angesiedelt. Im Folgenden soll untersucht werden, wann und in welcher Form es im Laufe der Geschichte bis heute Kontakte und Berührungspunkte zwischen Deutschland und Japan gab.

2.1 Historische Entwicklung bis 1945

Die ersten Kontakte zwischen Japan und Ländern des Kontinents Europa lassen sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen, als vor allem portugiesische und spanische See­fahrer auf der Suche nach neuen, bisher unbekannten Gebieten die Welt bereisten und so unter anderem bis nach Asien vordrangen.5

Japan hatte lange Zeit in Isolation verbracht, die nicht zuletzt damit zu begründen ist, dass das Land aus mehr als 6.800 einzelnen Inseln besteht und somit keinen direkten Zugang zum europäischen oder amerikanischen, sondern lediglich zum asiatischen Fest­land hat.6 Als nun ein Zugang zum europäischen und amerikanischen Teil der Welt in Form von Verträgen mit den USA, den Niederlanden, Russland, Preußen, Großbritanni­en und Frankreich zwischen 1854 und 1861 entstanden war, zeigte Japan ein großes In­teresse darin, sich internationales Wissen und Kenntnisse aus dem Ausland anzueignen.7

Der erste deutsch-japanische Kontakt entstand am 25. September 1690, als der deut­sche Arzt Engelbert Kaempfer (1651-1716) nach Dejima kam, um auf der holländisch besetzten Insel zu arbeiten.8 Auch in späteren Jahren kehrte er häufig nach Edö (heute Tökyo) zurück und legte während seiner Reisen zahlreiche Karten, sowie Sammelwerke zur japanischen Flora und Medizin an.9 Sein Werk „Geschichte und Beschreibung von Japan“ war zum damaligen Zeitpunkt die erste Schrift seiner Art auf dem europäischen Markt.10 Noch heute gilt Kaempfer als der „Entdecker Japans“11.

Eine noch größere Rolle in der interkulturellen Vermittlung kommt jedoch dem Arzt und Beobachter Philipp Franz von Siebold (1796-1866) zu, welcher in seinem Werk „Nippon, Archiv zur Beschreibung von Japan“ neben der Botanik und dem Wetter auch über Erdbeben und Kunst berichtete12. Während seiner Japanaufenthalte sammelte er Gegenstände aus der traditionellen Kunst und Kultur des Landes, welche 1928 im Ja­paninstitut in Berlin ausgestellt wurde.13 Von Siebold ist der erste Deutsche, der sich ausschließlich mit Japan beschäftigte.14

Weitere Kulturvermittler zwischen Japan und Deutschland waren u. a. Rudolf von Gneist, der mit an der Aufstellung der japanischen Verfassung von 1889 beteiligt war; Erwin Bälz, welcher die Bekanntheit der deutschen Medizin in Japan verbreitete; Kawa- kami Otojirö und seine Frau Sadayakko, die in Japan über das deutsche Theater berich­teten; Karl Florenz, der noch heute als Begründer der Japanologie gilt; Suzuki Daisetsu Teitarö, der erstmals den Zen-Buddhismus in der westlichen Welt vorstellte; Hoshi Ha- jime, der durch großzügige Spenden die deutsche Wirtschaft unterstützte und Bruno Taut, welcher stark zum interkulturellen Austausch beitrug.15

Zur weiteren gegenseitigen Verständigung, vor allem im kulturellen Bereich, wurde von der deutschen Seite aus 1926 das Japaninstitut Berlin gegründet, kurz gefolgt von der Gründung des Japanisch-deutschen Kulturinstituts in Tökyö 1927.16

Währenddessen waren seit 1926 Deutschland als auch Japan Mitglieder des Völker­bundes, den Japanjedoch 1933 bereits wieder verließ.17

Zu Beginn und während der Zeit des Zweiten Weltkriegs war es sowohl für Deutsch­land als auch für Japan von Bedeutung in demjeweils anderen einen zuverlässigen Han­delspartner zu wissen, denn während Japan, welches eine militärische Expansion plan­te18, mangels Rohstoffen und passender Technologie auf den Import von bspw. Färbe­mitteln, chemischen Düngemitteln und Maschinen aus Deutschland angewiesen war19, brauchte Deutschland, welches aufgrund seiner expansiven und aggressiven Außen­politik immer öfter in kriegerische Handlungen verwickelt war, einen zuverlässigen Ver­bündeten an seiner Seite.

Auch daher schloss Deutschland mit Japan am 25. November 1936 den Antikomin­ternpakt, dessen Wirkung in erster Linie nicht politisch oder militärisch, wie zunächst vermutet, sondern vielmehr propagandistisch war.20 Der Pakt richtete sich offiziell gegen die „Propaganda Moskaus“21 und somit gegen den sowohl auf Japan als auch auf Deutschland ausgeübten Druck seitens der UdSSR (heute Russland). Jedoch diente das Bündnis viel eher dazu, zahlreichen deutschen Zeitungsartikeln entgegenzuwirken, in denen aus Angst vor dem wirtschaftlich starken Wachstum Japans landesfeindliche Ge­danken geäußert wurden.22 Der Antikominternpakt enthielt zudem ein geheimes Zusatz­abkommen, welches als Defensivbündnis die gegenseitige Unterstützung im Falle eines Angriffs durch die UdSSR gewährleisten sollte.23

Für die USA, die mit Frankreich, Großbritannien und Russland als Bündnispartner gegen Deutschland heute als die Alliierten Besatzungsmächte (kurz: Alliierte) bezeich­net werden, blieben jedoch die Aufrüstungsmaßnahmen Deutschlands und dessen Ver­bündeter Italien und Japan sowie die untereinander geschlossenen Bündnisse (wie bspw. der Dreimächtepakt von 1940 zwischen den Städten Berlin, Rom und Tökyö24 ) nicht un­bemerkt und so folgten erste Handlungen, sowohl in Form von Angriffs- als auch Vertei­digungsmaßnahmen. Diese Maßnahmen verkörpern das, was wir heute als den Zweiten Weltkrieg bezeichnen, aus dem Deutschland und seine Verbündeten mit einer absoluten Kapitulation hervorgingen, während die Siegermächte, namentlich die Alliierten und Russland, im weiteren Verlauf als Besatzungsmächte agierten um so die bezwungenen Staaten nach eigenen Maßstäben zu reformieren und sie später in reformierter Form wieder in das Weltgeschehen zu integrieren.25

2.2 Historische Entwicklung ab 1945

Die absolute Niederlage sowohl Deutschlands als auch Japans hinterließ beide Länder wirtschaftlich und politisch stark geschwächt; dementsprechend sollte die Besatzung der beiden Staaten durch die alliierten Siegermächte die Grundlagen schaffen, um einen wirtschaftlichen Wiederaufbau zu gewährleisten und eine erneute Unabhängigkeit der Länder, wenn sie auch weiterhin unter der strengen Aufsicht ihrer Besatzer standen, si­cherzustellen.26 Gleichzeitig waren beide Länder weit genug unter Kontrolle zu halten, dass ein erneutes militärisches Erstarken ausgeschlossen werde.27 Weiterhin war die Teilung Deutschlands in den westlichen Teil, die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und den östlichen Teil, die Deutsche Demokratische Republik (DDR)28 für das nun zwie- gespaltene Land von großer Wichtigkeit. In den Folgejahren waren dementsprechend in­ternationale wirtschaftliche Beziehungen von deutlich geringerer Bedeutung als bisher und wurden auch seitens der Besatzungsmächte weitgehend unbeachtet gelassen bzw. teilweise völlig untersagt.29 So kamen auch die Beziehungen zwischen Japan und Deutschland vorerst zum vollständigen Erliegen.30 Die jeweilige wirtschaftliche Stärke wuchs dafür jedoch umso schneller, sodass man sowohl von den Ereignissen in Deutschland als auch in Japan von einem „Wirtschaftswunder“ spricht.31

Eine erste Wiederaufnahme der deutsch-japanischen Beziehungen geschahjedoch be­reits am 31. Oktober 1949, als die drei alliierten Siegermächte USA, Großbritannien und Frankreich einen ökonomischen Vertrag zwischen Deutschland und Japan Unterzeichne­ten.32 Es folgten u. a. die Teilnahme beider Staaten an der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) im Juli 1951 und am Allgemeinen Zoll-und Handelsabkommen (GATT) von 1951 (Deutschland) bzw. 1955 (Japan).33

Ein großer Schritt zur Wiedereingliederung beider in das internationale Weltgesche­hen gelang, als sie als Mitglieder in die weltweit agierende Gruppe der Vereinten Natio­nen (UN)34 aufgenommen wurden. Für Japan erfolgte dieser Schritt bereits am 18. De­zember 1956, Deutschland folgte am 18. September 1973.35 Die Vereinten Nationen sind nach eigener Definition ein internationales Staatenbündnis, dessen Ziele neben der „Si­cherung des Weltfriedens“ und der „internationalen Sicherheit“ auch das Recht auf „Selbstbestimmung der Völker“ sowie eine weitgehende „internationale Zusammenar­beit“ beinhalten.36 Von den derzeit 193 Mitgliedsstaaten37 gehören Deutschland und Ja­pan heute neben den USA zu den drei größten Beitragszahlern38, was analog mit der ge­samtwirtschaftlichen Stärke der Staaten verstanden werden kann.

Außerhalb dieser internationalen Bündnisse geschah 1953 eine erneute Kontaktauf­nahme nur zwischen dem westdeutschen Staat, also der BRD, und Japan, ohne Mitwir­kung anderer Staaten.39 Dies war nur möglich, da mit den Beschlüssen der Friedenskon­ferenz von San Francisco 1951 die Besatzung beider Staaten durch die Alliierten Sieger­mächte zum Jahr 1952 als beendet erklärt wurde.40 1953 stand dabei der ökonomische Kontakt im Vordergrund und so wurde indirekt die Stadt Düsseldorf als wirtschaftlicher Hauptverbindungspunkt gewählt.41

Eine andere Art der wirtschaftlichen Verbundenheit ereignete sich, als im Rahmen der Trennung der japanischen Wirtschaft vom industriellen Kohlebergbau in den 1960er Jahren „einige letzte [japanische] Bergleute in staatlichen Programmen als Gastarbeiter nach Deutschland“, genauer ins Ruhrgebiet, kamen.42

So war ein Anfang geschaffen, der weiterhin zu einem breiten Netz deutsch-japani­scher Beziehungen werden sollte; u. a. mithilfe der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (OAG), die sich selbst als „Sammelpunkt für das Deutsch­tum“ bezeichnet, sowie der Sophia-Universität (Jöchi Daigaku) und der Deutschen Schule Tokyo Yokohama {Tökyö YokohamaDoitsu Gakuen, kurz: DSTY) in Tökyö.43

Die erste deutsch-japanische Städtepartnerschaft folgte bereits zwischen Augsburg und Amagasaki sowie Augsburg und Nagahama im Jahr 1959.44

Zwischen dem ostdeutschen Staat DDR und Japan war die Lage zunächst nicht so freundschaftlich wie zwischen Japan und der BRD.45 In der ostdeutschen Propaganda wurde Japan wegen seiner starken Kontakte zu kapitalistischen Staaten wie den USA und der BRD zunehmend verachtet.46 Ein Interesse an einer gemeinsamen Zusammenar­beit bestand so bis 1972 ausschließlich seitens der Sozialistischen Partei Japans (Nihon Shakaitö, SPJ) und der Kommunistischen Partei Japans (Nihon Kyösantö, KPJ).47 Später verbesserten sich die Beziehungen der Länder zueinander deutlich durch bspw. verschie­dene Staatsbesuche, eine deutsche Kunstausstellung in Japan und die Gründung der Freundschaftsgesellschaft DDR-Japan.48 Der Austausch fand hierbei jedoch weitestge­hend aufgrund des positiven Images der DDR in den Bereichen Kultur und Sport fast ausschließlich in ebendiesen Bereichen statt.49

[...]


1 Vgl. Auswärtiges Amt, deutsch-japanische Freundschaft, 2012, o. S.

2 Vgl. Auswärtiges Amt, deutsch-japanische Freundschaft, 2012, o. S.

3 Siehe dazu Kapitel 1.1 Fragestellung.

4 Gemeint ist: Langenscheidt, Japanisch, 2007. Die benutzten Tabellen befinden sich auf den Seiten lOund 11.

5 Vgl. Pilling, D., Neuerfindung, 2013, S. 86.

6 Vgl. Tagsold, C., Länderportrait, 2013, S. 189.

7 Vgl. Phillips, S., Schnellkurs, 2004, S. 120.

8 Vgl. Haberland, D., Kaempfer, 1990, S. 9-12.

9 Vgl. Haberland, D.: Kaempfer, 1990, S. 9-17.

10 Vgl. Haberland, D., Kaempfer, 1990, S. 9-17.

11 Vgl. Haberland, D., Kaempfer, 1990, S. 9-17.

12 Vgl. Friese, E., Siebold, 1990, S. 31-42.

13 Vgl. Friese, E.: Siebold, 1990, S. 31-40.

14 Vgl. Friese, E.: Siebold, 1990, S. 42.

15 Vgl. JapanischesKulturinstitutKöln, Kulturvermittler, 1990, S. 50-205.

16 Vgl. Vondran, R., Partnerschaft, 2014, S. 163.

17 Vgl. Phillips, S., Schnellkurs, 2004, 2004, S. 137-139.

18 Vgl. Phillips, S., Schnellkurs, 2004, S. 140.

19 Vgl. Kudo, A., Business, 1998, S. 20.

20 Vgl. Weißmann, K. H., Abgrund, 1995, S. 278.

21 Vgl. Weißmann, K. H., Abgrund, 1995, S. 278; Orlow, D., Modem Germany, 1987, S 213 ff.

22 Vgl. Kudo, A., Business 1998, S. 14.

23 Vgl. Weißmann, K. H.: Abgrund 1995, S. 278.

24 Vgl. Phillips, S., Schnellkurs, 2004, S. 140.

25 Vgl. Schlichtmann, K., Gute Deutsche, 2008, S.143, Steffahn, H.: Deutschland, 1990, S. 363-482.

26 Vgl. Steffahn, H.: Deutschland, 1990, S. 363-482.

27 Vgl. Wippich, H., Restoring, 2016, S. 207.

28 Vgl. Wippich, H., Restoring, 2016, S. 208-209.

29 Vgl. Wippich, H., Restoring, 2016, S. 208-213.

30 Vgl. Wippich, H., Restoring, 2016, S. 208-213.

31 Vgl. Phillips, S., Schnellkurs, 2004, S. 154-155; Pilling, D., Neuerfindung, 2013, S. 117-122.

32 Vgl. Wippich, H., Restoring, 2016, S. 208.

33 Vgl. Wippich, H., Restoring, 2016, S. 208.

34 Vgl. Gareis, S. B./Varwick, J., VN, 2006, S. 342.

35 Vgl. Gareis, S. B./Varwick, J., VN, 2006, S. 342.

36 Vgl. Gareis, S. B./Varwick, J., VN, 2006, S. 34.

37 Vgl. United Nations, Overview, 2016, o. S.

38 Vgl. Gareis, S. B./Varwick, J., VN, 2006, S. 56.

39 Vgl. Wippich, H., Restoring, 2016, S. 210.

40 Vgl. Wippich, H., Restoring, 2016, S. 210; Phillips, S., Schnellkurs, 2004, S. 151-152.

41 Vgl. Wippich, H., Restoring, 2016, S. 209-210.

42 Vgl. Tagsold, C., Landerportrait, 2013, S. 112.

43 Vgl. Wippich, H., Restoring, 2016S.212.

44 Vgl. Wippich, H., Restoring, 2016, S. 215.

45 Vgl. Stanzel, V., Peace, 2016, S. 228-236.

46 Vgl. Stanzel, V., Peace, 2016, S. 228.

47 Vgl. Stanzel, V., Peace, 2016, S. 229.

48 Vgl. Stanzel, V., Peace, 2016, S. 231-235.

49 Vgl. Stanzel, V, Peace, 2016, S. 236.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Die deutsch-japanische Freundschaft. Eine Untersuchung der wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten zwischen Deutschland und Japan nach dem Zweiten Weltkrieg
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Note
1,3
Jahr
2016
Seiten
32
Katalognummer
V424384
ISBN (eBook)
9783668697669
ISBN (Buch)
9783668697676
Dateigröße
713 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deutsch-japanische freundschaft geschichte wissenschaftliches arbeiten deutschland japan wirtschaft kultur
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Die deutsch-japanische Freundschaft. Eine Untersuchung der wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten zwischen Deutschland und Japan nach dem Zweiten Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424384

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