Die Autismus-Spektrum-Störung. Theoriegrundlagen, Diagnostik und Intervention


Bachelorarbeit, 2016

63 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Einleitung

1. Praxiserfahrung aus dem pädagogischen Alltag

2. Theoriegrundlagen
2.1 Geschichtlicher Hintergrund
2.2 Begriffsbeschreibung: Autismus-Spektrum-Störung
2.3 Klassifikationen nach ICD-10 und DSM-IV
2.3.1 Frühkindlicher Autismus (ICD-10: F84.0)
2.3.2 Asperger-Syndrom (ICD-10: F84.5)
2.3.3 Atypischer Autismus (ICD-10: F84.1)
2.4 Epidemiologie
2.5 Ätiologie
2.5.1 Genetische Faktoren
2.5.2 Neurologische Faktoren
2.5.3 Biochemische Anomalien
2.5.4 Körperliche Erkrankung
2.5.5 Multifaktorieller Ansatz
2.6 Prognose und Perspektive

3. Diagnostik
3.1 Beobachtungen von Eltern
3.2 Beobachtungen aus Kita und Schule
3.3 Diagnostiken in Autismus-Therapie-Zentren
3.3.1 ADOS
3.3.2 ADI-R
3.3.3 FSK
3.4 Anmerkung des Verfassers

4. Interventionen
4.1 Stiftung Die Gute Hand
4.2 TEAACH
4.2.1 Begriffserklärung
4.2.2 Geschichte des TEACCH
4.3 TEACCH-Ansatz
4.3.1 Autismus erkennen und verstehen
4.3.2 Partnerschaft mit den Eltern
4.3.3 Streben nach dem Optimum, nicht der Heilung
4.3.4 Individuelle Diagnostik als Basis für individuelle Förderung
4.3.5 Ganzheitlichkeit
4.3.6 Strukturierung der Fördersituation: Structured Teaching
4.3.7 Kognitive Psychologie und Lerntheorie
4.3.8 Orientierung an Stärken
4.3.9 Langfristig angelegte Hilfen
4.4 Praxisbeispiel der Stiftung Die Gute Hand
4.4.1 Einführung
4.4.2 Praxisbeispiel Lukas
4.5 Anmerkung des Verfassers zum TEACCH-Ansatz

5. Untersuchung und Durchführung
5.1 Interviewpartner
5.2 Fragenkatalog
5.3 Ziel der Untersuchung
5.4 Kategoriesystem
5.4.1 Kategorie I: Diagnose
5.4.2 Kategorie II: Diagnoseverfahren
5.4.3 Kategorie III: Umgang mit dem Syndrom in der ersten Zeit
5.4.4 Kategorie IV: Unterschied zu Menschen ohne Autismus
5.4.5 Kategorie V: Eltern und Bekannte
5.4.6 Kategorie VI: Fördermaßnahmen
5.4.7 Kategorie VII: TEACCH-Ansatz
5.4.8 Kategorie VIII: Einfluss der Eltern
5.4.9 Kategorie IX: Kooperation Eltern und Einrichtung
5.4.10 Kategorie X: Schule und Beruf
5.4.11 Kategorie XI: Umgang und Einfluss heute
5.4.12 Kategorie XII: Prognose
5.5 Reflexion des Verfassers

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zielgruppen von Autismus

Abbildung 2: Zusammenhang zwischen Insidenz und Prävalenz

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Epidemiologie der tiefgreifenden Entwicklungsstörung

Einleitung

ÄEs scheint uns, als wäre für gewisse wissenschaftliche oder künstlerische Höchstleistungen ein Schuss ‚Autismus‘ geradezu notwendig.“

(Hans Asperger, 1968)

Die Autismus-Spektrum-Störung zählt zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Bereits vor Jahrzenten wurde diese in Fachliteraturen beschrieben. Nach wie vor be- fassen sich viele Autoren mit diesem Begriff. Heute erkranken bedeutend mehr Men- schen an der Autismus-Spektrum-Störung als in den Jahren zuvor. Der Begriff des ÄAutismus“ bzw. der ÄAutismus-Spektrum-Störung“ wird mit dem frühkindlichen Au- tismus, dem ÄAsperger Syndrom“ sowie dem Äatypischen Autismus“ in Zusammen- hang gebracht. Mithilfe der Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-IV können diese genauer erläutert werden. Eine genaue Ursache dieser Erkrankung konnte bis heute noch keine konkrete Feststellung erlangen. Durch verschiedene Diagnostikverfahren, welche durch Therapie-Zentren durchgeführt werden, können die einzelnen Diagnosen eine genauere Definition finden. Mithilfe dieser Diagnose können Fördermaßnahmen wie z.B. der TEACCH-Ansatz sofort eingeleitet werden.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Grundbausteinen der Autismus-Spekt- rum-Störung in Bezug auf die Theorie, Diagnostik sowie Intervention.

Der Verfasser dieser Bachelorarbeit hat sich speziell für dieses Thema entschieden, da er seit einem Jahr mit autistischen Menschen zusammenarbeitet und durch die Arbeit sehr viele Eindrücke dieser Störung erhalten konnte. Ihm war es wichtig, seine Bachelorarbeit über dieses Thema schreiben zu können.

Im Zuge der Nachforschungen über dieses Thema ergaben sich folgende Fragestellungen, welche sich speziell auf die Interventionen beziehen:

- Welchen Einfluss hat eine Förderung mithilfe des TEACCH-Ansatzes auf Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung?
- Welchen Stellenwert besitzt die Elternarbeit in Bezug auf eine Autismus-Er- krankung?

Der erste Teil dieser Bachelorarbeit widmet sich den Praxiserfahrungen des Verfassers und soll die Erfahrung des Autors mit dem Thema erläutern.

Im zweiten Teil erfolgt eine Auseinandersetzung mit den Theoriegrundlagen. In diesem werden speziell der geschichtliche Hintergrund von Autismus, die Begriffsbestimmung, die Klassifikationssysteme, die einzelnen tiefgreifenden Entwicklungsstörung, die Epidemiologie sowie die Ätiologie genauer erläutert.

Der dritte Teil beschäftigt sich mit den einzelnen Diagnostiken in Bezug auf Beobachtungen von Eltern, Kitas und Schulen, den Autismus-Therapie-Zentren und den einzelnen Maßnahmen.

Im Fokus des vierten Teils steht die Intervention. Diese wird mithilfe des TEACCH- bzw. des TEACCH-Ansatzes, seiner Geschichte, einem erfunden Praxisbeispiel bezo- gen auf die Stiftung ÄDie Gute Hand“ und einem Experten/Betroffeneninterview er- läutert.

Ein Fazit und das Literaturverzeichnis plus Anhang schließen die Bachelorarbeit ab.

1. Praxiserfahrung aus dem pädagogischen Alltag

Der Verfasser dieser Arbeit befasst sich seit mehr als einem Jahr intensiv mit dem Thema Autismus. Durch seine Arbeit bei einer Stiftung mit dem Namen ÄDie Gute Hand“, die ihren Hauptsitz in Kürten-Biesfeld hat, konnte er genaue und spezifische Erfahrungen in diesem Fachbereich machen. Bei der katholischen Stiftung ÄDie Gute Hand“ handelt es sich um den Träger von sechs Einrichtungen und Diensten der Kin- der-, Jugend- und Behindertenhilfe, die zusammen das heilpädagogisch-psychothera- peutische Zentrum (HPZ) bilden. Das Hauptziel der Stiftung besteht in der Förderung, der Wiedereingliederung in die Gesellschaft (auch Rückführung in die Familien) so- wie der Schaffung verschiedener Perspektiven. Zu den Bewohnern gehören Kinder, Jugendliche und ebenso Erwachsene mit verschiedenen Störungen bzw. Behinderun- gen. Der Verfasser beschäftigte sich speziell mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren in einer vollstationären Wohngruppe. Seine Beobachtungen be- trafen besonders die Autismus-Spektrum-Störung. Dadurch konnte er die ver- schiedensten Kriterien der Autismus-Auswirkungen erkennen und ermitteln. Außer- dem erlebte er die Kontaktbasis der einzelnen Familien und konnte sich dadurch einen Einblick in die Familiensituationen verschaffen. Die Arbeit mit den Kindern und Ju- gendlichen in dieser vollstationären Wohngruppe der Stiftung ÄDie Gute Hand“ war ausgerichtet auf das Beobachten, Einschätzen, Handeln und Fördern. Im Rahmen des Studiums der Fachrichtung Soziale Arbeit erfolgte eine Projektarbeit unter der Leitung des Verfassers. Dieses Projekt erhielt den Titel ÄMein Weg zum Schwimmabzeichen - ein Projekt zur Förderung der Selbst- und Sozialkompetenz“. Es fand mit drei Ju- gendlichen im Alter zwischen 12 und 14 Jahren statt. Einer der Jugendlichen hatte eine Autismus-Spektrum-Störung. Es musste also besonders auf diese Person geachtet wer- den, damit sie spezifisch gefördert werden konnte. Im Rahmen dieser Projektarbeit hat der Verfasser die vielfältigen Seiten dieser Störung kennengelernt. Es ist dadurch für ihn einfacher geworden, sich in die Person und deren Erkrankung hineinzuversetzen und den Autismus besser verstehen zu können. Aufgrund dieser Erfahrungen aus dem pädagogischen Alltag ist das Interesse entstanden, das Thema ÄAutismus“ zu erfor- schen und zu erläutern.

2. Theoriegrundlagen

2.1 Geschichtlicher Hintergrund

Um die Autismus-Spektrum-Störung besser verstehen zu können, muss man sich mit der geschichtlichen Entwicklung dieser Behinderung auseinandersetzen. Mit den Au- tismus-Auswirkungen sowie der Definition haben sich in den späten Jahren des Zwei- ten Weltkrieges zwei Forscher befasst: der Austro-Amerikaner Leo Kanner [*1894 - 1981] und der Österreicher Hans Asperger [*1906 - 1980], unabhängig voneinan- der. Beide definierten die Autismus-Störung: Kanner 1943, Asperger 1944.1

Leo Kanner hatte den Autismus bei seiner Thematisierung mit verschiedenen Thesen belegt, in denen die Behinderung in ihrer ursprünglichen Erscheinung dargestellt wird:2

1.) Unfähigkeit, Beziehungen aufzubauen
2.) Verzögerung in der Entwicklung der Sprache
3.) nicht-kommunikativer Gebrauch der gesprochenen Sprache
4.) verzögerte Echolalie
5.) Vertauschung von Pronomen
6.) ständig wiederholtes und stereotypes Spiel
7.) Widerstand gegenüber Veränderungen
8.) gutes Tatsachengedächtnis
9.) normale körperliche Erscheinung.

Nach einem gewissen zeitlichen Abstand entschied sich Kanner dafür, seine Thesen in zwei Begriffserklärungen einzuteilen, die für ihn tragende bzw. substanzielle Bedeu- tungen hatten sowie die Definition gleichzeitig auf das Wesentliche reduzierten:3

1.) Beharren auf Unveränderlichkeit der täglichen wiederholten Routinehandlun- gen,

2.) extreme soziale Isolation, die innerhalb der ersten zwei Lebensjahre beginnt.

Diese Thesen führten zu einer Desorientierung bei sämtlichen Beteiligten, da viele Kinder entsprechende Merkmale aufzeigten, doch nicht die beiden grundlegenden Ei- genschaften von Kanner beinhalteten.4

Leo Kanner hatte in seinem 1943 veröffentlichten Schriftwerk mit dem Titel ÄAutistic disturbances of affective contact“5 acht Jungen und drei Mädchen beschrieben. Er war damals von Arnold Lucius Gsells [*1880 - 1961] Grundsätzen beeinflusst, Ä[…] dass Säuglinge und Kleinkinder ein natürliches Bedürfnis nach sozialer Interaktion, vor al- lem im Sinne eines affektiven Kontakts, haben“.6 Die nach Gsell beschriebenen Grundsätze waren bei den von Kanner beobachteten acht Jungen und drei Mädchen nämlich nicht zu erkennen gewesen, deshalb definierte er Autismus als eine emotio- nale Störung. Bei der Autismus-Entwicklung ist, laut Kanner, von einem angeborenen Syndrom auszugehen, das durch eine Stoffwechselstörung entstehen kann und in der Vergangenheit häufig als Schizophrenie fehldiagnostiziert wurde.7

Neben Kanner ist der Österreicher Hans Asperger in diesem Zusammenhang genannt worden. Er entwickelte und veröffentlichte fast gleichzeitig wie Kanner, aber gänzlich unabhängig von ihm, sein Schriftwerk mit dem Titel ÄAutistische Psychopathen im Kindesalter“.8 Er beschrieb eine Gruppe von Jungen im Alter zwischen vier und sechs Jahren, die ein auffälliges und anormales Verhalten zeigten.9 Asperger beschäftigte sich gründlich mit dieser Verhaltensform und wählte dafür die Bezeichnung Äautisti- sche Psychopathie“10. Er verstand darunter eine ÄAbnormität der Persönlichkeit“.11 Asperger Ä[…] vermutete eine zugrunde liegende Extremvariante von Männlichkeit und postulierte, dass die Anlagen vom Vater zum Sohn weitergegeben würden“12. Seine Beobachtungen vermittelten, dass der Fokus auf das Kommunikations-und Kon- taktverhalten gelenkt wurde. Als typische Merkmale für Aspergers Patienten waren beispielsweise eine Reduzierung der Mimik und Gestik, eine monotone und schwach intonierte Sprechweise, fehlende Empathie sowie unter anderem die geringe Fähigkeit, eine wirkliche Konversation zu führen, genannt worden. Nach Asperger ist davon aus- zugehen, dass dieses Syndrom nicht vor dem dritten Lebensjahr erkennbar wird.13

In dem Buch ÄAutismus-Spektrum, Ursachen, Diagnostik, Intervention, Perspektiven“ hat Sven Bölte die Darstellungen von Kanner und Asperger als ÄKuriosum“ beschrieben, da beide gleicher Herkunft waren und nahezu gleichzeitig versuchten, das Thema Autismus zu erklären.14

Es stellte sich allerdings die Frage: ÄWas bedeutet der Begriff Autismus?“ Diese Frage wird im folgenden Kapitel weiter behandelt.

2.2 Begriffsbeschreibung: Autismus-Spektrum-Störung

Der Begriff ÄAutismus“ stammt von dem griechischen Wort autos = selbst. 1911 wurde dieser Begriff erstmals von dem Schweizer Psychiater Eugen Bleuler publiziert. Als Autismus bezeichnete Bleuler Ä[…] die starke Selbstbezogenheit bei Schizophre- niepatienten […]“15. In Kapitel 2.1 wurde bereits festgestellt, dass 1943 und 1944 der Begriff Autismus jeweils von Leo Kanner und Hans Asperger definiert wurde.

Dieser Begriff wird demnach mit dem frühkindlichen Autismus, dem ÄAsperger Syn- drom“ sowie dem Äatypischen Autismus“ in Zusammenhang gebracht und in den fol- genden Kapiteln mithilfe der Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-IV beschrie- ben.

2.3 Klassifikationen nach ICD-10 und DSM-IV

Der ICD-10 und DSM-IV sind zwei Klassifikationssysteme, die von der Weltgesund- heitsorganisation WHO (zgh. ICD-10) und der aus Amerika stammenden Psychiatrie- gesellschaft APA (zgh. DSM-IV) erstmals veröffentlicht wurden. Bei beiden Syste- men geht es um verschiedene Arten von Ätiefgreifenden Entwicklungsstörungen“. Diese kennzeichnen sich durch eine Beeinträchtigung der Kommunikation und Inter- aktion im Zusammenhang mit anderen Menschen. Zu den tiefgreifenden Entwick- lungsstörungen zählen der frühkindliche Autismus (ICD-10: F84.0), der atypische Au- tismus (ICD-10: F84.1), das Rette-Syndrom (ICD10: F84.2), sonstige desintegrative Störung des Kindesalters (ICD-10: F84.3), die überaktive Störung mit Intelligenzmin- derung und Bewegungsstereotypen (ICD-10: F84.4), das Asperger-Syndrom (ICD-10: F84.5) und sonstige tiefgreifende Entwicklungsstörungen.16

In den folgenden Kapiteln gelangen der frühkindliche Autismus, das Asperger Syndrom und der atypische Autismus genauer zur Erläuterung.

2.3.1 Frühkindlicher Autismus (ICD-10: F84.0)

Der frühkindliche Autismus ist von Leo Kanner erstmals untersucht und begründet worden. Diese Störung ist charakterisiert durch eine schwere qualitative Abweichung von dem gewohnten Entwicklungsverlauf.17 Gemäß dem ICD-10 und DSM-IV wird diese Stufe des Autismus unter der Bezeichnung der tiefgreifenden Entwicklungsstö- rung klassifiziert (die tiefgreifende Entwicklungsstörung wird ausführlicher im Kapi- tel 2.3 definiert).18 Beim frühkindlichen Autismus sind verschiedene Entwicklungs- störungen erkennbar. Diese sind unter anderem: ÄQualitative Beeinträchtigungen wechselseitiger sozialer Interaktion“19: Dies bedeutet, dass sich Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit einer Autismus-Spektrum-Störung weniger mit der sozialen In- teraktionen befassen als Kinder, Jugendliche oder Erwachsene ohne diese Erkrankung. Dies beinhaltet verschiedene Eigenschaften, die auffällig in Bezug auf andere Perso- nen sind, wie zum Beispiel fehlender Blickkontakt sowie fehlende Gestik und Mimik, oder auch mangelhafte Aufmerksamheit, sowie Gefühle die kaum bis gar nicht gezeigt werden, beispielsweise in einer fröhlichen oder traurigen Situation. 20

Eine weitere Entwicklungsstörung in Bezug auf den frühkindlichen Autismus stellt die ÄQualitative Beeinträchtigung der Kommunikation“ dar21: Die betroffenen Kinder ver- fügen nur über eine geringe bis nicht vorhandene symbolische Gestik, beispielsweise auf das Winken bei einer Verabschiedung bezogen. Dazu kommen meist sprachliche Defizite, die schon beim Sprachbeginn auffällig werden. Das typische Lallen, wie es bei Babys üblich ist, fehlt beim frühkindlichen Autismus. Der Sprachgebrauch allge- mein ist bei Kindern mit einem frühkindlichen Autismus problematisch, da 50 % die- ser Kinder keine kommunikative Sprache entwickeln bzw. sehr verzögert. Meist hat sie Ä[…] nur partiell kommunikativen Charakter“22.23 Es ist auch nicht zu übersehen, dass das Spielverhalten von Kinder mit einem frühkindlichen Autismus im Vergleich zum Entwicklungsniveau der gleichaltrigen, nicht autismus-gestörten Kinder auffällig ist. Das Spielverständnis ist an der nicht vorhandenen interaktiven Spielweise erkenn- bar, eine geteilte Aufmerksamkeit dieser Kinder, bezogen auf das Spielen, ist oftmals schwer zu kombinieren.24

Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Äqualitative Beeinträchtigung der Kommuni- kation“ eine Form des frühkindlichen Autismus darstellt, die frühzeitig ausprägt und erkennbar ist, zum Beispiel an solchen Defiziten wie fehlende symbolische Gestik, beim Sprachbeginn sowie beim Spielverständnis. Als weitere Störung der Entwick- lung ist das Äeingeschränkte Interesse und stereotype Verhaltensmuster“25 zu nennen: Bei Kindern mit dem frühkindlichen Autismus ist beobachtet worden, dass sie auf Veränderungen jeglicher Art mit einer ausgeprägten Angst reagieren. Sie entwickeln ein Ä[…] ängstlich-zwanghaftes Bedürfnis […]“26, in ihrer Umgebung keine Verände- rung zulassen zu wollen. Diese Ängste vor Veränderungen können sich in verschiede- nen Lebenslagen bemerkbar machen, beispielweise in solchen, die für Menschen ohne diese Erkrankung ganz normale situative Veränderungen bedeuten, zum Beispiel fremde Räume, veränderte Spazier- und Schulwege, unbekannte Speisen, neue Klei- dungsstücke. 27 Es können auch bestimmte Ängste in Bezug auf Tiere auftreten. Kin- der mit frühkindlichem Autismus können unter anderem eine gewisse Unempfindlich- keit gegenüber Kälte und Schmerzen haben. Auf ein Ansprechen reagieren sie meist verspätet bzw. erst nach mehrmaligen Versuchen. 28

Neben dem frühkindlichen Autismus, der viele qualitative Beeinträchtigungen und stereotype Verhaltensmuster beinhaltet, gibt es noch eine weitere Kategorie der Autismus-Spektrum-Störung, die im Folgenden erläutert wird.

2.3.2 Asperger-Syndrom (ICD-10: F84.5)

Das ÄAsperger-Syndrom“ wurde vor 72 Jahren von Hans Asperger erstmals erforscht und publiziert. Der Gelehrte entdeckte bei einer Gruppe von Jugendlichen ein gewisses auffälliges bzw. anormales Verhalten, das speziell bei den Jungen ausgeprägt war. Mit dem auffälligen bzw. anormalen Verhalten meinte er das Fehlen von Empathie, die Schwierigkeiten bei einer Freundschafts- oder Kontaktanbahnung oder die Bereitschaft Dialog führen zu können. Er hatte insgesamt ein Desinteresse an anderen Personen sowie ungeschickte Bewegungen festgestellt.29

Inge Kamp-Becker und Sven Bölte haben in ihrer Publikation ÄAutismus“ drei Krite- rien aufgeführt, die nach dem ICD-10 und DSM-IV Kernmerkmale des Asperger-Syn- droms darstellen, unter anderem die Äqualitative Beeinträchtigung der sozialen Inter- aktion“.30 Es ist ein Kriterium, das sich durch Auffälligkeiten in dem nichtverbalen Verhalten der Kinder widerspiegelt. Dieses nichtverbale Verhalten verdeutlicht sich unter anderem durch Gestik, Mimik und Blickkontakt. Eine Kontaktaufnahme zu gleichaltrigen Kindern erweist sich für die mit einem ÄAsperger-Syndrom“ belasteten Kinder oder Jugendlichen als schwierig. Oftmals sind sie unfähig, eine zwanglose Be- ziehung aufzunehmen.31

Nach dem ICD-10 und DSM-IV, das in der Publikation von Kamp-Becker und Bölte Erläuterung fand, ist ein weiteres Kernmerkmal das Äungewöhnlich ausgeprägte und spezielle Interesse und Stereotype vom Verhaltensmuster“32: Dies beinhaltet ein Inte- resse der betroffenen Kinder in Bezug auf verschiedenste Wissensgebiete, die im All- gemeinen kein großes Interesse bei Kindern finden. Laut Kamp-Becker und Bölte kann es dabei um Wissensgebiete, wie Schmelzpunkte von Metallen, Dinosaurier oder Kirchtürme, handeln.

Als letztes Kernmerkmal beschrieben die beiden Autoren in ihrem Buch Ädas Fehlen einer Sprachentwicklungsverzögerung oder einer Verzögerung der kognitiven Ent- wicklung“33: In diesem Kernmerkmal wird verdeutlicht, dass Kinder mit einem As- perger-Syndrom, im Gegensatz zum frühkindlichen Autismus, keine verzögerte Spra- chentwicklung und auch keine Defizite der kognitiven Entwicklung aufweisen. Ganz im Gegenteil lernen diese Kinder früh zu sprechen; mit einer, wie Kemp-Becker und Bölte es beschreiben, recht ungewöhnlicher Ausdrucksweise. Die Kinder mit einem Asperger-Syndrom gehören hinsichtlich ihrer Intelligenz in den mittleren bis oberen Normbereich.34

Eine weitere Kategorie der Autismus-Spektrum-Störung ist der atypische Autismus, der im nächsten Kapitel erläutert wird.

2.3.3 Atypischer Autismus (ICD-10: F84.1)

Der atypische Autismus beginnt, gemäß dem ICD-10 und DSM-IV, während oder nach dem dritten Lebensjahr. Bei diesem Begriff handelt es sich um eine nicht eindeu- tig abgrenzbare Kategorie. Diese Art von Autismus ist allerdings bis jetzt kaum er- forscht worden. Es können Störungen im Gebiet der sozialen Interaktion, der Kommu- nikation, der repetitiven bzw. sich wiederholenden Interessen auffällig werden. Der atypische Autismus kann Störungen wie beim frühkindlichen Autismus hervorrufen. Bei dieser Art des Autismus ist häufig eine schwere Intelligenzminderung festzustel- len.35

Demnach kann geschlussfolgert werden, dass der frühkindliche Autismus, das Asper- ger-Syndrom sowie der atypische Autismus sich in vielen Punkten lediglich quantita- tiv abgrenzen und eine beobachtbare Ähnlichkeit in ihren Definitionen enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Zielgruppen von Autismus36

Die Bezeichnung ÄEpidemiologie“ kommt aus dem Griechischen und wird als Lehre (logos) über das Volk (demos) übersetzt.37 Der Begriff umfasst eine Vielzahl von Krankheiten und deren Verbreitung. Zwei wesentliche Grundbestandteile der Epidemiologie sind zum einen die Prävalenz sowie zum anderen die Inzidenz.

Die Prävalenz bezeichnet die Häufigkeit einer Erkrankung in ihrer Gesamtheit und in einem bestimmten zeitlichen Rahmen. Die Inzidenz ist mit der Anzahl von Neuerkrankungen in einer Population eines bestimmten Zeitraums verbunden.38

Beispiel Prävalenz: Es soll die Prävalenz von Röteln bei 500 Kindern bestimmt werden, zum Zeitpunkt der Untersuchung sind drei Kinder erkrankt; die Prävalenz berechnet sich dann wie folgt: 3/500=0,006 oder 0,6 %.

Beispiel Inzidenz: Innerhalb von zehn Jahren erkranken aus einer Gruppe von 500 Kin- dern 25 an Röteln; die Inzidenz wird mit 25/500 = 0,05 oder 5 % errechnet. Möchte man die Inzidenz pro Jahr ermitteln, muss man die bereits errechneten 5 % durch die angegebenen zehn Jahre dividieren; die jährliche Inzidenzrate beträgt folglich 0,5 %.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Zusammenhang zwischen Insidenz und Prävalenz39

Die Anzahl der Autismus-Spektrum-Störungen hinsichtlich der Epidemiologie ist in den letzten Jahren massiv angestiegen. ÄGing man über viele Jahre davon aus, dass von 10.000 Personen vier bis fünf eine autistische Störung aufweisen, finden sich in neueren Studien Häufigkeiten von 60 bis 100 auf 10.000“40. Durch neuere epidemio-logische Untersuchungen (ca. seit 2000) wurde ein erstaunlicher Anstieg der ÄAutis- mus-Prävalenzzahlen“ festgestellt. Laut Kamp-Becker und Bölte gehen einige Auto- ren schon so weit, von einer ÄEpidemie des Autismus“ zu reden.41 Es bleibt also die Frage offen, weshalb die autistischen Störungen in den letzten Jahren immer häufiger diagnostiziert worden sind. Gemäß Kamp-Becker und Bölte können verschiedene Fak- toren den Grund darstellen. Diese Faktoren sind unter anderem ein verbesserter Wis- senstand, erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber autistischen Symptomen, verbesserte Instrumente der Diagnostik sowie die Kriterien nach dem ICD-10 und DSM-IV, die von Kamp-Becker und Bölte als Äsehr ungenaue diagnostische Kriterien“ bezeichnet werden.42 Vor dem Anstieg der Prävalenzzahlen war die Forschung in Bezug auf die autistischen Störungen noch sehr ungenau und unspezifisch. Der Anstieg hat nach den meisten Forschern durch die Ä[…] sukzessive Erweiterung des diagnostischen Kon- zepts von Autismus […]“43 seine Erklärung gefunden sowie zu einer schnelleren Er- kennung autistischer Störungen geführt. Die folgende Abbildung zeigt die Anzahl der Personen mit einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung:

Tabelle 1: Epidemiologie der tiefgreifenden Entwicklungsstörung44

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.5 Ätiologie

Bei der Ätiologie handelt es sich um eine medizinische Disziplin, die sich mit den Ursachen von Krankheiten auseinandersetzt. Die Ursache einer Autismus-Spektrum- Störung ist nach den empirischen Untersuchungen in viele Komponente einzuteilen. Im Folgenden werden die fünf Komponenten, die in den verschiedenen Fachliteraturen beschrieben wurden, definiert und erläutert.

2.5.1 Genetische Faktoren

Eine wesentliche Bedeutung in Bezug auf die Ursache einer Autismus-Spektrum-Stö- rung kommt genetischen und Umweltfaktoren zu. Kanner und Asperger waren sich in ihren Schriftwerken darüber bewusst, dass diese Faktoren eventuell ein essenzieller Bestandteil dieser Thematik sein können. Eine Zwillingsstudie hat beispielsweise er- geben, dass die Konkordanzraten zwischen eineiigen Zwillingen bei etwa 95 % liegen, wenn einer der Zwillinge eine autistische Veranlagung aufweist. Bei zweieiigen liegt die Prozentzahl nur noch bei 23 % oder weniger. Es wurde zu diesem Thema festge- stellt, dass in vielen Fällen nicht beide Zwillinge autistisch veranlagt sind. Nach der Autorin des Buches ÄAlles ausser gewöhnlich“, Nadine Trefzger, wird angenommen, dass die Entstehung einer autistischen Störung durch diverse Gene ausgelöst wird.45 Es lässt sich diesbezüglich zusammenfassen, dass noch kein eindeutiges Resultat in Bezug auf die genetischen Faktoren der Autismus-Veranlagung erlangt werden konnte.

2.5.2 Neurologische Faktoren

Bezüglich der neurologischen Faktoren bei autistischen Menschen konnte eine Abnormalität verschiedener Hirnregionen festgestellt werden. ÄZurzeit wird von vielen Forschern ein Modell unzureichender neuronaler Vernetzung diverser cerebraler Areale als Ursache für Autismus diskutiert.“46 Demnach ist festzuhalten, dass autistische Störungen als eine eventuelle Hirnfunktionsstörung zu bezeichnen sind.

2.5.3 Biochemische Anomalien

Es ist noch nicht gänzlich ergründet worden, in welcher Art die biochemischen Ursachen eine Wirkung auf die Ätiologie von Autismus aufweisen. Es wird über einen erhöhten Serotoninspiegel, der als ein Botenstoff im zentralen Nervensystem und für die Übertragung der Nervenimpulse zuständig ist, diskutiert. Bis jetzt hat man diesbezüglich noch keine einheitliche Meinung entwickelt.47 Dieser erhöhte Botenstoff soll eine gestörte Informationsverarbeitung zur Folge haben.48

2.5.4 Körperliche Erkrankung

Eine körperliche Erkrankung kann, laut Kamp-Becker und Bölte, durchaus ein wich- tiger Bestandteil der Autismus-Auswirkung sein. Es sind eine Mehrzahl gut diagnos- tizierbarer neurologischer und genetischer Syndrome, die durchaus bei einer Autis- mus-Störung auftreten, festgestellt worden. Diese sind unter anderem: Tuberöse Sklerose49, Epilepsie, Fragiles X-Syndrom50, Neurofibromatose51 sowie unbehandelte Phenylketonurie.52 Es wurde dennoch nicht ausreichend ergründet, welche Verbindun- gen aufgrund der einzelnen Erkrankungen mit der Autismus-Spektrum-Störung beste- hen.

2.5.5 Multifaktorieller Ansatz

Es ist schon in den vorherigen Kapiteln erläutert worden, dass es schwierig ist, genaue und einheitliche Ursachen über Autismus zu finden. Bedingt durch verschiedene Ereignisse, Umgebungen, Konstellationen kann eine Autismus-Spektrum-Störung positiv oder negativ beeinflusst werden. Laut Nadine Trefzger kann sich durch unterschiedliche Familienkonstellationen die Symptomatik der Autismus-Spektrum- Störung günstig oder ungünstig entwickeln. 53

[...]


1 Bölte 2009, S. 21

2 Aufzählung aus: Aarons, Gittens 1994, S.20f

3 Aufzählung aus: Aarons, Gittens 1994, S.21

4 Vgl. Aarons, Gittens 1994, S. 21

5 Vgl. Bölte 2009, S. 11

6 Ebd., S. 22

7 Vgl. ebd., S. 22

8 Vgl. ebd., S. 21

9 Vgl. Aarons, Gittens 1994, S. 21f

10 Vgl.: ebd., S. 22

11 Vgl. ebd., S. 22

12 Bölte 2009, S. 23

13 Vgl. Bölte 2009, S. 23

14 Vgl. ebd., S. 21

15 Trefzger 2009, S. 43

16 Vgl. von Klitzing 2009, S.56

17 Vgl. Sinzig 2011, S. 8

18 Vgl. ebd., S. 8

19 Kamp-Becker, Bölte 2014, S. 13

20 Vgl. ebd., S. 13f

21 Vgl. ebd., S. 14

22 Kamp-Becker, Bölte 2014, S. 14

23 Vgl. ebd., S. 14

24 Vgl. ebd., S. 14

25 Ebd., S. 15

26 Ebd., S. 15

27 Vgl. ebd., S. 15

28 Ebd., S. 15

29 Vgl. Attwood 2010, S.9

30 Kamp-Becker, Bölte 2014, S. 16

31 Vgl. ebd., S. 16

32 Ebd., S. 17

33 Ebd., S. 18

34 Vgl. Kamp-Becker, Bölte 2014, S. 18

35 Vgl. ebd., S. 19f

36 Auticon GmbH: Das Autismus-Spektrum, unter: http://auticon.de/autismus/ (abgerufen am 27.10.2016)

37 Vgl. Bölte 2009, S.65

38 Vgl. ebd., S.65

39 Mod. nach:. Seelos, H.J., de Gruyter, W., Berlin 1997, Quelle nach: Medizinalrat.de: Prävalenz, unter: http://www.medizinalrat.de/Eb_Medicine/EbM_-_Theorie_und_Handwerkszeu/ebm_-_the- orie_und_handwerkszeu3.html (abgerufen am 15.10.2016)

40 Kamp-Becker, Bölte 2014, S. 25

41 Vgl. ebd., S. 25

42 Vgl. ebd., S. 26

43 Ebd., S. 26

44 Ebd., S. 26

45 Vgl. Trefzger 2009, S. 54

46 Kamp-Becker, Bölte 2014, S. 40

47 Vgl. Kamp-Becker, Bölte 2014, S. 41f.

48 Vgl. Trefzger 2009, S. 66

49 Die Tuberöse Sklerose (TS) ist eine komplexe Systemerkrankung mit tumorartigen Veränderungen in fast allen Organen.

50 Das Fragile-X Syndrom (kurz FraX) wird durch einen Gendefekt auf dem X-Chromosom und stellt die häufigste Form erblicher Lern- und geistiger Behinderung dar.

51 Bei Neurofibromatose fasst man Erbkrankheiten zusammen, die zu ganz unterschiedlichen Symp- tomen und Veränderungen führen.

52 Die Phenylketonurie ist eine mit gestörtem Stoffwechsel der Aminosäure Phenylalanin einherge- hende Stoffwechselerkrankung.

53 Vgl. Trefzger 2009, S. 66

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Details

Titel
Die Autismus-Spektrum-Störung. Theoriegrundlagen, Diagnostik und Intervention
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
63
Katalognummer
V427357
ISBN (eBook)
9783668721715
ISBN (Buch)
9783668721722
Dateigröße
1145 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Austismus, Krankheiten, Autismus-Spektrum-Störung, Asperger, Diagnostik
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Michael Paefgen (Autor), 2016, Die Autismus-Spektrum-Störung. Theoriegrundlagen, Diagnostik und Intervention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427357

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