Auswirkungen von Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD)

Welche Interventionsmöglichkeiten bietet Schulsozialarbeit für betroffene Schulkinder?


Hausarbeit, 2018

14 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 1
1. Fetale Alkoholspektrumsstörung (FASD) ... 2
1.1 Definition FAS ... 3
1.2 Diagnostik und Merkmale ... 3
2. Allgemeine Auswirkungen unter Berücksichtigung des Schulalltags ... 4
3. Schulsozialarbeit ... 6
3.1 Definition ... 6
3.2 Kernleistungen ... 7
4. FAS - Hilfe durch Schulsozialarbeit ... 8
Fazit ... 10
Literaturverzeichnis ... 12

1
Einleitung
,,Die werdende Mutter hat einen Rausch, aber das Kind einen lebenslangen ,,Kater" in
Form lebenslänglicher Beeinträchtigungen körperlicher, geistiger und seelischer Art"
(Thomsen u.a. 2012: 9)
Mit Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) kam ich das erste Mal in Berührung, als die
damals neue Schulfreundin meiner Tochter zu uns zu Besuch kommen wollte. Diesem
Besuch ging ein Telefonat mit der Pflegemutter des Mädchens voraus. Sie setzte mich kurz
darüber in Kenntnis, dass sie beim ersten Besuch anwesend sein möchte und das zu ihrer
Pflegetochter ein ,,spezielles Paket", wie sie es nannte, gehöre. Das Mädchen leidet unter
einer Unterform von FASD. Dies ist nun fast sieben Jahre her und die verschiedenen
Problematiken, die dieses Krankheitsbild in der Schule, mit den Pflegeeltern,
KlassenkameradInnen und der Schulgemeinschaft mit sich bringt, haben zu der Wahl des
Themas meiner Hausarbeit geführt. Die Pflegeeltern sind sich sicher, dass die besonderen
pädagogischen und flexiblen Strukturen der nicht-staatlichen Schule eine große Hilfe für
das Mädchen, die Eltern, Lehrkräfte und MitschülerInnen waren und noch immer sind.
Dies warf bei mir die Frage auf, wie es anderen betroffenen Kindern und deren Umfeld in
einer staatlichen Schule wohl ergeht.
Welche Auswirkungen haben diese Spektrumstörungen auf das Kind? Welche Hilfen gibt
es für betroffene Kinder und Familien im Schulalltag? Welche Interventionsmöglichkeiten
hat Schulsozialarbeit?
Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, auf die Behinderung des fetalen Alkoholsyndroms
aufmerksam zu machen und Interventionsmöglichkeiten für Schulsozialarbeit darzustellen.
FASD ist der internationale Oberbegriff, für alle durch Alkoholkonsum in der
Schwangerschaft verursachten Fehlbildungen, geistige Behinderungen, hirnorganische
Beeinträchtigungen, Entwicklungsstörungen und extreme Verhaltensauffälligkeiten (vgl.
FASD-Deutschland e.V. 2018).
In Deutschland trinkt etwa ein Drittel der Schwangeren nicht regelmäßig, regelmäßig oder
exzesshaft Alkohol. Gemäß der aktuellsten Prävalenzstudie in Deutschland von 2012 zum
mütterlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft, herausgegeben vom Robert-
Koch-Institut, zeigen 20% der schwangeren Frauen einen moderaten und 8% einen
riskanten Alkoholkonsum. 12 % der Schwangeren geben binge drinking seltener als 1 Mal
pro Monat und knapp 4% jeden Monat und 0,1% mindestens jede Woche an.

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Schlussfolgernd daraus ist FASD eine der am häufigsten angeborenen Erkrankungen, die
allerdings durch Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft vollständig
vermieden werden könnte (vgl. Landgraf/Heinen 2017: 26). Prävention und Aufklärung in
der Gesellschaft sind der Schlüssel für viele gesellschaftliche Problematiken. Dies lässt
sich natürlich auch auf die FASD anwenden. Die vorliegende Hausarbeit konzentriert sich
in diesem Zusammenhang auf den Schulalltag und die Interventionsmöglichkeiten für
SozialarbeiterInnen. Darüber hinaus bietet das Thema weitere interessante Aspekte, die es
verdienen, beleuchtet zu werden, aber im Rahmen dieser Hausarbeit nicht berücksichtigt
werden können.
Laut Ratgeber für Angehörige, Betroffene und Fachleute heißt es: "Es hat sich gezeigt,
dass ein über FASD informiertes Kollegium ein ganz wichtiger Baustein für schulischen
Erfolg ist, doch leider haben Lehrkräfte sehr geringe Kenntnisse über FASD. Dies gilt es
zu ändern!" (Thomsen u.a. 2012: 25).
1. Fetale Alkoholspektrumsstörung (FASD)
FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) ist der internationale Oberbegriff für alle
alkoholbedingten Schädigungen durch intrauterine
Alkoholexposition. Die Plazenta
arbeitet für viele körpereigene und fremde Stoffe als Schranke. Hierdurch folgt eine
Trennung des mütterlichen und kindlichen Blutkreislaufs. Diese Schutzfunktion greift
nicht bei Alkoholkonsum der Schwangeren. Da Alkohol die Plazentaschranke ungehindert
passieren kann entspricht der Blutalkoholgehalt des ungeborenen Kindes dem momentanen
der Mutter (vgl. Sarimski 2013: 47). Alkohol wirkt toxisch, d.h. er und seine
Abbauprodukte können zu einer Unterentwicklung oder einer Zellverkleinerung der
Organe führen. Die Schädigungen werden durch den Alkoholkonsum auf das ungeborene
Kind hervorgerufen und sind nicht auf Begleit-/Folgeerscheinungen des mütterlichen
Alkoholkonsums zurückzuführen (vgl. Löser 1995: 1). Es ist eine Schädigung in der
Embryonalzeit. Die Auswirkungen sind variabel und fließend, wodurch es zu einer
erschwerten Diagnose kommen kann. FASD wird in folgende vier Krankheitsbilder
eingeteilt:
1. Das Vollbild = Fetales Alkoholsyndrom (FAS)
2. Das partielle Fetale Alkoholsyndrom (pFAS)
3. Die alkoholbedingte entwicklungsneurologische Störung (ARND)

3
4. 4. Die alkoholbedingte angeborene Malformation (ARBD) (vgl. Landgraf/Heinen
2017: 11)
1.1 Definition FAS
FAS beschreibt eine Vielzahl von verschiedenen Syndromausprägungen der betroffenen
Kinder. Die durch die intrauterine Alkoholexposition der Mütter in der Schwangerschaft
hervorgerufen werden. Diese sind durch physische und mentale Störungen sowie auch
Verhaltens- und Lernauffälligkeiten charakterisiert und können ein Leben lang bestehen.
Diese Arbeit beschäftigt sich überwiegend mit dem Vollbild FAS, da dieses klassische
Syndrom die meisten Schädigungen aufwirft. Die typischen Charakteristika sind
Minderwuchs, Dystrophie, Mikrozephalie, typische faziale Dysmorphiezeichen, mentale
Retardierung, psychiatrische, kognitive uns soziale Auffälligkeiten bei nachgewiesenem
oder vermuteten Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft (vgl. Spohr
2016: 10).
1.2 Diagnostik und Merkmale
Es existieren vier diagnostische Säulen, die internationale Gültigkeit haben:
1. Wachstumsauffälligkeiten
2. Faciale Auffälligkeiten
3. ZNS (Zentrales Nervensystem) Auffälligkeiten
4. Bestätigte oder nicht bestätigte intrauterine Alkoholexposition
Sind die Merkmale wie Wachstums- und Gewichtsdefizite, deutlich zu kleiner
Kopfumfang, typische Gesichtsauffälligkeiten und psychoneutrale Auffälligkeiten nicht
eindeutig erkennbar, erschwert dies in erheblichem Maße die Diagnose. Eine wesentliche
Voraussetzung im Rahmen der Diagnostik ist es etwas über den Alkoholkonsum der
leiblichen Mutter zu erfahren. Da die meisten betroffenen Kinder aber in Pflegefamilien
oder Jugendhilfeeinrichtungen leben, bleibt die wichtige anamnestische Information oft im
Unklaren und es kann nur ein ,,Verdacht auf FAS" gestellt werden (vgl. Spohr 2016: 16).
Bei allen diagnostischen Verfahren müssen andere mögliche vererbbare Krankheiten wie
bspw. Kleinwuchs ausgeschlossen werden. Nicht selten wird eine Diagnose auf ADHS
(Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom) gestellt, weil die körperlichen
Merkmale nicht eindeutig erscheinen und keine Information zu dem Alkoholkonsum
während der Schwangerschaft vorliegen. Die Symptome wie Hyperaktivität, Impulsivität,
Lernstörungen und emotionale Störungen sind bei beiden Syndromen zu finden. Doch bei
Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen von Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD)
Untertitel
Welche Interventionsmöglichkeiten bietet Schulsozialarbeit für betroffene Schulkinder?
Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Note
1,3
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V428677
ISBN (eBook)
9783668744387
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fetales Alkoholsyndrom, FASD, Schulsozialrbeit
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Auswirkungen von Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428677

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