Waffenrecht der USA. Wieso ist das Waffenrecht der USA das liberalste der Welt?


Facharbeit (Schule), 2018
9 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung

Geschichte
Wie konnte es dazu kommen, dass im 21. Jahrhundert, die USA einer der liberalsten Waffengesetze der Welt hat?

Politik
Landesebene
Bundesebene

Statistiken

Waffenlobby: NRA

Fazit

Quellenverzeichnis

EINLEITUNG

Am 14. Dezember 2012 in Newton, Connecticut passierte ein fast schon traurige Regelmäßigkeit in den USA: Adam Lanza, ein Sohn einer Waffenbesitzerin, erschießt erst seine eigene Mutter mit Ihren Waffen. Daraufhin geht er zur Sandy-Hook-Grundschule und erschießt dort brutal zwanzig weitere 6-10 alte Kinder und Lehrkräfte in nicht einmal 11 Minuten. Eine ganze Stadt ist im Ausnahmezustand. Die passiven Einwirkungen wie psychiatrische Behandlungen dieser Tat betreffen hunderte Menschen.[1] Wie so oft nach solchen Taten, wird schnell ein Wieso, Weshalb und Warum gesucht. Die NRA - welche ich hier auch noch genau beleuchten werde, fordert lockere Waffengesetze in den USA, damit Lehrer und Sicherheitskräfte an Schulen bewaffnet werden können. Die Frage, wieso in den USA sogar noch solch einer erschreckenden Tat, weiterhin auf so lockeren Waffengesetzen pocht und diese sogar lockern will, liegt nah. Der Frage werde ich versuchen im Folgenden nach zu gehen und diese am Schluss auch zu resümieren.

Dieses Thema habe ich gewählt, weil mich der paradoxe Ansatz der USA in Fragen rund um Waffengebrauch schon lange irritiert hat. Der oben geschilderte Fall war schließlich nicht der erste in den vergangenen Jahren. Eine derartige Flaltung in der Gegenwart mit solch einer Vergangenheit lässt viele Fragen unbeantwortet. Ich setze mich nicht mit dem dafür oder dagegen auseinander, sondern erläutere wie es zum Status Quo kommen konnte.

GESCHICHTE

WIE KONNTE ES DAZU KOMMEN, DASS IM 21. JAHRHUNDERT, DIE USA EINER DER LIBERALSTEN WAFFENGESETZE DER WELT HAT?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man sich die Anfänge der USA beziehungsweise des Kontinentes Nordamerika und die Staatsgründung der USA genauer ansehen.

Vor der Kolonarisierung der Europäer waren in Nordamerika indigene Völker und jede Menge Flora und Fauna beheimatet. Im 16. Jahrhundert begann das Wettrennen der Europäischen Imperialisten auf den westlichen Kontinent. Mitte des 17. Jahrhunderts konnten schon Engländer, Franzosen und Spanier zum Teil große Städte erbauen und Ihr Machtstreben befriedigen. Diese drei Länder waren die, die sich in Nordamerika durchsetzen konnten und somit eine nicht unerhebliche Einflusssphäre erlangen konnten. In dieser Zeit waren auf dem fast wilden Kontinent viele Gefahren beheimatet, welche eine dauerhafte Bewaffnung der dort lebenden Europäer unabdingbar machte.[2] Diese Gefahren bestanden auch noch im 18. Jahrhundert, der Unabhängigkeitskonflikt der Engländer verschärfte das Ganze noch einmal. Die Engländer hatten eine gut ausgebildete, einheitliche Armee, welche auch noch sehr gut ausgestattet war. Die USA entstand also nicht aus dem Sieg von zwei gleichstarken Armeen, sondern aus dem Kampf von vielen kleinen Privatarmeen gegen die Krone und den anderen Besatzungsmächten.[3] Diese brauchten natürlich Waffen, hier kann man also schon die Entstehung des Gründungsmythos ״Das Recht bewaffnet zu sein" sehen. Ohne diese vielen kleinen Privatarmeen und deren Bewaffnung würde es die heutige USA vielleicht gar nicht geben. Aus dem Unabhängigkeitskrieg folgte die Verfassung der USA, diese entstand 1783. Noch nicht einmal ganze 8 Jahre später wurde schon der zweite Verfassungszusatz verabschiedet (dieser ist bis heute gültig). Der zweite Verfassungszusatz sollte das Recht zu Waffen in der Verfassung festverankern.[4]

Der Originale zweite Verfassungszusatz lautet:

"A well regulated Militia, being necessary to the security of a free state, the right of the people to keep and bear Arms shall not be infringed. "

Übersetzt heißt das so viel wie:

״Da eine gut organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden. " .[5]

Auch noch in der Zeit von der Verabschiedung des zweiten Zusatzartikels über die Zeiten des Wilden Westens bis hin zur ״Great Depression" in den 1930er waren Waffen zum Selbstschutz ohne alternativen. In Zeiten der Weltwirtschaftskrise, welche eine starke Inflation herbeiführte und viele Menschen gezwungen waren an der Armutsgrenze leben zu müssen, waren Waffen eine Möglichkeit für günstige Nahrungsbeschaffung. Der Waffenbesitz der USA ist also tief in der Geschichte verankert und unzählige Generationen wurden mit diesem liberalen Ansatz sozialisiert. Diese Geschichte haben schon viele Bemühungen gerade von demokratischen Politikern auf allen Ebenen schnell zum Scheitern verurteilen lassen.

POLITIK

LANDESEBENE

Es gab viele Bemühungen gerade von Demokratischen Staaten den Waffenbesitz und Gebrauch auf Landes Ebene gänzlich einzuschränken. Im Jahre 1972 zum Beispiel hat Chicago nach hohen Kriminalitätswerten ein Gesetz erlassen, welches ein umfassendes Waffenverbot angestrebt hatte. Die NRA (einer der größten Waffenlobby Gruppen), welche auch viele Politiker sehr umfassend Finanziell unterstützt, reichte Klage ein und der Supreme Court (der oberste Gerichtshof der USA, also das oberste rechtssprechende Organ) entschied mit einer Mehrheit von fünf zu vier stimmen, dass der 2. Verfassungszusatz für alle Bundesstaaten und Städte der USA gilt. Gänzliche Verbote sind also ausgeschlossen. Dennoch sind Einschränkungen oder Regelungen, die den Erwerb und das Führen von Waffen betreffen allerdings immer noch für die einzelnen Bundesstaaten möglich. Daher gibt es in den 50 Bundesstaaten auch eine riesige Bandbreite an unterschiedlichen Gesetzen, welche sich teilweise komplett unterscheiden oder sogar widersprechen. Nach dem Attentat in Newton wurden in einigen Staaten die Waffengesetze deutlich strenger (Dies ist aber von strikten Regelungen wie zum Beispiel in Deutschland noch sehr weit entfernt), in Connecticut, dem Staat in dem Newton liegt, wurde zum Beispiel eingeführt, dass jeder Waffenkäufer auf geistige und körperliche Gesundheit sowie krimineller Vergangenheit geprüft werden muss. Mit dieser Regelung gehört Connecticut zu einer der Bundesstaaten mit den ״härtesten" Waffengesetzen.

In 35 der 50 Bundesstaaten dürfen Bürger ihre Waffen sogar in der Öffentlichkeit tragen, sofern diese nicht verdeckt ist. In Alaska, Arizona, Wyoming und Vermont dürfen Schusswaffen sogar verdeckt am Körper getragen werden. Durch den zweiten Zusatzartikel dürfen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern sogar nicht verbieten eine Waffe im Büro zu tragen. In Texas, jener Bundesstaat mit einer der lockersten Waffengesetze, sind sogar öffentliche Tötungen vollkommen legal, falls sich der Täter vom Opfer bedroht gefühlt hat oder jemand ohne Erlaubnis das Grundstück eines Texaner betreten hat. Nicht nur das Bewohner über Leben und Tot entscheiden können, so ist es der Polizei sogar verboten Menschen festzunehmen, die jemanden aufgrund der oben genannten Gründe getötet haben. Der Festgenommene könnte sogar Schadensersatz vom Staat verlangen. [6] [7]

Auch das Alter für Waffenkäufe ist unterschiedlich geregelt, so liegt das Mindestalter meist bei 18 oder 21 Jahren. Allerdings beziehen sich diese Mindestalter grenzen nur auf lizensierte Verkäufer. Diese Einschränkung macht es teilweise möglich, dass sogar Kinder auf Waffenmessen Sturmgewehre kaufen können.

BUNDESEBENE

Auf Bundesebene gab es schon, gerade nach den vielen Amokläufen und Attentaten in den vergangenen Jahren, welche auch in Deutschland zur Berichtserstattung gehörten, viele Bemühungen seitens der Demokraten das Recht auf Waffengebrauch einzuschränken. Leider sind diese Vorhaben immer wieder aus vielerlei Gründen gescheitert. Die Tatsache das eine milliardenschwere Großindustrie (Siehe Statistiken und Fakten) hinter den Waffenverkäufen viele Menschen reich gemacht hat oder noch reicher machen wird, lässt Einschränkungen noch mal erheblich Langatmiger, wenn nicht sogar unmöglich machen. Obama hatte zuletzt 2012 mit einem Gesetzesentwurf versucht das Waffengesetzt erheblich einzuschränken. Dieses Vorhaben wurde durch eine starke Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus abgeschmettert. Die Gegner von schärferen Waffengesetzen argumentieren immer wieder, dass Fall X nie so verehrend gewesen wäre, wenn Person Y in dem Fall eine Waffe getragen hätte.[8] Für viele Amerikaner ist also das Sprichwort ״Feuer mit Feuer bekämpfen" gelebte Blasphemie. Die Tatsache das die NRA einer der größten finanziellen Unterstützergruppen für Politiker ist, lässt Zeitgemäße Reformen bis heute unmöglich erscheinen. Die NRA schauen wir uns in genauer im Abschnitt ״Waffenlobby: NRA" an.

STATISTIKEN

Der 14. Dezember 2012 (Massaker In Newton) waren für die USA ein gewaltgeprägter Tag, der sich In eine lange Liste von blutrünstigen Verbrechen einreiht. Zwischen diesem Tag und Silvester 2013 wurden in den USA 12.042 Menschen durch Schusswaffen getötet. Diese Zahl beinhaltet Selbstmorde, Morde und Unfälle, die Dunkelziffer von nicht registrierten toten ist noch einmal um ein Vielfaches höher, wie Experten vermuten. Diese Zahl aufs Jahr runtergebrochen ergibt ungefähr 31 Tode pro Tag. In den USA werden im Jahr ca. 3,2 von 100.000 Menschen durch Schusswaffen umgebracht. Zum Vergleich: In Deutschland oder ähnlichen Industrienationen liegt dieser Wert bei 0,4/100.000).

Auch die Waffenquote jedes Amerikaners ist enorm hoch. Diese liegt bei 89 Waffen pro Person (Hier sind auch Kinder mit eingerechnet). Das macht insgesamt 270 Millionen Waffen. In einer Studie der ״Small Arms" wurde festgestellt, dass die USA auf Platz 1 aller Länder steht, was die Menge in Umlauf befindender Waffen betrifft. Der zweite Platz dieser Liste ist der Jemen (55%). Die USA als Industrienation hat also mehr Waffen in Umlauf, als ein Land was seit Jahrzenten von Kriegen und Instabilen Regierungen geprägt ist. In Deutschland liegt diese Quote gar unter 30%.[9] Studien aus dem Jahre 2014 bis 2018 haben mittlerweile sogar festgestellt, dass diese sehr beunruhigen Daten sich sogar noch einmal verschärft haben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[10]

Wie alles was viel in unserer kapitalistischen Marktwirtschaft viel verkauft wird, steckt hinter diesen Zahlen eine milliardenschwere Industrie, die mit den Tötungen von vielen Amerikanern viel Geld verdient. Krise ist in dieser Industrie ein Indikator dafür, exponentiell mehr Geld zu verdienen.

[...]


[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_an_der_Sandy_Hook_Elementary_School

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Vereinigten_Staaten

[3] https://www.tagesschau.de/ausland/us-waffenrecht-101~magnifier_pos-l.html

[4] https://www.zeit.de/politik/ausland/2012-07/USA-waffen

[5] https://de.Wikipedia.org/wiki/Waffenrecht_(Vereinigte_Staaten)#National_Firearms_Act

[6] https://www.washingtonpost.com/news/wonk/wp/2012/12/16/the-6-craziest-state-gun- Iaws/?n0redirect=0n&utm_term=.fa2c91ada6f4

[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Oberster_Gerichtshof_der_Vereinigten_Staaten

[8] http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/waffenindustrie-in-usa-verdienen-im-namen-der-freiheit-l.1552614

[9] http://www.bbc.com/news/world-us-canada-20759139

[10] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/579175/umfrage/vorfaelle-und-todesfaelle-durch- schusswaffen-in-den-usa/

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Waffenrecht der USA. Wieso ist das Waffenrecht der USA das liberalste der Welt?
Hochschule
Theodor-Heuss-Gymnasium, Dinslaken  (Gymnasium)
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
9
Katalognummer
V429340
ISBN (eBook)
9783668736306
ISBN (Buch)
9783668736313
Dateigröße
784 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Waffenrecht USA, USA, Waffen, Amok
Arbeit zitieren
Nils Kratochwil (Autor), 2018, Waffenrecht der USA. Wieso ist das Waffenrecht der USA das liberalste der Welt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429340

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